{"id":2029,"date":"2007-01-19T07:44:58","date_gmt":"2007-01-19T06:44:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2029"},"modified":"2007-01-19T07:44:58","modified_gmt":"2007-01-19T06:44:58","slug":"hinweise-des-tages-309","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2029","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Die falschen Versprechen der Finanzmarktliberalisierung<\/strong><br>\nAngesichts aller Bem&uuml;hungen, welche die &bdquo;Schwellenm&auml;rkte&ldquo; unternommen haben, um sich vor der Unbest&auml;ndigkeit der Finanzm&auml;rkte zu sch&uuml;tzen, haben sie allen Grund eine Frage zu stellen: Wo liegt eigentlich der Vorteil der Liberalisierung der Finanzm&auml;rkte? &Uuml;ber diese Frage sollten wir alle nachdenken. Von Dani Rodrik, Professor f&uuml;r politische &Ouml;konomie an der John F. Kennedy School of Government der Universit&auml;t Harvard.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/rodrik14\/German\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Investoren wollen ein gr&ouml;sseres St&uuml;ck vom Kuchen<\/strong><br>\nIn der neuen Umfrage von Merrill Lynch sprechen die Fondsmanager Klartext. Die Geldverwalter fordern von den Unternehmen h&ouml;here Aussch&uuml;ttungen an die Aktion&auml;re, sei dies durch Aktienr&uuml;ckk&auml;ufe, Barauszahlungen oder eine Erh&ouml;hung der Dividenden. Das Verbl&uuml;ffende an dieser Forderung ist, dass die Fondsverwalter den Aussch&uuml;ttungen eine gr&ouml;ssere Priorit&auml;t beimessen als dem Schuldenabbau, den Investitionen oder der Finanzierung der betrieblichen Vorsorgeeinrichtungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/2007\/01\/18\/bm\/articleEU28Z.print.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar von Orlando Pascheit:<\/strong> Verbl&uuml;ffend ist nur, da&szlig; ein Wirtschaftsjournalist der NZZ dar&uuml;ber verbl&uuml;fft ist, da&szlig; ein Shareholder den &ldquo;shareholder value&rdquo; maximieren will. Dass die Fondsmanager nicht nur die Aktienkurse im Auge haben, sondern Aussch&uuml;ttungen &uuml;ber Investitionen stellen, macht die Fixierung der amerikanischen Wirtschaftsverfassung auf kurzfristige Gewinne deutlich.<br>\nBedauerlich und leider wohl auch von der Politik gewollt ist, dass Manager und Unternehmer nicht nur in den USA, sondern auch in Europa zunehmend unter strikter Kontrolle der Finanzmarkt-Analysten und der gro&szlig;en Anlagefonds stehen. Das Konzept der Maximierung des shareholder value bedeutet, dass der Manager bei einem Sinken des Kurses der Aktien seiner Firma sofort gewinnsteigernde Ma&szlig;nahmen publikumswirksam ank&uuml;ndigen und ergreifen muss; &uuml;blicherweise ist das eine deutliche Reduzierung der Belegschaft und eine darauf aufbauende Prognose steigender Gewinne.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>So l&auml;uft`s wirklich im Niedriglohnsektor<\/strong><br>\nDem Hamburger Abendblatt liegen Arbeitsvertr&auml;ge zwischen einer Geb&auml;udereinigungsfirma und einem Hamburger Luxushotel vor. So steht in dem Vertrag, dass die Firma &ldquo;pro gereinigtem Zimmer 4,55 Euro und pro gereinigter Suite 7 Euro netto&rdquo; bekommt. Nach wenigen Wochen habe S. bemerkt, dass er davon weder seine Mitarbeiter noch Sozialabgaben und andere anfallende Betr&auml;ge zahlen kann. Im April 2006 machte er dem Hotel ein neues Angebot von 5,10 Euro pro Zimmer. Auch wenn das laut Jan S. viel zu wenig ist: &ldquo;Erst mit zehn Euro pro Zimmer k&ouml;nnten alle zufrieden leben.&rdquo; Dann sagte ihm der Hoteldirektor, dass ihn die finanzielle Lage nicht interessiere: &ldquo;Er wisse, dass es nicht rentabel sei &ndash; deswegen habe das Hotel keine eigene Geb&auml;udereinigung.&rdquo;<br>\nAnschlie&szlig;end habe ihm der Hoteldirektor gedroht, seine Beziehungen zu Kollegen spielen zu lassen: &ldquo;Wenn wir k&uuml;ndigen, w&uuml;rde er daf&uuml;r sorgen, dass wir in den anderen Hotels rausfliegen.