{"id":20578,"date":"2014-02-03T13:14:21","date_gmt":"2014-02-03T12:14:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20578"},"modified":"2015-10-14T17:08:00","modified_gmt":"2015-10-14T15:08:00","slug":"ein-geflecht-von-spiessbuergerlichen-klischees-und-unwahrheiten-fuehrt-den-bundespraesidenten-zum-gewollten-schluss-mehr-verantwortung-mehr-militaereinsatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20578","title":{"rendered":"Ein Geflecht von spie\u00dfb\u00fcrgerlichen Klischees und Unwahrheiten f\u00fchrt den Bundespr\u00e4sidenten zum gewollten Schluss: Mehr \u201eVerantwortung\u201c, mehr Milit\u00e4reinsatz."},"content":{"rendered":"<p>Man kann die <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/SharedDocs\/Reden\/DE\/Joachim-Gauck\/Reden\/2014\/01\/140131-Muenchner-Sicherheitskonferenz.html\">Rede des Bundespr&auml;sidenten<\/a> vor der Sicherheitskonferenz in M&uuml;nchen drehen und wenden, wie man will, sie hat eine zentrale Botschaft: Deutschland soll sich in den Krisen und Konflikten dieser Welt mehr engagieren. Das meint: milit&auml;risch engagieren &ndash; auch wenn dies immer wieder in Nebens&auml;tzen relativiert wird. Man kann davon ausgehen, dass diese Rede mit der Bundesregierung abgesprochen ist. Au&szlig;enminister Steinmeier hat sich <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/analyse-von-der-aussenlinie-aufs-spielfeld-2087276.html\">parallel dazu &auml;hnlich ge&auml;u&szlig;ert<\/a>: &bdquo;Deutschland ist eigentlich zu gro&szlig;, um Weltpolitik nur von der Au&szlig;enlinie zu kommentieren.&rdquo; Und Gauck hat Steinmeier als einzigen deutschen Politiker in seiner Rede ausdr&uuml;cklich gelobt. Soviel zum Kern der Rede. Ansonsten enth&auml;lt sie viele Aussagen und Fragen, die erkennen lassen, in welchen Klischees und Denkmustern sich der Bundespr&auml;sident bewegt. Wenn Sie sich das antun wollen, dann lesen Sie die Rede. Sie tun aber dann gut daran, sich quasi bei jedem Satz zu fragen: Was sagt er eigentlich, was will er sagen? Gaucks Sprache besteht oft aus Sprachsignalen, die als Stimmungstr&auml;ger gedacht sind und nicht als logisch nachvollziehbare Aussagen. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Es folgen jetzt einige Anmerkungen zur Rede Gaucks und zu den Umst&auml;nden:<\/strong><br>\nVorweg noch die Anmerkung, dass sich in den <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20557#h01\">Hinweisen von heute zus&auml;tzliche Infos<\/a> befinden.<\/p><ol>\n<li><strong>Schon die einseitige und &ndash; wie ich finde &ndash; nach Lobby und Korruption riechende Konstruktion der Sicherheitskonferenz h&auml;tte den Bundespr&auml;sidenten davon abhalten sollen, in M&uuml;nchen zu erscheinen.<\/strong>\n<p>Die Sicherheitskonferenz ist eine private Einrichtung. Sie wird unter anderem finanziert von der R&uuml;stungsindustrie und Lieferanten der Bundeswehr wie zum Beispiel der Linde AG. Au&szlig;erdem finanzieren verschiedene Stellen der Bundesregierung diese private Sicherheitskonferenz &ndash; insgesamt mit ca.1,1 Million Euro. Und, kaum zu glauben, die Bundeswehr stellt etwa 330 Soldaten f&uuml;r allerlei Dienstleistungen. In den Gremien, die das Programm und die Einladung von Personen bestimmen, ist die Bundesregierung allerdings nicht vertreten. Siehe dazu <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/bundesregierung-als-unterstuetzer-so-viel-geld-steckt-in-der-sicherheitskonferenz-1.1876367\">die S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>. Chef der Sicherheitskonferenz ist mit Ischinger ein fr&uuml;herer Botschafter und heutiger Lobbyist des Versicherungskonzerns Allianz. <\/p>\n<p>Unterstellt, Bundespr&auml;sident Gauck h&auml;tte ein Grundbewusstsein f&uuml;r demokratischen Anstand, dann w&uuml;rde er einer solch undemokratischen und korrupten Konstruktion nicht durch seine Anwesenheit den