{"id":2022,"date":"2007-01-17T07:27:06","date_gmt":"2007-01-17T06:27:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2022"},"modified":"2007-01-17T07:39:38","modified_gmt":"2007-01-17T06:39:38","slug":"hinweise-des-tages-307","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2022","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Sozialstaatspolitik in der Weimarer Zeit &ndash; und heute<\/strong><br>\nDen sozialpolitischen H&ouml;hepunkt der Weimarer Republik bildete das zwischen Reichsregierung, Gewerkschaften und Unternehmerverb&auml;nden verabschiedete Gesetz zur Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vom 16. Juli 1927. Mit dem Jahr 1928 ging die Periode relativer Stabilit&auml;t zu Ende und die Gro&szlig;industrie startete einen argumentativen Gro&szlig;angriff gegen den die eigenen Gewinne schm&auml;lernden Wohlfahrtsstaat. &ldquo;Erschreckend&rdquo; nennt der K&ouml;lner Soziologe Christoph Butterwegge die historischen Parallelen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/radio\/hr2\/index.jsp?rubrik=2904&amp;key=standard_document_16682118\">Hessischer Rundfunk<\/a>\n<p><em><strong>Auszug (anstelle eines Kommentars):<\/strong> &bdquo;Und es wurde dann eine Konsolidierungspolitik gemacht, also eine Sparpolitik, ab 1930, die neue Probleme dadurch schuf, dass Armut sich ausbreitete, dass die Arbeitslosen bereit waren und Schilder trugen, jede Arbeit anzunehmen, aber das Heer der Arbeitslosen wurde immer gr&ouml;&szlig;er. Man hat den K&uuml;ndigungsschutz gelockert, man hat die Ladenschlu&szlig;zeiten liberalisiert, man hat auch Sonderopfer im &ouml;ffentlichen Dienst verlangt, so wie man heute den Beamten die Weihnachtsgelder k&uuml;rzt, die Urlaubsgelder streicht, die Arbeitszeiten verl&auml;ngert. Und genau das hat die Krise versch&auml;rft, weil die Binnenkonjunktur gelitten hat, die Kaufkraft, die Nachfrage der Bev&ouml;lkerung ging zur&uuml;ck. Man hat eher darauf geguckt, die Exportf&auml;higkeit zu st&auml;rken, die Wettbewerbsf&auml;higkeit des Standortes Deutschlands, so hie&szlig; das damals nicht, aber die gleiche Politik ist im Grunde gemacht worden.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wo Keynes Recht hatte und Friedman irrte<\/strong><br>\nDer &Ouml;konomienobelpreistr&auml;ger und derzeitige Pr&auml;sident der American Economic Association, George Akerlof, nutzte seine Ansprache bei der Jahrestagung des Vereins f&uuml;r eine Generalabrechnung mit der Neoklassik &ndash; und f&uuml;r eine Rehabilitation des Keynesianismus. Sein zentraler Kritikpunkt: Die Annahmen, die neoklassische &Ouml;konomen &uuml;ber das menschliche Verhalten treffen, seien viel zu eng und realit&auml;tsfremd. Die heutige Makro-&Ouml;konomie blende wichtige Motivationen des menschlichen Verhaltens aus. Menschen orientierten sich nicht nur an ihrem eigenen Nutzen, sondern auch an gesellschaftlichen Normen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/news\/printpage.aspx?_p=301104&amp;_t=ftprint&amp;_b=1202479\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Zitat: &bdquo;Daf&uuml;r, dass &Ouml;konomen soziale Normen jahrzehntelang ignoriert haben, macht Akerlof den j&uuml;ngst verstorbenen Milton Friedman verantwortlich. Der hatte Ende der f&uuml;nfziger Jahre das Postulat der &bdquo;positiven &Ouml;konomie&ldquo; ausgegeben. Es besagt, dass Wirtschaftswissenschaftler in ihren Modellen nur objektive, mathematisch nachpr&uuml;fbare Argumente verwenden sollten. &bdquo;Unsere heutigen Methoden haben einseitige &Ouml;konomen produziert, die blind sind f&uuml;r Normen&rdquo;, sagte Akerlof.&ldquo; Das gilt leider in besonderem Ma&szlig;e f&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit der deutschen &Ouml;konomen, und entsprechend unbrauchbar sind ihre Ratschl&auml;ge.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Regierung lehnt Baf&ouml;G-Erh&ouml;hung ab<\/strong><br>\nDas Deutsche Studentenwerk fordert zehn Prozent mehr Baf&ouml;g. Der H&ouml;chstsatz beim Baf&ouml;g hat sich seit Jahren nicht ver&auml;ndert. Eine Erh&ouml;hung um zehn Prozent fordert Achim Meyer auf der Heide, Generalsekret&auml;r des Deutschen Studentenwerks (DSW).  