&rdquo; Zwar habe er nachher gesagt, dass es sich um einen Scherz gehandelt habe &ndash; Fakt ist aber: Innerhalb der folgenden sechs Monate verlor die Geb&auml;udereinigungsfirma in mehreren Hamburger Hotels ihre Auftr&auml;ge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/daten\/2007\/01\/18\/671597.html\">Hamburger Abendblatt<\/a><\/li>\n<li><strong>Neue Daten, Fakten und Dokumente in &bdquo;Sozialpolitik aktuell in Deutschland&ldquo;<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/neu_eingestellt.shtml\">Sozialpolitik aktuell<\/a><\/li>\n<li><strong>Steuerf&ouml;deralismus in der Schweiz<\/strong><br>\nF&uuml;r alle, die von ihrem Geld m&ouml;glichst wenig an den Staat abgeben wollen, ist die Schweiz bekannterma&szlig;en ein beliebter Standort. Dass die Steuern in der Schweiz so niedrig sind, liegt unter anderem am ausgepr&auml;gten F&ouml;deralismus. Jeder der 26 Kantone kann einen Gro&szlig;teil der Steuers&auml;tze selbst festlegen und sich auf diese Weise Standortvorteile verschaffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/europaheute\/584028\/\">DLF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Was wir in Deutschland f&uuml;r die Einf&uuml;hrung des Wettbewerbsf&ouml;deralismus noch  voraussagen mussten, hat sich in der Schweiz schon bewahrheitet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die R&uuml;ckkehr der Reum&uuml;tigen<\/strong><br>\nDer Trend zur Jobverlagerung ins billige Ausland scheint gestoppt. Einige Unternehmen kehren sogar wieder zur&uuml;ck oder verlegen Arbeitspl&auml;tze gezielt nach Deutschland. Das liegt zum Teil an der neuen Attraktivit&auml;t des hiesigen Standorts &ndash; aber auch an den Risiken der Abwanderung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/mittelstand\/0,2828,druck-460471,00.html\">manager-magazin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Auf diese Meldung kann man genau so wenig setzen wie auf die fr&uuml;heren Katastrophengem&auml;lde &uuml;ber Abwanderungen. Sie zeigt nur, dass mit den Abwanderungsdrohungen fr&uuml;her politisch Druck gemacht wurde. Und jetzt, wo es politisch im Sinne des manager-magazins l&auml;uft und man Druck in Richtung Lohnzur&uuml;ckhaltung machen m&ouml;chte, wird halt die andere Melodie gesungen. Da kann man ausnahmsweise mal Helmut Schmidt zitieren: &bdquo;Wie der Bulle pisst, mal so, mal so.&ldquo; Wie es halt gerade passt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Kurzer Prozess f&uuml;r Hartz.<\/strong><br>\nGeneralbundesanw&auml;ltin Monika Harms, eine vehemente Kritikerin solcher &bdquo;Deals&ldquo;, spricht dagegen von einem &ldquo;Fl&auml;chenbrand&rdquo;: &ldquo;Wir fahren den Strafprozess vor die Wand&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,460710,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Genauer m&uuml;sste die Generalbundesanw&auml;lte sagen: Vor dem Gesetz sind alle gleich, nur Wirtschaftsstraft&auml;ter sind gleicher.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Schweizer Unis verweigern den Vergleich<\/strong><br>\nDie Schweizer Hochschulen steigen aus dem Dreil&auml;nder-Ranking des Centrums f&uuml;r Hochschulentwicklung (CHE) aus, in das sie erst vor kurzem eingestiegen sind. Jede der zw&ouml;lf Schweizer Unis habe gravierende M&auml;ngel festgestellt, vom Ausschluss aufgrund einer E-Mail bis zur falschen Methodik zur Messung der Forschung. Fragestellung und Methode bestimmen einen Rankingplatz viel st&auml;rker als die Qualit&auml;t einer Hochschule.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/2007\/01\/14\/ws\/articleET3W1.print.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>China: Tod bei der Recherche<\/strong><br>\nBrutale Repression mit Todesfolge bei Recherchen zur Sicherheit der Arbeitnehmer in Chinas Kohleminen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?em_cnt=1053311\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2029","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2029","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2029"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2029\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2029"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2029"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2029"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}