{"id":19682,"date":"2013-12-17T15:04:56","date_gmt":"2013-12-17T14:04:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19682"},"modified":"2015-10-14T11:05:53","modified_gmt":"2015-10-14T09:05:53","slug":"der-kuss-der-patin-irrungen-und-wirrungen-um-ursula-von-der-leyen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19682","title":{"rendered":"Der Kuss der Patin \u2013 Irrungen und Wirrungen um Ursula von der Leyen"},"content":{"rendered":"<p>Die Benennung Ursula von der Leyens zur k&uuml;nftigen Verteidigungsministerin ist in der Tat eine politische &Uuml;berraschung. Wenig &uuml;berraschend ist indes die Reaktion der Medien auf diese Personalie. Schenkt man den Leitartiklern der Republik Glauben, so ist Angela Merkel ein echter Coup gelungen, mit dem sie die umtriebige Nieders&auml;chsin von der Leyen zu ihrer Thronfolgerin gek&uuml;rt hat. Quer durch nahezu alle Kommentare ziehen sich dabei zwei grandiose Denkfehler: Zum einen soll das Verteidigungsministerium angeblich ein echtes Sprungbrett f&uuml;r politische Karrieren sein und zum anderen wird von der Leyen wie eh und je als &bdquo;Powerfrau&ldquo; dargestellt, die dank ihrer &bdquo;&uuml;berw&auml;ltigenden&ldquo; F&auml;higkeiten f&uuml;r jede Aufgabe geeignet ist. Dabei sollten die Kollegen es doch eigentlich besser wissen. Die Benennung von der Leyens zur Verteidigungsministerin mag ein Coup gewesen sein &ndash; aber in einer ganz anderen Art und Weise als es den Medien vorschwebt. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4108\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-19682-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/131217_von_der_Leyen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/131217_von_der_Leyen_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/131217_von_der_Leyen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/131217_von_der_Leyen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=19682-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/131217_von_der_Leyen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"131217_von_der_Leyen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die Geschichte der Ursula von der Leyen ist eine Geschichte voller Missverst&auml;ndnisse, Mythen und geschickter politischer PR. Fragt man den B&uuml;rger von der Stra&szlig;e nach Ursula von der Leyen, so kommen meist folgende Assoziationen: Sie habe &bdquo;trotz&ldquo; ihrer sieben Kinder Karriere gemacht, sie sei unglaublich erfolgreich, eine echte &bdquo;Powerfrau&ldquo;, die das konservative Familienbild L&uuml;gen straft. Von welcher Frau von der Leyen ist hier die Rede? Sicher nicht von Ursula Gertrud von der Leyen, der k&uuml;nftigen Verteidigungsministerin.<\/p><p><strong>Die Suppermutterpowertochter<\/strong><\/p><p>Woher der Mythos der erfolgreichen Powerfrau von der Leyen stammt, ist heute kaum noch nachzuvollziehen. Ursula von der Leyen wuchs in geordneten gro&szlig;b&uuml;rgerlichen Verh&auml;ltnissen auf. &ldquo;R&ouml;schen&rdquo;, wie sie seit klein auf familienintern genannt wird, ist die Tochter des ehemaligen nieders&auml;chsischen Ministerpr&auml;sidenten Ernst Albrecht, Spross einer Dynastie, die bereits unter den Welfen-K&ouml;nigen Schl&uuml;sselpositionen im Staat bekleidete. Standesgem&auml;&szlig; heiratete sie in die Dynastie der &ldquo;Seidenbarone&rdquo; von der Leyen ein, die seit dem 18. Jahrhundert zum deutschen Establishment geh&ouml;ren.