{"id":1979,"date":"2007-01-03T10:23:02","date_gmt":"2007-01-03T09:23:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1979"},"modified":"2007-01-03T10:23:02","modified_gmt":"2007-01-03T09:23:02","slug":"hinweise-des-tages-296","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1979","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Arbeitslosigkeit als Mittel zum Zweck<\/strong><br>\nNicht das &laquo;Modell Deutschland&raquo; ist an der Massenarbeitslosigkeit schuld. Es wird den Interessen von Eliten geopfert, sagt Arne Heise. Die Netzeitung sprach mit dem Wirtschafts- Wissenschaftler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/voiceofgermany\/385750.html\">Netzeitung<\/a>\n<p><em>Anmerkung: Das Interview mit Arne Heise, Professor f&uuml;r Finanzwissenschaft am Departement Wirtschaft und Politik der Universit&auml;t Hamburg, war schon im M&auml;rz 2006 in der Netzeitung erschienen. Wir weisen dennoch darauf hin, weil Heise darin mit deutlichen Worten aufzeigt, wie die Partikularinteressen einer selbsternannten Elite zu Allgemeininteressen umdefiniert werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Kanzleramt will befristete Besch&auml;ftigung erleichtern<\/strong><br>\nKanzleramtsminister Thomas de Maizi&egrave;re hat sich f&uuml;r eine weitere Lockerung des Arbeitsrechts ausgesprochen. Neben einer von der Regierung bereits beschlossenen Neuregelung befristeter Arbeitsverh&auml;ltnisse f&uuml;r &Auml;ltere will er wiederholte Arbeitsvertr&auml;ge auf Zeit generell erleichtern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/news\/printpage.aspx?_p=200050&amp;_t=ftprint&amp;_b=1198752\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em>Anmerkung: Es scheint weder de Maizi&egrave;re noch das Handelsblatt zu st&ouml;ren, dass die Lockerung des K&uuml;ndigungsschutzes nachweislich nicht zu mehr Neueinstellungen f&uuml;hrt. Wir erinnern dazu an den Hinweis des Tages Nr. 6 vom 6.11.2006:<br>\n&bdquo;Nach einer Studie hat die Lockerung des K&uuml;ndigungsschutzes weder zu nennenswerten Neueinstellungen noch zu mehr Entlassungen gef&uuml;hrt. Die Untersuchung wurde vom Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit erstellt. Auch dort, wo es keinen K&uuml;ndigungsschutz gebe, habe die Besch&auml;ftigungsdynamik nicht zugenommen.&ldquo;<br>\nDe Maizi&egrave;re reagierte mit seinem Brief auf einen Vorsto&szlig; des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE) und des Handelsverbands BAG. Der HDE ist zurzeit noch auf einem anderen Feld aktiv: &bdquo;Einzelhandelsverband: Verk&auml;ufer sollen <a href=\"http:\/\/shortnews.stern.de\/feedback.cfm?fanz=1&amp;rubrik=Wirtschaft&amp;fbid=2882730\">keine Abendzuschl&auml;ge mehr erhalten<\/a>&ldquo;.<br>\nMitarbeitern ohne K&uuml;ndigungsschutz f&auml;llt es erheblich schwerer, sich gegen solche Pl&auml;ne zur Wehr zu setzen. Kanzleramtsminister Thomas de Maizi&egrave;re hat mit seinem Vorsto&szlig; Partei gegen die Besch&auml;ftigten im Einzelhandel ergriffen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Jahr 2006: 0,7% mehr Erwerbst&auml;tige als ein Jahr zuvor &ndash; haupts&auml;chlich durch 1-Euro-Jobs<\/strong><br>\nDas Statistische Bundesamt stellt fest: &bdquo;Der Anstieg der Erwerbst&auml;tigenzahl von 0,7% war die st&auml;rkste Besch&auml;ftigungszunahme im Vorjahresvergleich seit dem Jahr 2000.&ldquo; Allerdings:<br>\n&bdquo;W&auml;hrend im Jahr 2005 &uuml;berwiegend die F&ouml;rderung der Selbstst&auml;ndigkeit von Bedeutung war, z&auml;hlten im Jahr 2006 im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitsgelegenheiten nach der Mehraufwandsvariante (sogenannte 1-Euro-Jobs) zu dem zahlenm&auml;&szlig;ig bedeutendsten Instrument der Besch&auml;ftigung schaffenden Ma&szlig;nahmen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/presse\/deutsch\/pm2007\/p0010031.htm\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/li>\n<li><strong>Orwells &ldquo;Neusprech&rdquo; in der Gesundheitspolitik<\/strong><br>\nWenn man die Gesetze des Marktes schleichend und jetzt verbindlich auf die Krankenbehandlung &uuml;bertr&auml;gt, richtet man schweren Schaden an. Die Beziehung zwischen Partnern in einer Gesundheits&ouml;konomie ist mit der zwischen Patienten und Therapeuten kaum vereinbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/kultur_und_medien\/feuilleton\/?em_cnt=1041628\">FR<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Wahlk&auml;mpfe machen Gef&auml;ngnisse voll<\/strong><br>\nH&auml;rtere Urteile sorgen f&uuml;r volle Haftanstalten: Der Strafrechtler Johannes Feest f&uuml;hrt die steigenden Gefangenenzahlen auf zunehmenden Populismus von Politikern und Medien zur&uuml;ck. Die Gef&auml;ngnispopulation w&auml;chst, ohne dass die Kriminalit&auml;t steigt, die nahm teilweise sogar ab. Manchmal, wie in Hamburg, laufe es aber auch umgekehrt<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/01\/02\/a0075.1\/textdruck\">TAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Neopopulismus oder Emanzipation?