{"id":19800,"date":"2014-01-03T09:21:37","date_gmt":"2014-01-03T08:21:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800"},"modified":"2015-11-09T14:10:37","modified_gmt":"2015-11-09T13:10:37","slug":"hinweise-des-tages-2036","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h01\">Mythos: &bdquo;Wir haben alle &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse gelebt&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h02\">Staatssekret&auml;r Asmussen: &bdquo;Geld allein macht auch nicht gl&uuml;cklich&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h03\">Pofallas Wechsel in die Wirtschaft &ndash; Fragw&uuml;rdiger Bund mit der Bahn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h04\">Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit in Europa: Duisburg macht Schule<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h05\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h06\">&Uuml;berall unvollendete Baustellen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h07\">Paul Krugman: Brechendes Fiskalfieber<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h08\">Anstieg der Erwerbst&auml;tigkeit im Jahr 2013 verlangsamt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h09\">Darf es ein bisschen mehr sein?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h10\">Hartz IV<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h11\">Roboter r&uuml;cken bei Amazon vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h12\">Wolfgang Hetzer: Finanzindustrie &ndash; oder Organisierte Kriminalit&auml;t?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h13\">Der Bahnkunde als Feind<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h14\">Kohle f&uuml;r Kohle: Wie Lobbyisten und Gro&szlig;koalition&auml;re gemeinsam profitieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h15\">Arno Kl&ouml;nne: Kommt das Parteienkartell unter Druck?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h16\">Joseph E. Stiglitz: S&uuml;dafrika bricht aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h17\">G9: Wie lange noch?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h18\">Die Kristallkugel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h19\">RTL und Sat.1 sind Verlierer des Jahres<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800#h20\">Rezension: Wolfgang Bittner, Hellers allm&auml;hliche Heimkehr &ndash; Eine Entf&uuml;hrung in die Wirklichkeit<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19800&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Mythos: &bdquo;Wir haben alle &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse gelebt&ldquo;<\/strong><br>\nMit dem Andauern der Krise findet auch ein st&auml;ndiger Kampf um Bedeutungshoheit statt. Aus der Finanzkrise wurde eine Schuldenkrise, und auf individueller Ebene hei&szlig;t es nun: &bdquo;Wir haben &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse gelebt&ldquo;. &Uuml;bersetzt hei&szlig;t das: Erstens k&ouml;nnen wir uns einen angeblich zu gener&ouml;sen Sozialstaat nicht leisten. Zweitens seien wir alle &bdquo;selbst schuld&ldquo;, weil wir alle &uuml;berm&auml;&szlig;ig vom Sozialstaat profitieren. Die Schlussfolgerungen aus dieser Analyse sind bekannt: Sparen, sparen, sparen. Einerseits bei &ouml;ffentlichen Ausgaben, andererseits auch im Privaten. Wir werden dazu angehalten, weniger zu konsumieren, aber auch Lohnsenkungen und weniger Sozialleistungen in Kauf zu nehmen. Denn die Staatsschulden betreffen uns alle und m&uuml;ssen deshalb solidarisch von allen getragen werden &ndash; auch wenn das hei&szlig;t, &bdquo;den G&uuml;rtel enger zu schnallen&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/mythos-wir-haben-alle-ueber-unsere-verhaeltnisse-gelebt\/\">Blog Arbeit&amp;Wirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Staatssekret&auml;r Asmussen: &bdquo;Geld allein macht auch nicht gl&uuml;cklich&ldquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Das Gesamtpaket aus Beruf und Privatem ist einfach besser. Wenn man pendelt, nimmt man nicht regelm&auml;&szlig;ig am Familienleben teil. Man ist einfach raus.&rdquo; Um wieder rein zu kommen, nimmt der 47-J&auml;hrige ordentliche finanzielle Einbu&szlig;en in Kauf. Er verdient rund 150.000 Euro pro Jahr weniger als bei der EZB. &ldquo;Ja, ich verzichte auf viel Geld&rdquo;, sagt Asmussen. Aber: &ldquo;Geld allein macht echt nicht gl&uuml;cklich.&rdquo; Au&szlig;erdem k&ouml;nne man &ldquo;auch von einem Staatssekret&auml;rsgehalt sehr, sehr gut leben&rdquo;&hellip;<br>\nZu seinen gro&szlig;en Projekten im Arbeitsministerium z&auml;hlt deshalb neben Mindestlohn und den &Auml;nderungen an der Rente auch der Versuch, die Arbeitswelt familienfreundlicher zu gestalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/joerg-asmussen-im-stern-geld-allein-macht-auch-nicht-gluecklich-2080363.html\">stern.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sicher, mit einem Staatssekret&auml;rsgehalt kann man &bdquo;sehr, sehr gut leben&ldquo;, da kann man ruhig auf 150.000 Euro pro Jahr verzichten. Ob Asmussen wohl schon einmal dar&uuml;ber nachgedacht hat, wie man mit einem Mindestlohn von 8,50 Euro leben kann und wie &bdquo;familienfreundlich&ldquo; ein solches Einkommen ist?<\/em><\/p>\n<p>Dazu: <strong>Dies sind Merkels einflussreichste Neben-Minister<\/strong><br>\nStaatssekret&auml;re stehen im Politikbetrieb in der zweiten Reihe. Manche geben nur den Gr&uuml;&szlig;august. Doch andere haben fast so viel Macht wie ihre Minister. Eine Vorstellung der M&auml;chtigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article123448742\/Dies-sind-Merkels-einflussreichste-Neben-Minister.html\">Die Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Pofallas Wechsel in die Wirtschaft &ndash; Fragw&uuml;rdiger Bund mit der Bahn<\/strong><br>\nSein Wechsel zur Deutschen Bahn wirft eine ganze Reihe heikler Fragen auf. Musste Ronald Pofalla untergebracht werden? Ist der Posten die Belohnung daf&uuml;r, dass sich der ehemalige Kanzleramtschef mehrmals f&uuml;r das Unternehmen eingesetzt hat? Regierung und Bahn werden Aufkl&auml;rung bieten m&uuml;ssen&hellip;<br>\nDenn genau wie bei dem fr&uuml;heren Staatsminister im Kanzleramt, Eckart von Klaeden, der als Cheflobbyist zu Daimler wechselte, wirft die Personalie eine ganze Reihe heikler Fragen auf.