{"id":19414,"date":"2013-11-27T10:13:56","date_gmt":"2013-11-27T09:13:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19414"},"modified":"2015-10-13T11:36:11","modified_gmt":"2015-10-13T09:36:11","slug":"koalitionsvertrag-viel-gegacker-wenig-eier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19414","title":{"rendered":"Koalitionsvertrag: Viel Gegacker, wenig Eier"},"content":{"rendered":"<p>Weit <a href=\"http:\/\/www.cdu.de\/sites\/default\/files\/media\/dokumente\/131023-organigramm-koalitionsverhandlungen.pdf\">&uuml;ber 70 Politiker [PDF &ndash; 119 KB]<\/a>  haben sich diese Nacht um die Ohren geschlagen um den Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD zu beschlie&szlig;en. Wenn es bei dem Deckel von 16 Milliarden an zus&auml;tzlichen Leistungen bliebe, w&auml;re die Gro&szlig;e Koalition exakt diesen Preis wert und das auch nur wenn die Steuereinnahmen weiter steigen. Wie man beim neuesten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/131127_koalitionsvertrag_stand_2611.pdf\">Stand des Koalitionspapiers [PDF &ndash; 823 KB]<\/a> ablesen kann (gelb unterlegte Passagen) haben sich die Streitthemen auf wenige &ouml;ffentlich hochgespielte Themen, wie etwa Mindestlohn, Mautgeb&uuml;hren, M&uuml;tterrente , abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren, Geringverdienerrente, Regeln f&uuml;r die Leiharbeit, Ausbau der Erneuerbaren Energien oder doppelte Staatsangeh&ouml;rigkeit reduziert.<br>\nWenn heute Morgen die Parteispitzen vor die Mikrofone getreten sein werden, dann sollen damit eher theatralische Effekte bei der Bev&ouml;lkerung hervorgerufen werden, als dass wirkliche &bdquo;Durchbr&uuml;che&ldquo; erzielt wurden. Die in der Nacht behandelten Papiere und die verbliebenen Streitpunkte machen deutlich, dass es in der kommenden Legislaturperiode bestenfalls ein &bdquo;Weiter so&ldquo; geben wird. Der bisherige politische Kurs wird seitenlang im Kleingedruckten fortgeschrieben und bei den hochgespielten Streitthemen hat es windelweiche Kompromisse gegeben. Es ist die Fortsetzung der Gro&szlig;en Koalition von 2005 bis 2009 auf der Basis der danach erfolgten Fortschreibung durch die schwarz-gelbe Koalition. Von <strong>Wolfgang Lieb<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Kein Kurswechsel in der Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik<\/strong><\/p><p>Wenngleich viel gegackert wurde, die Eier wurden ja noch nicht gelegt. Der bis <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/131126_koalitionsvertrag_stand_2411_20_00.pdf\">jetzt vorliegende Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD [PDF &ndash; 1.3 MB]<\/a> soll ja von 177 Seiten noch auf ein Drittel eingedampft werden, aber der zugrundeliegende politische Duktus d&uuml;rfte sich kaum noch ver&auml;ndern. <\/p><p>Schon mit dem <a href=\"http:\/\/www.spd.de\/linkableblob\/96686\/data\/\">Regierungsprogramm der SPD<\/a> war klar, dass die Sozialdemokraten &ndash; zwar mit sozialem Tonfall, aber letztlich unersch&uuml;tterlich &ndash; dem schr&ouml;derschen Agenda Kurs folgen und wirtschafts- und sozialpolitisch keine wirkliche Alternative zur abgew&auml;hlten schwarz-gelben Regierung anbieten. Es ist deshalb auch nicht weiter erstaunlich, dass schon im ersten Kapitel unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Wachstum, Innovation und Wohlstand&ldquo; kein Kurswechsel etwa in der Arbeitsmarktpolitik erkennbar wird. Hei&szlig;t es im SPD-Regierungsprogramm noch, wir werden den &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16840\">entstandenen Missbrauch (!) von Leiharbeit, Minijobs und Niedriglohnsektor korrigieren<\/a>&ldquo;, so