{"id":20443,"date":"2014-01-29T10:06:08","date_gmt":"2014-01-29T09:06:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20443"},"modified":"2015-10-14T16:51:43","modified_gmt":"2015-10-14T14:51:43","slug":"die-manipulation-des-monats-atypische-beschaeftigung-draengt-normale-arbeitsverhaeltnisse-nicht-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20443","title":{"rendered":"Die Manipulation des Monats: Atypische Besch\u00e4ftigung dr\u00e4ngt normale Arbeitsverh\u00e4ltnisse nicht zur\u00fcck?"},"content":{"rendered":"<p>Wie die Bertelsmann Stiftung mit Hilfe des &bdquo;Instituts zur Zukunft der Arbeit&ldquo; (IZA) die &Ouml;ffentlichkeit mal wieder &uuml;ber die Auswirkungen der Agenda-&bdquo;Reformen&ldquo; an der Nase herumf&uuml;hren und die Leitmedien willige Erf&uuml;llungsgehilfen sind.<br>\nSelbst die traurigen Befunde eines neoliberalen Think-Tanks werden in Jubelmeldungen umgedeutet. Statt &bdquo;Atypische Besch&auml;ftigung dr&auml;ngt normale Arbeitsverh&auml;ltnisse nicht zur&uuml;ck&ldquo; m&uuml;sste es n&auml;mlich hei&szlig;en: Atypische Besch&auml;ftigung steigt erheblich schneller als Normalarbeitsverh&auml;ltnisse. Oder: Jede\/r Vierte ist inzwischen atypisch besch&auml;ftigt und jede\/r F&uuml;nfte Vollbesch&auml;ftigte arbeitet f&uuml;r einen Lohn an der Armutsgrenze. Berichte &uuml;ber solche Tatsachen finden sich  in unseren Medien so gut wie gar nicht. Von <strong>Wolfgang Lieb<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nEiner der unangenehmsten Vorw&uuml;rfe an die Verteidiger der Hartz-Gesetze und an die Vertreter der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes ist, dass durch diese Arbeitsmarkt-&bdquo;Reformen&ldquo; zwar die Quantit&auml;t der Erwerbst&auml;tigen vielleicht etwas zugenommen hat, die Qualit&auml;t der Arbeit jedoch dramatisch abgenommen hat.<\/p><p>Der Vorwurf, der den Agenda-Verfechtern weh tut, lautet anders gesagt: Dass die &bdquo;Agenda 2010&ldquo; kaum zus&auml;tzliche Besch&auml;ftigung gebracht hat, sondern dadurch stattdessen bestehende, sozial abgesicherte und ordentlich entlohnte Vollzeitarbeitspl&auml;tze durch Teilzeitarbeit und unsichere, niedrigentlohnte Jobs verdr&auml;ngt wurden.<\/p><p>Deshalb gibt es in letzter Zeit st&auml;ndig Jubelmeldungen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitspl&auml;tze &bdquo;Rekordh&ouml;hen&ldquo; erreiche und die Think-Tanks des Neoliberalismus unternehmen jeden nur erdenklichen statistischen Klimmzug, um zu belegen, dass &bdquo;atypische&ldquo; Besch&auml;ftigung die Normalarbeitsverh&auml;ltnisse nicht zur&uuml;ckdr&auml;nge.<\/p><p>So hat dieser Tage mal wieder die Bertelsmann Stiftung, die auf die Vorbereitung und Begleitung der Hartz-Gesetze wesentlichen Einfluss genommen hat (Siehe: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4212\">War die Hartz-Reform auch ein Bertelsmann Projekt?<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.uni-due.de\/edit\/spindler\/ghostwriter_spindler_2012.pdf\">&ldquo;Die Ghostwriter der Hartz-Kommission&rdquo; [PDF &ndash; 35.3 KB]<\/a>. Von Helga Spindler), versucht, die Arbeitsmarkt-&bdquo;Reformen&ldquo; als Erfolgsgeschichte darzustellen. <\/p><p>Um nicht in den Verdacht zu geraten, ihr vorausgegangenes Tun selbst zu verteidigen, hat die Stiftung &ndash; was sie sonst recht selten tut &ndash; eine Studie in Auftrag gegeben &ndash; und zwar an das von der Deutschen Post gesponserte IZA. Dieses des &bdquo;Institut zur Zukunft der Arbeit&ldquo; hat nun eine Auftragsstudie f&uuml;r die Bertelsmann Stiftung unter dem Titel <a href=\"http:\/\/www.iza.org\/en\/webcontent\/publications\/reports\/report_pdfs\/iza_report_59.pdf\">&bdquo;Flexible Arbeitswelten&ldquo; vorgelegt [PDF &ndash; 934 KB]<\/a>. Und die Bertelsmann Stiftung hat die Ergebnisse dieser