{"id":20551,"date":"2014-01-31T18:13:54","date_gmt":"2014-01-31T17:13:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551"},"modified":"2014-01-31T18:13:54","modified_gmt":"2014-01-31T17:13:54","slug":"hinweise-des-tages-ii-141","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h01\">Mieses Weihnachtsgesch&auml;ft &ndash; Einzelhandel erlebt b&ouml;se Bescherung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h02\">Zahl der Niedrigl&ouml;hner seit Jahren &uuml;bersch&auml;tzt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h03\">Die Stunde der Sicherheitsesoteriker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h04\">Verm&ouml;gensabgabe? &ndash; Ja bitte!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h05\">Bankenrettung &ldquo;leicht gemacht&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h06\">Davos: Arbeitslosigkeit und Ungleichheit wachsen weltweit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h07\">Der (Sozial-)Staat als Beute und Waffe: Gesellschaftspolitik der Gro&szlig;en Koalition<\/a> <\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h08\">Troika attackiert Tarifsysteme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h09\">Langzeitarbeitslose in Deutschland &ndash; Auf der Ersatzbank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h10\">Kein linkes Land<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h11\">Fusion von Fiat und Chrysler: Marchionne vor grossen Herausforderungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h12\">In Ukraine, fascists, oligarchs and western expansion are at the heart of the crisis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h13\">Weniger Geld f&uuml;r Unis: Sparen geht &uuml;ber Studieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h14\">Die Weiterbildungsindustrie &ndash; Gesch&auml;fte mit dubiosen Ma&szlig;nahmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h15\">GEW : Privatisierungs-Report<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h16\">20. BAf&ouml;G-Bericht 2014 und Reaktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h17\">Wem geh&ouml;rt die Zeit? &ndash; Der Mensch im Takt des Kapitalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551#h18\">Armes Amerika<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20551&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Mieses Weihnachtsgesch&auml;ft &ndash; Einzelhandel erlebt b&ouml;se Bescherung<\/strong><br>\nHerber R&uuml;ckschlag f&uuml;r die deutschen Einzelh&auml;ndler: Ausgerechnet im wichtigen Monat Dezember fallen die Ums&auml;tze kr&auml;ftig. Einen st&auml;rkeren R&uuml;ckgang gab es zuletzt vor knapp vier Jahren. &ldquo;Das ist eine negative &Uuml;berraschung&rdquo;, sagt ein &Ouml;konom.<br>\nDer deutsche Einzelhandel hat zum Jahresende 2013 einen D&auml;mpfer hinnehmen m&uuml;ssen. Im Dezember hatte er 2,3 Prozent weniger in den Kassen als im Vormonat. &ldquo;Einen st&auml;rkeren R&uuml;ckgang gab es zuletzt im Januar 2009&rdquo;, teilte das Statistische Bundesamt mit. &Ouml;konomen hatten einen auf Monatssicht unver&auml;nderten Umsatz erwartet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Einzelhandel-erlebt-boese-Bescherung-article12183631.html\">n-tv<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Und dabei hatte uns die GfK doch ein <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/tid-34395\/studie-erwartet-rekord-weihnachten-boom-weihnachten-2013-jeder-deutsche-will-400-euro-ausgeben_aid_1142994.html\">&bdquo;Rekord-Weihnachten&ldquo;<\/a> versprochen. Ein weiteres Beispiel der endlos langen Liste von Fehlprognosen der GfK. Wenn ein Schimpanse jeden Monat zwischen zwei Bananen, die eine mit &bdquo;Kaufrausch&ldquo;, die andere mit &bdquo;Flaute&ldquo; beschrieben, w&auml;hlen m&uuml;sste, h&auml;tte er mit Sicherheit eine h&ouml;here Trefferquote als die &bdquo;hoch angesehenen&ldquo; Konsumklimasp&ouml;kenkieker der GfK, die mit ihren Prognosen gef&uuml;hlt zu 100% danebenliegen.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Krasser daneben liegen geht nicht<\/strong><br>\nAngesichts der heute vom Statistischen Bundesamt ver&ouml;ffentlichten Zahlen zu den Einzelhandelsums&auml;tzen im Dezember verdienen jene Aussagen Ulf Poschardts noch einmal gesondert hervorgehoben zu werden:<br>\n&ldquo;Im Augenblick geht es den Deutschen gut. Sie f&uuml;hlen sich wohl, sind optimistisch wie selten zuvor, konsumieren geradezu rauschhaft und scheinen mit sich im Reinen.&rdquo;<br>\nVielleicht sollte man, wenn man wie Ulf Poschardt &uuml;ber &ldquo;DJ Culture&rdquo; promoviert hat, doch besser die Finger von Konjunktureinsch&auml;tzungen lassen, und seien es auch nur die lebensnahen Einzelhandelsums&auml;tze, bei denen nun wirklich schon ein bisschen gesunder Menschenverstand und Realit&auml;tssinn als solides Handwerkszeug dienen k&ouml;nnten.