{"id":2024,"date":"2007-01-18T09:23:38","date_gmt":"2007-01-18T08:23:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2024"},"modified":"2007-01-18T09:23:38","modified_gmt":"2007-01-18T08:23:38","slug":"hinweise-des-tages-308","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2024","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Gerd Bosbach: Wir k&ouml;nnten die Alten locker versorgen<\/strong><br>\nDie Politik und die Arbeitgeberverb&auml;nde jammern, dass wir aus demografischen Gr&uuml;nden 2030 einen Facharbeitermangel haben werden. Das ist hirnrissig. Wir werden keinen Mangel aus demografischen Gr&uuml;nden haben, sondern weil die Unternehmen heute viel zu wenig ausbilden. Wir haben heute rund 800 000 Jugendliche, die um die 15 Jahre alt sind. Viele von ihnen bekommen keine Ausbildung. Nur die H&auml;lfte von denen, die in Ausbildung sind, haben einen Ausbildungsplatz, die anderen stehen in der Warteschleife in irgendwelchen Schulungen. Diese jungen Leute sind 2030 etwa 40 Jahre alt. Bilden wir sie heute vern&uuml;nftig aus, werden wir genug Fachkr&auml;fte haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.f-r.de\/top_news\/?sid=b760329eb9386d64635d93d9d13caadc&amp;em_cnt=1053331\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;L&uuml;gner reden immer nur von Notl&uuml;gen&rdquo;<\/strong><br>\nPR-Berater l&uuml;gen, sagt der PR-Berater und fr&uuml;here VW-Sprecher Klaus Kocks &ndash; und erregt damit den Zorn seiner Kollegen. Ein Interview &uuml;ber Moral und Wahrheit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,459450,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dieser Satz ist besonders aufschlussreich: &bdquo;Ein Journalistenkollege hat mal zu mir gesagt: &ldquo;Du Hund wirst alles versuchen, mich in die Irre zu f&uuml;hren, und es wird dir nicht gelingen.&rdquo; Ich finde, dass ist eine wunderbare Definition des Verh&auml;ltnisses von Journalismus und PR.&ldquo;<br>\nBedenkt man, dass keine einzige Zeitung die materiellen Interessen thematisierte, die hinter dem aktuellen Werbefeldzug f&uuml;r die Private Vorsorge in ARD, ZDF und Deutschlandradio stehen, dann wird einem wieder einmal in Erinnerung gerufen, wie h&auml;ufig Journalisten eben doch in die Irre gef&uuml;hrt werden &ndash; so sie nicht gleich f&uuml;r PR-Dienstleistungen bezahlt werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>WSI: Gesundheits-Kompromiss ignoriert Erfahrungen anderer L&auml;nder mit der PKV<\/strong><br>\nDie Einigung zur Gesundheitsreform bleibt weit hinter europ&auml;ischen Reform-Modellen zur&uuml;ck, an denen sich die Bundesregierung urspr&uuml;nglich orientieren wollte. Das gilt insbesondere f&uuml;r die Neuregelung, die den Wettbewerb in der privaten Krankenversicherung (PKV) einschr&auml;nkt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-EF07ADF8\/hbs\/hs.xsl\/320_84952.html\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a><\/li>\n<li><strong>Gro&szlig;britannien: Einkommensschere geht auseinander<\/strong><br>\nTrotz anf&auml;nglicher Proteste der britischen Arbeitgeber r&auml;umt der britische Industrieverband CBI heute ein, dass der Mindestlohn nicht zu Nachteilen f&uuml;r die Unternehmen gef&uuml;hrt habe. Bef&uuml;rchtungen, der Mindestlohn werde zu weniger Besch&auml;ftigung f&uuml;hren, bewahrheiteten sich nicht. Im Gegenteil: Gerade die Branchen, in denen der Mindestlohn am meisten Anwendung findet, also das Hotelgewerbe und der Einzelhandel, haben in den letzten Jahren ein kr&auml;ftiges Besch&auml;ftigungswachstum erlebt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/yswsmy\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Es wirkt schon etwas unaufrichtig, wenn ausgerechnet die FAZ die starke Lohnspreizung in Gri&szlig;britannien beklagt: &bdquo;Millionen von Arbeitskr&auml;ften in Gro&szlig;britannien m&uuml;ssen sich mit dem Mindestlohn zufriedengeben. Viele Unternehmen kalkulieren die L&ouml;hne ihrer oft schlecht ausgebildeten Mitarbeiter, die einfache T&auml;tigkeiten in