<br>\nZwar war die Sache bei Klaeden noch einen Tick befremdlicher, schlie&szlig;lich war der CDU-Politiker bei Bekanntwerden seines bevorstehenden Wechsels in die Wirtschaft noch im Amt und dachte zun&auml;chst auch gar nicht daran, seine Position im Kanzleramt vorzeitig aufzugeben&hellip;<br>\nBahn-Chef R&uuml;diger Grube k&ouml;nnte ihm den Posten auch als Dank daf&uuml;r angeboten haben, dass sich Pofalla zuletzt sowohl in Berlin als auch in Br&uuml;ssel mehrmals f&uuml;r die Bahn eingesetzt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/pofallas-wechsel-in-die-wirtschaft-fragwuerdiger-bund-mit-der-bahn-1.1855110\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Bahn ist zu hundert Prozent im Staatsbesitz, im Aufsichtsrat sitzen drei Staatssekret&auml;re. Der Umstieg in ein Vorstandsressort der Bahn f&uuml;r Politik und Wirtschaft ist also gesichert. Und rund eine Verzehnfachung des Jahreseinkommens auch. Ein Vorstandsposten bei der Bahn wird mit 1,3 bis 1,8 Millionen Euro im Jahr verg&uuml;tet. Das passt richtig gut zusammen mit der j&uuml;ngsten Fahrpreiserh&ouml;hung der Bahn.<br>\nDa l&auml;sst sich Pofalla noch bei der letzten Wahl in den Bundestag w&auml;hlen und wenige Monate geht er durch die Dreht&uuml;r in die Wirtschaft.<br>\nEin weiteres Beispiel f&uuml;r die Verwilderung der Sitten. Wie hie&szlig; es doch noch im Koalitionsvertrag:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Um den Anschein von Interessenkonflikten zu vermeiden, streben wir f&uuml;r ausscheidende Kabinettsmitglieder, Parlamentarische Staatssekret&auml;rinnen und Staatssekret&auml;re und politische Beamtinnen und Beamte eine angemessene Regelung an.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit in Europa: Duisburg macht Schule<\/strong><br>\n2013 ist die Zahl der rum&auml;nischen und bulgarischen Zuwanderer in Duisburg enorm gestiegen. Die klamme Stadt bem&uuml;ht sich um ihre Integration.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Arbeitnehmerfreizuegigkeit-in-Europa\/!130213\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>NSA-Totalaussp&auml;hung: FDP-Politiker Baum setzt auf Generalbundesanwalt<\/strong><br>\nDie j&uuml;ngst durch den SPIEGEL bekannt gewordenen Aussp&auml;h-Methoden der NSA sorgen weiter f&uuml;r Emp&ouml;rung. Der fr&uuml;here Bundesinnenminister Gerhart Baum fordert den Generalbundesanwalt auf, in der Sache t&auml;tig zu werden. Ein fr&uuml;heres Grundsatzurteil zu Online-Aussp&auml;hungen sei betroffen&hellip;<br>\n&ldquo;Ich fordere den Generalbundesanwalt auf, Ermittlungen aufzunehmen, auch wegen der fr&uuml;heren Entwicklungen von Edward Snowden. Auf welche Beweise will er denn noch warten? Er sollte damit beginnen, Ermittlungen gegen die TAO-Verbindungsstelle in Darmstadt aufzunehmen. Will er sich denn dem Vorwurf der Rechtsvereitelung im Amt aussetzen?&rdquo;, fragt sich Baum. Doch die Generalbundesanwaltschaft reagierte bislang im Fall NSA und Snowden-Ermittlungen zur&uuml;ckhaltend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/nsa-fdp-politiker-baum-fuer-eingreifen-des-generalbundesanwalts-a-941418.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu nochmals <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19196\">&bdquo;NSA: Ohnmacht des Rechtsstaats?&ldquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Edward Snowden, Whistle-Blower<\/strong><br>\nConsidering the enormous value of the information he has revealed, and the abuses he has exposed, Mr. Snowden deserves better than a life of permanent exile, fear and flight. He may have committed a crime to do so, but he has done his country a great service. It is time for the United States to offer Mr. Snowden a plea bargain or some form of clemency that would allow him to return home, face at least substantially reduced punishment in light of his role as a whistle-blower, and have the hope of a life advocating for greater privacy and far stronger oversight of the runaway intelligence community.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/01\/02\/opinion\/edward-snowden-whistle-blower.html?hp&amp;rref=opinion\">The New York Times<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bemerkenswert: Die Chefredaktion der New York Times appelliert an Barak Obama, Edward Snowden vorm Exil und vor der Strafjustiz in den USA zu bewahren.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>&Uuml;berall unvollendete Baustellen<\/strong><br>\nDie Reduzierung der Anleihenk&auml;ufe in den USA und die gestiegene Zuversicht in der Euro-Zone sind nur ein Anfang einer langen Reise der Normalisierung. Die heisse Phase der Krise mag vor&uuml;ber sein &ndash; zumindest vorerst &ndash;, aber die Gefahr h&auml;lt an, dass die Region noch w&auml;hrend Jahren mit ihren ausgepr&auml;gten wirtschaftlichen Ungleichgewichten k&auml;mpfen muss. Wie schwierig es sein wird, eine bessere Ausgeglichenheit zu erreichen, zeigt das Beispiel der riskanten, wieder enger gewordenen Verkn&uuml;pfung von systemrelevanten europ&auml;ischen Grossbanken mit ihren Heimatstaaten: Nach Angaben der Europ&auml;ischen Bankenaufsicht (EBA) stieg innerhalb eines Jahres der Anteil spanischer Banken an den von den 64 untersuchten Instituten insgesamt gehaltenen spanischen Staatsanleihen von 83% auf 86%; f&uuml;r Italien und Griechenland ergaben sich Konzentrationen von 68% auf 75% bzw. von 70% auf 99%. Die besseren konjunkturellen Daten der Euro-Zone sollten nicht &uuml;ber das Ausmass der noch zu &uuml;berwindenden H&uuml;rden hinwegt&auml;uschen. Ein Bild voller Grimm hat Jamie Dannhauser, Analytiker bei der Lombard Street Research, gemalt. Er sieht eine Euro-Zone der zwei Geschwindigkeiten. Die R&uuml;ckkehr der aggregierten Leistungsbilanz der Euro-Schuldnerl&auml;nder zu einem &Uuml;berschuss sei zu einem grossen Teil weniger auf wirtschaftliche Reformen als auf zyklische Einfl&uuml;sse und vor allem auf Entwicklungen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, die eine Versch&auml;rfung der internen Instabilit&auml;t bedeuteten. So sei