hei&szlig;t es in der vorliegenden Fassung des Koalitionsvertrages &bdquo;Wir erhalten die bew&auml;hrte Flexibilit&auml;t auf den Arbeitsm&auml;rkten&ldquo;. (Zeile 26 f.) Es bleibt auch dabei, dass &bdquo;die soziale Sicherung&ldquo; ausschlie&szlig;lich und eindimensional von den &bdquo;demografischen Notwendigkeiten&ldquo; abh&auml;ngig gemacht wird. <\/p><p>(Lesen Sie zum politischen Hebel der Demographie noch einmal Albrecht M&uuml;ller  &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17478#more-17478\">Demographie &ndash; eine ziemlich nutzlose und vielfach missbrauchte Wissenschaft<\/a>&ldquo;. Oder etwa die Begr&uuml;ndung daf&uuml;r, dass die Sicherung der Sozialsysteme vor allem und zuerst eine Frage der gesellschaftlichen Umverteilung, also der Anpassung der Reall&ouml;hne an die Produktivit&auml;tssteigerung, der Bek&auml;mpfung der Arbeitslosigkeit, der Besch&auml;ftigungsquote von Frauen oder ggf. auch der Zuwanderungspolitik ist, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15029\">hier<\/a>. Siehe dazu auch auf den NachDenkSeiten unter der Rubrik Sachfragen das Thema &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=36\">Demographie<\/a>&ldquo;) <\/p><p>Auch in Zukunft wird eine Gro&szlig;e Koalition auf Exportorientierung und auf internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit setzen: &bdquo;Ein zentraler Pfeiler unseres Erfolgs ist die St&auml;rke der deutschen Unternehmen auf den internationalen M&auml;rkten. Ihre internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit entscheidet ma&szlig;geblich &uuml;ber unseren Erfolg und Wohlstand.&ldquo; (Zeile 70ff.) <\/p><p>(Siehe zur Exportorientierung aktuell Jens Berger &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19396\">Sprechen wir doch mal &uuml;ber unsere Export&uuml;bersch&uuml;sse<\/a>&ldquo; und zur Wettbewerbsf&auml;higkeit siehe etwa <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15967\">hier<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17581\">hier<\/a>)<\/p><p>Wer die Gutachten des sog. Sachverst&auml;ndigenrats der letzten Jahre zur Kenntnis genommen hat (wir haben diese auf den NachDenkSeiten regelm&auml;&szlig;ig kommentiert) und immer noch nicht eingesehen hat, dass es sich hier in seiner Mehrheit um ein marktgl&auml;ubiges und auf die Angebots&ouml;konomie fixiertes Beratergremien handelt (Siehe z.B. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19265#h04\">das j&uuml;ngste Votum gegen einen gesetzlichen Mindestlohn und die Kritik des Mitglieds Peter Bofinger<\/a>) kann es nur als Bedrohung empfinden, wenn nun gerade dieses Gremium eine &bdquo;neue wirtschafts- und wachstumspolitische Strategie&ldquo; entwickeln soll  (Zeile 90ff.). <\/p><p>Kommt diese Koalition zustande, so will sie auch das Freihandelsabkommen mit den USA anstreben. (Siehe zur Kritik an  &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2013\/11\/08.mondeText1.artikel,a0003.idx,0\">TAFTA &ndash; die gro&szlig;e Unterwerfung<\/a>&ldquo;)<\/p><p><strong>Ein Vergleich des &bdquo;Regierungsprogramms&ldquo; der SPD mit dem Entwurf des Koalitionsvertrages<\/strong><\/p><p>Es lohnt sich (noch) nicht die gesamte Sammelmappe des Wortgeklingels aus den Verhandlungsgruppen durch zu deklinieren. Ich will an dieser Stelle nur einmal vergleichen, was sich von dem, von der SPD bislang immer als K&ouml;nigsweg f&uuml;r den sozialen Aufstieg und f&uuml;r mehr Gerechtigkeit so hoch gehaltenen Thema Bildung noch im bisher vorliegenden Koalitionsvertrag wiederfindet. <\/p><p>&bdquo;J&auml;hrlich 20 Mrd. Euro mehr f&uuml;r Bildung&ldquo; hat die SPD versprochen. Nach dem Stand der Verhandlungen