Segen erteilen. &ndash; Diese Kritik gilt allerdings auch anderen, zum Beispiel Helmut Schmidt und Egon Bahr, die an einer anderen Runde im Rahmen der Sicherheitskonferenz teilgenommen haben. <\/p>\n<p>Gegen meine Kritik k&ouml;nnte man einwenden, sie sei kleinlich, au&szlig;erdem diene die Sicherheitskonferenz deutschen Interessen, weil viele ausl&auml;ndische Ministerpr&auml;sidenten, Staatsoberh&auml;upter und Minister anwesend seien. Rechtfertigt das die W&uuml;rdigung einer Lobbyveranstaltung? Rechtfertigt das die einseitig rechtskonservativ und milit&auml;risch gepr&auml;gte Richtung der Sicherheitskonferenzen? Rechtfertigt die Anwesenheit ausl&auml;ndischer Politiker die Besch&auml;digung und Erosion demokratischer Gepflogenheiten? Diese beginnt in kleinen Schritten. Was in M&uuml;nchen j&auml;hrlich passiert, sind gro&szlig;e Schritte. Dort und nicht vom Volk und dem Parlament wird j&auml;hrlich wesentlich bestimmt, in welche Richtung sich die Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik entwickeln soll. &ndash; Au&szlig;erdem: mit der finanziellen Beteiligung der R&uuml;stungswirtschaft enth&auml;lt die wichtigste Botschaft des Bundespr&auml;sidenten, &bdquo;Verantwortung&ldquo; durch milit&auml;risches Eingreifen verst&auml;rkt wahrzunehmen, ihre besondere Bedeutung: der Bundespr&auml;sident l&auml;sst sich zum Cheflobbyisten der R&uuml;stungswirtschaft machen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die R&uuml;stungswirtschaft hat ein gro&szlig;es Interesse an Konflikten und milit&auml;rischen Interventionen. Sie hat auch ein gro&szlig;es Interesse an der Wiederbelebung des Ost-West-Konfliktes.<\/strong>\n<p>Bundespr&auml;sident Gauck erweist sich als Partner dieser Anliegen. Er wirbt f&uuml;r Interventionen und notfalls f&uuml;r milit&auml;rische Interventionen und er pflegt &ndash; quasi in jedem Halbsatz &ndash; die Trennung in einen &bdquo;guten&ldquo; heilen Westen mit seinen angeblichen demokratischen Werten sowie dem Einsatz f&uuml;r Menschenrechte und den anderen Teilen der Welt, den eher b&ouml;sen, quasi immer mitgedacht: Russland.<\/p><\/li>\n<li><strong>Als Lobbyist der R&uuml;stungswirtschaft gibt sich Gauck auch in Nebens&auml;tzen zu erkennen.<\/strong>\n<p>Er behauptet, &uuml;ber die Ausrichtung der NATO w&uuml;rden wir seit Jahren debattieren, &bdquo;ihrer finanziellen Auszehrung werfen wir uns nicht entgegen.&ldquo; Wegen dieses Halbsatzes hat sich der Einsatz der R&uuml;stungswirtschaft f&uuml;r die M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz schon gelohnt. Die Forderung nach Erh&ouml;hung des R&uuml;stungsetats hat den Segen des Bundespr&auml;sidenten.<\/p><\/li>\n<li><strong>Eines der wesentlichen Grundmotive und Grundaussagen in der Rede des Bundespr&auml;sidenten ist die Vorstellung, dass Deutschland noch keine Verantwortung in der Welt wahrgenommen hat. Das stimmt nicht, zeigt aber einmal mehr, dass dieser Bundespr&auml;sident wichtige Teile der Geschichte der Bundesrepublik aus seiner Wahrnehmung ausblendet.<\/strong>\n<p>Wir kennen das schon: Im Weltbild des Herrn Gauck kommt die Friedenspolitik der Bundesregierung in den sechziger und siebziger Jahren nicht und schon gar nicht als politische Leistung vor. Nach Gauck gab es nicht die Strategie des &bdquo;Wandels durch Ann&auml;herung&ldquo; zum Abbau der Konfrontation zwischen Ost und West. Es gab weder Willy Brandt mit seiner seiner Ostpolitik noch Helmut Schmidt mit der Fortsetzung dieser Politik in der Konferenz f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE). Es gab auch nicht die Nord-S&uuml;d-Kommission unter dem Vorsitz des fr&uuml;heren deutschen Bundeskanzlers Brandt. Auch die engagierte Hilfe deutscher Bundesregierungen zum Beispiel zur Befreiung von den Obristen in Griechenland und den Diktaturen in Spanien und Portugal gab es nicht. Gauck tut so, als habe es internationale Verantwortung deutscher Bundesregierungen nicht gegeben. Das ist nicht nur der bei Gauck &uuml;bliche Tritt gegen fr&uuml;here, nicht seinem Weltbild entsprechende, Sozialdemokraten, sondern auch ein Tritt gegen Helmut Kohl, der beim Abbau der Konfrontation mit der Sowjetunion und dem Warschauer Pakt eine aktive Rolle gespielt hat.