{"id":19623,"date":"2013-12-11T09:02:02","date_gmt":"2013-12-11T08:02:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623"},"modified":"2013-12-11T10:32:18","modified_gmt":"2013-12-11T09:32:18","slug":"hinweise-des-tages-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h01\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h02\">Renteninformation zu optimistisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h03\">Wirtschafts-Nobelpreistr&auml;ger Eugene Fama &ndash; Der Markt ist rational, das glaube ich immer noch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h04\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h05\">Euro-Krise: &ldquo;Zur&uuml;ck auf den Boden des Rechts&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h06\">Studie: Ausbeutung als Gesch&auml;ftsmodell<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h07\">Bundesarbeitsgericht begrenzt Leiharbeit nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h08\">Tarifstreit bei Pin-AG: Wer nicht streikt, kriegt 500 Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h09\">Studie zum Schuldenstand: Viele deutsche St&auml;dte l&auml;ngst bankrott<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h10\">Unrealized, Unforeseen Environmental Results Of NAFTA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h11\">Landwirtschaft in Ostdeutschland: Amerikanische Verh&auml;ltnisse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h12\">Bestechung von Abgeordneten: Einfach nur noch peinlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h13\">Suche nach NSU-Terroristen: LKA-Fahndung gezielt verhindert?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h14\">Fl&uuml;chtlinge auf Lampedusa: Vergebliche Hilferufe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623#h15\">Jomo Kwame Sundaram &ndash; Den Hunger beenden<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten,<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19623&amp;email=1\"> dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Acht Zeilen Heuchelei von Sigmar Gabriel<\/strong><br>\nDer SPD-Vorsitzende macht sich mit dem Appell der 560 Schriftsteller gegen die Massen&uuml;berwachung unserer Kommunikation gemein. Dazu nur ein Wort: Vorratsdatenspeicherung!<br>\nHut ab, Sigmar Gabriel! Der SPD-Vorsitzende hat wieder Emotionen in die &Uuml;berwachungsdebatte in Deutschland gebracht, die Menschen aufger&uuml;ttelt und bewegt. Und das mit acht d&uuml;nnen S&auml;tzen.<br>\nAuf seiner Facebook-Seite lobt und vereinnahmt Gabriel den Appell von 560 Schriftstellern aus aller Welt gegen die verdachtsunabh&auml;ngige Massen&uuml;berwachung durch Geheimdienste. Er bezeichnet den Aufruf als &ldquo;wunderbare und beeindruckende Aktion&rdquo; und &ldquo;tolles Zeichen&rdquo;. Er selbst werde &ldquo;die deutschen Unterzeichnerinnen und Unterzeichner Anfang des Jahres zu einem Gespr&auml;ch einladen&rdquo;.<br>\nEtwas Schlimmeres h&auml;tte Gabriel kaum tun k&ouml;nnen, in mehrerlei Hinsicht. Denn erstens haben Hunderte Facebook-Nutzer dem SPD-Vorsitzenden umgehend klargemacht, wie scheinheilig seine Aussagen sind. Sie brauchten daf&uuml;r eigentlich nur ein Wort: Vorratsdatenspeicherung.<br>\nDie f&uuml;hrt genau das ein, was die 560 Schriftsteller in ihrem Aufruf und alle rund 18.000 Unterzeichner der dazugeh&ouml;rigen Petition anprangern: &ldquo;Massenhafte &Uuml;berwachung behandelt jeden einzelnen B&uuml;rger als Verd&auml;chtigen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2013-12\/sigmar-gabriel-facebook-schriftsteller-appell\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><strong>Ein Whos who gegen Aussp&auml;hung<\/strong><br>\nMit einem weltweiten Aufruf fordern Intellektuelle die Politik und Konzerne auf, private Daten zu respektieren. Die Initiatoren wollen damit eine zivile Massenbewegung ansto&szlig;en und die Wirkung eines &ldquo;digitalen Fukushima&rdquo; erzielen. Am Dienstag pr&auml;sentierten die beiden Autoren mit Kollegen unter anderem aus Gro&szlig;britannien, &Ouml;sterreich und D&auml;nemark das Resultat: Mehr als 560 Schriftsteller aus 81 L&auml;ndern haben sich bereits dem Appell angeschlossen. Die Liste der Unterzeichner liest sich wie ein Who&rsquo;s who: Orhan Pamuk, J. M. Coetzee, Don DeLillo, Henning Mankell, T. C. Boyle &ndash; um nur einige Namen zu nennen. F&uuml;nf Literaturnobelpreistr&auml;ger unterst&uuml;tzen den Aufruf, 30 gro&szlig;e Zeitungen in aller Welt druckten ihn ab, darunter die FAZ und der britische Guardian, aber auch der pakistanische Dawn oder El Tiempo in Kolumbien. &ldquo;Ein Mensch unter Beobachtung ist niemals frei; und eine Gesellschaft unter st&auml;ndiger Beobachtung ist keine Demokratie mehr&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Appell. Die Unterzeichner fordern, dass &ldquo;jeder B&uuml;rger das Recht haben muss mitzuentscheiden, welche seiner pers&ouml;nlichen Daten gespeichert, gesammelt und verarbeitet werden und von wem&rdquo; &ndash; schlie&szlig;lich h&auml;tten alle Menschen &ldquo;das Recht, in ihren Gedanken und Privatr&auml;umen, in ihren Briefen und Gespr&auml;chen frei und unbeobachtet zu bleiben&rdquo;. Die Intellektuellen appellieren an alle Staaten und Konzerne, das Recht auf Privatsph&auml;re auch im digitalen Zeitalter zu respektieren. Ausgerechnet die gro&szlig;en US-Bl&auml;tter New York Times und Washington Post lehnten es ab, den Appell zu ver&ouml;ffentlichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2013%2F12%2F11%2Fa0094&amp;cHash=1246927a9dfbd4cabd9391350d48f94f\">taz<\/a>\n<\/li><li><strong>dazu: Das ist die Front, an der ich jetzt k&auml;mpfe<\/strong><br>\nEva Menasse, Mitinitiatorin des Aufrufs, &uuml;ber die Peinlichkeit des politischen Autors.