es in Spanien und Italien nicht zu einer sinnvollen internen Abwertung gekommen. Vielmehr seien die effektiv bezahlten L&ouml;hne in der herstellenden Industrie seit 2008 schneller gewachsen als in Deutschland, und der Anpassungsprozess laufe &uuml;ber einen Abbau von Arbeitspl&auml;tzen und eine Massenarbeitslosigkeit ab. Viel wird &uuml;ber die hohen Staatsschulden diskutiert. Weniger beachtet wird dagegen die Verschuldung der privaten Haushalte und der Unternehmen (ohne Finanzinstitute). Sie ist in der Euro-Zone (ohne Deutschland) in zehn Jahren von rund 130% auf fast 180% gestiegen und hat sich auf diesem Niveau stabilisiert. Ein Abbau sei bisher in den meisten Schuldenstaaten vermieden worden, bedauert Dannhauser. Eine Ausnahme macht Spanien, wo allerdings die private Verschuldung sehr rasch gestiegen war. Ein &laquo;Deleveraging&raquo; zur Minderung der Risiken f&uuml;r Unternehmen und Haushalte und zu neuem Wachstum sei unumg&auml;nglich. Sonst w&uuml;rden bei einem Anstieg der Zinsen bei sehr vielen Unternehmen die Betriebsergebnisse nicht mehr die Schuldzinsen decken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/anleihen\/ueberall-unvollendete-baustellen-1.18209844?extcid=Newsletter_23122013_Top-News_am_Morgen\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Zun&auml;chst vielleicht ganz kurz zu einem Wort, das auch in diesem Artikel ganz am Anfang erscheint und schon seit etlichen Monaten durch die Wirtschaftsseiten  der Zeitungen geistert: Tapering. &ldquo;To taper&rdquo; hei&szlig;t abnehmen, schw&auml;cher werden. To taper (off) sth. hei&szlig;t etwas etw. ausschleichen, langsam reduzieren. In der Geldpolitik wird der Begriff Tapering f&uuml;r die langsame R&uuml;ckf&uuml;hrung expansiver geldpolitischer Ma&szlig;nahmen (quantitative Easing) verwendet. Darunter f&auml;llt die vor einigen Tagen vorgenommene Reduktion des Ankaufprogrammes f&uuml;r Staatsanleihen und Immobilienpapiere durch die US-Notenbank. Zur Freude der Aktienm&auml;rkte fiel diese Reduktion relativ milde aus. Das FED reduziert um 10 Milliarden Dollar und pumpen damit &ldquo;nur noch&rdquo; 75 Milliarden Dollar pro Monat in die M&auml;rkte. Als im Mai nach einer Andeutung von Ben Bernanke die Spekulationen &uuml;ber &ldquo;Tapering&rdquo; einsetzten, begannen Anleger ihr Geld aus US-Staatsanleihen abzuziehen. Die Kurse sanken, die Zinsen stiegen spiegelbildlich. Entscheidend d&uuml;rfte zurzeit sein, dass der US-Leitzins weiterhin auf dem historischen Tiefstand zwischen Null und 0,25 Prozent bleibt (seit Ende 2008). Auf seiner letzten Pressekonferenz als FED-Pr&auml;sident Ben Bernanke hatte gesagt: &ldquo;Die Wirtschaftserholung ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Zinsen bleiben niedrig, selbst wenn die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent f&auml;llt.&rdquo;<br>\nSollte die oben erw&auml;hnte Zuversicht in der Eurozone tats&auml;chlich auf dem BIP-Wachstum von 0,1 Prozent im 3.Quartal 2013  beruhen? Zumindest tun viele offizielle Stellen und nat&uuml;rlich die Medien so. Andreas Uhlig schr&auml;nkt allerdings gleich ein: &ldquo;Die heisse Phase der Krise mag vor&uuml;ber sein &ndash; zumindest vorerst &ndash;, aber die Gefahr h&auml;lt an.&rdquo;  Jamie Dannhauser m&ouml;chte man gerne fragen, wie es anzustellen sei, in Spanien und Italien zu einer &ldquo;sinnvollen internen Abwertung&rdquo; zu kommen &ndash; ganz zu schweigen von den nicht endenden K&uuml;rzungen des Staatshaushalts -, ohne einen Abbau von Arbeitspl&auml;tzen und eine Massenarbeitslosigkeit zu riskieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Paul Krugman: Brechendes Fiskalfieber<\/strong><br>\nDie Unnachgiebigkeit  der Rechten war nicht die einzige Krankheit, unter der Amerikas Staatswesen 2012 litt. Wir hatten auch das Fiskalfieber: dieses Insistieren seitens buchst&auml;blich des gesamten Politik- und Medienestablishments, Haushaltdefizite seien unser wichtigstes und dringlichstes Wirtschaftsproblem, und das, obwohl die Regierung zu unglaublich niedrigen Zinsen Geld aufnehmen konnte. Anstatt &uuml;ber Massenarbeitslosigkeit und die rapide ansteigende Ungleichheit zu reden, war Washington fast ausschlie&szlig;lich auf die angeblich zwingende Notwendigkeit fixiert, die Staatsausgaben zu k&uuml;rzen (was die Krise am Arbeitsmarkt verschlimmern sollte) und auf das soziale Sicherheitsnetz einzudreschen (was die Ungleichheit noch verschlimmerte).<br>\nAlso die gute Nachricht ist, dass dieses Fieber endlich gebrochen ist, im Gegensatz zu dem der Tea Party.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2013\/12\/30\/opinion\/krugman-fiscal-fever-breaks.html?_r=0\">New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Anstieg der Erwerbst&auml;tigkeit im Jahr 2013 verlangsamt<\/strong><br>\nIm Jahr 2013 waren durchschnittlich 41,78 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbst&auml;tig, 232 000 Personen oder 0,6 % mehr als ein Jahr zuvor. Damit fiel nach ersten vorl&auml;ufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) der Anstieg der Erwerbst&auml;tigkeit im Jahr 2013 nur noch etwa halb so hoch aus wie im Durchschnitt der Jahre 2011 und 2012, als die Zahl der Erwerbst&auml;tigen noch um 554 000 Personen (+ 1,4 %) beziehungsweise um 444 000 Personen (+ 1,1 %) zugenommen hatte. Gleichwohl erreichte die Zahl der Erwerbst&auml;tigen in Deutschland auch im Jahr 2013 &ndash; im siebten Jahr in Folge &ndash; einen neuen H&ouml;chststand&hellip;<br>\nIn den Dienstleistungsbereichen wuchs die Zahl der Erwerbst&auml;tigen mit Arbeitsort in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2013 insgesamt um 227 000 Personen (+ 0,7 %). Den gr&ouml;&szlig;ten Anteil daran hatten die unternehmensnahen Dienstleistungen mit einem Plus von 122 000 Erwerbst&auml;tigen (+ 2,2 %) im Vorjahresvergleich, gefolgt von den &Ouml;ffentlichen Dienstleistern, Erziehung, Gesundheit mit + 99 000 Erwerbst&auml;tigen (+ 1,0 %). Dabei war der Zuwachs bei den unternehmensnahen Dienstleistungen im Jahr 2013 gr&ouml;&szlig;er als im Jahr 2012, w&auml;hrend er bei den &Ouml;ffentlichen Dienstleistern, Erziehung, Gesundheit nahezu unver&auml;ndert blieb. Auch die produzierenden Bereiche verzeichneten 2013 Besch&auml;ftigungsgewinne; sie fielen jedoch geringer aus als im Jahr zuvor. Im Jahr 2013 erh&ouml;hte sich die Zahl der Erwerbst&auml;tigen im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) um 17 000 Personen (+ 0,2 %) und im Baugewerbe um durchschnittlich 20 000 Personen (+ 0,8 %). In der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei sank hingegen die Zahl der Erwerbst&auml;tigen im Jahresdurchschnitt 2013 um 31 000 Personen (&ndash; 4,6 %) unter das Vorjahresergebnis.