vom 26. November (also dem neuesten Papier) wird gerade mal das schon vom &bdquo;Bildungsgipfel&ldquo; im Jahre 2008 schon ausgegebenen &bdquo;10-Prozent-Ziel&ldquo; (10 % des Bruttosozialproduktes f&uuml;r Bildung) fortgeschrieben. Das war schon vor 5 Jahren nicht gerade ein ambitioniertes Ziel. Um mit den Spitzenreitern, also etwa D&auml;nemark, Norwegen oder Schweden bei den Bildungsinvestitionen gleichzuziehen w&auml;ren bis zu 80 Milliarden Euro mehr erforderlich &ndash; j&auml;hrlich. Damit bleibt Deutschland bei den Ausgaben f&uuml;r seine Bildungseinrichtungen weiter <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2012\/12\/PD12_438_217.html\">deutlich unter dem OECD-Durchschnitt<\/a>.<\/p><p>&Uuml;brig geblieben ist der &ndash; sogar noch umstrittene &ndash; Satz:  &bdquo;Wir wollen die Investitionen in Bildung, Wissenschaft und Forschung im Zusammenwirken von Bund, L&auml;ndern und Gemeinden verst&auml;rken&ldquo; (Zeile 562). Und selbst das stand noch unter Finanzierungsvorbehalt.<\/p><p>Die SPD wollte das Betreuungsgeld abschaffen und die bis zu 2 Mrd. Euro, die daf&uuml;r mittelfristig j&auml;hrlich anfallen w&uuml;rden, komplett in den Ausbau von Kitas und Tagespflege investieren. Das Betreuungsgeld kommt bisher nur als streitig gestellter Beitrag zur Gegenfinanzierung f&uuml;r eine Beteiligung an den Betriebskosten der Kinderbetreuungsangebote vor (Zeile 1957 ff.). Die CSU h&auml;lt es wohl gar nicht mehr f&uuml;r erforderlich &uuml;berhaupt ein Wort dar&uuml;ber zu verlieren. <\/p><p>Das Ziel schrittweise, jedem, der m&ouml;chte, einen Ganztagsplatz anzubieten &ndash; egal wo und in welcher Schulform &ndash; steht komplett unter dem Finanzierungsvorbehalt (Zeile 794 ff.). <\/p><p>Statt einer Ausweitung des Hochschulpakts, hei&szlig;t es nun, dieser soll nur &bdquo;erhalten&ldquo; bleiben (Zeile 575) bzw. fortgesetzt werden (Zeile 584).<\/p><p>Nat&uuml;rlich soll die &bdquo;Exzellenzinitiative&ldquo; erhalten und sogar noch ausgebaut werden (Zeile 591)  Die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16967\">Hierarchisierung des Hochschulsystems<\/a> mit einigen wenigen Spitzenuniversit&auml;ten mit Ausbildungsangeboten f&uuml;r die Upper Class und der gro&szlig;en Masse von Hochschulen ganz unterschiedlicher Qualit&auml;t f&uuml;r die gro&szlig;e Masse der Studierenden wird also weiter vorangetrieben. <\/p><p>Von einer allgemeinen Zugangsberechtigung zum Master-Studium f&uuml;r Bachelor-Absolventen ist nicht mehr die Rede. &Uuml;brig geblieben ist, dass die &bdquo;Verf&uuml;gbarkeit ausreichender Master-Studienpl&auml;tze im Bereich IT&ldquo; angestrebt werden soll (Zeile 782).<\/p><p>Von einer &bdquo;geb&uuml;hrenfreien Bildung von der Kita bis zur Hochschule&ldquo; ist nirgendwo mehr die Rede.<\/p><p>&bdquo;Chancengleichheit&ldquo;, also die &Uuml;berwindung sozialer Benachteiligungen, die im SPD-Regierungsprogramm einen zentralen Stellenwert einnahm, kommt als Ziel der Bildungspolitik nicht mehr vor. Nur noch im Zusammenhang mit der Gleichstellung von Frauen auf allen Ebenen des Wissenschaftssystems taucht der Begriff &uuml;berhaupt noch auf. <\/p><p>Auch von den &bdquo;zus&auml;tzlichen Stellen in allen Personalkategorien: Professoren, Juniorprofessoren und akademischem Mittelbau&ldquo; ist nichts mehr zu h&ouml;ren. Stattdessen will der Bund auf angemessene Laufzeiten der Anstellungsvertr&auml;ge an Hochschulen &bdquo;achten&ldquo; (Zeile 634). &Uuml;ber 80 Prozent der akademisch ausgebildeten Berufsanf&auml;nger mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung sind derzeit an den <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pm_ta_2013_01_24.pdf\">Hochschulen befristet besch&auml;ftigt [PDF &ndash; 92.2 KB]<\/a>. Dass die k&uuml;nftige Regierung auf angemessenen Laufzeiten &bdquo;achten&ldquo; will, ist nichts mehr als ein gehobener Zeigefinger an die Hochschulen in ihrer Rolle als Arbeitgeber.