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2013%2F12%2F11%2Fa0096&amp;cHash=3bab4294079d171ac518b9270a163083\">taz<\/a><\/li>\n<p><strong>Aber selber sammeln<\/strong><br>\nDrei Nachrichten aus dem Jahr eins nach Snowden: In der neuesten Version des Google-Betriebssystems Android lauscht das Smartphone mittels App mit, um Sprachbefehle zu empfangen. Die Spielkonsole Xbox von Microsoft registriert unter anderem jede Bewegung und die Mimik von anwesenden Personen und &uuml;berwacht so das Wohnzimmer. Die gro&szlig;en Internetkonzerne &ndash; von Google &uuml;ber Microsoft bis Facebook &ndash; starten eine Kampagne gegen die Spionageprogramme von Geheimdiensten. Verlogen? Genau. Dass die Konzerne Grenzen f&uuml;r die Datensammelei fordern, klingt nach einem schlechten Witz. Sie selbst sammeln schlie&szlig;lich grenzenlos. Die Telefonnummer zum Anlegen eines E-Mail-Accounts, Profile &uuml;ber Interessen und Vorlieben, Informationen zu Freundschaften, Familienbeziehungen, Liebschaften. Dass die gesammelten Informationen irgendwann gel&ouml;scht werden &ndash; unwahrscheinlich. Warum auch, sie lassen sich zu Geld machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2013%2F12%2F10%2Fa0091&amp;cHash=fe98d3f84d0aef0d6d6e66b55e579032\">taz<\/a><\/p><\/ol><\/li>\n<\/ol><li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Renteninformation zu optimistisch<\/strong><br>\nExperten bezeichnen Prognosen der Deutschen Rentenversicherung als &bdquo;irref&uuml;hrend&ldquo; \/ Plusminus am 11. Dezember 2013 um 21.45 Uhr im Ersten<br>\nDen deutschen Rentenversicherten werden in den offiziellen Renteninformationen zu hohe Renten in Aussicht gestellt. Das ist das Ergebnis von Recherchen des ARD-Wirtschaftsmagazins &bdquo;Plusminus&ldquo; (SWR). Tats&auml;chlich haben viele Arbeitnehmer real gut ein Viertel weniger zu erwarten als vorausgesagt. Auch viele Durchschnittsverdiener erhalten beim Renteneintritt aus heutiger Sicht nicht viel mehr als die Grundsicherung. Von &bdquo;Plusminus&ldquo; befragte Experten kritisieren die Prognosen der Deutschen Rentenversicherung als irref&uuml;hrend.<br>\n35 Millionen Bundesb&uuml;rger zahlen derzeit Beitr&auml;ge in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Einmal j&auml;hrlich wird allen 31 Millionen Versicherten &uuml;ber 27 Jahren mit mindestens f&uuml;nf Berufsjahren in einem Schreiben mitgeteilt, mit welcher Rente sie im Alter rechnen k&ouml;nnen. Doch die sogenannte Renteninformation vermittelt eine gef&auml;hrliche Rentenillusion. Nach Berechnungen von &bdquo;Plusminus&ldquo; f&auml;llt die tats&auml;chliche Netto-Rente deutlich niedriger aus, als offiziell in Aussicht gestellt wird. Wer j&uuml;nger ist als 55 Jahre, muss mit Abz&uuml;gen von zum Teil mehr als 25 Prozent rechnen. Drei Faktoren schlagen dabei zu Buche: Erstens gehen von der Brutto-Rente zur Zeit schon mehr als 10 Prozent Kranken- und Pflegeversicherungs-Beitr&auml;ge ab. Tendenz steigend. Zweitens muss bis 2040 ein immer gr&ouml;&szlig;erer Teil der Rente versteuert werden. Macht je nach Rentenh&ouml;he ein Minus von bis zu 15 Prozent. Drittens wird das sinkende Rentenniveau die k&uuml;nftige Rente real um weitere 12 bis 18 Prozent reduzieren. Ber&uuml;cksichtigt man alle Abz&uuml;ge, landet selbst ein Durchschnittsverdiener, der 45 Jahre sechsstellige Betr&auml;ge in die Rentenkasse eingezahlt hat, im Alter an der Armutsgrenze. Von 1.300 Euro, die die Renteninformation beispielsweise einem Durchschnittsverdiener in Aussicht stellt, bleiben real gerade einmal 950 Euro &uuml;brig.<br>\nNamhafte Experten kritisieren die offizielle Renteninformation deshalb als irref&uuml;hrend. &bdquo;Man kann aus ihr gar nicht herauslesen, wie dramatisch es wirklich um die eigene Rente bestellt ist&ldquo;, so der Versicherungsmathematiker Peter Schramm. Zu Steuern und Abgaben gibt es nur allgemeine Hinweise, aber keine konkrete Beispiel-Rechnung, wie hoch die Abz&uuml;ge tats&auml;chlich ausfallen. Das sinkende Rentenniveau tauche in der Renteninformation gar nicht auf. Stattdessen werde ausgemalt, wie viel herauskomme, wenn die Renten in Zukunft j&auml;hrlich um ein bzw. zwei Prozent steigen sollten.<br>\nNur auf der R&uuml;ckseite der Renteninformation wird auf den m&ouml;glichen Kaufkraftverlust hingewiesen. Nicht erw&auml;hnt wird aber, dass die Renten planm&auml;&szlig;ig hinter den L&ouml;hnen zur&uuml;ckbleiben und deshalb an Wert verlieren werden. Dieser sogenannte &bdquo;Nachhaltigkeitsfaktor&ldquo; ist vom Gesetzgeber bereits beschlossen worden, um die Alterung der Gesellschaft und damit zunehmende Zahl der Rentenempf&auml;nger zu ber&uuml;cksichtigen. F&uuml;r Professor Stefan Sell von der Fachhochschule Remagen stellen die Erkenntnisse der &bdquo;Plusminus&ldquo;-Recherche sogar das deutsche Rentensystem grunds&auml;tzlich in Frage: &bdquo;Wenn das den Leuten transparent gemacht werden w&uuml;rde, dann w&uuml;rde nat&uuml;rlich der gesamte Legitimationsunterbau der Rente in sich zusammenbrechen. Die Leute w&uuml;rden sich zu Recht fragen, warum soll ich in so ein System einzahlen, teilweise erhebliche Beitr&auml;ge von meinem Einkommen, wenn ich eh nur eine Leistung bekomme, die der Grundsicherung entspricht.&ldquo;<br>\nZu sehen ist der Beitrag in der Sendung &bdquo;Plusminus&ldquo; (SWR) am Mittwoch,11. Dezember 2013, um 21.45 Uhr im Ersten. Moderator der Sendung ist Clemens Bratzler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/unternehmen\/presse\/pressemitteilungen\/eins-plus\/-\/id=11165302\/nid=11165302\/did=12527820\/1sflndj\/index.html\">SWR<\/a><\/li><li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Wirtschafts-Nobelpreistr&auml;ger Eugene Fama &ndash; Der Markt ist rational, das glaube ich immer noch<\/strong><br>\nFAZ: Es gibt keine irrationalen Preis&uuml;bertreibungen?<br>\nFama: Korrekt. Ich glaube nicht an Blasen. Hier sind die Fakten zum Thema Blasen: Blasen beinhalten, dass Preise hochgehen und dass man vorhersehen kann, wann sie wieder heruntergehen. Aber Leute haben versucht zu prognostizieren, wann die Preise wieder heruntergehen. Und es gibt keinen Beweis, dass sie es k&ouml;nnen. Sie alle k&ouml;nnen also &uuml;ber Blasen reden, aber es gibt keinen Beweis, dass sie existieren. Deshalb mag ich das Wort Blase nicht.<br>\nFAZ: Wenn es keine Blasen gibt und keine irrationalen &Uuml;bertreibungen: Wieso steigen und fallen Preise dann manchmal so extrem?