{"id":1946,"date":"2006-12-18T08:28:01","date_gmt":"2006-12-18T07:28:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1946"},"modified":"2019-02-15T13:15:22","modified_gmt":"2019-02-15T12:15:22","slug":"christoph-butterwegge-uber-die-ideologische-entsorgung-des-armutsproblems-durch-hans-werner-sinn-paul-nolte-walter-wullenweber-im-stern-helmut-schmidt-kurt-beck-ua","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1946","title":{"rendered":"Christoph Butterwegge \u00fcber die ideologische Entsorgung des Armutsproblems durch Hans-Werner Sinn, Paul Nolte, Walter W\u00fcllenweber im \u201eStern\u201c, Helmut Schmidt, Kurt Beck u.a."},"content":{"rendered":"<p>Bildungs- und Kulturarmut kann die Armut potenzieren und zementieren. Sie ist jedoch nur deren Ausl&ouml;ser, nicht die Ursache materieller Not. Obgleich unersetzlich f&uuml;r das Wohlergehen sozial benachteiligter Kinder und die Entwicklung ihrer Pers&ouml;nlichkeit, taugen Bildung und Kultur deshalb keineswegs als Wunderwaffe im Kampf gegen die (Kinder-)Armut. Wer die Armut mit Erfolg bek&auml;mpfen will, muss die Reichen zur Kasse bitten, und zur Finanzierung sozialstaatlicher Leistungen heranziehen. <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/pswiwo\/fn\/ww2\/sfn\/buildww\/id\/125\/id\/235200\/fm\/0\/SH\/0\/depot\/0\/index.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.wiwo.de\/pswiwo\/fn\/ww2\/sfn\/buildww\/id\/125\/id\/235200\/fm\/0\/SH\/0\/depot\/0\/index.html\">Hans-Werner Sinn<\/a> verzapft einmal mehr neoliberalen Unsinn, wenn er das Geld in einer Gesellschaft, die fast alles zur Ware macht, f&uuml;r nebens&auml;chlich erkl&auml;rt.<br>\n<!--more--><br>\nChristoph Butterwegge<\/p><p><strong>Neoliberaler Unsinn<\/strong><br>\nWie man das Armutsproblem ideologisch entsorgt<\/p><p>Jahrzehntelang blieben &ouml;ffentliche Armutsdebatten, wenn sie die Bundesrepublik und nicht Entwicklungsl&auml;nder der sog. Dritten Welt betrafen, die unser Bild von Not und Elend bis heute ma&szlig;geblich bestimmen, fast immer auf die unmittelbare Vorweihnachtszeit beschr&auml;nkt. Dann widmete man sich vor&uuml;bergehend den sozial Benachteiligten, berichtete in den Medien mitleidheischend &uuml;ber frierende Obdachlose und sammelte Geld oder Geschenke f&uuml;r Alte, Fl&uuml;chtlingskinder und Behinderte, um sie nach den Festtagen gleich wieder f&uuml;r viele Monate weitgehend dem Vergessen preiszugeben.<\/p><p>In diesem Jahr k&ouml;nnte alles ganz anders sein: Als der SPD-Vorsitzende Kurt Beck in einem Interview, das die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 8. Oktober 2006 ver&ouml;ffentlichte, eher beil&auml;ufig den Begriff &bdquo;Unterschichten&ldquo; erw&auml;hnte und sich auf eine Infratest-Studie f&uuml;r die Friedrich-Ebert-Stiftung bezog, in welcher der Terminus &bdquo;abgeh&auml;ngtes Prekariat&ldquo; vorkommt, entdeckte fast die gesamte deutsche (Medien-)&Ouml;ffentlichkeit praktisch &uuml;ber Nacht das Thema &bdquo;Armut&ldquo;. Wohl zum ersten Mal wurden sich weite Kreise der Gesellschaft bewusst, dass sie Armut hervorbringt und dass diese nicht zuletzt durch eine falsche Arbeitsmarktpolitik (Hartz IV) bis in die Mittelschichten hinein vorgedrungen ist.