<\/p><p>Auch eine &bdquo;substanzielle Erh&ouml;hung&ldquo; des BAf&ouml;G ist streitig gestellt. Daf&uuml;r soll jedoch der <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++5454224c-c472-11e2-a9f1-00188b4dc422\">CDU-&bdquo;Ladenh&uuml;ter&ldquo;<\/a> &bdquo;Deutschlandstipendium&ldquo; fortgef&uuml;hrt werden (Zeile 739f.)<\/p><p>Was wurde doch im SPD-Regierungsprogramm der &bdquo;Irrweg&ldquo; des Kooperationsverbots zwischen Bund und L&auml;ndern im Bereich von Bildung und Wissenschaft angeprangert. Selbst die vorige Bundesregierung hat diesen Unsinn erkannt.  Wenn eine Gro&szlig;e Koalition mit einer verfassungs&auml;ndernden Mehrheit &uuml;berhaupt einen Sinn machte, dann w&auml;re es doch der, die Fehler der F&ouml;deralismusreform im Grundgesetz zu korrigieren. <\/p><p>Eine R&uuml;ckkehr zu einem kooperativen F&ouml;deralismus und einer &Auml;nderung des Grundgesetzes ist im neuesten Papier als Ziel aber v&ouml;llig aufgegeben und nicht einmal mehr streitig gestellt. Die &bdquo;Wahrnehmung einer gemeinsamen Verantwortung von Bund und L&auml;ndern f&uuml;r die Zukunftsf&auml;higkeit der Hochschulen&ldquo; wie sie von der SPD gefordert wurde, ist dahingehend eingedampft, dass der Bund die L&auml;nder beim BAf&ouml;G entlasten soll und die L&auml;nder im Gegenzug die dadurch frei werdenden Mittel in die Grundfinanzierung der Hochschulen investieren sollen. Aber noch nicht einmal dies scheint Konsens zu sein. Doch selbst wenn man sich darauf verst&auml;ndigen k&ouml;nnte, w&auml;re es die Druckerschw&auml;rze nicht wert, angesichts der Finanzsituation der L&auml;nder, die sich unter dem Druck der &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; noch verschlimmern wird. <\/p><p><strong>Die derzeitige Bildungsministerin kann gleich im Amt bleiben<\/strong><\/p><p>Jeder der schon einmal Koalitionsverhandlungen miterlebt hat, wei&szlig;, dass die Regierungspartei gegen&uuml;ber einem neuen Partner strategische Vorteile hat. Die CDU\/CSU kann bei den Koalitionsverhandlungen den Regierungsapparat f&uuml;r schriftliche Vorlagen und f&uuml;r Detailregelungen auf den unterschiedlichen Politikfeldern nutzen. Insofern besteht zwischen den Verhandlungspartnern zwischen CDU\/CSU und SPD keine Waffengleichheit. Umso wichtiger w&auml;re es gewesen, dass sich die SPD-Seite auf zentrale Eckpunkte festgelegt h&auml;tte, die aus ihrer Sicht in einem Koalitionsvertrag wenigstens aufscheinen m&uuml;ssten. Doch nicht einmal das ist gelungen. Im Bildungsbereich w&uuml;rde eine Gro&szlig;e Koalition den <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16142\">konservativen Kurs der ehemaligen Bildungsministerin Schavan<\/a>  bestenfalls mit ein paar kosmetischen Korrekturen fortsetzen. Schavans Nachfolgerin, Johanna Wanke &ndash; ihre Schwester im Geiste &ndash;,  kann also gleich im Amt bleiben.