<br>\nFama: Es geht um Angebot und Nachfrage. Sie bestimmen, wo die Preise sich hinbewegen. Die Finanzkrise beispielsweise wurde ausgel&ouml;st durch eine riesige Rezession. Deshalb haben die Leute ihre H&auml;user nicht mehr abbezahlt, deshalb sind die Banken in die Krise gekommen. Keiner hat diese Rezession vorhergesehen.<br>\nFAZ: Ich dachte, es sei andersherum: Die Rezession wurde durch die vielen faulen Kredite ausgel&ouml;st?<br>\nWieso sollten die Menschen aufh&ouml;ren, ihre H&auml;user abzubezahlen, wenn es ihnen doch gutgeht? Das ist unlogisch. Die Leute erz&auml;hlen gerne Geschichten, aber man sollte ihnen nicht alles glauben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschafts-nobelpreistraeger-eugene-fama-der-markt-ist-rational-das-glaube-ich-immer-noch-12699959.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Was Fama hier von sich gibt ist ziemlich bizarr und gibt tiefe Einblicke in die Realit&auml;tsblindheit der Neoliberalen. Ein Beleg, dass die Vergabe des sogenannten Nobelpreises f&uuml;r Wirtschaft eine rein ideologische Veranstaltung ist. Nur zur Erinnerung: Dieser sogenannte Wirtschaftsnobelpreis hat mit den von Alfred Nobel gestifteten Preis  nichts zu tun, sondern wird seit  1969 von der schwedische Reichsbank finanziert.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Stephan Schulmeister &ndash; &ldquo;Es gibt viele Arten zu t&ouml;ten.&rdquo;<\/strong><br>\nDie ideologischen Hauptfeinde des Europ&auml;ischen Sozialmodells &ndash; die &ldquo;Chicago boys&rdquo; von Friedman bis Fama &ndash; haben seit den 1950er Jahren &ldquo;bewiesen&rdquo;: Destabilisierende Spekulation kann es nicht geben, daher sind die Finanzm&auml;rkte zu ent-fesseln. Wirtschaftpolitik st&ouml;rt die Marktprozesse, sie ist daher an Regeln zu binden. Arbeitslosigkeit ist &ldquo;nat&uuml;rlich&rdquo;, wenn L&ouml;hne und Arbeitslosengeld nicht sinken k&ouml;nnen. Daher ist eine (Voll)Besch&auml;ftigungspolitik besonders sch&auml;dlich&hellip;Fazit: Die EU setzt in allen wesentlichen Politikbereichen jene Konzepte um, die zur Zerst&ouml;rung des Europ&auml;ischen Sozialmodells entwickelt wurden. Zur Rolle der Wirtschaftswissenschafter meint Brecht: &ldquo;Es gibt viele Arten zu t&ouml;ten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg f&uuml;hren usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2013\/12\/es-gibt-viele-arten-zu-toten-von-stephan-schulmeister\/\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/p><\/li><li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Griechisches Parlament billigt Sparhaushalt f&uuml;r 2014<\/strong><br>\nNach f&uuml;nft&auml;giger kontroverser Debatte hat das griechische Parlament den Sparhaushalt f&uuml;r das kommende Jahr gebilligt. Die Vorlage wurde in der Hauptstadt Athen mit 153 Stimmen angenommen, wie die Parlamentspr&auml;sidentschaft mitteilte. Kurz vor der Abstimmung fror die Gl&auml;ubigertroika aus Europ&auml;ischer Union, Europ&auml;ischer Zentralbank und Internationalem W&auml;hrungsfonds die Auszahlung einer Hilfstranche in H&ouml;he von einer Milliarde Euro ein.<br>\nDas verabschiedete Budget sieht zus&auml;tzliche 2,1 Milliarden Euro durch Steuereinnahmen vor. Zudem sollen die Ausgaben durch Einschnitte im Gesundheitswesen und bei den Sozialversicherungen um 3,1 Milliarden Euro gesenkt werden. Die Regierung rechnet damit, dass Griechenland im kommenden Jahr wieder ein leichtes Wirtschaftswachstum erzielen k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.afp.com\/de\/node\/1187945\">AFP<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.H.:<\/strong> Es reicht nicht, wenn ein Land am Boden liegt, man muss auch noch auf ihm herum treten!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Drei Millionen Griechen ohne Krankenversicherung<\/strong><br>\nIm Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Problemen in Griechenland ist die Zahl der Nicht-Krankenversicherten auf rund drei Millionen &ndash; bei 10,8 Millionen B&uuml;rgern &ndash; angestiegen. Darauf hat die Organisation &ldquo;&Auml;rzte der Welt&rdquo; am Montag aufmerksam gemacht. 27,2 Prozent der griechischen Bev&ouml;lkerung seien nicht mehr in der Lage, die Beitr&auml;ge zur Sozialversicherung zu entrichten. Das Herausfallen aus der Sozialversicherung hat der Organisation zufolge gravierende Konsequenzen f&uuml;r Schwangere und Kinder. Der Anteil der Totgeburten sei zwischen 2008 und 2011 um ein F&uuml;nftel gestiegen. Viele kleine Kinder w&uuml;rden nicht mehr geimpft. Die &Auml;rzte der Welt gaben die Kosten f&uuml;r Impfungen in den ersten sechs Lebensjahren mit 1900 bis 2500 Euro an. Von gut 10.600 Kindern, die von der Organisation in den vergangenen neun Monaten betreut wurden, mussten 6580 nachgeimpft werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/panorama\/welt\/1502504\/Drei-Millionen-Griechen-ohne-Krankenversicherung-?_vl_backlink=\/home\/panorama\/index.do\">Die Presse<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So sieht es also aus, wenn Griechenland einen Prim&auml;r&uuml;berschuss erzielt, d.h. der Staatshaushalt ist im Plus, allerdings nur durch die Nichteinbeziehung von Zins- und Tilgungskosten bestehender Schulden. Griechenland kann also die eigentlichen Staatsaufgaben wahrnehmen, ohne auf Kapitalzufl&uuml;sse aus dem Rest der Welt angewiesen zu sein. Das w&auml;re theoretisch eine Chance, Europa, den IWF zu dr&auml;ngen eine Verlangsamung des &ldquo;Reformprozesses&rdquo; hinzunehmen. Allerdings ben&ouml;tigt Griechenland nicht nur EU-Hilfe beim Schuldendienst, sondern zum &ldquo;Wiederaufbau&rdquo; des Landes. Allerdings besteht wenig Hoffnung, dass die Nordeurop&auml;er, allen voran Deutschland (inklusive SPD) ihre Rezeptur hinterfragen, mit brutalem Sparen aus der Rezession herauszukommen. Es wird also ein z&auml;hes Feilschen mit der Troika geben. &ndash; Einmal abgesehen davon, dass es sogar in Griechenland Stimmen gibt, die die Zahlen zum Prim&auml;r&uuml;berschuss des Haushalts f&uuml;r 2013 bezweifeln, w&uuml;rde selbst bei einem Nulldefizit des Haushalts das gesamte Haushaltsdefizit 2013 4,1% des griechischen BIP betragen, d.h. Griechenlands Schuldendienst bel&auml;uft sich auf 4,1% des BIP.  