<\/p>\n<p>Diese Missachtung fr&uuml;herer wichtiger Rollen in der internationalen Politik ist auch Ausdruck der neuen deutschen Spie&szlig;igkeit, deren oberer Repr&auml;sentant Bundespr&auml;sident Gauck darstellt. Man will die Gartenzwerge neu erfinden.<\/p>\n<p>Gauck behauptet &uuml;brigens auch an einer Stelle, dass die Entwicklungspolitik eine neue Aktivit&auml;t sei. W&ouml;rtlich: <\/p>\n<blockquote><p>\n<em>&bdquo;Seit der Wiedervereinigung hat sich Deutschland auf den Weg gemacht. Schritt um Schritt wird die Bundesrepublik von einem Nutznie&szlig;er zu einem Garanten internationaler Sicherheit und Ordnung: Ich nenne erstens die Entwicklungszusammenarbeit.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn der fr&uuml;here Entwicklungsminister Erhard Eppler, der auf diesem Feld wirklich Breschen geschlagen hat, den Text von Gauck liest, dann muss er sich die Augen reiben. Und sein Vorg&auml;nger Hans-J&uuml;rgen Wischnewski dreht sich im Grabe herum. Gaucks Blick reicht offenbar nur bis zum Entwicklungshilfeminister Niebel von der FDP.<br>\nSelbst die erste milit&auml;rische Intervention, die Beteiligung der Regierung Schr&ouml;der am Kosovokrieg, hat der Bundespr&auml;sident vergessen, wenn er insinuiert, Deutschland habe noch keine milit&auml;rische &bdquo;Verantwortung&ldquo; in der Welt &uuml;bernommen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Der Trick zur Begr&uuml;ndung neuer Verantwortung und notfalls milit&auml;rischer Intervention: Alles ist neu.<\/strong>\n<p>Rundherum habe sich alles tief greifend ver&auml;ndert. Das sei eine der gro&szlig;en Herausforderungen unserer Zeit. Das sind &uuml;brigens die gleichen Vokabeln, die bei der Einf&uuml;hrung der Agenda 2010 Pate stehen mussten.<br>\nDer Wandel vollziehe sich mit hoher Geschwindigkeit. Die Beschw&ouml;rung des Altbekannten werde k&uuml;nftig nicht ausreichen. &ndash; Das sind alles nur Spr&uuml;che. Aber sie erf&uuml;llen ihren Zweck.<\/p><\/li>\n<li><strong>Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Verst&auml;rkung des Engagements &ndash; au&szlig;enpolitisch und milit&auml;risch: Wir sind zu gro&szlig;, um nicht mitzuspielen. Mitmachen, um mitzugestalten. Wir m&uuml;ssen &bdquo;Verantwortung&ldquo; wahrnehmen. Wir d&uuml;rfen nicht &bdquo;Dr&uuml;ckeberger der Weltgemeinschaft&ldquo; sein, usw.<\/strong>\n<p>Auch das sind nur Spr&uuml;che, allerdings mit hohem Potenzial, an den Stammtischen Eindruck zu schinden.<br>\nEs gibt kleine L&auml;nder, die dank der Qualit&auml;t und Fantasie ihrer Politiker oder dank ihrer Lage und Geschichte eine gro&szlig;e Rolle in der Weltpolitik gespielt haben und spielen. Schweden zum Beispiel. Oder auch die Schweiz &ndash; nicht nur als Fluchtort der Steuerhinterzieher, sondern auch als Drehscheibe und Heimat internationaler Einrichtungen. Auch Deutschlands fr&uuml;herer Einfluss auf die Entwicklung zwischen Ost und West hatte mit der Gr&ouml;&szlig;e nichts zu tun.<\/p><\/li>\n<li><strong>Bei Gauck spielt die Grundannahme, wir im Westen seien die Guten und h&auml;tten eine Art Mission, eine zentrale Rolle. Gauck, der Besch&ouml;niger, Gauck, der Missionar.<\/strong>\n<p>Zu diesem Zweck besch&ouml;nigt der Bundespr&auml;sident die Lage unseres Landes und Europas. &bdquo;Dies ist ein gutes Deutschland, das beste, das wir kennen.