{"id":19341,"date":"2013-11-22T08:11:03","date_gmt":"2013-11-22T07:11:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19341"},"modified":"2015-10-13T11:11:44","modified_gmt":"2015-10-13T09:11:44","slug":"brandt-aktuell-ein-buch-das-hoffnung-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19341","title":{"rendered":"Brandt Aktuell \u2013 Ein Buch, das Hoffnung macht &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Der gute Willy war mal sehr &acute;en vogue&acute;. Das ist l&auml;ngst vorbei. Als die sogenannte Enkel-Generation noch ganz brav und bieder in der Warteschleife parlierte, bevor ihre Exponenten die eigenen Karrieren so richtig anschieben konnten, war er die Lichtgestalt, in deren Schatten die sp&auml;teren Agenda-Exekuteure und Blow-Out-Bellizisten schon auf der Lauer lagen, bevor sie sich ans unselige Werk machten. Brandt selbst aber ist, alle begleitenden Bewertungsschemata mit eingerechnet, als Mensch und Politiker r&auml;tselhaft geblieben; jemand, den es erst noch zu entdecken gilt. Weder seine einstigen Lobredner (die sich sp&auml;ter hinter Helmut Schmidt versteckten) noch diejenigen unter den Apologeten, die ihn schon immer verunglimpft haben (und deren unselige Phrasen heute im Dutzend nachge&auml;fft werden), sind dem Mann, der hinter all diesen Klischees verschwand, je gerecht geworden.<br>\n<!--more--><br>\nJede historische W&uuml;rdigung bedeutender Einzelpersonen sagt mehr &uuml;ber den Verfasser und seine Zeit aus als &uuml;ber die Person, der er sich vorgeblich vorurteilsfrei widmet. Diese wird immer wieder Opfer tendenzi&ouml;ser Betrachtung, wird zum Spielball der Konjunkturen, &uuml;ber die sich der Historiker gern erhaben sch&auml;tzt. Aber auch und gerade er widersteht nicht der Versuchung, an Legenden weiter zu stricken, die zu hinterfragen eigentlich zu den dringlichsten Aufgaben geh&ouml;rt, denen er sich im Zuge der Recherche widmen sollte. Und so wurde und wird denn vom jeweils anderen einfach nur abgeschrieben, was &uuml;berzeugend einzig darum klingt, weil&acute;s so und nie anders zu h&ouml;ren oder zu lesen war, und schnell erh&auml;rtet sich das Bild, nunmehr ein Klischee, aber keiner merkt es, denn wenn eben alle dasselbe h&ouml;ren und lesen, schreiben und nachreden, dann bleibt zwischen den Zeilen, gesprochen oder gedruckt, kein kleinster Platz mehr &uuml;brig. So f&auml;llt die Geschichte ihre Urteile: wie in einem miesen Schauprozess.<\/p><p>Auf Willy Brandt gem&uuml;nzt lautet das Urteil: er war der gro&szlig;e Zauderer, immer unschl&uuml;ssig und irgendwie verzagt, denn er kriegte seinen Laden nicht in den Griff, lag im November mit Depressionen im Bett, stieg jedem Rock hinterher, war doch im wesentlichen Au&szlig;enpolitiker, dem nach der Sache mit den Ostvertr&auml;gen schnell die Luft ausging, er hat aber, immerhin, als Held von Berlin Furore gemacht und nie an der Einheit der deutschen Nation gezweifelt, er &uuml;bernahm sich jedoch mit Reformen, deren Kosten wir noch heute zu zahlen haben, das war eben nicht sein Ding, und er gl&auml;nzte, im Vergleich zum wackeren Schmidt, nur als Sch&ouml;nwetterpolitiker, und der badete gern lau &hellip;<\/p><p>&hellip; so weit so gut; so schlecht wie schief. <\/p><p>Das Buch von Albrecht M&uuml;ller ist &uuml;berf&auml;llig. Und an der Zeit, wie ich hoffe. Was ich mir vor allem w&uuml;nsche: dass es gr&uuml;ndlich und &uuml;berzeugend mit den Mythen und Legenden aufr&auml;umt, die sich um die Person eines Mannes ranken, der sich dagegen nicht mehr zur Wehr setzen konnte.<\/p><p>LG<br>\nShanto Trdic<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gute Willy war mal sehr &acute;en vogue&acute;. Das ist l&auml;ngst vorbei. 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