Dienstleistungsgewerbe oder Lohnproduktion verrichten m&uuml;ssen, exakt nach den Anforderungen des Mindestlohns. Fast drei Viertel der von Osteuropa nach Gro&szlig;britannien gezogenen Billigarbeitskr&auml;fte erhalten nicht mehr als den Mindestlohn. Der Zustrom der Billigarbeitskr&auml;fte aus dem Osten und die weite Verbreitung des niedrigen Mindestlohns haben dazu gef&uuml;hrt, dass sich die Lohnsteigerungen in Gro&szlig;britannien sehr in Grenzen halten. Das Arbeitskr&auml;fteangebot, das bereit ist, jegliche T&auml;tigkeit nur zu einem Mindestlohn zu verrichten, ist so gro&szlig;, dass st&auml;rkere Lohnsteigerungen bei ungelernten Arbeitskr&auml;ften und einfachen T&auml;tigkeiten nicht durchgesetzt werden k&ouml;nnen, zumal der Organisationsgrad und die Macht der Gewerkschaften in Gro&szlig;britannien seit den Jahren der Thatcher-Regierung stark geschw&auml;cht wurden.&ldquo;<br>\nWas w&auml;re mit den L&ouml;hnen f&uuml;r einfache T&auml;tigkeiten wohl ohne die Einf&uuml;hrung eines Mindestlohns geschehen? Sie w&auml;ren ins Bodenlose gefallen, so wie sie es in Deutschland gerade tun. Das schw&auml;cht die Binnenkonjunktur, setzt auch h&ouml;her qualifizierte Arbeitnehmer unter Lohndruck und erh&ouml;ht die Zahl der Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind. Gro&szlig;britannien hat einige gro&szlig;e Fehler vermieden, die Deutschland auf Dr&auml;ngen seiner Wirtschafts-Sachverst&auml;ndigen gerade macht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Mehrfachbesch&auml;ftigung nimmt zu<\/strong><br>\nIn nur zwei Jahren ist die Zahl der Besch&auml;ftigten mit mehr als einem Arbeitsverh&auml;ltnis von 0,9 auf 1,5 Millionen gestiegen. Die Quote der Mehrfachbesch&auml;ftigten stieg zwischen 2002 und 2004 von 2,9 auf 4,7 Prozent. Das hat das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit ermittelt. Dabei dominiert die Kombination von Hauptberuf und Nebenerwerb (82 Prozent), elf Prozent kombinieren mehrere Mini-Jobs, und sieben Prozent haben mehrere sozialversicherungspflichtige Arbeitsverh&auml;ltnisse. Bei den Mehrfachbesch&auml;ftigten handelt es sich &uuml;berwiegend um Frauen. Die Kombination von mehreren Mini-Jobs ist st&auml;rker in Ostdeutschland zu finden, sie sei kaum freiwillig, sondern entspreche mehr der Notlage, mutma&szlig;t das IAB. Die Kombination von Haupt- und Nebenberuf dagegen ist eher in S&uuml;dbayern und Baden-W&uuml;rttemberg anzutreffen. Bei den Nebent&auml;tigkeiten dominiert der Dienstleistungssektor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.verdi-news.de\/abonnenten.html\">ver.di News<\/a><\/li>\n<li><strong>Ostdeutscher Sozialreport 2006<\/strong><br>\nD&uuml;stere Ergebnisse einer Befragung von 885 Frauen und M&auml;nnern in Ostdeutschland im Juni 2006: Weniger Lebenszufriedenheit vor dem Hintergrund der Reformdebatten, Angst vor der Zukunft, schlechtere Bewertung der eigenen wirtschaftlichen Lage, Armut trotz Arbeit, Armut von Familien mit Kindern und eine erkennbare zunehmende Altersarmut. Die Sozialreformen werden als Entscheidung gegen die Interessen der Mehrheit der B&uuml;rger angesehen. Das Vertrauen in die politischen Instanzen ist niedrig. Rechtsextremistisches Gedankengut ist wesentlich mehr verbreitet als von der &Ouml;ffentlichkeit wahrgenommen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sfz-bb.de\/Aktuelles\/Medien\/Presse2006\/Presseerklaerung-16-01-07.doc.pdf\">Sozialwissenschaftliches Forschungszentrum Berlin-Brandenburg e.V. &ndash; Presse-Erkl&auml;rung zum Sozialreport 2006 [PDF &ndash; 68 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.sfz-bb.de\/Aktuelles\/sozialreport2006\/sr2006.pdf\">Vollst&auml;ndiger Sozialreport 2006 [PDF &ndash; 512 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Buchbesprechung: Gerhard A. Ritter: Die versteckten Kosten der deutschen Einheit<\/strong><br>\nDer Autor rechnet bis zu den einzelnen Erh&ouml;hungsbetr&auml;gen bei den Rentenanpassungen im Osten vor, was die Einheit gekostet hat. Bekanntlich haben die Kosten vor allem die westdeutschen Arbeitnehmer &uuml;ber ihre Sozialversicherungsbeitr&auml;ge bezahlt. Die Steuerzahler wurden &uuml;ber den Solidarzuschlag und &uuml;ber die ungeheure Steigerung der Verschuldung beteiligt, deren Tilgung aber vor allem den Nachkommenden &uuml;berlassen wird.