<br>\nDie Deutschen haben so &ldquo;rauschhaft&rdquo; konsumiert, dass die Einzelhandelsums&auml;tze im Dezember sogar nominal um 1,4 Prozent gegen&uuml;ber Vorjahr, real um 2,4 Prozent gesunken sind! Nichts kann den Irrsinn, den deutsche Medien in der Wirtschafts- und Konjunkturberichterstattung bieten, besser dokumentieren, als diese Kennziffern.<br>\nKlasse schlie&szlig;lich auch selbst das Statistische Bundesamt: &ldquo;Im gesamten Jahr 2013 setzte der deutsche Einzelhandel nominal 1,4 % und real 0,1 % mehr um als im Jahr 2012. Damit konnten die deutschen Einzelh&auml;ndler im vierten Jahr in Folge nominale und reale Umsatzsteigerungen gegen&uuml;ber dem jeweiligen Vorjahr erzielen.&rdquo; 0,1 Prozent klingt da doch auch bereits wie eine Erfolgsmeldung. Peinlich, peinlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2014\/01\/einzelhandelsumsatzekonjunkturzitat-des-tagesdie-weltulf-poschardt-was-nun-herr-poschardt\/\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Zahl der Niedrigl&ouml;hner seit Jahren &uuml;bersch&auml;tzt<\/strong><br>\nDie Korrektur einer Statistik der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit liefert ein &uuml;berraschendes Ergebnis: In Deutschland sind weitaus weniger Vollzeitarbeiter auf Hartz IV angewiesen als bisher vermutet.<br>\nIn Deutschland sind weitaus weniger vollzeitbesch&auml;ftigte Arbeitnehmer auf erg&auml;nzendes Arbeitslosengeld II angewiesen als bisher in der politischen Auseinandersetzung &uuml;ber Mindestl&ouml;hne unterstellt wurde. Dies ist das &uuml;berraschende Ergebnis einer aktuellen Revision der entsprechenden Statistik der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit. Wie eine dieser Zeitung vorliegende statistische &bdquo;Hintergrundinformation&ldquo; der Beh&ouml;rde zeigt, ist die Gesamtzahl der Vollzeitbesch&auml;ftigten, die wegen eines niedrigen Arbeitslohns die staatliche Einkommensaufstockung beziehen, um fast ein Drittel geringer als bisher vermutet. Die Zahl der allein lebenden Vollzeitbesch&auml;ftigten, die eine Aufstockung ben&ouml;tigen, ist sogar um 41 Prozent geringer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/arbeitsagentur-korrigiert-statistik-zahl-der-niedrigloehner-seit-jahren-ueberschaetzt-12777715.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Ohne die Details zu der seltsam anmutenden Korrektur der Statistik genau zu kennen, k&ouml;nnte ein Grund der angeblich fehlerhaften Daten die Wohngeldreform sein. Im <a href=\"http:\/\/www.bmvi.de\/\/SharedDocs\/DE\/Artikel\/SW\/wohngeld-und-mietenbericht-2010.html?nn=35704\">Wohngeld- und Mietenbericht 2010<\/a> hei&szlig;t es:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Im Jahr 2009 f&uuml;hrte die Wohngeldreform 2009 zusammen mit dem Kinderzuschlag, der bereits zum 1. Oktober 2008 weiterentwickelt worden war, zu einem deutlichen Anstieg der Wohngeldempf&auml;ngerhaushalte. 2008 bezogen 640.000 Haushalte Wohngeld, 2009 stieg ihre Zahl auf 1 Millionen Haushalte. Dies entspricht einer wichtigen Zielsetzung der Reform, das Wohngeld als vorrangiges Leistungssystem zu st&auml;rken. Insgesamt sind etwa 120.000 Haushalte aus der Grundsicherung nach dem SGB II in das Wohngeld gewechselt. Hierbei handelte es sich insbesondere um Haushalte, die zuvor nur wegen ihrer Wohnkosten SGB-II-Leistungen erhielten.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Damit w&auml;re die Argumentation der FAZ zusammengefallen. Es ist schlie&szlig;lich egal, welche staatliche Leistung ein Niedrigl&ouml;hnerhaushalt bezieht, um Leben und Wohnen zu k&ouml;nnen. Das Problem ist, dass der Lohn so niedrig ist, dass er mit Steuergeldern subventioniert werden muss. Und die Kernaussage, dass die Zahl der &bdquo;Niedrigl&ouml;hner seit Jahren &uuml;bersch&auml;tzt&ldquo; sei, stimmt dann auch nicht mehr.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Stunde der Sicherheitsesoteriker<\/strong><br>\nQuer durch die Parteien zieht sich in der Politik der Wunsch nach mehr &Uuml;berwachung, der verhindert, dass aus dem weltweiten Sp&auml;hskandal in Deutschland die richtigen Konsequenzen gezogen werden. Nicht immer wird dieser Wunsch so explizit vorgetragen wie beim Standardruf nach mehr Video&uuml;berwachung im &ouml;ffentlichen Raum. Bei der Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung (VDS) tarnt sich das Sp&auml;hverlangen als Klage, dass effektive Ermittlungsinstrumente fehlen w&uuml;rden.