<br>\nWer Ursula von der Leyen daheim besuchen will, f&auml;hrt erst einmal lange durch familieneigenes Weideland, bevor er an einem gusseisernen Tor zum Betreten des schlossartigen Familienanwesens in Burgdorf-Beinhorn eingelassen wird. Keine Frage, Ursula von der Leyen ist die personifizierte Oberschicht, ein feuchter Traum jedes Kitschromanautoren.<\/p><p>Doch &ldquo;R&ouml;schen&rdquo; schlug zun&auml;chst ein wenig aus der Art. Ein Studium der Volkswirtschaftslehre brach sie nach drei Jahren erfolglos ab, und zwischen ihrem Abitur und ihrem ersten Staatsexamen als Medizinerin liegen stolze zehn Jahre &ndash; l&uuml;ckenlose Lebensl&auml;ufe sehen anders aus. Aber Frau von der Leyen musste sich schlie&szlig;lich nicht mit derlei profanen Problemen des gew&ouml;hnlichen Volkes herumschlagen. W&auml;hrend ihrer vierj&auml;hrigen Arbeitszeit als Assistenz&auml;rztin wurde die Powerfrau dreimal schwanger und schmiss dann auch ihre Ausbildung zur Fach&auml;rztin, um mit ihrem karriereorientierten Ehemann nach Kalifornien zu ziehen.<\/p><p>Ursula von der Leyen war nie eine Powerfrau, die Karriere und Kinder unter einen Hut brachte, sondern eine typische Vertreterin konservativer Familienbilder, die sich nur allzu gerne hinter ihrem erfolgreichen Vater und ihrem Mann versteckte. Ihr kometenhafter Aufstieg begann vor zehn Jahren, als der nunmehr siebenfachen Mutter die Decke des Familienanwesens auf den Kopf fiel und es sie in Vaters Fu&szlig;stapfen in die Politik zog. Dank der Netzwerke ihres Vaters konnte sie trotz ihrer Unerfahrenheit nicht nur ein sicheres Direktmandat f&uuml;r den nieders&auml;chsischen Landtag erringen, sondern wurde auch gleich vom Familienfreund Christian Wulff zur Familienministerin ernannt &ndash; ein genialer PR-Coup, konnte die blonde, adrette Siebenfachmutter mit der z&uuml;chtigen Haartracht doch als Sinnbild erfolgreicher konservativer Ideale verkauft werden. Doch nun ging es erst richtig los &ndash; ein Jahr sp&auml;ter wurde die &ldquo;Powerfrau&rdquo; ins CDU-Pr&auml;sidium gew&auml;hlt und zwei Jahre sp&auml;ter begl&uuml;ckte sie die Republik bereits als Bundesfamilienministerin im Kabinett von Angela Merkel.<\/p><p>Dort machte sie in den klassischen Medien weniger durch ihre &ndash; bei n&auml;herer Betrachtung kaum vorhandene &ndash; politische Arbeit, sondern vor allem durch ihre &bdquo;soft skills&ldquo; Schlagzeilen. Ursula von der Leyen gelang das Kunstst&uuml;ck, sich als siebenfache Mutter, die Familie und Karriere unter einen Hut bringt, als eine Art Jeanne d&rsquo;Arc der Gleichstellung, zu inszenieren. Die Frage, ob es wirklich ein Kunstst&uuml;ck ist, Familie und Job miteinander zu vereinbaren, wenn man ein ganzes Heer an Hausangestellten hat, spielte in der &ouml;ffentlichen Diskussion kaum eine Rolle. Im Gegenteil &ndash; allen Frauen, denen dieses Kunstst&uuml;ck mit weitaus bescheideneren materiellen Mitteln nicht gelingen will, konnte nun durch die &bdquo;Powermutti&ldquo; von der Leyen bewiesen werden, dass der Fehler an ihnen selbst und nicht an der Gesellschaft liegt. Ursula von der Leyen hat der Gleichstellung damit eher einen B&auml;rendienst erwiesen.