<\/p><p>Dies wiederum aktivierte jedoch ideologisch motivierte Abwehrreflexe: Da wurde entweder der einzelne Betroffene f&uuml;r seine Misere verantwortlich gemacht oder der Sozialstaat zum S&uuml;ndenbock erkl&auml;rt. Beispielsweise warf Kurt Beck den Unterschichten in dem besagten Interview mangelnden Aufstiegswillen vor. Da verlangt ein Spitzenpolitiker von den Armen, dass sie sich nach der M&uuml;nchhausen-Methode &bdquo;am eigenen Schopf&ldquo; aus ihrer misslichen Lebenslage befreien, und ignoriert, dass dies nur das Werk eines funktionierenden Wohlfahrtsstaates sein kann und sinnvoller Angebote der Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Sozialpolitik bedarf, die es seit den Hartz-Gesetzen immer weniger gibt. Sp&auml;ter riet Beck einem jungen Alg-II-Bezieher, sich zu waschen und zu rasieren. Dann werde er auch einen Job finden, meinte der rheinland-pf&auml;lzische Ministerpr&auml;sident und Barttr&auml;ger in einer Mischung aus gespielter Naivit&auml;t und moralischer Rigorosit&auml;t.<\/p><p>Fast zeitgleich mit Becks Interview ver&ouml;ffentlichte die gewerkschaftsnahe Hans-B&ouml;ckler-Stiftung eine Studie, wonach der deutsche Sozialstaat mit das meiste Geld ausgibt, aber hiermit die geringste Wirkung erzielt. Journalisten, die nach radikaleren und &bdquo;schmerzhafteren&ldquo; Reformen rufen, st&uuml;tzten sich nat&uuml;rlich auf diese Expertise und schoben dem Sozialstaat den Schwarzen Peter zu: &bdquo;Wir leisten uns einen der teuersten Sozialstaaten der Welt. Das k&ouml;nnte man ertragen. Aber es ist gleichzeitig der erfolgloseste Sozialstaat.&ldquo; (Walter W&uuml;llenweber, in: stern v. 19.10.2006)<\/p><p>Armut f&uuml;hrt regelm&auml;&szlig;ig zur Entsolidarisierung, und vor allem in j&uuml;ngster Zeit werden die davon Betroffenen geradezu verh&ouml;hnt. Prominente und &bdquo;Experten&ldquo;, die f&uuml;r einen Vortrag mehr Geld erhalten als Langzeitarbeitslose nach Hartz IV in einem ganzen Jahr, scheuen sich nicht, deren missliche Situation durch unsinnige Vergleiche sch&ouml;nzureden. Da forderte der fr&uuml;here Bundeskanzler Helmut Schmidt, w&auml;hrend dessen Amtszeit der Um- bzw. Abbau des Sozialstaates begann, am 10. Dezember 2006  im Berliner Tagesspiegel am Sonntag, das Jammern &uuml;ber Armut in Deutschland m&uuml;sse endlich aufh&ouml;ren. Wer heute von Alg II (345 EUR plus Unterkunfts- und Heizkosten, wenn die Wohnung &bdquo;angemessen&ldquo; ist) lebe, habe meist einen h&ouml;heren Lebensstandard als in seiner Jugend ein Facharbeiter mit Frau und Kindern. Als ein Beispiel f&uuml;r die Dramatisierung des Problems nannte Schmidt eine 18-j&auml;hrige Alleinerziehende, der die &bdquo;Sozialf&uuml;rsorge&ldquo; eine Wohnung und ein Fernsehger&auml;t finanziere: &bdquo;Dieses M&auml;dchen gilt als arm und abgeh&auml;ngt, doch in Wirklichkeit geht es ihr unendlich viel besser, als es uns in ihrem Alter gegangen ist.