Nach Zahlen des IWF f&uuml;hrte die Rezession der letzten 5 Jahre bei sinkenden Steuereinnahmen und steigenden Transferzahlungen zu einem Anstieg des Gesamtdefizits um fast 5% des griechischen BIP. Wenn Griechenland seine Wachstumsrate nicht steigert, wird der Haushalt weiter defizit&auml;r bleiben und die Staatsschuldenquote verbleibt bei 170% des BIP. Die BIP-Wachstumrate m&uuml;sste bei einem Nulldefizit &uuml;ber 2,4% betragen, um die durchschnittlichen Zinsen zu &uuml;bersteigen, die es f&uuml;r seine Staatsverschuldung zahlt. Griechenland zahlt einen durchschnittlichen Zinssatz von nur 2,4% (bei den10j&auml;hrigen Anleihen 9%), da der Zinssatz f&uuml;r kurzfristige Anleihen sehr ist und IWF und EZB Kredite zu sehr g&uuml;nstigen Konditionen anbieten.<\/em><br>\n<em>Siehe zum Artikel auch die Sendungen &ldquo;<a href=\"http:\/\/media.tagesschau.de\/audio\/2013\/0718\/AU-20130718-1513-3401.mp3\">Immer mehr Griechen ohne Krankenversicherung<\/a>&rdquo; und &ldquo;<a href=\"http:\/\/download.media.tagesschau.de\/video\/2012\/1021\/TV-20121021-2301-2101.webm.h264.mp4\">Die Krise macht die Griechen krank<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li><li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Euro-Krise: &ldquo;Zur&uuml;ck auf den Boden des Rechts&rdquo;<\/strong><br>\nDie Sparpolitik der Troika ist juristisch angreifbar und verst&ouml;&szlig;t teils gegen Menschenrechte, sagt der Jurist Andreas Fischer-Lescano. Er fordert eine Pr&uuml;fung der Vertr&auml;ge und bereitet damit den Boden f&uuml;r Klagen gegen den EU-Kurs: &ldquo;Die Sparma&szlig;nahmen, die die Troika festsetzt, verpflichten in vielen Bereichen zu konkreten Grundrechtseingriffen. Die Tarifautonomien werden ausgeh&ouml;hlt, Mindestl&ouml;hne gesenkt, Gesundheitskosten auf Patienten abgew&auml;lzt. &Auml;hnliches gilt f&uuml;r den Bereich Bildung. Die Folgen dieser Politik sind von der Internationalen Arbeitsorganisation bis zum Europ&auml;ischen Sozialausschuss, der die Einhaltung der Europ&auml;ischen Sozialcharta &uuml;berwacht, als menschenrechtswidrig kritisiert worden, weil sie gerade die besonders verletzbaren Gruppen &ndash; Kinder, Frauen, Migrantinnen und Migranten, Behinderte &ndash; benachteiligt; aber auch weil sie zu einer Verarmung gef&uuml;hrt haben, die ganze Generationen in die Hoffnungslosigkeit treibt. &hellip; es ist an der Zeit, die Sparpolitik auch juristisch zu diskutieren. Die Europ&auml;ische Kommission und die Europ&auml;ische Zentralbank, beide neben dem Internationalen W&auml;hrungsfonds Mitglieder der Troika, m&uuml;ssen wieder auf den Boden des Rechts zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden. Die europ&auml;ischen Institutionen sind an die Grundrechtecharta gebunden. Sie verhandeln mit den betroffenen Staaten und setzen die Auflagen fest.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/schuldenkrise\/euro-krise---zurueck-auf-den-boden-des-rechts-,1471908,25576028.html\">FR<\/a><\/li><li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Studie: Ausbeutung als Gesch&auml;ftsmodell<\/strong><br>\n26 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und 19 Finanzinstitute, die wegen diverser Verst&ouml;&szlig;e gegen Menschenrechte und Umweltschutz oder deren Finanzierung aufgefallen sind: Sie stehen im Mittelpunkt einer neuen Studie mit dem Titel &ldquo;Dirty Profits 2&rdquo;, die mehrere Nichtregierungsorganisationen wie Urgewald, Solidarit&auml;tsdienst international und EarthLink am Montag in Berlin vorstellten. Die schmutzigen Milliardengewinne basieren demnach auf Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Ausbeutung und Umweltzerst&ouml;rung. All dies geh&ouml;re immer noch zum Gesch&auml;ftsmodell global agierender Unternehmen. &ndash; Bei den 26 Unternehmen handelt es sich vor allem Rohstoffkonzerne wie Rio Tinto oder Shell, aber auch um Firmen wie den Agrargiganten Monsanto, die R&uuml;stungsschmiede Rheinmetall und den Atomkonzern Areva. Zusammen erzielten sie allein im vergangenen Jahr einen Gewinn von mehr als 90 Milliarden Euro. Knapp 33 Milliarden Euro stellten die 19 untersuchten europ&auml;ischen Banken und Versicherungen zwischen 2011 und 2013 diesen Unternehmen zur Verf&uuml;gung &ndash; direkt durch Kredite und indirekt durch die Ausgabe von Aktien und Anleihen. Das meiste Geld sei von der Deutschen Bank, der Credit Suisse und der franz&ouml;sischen BNP Paribas gekommen. Gazprom etwa erhielt im Untersuchungszeitraum 3,4 Milliarden Euro. Gegen die &Ouml;lbohrungen des Konzerns in der Arktis hatten die Greenpeace-Aktivisten demonstriert, die wochenlang in russischen Gef&auml;ngnissen sa&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2013%2F12%2F10%2Fa0070&amp;cHash=685cd32c63b3cfc1181902c49df79e55\">taz<\/a>\n<p><strong>dazu: Presseerkl&auml;rung &ndash; DIRTY PROFITS &ndash; Milliardengewinne auf Kosten der Menschenrechte<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.facing-finance.org\/de\/2012\/12\/press-release-dirty-profits-billions-in-profits-at-the-expense-of-human-rightspresseerklaerung-dirty-profits-milliardengewinne-auf-kosten-der-menschenrechte\/\">Facing Finance<\/a><\/p><\/li><li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Bundesarbeitsgericht begrenzt Leiharbeit nicht<\/strong><br>\nNach einem am Dienstag verk&uuml;ndeten Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) fehlt es an gesetzlichen Sanktionen, um den massenhaften Dauereinsatz von Leiharbeitern in Unternehmen zu beschr&auml;nken. Der Gesetzgeber habe im Arbeitnehmer&uuml;berlassungsgesetz bewusst auf Sanktionen f&uuml;r den Fall verzichtet, dass Leiharbeiter nicht nur, wie vom Gesetz angeordnet,  &bdquo;vor&uuml;bergehend&ldquo;, sondern jahrelang Unternehmen &uuml;berlassen werden. Da auch  das Recht der Europ&auml;ischen Union f&uuml;r diesen Fall keine &bdquo;wirksamen, angemessenen und abschreckenden Sanktionen&ldquo; vorsehe, ihre Bestimmung vielmehr den Mitgliedstaaten &uuml;berlassen sei,  k&ouml;nne &bdquo;angesichts der Vielzahl m&ouml;glicher Sanktionen&ldquo; allenfalls der Gesetzgeber t&auml;tig werden, keinesfalls  die Arbeitsgerichtsbarkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/zeitarbeit--bundesarbeitsgericht-begrenzt-leiharbeit-nicht,1472780,25582804.