<br>\nSieht man von taktischen und lobbygeborenen Argumenten ab, speist sich der politische Wunsch nach mehr &Uuml;berwachung aus zwei Quellen:\n<ol>\n<li>aus der Hoffnung, mehr &Uuml;berwachung erg&auml;be mehr Sicherheit;<\/li>\n<li>aus der Gewissheit, dass mehr &Uuml;berwachung mehr B&uuml;rgerkontrolle bedeutet.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der zweite Punkt &ndash; die Kontrolle, die durch &Uuml;berwachung fast automatisch entsteht &ndash; ist der Grund, weshalb zum Beispiel &ldquo;Angry Birds&rdquo;-Spieler durch die NSA &uuml;berwacht werden. Das Terrorpotential dieses Spiels liegt bei null, au&szlig;er man ist ein gr&uuml;nes Schwein. Dieser Punkt eignet sich allerdings nicht besonders gut, um die &Ouml;ffentlichkeit zu &uuml;berzeugen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/sascha-lobo-ueber-sicherheitsesoterik-und-staatliche-ueberwachung-a-945892.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Verm&ouml;gensabgabe? &ndash; Ja bitte!<\/strong><br>\nDie deutsche Bundesbank bringt im Kampf gegen die Eurokrise endlich eine Verm&ouml;gensabgabe f&uuml;r Krisenstaaten ins Spiel. Um drohende Staatspleiten abzuwenden, sollen hochverschuldete L&auml;nder ihre Verm&ouml;genden zur Kasse bitten. Eine solche Abgabe k&ouml;nnte die &ouml;ffentlichen Schulden schnell senken. Die sch&auml;dliche K&uuml;rzungspolitik w&uuml;rde &uuml;berfl&uuml;ssig und die Krise k&ouml;nnte schneller &uuml;berwunden werden.<br>\nDa die Abgabe r&uuml;ckwirkend erhoben werden kann, droht auch nach Meinung der Bundesbank keine Kapitalflucht. Zudem h&auml;tte die Abgabe eine positive verteilungspolitische Wirkung, wenn nur die Reichen zahlen m&uuml;ssten. Soweit so gut.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140131_04.jpg\" alt=\"Schulden vs Verm&ouml;gen\" title=\"Schulden vs Verm&ouml;gen\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/140131_wipo.pdf\">ver.di wipo aktuell [PDF &ndash; 85 KB]<\/a><\/p>\n<p>dazu: <strong>Bundesbank begibt sich mit Forderung nach Verm&ouml;gensabgabe in ideologische Zwickm&uuml;hle und will sich nur aus der Verantwortung stehlen<\/strong><br>\nDie Bundesbank erw&auml;gt in ihrem aktuellen Monatsbericht eine &ldquo;einmalige Verm&ouml;gensabgabe Einmalige Verm&ouml;gensabgabe als Instrument zur L&ouml;sung nationaler Solvenzkrisen im bestehenden EWU-Rahmen?&rdquo; Schon mit dem ersten Satz zeigt die Bundesbank jedoch ihren beschr&auml;nkten Ansatz. [&hellip;]<br>\nDamit die Diskussion einer Verm&ouml;gensabgabe bzw. einer Verm&ouml;genssteuer erst gar nicht auf Deutschland &uuml;berschwappt, warnt die Bundesbank zudem: &ldquo;Grunds&auml;tzlich ist eine Verm&ouml;gensabgabe und erst recht eine fortlaufend erhobene Verm&ouml;gensteuer aus gesamtwirtschaftlicher Sicht mit erheblichen Problemen verbunden, und der damit einhergehende Aufwand sowie die Risiken f&uuml;r den Wachstumspfad einer Volkswirtschaft wiegen schwer. In der Ausnahmesituation einer drohenden staatlichen Insolvenz k&ouml;nnte eine einmalige Verm&ouml;gensabgabe aber g&uuml;ns tiger abschneiden als die dann noch relevanten Optionen.&rdquo;<br>\nDass die USA beispielsweise ungeachtet einer vergleichsweise hohen Verm&ouml;genssteuer deutlich bessere Wachstumsergebnisse erzielen als Deutschland, verheimlicht die Bundesbank lieber und beweist ein weiteres Mal: Auch in diesem Hause regiert zuallererst die Idologie und das Interesse des gro&szlig;en Geldes, nicht aber das gesamtwirtschaftliche und das des Allgemeinwohls.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2014\/01\/eurokrisebundesbankvermogensabgabe-bundesbank-begibt-sich-mit-forderung-nach-vermogensabgabe-in-ideologische-zwickmuhle-und-will-sich-nur-aus-der-verantwortung-stehlen\/\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bankenrettung &ldquo;leicht gemacht&rdquo;<\/strong><br>\nIm Augenblick verhandelt das Europaparlament mit dem Rat, wie eine Bank im Falle einer Pleite schnell, effektiv und mit m&ouml;glichst wenig Ansteckungseffekten abgewickelt werden kann. Dabei sollen besonders die SteuerzahlerInnen gesch&uuml;tzt werden. So eine Abwicklung muss idealerweise innerhalb eines Wochenendes &uuml;ber die B&uuml;hne gehen. Auf deutschen Druck hin wurde der Vorschlag der EU-Kommission zum Gemeinsamen Bankenabwicklungsmechanismus (SRM) stark im Interesse intergouvernementaler Strukturen ver&auml;ndert.<br>\nWir haben die Vorstellungen der europ&auml;ischen Regierungen f&uuml;r so eine Abwicklung in einem Schaubild aufgearbeitet. Das Ergebnis macht sogar mich sprachlos, aber seht selbst:\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140131_06.