&ldquo; Noch fr&uuml;her lebten die Menschen auf B&auml;umen und ern&auml;hrten sich von Bucheckern, was Schmidt vermutlich ebenfalls als Wohlstandsma&szlig;stab gelten lassen w&uuml;rde. Aber die Menschen vergleichen ihre Lebenslage aus naheliegenden Gr&uuml;nden nicht mit jener in der Kindheit des Altbundeskanzlers, sondern mit der ihrer Nachbarn, Freunde und Bekannten.<\/p><p>Nach demselben Muster wie Schmidt verf&auml;hrt der &Ouml;konom Hans-Werner Sinn. In seiner Kolumne &bdquo;Geld f&uuml;rs Nichtstun&ldquo; (WirtschaftsWoche v. 18.12.2006) sch&uuml;rt der Pr&auml;sident des M&uuml;nchener ifo Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung den Sozialneid nach unten, wenn er moniert, dass die EU-Kommission kein absolutes, sondern ein relatives Armutsma&szlig; benutzt, und sich dar&uuml;ber mokiert, dass Menschen hierzulande als von Armut bedroht gelten, die weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens erreichen: &bdquo;Wer in einer Steuerenklave, in der der Durchschnittsb&uuml;rger eine Million Euro verdient, nur &uuml;ber ein Jahreseinkommen von 590.000 Euro verf&uuml;gt, ist nach dieser Definition arm.&ldquo;<\/p><p>In den vergangenen Jahrzehnten hat Deutschland laut Sinn &bdquo;au&szlig;erordentlich viel&ldquo; gegen die Armut getan: &bdquo;Die Geldleistungen des Sozialstaates an die &Auml;rmsten der Armen sind (&hellip;) viel schneller als die Durchschnittsl&ouml;hne gestiegen, und offenkundig hat die relative Armut abgenommen.&ldquo; Sinn st&ouml;rt, dass Hartz-IV-Empf&auml;nger durchg&auml;ngig als arm betrachtet werden, weil er ihr Alg II drastisch senken m&ouml;chte, um die &bdquo;Arbeitsanreize&ldquo; zu erh&ouml;hen. Er vergleicht sie mit den italienischen und spanischen Arbeitnehmern, die fast alle arm seien, wenn man die deutschen Ma&szlig;st&auml;be anlege.<\/p><p>Erst recht gilt das f&uuml;r Besch&auml;ftigte in der sog. Dritten Welt. Armut in Kiel, Kassel oder K&ouml;ln unterscheidet sich zweifellos stark von Armut in Kalkutta. Hierzulande handelt es sich vornehmlich um relative Armut, die sich auf einem hohen Wohlstandsniveau verfestigende Ungleichgewichte der Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung widerspiegelt, w&auml;hrend in vielen Entwicklungsl&auml;ndern absolute (oder extreme) Armut dominiert. Armut in einem reichen Land kann jedoch deprimierender, bedr&uuml;ckender und bedr&auml;ngender sein als jene in einem armen Land, weil vor allem die stark betroffenen Kinder und Jugendlichen in westlichen Konsumgesellschaften einem viel st&auml;rkeren Druck seitens der Werbeindustrie wie auch ihrer eigenen Spielkamerad(inn)en und Mitsch&uuml;ler\/innen ausgesetzt sind, teure &bdquo;Markenklamotten&ldquo; zu tragen oder mit dem tollsten Handy zu telefonieren. Empathie und Solidarit&auml;t erfahren die von Armut oder Unterversorgung betroffenen Menschen hingegen in einem geringeren Ma&szlig;e, als dies dort der Fall ist, wo kaum jemand ein gro&szlig;es (Geld-)Verm&ouml;gen besitzt.