<\/strong><br>\nDie interessierten Betrachter stehen vor der Frage, ob der &ldquo;Neopopulismus&rdquo; in Lateinamerika en vogue ist oder ob dort zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine Entwicklung begonnen hat, welche die politische Landschaft in der Region nachhaltig zum Nachteil der Interessen der USA &ndash; und auch der EU &ndash; und zum Vorteil der jeweiligen Gesellschaften ver&auml;ndern k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/publikationen\/C0BDW0,0,0,Neopopulismus_oder_Emanzipation.html\">Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung<\/a><\/li>\n<li><strong>Deutschland ist eine Steueroase: Verm&ouml;gensbesteuerung im internationalen Vergleich<\/strong><br>\n16 Milliarden Euro mehr k&ouml;nnte Deutschland j&auml;hrlich einnehmen. Durch die Verm&ouml;gensteuer. Und vier Milliarden mit einer verbesserten Erbschaftsteuer. 20 Milliarden Euro mehr, die f&uuml;r Bildung dringend gebraucht werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wipo.verdi.de\/wirtschaftspolitik_aktuell\/data\/07_01_Vermoegensteuer.pdf\">ver.di Wirtschaftspolitik aktuell [pdf &ndash; 60KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>IAB: 160.000 Jugendliche ohne Lehrstelle<\/strong><br>\nNach Ansicht des Institutes f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sind im vergangenen Jahr 160.000 Jugendliche bei der Suche nach einer Lehrstelle erfolglos gewesen. Die Zahl liegt deutlich h&ouml;her als die von der Bundesregierung ver&ouml;ffentlichte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,457473,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>NRW-Bezirksleiter Detlef Wetzel &uuml;ber die Tarifrunde 2007 und den Vormarsch der Zeitarbeiter<\/strong><br>\nViele Unternehmen holen nicht mehr nur Zeitarbeiter ins Haus, um Auftragsspitzen abzubauen oder kurzfristige Personalengp&auml;sse auszugleichen. Billige Zeitarbeiter ersetzen seit etwa zwei Jahren immer h&auml;ufiger Stammkr&auml;fte und verdr&auml;ngen sie sogar. Bei BMW in Leipzig sind bereits ein Drittel der Besch&auml;ftigten Zeitarbeiter. Diese Entwicklung bedroht Jobs und untergr&auml;bt alle Tarifstandards. Das Problem f&uuml;r uns ist, dass die Zeitarbeits-Tarife deutlich unter denen der Metall-Industrie liegen. Wir m&uuml;ssen also durchsetzen, dass gleiche Arbeit auch gleich bezahlt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/.bin\/_print.php\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2007\/0102\/wirtschaft\/0013\/index.html?group=berliner-zeitung;sgroup=;day=today;suchen=1;keywords=Detlef%20Wetzel;search_in=archive;match=strict;author=;ressort=;von=1.4.2006;bis=;mark=detlef%20wetzel%20\">Berliner Zeitung <\/a><\/li>\n<li><strong>IAB-Studie: Mehrwertsteuer-Erh&ouml;hung kostet innerhalb von drei Jahren 190 000 Stellen<\/strong><br>\nDie Zusatzeinnahmen aus der Mehrwertsteuer dienen unterm Strich vollst&auml;ndig der Konsolidierung des Haushalts. Dies kostet kurzfristig 190.000 Arbeitspl&auml;tze, weil der Wirtschaft Nachfrage entzogen wird. W&uuml;rden die Mittel aus der Mehrwertsteuererh&ouml;hung stattdessen daf&uuml;r verwendet, die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge zu senken, w&auml;re nach drei Jahren mit einem zus&auml;tzlichen Besch&auml;ftigungseffekt von 180.000 Personen zu rechnen. Langfristig wirke sich aber auch ein verringerter Schuldenstand positiv auf den Arbeitsmarkt aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2006\/kb2906.pdf\">IAB Kurzbericht  [pdf &ndash; 564KB]<\/a>\n<p><em>Anmerkung: Langfristig sollen aber die Vorteile des Sparens &uuml;berwiegen? On the long run we are all dead.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gefahr f&uuml;r den Euro droht von innen<\/strong><br>\nDie wachsende Kluft bei der Wettbewerbsf&auml;higkeit der einzelnen L&auml;nder f&uuml;hrt zu Spannungen. Bei niedrigem Produktivit&auml;tswachstum sind die Lohnst&uuml;ckkosten im &bdquo;Club Med&ldquo; deutlich st&auml;rker gestiegen als etwa in Deutschland. Der ehemalige EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing setzt auf &bdquo;pathologisches Lernen&ldquo;, das bedeutet die in ihrer Wettbewerbsf&auml;higkeit zur&uuml;ckfallenden L&auml;nder m&uuml;ssten ihre Volkswirtschaft &bdquo;ausreichend reformieren&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/news\/Politik\/International\/_pv\/_p\/200051\/_t\/ft\/_b\/1198782\/default.aspx\/gefahr-fuer-den-euro-droht-von-innen.html\">Handelsblatt<\/a> \n<p><em>Anmerkung: Jetzt best&auml;tigen es auch die europ&auml;ischen Banker, dass Deutschland mit seinen &bdquo;Reformen&ldquo; des Sozialstaats und seinen niedrigen Lohnst&uuml;ckkosten seine europ&auml;ischen Partner niederkonkurriert. Sie ziehen daraus allerdings die Konsequenz, dass die anderen Europ&auml;er dem Steuer-, Lohn- und Sozialdumping der Deutschen zu folgen haben. Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Arbeitnehmern zur Rettung des Euros?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-1979","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1979","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1979"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1979\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1979"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1979"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1979"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}