{"id":2039,"date":"2007-01-22T16:11:48","date_gmt":"2007-01-22T15:11:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2039"},"modified":"2016-01-19T10:15:22","modified_gmt":"2016-01-19T09:15:22","slug":"im-gegensatz-zu-den-schock-studien-von-bild-gibt-es-einen-tatsachlichen-rentenschock-ausgelost-durch-die-derzeitige-rentenpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2039","title":{"rendered":"Im Gegensatz zu den Schock-Studien von BILD gibt es einen tats\u00e4chlichen Rentenschock, ausgel\u00f6st durch die derzeitige Rentenpolitik"},"content":{"rendered":"<p>Durch die &bdquo;grundlegenden Entscheidungen der Rentenreform 2001 und dem Gesetz zur Sicherung der nachhaltigen Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Nachhaltigkeitsgesetz) von 2004 hat der Gesetzgeber (&hellip;) die Grundlagen f&uuml;r eine generationengerechte Rente sowie die breite staatliche F&ouml;rderung<br>\nder zus&auml;tzlichen Altersvorsorge geschaffen&laquo; &ndash; so hei&szlig;t es im Entwurf der Koalitionsfraktionen f&uuml;r die &raquo;Rente mit 67&laquo;.<br>\nDas Nettorentenniveau wird hiernach im Wege der kontinuierlichen Abkoppelung der Renten- von der Lohnentwicklung von urspr&uuml;nglich rd. 70% auf nur noch rd. 55% im Jahre 2030 sinken. Dies ist keine durch den demografischen Wandel aufgezwungene, also alternativlose Entwicklung, sondern <a href=\"http:\/\/www.arbeitnehmerkammer.de\/sozialpolitik\/doku\/01_aktuell\/info-grafik\/2007_01_22_generationengerechte_rentenpolitik.pdf\">politisch gewollt [PDF &ndash; 224 KB]<\/a>. Wolfgang Lieb.<br>\n<!--more--><br>\nAls Ersatz f&uuml;r die Leistungsk&uuml;rzungen durch die &raquo;Riester-Reform&laquo; wurde die staatlich gef&ouml;rderte private Altersvorsorge geschaffen (&raquo;Riester-Rente&laquo;). Seither ist festgeschrieben, dass der Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung bis zum Jahre 2030 die Marke von 22% nicht &uuml;berschreiten darf. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der damit einhergehenden Verschiebung des zahlenm&auml;&szlig;igen Verh&auml;ltnisses von Beitragszahlern zu Rentnern dient die Beitragssatzdeckelung vorgeblich der Entlastung der j&uuml;ngeren Generation; sie d&uuml;rfe nicht durch ungebremst steigende Beitr&auml;ge &uuml;berfordert werden &ndash; so die gebetsm&uuml;hlenartig vorgetragene Begr&uuml;ndung.<\/p><p>Wer allerdings den parit&auml;tisch finanzierten Beitragssatz deckelt, kommt nicht umhin, auf der Leistungsseite zu k&uuml;rzen; so geschehen durch &raquo;Riester-&laquo; und &raquo;Schmidt-Reform&laquo;. Das Nettorentenniveau wird hiernach im Wege der kontinuierlichen Abkoppelung der Renten- von der Lohnentwicklung von urspr&uuml;nglich rd. 70% auf nur noch<br>\nrd. 55% im Jahre 2030 sinken. Dies ist keine durch den demografischen Wandel aufgezwungene, also alternativlose Entwicklung, sondern politisch gewollt. <\/p><p><strong>Wie k&ouml;nnte eine der Alternativen aussehen?<\/strong><\/p><p>Mit einem parit&auml;tischen Beitragssatz von rd. 28% im Jahre 2030 w&auml;re weiterhin ein Lebensstandard sicherndes Alterseinkommen finanzierbar &ndash; und zwar auch ohne die &raquo;Rente mit 67&laquo;.<br>\nSeit der &raquo;Riester-Reform&laquo; geht es der Rentenpolitik allerdings vorrangig um die Privatisierung sozialer Risiken und ihrer Kosten. Gewinner sind Arbeitgeber und private Finanzdienstleister. Den (j&uuml;ngeren) ArbeitnehmerInnen &ndash; also den k&uuml;nftigen RentnerInnen &ndash; wird dies als &raquo;generationengerechte Entlastung&laquo; verkauft; sie m&uuml;ssten 2030 nur 11% statt 14% Rentenbeitrag zahlen.