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2014\/01\/PD14_001_13321.html;jsessionid=316ADABD0D266FE74418ED4612D199F8.cae1\">Statistisches Bundesamt<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu nochmals die gestrige <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19791#h03\">Meldung zum Arbeitsvolumen<\/a>, das sich seit den 90er Jahren verringert hat und wo sich vor allem der Anteil der Teilzeitarbeit erh&ouml;ht hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Darf es ein bisschen mehr sein?<\/strong><br>\nArmut als Ware in der Goodwill-Industrie<br>\nVon ihrem Gr&uuml;ndungsmythos, der Tafelidee (die so viele Menschen &ldquo;charmant&rdquo; oder &ldquo;&uuml;berzeugend&rdquo; finden), entfernt sich die Tafelbewegung immer h&auml;ufiger. Vor 20 Jahren bestand diese Idee darin, &uuml;berfl&uuml;ssige aber noch verzehrf&auml;hige Lebensmittel an bed&uuml;rftige Menschen zu verteilen. Inzwischen ist Armenspeisung zu einem marktf&ouml;rmigen Unternehmen geworden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/40\/40649\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Hartz IV<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Leiharbeiter entscheiden &uuml;ber Hartz IV<\/strong><br>\nF&uuml;nf Besch&auml;ftigte des Jobcenters in der Kreisstadt Oranienburg haben keine regul&auml;ren Dienstvertr&auml;ge, sondern sind bei der kreiseigenen Wirtschaftsf&ouml;rderungsgesellschaft Oberhavel (WFO) angestellt. Dort werden sie nach Leiharbeitstarif bezahlt, sagt Kreissprecher Ronny Wappler. Das bedeutet, dass sie nur etwa halb so viel wie ihre festangestellten Kollegen verdienen.<br>\nAus Sicht der Linken im Kreistag ist das ein skandal&ouml;ser Zustand. &bdquo;Einen Dumpinglohn f&uuml;r diese Art von Arbeit darf es nicht geben&ldquo;, sagt der Abgeordnete Peter Ligner. Auch die Gewerkschaft Verdi erhebt Einspruch. &bdquo;Leiharbeit ist dazu da, Engp&auml;sse zu &uuml;berbr&uuml;cken&ldquo;, sagt Verdi-Sekret&auml;r Werner Roepke. Wenn Leiharbeiter &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum eingesetzt w&uuml;rden, gehe es oft nur darum, Kosten zu sparen.<br>\nDie Leiharbeiter im Jobcenter Oberhavel k&uuml;mmern sich vor allem um die Archivierung von Akten, arbeiten aber auch als Urlaubsvertretung in der Leistungsgew&auml;hrung, so die Auskunft des Kreises. Dabei kommen sie zwar nicht direkt als Fallmanager oder Vermittler mit den Arbeitslosen in Kontakt, bearbeiten aber deren Antr&auml;ge auf Hilfsleistungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.maz-online.de\/Brandenburg\/Leiharbeiter-entscheiden-ueber-Hartz-IV\">M&auml;rkische Allgemeine<\/a><\/li>\n<li><strong>Keine &Uuml;bernahme von Fahrtkosten durch das JobCenter f&uuml;r den Umgang der Gro&szlig;mutter mit ihrer Enkelin<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.landessozialgericht.niedersachsen.de\/portal\/live.php?navigation_id=16880&amp;article_id=120753&amp;_psmand=100\">Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> &sect; 21 Mehrbedarfe (in der Fassung vom 13. Mai 2011)<br>\n(1) Mehrbedarfe umfassen Bedarfe nach den Abs&auml;tzen 2 bis 6, die nicht durch den Regelbedarf abgedeckt sind.<br>\n[&hellip;]<br>\n(6) Bei Leistungsberechtigten wird ein Mehrbedarf anerkannt, soweit im Einzelfall ein unabweisbarer, laufender, nicht nur einmaliger besonderer Bedarf besteht. Der Mehrbedarf ist unabweisbar, wenn er insbesondere nicht durch die Zuwendungen Dritter sowie unter Ber&uuml;cksichtigung von Einsparm&ouml;glichkeiten der Leistungsberechtigten gedeckt ist und seiner H&ouml;he nach erheblich von einem durchschnittlichen Bedarf abweicht.<br>\n[&hellip;].<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Roboter r&uuml;cken bei Amazon vor<\/strong><br>\nEs ist nun mehr als ein Jahr her, seit der gro&szlig;e amerikanische Allesverk&auml;ufer Amazon siebenhundert Millionen Dollar auf den Tisch legte und eine Firma erwarb, die zwei zusammengeh&ouml;rige Produkte entwickelt: Roboter mit der passenden spezialisierten Software f&uuml;r die Abwicklung von Bestellungen. Die Rede ist von Kiva Systems aus Massachusetts. Die vor zehn Jahren gegr&uuml;ndete Firma Kiva bietet jedoch Systeme an, die ein Warenlager selbst&auml;ndig, parallel arbeitend und jeden Tag rund um die Uhr betreiben: Jedes der Systeme ordnet und sortiert alle Gegenst&auml;nde in den Hallen und bewegt sie bei Bedarf zur gew&uuml;nschten Position. Das hei&szlig;t, dass kein Lagerarbeiter mehr zum Regal gehen muss, sondern jede gesuchte Ware zum richtigen Zeitpunkt direkt vor den Packplatz gefahren wird. Die Roboter von der Gr&ouml;&szlig;e eines anst&auml;ndigen Rasenm&auml;hers schieben sich jeweils unter das Regal, heben es wenige Zentimeter an und bef&ouml;rdern es zur von der zugeh&ouml;rigen Software festgelegten Position.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/aus-dem-maschinenraum\/aus-dem-maschinenraum-roboter-ruecken-bei-amazon-vor-12685684.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die FAZ kann es nicht lassen und versucht die Streiks bei Amazon und die Einf&uuml;hrung des Mindestlohns mit dem Automatisierungspotential zu verkn&uuml;pfen. &ldquo;Sobald durch Mindestlohn oder Tarifvereinbarungen die Kosten f&uuml;r die Arbeiter diejenigen eines Kiva-Robotersystems &uuml;berschreiten, wird der Konzern kaum z&ouml;gern, die l&auml;stigen potentiellen Streikenden &lsquo;freizusetzen&rsquo;.