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140131_06_th.jpg\" alt=\"Bankenrettung leicht gemacht\" title=\"Bankenrettung leicht gemacht\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sven-giegold.de\/2014\/bankenrettung-leicht-gemacht\/\">Sven Giegold<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Den Hinweis hatten wir schon heute morgen. Nun hat Sven Giegold aber die Grafik ins Deutsche &uuml;bersetzt (&uuml;bersetzen lassen).<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Davos: Arbeitslosigkeit und Ungleichheit wachsen weltweit<\/strong><br>\nDie Teilnehmenden des diesj&auml;hrigen Weltwirtschaftsforums in Davos erwarten eine leichte Erholung der Weltwirtschaft. Die Talsohle scheint erreicht. Die Weltkonjunktur nimmt 2014 laut Internationalem W&auml;hrungsfonds (IWF) mit 3,7 % gegen&uuml;ber 3 % (2012) Fahrt auf. Getragen wird das globale Wachstum vor allem von guten Konjunkturaussichten in den USA. Die US-Wirtschaft soll 2014 um 2,9 % wachsen. Obama setzte in seiner Rede zur Lage der Nation auf die Verstetigung der Wachstumskr&auml;fte. In einem &bdquo;year of action&ldquo; will er den Mindestlohn von 7,25 auf 10,10 US-Dollar erh&ouml;hen, mehr &ouml;ffentliche Investitionen t&auml;tigen und den Klimawandel bek&auml;mpfen. Gut f&uuml;r die USA, gut f&uuml;r die Weltwirtschaft.<br>\nDie meisten Schwellenl&auml;nder gewinnen allm&auml;hlich an wirtschaftlicher Stabilit&auml;t, auch wenn die T&uuml;rkei und Argentinien mit der Stabilisierung des Au&szlig;enwertes ihrer W&auml;hrungen zu k&auml;mpfen haben. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) l&auml;ge in China mit 7,5 %, Brasilien mit 2,3 % und Japan mit 1,7 % knapp auf Vorjahresniveau. Im Euroraum klingt die Rezession allm&auml;hlich ab, da Krisenl&auml;nder wirtschaftlich nicht mehr schrumpfen. Verbesserte weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen und die anziehende Investitionsneigung, auch in Deutschland, beg&uuml;nstigen die Wachstumskr&auml;fte. Das BIP wird laut IWF 2014 im Euroraum um 1 % und in Deutschland sogar um 1,6 % zunehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/04_2014_klartext_Davos.pdf\">DGB klartext [PDF &ndash; 170 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Der (Sozial-)Staat als Beute und Waffe: Gesellschaftspolitik der Gro&szlig;en Koalition<\/strong><br>\nMit der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages dieser neuen Bundesregierung ist eine andere Republik er&ouml;ffnet worden, als der vormalige demokratische, soziale und f&ouml;derale Rechtsstaat Deutschland es war.<br>\nWas wir jetzt erleben, ist die endg&uuml;ltige Etablierung der Politik schon der Gro&szlig;en Koalition von 2005 bis 2009 und davor. Wir erleben jetzt die endg&uuml;ltige Etablierung einer Politik der Umwandlung des Sozialstaates in ein Instrument gegen die Gesellschaft, gegen die Arbeitnehmer, gegen die Ruhest&auml;ndler, gegen die Erwerbslosen, gegen die Alleinerziehenden, gegen die in Ausbildung etc.<br>\nWenn wir uns ansehen, was mit dem S&uuml;den Europas angerichtet wird, wie dort &uuml;berfallartig mit Rentenverschlechterungen und mit Mehrwertsteuererh&ouml;hungen die &bdquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit&ldquo; erh&ouml;ht wird, d.h. die Reall&ouml;hne gesenkt und die Profitraten erh&ouml;ht werden, dann begreifen wir eigentlich erst, was bei uns &uuml;ber Jahre schleichend und schrittweise vonstatten gegangen ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/groko_goeschel.pdf\">SoVD via Labournet [PDF &ndash; 185 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Troika attackiert Tarifsysteme<\/strong><br>\nReall&ouml;hne und Tarifbindung gehen drastisch zur&uuml;ck, Fl&auml;chentarife werden zerst&ouml;rt. Das ist das Resultat der Politik von Europ&auml;ischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem W&auml;hrungsfonds in Europas Krisenl&auml;ndern.<br>\nBis zu einem Drittel ihres 2009 zun&auml;chst eingefrorenen Gehalts haben manche Besch&auml;ftigte des &ouml;ffentlichen Dienstes in Griechenland inzwischen eingeb&uuml;&szlig;t. Auf die Nullrunde vor f&uuml;nf Jahren folgten 2010 Einschnitte von 12 bis 20 Prozent; von 2011 bis 2013 kosteten die Sparprogramme griechische<br>\nStaatsbedienstete erneut bis zu 17 Prozent ihres Verdienstes. Das geht aus einer Aufstellung des WSI-Tarifexperten Thorsten Schulten hervor.