<\/p><p><strong>Hofberichterstattung trotz politischen Versagens<\/strong><\/p><p>Eigentlich ist das Familienministerium eine sichere Bank. Kindern die K&ouml;pfe t&auml;tscheln, sich f&uuml;r die Senioren und die Frauen einzusetzen, ist eine dankbare Aufgabe, bei der man nur selten politischen Gegenwind versp&uuml;rt. Nicht so Ursula von der Leyen &ndash; sie &uuml;berspannte den Bogen, in dem sie sich ohne Not in eine Kampagne zur Einf&uuml;hrung von Internetsperren einspannen lie&szlig;. Seitdem ist &bdquo;Zensursula&ldquo; f&uuml;r eine ganze Generation von internetaffinen B&uuml;rgern f&uuml;r immer verbrannt. Und auch in ihrer Zeit als Arbeitsministerin machte von der Leyen keinen ordentlichen Job. Der &bdquo;eiskalte Engel der Erwerbslosen&ldquo; setzte sich vor allem dadurch in Szene, harte Ma&szlig;nahmen gegen materiell weniger Beg&uuml;terte mit einem zuckers&uuml;&szlig;en L&auml;cheln zu verkaufen und sich selbst als Anw&auml;ltin der &bdquo;armen Kinder&ldquo; in Szene zu setzen. <\/p><p>Dies alles tat ihrer Popularit&auml;t keinen Abbruch &ndash; im Gegenteil. Sie ist vor allem bei der Yellow Press, die sich insgeheim immer noch den Kaiser zur&uuml;ckw&uuml;nscht, au&szlig;erordentlich beliebt. Wer die Namen der schwedischen K&ouml;nigskinder auswendig kennt, liebt auch die edle &Uuml;bermutter mit dem charmanten L&auml;cheln und dem Adelspr&auml;dikat. Und auch die sogenannten Qualit&auml;tszeitungen fassen Ursula von der Leyen nur mit dem Glac&eacute;handschuh an. In diesem Punkt w&auml;re Ursula von der Leyen in der Tat eine &bdquo;w&uuml;rdige&ldquo; Nachfolgerin von Angela Merkel. In puncto Hofberichterstattung nehmen sich &bdquo;Mutti&ldquo; und &bdquo;Powerfrau&ldquo; n&auml;mlich nichts. Es scheint vielmehr so, als l&ouml;se bereits das Gesicht dieser beiden Damen bei den Leitartiklern eine fortgeschrittene Bei&szlig;hemmung aus. Sobald sich der Nebel der Hofberichterstattung legt, steht Ursula von der Leyen aber da, wie der Kaiser, der in Andersens M&auml;rchen neue Kleider bekommt. Es fehlt nur noch ein Kind, das diese simple Wahrheit ausspricht. <\/p><p><strong>Ehrgeizig bis zum Fanatismus<\/strong><\/p><p>Wer an von der Leyen positive Eigenschaften sucht, wird nicht so leicht f&uuml;ndig. Die &ouml;ffentliche Meinung besagt angeblich, dass sie sympathisch sei und in Talkshows ein gutes Bild abgebe. Hier scheint meines Erachtens jedoch ein Wahrnehmungsparadoxon vorzuliegen. So viel M&uuml;he ich mir auch gebe, ich schaffe es nicht in der pikierten Arroganz, die oft die Grenzen zur schrillen Hysterie &uuml;berschreitet, irgendetwas &bdquo;sympathisches&ldquo; zu erkennen. Aber vielleicht liege ich ja auch daneben. Wenn ich einen wei&szlig;en Schimmel sehe und alle meine Mitmenschen sagen wir, es sei ein schwarzer Schimmel, so bin ich vielleicht doch derjenige, der daneben liegt. Millionen Fliegen k&ouml;nnen sich nicht irren.<\/p><p>Freund und Feind von der Leyens sind sich jedoch einig, dass man ihr einen gro&szlig;en Ehrgeiz zuschreiben kann. Manchmal &uuml;berschreitet dieser Ehrgeiz dabei die Grenze zum Fanatismus. Es ist daher durchaus glaubw&uuml;rdig, dass der Wunsch, das Verteidigungsministerium zu &uuml;bernehmen, tats&auml;chlich von ihr selbst kam. In von der Leyens Karrierepl&auml;nen gibt es nach oben keine Grenzen. In ihrem Selbstverst&auml;ndnis ist sie die klare Thronfolgerin Angela Merkels &ndash; nun muss sie nur noch den Rest der Partei davon &uuml;berzeugen. Und womit gel&auml;nge dies besser, als mit einer &bdquo;Glanzarbeit&ldquo; in der letzten Bastion der &bdquo;Altherrenrepublik&ldquo;, dem Verteidigungsministerium?