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So ganz typisch dreist und dumm, so ganz und gar f&uuml;r den (Un) geist des heruntergekommenen, modernen Kapitalismus repr&auml;sentativ, wird dann auch noch von Arbeitgeberseite die nun wirklich unternehmensfreundliche &ldquo;Regelung&rdquo; im Koalitionsvertrag als &ldquo;r&uuml;cksichtslos&rdquo; gebrandmarkt. Dass das Kapital ihren Sieg &uuml;ber die Arbeit feiert, war zu erwarten &ndash; in diesen Zeiten gilt schon lange nicht mehr kluge Vorausschau, der kurze Profit z&auml;hlt -, aber dass die Kapitalseite sich auf diesem Argumentationsniveau  bewegen darf &hellip; . &ndash; Der ber&uuml;hmte Klebeeffekt f&uuml;r die &ldquo;Schw&auml;chsten am Arbeitsmarkt&rdquo;, also f&uuml;r die Arbeitslosen, betr&auml;gt laut IAB 7 Prozent. Warum wohl gr&uuml;nden manchen Unternehmen eigene Zeitarbeitsfirmen? Kosten dr&uuml;cken, was sonst?!<\/em><br>\n<em>Die 18-Monats-Begrenzung im Koalitionsvertrag ist ein Witz. (Im &Uuml;brigen gibt es Ausweichm&ouml;glichkeiten) Sie kann nur als Einladung zu Missbrauch verstanden werden. Und dann die Neuregelung im Koalitionsvertrag, dass nach neun Monaten im selben Betrieb die Leiharbeiter das gleiche Gehalt bekommen sollen wie die Stammbelegschaft. 50 Prozent der Entleihungen dauern nicht l&auml;nger als drei Monate! &ndash; Man stelle sich die einfache Frage: Wozu dient Leiharbeit? Sie dient dazu, kurzzeitige Auftragsspitzen aufzufangen. Man sollte doch meinen, dass diese dringend, notwendigen, einspringenden Leiharbeiter den Unternehmen etwas wert sind. Also lasst uns die Schr&ouml;der-Deregulierung &uuml;ber Klinge springen lassen und &ldquo;equal pay&rdquo; realisieren, die gleiche Bezahlung f&uuml;r Leiharbeit wie f&uuml;r die Stammbelegschaft &ndash; ab dem ersten Arbeitstag. Wer das nicht m&ouml;chte, ist auf Lohndumping aus und k&auml;mpft nicht um den Verlust von Auftr&auml;gen. (&Uuml;brigens war die Zeitarbeit in den 70er Jahren auf drei Monate begrenzt. Zugrunde gegangen ist nach meiner Kenntnis daran niemand).<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Tarifstreit bei Pin-AG: Wer nicht streikt, kriegt 500 Euro<\/strong><br>\nEin Tag Arbeitsverbot f&uuml;r jeden Streiktag: Briefdienstleiter Pin schl&auml;gt im Tarifstreit mit der Gewerkschaft Verdi radikal zur&uuml;ck, denn gerade in der Vorweihnachtszeit macht das Unternehmen seinen Hauptumsatz. Etwa 750 Mitarbeiter besch&auml;ftigt das Unternehmen im Bereich Zustellung. Rund 250 von ihnen haben vergangenen Freitag und Samstag gestreikt. Dann kam die Aussperrung. Als Reaktion darauf rief die Gewerkschaft die Mitarbeiter nun zu einem unbefristeten Streik auf. Einer der Streikenden ist ein Zusteller aus Reinickendorf. Aus Angst vor Repressalien will er seinen Namen nicht nennen. Seit zehn Jahren arbeitet er f&uuml;r Pin. Sein Einstiegsgehalt lag bei 1380 Euro. Inzwischen verdient er gerade einmal 60 Euro im Monat mehr. &bdquo;Ich streike auf jeden Fall weiter&ldquo;, sagt er. Und das, obwohl Pin-Vorstandschef Axel Stirl sich pers&ouml;nlich in einem dramatisch formulierten Brief, der dem Tagesspiegel vorliegt, an die Mitarbeiter wandte: &bdquo;Wir werden Ihnen mit dem Januargehalt eine Pr&auml;mie auszahlen, wenn Sie sich an einem solchen Streik nicht beteiligen&ldquo;, verspricht Stirl darin. Die Pr&auml;mie liege bei 500 Euro. 300 davon sollen noch vor Weihnachten &uuml;berwiesen werden. &bdquo;Verdi verkennt, dass mehr als zuletzt angeboten nicht aus dem Unternehmen herauszupressen ist. Es ist einfach nicht mehr da&ldquo;, schreibt Stirl weiter. Auf 50 Euro mehr brutto belief sich das letzte Angebot, das Pin Verdi machte. Nun verspricht Stirl den Besch&auml;ftigten in dem Schreiben zwischen 70 und 120 Euro mehr im Monat. An Verdi sei dieses Angebot aber nicht herangetragen worden, sagt Benita Unger, die f&uuml;r die Gewerkschaft an den Verhandlungen teilnimmt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/tarifstreit-bei-pin-ag-wer-nicht-streikt-kriegt-500-euro\/9199954.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li><li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Studie zum Schuldenstand: Viele deutsche St&auml;dte l&auml;ngst bankrott<\/strong><br>\nIn Dresden und Wolfsburg haben die K&auml;mmerer gut lachen: Als einzige Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern sind die beiden St&auml;dte schuldenfrei. Dagegen dr&uuml;cken andernorts Verbindlichkeiten in Milliardenh&ouml;he. Die Schere zwischen armen und reichen Gro&szlig;st&auml;dten in Deutschland &ouml;ffnet sich immer weiter. Das hat eine Studie der Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft Ernst &amp; Young ergeben, f&uuml;r die Daten der Statistik&auml;mter von Bund und L&auml;ndern ausgewertet wurden (2010-2012). W&auml;hrend die wirtschaftsstarken St&auml;dte 2012 beim Schuldenabbau vorankamen, gerieten hoch verschuldete Kommunen noch st&auml;rker in die Miesen. So stieg zwischen in den zwei Jahren die Zahl der Gro&szlig;st&auml;dte mit einer geringen Pro-Kopf-Verschuldung (unter 1000 Euro) von 15 auf 19. Gleichzeitig gab es bei Kommunen mit sehr hoher Pro-Kopf-Verschuldung (mehr als 4000 Euro) einen Zuwachs von 14 auf 21. Immer mehr St&auml;dten droht der Studie zufolge die Zahlungsunf&auml;higkeit. &ldquo;De facto sind viele deutsche St&auml;dte l&auml;ngst bankrott&rdquo;, sagte Hans-Peter Busson von Ernst &amp; Young. &ldquo;Und wir sind nach wie vor weit von einer nachhaltigen und strukturellen L&ouml;sung des kommunalen Schuldenproblems entfernt.&rdquo; In vielen St&auml;dten gebe es kaum noch freiwillige Leistungen, die gek&uuml;rzt werden k&ouml;nnen. Und auch bei Geb&uuml;hrenerh&ouml;hungen gebe es Grenzen des Zumutbaren. Die im Grundgesetz festgeschriebene Schuldenbremse zwinge viele Bundesl&auml;nder dazu, ihre Zahlungen an die Kommunen zu k&uuml;rzen. Das drohe deren Finanznot zu versch&auml;rfen.