* F&uuml;r das Europ&auml;ische Parlament hat der Forscher zusammengefasst, welche Folgen die Auflagen von EZB, EU und IWF f&uuml;r Lohnniveau und Lohnverhandlungen in Griechenland, Spanien, Portugal, Irland oder Zypern haben. Es zeigt sich: Die reale Kaufkraft der Bev&ouml;lkerung ist erheblich zur&uuml;ckgegangen, Tarife und Mindestl&ouml;hne spielen eine immer geringere Rolle. Das Ziel der sogenannten Troika aus Zentralbank, Kommission und W&auml;hrungsfonds besteht darin, die internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit der Krisenl&auml;nder durch Senkung der Arbeitskosten zu verbessern &ndash; nach Schultens Analyse ein Unterfangen mit hohen sozialen Kosten. Zudem sei es wenig dazu geeignet, das Wirtschaftswachstum anzuregen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/impuls_2014_02_5.pdf\">Hans-Boeckler-Stiftung [PDF &ndash; 260 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Langzeitarbeitslose in Deutschland &ndash; Auf der Ersatzbank<\/strong><br>\nChristoph Ruhland hat seit 1990 keine Stelle mehr gefunden. Seit 24 Jahren ist er arbeitslos. Eine Geschichte, die in keiner Statistik auftaucht.<br>\nEr ist der ewige neunte Mann. Die Kugelsto&szlig;er haben Christoph Ruhland diesen Spitznamen gegeben. Weil sie acht sind, wenn sie bei den Spartakiaden antreten: den Leichtathletikturnieren f&uuml;r jugendliche DDR-B&uuml;rger. Ruhland f&auml;hrt mit, jedes Mal, im Teambus bis nach Calau oder nach Leipzig. Er w&auml;rmt sich auf, zieht sich um &ndash; und sitzt dann meist auf der Ersatzbank.<br>\nChristoph Ruhland, 51 Jahre alt, ist bereit zum Einwechseln. Er ist es immer gewesen. In den Achtzigern, im Leistungssport, genauso wie heute, in seiner Heimatstadt Senftenberg in S&uuml;dbrandenburg. Hier ist er ein etablierter Mann geworden: Jugendberatung und Sportclub, Vereine, Gewerkschaft und ein Sitz im Rathaus f&uuml;r die Linksfraktion. Er hat viele Termine. Doch auf den Tag, an dem ihm jemand Geld f&uuml;r seinen Einsatz bezahlt, wartet er noch. Ruhland ist seit seinem 28. Lebensjahr arbeitslos.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Langzeitarbeitslose-in-Deutschland\/!131954\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Kein linkes Land<\/strong><br>\nMerkw&uuml;rdig, wie kurz das politische Ged&auml;chtnis manchmal ist. Dabei hatte die &Ouml;ffnung der SPD im Herbst vorigen Jahres zu so vielen Diskussionen gef&uuml;hrt. Schlie&szlig;lich ging es um die Linkspartei, diese so lange verschm&auml;hte Halbschwester, die zu gro&szlig;en Teilen Fleisch vom Fleische ist.<br>\n&bdquo;F&uuml;r die Zukunft schlie&szlig;en wir keine Koalition (mit Ausnahme von rechtspopulistischen oder -extremen Parteien) grunds&auml;tzlich aus&ldquo;, stand im Leitantrag der SPD-Spitze f&uuml;r den Parteitag in Leipzig im November.<br>\nDie Passage wurde als Coup von Sigmar Gabriel gefeiert. Endlich schien eine Regierung mit der Linken ab 2017 m&ouml;glich zu sein. Mit dieser Perspektive hat der Parteichef seine Sozialdemokraten in die ungeliebte Gro&szlig;e Koalition gelockt. Und offenbar ging es nur um das: Die &Ouml;ffnung war ein K&ouml;der f&uuml;r den linken Fl&uuml;gel, mehr nicht.<br>\nDenn die SPD-Parteispitze hatte damals drei Bedingungen f&uuml;r k&uuml;nftige B&uuml;ndnisse definiert: eine stabile parlamentarische Mehrheit, einen finanzierbaren Koalitionsvertrag und eine verantwortungsvolle Europa- und Au&szlig;enpolitik.<br>\nEine stabile Mehrheit und ein finanzierbarer Koalitionsvertrag &ndash; was auch immer das angesichts der Ausgabenlust der Gro&szlig;en Koalition bedeuten mag &ndash; trifft auf jede Konstellation zu. Der dritte Punkt zielte explizit auf die Linke ab. Man konnte das damals schon als eingebaute Hintert&uuml;r ansehen.<br>\nDoch wer h&auml;tte gedacht, dass sie so schnell ge&ouml;ffnet wird. Es ist jedenfalls kein Zufall, wenn Gabriel nun wenige Wochen sp&auml;ter die Linke zu den populistischen Parteien z&auml;hlt und sie zur Gefahr f&uuml;r Europa erkl&auml;rt. &bdquo;Da verb&uuml;nden sich die rechten und die linken Feinde Europas&ldquo;, rief Gabriel auf dem Europaparteitag vergangene Woche seiner Partei und den Medien zu. &bdquo;Ob es nun neunmalkluge Professoren, ehemalige Verbandslobbyisten oder Linksradikale sind: Wir verteidigen Europa gegen sie.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theeuropean.de\/sebastian-pfeffer\/7939-die-oeffnung-der-spd-zur-linken-ist-geschichte\">The European<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Fusion von Fiat und Chrysler: Marchionne vor grossen Herausforderungen<\/strong><br>\nFiat hat die n&auml;chsten Schritte f&uuml;r die volle Integration der Tochter Chrysler angek&uuml;ndigt. Die vollst&auml;ndige Integration soll nach dem Willen des Fiat-Verwaltungsrates durch die neue Holding Fiat Chrysler Automobiles mit rechtlichem Sitz in den Niederlanden und mit Steuerdomizil in Grossbritannien erfolgen. Die Gesellschaft werde prim&auml;r an der NYSE kotiert sein. Daneben ist ein Listing in Mailand geplant. Zudem wurde versichert, dass eine multipolare, auf die Hauptm&auml;rkte fokussierte Managementstruktur bestehen bleibe und die Reorganisation keine Folgen f&uuml;r die Werke in Italien