&ldquo; Er macht damit, wie immer, Reklame f&uuml;r die herrschenden Parteien. Das ist ein durchgehender Grundzug Gaucks. Das zweite Kapitel meines Buches &uuml;ber Gauck, &bdquo;Der falschen Pr&auml;sident&ldquo;, vor zwei Jahren geschrieben, war &uuml;berschrieben mit &bdquo;Der Besch&ouml;niger&ldquo;. Die Realit&auml;t eines beachtlichen Teils unseres Volkes wie auch die noch schlimmere Realit&auml;t der Menschen in anderen Teilen Europas nimmt er nicht wahr oder nicht ernst. Nicht die Arbeitslosigkeit. Nicht die Tatsache, dass gut ausgebildete junge Menschen von ihrem Heimatland in andere L&auml;nder Europas oder der Welt auswandern m&uuml;ssen, um Arbeit zu finden. Gauck schwadroniert &uuml;ber die weiterhin drohende Krise vieler Banken hinweg. Er missachtet die Aussichtslosigkeit einer Reihe von V&ouml;lkern Europas, mit den &ndash; auch von uns mit verursachten &ndash; Ungleichgewichten bei der Wettbewerbsf&auml;higkeit fertig zu werden. <\/p>\n<p>Gauck blendet aus, dass die westlichen Demokratien &uuml;ber weite Strecken in der Gefahr stehen, ihre Substanz zu verlieren, dass dort wirtschaftliche und publizistische Macht und nicht das Volk bestimmt, wo es lang geht, dass Gruppen mit viel Geld und halb faschistischen Thesen &ndash; wie etwa die TeaParty in den USA &ndash; die offene demokratische Meinungsbildung besch&auml;digen.<\/p>\n<p>Er blendet aus, dass Freiheit und Menschenrechte wegen der wirtschaftlichen Sorgen und Schwierigkeiten oft nur noch formal gelten, tats&auml;chlich nicht &ndash; auch nicht wegen der Repression und auch nicht wegen der Bespitzelung durch unseren US-amerikanischen Partner und die eigenen Dienste. Bezeichnend ist die Behauptung, unsere Verb&uuml;ndeten h&auml;tten &bdquo;bei der elektronischen Gefahrenabwehr &uuml;ber das Ziel hinausgeschossen&ldquo;. So kann man die Machenschaften der NSA einschlie&szlig;lich der Industriespionage auch charakterisieren: &bdquo;&uuml;ber das Ziel hinausgeschossen&ldquo;.<\/p><\/li>\n<li><strong>Internationale Verantwortung hie&szlig;e vor allem, Krisenpr&auml;vention zu betreiben, Konflikte rechtzeitig zu mindern, Konfliktparteien an einen Tisch zu holen usw. Pr&auml;vention kommt bei Gauck als Wort vor. Aber der Bundespr&auml;sident verschwendet nicht viele Gedanken darauf, was das in der Praxis unserer Au&szlig;en- und Innenpolitik bedeuten w&uuml;rde. Und er &uuml;berspielt beh&auml;nd, dass er selbst und seine Geistesverwandten mit dem Aufbau einer neuen Konfrontation zwischen West und Ost neue Konflikte und m&ouml;glicherweise einen neuen Gro&szlig;konflikt sch&uuml;ren.<\/strong>\n<p>Die Vorstellung, hier sei der gute Westen und dort der undemokratische Osten mit Russland, und die Vorstellung, V&ouml;lker wie die Ukrainer zum Beispiel m&uuml;ssten sich entscheiden, ob sie zu der einen oder zu der anderen Gruppe geh&ouml;ren, ist die Basis neuer Konflikte und Krisen, die f&uuml;r viele Menschen t&ouml;dlich sein werden. Die Grundhaltung des Bundespr&auml;sidenten und vermutlich der Mehrheit der in M&uuml;nchen Versammelten f&ouml;rdert nicht die Krisenpr&auml;vention, sie heizt Konflikte an.<\/p>\n<p>Gauck und seine Entourage verspielen damit die gro&szlig;en Fortschritte der sechziger und siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts.<br>\nSie spielen &bdquo;kalten Krieg&ldquo;. Sie f&ouml;rdern unterschwellig den alten Gedanken des Rollback. Und sie verschwenden wenig Energie und wenig Geld auf die m&uuml;hsame Sorge, Konflikte zu mindern.<\/p>\n<p>Bundespr&auml;sident Gauck verschwendet auch nicht viel Gedankenschmalz auf den Abbau der neu beginnenden Konfrontation mit Russland. Auf das oberfl&auml;chlich gehaltene Schreiben des Bundespr&auml;sidenten an den Pr&auml;sidenten der Russischen F&ouml;deration, Wladimir Putin, zum Gedenken an die Befreiung Leningrads haben <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20439#h12\">wir hingewiesen<\/a>. Zur gleichen Zeit hat die Spitze der Europ&auml;ischen Union den russischen Pr&auml;sidenten wegen der Entwicklung in der Ukraine beim Russland-EU-Gipfel gedem&uuml;tigt. Kein Kommentar des Bundespr&auml;sidenten dazu. Statt Krisenpr&auml;vention Konfliktanheizen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Gauck blendet aus, dass viele der heute uns alle bedr&uuml;ckenden Konflikte, wie etwa in Syrien und in der Ukraine, von westlichen Kr&auml;ften mit angeheizt worden sind. Das Gegenteil von Pr&auml;vention hat dort stattgefunden.