- Insgesamt wuchs der Schuldenberg der deutschen Gro&szlig;st&auml;dte im untersuchten Zeitraum von 44,8 Milliarden auf 47,9 Milliarden Euro &ndash; ein Anstieg um knapp sieben Prozent innerhalb von zwei Jahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/schuldenstand100.html\">Tagesschau<\/a><\/li><li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Unrealized, Unforeseen Environmental Results Of NAFTA<\/strong><br>\nWhen the U.S., Canadian, and Mexican governments were negotiating the North American Free Trade Agreement back in the 1990s, environmentalists warned that lowering trade barriers would create a race to the bottom. Businesses would move to the country with the weakest pollution rules: Mexico. By and large, those fears were not realized. But as NPR&rsquo;s Elizabeth Shogren reports, the trade deal had other environmental consequences that activists never dreamed of.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.npr.org\/templates\/story\/story.php?storyId=249626015\">npr<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung eines Lesers der NachDenkSeiten:<\/strong> Das derzeit verhandelte Freihandelsabkommen TTIP soll meines Wissens ebenfalls Unternehmen Klagerechte gegen Nationalstaaten einr&auml;umen. Vielleicht gibt der Bericht oben daher einen Einblick in eine m&ouml;gliche Folge des TTIP.<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Landwirtschaft in Ostdeutschland: Amerikanische Verh&auml;ltnisse<\/strong><br>\nLandraub vor der Haust&uuml;r: In Ostdeutschland kassieren Gro&szlig;investoren millionenschwere EU-Subventionen. Seit der Finanzkrise 2008 suchen Investoren neue Anlagem&ouml;glichkeiten jenseits von Aktien und H&auml;usern in den Metropolen. Ackerboden steht f&uuml;r sichere und eintr&auml;gliche Renditen. Die Unternehmen greifen in Ostdeutschland nach Land. Die Fl&auml;chen haben die Gr&ouml;&szlig;e alter Ritterg&uuml;ter oder die Dimension von preu&szlig;ischem Grundbesitz. Viele der K&auml;ufer sind urspr&uuml;nglich &bdquo;au&szlig;erlandwirtschaftliche Investoren&ldquo;: Eckehard Niemann von der &bdquo;Arbeitsgemeinschaft b&auml;uerliche Landwirtschaft&ldquo; hat schon im &bdquo;Kritischen Agrarbericht 2010&ldquo; ein gutes Dutzend solcher Gro&szlig;investoren aufgelistet: Darunter die Steinhoff Familienholding etwa, denen rund 2.800 Hektar eigenes Land zugeschrieben werden und die insgesamt etwa 20.000 Hektar bewirtschaftet. Oder die &bdquo;JLW Holding AG&ldquo; des Viehh&auml;ndlers J&uuml;rgen Lindhorst aus Winsen, die ihr Gesch&auml;ft auf Landwirtschaft, Immobilien und Seniorenpflege gr&uuml;ndet. JLW kultiviert 24.000 Hektar in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Und die &Uuml;bernahmen gehen weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Landwirtschaft-in-Ostdeutschland\/%21129019\/\">taz.zeo2<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Roger Strassburg:<\/strong> Was hei&szlig;t hier amerikanische Verh&auml;ltnisse? Ja, die Fl&auml;chen amerikanischer Felder sind gr&ouml;&szlig;er, als in Deutschland. Aber nicht ann&auml;hrend so gro&szlig;, wie die Fl&auml;chen, die hier beschrieben werden. Und die meisten landwirtschaftliche Betriebe sind nach wie vor Familienbetriebe (&ldquo;Family Farms&rdquo;), die deshalb gr&ouml;&szlig;er geworden sind, weil viele Kinder der Landwirte nicht auf dem Land bleiben wollen (ich geh&ouml;re selbst dazu), und mit modernen Landwirtschaftsger&auml;ten k&ouml;nnen eine oder zwei Personen viel mehr Fl&auml;che bearbeiten, als noch vor wenigen Jahrzehnten.<\/em><br>\n<emver d ja ein bisschen. allerdings sind die ich kenne in etwa so gro wie zu zeiten meiner kindheit mit wenigeren gesch als damals. wenn den begriff verh sehe ahne immer typischen deutschen vorurteile und projektionen. meistens ist es dann auch so.><\/emver><\/p><\/li><li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bestechung von Abgeordneten: Einfach nur noch peinlich<\/strong><br>\nVor zehn Jahren wurde die Bestechung von Abgeordneten international verboten. Ausgerechnet in Deutschland trat das Abkommen allerdings nie in Kraft. Jetzt machen Unternehmen und Ex-Politiker Druck, sie f&uuml;rchten um das Ansehen der Bundesrepublik. In der Frage der Abgeordneten-Korruption steht die Industrienation damit noch immer auf einer Stufe mit L&auml;ndern wie Nordkorea, Sudan und Syrien &ndash; und mit Japan, auch dort ist die Bestechung von Volksvertretern bislang nicht untersagt. Jetzt will auch der fr&uuml;here Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU), der lange den Siemens-Konzern beriet, bei seinen fr&uuml;heren politischen Freunden Dampf machen . &ldquo;Es wird h&ouml;chste Zeit, das Abkommen zu ratifizieren&rdquo;, fordert der Ex-Politiker. &ldquo;Die Welt schaut mit Erstaunen auf Deutschland.&rdquo; Die Bundesregierung k&ouml;nne nicht von anderen L&auml;ndern beim Beitritt zur Europ&auml;ischen Union hohe moralische Standards verlangen und selbst im Beobachterstatus bleiben. &ldquo;Das kann nicht richtig sein&rdquo;, meint der langj&auml;hrige CSU-Politiker. &ldquo;Wenn alle demokratischen L&auml;nder in Europa f&uuml;r diese Frage eine L&ouml;sung gefunden haben, dann m&uuml;sste das auch f&uuml;r Deutschland m&ouml;glich sein.&rdquo; Er werde sich mit den Vorsitzenden der drei Koalitionsparteien in Verbindung setzen und sie bitten, das Thema in die Regierungserkl&auml;rung aufzunehmen: &ldquo;Die Zeit ist gekommen.&rdquo; &ndash; Schaut man in den Koalitionsvertrag, steht dort nur ein d&uuml;rrer Satz: &ldquo;Wir werden die Strafbarkeit der Abgeordnetenbestechung neu regeln.&rdquo; Der Passus sei deswegen so schmal gehalten, weil es letztlich um die Rechtsstellung des Abgeordneten ginge. Diese sollte aus der Mitte des Bundestags heraus geregelt werden und nicht durch die Parteien im Koalitionsvertrag, hei&szlig;t es aus der Unionsspitze.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/bestechung-von-abgeordneten-einfach-nur-noch-peinlich-1.1838887\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Einlassung von Siegfried Kauder muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Wenn man Abgeordneten dieselben strengen Regeln auferlege wie Beamten, sei Parlamentarismus, &ldquo;wie wir ihn gewohnt sind&rdquo;, nicht mehr m&ouml;glich.