<\/p><p><strong>Der Berg krei&szlig;te f&uuml;nf Wochen lang  und hat ein M&auml;uschen geboren<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend ich diese Zeilen schreibe finden vermutlich die Schlussverhandlungen zum Koalitionsvertrag statt. Wie es bei dem Gezerre um die Finanzierung ausgegangen sein wird, werden wir im Laufe des Tages erfahren. Da Steuererh&ouml;hungen von CDU\/CSU kategorisch ausgeschlossen wurden und die SPD schon im Vorfeld den Gedanken der Steuergerechtigkeit fallen gelassen hat, krei&szlig;te der Berg nun schon seit 5 Wochen und wird nicht mehr als ein M&auml;uschen geb&auml;ren. <\/p><p>Die Kosten f&uuml;r die Mammutveranstaltungen mit ungez&auml;hlten Verhandlungspartnern und die Kosten der SPD f&uuml;r den Mitgliederentscheid d&uuml;rften in keinem auch nur irgendwie angemessenen Verh&auml;ltnis zu den letztlich beschlossenen zus&auml;tzlichen staatlichen Investitionen in Bildung, Infrastruktur, Energiewende oder den zus&auml;tzlichen Kosten f&uuml;r die strittige Themen Rente mit 63 f&uuml;r langj&auml;hrig Versicherte, eine Geringverdienerrente, mehr Kindergeld oder eine bessere Absicherung von Erwerbsgeminderten stehen.<\/p><p>Wenn es bei dem Deckel von 16 Milliarden an zus&auml;tzlichen Leistungen bleibt, w&auml;re die Gro&szlig;e Koalition exakt diesen Preis wert. Ein Preis, der sich allerdings nur auf die Hoffnung st&uuml;tzen kann, dass die Steuereinnahmen in den n&auml;chsten Jahren weiter zunehmen werden.<\/p><p>Wie man beim neuesten Stand des Koalitionspapiers ablesen kann (gelb unterlegte Passagen) haben sich die Streitthemen auf wenige &ouml;ffentlich hochgespielte Themen, wie etwa Mindestlohn, Mautgeb&uuml;hren, M&uuml;tterrente , abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren, Geringverdienerrente, Regeln f&uuml;r die Leiharbeit, Ausbau der Erneuerbaren Energien oder doppelte Staatsangeh&ouml;rigkeit reduziert.<\/p><p>Wenn die Verhandlungen bis tief in die Nacht gegangen und wenn die Verhandlungsf&uuml;hrer\/innen ersch&ouml;pft vor die Mikrofone getreten sein werden, so sollen damit eher theatralische Effekte bei der Bev&ouml;lkerung erzielt werden. Wirkliche &bdquo;Durchbr&uuml;che&ldquo;  sind nun wirklich nicht erzielt worden.<\/p><p>Und die SPD wird nat&uuml;rlich im Hinblick auf den Mitgliederentscheid ihre Erfolge sch&ouml;nreden und dabei m&ouml;glichst die sonstigen Verabredungen im Koalitionsvertrag, die mit ihrem einstimmig verabschiedeten Regierungsprogramm vom Sommer kaum noch etwas zu tun haben, m&ouml;glichst unter den Tisch fallen lassen.<\/p><p>CDU und CSU,  die Gewinner dieses Schaulaufens,  werden sich dar&uuml;ber klammheimlich am&uuml;sieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weit <a href=\"http:\/\/www.cdu.de\/sites\/default\/files\/media\/dokumente\/131023-organigramm-koalitionsverhandlungen.pdf\">&uuml;ber 70 Politiker [PDF &ndash; 119 KB]<\/a> haben sich diese Nacht um die Ohren geschlagen um den Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD zu beschlie&szlig;en. Wenn es bei dem Deckel von 16 Milliarden an zus&auml;tzlichen Leistungen bliebe, w&auml;re die Gro&szlig;e Koalition exakt diesen Preis wert und das auch nur wenn die Steuereinnahmen weiter<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19414\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[188,190,157],"tags":[430,380,429,895,1156,1576,317],"class_list":["post-19414","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bundesregierung","category-wahlen","category-wettbewerbsfaehigkeit","tag-bildungsausgaben","tag-export","tag-exzellenzinitiative","tag-freihandel","tag-leiharbeit","tag-maut","tag-mindestlohn"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19414","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19414"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19414\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19416,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19414\/revisions\/19416"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19414"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19414"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19414"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}