<\/p><p><strong>Karriereknickpunkt Hardth&ouml;he\/Bendlerblock<\/strong><\/p><p>Nahezu alle Leitartikler sind der festen &Uuml;berzeugung, dass das Verteidigungsministerium wie kein anderes dazu geeignet ist, sich f&uuml;r h&ouml;here Karriereziele zu qualifizieren. Offenbar stammt diese Einsch&auml;tzung von einigen &auml;lteren Vertretern der Branche, die noch immer Helmut Schmidt vor Augen haben, der als schneidiger Chef der Bundeswehr sein Image festigen konnte. Diese Geschichte wurde offenbar von Journalistengeneration zu Journalistengeneration weitergereicht und gilt heute als unumst&ouml;&szlig;liche Wahrheit. Die Realit&auml;t sieht jedoch ein wenig anders aus.<\/p><p>Schmidts Nachfolger Georg Leber &bdquo;musste&ldquo; 1978 wegen einer illegalen Abh&ouml;raktion des MAD zur&uuml;cktreten. Sein Nachfolger Hans Apel geriet wegen des von ihm gest&uuml;tzten NATO-Doppelbeschlusses &ouml;ffentlich in die Kritik, konnte sein Amt jedoch bis zur Wende behalten. Manfred W&ouml;rner wurde durch die Kie&szlig;ling-Aff&auml;re so schwer belastet, dass er nur noch in der NATO seine Karriere fortsetzen konnte. Nach einem kurzen Intermezzo von Rupert Scholz &uuml;bernahm Gerhard Stoltenberg danach die Hardth&ouml;he und &bdquo;musste&ldquo; 1992 wegen umstrittener Waffenlieferungen in die T&uuml;rkei seinen Hut nehmen. Ihm folgte Volker R&uuml;he, dessen Engagement f&uuml;r &bdquo;Out-of-Area-Eins&auml;tze&ldquo; ihn &ouml;ffentlich in die Schusslinie brachte, so dass seine politische Karriere mit dem Regierungswechsel 1998 ihr Ende nahm. Rudolf Scharping wiederum verspielte seine Glaubw&uuml;rdigkeit (und die der rot-gr&uuml;nen Koalition), als er die Bundeswehr mit offensichtlichen L&uuml;gen in ihren ersten Angriffskrieg im Kosovo schickte. Die &bdquo;Swimming-Pool-Aff&auml;re&ldquo; mit der Gr&auml;fin Pilati (&bdquo;So was tut man nicht, w&auml;hrend deutsche Soldaten im Felde sterben&ldquo;) brach ihm dann das Genick. Einzig und allein sein Nachfolger Peter Struck schaffte es, seine Karriere im Verteidigungsministerium ohne ernste Blessuren zu beenden und danach als Fraktionsvorsitzender noch eine wichtige Rolle zu &uuml;bernehmen. Franz Josef Jung hatte nicht so viel Fortune und wurde durch die Kunduzaff&auml;re irreparabel gesch&auml;digt. Selbst Strahlemann Karl-Theodor von und zu Guttenberg verhob sich mit der F&uuml;hrung des Bundesverteidigungsministeriums. Letztlich sorgte jedoch seine plagiierte Dissertation daf&uuml;r, dass er sein Amt nicht aus amtlichen, sondern aus privaten Gr&uuml;nden niederlegen musste. Das bittere Ende, das den meisten Verteidigungsministern vorherbestimmt scheint, konnte Guttenbergs Nachfolger de Maizi&egrave;re wohl nur dadurch abwenden, da er dank Merkels Gnaden nun im Innenministerium aus der Schusslinie genommen wird. <\/p><p><strong>Die K&ouml;nigin des Neusprech als Kriegsministerin<\/strong><\/p><p>Die n&auml;chste Legislaturperiode beinhaltet gleich mehrere Tretminen. Angefangen bei zahlreichen Planungspannen bei R&uuml;stungsprojekten (Eurohawk, NH-90, A-400M, Eurofighter, F-125) birgt vor allem der Abzug der Bundeswahr aus Afghanistan zahlreiche Risiken. Dass Ursula von der Leyen hinter der l&auml;chelnden Fassade eine eiskalte Machtpolitikerin ist, steht hier nicht nur Debatte. Ob sie es jedoch schafft, Zinks&auml;rge mit einem L&auml;cheln zu bagatellisieren, ist mehr als unwahrscheinlich.