Tage der &Ouml;ffentlichkeit vorgestellt. <\/p><p>Das erw&uuml;nschte Ergebnis wurde in folgende Schlagzeile gefasst:<\/p><p>&bdquo;<a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-726EBE7E-8E9764FF\/bst\/hs.xsl\/nachrichten_119681.htm\"><strong>Atypische Besch&auml;ftigung dr&auml;ngt normale Arbeitsverh&auml;ltnisse nicht zur&uuml;ck<\/strong><\/a>&ldquo;<\/p><p>Unsere &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; griffen diese Botschaft begeistert auf:<br>\n&bdquo;<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/debatte\/article124014535\/Ein-echtes-Wunder.html\">Ein echtes Wunder<\/a>&ldquo; titelt &bdquo;Die Welt&ldquo;. &bdquo;<a href=\"http:\/\/newsticker.sueddeutsche.de\/list\/id\/1537341\">Mehr Arbeit<\/a>&ldquo; frohlockt die S&uuml;ddeutsche Zeitung. &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.wallstreet-online.de\/nachricht\/6517415-studie-flexible-arbeitsverhaeltnisse-fuehren-beschaeftigungsrekord\">Flexible Arbeitsverh&auml;ltnisse f&uuml;hren zu Besch&auml;ftigungsrekord<\/a>&ldquo; jubelt wallstreet:online. &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/agenturmeldungen\/unternehmensnachrichten\/studie-mehr-normale-stellen-trotz-minijobs-und-leiharbeit-12759510.html\">Mehr &lsquo;normale&rsquo; Stellen trotz Minijobs und Leiharbeit<\/a>&ldquo; w&auml;hlte die FAZ als &Uuml;berschrift und lie&szlig; die Gelegenheit nicht aus, geleichzeitig vor neuen Regulierungen des Arbeitsmarktes durch den Mindestlohn  zu warnen.   <\/p><p>Bei soviel Jubel lohnt es sich, die <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/de\/news569663\">Pressemitteilung<\/a> einmal genauer zu lesen. Dort hei&szlig;t es: <\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Der Zuwachs an Besch&auml;ftigung w&auml;hrend der vergangenen zehn Jahre in Deutschland ist wesentlich der Zunahme an flexiblen Arbeitsverh&auml;ltnissen zu verdanken. 2003 arbeitete nicht einmal jeder f&uuml;nfte Erwerbsf&auml;hige (19 Prozent) in einem so genannten atypischen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis &ndash; also in Teilzeit, befristet, als Leiharbeiter oder in einem Mini-Job. Inzwischen haben 24 Prozent aller Erwerbsf&auml;higen einen solchen Job. Diese Entwicklung ging allerdings laut einer Studie des &bdquo;Instituts zur Zukunft der Arbeit IZA&ldquo; im Auftrag der Bertelsmann Stiftung nicht zu Lasten der stabilen Arbeitsverh&auml;ltnisse, im Gegenteil: Im selben Zeitraum stieg der Anteil der Erwerbsf&auml;higen, die in eine klassische unbefristete Vollzeitstelle bekleiden, von 39 auf 41 Prozent.<\/em><br>\n<em>Die Autoren sprechen angesichts der Umw&auml;lzungen auf dem Arbeitsmarkt mit zunehmenden Anforderungen an die Flexibilit&auml;t der Arbeitnehmer von einer &bdquo;erstaunlichen Stabilit&auml;t der so genannten Normalarbeitsverh&auml;ltnisse&ldquo;, die sowohl im industriellen Sektor als auch in vielen Dienstleistungsberufen feststellbar sei.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Den erhobenen Fakten in der Studie gem&auml;&szlig; h&auml;tte die &Uuml;berschrift korrekter lauten m&uuml;ssen:<\/p><p><strong>Atypische Besch&auml;ftigung steigt erheblich schneller als normale Arbeitsverh&auml;ltnisse.<\/strong><\/p><p>Oder:<\/p><p><strong>Jede\/r Vierte ist inzwischen atypisch besch&auml;ftigt<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend vor gut 10 Jahren nicht einmal jede\/r f&uuml;nfte Erwerbst&auml;tige atypisch, also in Teilzeitarbeit und unsicheren, niedrigentlohnten Jobs besch&auml;ftigt war, war es 2013 nahezu jede\/r Vierte. Zwar hat angesichts einer m&auml;&szlig;ig ansteigenden Konjunktur auch der Anteil der Erwerbst&auml;tigen auf unbefristeten Vollzeitstellen statistisch um 2 Prozent zugenommen, aber die atypische Besch&auml;ftigung eben um 5 Prozent. <\/p><p>Im &Uuml;brigen sagt der Begriff Vollzeitstelle noch nichts &uuml;ber die Qualit&auml;t der Arbeit  und schon gar nichts &uuml;ber die H&ouml;he des Lohnes aus. Der Arbeitsmarktforscher Gerhard Bosch hat festgestellt &bdquo;Dass sich prek&auml;re Arbeit, also Besch&auml;ftigung deutlich unter den &uuml;blichen sozialen Standards, nicht mehr auf atypische Besch&auml;ftigungsformen beschr&auml;nkt, sondern tief ins Normalarbeitsverh&auml;ltnis eingedrungen ist&ldquo; (Gerhard Bosch <a href=\"http:\/\/www.iaq.uni-due.de\/iaq-standpunkte\/2012\/sp2012-02.pdf\">&bdquo;Prek&auml;re Besch&auml;ftigung und Neuordnung am Arbeitsmarkt&ldquo; [PDF &ndash; 2.4 MB]<\/a>).<\/p><p>Diesen Sachverhalt musste am gleichen Tag, als Bertelsmann mit seiner Erfolgsmeldung an die &Ouml;ffentlichkeit ging, auch die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit auf eine Anfrage der Linkspartei einr&auml;umen: N&auml;mlich dass Rund 4,1 Millionen Besch&auml;ftigte weniger als 1926 Euro brutto im Monat verdienen und rund <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/newsticker\/news1\/article124007183\/4-1-Millionen-Vollbeschaeftigte-sind-Niedrigverdiener.html\">jeder F&uuml;nfte der knapp 20 Millionen Vollbesch&auml;ftigten bundesweit damit nur knapp &uuml;ber der Armutsgrenze liegt<\/a>.<\/p><p>Das Presseecho auf diese eher ern&uuml;chternde Antwort der Bundesagentur hielt sich stark in Grenzen &ndash; schlie&szlig;lich gab es an diesen Auswirkungen der &bdquo;Flexibilisierung des Arbeitsmarktes&ldquo; nicht so viel  zu bejubeln. <\/p><p>Doch besch&auml;ftigen wir uns noch einmal ein wenig mit der Bertelsmann Auftragsstudie:<\/p><p>Wenn das IZA behauptet es gebe keine Substitution von &bdquo;guter&ldquo; durch atypische Arbeit, weil alle Besch&auml;ftigungsformen gewachsen seien, so ist das alles andere als &uuml;berzeugend. Mit erhebliche gr&ouml;&szlig;erer Plausibilit&auml;t lie&szlig;e sich sagen: G&auml;be es nicht die Fluchtm&ouml;glichkeiten der Arbeitgeber in prek&auml;re Arbeit, h&auml;tte sicherlich die &bdquo;Normalarbeit&ldquo; st&auml;rker zugenommen. In zahlreichen Studien und Statistiken ist doch belegt, dass in vielen Industriebetrieben Stammbesch&auml;ftigte durch Leiharbeiter und in vielen Dienstleistungsbetrieben sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigte durch Minijobber und quer durch die Wirtschaft tariflich bezahlte Besch&auml;ftigte durch Niedrigl&ouml;hner (oder Werkvertr&auml;ge) ersetzt wurden. (Siehe auch Bosch a.a.O.) <\/p><p>Das IZA konstruiert einfach einen kausalen Zusammenhang zwischen einem Zuwachs an Besch&auml;ftigung  und &ndash; weil es so schon die dessen Ideologie passt &ndash; der Zunahme an flexiblen Arbeitsverh&auml;ltnissen. (Siehe erster Satz der zitierten Pressmitteilung oben.)<br>\nMit gleichem Recht k&ouml;nnte man jedoch behaupten, dass die Normalarbeitsverh&auml;ltnisse wieder zugenommen haben, weil die Reall&ouml;hne wieder etwas angestiegen sind. (Diesen Gedanken verdanke ich Steffen Lehndorff vom IAQ.) <\/p><p>Diese These, dass mit einer besseren Lohnentwicklung sich Deutschlands Wirtschaft viel besser entwickelt h&auml;tte, als durch die lohnsenkenden &bdquo;Reformen des Arbeitsmarktes und des Sozialstaats&ldquo; hat dieser Tage das &ldquo;Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung&ldquo; (IMK) <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_87_2013.pdf\">nachgerechnet [PDF &ndash; 1.8 MB]<\/a>. <\/p><p>Diese Studie hat allerdings kaum ein Medienecho gefunden &ndash; entstammt sich doch einem eher arbeitnehmernahen Forschungsinstitut und nicht von wissenschaftlichen Schreibtischen der Arbeitgeber und vor allem w&uuml;rden die Ergebnisse dieser Studien doch die bisherige Unterst&uuml;tzung der Agenda-Politik durch unsere Leitmedien in Frage stellen.