{"id":1996,"date":"2007-01-09T08:47:15","date_gmt":"2007-01-09T07:47:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1996"},"modified":"2007-01-09T08:47:15","modified_gmt":"2007-01-09T07:47:15","slug":"hinweise-des-tages-300","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1996","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL\/KR)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Die Billigheimer der Wissenschaft<\/strong><br>\nAllein Berlins Hochschulen besch&auml;ftigen 4000 Lehrbeauftragte &ndash; bienenflei&szlig;ige Wanderarbeiter, die das Seminarangebot sichern. Was sich kaum einer ihrer Studenten vorstellen kann: Die meisten leben auf Hartz-IV-Niveau. Und Privatdozenten lehren oft sogar f&uuml;r lau.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/jobundberuf\/0,1518,455540,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><strong>Immer mehr deutsche Million&auml;re<\/strong><br>\nIn keinem anderen gro&szlig;en Industrieland wird die Zahl der Verm&ouml;gensmillion&auml;re in den kommenden zehn Jahren so stark ansteigen wie in Deutschland. Das prognostiziert eine aktuelle Studie der britischen Bank Barclays und des Londoner Instituts Economist Intelligence Unit (EIU). Danach wird die Zahl der Haushalte mit einem reinen Finanzverm&ouml;gen von mehr als 1 Mio. $ in Deutschland von derzeit 285.000 bis zum Jahre 2016 auf 1,02 Millionen Haushalte ansteigen. Das bedeutet einen Zuwachs um 257 Prozent, mehr als in jeder anderen f&uuml;hrenden Industrienation.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/138903.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Putzen im Nobelhotel f&uuml;r 2.46 Euro<\/strong><br>\n7,87 Euro pro Stunde sollte sie f&uuml;r das Putzen im Nobelhotel bekommen &ndash; am Ende waren es 2,46 Euro. Der Haken an der Sache: Um auf Tariflohn zu kommen, muss jedes Zimmerm&auml;dchen also 18 Zimmer pro Arbeitstag putzen &ndash; unabh&auml;ngig davon, wie verschmutzt diese sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/daten\/2007\/01\/08\/665024.html\">Hamburger Abendblatt<\/a><\/li>\n<li><strong>England erh&ouml;ht die Studiengeb&uuml;hren von 1.700 auf 4.500 Euro<\/strong><br>\nDie Zahl der Studenten ist dieses Jahr zum ersten Mal seit 1998 zur&uuml;ckgegangen: 15.000 Studenten weniger haben entschlossen zu studieren, ein R&uuml;ckgang von 3,7 Prozent. Es sind Studenten aus nicht-traditionellen Verh&auml;ltnissen, die am ehesten davon abgehalten werden zu studieren. Grund ist die Angst vor Schulden, meinen zwei Drittel der Bev&ouml;lkerung.<br>\nMan w&auml;hlt sein Fach nicht mehr nach eigenen Interessen oder Leidenschaften, sondern schaut auf Praxisbezogenheit und Jobaussichten. Die Universit&auml;t als Dienstleistung, das Studium als Investition in die Zukunft.<br>\nBekommen die Studierenden f&uuml;r das Mehr an Geld, das sie zahlen, auch ein Mehr an Leistung?<br>\nDie Universit&auml;ten k&ouml;nnen da nur m&uuml;de l&auml;cheln. Sie haben von Anfang an gesagt, dass die neuen Geb&uuml;hren lediglich einen Teil ihres Finanzlochs stopfen werden, niemand hat sichtbare Verbesserungen versprochen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/campus\/2006\/52\/gebuehren-grossbritannien\">ZEIT Campus<\/a>\n<p><em>Anmerkung: Ein Musterbeispiel, dass Geb&uuml;hren wie Drogen wirken und st&auml;ndig nach einer Erh&ouml;hung der Dosis verlangen. Verbesserungen der Studienbedingungen bringen sie nicht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Philosoph Konrad Paul Liessmann hat eine &ldquo;Theorie der Unbildung verfasst&rdquo;. Darin beklagt er, dass heute an den Universit&auml;ten Wissen stets n&uuml;tzlich und verwertbar sein muss.<\/strong><br>\nLiessmann wehrt sich gegen die Industrialisierung und &Ouml;konomisierung von Schule und Universit&auml;t. Er will den Eigensinn der nicht anwendungsorientierten, geisteswissenschaftlichen F&auml;cher bewahren. Die Ver&auml;nderungen im Gefolge von Pisa und europ&auml;ischer Hochschulreform &ldquo;demolierten&rdquo; nur. Auf die Reform folge bald die Reform der Reform, was enorme Kr&auml;fte binde.