und anderswo haben werde. Dass Fiat Chrysler, die nun siebtgr&ouml;sste Autogruppe, noch vor grossen industriellen Herausforderungen steht, unterstrichen am Mittwoch die entt&auml;uschenden Ergebnisse des Konzerns, die zu einem erneuten Ausfall der Dividende f&uuml;hrten. Ein von Bloomberg zitierter amerikanischer Branchenexperte, Erik Gordon von der Business School der University of Michigan, argw&ouml;hnte, dass die Merger-Pl&auml;ne kinderleicht gewesen seien und das neue Gebilde erst noch mit schlagendem Erfolg weltweit Autos verkaufen m&uuml;sse, was mehr als Anw&auml;lte brauche. Tats&auml;chlich ist Fiat Chrysler vom einstigen Ziel Marchionnes, 5,5 Mio. Fahrzeuge zu ver&auml;ussern, um die kritische Masse zu erreichen, noch weit entfernt. 2013 erreichte der Absatz bloss 4,3 Mio. St&uuml;ck. Und Fiat blutet auf dem alten Kontinent weiter, wobei Marchionne noch kaum eine &uuml;berzeugende Gegenstrategie konzipiert hat. Die Pl&auml;ne, mit den Marken Alfa Romeo und Maserati deutschen Herstellern wie BMW oder Audi das Wasser abzugraben, wirken noch sehr vage und k&uuml;hn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/unternehmen\/fusion-von-fiat-und-chrysler-1.18231763?extcid=Newsletter_30012014_Top-News_am_Morgen\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es war wohl in den 80ern, als linke Theoretiker das Bild von den &ldquo;fu&szlig;losen&rdquo; (footless) transnationalen Konzernen entwarfen, obwohl davon zu damaligen Zeitpunkt nicht die Rede sein konnte. Heute zeigt Fiat Chrysler Automobiles diesen Weg f&uuml;r global agierende Konzerne auf: Hauptsitz der Konzernmutter in den Niederlanden, der steuerrechtliche Sitz in Gro&szlig;britannien und an der B&ouml;rse in New York. Fiat hat heute etwa 197 000 Besch&auml;ftigte und ist mit etwa 80 000 immer noch Hauptarbeitgeber in Italien. Dennoch muss Italien wohl sagen: Ciao Fiat!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>In Ukraine, fascists, oligarchs and western expansion are at the heart of the crisis<\/strong><br>\nThe story we&rsquo;re told about the protests gripping Kiev bears only the sketchiest relationship with reality<br>\nWe&rsquo;ve been here before. For the past couple of months street protests in Ukraine have been played out through the western media according to a well-rehearsed script. Pro-democracy campaigners are battling an authoritarian government. The demonstrators are demanding the right to be part of the European Union. But Russia&rsquo;s president Vladimir Putin has vetoed their chance of freedom and prosperity.<br>\nIt&rsquo;s a story we&rsquo;ve heard in one form or another again and again &ndash; not least in Ukraine&rsquo;s western-backed Orange revolution a decade ago. But it bears only the sketchiest relationship to reality. EU membership has never been &ndash; and very likely never will be &ndash; on offer to Ukraine. As in Egypt last year, the president that the protesters want to force out was elected in a poll judged fair by international observers. And many of those on the streets aren&rsquo;t very keen on democracy at all.<br>\nYou&rsquo;d never know from most of the reporting that far-right nationalists and fascists have been at the heart of the protests and attacks on government buildings. One of the three main opposition parties heading the campaign is the hard-right antisemitic Svoboda, whose leader Oleh Tyahnybok claims that a &ldquo;Moscow-Jewish mafia&rdquo; controls Ukraine. But US senator John McCain was happy to share a platform with him in Kiev last month. The party, now running the city of Lviv, led a 15,000-strong torchlit march earlier this month in memory of the Ukrainian fascist leader Stepan Bandera, whose forces fought with the Nazis in the second world war and took part in massacres of Jews.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/commentisfree\/2014\/jan\/29\/ukraine-fascists-oligarchs-eu-nato-expansion\">The Guardian<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Weniger Geld f&uuml;r Unis: Sparen geht &uuml;ber Studieren<\/strong><br>\nW&auml;ren die F&auml;cher Jura, Maschinenbau und Zahnmedizin Patienten und das Saarland ein Krankenhaus, dann fiele dem Wissenschaftsrat die Rolle von &Auml;rzten zu. &ldquo;Stellt die Maschinen ab&rdquo;, w&uuml;rden sie den verzweifelten Angeh&ouml;rigen raten. Hintergrund w&auml;re eine neue Vorgabe, wonach sich Krankenh&auml;user nur noch um bestimmte Patienten k&uuml;mmern sollen. Um solche, die m&ouml;glichst wenig kosten und m&ouml;glichst viel Prestige bringen.