&rdquo;Auch wenn im n&auml;chsten Satz die Notwendigkeit eines fl&auml;chendeckenden Mindestlohns einger&auml;umt wird, &ldquo;um prek&auml;re, unw&uuml;rdige Arbeitsverh&auml;ltnisse zu beenden&rdquo;, so schwingt doch mit, dass dieser nicht zu hoch ausfallen darf, sonst kommen die Roboter. Das ist Unfug und tendenzi&ouml;s. Amazon wie auch Foxconn (in China!), werden unabh&auml;ngig von der Lohnh&ouml;he auf Automatisierung und Roboter setzen. Rund um die Uhr bei gleichbleibender Qualit&auml;t, das ist der Trend &ndash; nicht nur bei Amazon. Wer je einen Blick auf die Karosseriefertigung in einer modernen Automobilproduktion werfen konnte, erblickt ein Roboterballett in einer menschenleeren Halle.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Wolfgang Hetzer: Finanzindustrie &ndash; oder Organisierte Kriminalit&auml;t?<\/strong><br>\nDie amtliche Weisheit ist seit Mai 1990 unver&auml;ndert. Seit dieser Zeit bildet die von der &bdquo;AG Justiz\/Polizei&ldquo; verabschiedete Arbeitsdefinition die Grundlage f&uuml;r die Erhebung der relevanten Daten f&uuml;r das vom Bundeskriminalamt j&auml;hrlich ver&ouml;ffentlichte &bdquo;Bundeslagebild OK&ldquo;. Im ver&ouml;ffentlichten Teil dieses Lagebildes sind vornehmlich statistische Angaben &uuml;ber Verdachtsgr&uuml;nde f&uuml;r ein kriminelles Geschehen zu finden, das aus beh&ouml;rdlicher Sicht bestimmte Kriterien erf&uuml;llt:<br>\n&bdquo;Organisierte Kriminalit&auml;t ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planm&auml;&szlig;ige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf l&auml;ngere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig<br>\na) unter Verwendung gewerblicher oder gesch&auml;fts&auml;hnlicher Strukturen,<br>\nb) unter Anwendung von Gewalt oder anderer zur Einsch&uuml;chterung geeigneter Mittel oder<br>\nc) unter Einflussnahme auf Politik, Medien, &ouml;ffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft<br>\nzusammenwirken.&ldquo;<br>\nF&uuml;r die Qualifizierung mutma&szlig;lich kriminellen Verhaltens als Organisierte Kriminalit&auml;t (OK) m&uuml;ssen alle generellen und zus&auml;tzlich mindestens eines der speziellen Merkmale der Alternativen a) bis c) der OK-Definition vorliegen. Im Jahr 2011 wiesen von 589 Verfahren (2010: 606 Verfahren) insgesamt 541 Verfahren gewerbliche oder gesch&auml;fts&auml;hnliche Strukturen auf. Insgesamt ging die Zahl der Ermittlungsverfahren von 2010 auf 2011 um 2,8 % zur&uuml;ck. In 270 Verfahren kam es zur Anwendung von Gewalt oder anderer zur Einsch&uuml;chterung geeigneter Mittel. Eine Einflussnahme auf Politik, &ouml;ffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft wurde in 165 Verfahren festgestellt. Im Jahre 2010 konnten 288 Ermittlungsverfahren abgeschlossen werden Die Polizei ermittelte 2011 gegen 8.413 Tatverd&auml;chtige (2010: 9.632 Tatverd&auml;chtige). Der Anteil deutscher Staatsangeh&ouml;riger betrug 38,4 % (2010: 36,5 %). Die Schadensh&ouml;he belief sich auf 884 Mio. Euro (2010: 1,65 Mrd. Euro). Als &bdquo;kriminelle Ertr&auml;ge&ldquo; wurden 347 Mio. Euro festgestellt. Bis zum Jahre 2010 hatte man die gesch&auml;tzten Gesamtgewinne dargestellt. Seither erfassen die Polizeidienststellen nur die im Zuge von Finanzermittlungen festgestellten (aus der Tat erlangten) kriminellen Ertr&auml;ge der OK-Gruppierung im jeweiligen Verfahren. Deshalb ist kein Wert aus dem Vorjahr (2010) verf&uuml;gbar. Wie in den Vorjahren fielen auch 2011 die h&ouml;chsten Sch&auml;den (576 Mio. Euro) in der Kriminalit&auml;t im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsleben an (Anteil von 65 % am Gesamtschaden; 2010: ca. 45 %). Im Hinblick auf die Hauptaktivit&auml;tsfelder kommt dem Rauschgifthandel\/-schmuggel eine prominente Stellung zu: 36,7 % im Jahre 2011 (2010: 39,9 %). Danach folgt im gro&szlig;en Abstand die &bdquo;Kriminalit&auml;t im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsleben&ldquo;: 14,8 % (2010: 14,5 %). Die Eigentumskriminalit&auml;t folgt mit 13,1 % (2010: 11,9 %). In weiter zunehmenden Abst&auml;nden folgen Steuer- und Zolldelikte; Schleuserkriminalit&auml;t; F&auml;lschungskriminalit&auml;t; Gewaltkriminalit&auml;t; Kriminalit&auml;t im Zusammenhang mit dem Nachtleben; Geldw&auml;sche; Cybercrime; Waffenhandel\/-schmuggel; Umweltkriminalit&auml;t und sonstige Kriminalit&auml;tsbereiche. Jenseits derartiger statistischer Einzelangaben ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass neben der Pr&uuml;fung der OK-Relevanz aller gemeldeten Verfahren auch eine qualitative Bewertung des Organisations- und Professionalisierungsgrades der OK-Gruppierungen erfolgt, die mit dem &bdquo;OK-Potenzial&ldquo; ausgedr&uuml;ckt wird. Es errechnet sich aus der Anzahl und der Gewichtung der jeweils zutreffenden Indikatoren aus der Liste der &bdquo;Generellen Indikatoren zur Erkennung OK-relevanter Sachverhalte&ldquo;. Dabei geht es im Kern um eine Bewertung der Tatphasen nach Vorbereitung und Planung der Tat, Ausf&uuml;hrung der Tat und der Verwertung der Beute. F&uuml;r die Feststellung der Indikatoren spielen die Ermittlungsdauer und der Ressourceneinsatz eine entscheidende Rolle: Ein niedriges OK-Potenzial l&auml;sst daher nicht ohne Weiteres auf einen geringen Organisations- und Professionalisierungsgrad schlie&szlig;en, wenn dies auf noch unbekannte Aspekte der OK-Gruppierung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/big-business-crime\/finanzindustrie-organisierte-kriminalitaet\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Der Bahnkunde als Feind<\/strong><br>\nDie Bilanz 20 Jahre nach der Bahnreform ist katastrophal: Obwohl die Aktiengesellschaft zig Milliarden an Steuergeldern kassiert hat, wurde fast keines der urspr&uuml;nglichen Ziele erreicht. Und die Kunden sind so unzufrieden wie noch nie&hellip;<br>\nBei Eisenbahn nur Bahnhof zu verstehen ist allerdings keine Besonderheit von Verkehrsministern; die Bahnchefs Heinz D&uuml;rr, Hartmut Mehdorn und R&uuml;diger Grube traten ihren Job im vergleichbaren Zustand der Wissens-Jungfr&auml;ulichkeit an. Und sie haben sich auch ohne B&ouml;rsengang das geg&ouml;nnt, was sie pers&ouml;nlich mit Privatisierung vor allem verbinden. Viel Geld auf dem eigenen Konto. So haben sich die Bez&uuml;ge der Bahnchefs seit Anfang der 90er-Jahre verzwanzigfacht, die Zahlungen an Vorst&auml;nde und Aufsichtsr&auml;te verzehnfacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/macht-markt\/143\/der-bahnkunde-als-feind-1930.html\">Kontext:Wochenzeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Kohle