<br>\nHeute m&uuml;sse Wissen n&uuml;tzlich und verwertbar sein, weshalb es allerorten fragmentiert und quantifiziert werde: Universit&auml;ten streben nach Wissenszuw&auml;chsen von 13,5 Prozent. In Theodor W. Adornos &ldquo;Theorie der Halbbildung&rdquo; sei, so Liessmann, die Bildung noch pr&auml;sent, wenn auch nur als Leerstelle. Sie fehle in der Gegenwart v&ouml;llig, es herrsche Unbildung, n&auml;mlich der Verzicht aufs Verstehenwollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/01\/06\/a0205.1\/textdruck\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Die &ldquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&rdquo; beweist immer wieder ihre perfide Kampagnenf&auml;higkeit<\/strong><br>\nFast schien es, als h&auml;tte ein kleines Kieler Institut im Alleingang den Gesundheitsfonds ausgebremst. Treibender Akteur hinter dieser geschickt lancierten Kampagne ist jedoch nicht das Kieler Institut, sondern die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Diese vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall finanzierte Dauerkampagne macht mit vergleichbaren Methoden schon seit sechs Jahren Politik &ndash; wenngleich die Wirkung selten so wuchtig ausf&auml;llt. Und nicht nur der aktuelle Fall ist ein Lehrst&uuml;ck &uuml;ber die Verflechtungen von &Ouml;ffentlichkeitsarbeit und Journalismus. Ob Gesundheitsreform, Regionalpolitik oder Steuer- und Abgabenpolitik &ndash; die INSM benutzt die Medien, um die Politik vor sich herzutreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/dokumentation\/?em_cnt=1046011\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>NRW-Regierung plant: Kommunale Unternehmen sollen nur noch eingeschr&auml;nkt wirtschaftlich t&auml;tig sein d&uuml;rfen<\/strong><br>\nIn Zukunft sollen die Stadtwerke nach dem Willen der nordrhein-westf&auml;lischen CDU und FDP nicht mehr mit privaten Betrieben um Auftr&auml;ge konkurrieren d&uuml;rfen. Sie sollen dann nur solche &uuml;bernehmen, f&uuml;r die sich kein privater Anbieter findet, entsprechend dem FDP-Motto &ldquo;Privat vor Staat&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/01\/09\/a0015.1\/textdruck\">taz<\/a>\n<p><em>Anmerkung: Das hei&szlig;t Privatisierung auf kaltem Wege.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wenn die Psyche streikt<\/strong><br>\nImmer mehr Besch&auml;ftigte fehlen, weil sie ausgebrannt sind oder unter Depressionen leiden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/archiv.tagesspiegel.de\/archiv\/07.01.2007\/3005355.asp\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em>Kommentar eines NachDenkSeiten-Lesers: Dazu auf gleicher Seite <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/archiv\/07.01.2007\/3007450.asp\">Tipps f&uuml;r Arbeitnehmer<\/a>, unter anderem:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>&bdquo;Die Firma sollte nicht zum Lebensmittelpunkt werden, der Beruf noch Zeit f&uuml;r ein gesundes Privatleben lassen&ldquo;.<br>\nFragt sich nur, wie das angesichts des Trends zum Zweit- und Dritt-Job m&ouml;glich sein soll!<\/li>\n<li>&bdquo;Eventuell m&uuml;ssen das eigene Verhalten ver&auml;ndert und die &uuml;bertriebene Leistungsbereitschaft in Frage gestellt werden&ldquo;<br>\nLeistungsbereitschaft verringern? Der Chef, der das akzeptiert, muss erst noch erfunden werden!<\/li>\n<li>F&uuml;r Arbeitgeber: &bdquo;Ausreichende Zeitbudgets und Personal sind notwendig&ldquo;<br>\nDeutsche Bank, Allianz &amp; Co. machen es vor, dass der Trend in entgegen gesetzter Richtung geht &ndash; seit mehreren Jahrzehnten!<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>&Auml;rzte lassen Kassenpatienten wochenlang warten<\/strong><br>\nAuch bei akuten Beschwerden muss jeder vierte Kassenpatient mehr als zwei Wochen auf einen Arzttermin warten. Bei Privatpatienten sind es hingegen nur knapp acht Prozent. Dies meldete das Wissenschaftliche Institut der AOK am Montag aus einer Befragung mit 3000 Teilnehmern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?em_cnt=1046241\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL\/KR)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-1996","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1996","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1996"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1996\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1996"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1996"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1996"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}