<\/em><\/p><\/li><li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Suche nach NSU-Terroristen: LKA-Fahndung gezielt verhindert?<\/strong><br>\nDie Fahndung nach dem gesuchten Neonazi Uwe B&ouml;hnhardt wurde nach Aussagen eines LKA-Beamten gegen&uuml;ber Report Mainz gezielt verhindert. Demnach hatte der heutige LKA-Pr&auml;sident Werner Jakstat im Jahr 2003 die Anweisung gegeben, einem Zeugenhinweis nicht weiter nachzugehen. Damit liegt erstmals seit Auffliegen des NSU eine konkrete Aussage vor, dass Beh&ouml;rden gezielt ein Ergreifen des Trios verhindert h&auml;tten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/nsulka100.html\">Tagesschau<\/a><\/li><li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlinge auf Lampedusa: Vergebliche Hilferufe<\/strong><br>\nDie Schiffskatastrophe vor Lampedusa, bei der am 3. Oktober 366 Fl&uuml;chtlinge &ndash; vorwiegend aus Eritrea und Somalia &ndash; ertranken, l&ouml;ste weithin Entsetzen aus. Als acht Tage sp&auml;ter vor der italienischen Insel wieder ein Schiff sank und mehr als 250 Menschen &ndash; fast alle aus Syrien &ndash; ihr Leben verloren, wurde dies in der &Ouml;ffentlichkeit kaum noch wahrgenommen.<br>\nDas Drama nahm seinen Anfang in Libyen. Am 11. Oktober um ein Uhr morgens verlie&szlig; ein Fischkutter mit rund 480 Fl&uuml;chtlingen an Bord den Hafen von Suara, einer Stadt 100 Kilometer westlich von Tripolis. Um 3 Uhr fr&uuml;h tauchte ein Patrouillenboot einer libyschen Miliz auf, das den Fischkutter mehrfach beschoss, bevor es um 6 Uhr abdrehte. Mindestens zwei Fl&uuml;chtlinge wurden verletzt. Um 10 Uhr drang Wasser durch die defekte Wand ins Boot ein. Kurz vor 11 Uhr stieg der Bootsf&uuml;hrer, ein 21-j&auml;hriger Tunesier, aufs Dach der Br&uuml;cke und rief nach einer Person, die des Englischen m&auml;chtig sei und um Hilfe rufen k&ouml;nne. Es meldete sich der syrische Arzt Mohanad Jammo. Der Bootsf&uuml;hrer reichte ihm das Satellitentelefon. Die Nummer der italienischen Seenotrettung hatte die Frau des Arztes vorsorglich in ihrem Smartphone abgespeichert. Um 11 Uhr schrie Jammo ins Telefon: &bdquo;Wir sind auf einem Boot mitten im Meer, wir sind alles Syrer. Viele von uns sind &Auml;rzte. Das Boot geht unter!&ldquo; Auf der anderen Seite meldete sich eine Frau. Sie bat ihn um die genauen geografischen Koordinaten. Jammo kontrollierte die GPS-Angaben von drei Smartphones und diejenigen des GPS-Ger&auml;ts des Bootes. Die Angaben stimmten &uuml;berein. Er gab sie durch. Doch es passierte nichts. Gegen 12.30 Uhr rief Jammo ein zweites Mal an. Auf der anderen Seite sagte dieselbe Frau nur: &bdquo;Ok, ok, ok.&ldquo; Das war alles. Als der Arzt um 13 Uhr zum dritten Mal dieselbe Nummer anrief, antwortete ein Mann und gab ihm Bescheid, f&uuml;r das Gebiet, in dem sich das Boot befinde, sei Malta zust&auml;ndig. Er gab ihm die Nummer der Malteser Marine durch. Jammo rief in Malta an. Vier Stunden danach, um 17.10 Uhr, sank das Boot. Als ein maltesisches Flugzeug um 17.20 Uhr Schwimmwesten und Schlauchboote abwarf, schwammen schon viele Fl&uuml;chtlinge im Wasser.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/lampedusa\/fluechtlinge-vor-lampdeusa-vergebliche-hilferufe,24939044,25500072.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Was ist nur mit meinem geliebten Italien los? Jeder normale Mensch h&auml;tte doch sofort die K&uuml;stenwache losgeschickt bzw. andere Schiffe in der N&auml;he alarmiert oder? Sicher, der Ausl&auml;nderanteil in Italien hat sich in zehn Jahren verdreifacht, ist von 1,3 auf mehr als vier Millionen geklettert. Mag sein, dass dieser Anstieg zu rasch war und wie ein Schock wirkte und dadurch die bereits vorhandene Xenophobie in Feindlichkeit umschlug. Aber dennoch bleibt es ein R&auml;tsel, warum so viele Italiener z.B. daran festhalten wollen, dass Bootsfl&uuml;chtlingen nicht geholfen werden darf. Es gilt immer noch das versch&auml;rfte Bossi-Fini-Gesetz von 2008: Illegale Einwanderung steht unter Strafe, und Fischer, die Fl&uuml;chtlinge retten wollen, machen sich diesem Gesetz zufolge strafbar. Dazu passt das Verhalten Beppe Grillos, der sich immer mehr als Populist in einem h&ouml;chst unguten Sinne erweist. Als zwei Senatoren seiner 5-Sterne-Bewegung mit einer &Auml;nderung des Bossi-Fini-Gesetzes tasts&auml;chlich eine Mehrheit fanden, pfiff Grillo diese  schleunigst zur&uuml;ck. Die Abschaffung des Straftatbestands illegaler Einwanderung geh&ouml;re keinesfalls zum Programm des M5S. Cartrin Dingler schreibt in ihrem Artikel &ldquo;<a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2013\/42\/48629.html\">Friedhof Mittelmeer<\/a>&ldquo;: &ldquo;In unmissverst&auml;ndlich rechtsextremer Diktion wurde die Suggestivfrage gestellt, wie viele clandestini Italien wohl aufnehmen k&ouml;nne, wo doch jeder achte Italiener schon nichts zu essen habe. Grillo kennt die rassistischen Ressentiments, die sein Publikum mehrheitlich hegt. Zwei Jahrzehnte repressive Immigrationspolitik haben in der italienischen Gesellschaft ihre Spuren hinterlassen.&rdquo; Wer jetzt noch meint, dass Grillo ein fortschrittlicher Politiker mit Visionen f&uuml;r ein besseres Italien sei, muss angesichts solchen Verhaltens umdenken. &ndash; Allerdings w&auml;re es verfehlt anzunehmen, dass es in Deutschland viel anders aussieht. Die deutsche Politik schielt auf europ&auml;ischer Ebene seit dem Dublin-Abkommen von 1990 bis zur Unterst&uuml;tzung des neuen Europ&auml;ischen Grenz&uuml;berwachungssystems (Eurosur) im Sinne einer noch besseren Abwehr von Fl&uuml;chtlingen auf die &Uuml;berfremdungs&auml;ngste der deutschen Bev&ouml;lkerung.