<\/p><p>Kein Mensch bestreitet, dass der Zuwachs an Besch&auml;ftigung etwas mit der Flexibilisierung der Arbeitsverh&auml;ltnisse  zu tun hat, aber leider nur in dem Sinne, dass sich die Arbeit zu niedrigeren L&ouml;hnen leichter umverteilen lie&szlig; &ndash; und Flexibilisierung nichts anderes als Umverteilen der Arbeit  und vor allem der L&ouml;hne und Arbeitsbedingungen nach unten meint.<\/p><p>Das Arbeitsvolumen der Arbeitnehmer hat im letzten Jahr <a href=\"http:\/\/www.iab.de\/de\/informationsservice\/presse\/presseinformationen\/az1302.aspx\">im Vergleich zum Vorjahr um 1,2% zugenommen<\/a>, das ist erfreulich. Betrachtet man allerdings das Arbeitsvolumen &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitverlauf, so muss man n&uuml;chtern feststellen, dass sowohl das Arbeitsvolumen aller Erwerbst&auml;tigen als auch das Arbeitsvolumen der Arbeitnehmer vom Jahr 2000 bis 2012 selbst nach Auskunft der Bundesregierung <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/130408_hinweise_antwort_bilanz_der_agenda_2010-politik_17-12750.pdf\">gerade einmal um 0,3 Prozent zugenommen hat [PDF &ndash; 104 KB]<\/a>. <\/p><p>Unabh&auml;ngig davon, dass die Wochen-Arbeitszeit aller Besch&auml;ftigten etwas zur&uuml;ckgegangen sein mag, bleibt es dabei, dass &ndash; wenn man Vollzeit- und Teilzeitbesch&auml;ftigten getrennt betrachtet &ndash; eben die Arbeitszeit nur umverteilt worden ist (Siehe die <a href=\"http:\/\/www.iab.de\/de\/informationsservice\/presse\/presseinformationen\/az1302.aspx\">Zeitreihe ab 1991 zum Download<\/a>.)  <\/p><p>Und die Umverteilung der Arbeitszeit erfolgte folgenderma&szlig;en: Junge Menschen, Frauen und einmal arbeitslos gewordene M&auml;nner bekamen prek&auml;re Jobs, die &auml;lteren Besch&auml;ftigten in den exportierenden Wirtschaftssektoren konnten ihre Normaljobs einigerma&szlig;en halten und zus&auml;tzliche Arbeit ging an Zeitarbeiter, Teilzeitarbeiter oder inzwischen sogar Werkvertr&auml;gler. <\/p><p>Und dar&uuml;ber hinaus arbeitet jeder F&uuml;nfte f&uuml;r einen Lohn an der Armutsgrenze. <\/p><p>Die Begeisterung &uuml;ber die &bdquo;Flexible Arbeitswelten&ldquo; ist offenbar ziemlich einseitig auf der Arbeitgeberseite  und ihrer wissenschaftlichen Mietm&auml;uler wie Bertelsmann und IZA anzutreffen. Es ist auch keineswegs so, dass die so hoch gelobte &bdquo;Flexibilit&auml;t&ldquo; etwa auf Freiwilligkeit der Arbeitnehmer beruhen w&uuml;rde: <\/p><p>6,7 Millionen Menschen wollen (mehr) Arbeit und 3,3 Millionen Erwerbst&auml;tige betrachten sich als (unfreiwillig) unterbesch&auml;ftigt, davon sogar 1,5 Millionen, die in Vollzeit arbeiten. Das meldete jedenfalls das <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2013\/09\/PD13_297_132.html\">Statistische Bundesamt im Herbst letzten Jahres<\/a>.<\/p><p><strong>P.S.:<\/strong> Das arbeitgebernahe &bdquo;Institut zur Zukunft der Arbeit&ldquo; hat als alleinigen Gesellschafter die Deutsche Post-Stiftung und <a href=\"http:\/\/www.klausfzimmermann.de\/wp\/faz-korrigiert-unrichtige-berichterstattung\/\">erh&auml;lt seine Grundf&ouml;rderung aus dieser Stiftung<\/a>. Pr&auml;sident des Instituts ist nach wie vor der fr&uuml;here Vorstandsvorsitzende der Deutsche Post World Net und wegen Steuerhinterziehung zu einer auf Bew&auml;hrung ausgesetzten Freiheitsstrafe verurteilten Klaus Zumwinkel.<\/p><p>Direktor des Instituts ist Klaus F. Zimmermann, der schon mal gerne in Anzeigen f&uuml;r die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft posiert und f&uuml;r die neoliberale Gleichschaltung des DIW gesorgt hatte und dort nach diversen Skandalen zur&uuml;cktreten musste. <\/p><p>Lobbypedia berichtet: Zimmermann vertritt arbeitgebernahe Positionen und wirkt in Organisationen der Arbeitgeber mit. Er ist Mitglied von Wissopol, dem sozialpolitischen Gespr&auml;chsforum der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb&auml;nde (BDA).