f&uuml;r Kohle: Wie Lobbyisten und Gro&szlig;koalition&auml;re gemeinsam profitieren<\/strong><br>\nBeamte, die mehr als zehn Euro annehmen, gelten als bestechlich. Doch wenn Parteien, deren oberste Funktion&auml;re die Bundesregierung stellen, Millionen kassieren, dann ist das legal. Einzige Bedingung: Gr&ouml;&szlig;ere Zuwendungen m&uuml;ssen ver&ouml;ffentlicht werden. Zwei Gro&szlig;spenden der Evonik Industries AG im November 2013 an SPD und CDU schmecken jedoch nicht nur nach Lobbyismus. Sie riechen auch nach strafbarer Korruption und Untreue. Denn der Essener Chemiekonzern wird ausgerechnet von f&uuml;hrenden Genossen und Christdemokraten kontrolliert&hellip;<br>\nDie Gelder gingen am 15. November 2013 bei den heutigen Berliner Regierungsparteien ein. Damals verhandelten die Gro&szlig;koalition&auml;re unter anderem &uuml;ber die k&uuml;nftige Energiepolitik Deutschlands. Das Ergebnis der GroKo-Feilscherei fiel im Sinne des Spenders aus: statt die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien voranzutreiben, bekr&auml;ftigt der Koalitionsvertrag, dass die &ldquo;konventionellen Kraftwerke (Braunkohle, Steinkohle, Gas) als Teil des nationalen Energiemixes auf absehbare Zeit unverzichtbar&rdquo; sind. Aus Evonik-Sicht ein Segen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/macht-markt\/144\/kohle-fuer-kohle-wie-lobbyisten-und-grosskoalitionaere-gemeinsam-profitieren-1945.html\">Kontext:Wochenzeitung<\/a>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Auch in dieser Woche finden Sie wieder eine Reihe interessanter Beitr&auml;ge in der Kontext:Wochenzeitung, u.a.:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Weniger Werkvertr&auml;ge bei Daimler: Hungerlohn unterm Daimlerstern &ndash; damit hatte niemand gerechnet. Doch Werk- oder Schein-Werkvertr&auml;ge machen es m&ouml;glich. Bei Daimler und anderswo. Jetzt wird sich Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) mit dem Thema befassen m&uuml;ssen.<\/em><\/li>\n<li><em>Politiker zur R&auml;son bringen: Die Frauen(-verb&auml;nde) im Land wollen den M&auml;nnern nicht durchgehen lassen, dass sie ein wichtiges Wahlversprechen von Gr&uuml;n-Rot geopfert haben. N&auml;mlich eine Wahlrechts&auml;nderung, um den traditionell riesigen M&auml;nner&uuml;berhang im Landtag Herr zu werden.<\/em><\/li>\n<li><em>Siggi und das neue Lebensgef&uuml;hl: Die Sonne scheint, die V&ouml;gel zwitschern und die Akten liegen wohl geordnet auf dem Tisch &ndash; Siegfried Kauder f&uuml;hlt sich &bdquo;rundum wohl&ldquo;. Sagt der Ex-CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis, der brutal abgest&uuml;rzt ist.<\/em><\/li>\n<li><em>Wie das Wettern laufen lernte: Warum das &ldquo;Wettern der Wochen&rdquo; nur in gedruckter Form? Peter Grohmann, stadtbekannt als scharfz&uuml;ngiger Kabarettist und gewitzter Moderator kann auch vor der Videokamera reden &ndash; und wie!<\/em><\/li>\n<li><em>Mit freundlichem Abschiedsgru&szlig;: Der Richterin Kathrin von Mengden-Breucker wurden kurze Zeit nach unserer Berichterstattung &ldquo;wegen m&ouml;glicher Befangenheit&rdquo; s&auml;mtliche laufenden Verfahren entzogen, die im Zusammenhang mit Stuttgart 21 stehen.<\/em><\/li>\n<li><em>Zsch&auml;pe &ndash; nur die Spitze des Eisbergs: Noch bevor der NSU-Prozess Mitte April begann, starrten alle auf Beate Zsch&auml;pe. Kontext wollte wissen, welche Rolle Frauen auf Rechtsau&szlig;en spielen. Am 16. Januar 2014 steht das Thema am M&uuml;nchner Oberlandesgericht wieder auf der Tagesordnung.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Kontext:Wochenzeitung im Kiosk und am Samstag als Beilage zur taz.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Arno Kl&ouml;nne: Kommt das Parteienkartell unter Druck?<\/strong><br>\nDas Merkelland. Eine politische Besichtigung &ndash; Teil 4<br>\nDie politische Szene in der Bundesrepublik bietet gegenw&auml;rtig ein Bild stabiler Ordnung: CDU, CSU, SPD und Gr&uuml;ne haben den Parteienmarkt in der Hand und agieren kartellartig, im Wechsel der Koalitionen und der &Uuml;bernahme von oder der Anwartschaft auf Regierungsgesch&auml;fte. Die Linkspartei befindet sich, was die Teilnahme an diesem Kartell angeht, in einer Abwartestellung. Die FDP ist auch auf der Ebene des Bundes als Partnerin akzeptiert, falls sie nach der n&auml;chsten Wahl dort wieder vertreten ist. Die AfD wird sich, so wie es gegenw&auml;rtig aussieht, dem Kartell nicht widersetzen &ndash; wenn sie in die Parlamente kommt; &ldquo;systemsprengende&rdquo; Absichten hat sie nicht. (&hellip;)<br>\nOb die DGB-Gewerkschaften ihr informelles B&uuml;ndnis mit der Gro&szlig;en Koalition in den n&auml;chsten Jahren durchhalten k&ouml;nnen, bleibt abzuwarten. Des freundlichen Umgangs der Kanzlerin mit ihnen k&ouml;nnen sich die gewerkschaftlichen Repr&auml;sentanten sicher sein, aber wichtiger f&uuml;r die Strategie der Gewerkschaften ist die Entwicklung des Lohnniveaus bei ihrer vorwiegenden Klientel, den Besch&auml;ftigten im sogenannten Normalarbeitsverh&auml;ltnis. Dass dieses tats&auml;chlich zur Normalit&auml;t im Arbeitsmarkt wird, damit ist keineswegs zu rechnen.<br>\nSozialer Protest k&ouml;nnte seinen Boden haben beim weiter anwachsenden Prekariat; derzeit h&auml;lt er sich aber in der Bundesrepublik sehr in Grenzen. Es mangelt an Strukturen daf&uuml;r und an Adressen in der Politik, bei denen etwas auszurichten w&auml;re. Nicht zu erwarten ist, dass die gewerkschaftlichen Vorst&auml;nde eine oppositionelle, au&szlig;erparlamentarische Bewegung anfeuern w&uuml;rden. Sie wollen den Regierenden keinen &Auml;rger machen, die Gesellschaftspolitik dem Staat und den Parteien &uuml;berlassen.<br>\nAngesichts dessen ist zu res&uuml;mieren: Die Gro&szlig;e Koalition und insgesamt das Parteienkartell befinden sich machtpolitisch in einer ziemlich komfortablen Lage. Vorerst jedenfalls.