Dringend notwendig sei auch eine Anpassung der Bedarfss&auml;tze und eine Erweiterung der Freibetragsgrenzen, um den Kreis der F&ouml;rderberechtigten zu erh&ouml;hen.<br>\n&bdquo;Angesichts des &uuml;berragend wichtigen Ziels der Haushaltskonsolidierung&rdquo; sieht die Bundesregierung  keinen Spielraum f&uuml;r h&ouml;here Bedarfss&auml;tze und Freibetr&auml;ge, ein Verzicht darauf erscheine &ldquo;nicht unangemessen&rdquo; und verweist auf Studienkredite.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/campus\/583385\/\">DLF<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,460129,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Zur F&ouml;rderung des &bdquo;Humankapitals&ldquo; ist angeblich kein Geld da, zur F&ouml;rderung des Kapitals durch eine Unternehmensteuersenkung kann man hingegen locker auf 5, eher sogar auf 10 Milliarden Euro verzichten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Vorsicht Berater<\/strong><br>\nPartnerschaften aus Staat und Wirtschaft setzen sich immer mehr durch. Mal betreibt eine Firma ein Schulgeb&auml;ude, mal ein Rathaus. Warum dann nicht, wie demn&auml;chst in Harsewinkel, eine ganze Umgehungsstra&szlig;e? G&uuml;nstiger ist so eine Public Private Partnership ja, jedenfalls versprechen das die Beraterfirmen. Doch genau da liegt das Problem. Inzwischen gibt es einen ganzen Wirtschaftszweig, der davon lebt, Kommunen solche PPP-Projekte aufzuschwatzen. Selbst Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping macht inzwischen in Projektberatung. Damit l&auml;sst sich viel Geld verdienen. Geld, das am Ende die Kommunen zahlen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/01\/17\/a0007.1\/text\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/01\/17\/a0002.1\/text\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Ein Lob den couragierten Jauch-Kritikern innerhalb der ARD<\/strong><br>\nWenn jetzt im eigenen Betrieb nach qualifizierten Kr&auml;ften f&uuml;r die Christiansen-Nachfolge gesucht wird, dann kommt das nicht nur billiger, es findet sich wom&ouml;glich sogar eine &uuml;berzeugendere L&ouml;sung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/kultur_und_medien\/medien\/?em_cnt=1051171\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Pessimistische Weltbev&ouml;lkerung<\/strong><br>\nFast die H&auml;lfte der Weltbev&ouml;lkerung schaut pessimistisch in die Zukunft. Und das Vertrauen in die Elite von Politik und Wirtschaft schwindet zunehmend. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage, die das Gallup-Institut im Auftrag des WEF gemacht hat. 69 % der Deutschen gingen davon aus, dass Politiker unehrlich seien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/2007\/01\/15\/wi\/newzzEWYUO6KP-12.print.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Jagd auf Denkm&auml;ler<\/strong><br>\nPolens und Estlands Eliten im antikommunistischen Rausch. In Polen soll der 1. Mai abgeschafft werden. In Estland erlaubt ein Gesetz den Abriss sowjetischer Ehrendenkm&auml;ler und die &raquo;Umbettung&laquo; sowjetischer Gefallener.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/01-16\/024.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Privatisierung in den USA war eine Melkkuh f&uuml;r Wahlk&auml;mpfer<\/strong><br>\nBei der Auslagerung von Regierungsprogrammen an Private wurden drei von f&uuml;nf ohne wettbewerbliche Ausschreibung vergeben, die Vertr&auml;ge waren nicht durchschaubar und lie&szlig;en Fragen aufkommen, ob sie rechtm&auml;&szlig;ig waren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2007\/01\/16\/opinion\/16tue2.html?_r=2&amp;oref=slogin&amp;pagewanted=print&amp;oref=slogin\">New York Times<\/a> (kostenlose Anmeldung n&ouml;tig)<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2022","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2022","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2022"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2022\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2022"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2022"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2022"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}