<\/p><p>Dies wird jedoch von der Leyens Rolle im Bendlerblock sein. Der Koalitionsvertrag weist gleich in <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19663#h14\">mehreren Punkten<\/a> eine Ausweitung der Militarisierung der deutschen Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik auf. Deutschland will Kriege f&uuml;hren und damit international Anerkennung gewinnen &ndash; gleich einem Halbstarken, der meint, Anerkennung bei anderen Halbstarken nur durch Gewalt gegen Schw&auml;chere gewinnen zu k&ouml;nnen. Von der Leyen wird uns dann in Talkshows &bdquo;sympathisch&ldquo; erkl&auml;ren, warum weltweit &bdquo;unsere&ldquo; Handelswege mit Waffengewalt gesch&uuml;tzt m&uuml;ssen und warum deutsche Soldaten an fernen Fronten ihr Leben lassen m&uuml;ssen, um vermeintliche Schurken zur Raison zu bringen. Es ist zu vermuten, dass dann auch ihre Fassade zu br&ouml;ckeln anf&auml;ngt und zumindest bei einigen Medien das Kind erwacht, das der &Ouml;ffentlichkeit aufzeigt, dass die &bdquo;Kaiserin&ldquo; in Wirklichkeit splitternackt ist. Der Bendlerblock droht damit, von der Leyens politisches Ende einzul&auml;uten. Sehr zur Freude ihres wohl einzig ernstzunehmenden Konkurrenten auf die Merkel-Nachfolge im Jahre 2017 &ndash; Thomas de Maizi&egrave;re. Die &bdquo;Bef&ouml;rderung&ldquo; in den Bendlerblock ist somit vielmehr vergleichbar mit dem Kuss der Patin. <\/p><p><strong>Irrungen, Wirrungen, Gleichstellungsfragen<\/strong><\/p><p>Bemerkenswert ist auch, dass die Personalie von der Leyen durch die Bank weg als Sieg der Gleichstellung gefeiert wird &ndash; gerade so, als sei es erstrebenswert, dass k&uuml;nftig eine Frau Soldaten und Soldatinnen befiehlt, zu t&ouml;ten und get&ouml;tet zu werden. Ist es denn wirklich modern, wenn heute das Geschlecht eines der wichtigsten Kriterien bei der Besetzung hoher politischer &Auml;mter ist? So etwas kann man auch als positive Diskriminierung bezeichnen. Man kann dies f&uuml;r modern halten. Man kann jedoch auch die Position vertreten, dass es anachronistisch anmutet, wenn das Geschlecht ein wichtiges Auswahlkriterium ist. Fr&uuml;her war es das m&auml;nnliche Geschlecht, heute ist es das weibliche Geschlecht, das karrieref&ouml;rdernd ist. Wirklich modern ist erst die Gesellschaft, in der Chromosomen bei der Karrierefrage keine Rolle mehr spielen.<\/p><p>Wer die Personalie von der Leyen auf die Geschlechterfrage reduziert, begeht jedoch einen entscheidenden Fehler, der vom Grunds&auml;tzlichen ablenkt. Die Personalie von der Leyen ist keine &bdquo;Geschlechterfrage&ldquo;, sondern vielmehr eine &bdquo;Klassenfrage&ldquo;. Ohne ihre Herkunft aus der Oberschicht w&auml;re Frau von der Leyen heute mit Sicherheit keine Ministerin. Und ob ein Mann oder eine Frau als Vertreter der Oberschicht M&auml;nner und Frauen der unteren Schichten f&uuml;r die Interessen der Oberschicht in den Tod schickt, sollte eigentlich Grundlage einer weiterf&uuml;hrenden Diskussion sein. <\/p><p><em>Seid bereit, seid bereit<\/em><br>\n<em>Bald ist es wieder soweit<\/em><br>\n<em>F&uuml;r die das Vaterland zu sch&uuml;tzen<\/em><br>\n<em>Deren V&auml;ter das Land besitzen<\/em><br>\n<em>Und noch manches andere mehr<\/em><br>\n<em>Hannes Wader &ndash; Vaters Land<\/em><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/c93f02411c9e432ab9e7da21b96f42bb\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Benennung Ursula von der Leyens zur k&uuml;nftigen Verteidigungsministerin ist in der Tat eine politische &Uuml;berraschung. Wenig &uuml;berraschend ist indes die Reaktion der Medien auf diese Personalie. 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