<br>\n&ldquo;Da aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen im Saarland zuk&uuml;nftig keine umfassende &lsquo;akademische Grundversorgung&rsquo; mehr vorgehalten werden kann, sind auch Studieng&auml;nge einzustellen bzw. grundlegend neu zu organisieren&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Papier vom 24. Januar, in dem der Wissenschaftsrat &ldquo;Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems des Saarlandes&rdquo; formuliert.<br>\nDas bedeutet f&uuml;r die Universit&auml;t des Saarlandes unter anderem: Jura auf Staatsexamen soll entweder in Kooperation mit einer anderen Uni in der &ldquo;Gro&szlig;region&rdquo; angeboten oder &ldquo;g&auml;nzlich&rdquo; gestrichen werden &ndash; dann g&auml;be es im Saarland das Fach Jura gar nicht mehr. Mit &ldquo;Gro&szlig;region&rdquo; meint der Wissenschaftsrat das angrenzende Bundesland Rheinland-Pfalz, mit dem auch bei der Lehrerausbildung mehr kooperiert werden soll. Komplett geschlossen werden sollen die Studieng&auml;nge Zahnmedizin sowie der gerade erst eingef&uuml;hrte Masterstudiengang Maschinenbau. Wirtschaftswissenschaften sollen ausgegliedert und nur noch gemeinsam mit einer Fachhochschule angeboten werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/unis-unter-spardruck-hochschulen-stellen-studiengaenge-ein-a-946280.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Welchen Sinn soll es haben die deutsche Hochschullandschaft zu zerst&ouml;ren, indem man deren Institutionen einen gnadenlosen Sparzwang unterwirft? Dies obwohl doch angeblich Wissen eine der wichtigsten Ressourcen in der sonst so rohstoffarmen Bundesrepublik sein soll? Die v&ouml;llige Irrationalit&auml;t zeigt sich schon darin, dass einerseits die Austerit&auml;tspolitik das neue heilige Dogma aller marktkonformen Politiker ist, andrerseits &uuml;berall ein angeblicher Fachkr&auml;ftemangel beklagt wird. Wie soll dieser dann durch ausgeblutete Hochschulen behoben werden?<br>\nHochschulen sind aber nun einmal keine kapitalistischen Betriebe, bei denen man, wenn die Rendite nicht stimmt, einfach ein paar tausend Menschen auf die Stra&szlig;e wirft oder Gesch&auml;ftsbereiche einfach platt macht oder verkauft. Auch wenn das Wahnbild der &ldquo;unternehmerischen&rdquo; Hochschule in den K&ouml;pfen der Neoliberalen umherspukt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die Weiterbildungsindustrie &ndash; Gesch&auml;fte mit dubiosen Ma&szlig;nahmen<\/strong><br>\nWeiterbildung gilt als Waffe gegen Arbeitslosigkeit. Jahr f&uuml;r Jahr verschlingen diverse Bildungs- und Umschulungsprogramme Milliarden an Steuergeldern. Doch nur etwa jeder f&uuml;nfte Erwerbslose findet anschlie&szlig;end tats&auml;chlich einen neuen Job. Nicht selten reiht sich Lehrgang an Lehrgang wie bei Heinz G. Der gelernte Maschinenbautechniker wurde vom Jobcenter zu Dutzenden Ma&szlig;nahmen verdonnert und ist trotzdem seit 20 Jahren ohne Arbeit.<br>\nQualifizierungen, Eingliederungen, Fortbildungen und Umschulungen sind ein lohnendes Gesch&auml;ft. Etwa 17.000 Bildungstr&auml;ger gibt es in Deutschland. Die Zahl der angebotenen Kurse ist un&uuml;berschaubar und insbesondere Qualit&auml;t und Nutzen wenig kontrollierbar. Das gilt nicht nur f&uuml;r Arbeitslose, sondern auch f&uuml;r Erwerbst&auml;tige, die zielgerichtet mit dem Versprechen umworben werden, dass sich ihre Aufstiegschancen durch eine Weiterbildung wesentlich verbessern w&uuml;rden.<br>\n&ldquo;Exakt &ndash; Die Story&rdquo; schaut hinter die Kulissen der Weiterbildungsindustrie, spricht mit Betroffenen, Experten und Insidern &uuml;ber Sinnlosma&szlig;nahmen und Mogelpackungen. Es wird den Spuren von Bildungstr&auml;gern gefolgt, die Kursteilnehmer vor allem als billige Arbeitskr&auml;fte nutzen und Anbietern, die Millionen kassierten f&uuml;r Schulungen, die nie stattfanden. Wann ist Weiterbildung wirklich sinnvoll? Woran krankt das System? Was ist die Alternative?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mdr.de\/mediathek\/video174684_zc-f3a64d0e_zs-17950b3d.html\">MDR  Exakt &ndash; die Story <\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>GEW : Privatisierungs-Report<\/strong><br>\nWie Unternehmen mit kostenlosen Unterrichts-Materialien Einfluss auf die Schulen nehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Binaries\/Binary109439\/PrivaReport_15_web.pdf\">GEW [PDF &ndash; 690 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>20. BAf&ouml;G-Bericht 2014 und Reaktionen<\/strong><br>\n&ldquo;Eine gute Ausbildung ist heute wichtiger als je zuvor. Das gilt f&uuml;r den Einzelnen wie f&uuml;r unsere Gesellschaft insgesamt. Wissen und die Anwendung von Wissen sind das gr&ouml;&szlig;te Potenzial, das wir in Deutschland haben. Das Bundesausbildungsf&ouml;rderungsgesetz (BAf&ouml;G) ist ein Garant daf&uuml;r, dass Jugendliche und junge Erwachsene