<\/p><p>Armut ist nat&uuml;rlich mehr, als wenig Geld zu haben. Denn sie f&uuml;hrt zu vielf&auml;ltigen Benachteiligungen, Belastungen oder Beeintr&auml;chtigungen, etwa im Gesundheits-, Wohn-, (Aus-)Bildungs-, Kultur- und Freizeitbereich. Dies verleitet manche Beobachter dazu, Armut zu subjektivieren und sie auf die Bildungsferne bzw. Kulturdefizite davon Betroffener zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. So behauptete der Historiker Paul Nolte schon in einem am 17. Dezember 2003 erschienenen Zeit-Artikel unter dem makabren Titel &bdquo;Das gro&szlig;e Fressen&ldquo;, das Hauptproblem der Unterschicht sei gar nicht die Armut, sondern der massenhafte Konsum von Fast Food und TV. Als sei das &bdquo;Unterschichten-Fernsehen&ldquo;, dessen &uuml;berm&auml;&szlig;iger Konsum sie angeblich davon abh&auml;lt, ihren sozialen Aufstieg zu organisieren, nicht blo&szlig; die moderne Wiederkehr von &bdquo;Brot und Spielen&ldquo;, mit denen man sozial Benachteiligte in der Antike ruhigstellte!<\/p><p>Hans-Werner Sinn verzapft einmal mehr neoliberalen Unsinn, wenn er das Geld in einer Gesellschaft, die fast alles zur Ware macht, f&uuml;r nebens&auml;chlich erkl&auml;rt und behauptet, finanzielle Armut sei nicht das deutsche Problem: &bdquo;Die Armut, die uns im t&auml;glichen Leben begegnet, hat &uuml;berhaupt nur wenig mit fehlendem Geld zu tun. Der wahre Grund f&uuml;r die Probleme der deutschen Unterschicht ist statt beim Geld bei den fehlenden Arbeitspl&auml;tzen und der damit verbundenen sozialen Ausgrenzung zu suchen.&ldquo; Der Sozialstaat sei nicht zu knauserig gewesen, sondern habe &bdquo;zu viel Geld f&uuml;r Nichtstun ausgegeben&ldquo; und damit zur Vernichtung von Arbeitspl&auml;tzen beigetragen. Hiergegen empfiehlt Sinn den Kombilohn und die &bdquo;aktivierende Sozialhilfe&ldquo; als Rezept, das im Grunde genauso schlimm ist wie die Krankheit.<\/p><p>In dasselbe Horn stie&szlig; stern-Redakteur Walter W&uuml;llenweber in seinem &bdquo;Spiel nicht mit den Schmuddelkindern!&ldquo; &uuml;berschriebenen Essay (Heft 43\/2006), als er Forderungen nach einer Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums durch h&ouml;here Transferleistungen an die Armen widersprach: &bdquo;Mit mehr Sozialknete kann man die Benachteiligung nicht wirksam bek&auml;mpfen. Bek&auml;me jede arme Familie 200 oder 300 Euro mehr St&uuml;tze im Monat, w&uuml;rden sich dadurch ihre Aussichten auf einen Job, auf ein selbstbestimmtes Leben, auf bessere Aufstiegschancen ihrer Kinder keinen Millimeter verbessern. Die Erfahrung zeigt: Das w&uuml;rde nur den Umsatz bei McDonald&rsquo;s erh&ouml;hen.&ldquo;<\/p><p>Die ideologische Entsorgung des Armutsproblems, das vielfach auf &bdquo;Bildungsarmut&ldquo; reduziert wird, erfolgt im b&uuml;rgerlichen Feuilleton gew&ouml;hnlich mittels seiner P&auml;dagogisierung. Bildungs- und Kulturarmut begr&uuml;nden jedoch entgegen solcher Halbwahrheiten, wie sie Nolte und W&uuml;llenweber verk&uuml;nden, keine Armutskultur, sondern sind prim&auml;r Folge materieller Entbehrungen. Vor einer Kulturalisierung der Problematik, die im &ouml;ffentlichen bzw. Mediendiskurs &uuml;ber eine &bdquo;neue Unterschicht&ldquo; und deren &bdquo;Armutskultur&ldquo; angelegt ist, sei hier noch einmal ausdr&uuml;cklich gewarnt. Zwar werden die Armen h&auml;ufig dumm (gemacht), die Klugen aber deshalb nicht zwangsl&auml;ufig reich. Fehlende oder mangelhafte (Schul-)Bildung kann die Armut potenzieren