<br>\nWeiterhin ist er Autor im &Ouml;konomenBlog der Arbeitgeber-Organisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).<\/p><p>Zu den Policy Fellows des IZA geh&ouml;ren die INSM-Kuratoren\/Botschafter Johann Eekhoff, Florian Gerster, Oswald Metzger und Thomas Straubhaar sowie der ehemalige INSM-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Tasso Enzweiler. <a href=\"http:\/\/www.iza.org\/de\/webcontent\/personnel\/policy_fellows\/index_html\">Policy Fellows<\/a> sind auch Nico Fickinger vom INSM-Finanzier Gesamtmetall und Karen Horn, die als wichtige Koordinatorin neoliberaler Netzwerke fungiert.<\/p><p>Das IZA ist neben dem arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Dauerauftragnehmer der INSM und dessen pseudowissenschaftliches Aush&auml;ngeschild. So z. B., wenn es etwa um Jubelmeldungen &uuml;ber die Arbeitsmarktreformen, die &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2574\">Arbeitspflicht f&uuml;r alle Hilfeempf&auml;nger<\/a>&ldquo; oder <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/arbeitundberuf\/711434.html\">die Anhebung der Bezugsdauer f&uuml;r das Arbeitslosengeld<\/a> ging. Das Netzwerk zwischen INSM und IZA ist eng. Im Beirat (den Policy Fellows) des IZA finden wir viele K&ouml;pfe, die sich auch f&uuml;r die INSM hergeben. Unter anderen etwa den als Chef der Bundesagentur wegen dubioser Beraterauftr&auml;ge geschassten Florian Gerster, zwischenzeitlich als Pr&auml;sident des Arbeitgeberverbandes Postdienste im Einsatz gegen den Mindestlohn bei den Briefzustellern, oder einmal mehr Prof. Dr. Thomas Straubhaar, Direktor des gleichfalls von der Wirtschaft ausgehaltenen Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI). Das IZA findet es nicht im Geringsten anr&uuml;chig, dass es regelm&auml;&szlig;ig Forschungsauftr&auml;ge von einer Arbeitgeber-PR-Agentur annimmt, die diese dann wieder zum Zwecke ihrer politischen Propaganda nutzt. So viel zur ideologischen Grundhaltung und zur &bdquo;Unabh&auml;ngigkeit&ldquo; des von der Bertelsmann Stiftung beauftragten &bdquo;Forschungs&ldquo;-Instituts. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie die Bertelsmann Stiftung mit Hilfe des &bdquo;Instituts zur Zukunft der Arbeit&ldquo; (IZA) die &Ouml;ffentlichkeit mal wieder &uuml;ber die Auswirkungen der Agenda-&bdquo;Reformen&ldquo; an der Nase herumf&uuml;hren und die Leitmedien willige Erf&uuml;llungsgehilfen sind.<br \/> Selbst die traurigen Befunde eines neoliberalen Think-Tanks werden in Jubelmeldungen umgedeutet. Statt &bdquo;Atypische Besch&auml;ftigung dr&auml;ngt normale Arbeitsverh&auml;ltnisse nicht zur&uuml;ck&ldquo; m&uuml;sste es n&auml;mlich hei&szlig;en:<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20443\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[110,141,129,12],"tags":[232,750,343,288],"class_list":["post-20443","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-agenda-2010","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-lobbyorganisationen-und-interessengebundene-wissenschaft","category-manipulation-des-monats","tag-bertelsmann","tag-iza","tag-luegen-mit-zahlen","tag-prekaere-beschaeftigung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20443","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20443"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20443\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20533,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20443\/revisions\/20533"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20443"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20443"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20443"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}