<\/em><br>\n<em>Wenn ich die Toten im Mittelmeer vor Augen habe, ihren verzweifelten Kampf und mir dann die Worte unseres Innenministers zu Gem&uuml;te f&uuml;hre: &ldquo;Deutschland ist das Land, das die meisten Fl&uuml;chtlinge in Europa aufnimmt. &hellip; Das zeigt, dass die Erz&auml;hlungen, dass Italien &uuml;berlastet ist mit Fl&uuml;chtlingen, nicht stimmen&rdquo;, packt mich das Grauen. Sind wir wieder soweit: der Tod, ein Meister aus Deutschland? In aller Ruhe haben in diesen Tagen in Br&uuml;ssel die EU-Innenminister &uuml;ber Konsequenzen aus den j&uuml;ngsten Fl&uuml;chtlingskatastrophen im Mittelmeer <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2013-12\/migration-fluechtlinge-bulgarien-rumaenien-kommentar\">beraten und beschlie&szlig;en<\/a>: &ldquo;Noch mehr Grenzkontrollen und Patrouillenfahrten, um Boatpeople aus Afrika abzufangen, bevor sie in der EU landen oder ertrinken &ndash; obwohl jedem klar sein m&uuml;sste, dass die Ma&szlig;nahmen weder das eine noch das andere verhindern werden.&rdquo; Warum, zum Teufel, bietet Deutschland nicht an, s&auml;mtliche Bootsfl&uuml;chtlinge aufzunehmen oder zumindest einen Teil davon, z.B. die Syrer. Von wegen die meisten  Asylsuchenden, setzt man die Zahl der Asylsuchenden ins Verh&auml;ltnis mit der Einwohnerzahl der jeweiligen L&auml;nder steht Deutschland an 8. Stelle.- .- Der Tod, ein Meister aus Deutschland! Haben wir nichts gelernt? Geschichte wiederholt sich zwar nicht in der selben Form, aber lernen k&ouml;nnten wir schon: Wenn Abweisung Tod bedeutet, dann t&ouml;ten wir. Und wir schicken wieder B&uuml;rokraten vor. (Tut mir leid, wenn dieser Schluss pathetisch und etwas wirr daherkommt, aber dieser Hinweise heute schafft mich wieder einmal)<\/em><\/p>\n<p><strong>passend dazu: EU-Grenzschutz: Ein verlorenes Jahr<\/strong><br>\nKnapp ein Jahr nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU &ndash; unter anderem f&uuml;r ihren Einsatz f&uuml;r die Menschenrechte (siehe Kasten) &ndash; stellte Malmstr&ouml;m am vergangenen Donnerstag die Empfehlungen der &ldquo;Post-Lampedusa Task Force&rdquo; vor: Das 85 Millionen Euro umfassende Frontex-Budget wird um 30 Millionen Euro aufgestockt, um Italien bei der Grenz&uuml;berwachung zu unterst&uuml;tzen. Dabei hatte gerade Italien in der Vergangenheit immer wieder Fl&uuml;chtlingsboote untergehen lassen, obwohl es &uuml;ber deren Position genau informiert war. L&auml;nder wie Bulgarien bekommen 20 Millionen Euro mehr, um ihre &ldquo;Aufnahmekapazit&auml;ten zu verbessern&rdquo;. Das bedeutet im Fall der s&uuml;deurop&auml;ischen L&auml;nder oft: Internierungslager f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge. Schlie&szlig;lich gab Malmstr&ouml;m bekannt, die Verhandlungen mit Aserbaidschan und Tunesien zu einer &ldquo;Mobilit&auml;tspartnerschaft&rdquo; beendet zu haben. Damit schlie&szlig;t sich entlang der EU-Grenzen (siehe Karte) eine Kette von Nachbarstaaten, die fast alle auf die eine oder andere Weise in das System zur Abwehr von Migranten integriert sind: Gegen Geldzahlungen &ndash; und selten auch Erleichterungen bei der Visavergabe &ndash; arbeiten diese L&auml;nder mit Frontex zusammen. Sie schlie&szlig;en die Transitrouten Richtung Europa oder nehmen abgeschobene Fl&uuml;chtlinge zur&uuml;ck. So erspart sich die EU die teure R&uuml;ckf&uuml;hrung in die Heimatl&auml;nder. Was dann mit den Menschen passiert, interessiert Europa nicht mehr. Stattdessen werden die Befugnisse von Frontex erweitert: Am Montag hat das EU-Parlament &uuml;ber einen Vorschlag der Innenkommissarin abgestimmt, die &Uuml;berwachung der Seeau&szlig;engrenzen neu zu regeln. Frontex soll k&uuml;nftig auch auf Hoher See, au&szlig;erhalb der europ&auml;ischen Territorialgew&auml;sser, Fl&uuml;chtlingsboote stoppen, durchsuchen und sogar zur&uuml;ckschleppen d&uuml;rfen. Gegen den Widerstand von L&auml;ndern wie Italien sollen die Grenzsch&uuml;tzer allerdings in Zukunft verpflichtet sein, grunds&auml;tzlich Hilfe in Seenot zu leisten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2013%2F12%2F10%2Fa0084&amp;cHash=75350c12ea509d5ee2d4bd955e69cd7d\">taz<\/a><\/p><\/li><li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Jomo Kwame Sundaram &ndash; Den Hunger beenden<\/strong><br>\nW&auml;hrend viele Entwicklungsl&auml;nder, in denen 827 Millionen der unterern&auml;hrten Menschen der Welt leben (im Vergleich zu 838 Millionen 2010-2012), den Anteil der Hungernden im Vergleich zu 1990 bis 2015 halbieren werden, ist der durchschnittliche R&uuml;ckgang nicht ausreichend, um die Vorgaben f&uuml;r die n&auml;chsten zwei Jahren zu erreichen. Wie aus SOFI 2013 hervorgeht, hat sich der Fortschritt bei der Bek&auml;mpfung von Hunger und Unterern&auml;hrung seit 2000 verlangsamt, als die Nahrungsmittelpreise anfingen, zu steigen, nachdem sie fast ein halbes Jahrhundert lang gesunken waren. Obwohl ein schnelles Wirtschaftswachstum das Pro-Kopf-Einkommen in weiten Teilen der entwickelten Welt hat steigen lassen, werden die Einkommenszuw&auml;chse doch nicht gleichm&auml;&szlig;ig verteilt, so dass hunderte millionen Menschen h&ouml;here Lebensmittelpreise zahlen m&uuml;ssen, ohne dass ihr Einkommen entsprechend gestiegen w&auml;re. In der Zwischenzeit haben im vergangenen halben Jahrzehnt Geldtransfers trotz abnehmender Besch&auml;ftigung von Migranten und sinkender Einkommen dazu beigetragen, Armut zu bek&auml;mpfen, Hunger zu reduzieren, die Ern&auml;hrung zu verbessern und die Investition in die Landwirtschaft zu erh&ouml;hen. Global sind die Transferzahlungen fast dreimal so hoch wie die offizielle Entwicklungshilfe, die in den reichen L&auml;ndern in den vergangenen Jahren teilweise den Sparma&szlig;nahmen zum Opfer fiel. Das sub-saharische Afrika hat nach einem Vierteljahrhundert der wirtschaftlichen Stagnation im letzten Jahrzehnt einige Fortschritte gemacht, weist aber noch immer die h&ouml;chste Unterern&auml;hrungsquote der Welt auf. Erfolge in S&uuml;dasien und Nordafrika waren bescheiden, w&auml;hrend sich die Bedingungen in Westasien sogar verschlechterten. &ndash; Ein guter Anfang ist bereits gemacht, jetzt ist es an der Zeit, den Job zu Ende zu bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/jomo-kwame-sundaram-on-the-persistence-of-high-rates-of-under-nutrition-worldwide\/german\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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