<br>\nAnmerkung: Damit kein Missverst&auml;ndnis entsteht: Wir wenden uns mit diesem Hinweis nicht dagegen, dass diese Kosten der Einheit getragen werden mussten und m&uuml;ssen, und zwar von allen, d.h. &uuml;ber die Steuern. Wir bleiben nur dabei, dass die Finanzierung falsch war, und dass jetzt die Sozialkassen zu Lasten aller, die darauf angewiesen sind saniert werden sollen.<br>\nW&auml;re es nach sechzehn Jahren deutscher Einheit mit aufgelaufenen zus&auml;tzlichen Kosten in der sozialen Sicherung (Gesundheit, Rente, Arbeitslosenversicherung) von etwa 360 Mrd. Euro nicht richtiger, endlich die notwendigen politischen Konsequenzen zur Umstellung der Finanzierung und damit zu Stabilisierung der Sozialkassen zu ziehen statt z.B. die gesetzliche Rente auf eine minimale Grundsicherung herunterzusetzen?<br>\nSchade, dass Ritter offenbar auch ziemlich unreflektiert &uuml;ber die &bdquo;Zw&auml;nge der Globalisierung&ldquo; spricht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/kritik\/583420\/\">DLF<\/a><\/li>\n<li><strong>Guilleaume Duval: Geiz ist geil versteht kein Franzose<\/strong><br>\nDie L&ouml;hne in Deutschland sind zu niedrig, die Binnennachfrage ist seit Jahren gering. Das geht zu Lasten anderer EU-L&auml;nder. Denn Franzosen kaufen deutsche Autos, aber Deutsche weniger franz&ouml;sische, so der franz&ouml;sische &Ouml;konom Guilleaume Duval.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/01\/18\/a0228.1\/text\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Rechnungshof beklagt Millionen-Sponsoring f&uuml;r die Regierung<\/strong><br>\nDer Bundesrechnungshof hat die Bundesregierung wegen der Annahme von privaten Sponsoringleistungen kritisiert &ndash; vor allem, weil sich die Regierung einem Pressebericht zufolge bis heute weigert, die Namen der Sponsoren zu ver&ouml;ffentlichen. Die Gesamtsumme der von der Bundesregierung von August 2003 bis Ende 2004 eingeworbenen Leistungen betrug mehr als 55 Millionen Euro. Bereits der &ldquo;Anschein finanzieller Abh&auml;ngigkeit&rdquo; k&ouml;nnte &ldquo;das Vertrauen der B&uuml;rger in die Verwaltung&rdquo; deutlich &ldquo;ersch&uuml;ttern&rdquo;, mahnten die Pr&uuml;fer. Sponsoring k&ouml;nne sogar &ldquo;in den Bereich der Bestechung und Bestechlichkeit&rdquo; f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,druck-460231,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><strong>&raquo;Einfach raus da!&laquo;<\/strong><br>\n7.000 Stra&szlig;enkinder gibt es nach Angaben des Familienministeriums in Deutschland, Hilfsorganisationen sprechen von 20.000. Ihre Lage verschlechtert sich auch wegen Hartz IV. Ein Ende der Sparma&szlig;nahmen ist noch nicht absehbar, obwohl Terre des Hommes darauf hinweist, dass gerade die Gruppe der 18- bis 25j&auml;hrigen unter den Obdachlosen gr&ouml;&szlig;er zu werden drohe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/seiten\/2007\/03\/9184.php?print=1\">Jungle World<\/a><\/li>\n<li><strong>An der Stromb&ouml;rse wird Energie zeitweise verschenkt<\/strong><br>\nGigantische Windstrommengen lassen den Preis f&uuml;r Elektrizit&auml;t zeitweise auf Null fallen. Zeitweise dr&uuml;ckten die Windkraftanlagen in den letzten Tagen mehr als 17 000 Megawatt ins deutsche Stromnetz; das ist fast so viel, wie alle Atomkraftwerke im Land im gleichen Zeitraum erzeugen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.frankfurter-rundschau.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1051140\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2024","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2024","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2024"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2024\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}