<br>\nDass sie bereits heute f&uuml;r einen gesicherten Lebensabend insgesamt mehr aufzuwenden haben als die &raquo;unzumutbaren&laquo; 14%, die im Jahre 2030 f&uuml;r eine sichere Rente f&auml;llig w&auml;ren, wird bei der &ouml;ffentlichen Verdummungskampagne bislang erfolgreich unterschlagen.<\/p><p>Anmerkung: Was bei den allermeisten Rentenprognosen auch unter Ber&uuml;cksichtigung &bdquo;der demografischen Entwicklung&ldquo; nicht einkalkuliert wird, ist die &ndash; selbstverst&auml;ndlich unsichere &ndash; Prognose &uuml;ber die tats&auml;chliche Aussch&ouml;pfung des Erwerbspersonenpotentials und damit die tats&auml;chliche Entwicklung der Beitragszahler und des Beitragsvolumens. Niemand kann heute seri&ouml;serweise vorhersagen, wie viele erwerbsf&auml;hige Personen in 10, 15 oder 20 Jahren tats&auml;chlich voll erwerbst&auml;tig und damit beitragspflichtig sein wird.<br>\nNur so viel kann man sagen, wenn sich die derzeitige Politik nicht &auml;ndert, und weiterhin nur am Symptom Arbeitsmarkt mit Mini-, Teilzeit-, Ein-Euro-Jobs oder einem Niedriglohnsektor (mit negativer Einkommensteuer) herumgedoktert wird, statt auf eine Wachstumspolitik mit m&ouml;glichst vielen Vollerwerbsarbeitspl&auml;tzen zu setzen, werden die beitragsabh&auml;ngigen sozialen Sicherungssystem weiter gesch&auml;digt.<br>\nDer Arbeitgeberseite kann dieses Lohndumping nur Recht sein, denn das erlaubt ihr die Arbeitskosten zu senken. Weil sie nat&uuml;rlich auch erkennt, dass mit Niedrigl&ouml;hnen die gesetzlichen Sicherungssysteme ausgeblutet werden, muss sie die &bdquo;Eigenvorsorge&ldquo;, d.h. die private Vorsorge propagieren. Ihre Verbandsvertreter nehmen dabei billigend in Kauf, dass mit Niedrigl&ouml;hnen der Aufbau einer privaten Vorsorge gar nicht m&ouml;glich ist. Die sich daraus entwickelnde Altersarmut, genauer die Altersbed&uuml;rftigkeit, k&uuml;mmert sie nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch die &bdquo;grundlegenden Entscheidungen der Rentenreform 2001 und dem Gesetz zur Sicherung der nachhaltigen Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Nachhaltigkeitsgesetz) von 2004 hat der Gesetzgeber (&hellip;) die Grundlagen f&uuml;r eine generationengerechte Rente sowie die breite staatliche F&ouml;rderung<br \/> der zus&auml;tzlichen Altersvorsorge geschaffen&laquo; &ndash; so hei&szlig;t es im Entwurf der Koalitionsfraktionen f&uuml;r die &raquo;Rente mit 67&laquo;.<br \/> Das Nettorentenniveau<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2039\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[155,39,40],"tags":[273,301,1609],"class_list":["post-2039","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-demografische-entwicklung","category-rente","category-riester-ruerup-taeuschung-privatrente","tag-privatvorsorge","tag-rentenalter","tag-rentenreform"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2039","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2039"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2039\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30311,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2039\/revisions\/30311"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2039"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2039"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2039"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}