eine ihrer Eignung und Neigung entsprechende Ausbildung absolvieren k&ouml;nnen &ndash; auch unabh&auml;ngig davon, ob die finanzielle Situation ihrer Familie diese Ausbildung zul&auml;sst oder nicht&hellip;&rdquo; So weit das Versprechen auf der Homepage des Bundesministerium f&uuml;r Bildung und Forschung. Siehe zur aktuellen Situation den 20. BAf&ouml;G-Bericht 2014 und Reaktionen:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/politik\/alltag\/ausbildung\/studium\/20-bafog-bericht-2014-und-reaktionen\/\">LabourNet Germany<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Wem geh&ouml;rt die Zeit? &ndash; Der Mensch im Takt des Kapitalismus<\/strong><br>\nDas Gef&uuml;hl, dass Zeit knapper wird oder &ndash; anders gesagt &ndash; schneller eilt, so dass die Menschen immer mehr in immer weniger Zeit erledigen m&uuml;ssen, ist ein Gef&uuml;hl, das man heute bei vielen Gespr&auml;chspartnern abrufen kann. Dieses Gef&uuml;hl paart sich nicht selten mit einer Form von Ersch&ouml;pfung, die darauf zur&uuml;ckgef&uuml;hrt wird, dass die Einzelnen mit der rasenden Zeit nicht mehr mitkommen. Die Konjunktur von Burnout-Diagnosen ist daf&uuml;r nur ein Beleg.<br>\nWenn aber ein Gef&uuml;hl so weit verbreitet ist, dann liegt es nah, nicht einfach dem Einzelnen ein besseres Zeitmanagement zu empfehlen, sondern nach &uuml;berindividuellen Ursachen f&uuml;r solch eine Situation zu suchen. Das umso mehr, als man feststellen kann, dass die knappe Zeit und Klagen &uuml;ber die darob ersch&ouml;pften Menschen keine Ph&auml;nomene allein unserer Gegenwart sind, sondern weit in die Geschichte der europ&auml;ischen Moderne zur&uuml;ckreichen.<br>\nMeines Erachtens verr&auml;t der Ursprung des modernen Zeitgef&uuml;hls etwas &uuml;ber dessen Wesen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/januar\/wem-gehoert-die-zeit\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Armes Amerika<\/strong><br>\nDie USA sind nach wie vor das reichste Land mit der gr&ouml;ssten Volkswirtschaft. Rund ein Viertel aller G&uuml;ter und Dienstleistungen weltweit werden von amerikanischen Konsumenten in Anspruch genommen. Gleichzeitig tragen die USA aber zunehmend Z&uuml;ge eines Drittweltlands. 15 Prozent der Bev&ouml;lkerung &ndash; rund 50 Millionen Menschen, 13 Millionen von ihnen Kinder &ndash; leben an der Armutsgrenze und sind auf die karge Sozialhilfe angewiesen. Diese kommt meist in Form von Food Stamps daher: Lebensmittelmarken. Die Arbeitslosenunterst&uuml;tzung wird laufend gek&uuml;rzt. Rund 1,3 Millionen Arbeitslose sind Ende 2013 ausgesteuert worden, etwa 1 Million wird es Mitte 2014 treffen. Obwohl die Wirtschaft wieder w&auml;chst, verharrt die Arbeitslosigkeit bei 7 Prozent. Ein Grossteil des amerikanischen Mittelstands verdient heute weniger als vor der grossen Krise 2008. Wer seinen Lebensunterhalt in einem Fast-Food-Restaurant oder hinter einer Warenhauskasse verdient, hat gr&ouml;sste M&uuml;he, sich finanziell &uuml;ber Wasser zu halten. Inflationsbereinigt sind die L&ouml;hne dieser Angestellten seit den 70er-Jahren um rund ein Drittel gefallen. Auch immer mehr von ihnen greifen &ndash; trotz einer festen Arbeit &ndash; auf Food Stamps und Medicaid zur&uuml;ck, um ihren Familien einen minimalen Standard zu sichern. Selbst ein kr&auml;ftiger Wirtschaftsaufschwung d&uuml;rfte an diesen Zust&auml;nden wenig &auml;ndern. &laquo;Auch wenn die Rezession vorbei ist, werden die guten Mittelstandsjobs nicht zur&uuml;ckkehren&raquo;, konstatiert der &Ouml;konom Tyler Cowen in seinem aktuellen Kultbuch &laquo;Average Is Over&raquo; (Mittelmass ist vorbei). Cowen ist alles andere als ein linker Aktivist, er bezeichnet sich selbst als Konservativer und Marktliberaler. Trotzdem beschreibt er die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt schonungslos.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/ausland\/amerika\/Armes-Amerika\/story\/14963093\">Tagesanzeiger<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Cowen d&uuml;rfte wohl recht behalten. Die USA eignen sich nicht f&uuml;r eine Revolution. Vielleicht fehlt den USA die europ&auml;ische Urerfahrung, das Abtrennen eines Kopfes von Gottes Gnaden vom Rumpfe. Dabei lebt die US-Plutokratie gerade von der Vorstellung, dass Reichtum den begnadeten Menschen auszeichnet. Und jeder, der sich nur gen&uuml;gend bem&uuml;ht, kann diesen Gnadenstand erfahren. Wer bettelarm bleibt, hat sich nicht um die Gnadengewissheit bem&uuml;ht. Aber Spa&szlig; und Weber beiseite, es k&ouml;nnte den USA nicht schaden, sich der europ&auml;ischen Tugenden von 1793 zu besinnen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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