und zementieren. Sie ist jedoch nur deren Ausl&ouml;ser, nicht die Ursache materieller Not. Obgleich unersetzlich f&uuml;r das Wohlergehen sozial benachteiligter Kinder und die Entwicklung ihrer Pers&ouml;nlichkeit, taugen Bildung und Kultur deshalb keineswegs als Wunderwaffe im Kampf gegen die (Kinder-)Armut, zumal sie zusehends privatisiert und damit zu einer Ware werden, die sich Arme gar nicht leisten k&ouml;nnen. So wichtig mehr Bildungs- und Kulturangebote f&uuml;r betroffene Kinder sind, so wenig k&ouml;nnen sie allein das Problem l&ouml;sen.<\/p><p>Was zum individuellen Aufstieg taugen mag, versagt als gesellschaftliches Patentrezept: Wenn alle Kinder mehr Bildung bek&auml;men, w&uuml;rden sie wom&ouml;glich um die wenigen Ausbildungs- bzw. Arbeitspl&auml;tze nur auf einem h&ouml;heren Niveau, aber nicht mit besseren Chancen konkurrieren. Folglich g&auml;be es am Ende mehr Taxifahrer mit Abitur und abgeschlossenem Hochschulstudium, aber kaum weniger Armut. Eine bessere (Aus-)Bildung erh&ouml;ht die Konkurrenzf&auml;higkeit eines Heranwachsenden auf dem Arbeitsmarkt, ohne jedoch die Erwerbslosigkeit und die (Kinder-)Armut als gesellschaftliche Ph&auml;nomene zu beseitigen. Hierzu bedarf es nach wie der Umverteilung von Arbeit, Einkommen und Verm&ouml;gen, was die Wohlhabenden, Reichen und Superreichen, denen die meisten Massenmedien geh&ouml;ren, aus naheliegenden Gr&uuml;nden nicht gern h&ouml;ren.<\/p><p>Nur wenn eine grundlegende Kurskorrektur erfolgt, vermag die Regierungspolitik den Trend zur Exklusion eines wachsenden Bev&ouml;lkerungsteils umzukehren. Wer die Armut mit Erfolg bek&auml;mpfen will, muss die Reichen zur Kasse bitten, anders gesagt: eine Politik machen, welche daf&uuml;r sorgt, dass jene nicht durch st&auml;ndige Senkungen des Spitzensteuersatzes bei der Einkommensteuer wie des Steuersatzes f&uuml;r Kapitalgesellschaften (K&ouml;rperschaftsteuer) weiter entlastet, sondern durch die Wiedererhebung der Verm&ouml;gensteuer und Anhebung der Steuers&auml;tze ihrer &ouml;konomischen Leistungsf&auml;higkeit gem&auml;&szlig; zur Finanzierung sozialstaatlicher Aufgaben herangezogen werden.<\/p><p><em>Prof. Dr. Christoph Butterwegge leitet die Abteilung f&uuml;r Politikwissenschaft an der Universit&auml;t zu K&ouml;ln. Die letzten B&uuml;cher des Verfassers: &bdquo;Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland&ldquo;, Wiesbaden 2005; &bdquo;Krise und Zukunft des Sozialstaates, 3. Aufl. Wiesbaden 2006; &bdquo;Massenmedien, Migration und Integration&ldquo;, 2. Aufl. Wiesbaden 2006; &bdquo;Zuwanderung im Zeichen der Globalisierung&ldquo;, 3. Aufl. Wiesbaden 2006 (alle erschienen im VS &ndash; Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildungs- und Kulturarmut kann die Armut potenzieren und zementieren. Sie ist jedoch nur deren Ausl&ouml;ser, nicht die Ursache materieller Not. Obgleich unersetzlich f&uuml;r das Wohlergehen sozial benachteiligter Kinder und die Entwicklung ihrer Pers&ouml;nlichkeit, taugen Bildung und Kultur deshalb keineswegs als Wunderwaffe im Kampf gegen die (Kinder-)Armut. 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