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Gauck blendet aus, dass der so gute Westen mit Diktatoren zusammenarbeitet, im Falle Syriens mit Saudi Arabien auch zur Anheizung eines B&uuml;rgerkrieges.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Gauck stellt die wichtige Frage nach dem Erfolg milit&auml;rischer Interventionen f&uuml;r das Wohl der Menschen und die Menschenrechte nicht, jedenfalls nicht konsequent und gewissenhaft und er f&auml;lscht die Bilanz milit&auml;rischer Interventionen.<\/strong>\n<p>So wie er kann man den Erfolg der Afghanistan-Mission wirklich nur aus der Perspektive des Schreibtischs im Schloss Bellevue f&uuml;r gegeben halten.<br>\n&Auml;hnliches gilt f&uuml;r den angeblichen Erfolg der milit&auml;rischen Intervention im Irak und in Libyen.<\/p>\n<p>Wenn man schon die Forcierung milit&auml;rischer Interventionen propagiert und uns glauben machen will, dass dies aus menschlicher Sicht geboten sei, dann muss man bitte auch ehrlich bilanzieren, d.h. das Ende bedenken. Soll die Lage der Menschen und der Frauen, die in besonderer Weise als Grund f&uuml;r den Kriegseinsatz herhalten mussten, in Afghanistan heute besser sein als vorher? Ist die Korruption zur&uuml;ckgedr&auml;ngt? Sind Minderheiten heute besser gesch&uuml;tzt als vorher?<\/p>\n<p>Solche Abw&auml;gungen sind m&uuml;hsam und sie sind auch schwierig. Aber sie sollten gemacht werden, wenn heute forciert propagiert wird, der milit&auml;rische Einsatz sei manchmal n&ouml;tig, wenn auch nur als letzte M&ouml;glichkeit.<br>\nDie Einlassungen des Bundespr&auml;sidenten lassen erkennen, dass er sich diese m&uuml;hsame Arbeit nicht macht und dass er sie von den Verantwortlichen der aktiven Politik auch nicht fordert.<\/p><\/li>\n<li><strong>Fazit: Eine Rede zur Restauration und eine Auftragsarbeit.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man kann die <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/SharedDocs\/Reden\/DE\/Joachim-Gauck\/Reden\/2014\/01\/140131-Muenchner-Sicherheitskonferenz.html\">Rede des Bundespr&auml;sidenten<\/a> vor der Sicherheitskonferenz in M&uuml;nchen drehen und wenden, wie man will, sie hat eine zentrale Botschaft: Deutschland soll sich in den Krisen und Konflikten dieser Welt mehr engagieren. Das meint: milit&auml;risch engagieren &ndash; auch wenn dies immer wieder in Nebens&auml;tzen relativiert wird. Man kann davon ausgehen, dass diese<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20578\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,169,96,123,129],"tags":[764,1309,906,252],"class_list":["post-20578","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-bundespraesident","category-kampagnentarnworteneusprech","category-lobbyorganisationen-und-interessengebundene-wissenschaft","tag-gauck-joachim","tag-muenchner-sicherheitskonferenz","tag-ruestungsindustrie","tag-steinmeier-frank-walter"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20578","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20578"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20578\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20581,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20578\/revisions\/20581"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20578"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20578"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20578"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}