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/40\/40625\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p>Dazu: <strong>Wolfgang J. Koschnick: Eine Form der milden Funktion&auml;rsdiktatur<\/strong><br>\nEine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr &ndash; Teil 5<br>\nWenn schon die Mitglieder der politischen Parteien solch eine zentrale Rolle in der demokratischen Willensbildung spielen, stellt sich die Frage: Wer sind die Mitglieder. In dieser Folge seiner demokratiekritischen Artikelreihe analysiert der Allensbacher Politologe und Wissenschaftsjournalist Wolfgang J. Koschnick die Zusammensetzung der politischen Parteien und kommt zu einem vernichtenden Urteil: Die Parteien haben ein oligarchisches Feudalsystem errichtet. Der Parteienstaat hat die freiheitlich demokratische Grundordnung au&szlig;er Kraft gesetzt. Er ist in Wahrheit eine Form der milden Funktion&auml;rsdiktatur und hat keinerlei L&ouml;sungskompetenz f&uuml;r die existenziellen Fragen des Gemeinwohls, weil er Eigensucht, Opportunismus und Korruption zu Prinzipien politischer Herrschaft erhoben hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/40\/40638\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Joseph E. Stiglitz: S&uuml;dafrika bricht aus<\/strong><br>\nS&uuml;dafrika hat sich entschlossen, die in der ersten Zeit nach der Apartheid unterzeichneten Investitionsschutzabkommen nicht weiter automatisch zu erneuern und k&uuml;ndigte an, manche &uuml;berhaupt auslaufen zu lassen. Ecuador und Venezuela haben ihre diesbez&uuml;glichen Abkommen bereits gek&uuml;ndigt. Indien will ein Investitionsschutzabkommen mit den USA  nur unterzeichnen,  wenn der Mechanismus zur Streitbeilegung ge&auml;ndert wird. Brasilien schloss ein derartiges Abkommen &uuml;berhaupt nie ab. Bef&uuml;rworter derartiger Abkommen behaupten, diese seien notwendig, um Eigentumsrechte zu sch&uuml;tzen. Doch L&auml;nder wie S&uuml;dafrika verf&uuml;gen bereits &uuml;ber starke, in der Verfassung garantierte Eigentumsrechte. Es besteht kein Grund, ausl&auml;ndisches Eigentum besser zu sch&uuml;tzen als das Eigentum der B&uuml;rger des Landes. Doch den Bef&uuml;rwortern von Investitionsschutzabkommen geht es ohnehin nicht um den Schutz von Eigentumsrechten. Das eigentliche Ziel besteht darin, die M&ouml;glichkeiten der Regierungen zur Regulierung und Besteuerung von Unternehmen einzuschr&auml;nken &ndash; also ihre M&ouml;glichkeit, den Unternehmen auch Verantwortlichkeiten aufzuerlegen und nicht nur ihre Rechte zu wahren. Konzerne versuchen durch die Hintert&uuml;r &ndash; durch geheim verhandelte Handelsabkommen &ndash; zu bekommen, was sie im offenen politischen Prozess nicht erreichen. Noch schlimmer ist, dass Investitionsschutzabkommen es Unternehmen erm&ouml;glichen, den Staat aufgrund durchaus vern&uuml;nftiger und gerechter &Auml;nderungen der Regulierungsbestimmungen zu verklagen &ndash; wenn beispielsweise die Gewinne einer Zigarettenfirma durch Regulierungen, die den Konsum von Tabak beschr&auml;nken, niedriger ausfallen. In S&uuml;dafrika k&ouml;nnte eine Firma klagen, wenn sie meint, dass ihr Gewinn durch Programme Schaden nehmen k&ouml;nnte, die sich gegen das Erbe des offiziellen Rassismus wenden. F&uuml;r Entwicklungsl&auml;nder, die t&ouml;richt genug waren, derartige Abkommen zu unterschreiben, sind die Beweise hinsichtlich des Nutzens  &ndash; so &uuml;berhaupt vorhanden &ndash; sehr sp&auml;rlich. &ndash; Es ist daher keine &Uuml;berraschung, dass S&uuml;dafrika nach einer sorgf&auml;ltigen Pr&uuml;fung seiner Investitionsschutzabkommen entschied, dass man diese zumindest neu verhandeln sollte. Diese Haltung richtet sich nicht gegen Investitionen, sondern ist Ausdruck des Engagements f&uuml;r Entwicklung. Und sie ist von entscheidender Bedeutung, wenn die s&uuml;dafrikanische Regierung politische Strategien verfolgen soll, die der Wirtschaft und den B&uuml;rgern des Landes am besten dienen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/joseph-e--stiglitz-on-the-dangers-of-bilateral-investment-agreements\/german\">Project Syndicate<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Artikel von Joseph E. Stiglitz macht deutlich, dass die Probleme, die wir im Rahmen der Freihandelsvertr&auml;ge mit den USA und Kanada diskutieren, f&uuml;r Entwicklungsl&auml;nder viel gravierender ausfallen. Entwicklungsl&auml;nder bed&uuml;rfen vielf&auml;ltiger Eingriffe des Entwicklungsstaates bis hin zum Schutz bestimmter im Aufbau begriffener Industrien, bis sie sich der Konkurrenz der entwickelten L&auml;nder stellen k&ouml;nnen. Das mag China gelingen, da die Verlockungen des riesigen Marktes so gro&szlig; sind, dass das Westkapital staatliche Einmischung akzeptiert. Die Ausgangslage der meisten Entwicklungsl&auml;nder ist viel schw&auml;cher. Sie m&uuml;ssen manche Kr&ouml;te schlucken, damit die entwickelten L&auml;nder ihrerseits die Grenzen &ouml;ffnen. Dabei steht S&uuml;dafrika noch ganz gut da, weil es gefragte Exportg&uuml;ter anzubieten hat. 2012 machten Perlen, Edelsteine und M&uuml;nzen, Erze, Eisen und Stahl, Mineralprodukte 57 Prozent der s&uuml;dafrikanischen Ausfuhr aus. &ndash; Trotz dieser klugen Entscheidung sieht die Zukunft S&uuml;dafrikas d&uuml;ster aus. Eine hohe Kriminalit&auml;t, Vetternwirtschaft und die Pl&uuml;nderung &ouml;ffentlicher Kassen pr&auml;gen das heutige S&uuml;dafrika. Wie viele Befreiungsbewegungen hat sich auch der ANC in ein hochkorruptes Klientelsystem transformiert. Mandelas Botschaft von der &Uuml;berwindung der Apartheid fand keine Entsprechung in der &Uuml;berwindung von Arm und Reich. Auf der einen Seite herrschen Armut, Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit, auf der anderen Seite leben die Superreichen des alten Regimes und die neue schwarze Mittelklasse (<a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2013\/11\/12\/dlf_20131112_1915_3fadbaae.mp3\">siehe Audio<\/a>).<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>G9: Wie lange noch?<\/strong><br>\nLaut aktuellem Hessischen schwarz-gr&uuml;nen Koalitionsvertrag werde der 5. und 6. Klasse nun die G9-Option frei gestellt, jedoch mit dem Pferdefu&szlig; eines 100%igen Votums der Klassenelternschaft, abzugeben &uuml;ber das jeweilige Schulamt mit der zus&auml;tzlichen Genehmigung durch die Schulkonferenz. Gesundes Misstrauen, bedingt durch die jahrelangen bildungspolitischen Spielchen, l&auml;sst bei mir den Ruf nach einer unabh&auml;ngigen notariellen Kontrolle wach werden! Wer schaut dem Schulamt hoch offiziell auf die Finger und was machen Eltern, wenn die Schule die &bdquo;Last&ldquo; der Umstellung scheut? Und um es vollends zu verkomplizieren hei&szlig;t es, dass bei einstimmigem Ergebnis, oder bei Erreichen der notwendigen Sch&uuml;lerzahl zur Bildung mindestens einer G8-Klasse, die R&uuml;ckkehr erst m&ouml;glich werde.<br>\nSomit soll aufgrund einer &bdquo;Schulvielfalt&ldquo;, die keiner bestellt hat, weiterhin G8 gew&auml;hrleistet  werden!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/131226_G_9_Wie_lange_noch.pdf\">Christiane Hennrich, Mitinitiatorin der Hessischen Volksinitiative proG9 [PDF &ndash; 30 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Die Kristallkugel<\/strong><br>\nNachdem wir einige externe Beitr&auml;ge erhalten haben, ist es an der Zeit, eine eigene Geschichte zu erz&auml;hlen. Die Absurdit&auml;t des Wissenschaftsbetriebes sehen wir dann am deutlichsten, wenn wir mit dem naiven Blick von au&szlig;en darauf blicken. Es ist von daher nicht verwunderlich, dass die Idee, absurde Geschichten aufzuschreiben, die in der Wissenschaft stattfinden, zumindest f&uuml;r meinen Teil auf die Zeit zur&uuml;ckgeht, in der ich selbst junger Doktorand war. Die Erfahrung mit der Regulation von Wissenschaft war f&uuml;r mich ausschlaggebend, mich wissenschaftspolitisch zu engagieren. Hiervon handelt die folgende Geschichte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/offengesprochen.wordpress.com\/2013\/12\/29\/kristallkugel\/\">Offen Gesprochen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.J.M.:<\/strong> Das erst vor wenigen Wochen er&ouml;ffnete Blog &ldquo;Offen gesprochen&rdquo; bietet seltene Einblicke in den &ldquo;marktgerechten&rdquo; deutschen Wissenschaftsbetrieb. Die Autoren \/ Herausgeber firmieren anonym unter &ldquo;Jacob&rdquo; und &ldquo;Wilhelm&rdquo; wie die Br&uuml;der Grimm. Diese Tarnung tut leider not, wenn sie nicht ihre Karrieren aufs Spiel setzen wollen. Der Blog ist &ndash; &uuml;ber das Redaktionelle hinaus &ndash; eine Plattform f&uuml;r Beitr&auml;ge anderer WissenschaftlerInnen, die etwas &uuml;ber die Absurdit&auml;ten des Forschungs- und Lehrbetriebs zu erz&auml;hlen haben. Allerdings ist der Bedarf an Selbstschutzma&szlig;nehmen sehr hoch: Konkrete Institute sollen nicht genannt, R&uuml;ckschl&uuml;sse darauf nicht m&ouml;glich und die e-Mail-Adressen, mit denen die Beitr&auml;ge eingereicht werden, per &ldquo;Hushmail&rdquo; oder &ldquo;GuerillaMail&rdquo; anonymisiert werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>RTL und Sat.1 sind Verlierer des Jahres<\/strong><br>\nGewinner des Jahres ist hingegen das ZDF, das seinen Vorsprung an der Spitze der Sender-Charts &ndash; u.a. dank der Champions League &ndash; weiter ausbaute und den besten Jahres-Marktanteil seit 2008 erk&auml;mpfte. Im jungen Publikum bleibt RTL die Nummer 1 &ndash; allerdings auch hier mit hohen Verlusten.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140103_01.jpg\" alt=\"RTL und Sat.1 sind Verlierer des Jahres\" title=\"RTL und Sat.1 sind Verlierer des Jahres\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140103_02.jpg\" alt=\"RTL und Sat.1 sind Verlierer des Jahres\" title=\"RTL und Sat.1 sind Verlierer des Jahres\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/fernsehen\/rtl-und-sat1-die-verlierer-des-jahres\/2014\/01\/02.html?utm_campaign=NEWSLETTER_MITTAG&amp;utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email\">MEEDIA<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10107\">&bdquo;Die traurige Hinterlassenschaft von Leo Kirch&ldquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Rezension: Wolfgang Bittner, Hellers allm&auml;hliche Heimkehr &ndash; Eine Entf&uuml;hrung in die Wirklichkeit<\/strong><br>\nGibt es das eigentlich noch: den politisch-kritischen Gegenwartsroman? Die gro&szlig;e Erz&auml;hlung, die das Individuum auch im Verh&auml;ltnis zu den Verh&auml;ltnissen in der Bundesrepublik zu schildern versucht? Oder anders gefragt: den engagierten Autor, die engagierte Autorin, pr&auml;sentiert von einem der etablierten Verlage&hellip;<br>\nIch habe einmal die Lesebeilagen an diesem Wochenende in der &bdquo;Zeit&ldquo; und &bdquo;FAZ&ldquo; durchgesehen, auch die Listen mit den Neuerscheinungen bei S. Fischer, Rowohlt und Suhrkamp. F&uuml;ndig geworden bin ich nicht (es war schon letztes Jahr nicht anders). K&auml;stner, D&ouml;blin und Fallada, Feuchtwanger, Brecht und Heinrich Mann, sie w&uuml;rden sich heute die Hacken ablaufen bei Rowohlt und Co.; Koeppen, B&ouml;ll, der junge Enzensberger, sie w&auml;ren als &sbquo;newcomer&rsquo; heutzutage mit h&ouml;chster Wahrscheinlichkeit chancenlos.<br>\nRichtig, richtig, die bundesdeutschen Literaturverlage importieren reihenweise Autoren, die auch Zeitkritiker sind, das ja, sie bieten auch reihenweise DDR-Aufarbeitungen in den Bereichen der Belletristik an, sonst aber nichts. Nichts gegen das eine, nichts gegen das andere, beides muss sein, aber dass unser Staatsunwesen Bundesrepublik in der Belletristik nicht existiert: m&uuml;sste es, trotz aller Abgebr&uuml;htheit, nicht immer noch verwundern? Und man erz&auml;hle uns nicht, es g&auml;be sie nicht, diese Literatur, es g&auml;be sie nicht, diese Erz&auml;hlerInnen unserer bundesdeutschen Wirklichkeiten zwischen Sozialstaatsvernichtung und Neofaschismen! Was da auff&auml;llt, ist nicht, dass bundesdeutschen AutorInnen nichts mehr einf&auml;llt, wenn es um Zeitkritik geht. Was da auff&auml;llt, ist Literaturbetrieb&hellip;<br>\nZu empfehlen ist hier das Buch eines zeitgen&ouml;ssischen Autors, der sich seit Jahrzehnten an die gro&szlig;e Verabredung der Gro&szlig;verlage nicht h&auml;lt, ein &bdquo;unpassender&ldquo; Romanschriftsteller (und Lyriker!), der &uuml;ber nichts weniger schreibt als &uuml;ber permanente Anpassungsgeschichten in bundesdeutscher Provinz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/2013\/12\/04\/entfuhrung-in-die-wirklichkeit\/\">Hinter den Schlagzeilen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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