{"id":20667,"date":"2014-02-12T08:56:43","date_gmt":"2014-02-12T07:56:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667"},"modified":"2014-02-12T08:59:10","modified_gmt":"2014-02-12T07:59:10","slug":"hinweise-des-tages-2064","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h01\">Schweizer gegen Zuwanderung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h02\">Das Ende des Internets &ndash; Staaten steigen aus dem Web aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h03\">Zulassung von Genmais<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h04\">Die ahnungslosen Propheten von der OECD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h05\">Der gepl&uuml;nderte Staat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h06\">Bereicherung von Polit-Elite in der Ukraine: F&uuml;r eine Handvoll Griwna<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h07\">Folgen des europ&auml;ischen Fiskalpakts: Sozialk&uuml;rzungen programmiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h08\">Mindestlohnregime in Euro &hellip;und was Deutschland von ihnen lernen kann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h09\">Straffreiheit bei Selbstanzeige<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h10\">Die gro&szlig;e Hartz-Illusion<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h11\">IAB: Arbeitszeit: W&uuml;nsche nach Verk&uuml;rzung und Verl&auml;ngerung halten sich weitgehend die Waage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h12\">Heiraten zementiert soziale Spaltung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h13\">&Uuml;berqualifizierte Arbeitnehmer: Dr. phil. als Taxifahrer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h14\">Hypo Alpe Adria: Bankenl&ouml;sung geplatzt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h15\">Bomben, Burka, Bundeswehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h16\">Joachim Gauck in Birma &ndash; Zu Gast in der Retortenstadt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h17\">Kipping f&uuml;r Gipfel mit der SPD-Spitze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667#h18\">Der Chronist des Todes: Das Leben des Curtis Mozie<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20667&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Schweizer gegen Zuwanderung<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Europas mutigste Demokraten<\/strong><br>\nDie donnernden Reaktionen auf den Schweizer Volksentscheid sagen einiges &uuml;ber den Absender. Wenn der deutsche SPD-Politiker Ralf Stegner den Nachbarn &ldquo;geistige Abschottung&rdquo; und &ldquo;Verbl&ouml;dung&rdquo; diagnostiziert, stellt sich die Frage: Was f&uuml;r ein Demokratieverst&auml;ndnis hat dieser Mann? Wenn Zeitungskommentatoren das Votum mit &ldquo;Fremdenhass&rdquo; deuten, m&ouml;chte man ihnen zurufen: Redet zuerst mit den Menschen in diesem angeblichen Rassisten-Nest. Sie k&ouml;nnten, beispielsweise, in ihren liebsten Urlaubskanton fahren, in das Tessin. Dort waren es keine Rechtspopulisten, sondern die Gr&uuml;nen, die an vorderster Front f&uuml;r die Einwanderungsinitiative k&auml;mpften. Weil die Personenfreiz&uuml;gigkeit zu einer &ldquo;sozialen Katastrophe&rdquo; f&uuml;hre &ndash; zu Lohndumping und Ausbeutung italienischer Arbeitskr&auml;fte. Das knappe Volks-Ja w&auml;re allein mit den Stimmen der konservativen SVP, die die Abstimmung &ldquo;gegen die Masseneinwanderung&rdquo; initiiert hat, niemals m&ouml;glich gewesen. Die SVP hat einen W&auml;hleranteil von gerade einmal 25 Prozent. F&uuml;r eine Mehrheit brauchte es also weitere 25 Prozent. Eben Gr&uuml;ne. Oder den b&uuml;rgerlichen Mittelstand, der in den Boom-Regionen keine bezahlbaren Wohnungen mehr findet. Oder aber linke Wachstumskritiker wie den Sozialdemokraten Rudolf Strahm. Er h&auml;lt die Personenfreiz&uuml;gigkeit f&uuml;r ein &ldquo;neoliberales und menschenverachtendes Konzept&rdquo;, weil auf dem Binnenmarkt Europa die Arbeitnehmer wie G&uuml;terwagen hin- und hergeschoben w&uuml;rden. An solche Motive haben Frankreichs Front national und die &ouml;sterreichische FP&Ouml; wohl kaum gedacht, als sie am Sonntag eilig applaudierten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/schweizer-journalist-verteidigt-volksvotum-gegen-zuwanderung-a-952673.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.S.:<\/strong> Wer trotz der neoliberalen Berieselung durch Presse und Rundfunk sich einen Rest kritischen Verstandes erhalten hat, sieht in dem Ergebnis des Schweizer Referendums gegen die Freiz&uuml;gigkeit in erster Linie eine Abstimmung gegen die Lohndumpingpolitik der EU unter der F&uuml;hrung Deutschlands. In den Niederlanden (z.B. Schlachtereibetriebe) und in Frankreich (personalintensive Landwirtschaft z.B. Spargelanbau) gibt schon seit Jahren Klagen gegen Deutschlands Lohndumpingpraxis &uuml;ber Leih- und Werksvertr&auml;ge. In der Schweiz hingegen haben sich nun die B&uuml;rger gegen diese Ausbeutungsmodelle, die sich auch auf das allgemeine Lohnniveau aller Angestellten auswirkt, gestellt. Auch in der Schweiz sind nicht alle Bank- und Novartis-Vorst&auml;nde. Dass die Abstimmung die Freiz&uuml;gigkeit zum Thema hatte, ist dem Populismus der SVP zu verdanken, ist aber dennoch lediglich als ein Stellvertreterkrieg der eigentlichen Ursache dieses Abstimmungsergebnisses zu sehen. Nur weil das allgemeine Lohnniveau der einfachen schweizer Angestellten aufgrund der hohen Zuwanderung aus dem Ausland so unter Druck geraten ist, konnte sich der Populismus der SVP bei der Mehrheit der Schweizer verfangen.- Eine kurze Internetsuche betreffend <a href=\"http:\/\/www.conviva-plus.ch\/index.php?page=1162\">&ldquo;Schweiz und Lohndumping&rdquo; best&auml;tigt diese Sichtweise<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Die Behauptung, die Volksabstimmung in der Schweiz sei auch ein Votum gegen den Neoliberalismus erscheint doch reichlich &uuml;berzogen. Allerdings sollte man die Problematik des Lohndumpings nicht einfach beiseite schieben und den Schweizern pauschal Fremdenfeindlichkeit unterstellen. Es sei hier beispielsweise noch einmal auf einen Bericht des Schweizer Fernsehens SRF <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17118#h03\">aus dem vergangenen Jahr hingewiesen<\/a>, in dem ein Stundenlohn von 16,95 Franken (etwa 13,88 &euro;) f&uuml;r Verk&auml;uferinnen in den Filialen des deutschen Schuhdiscounters Reno als skandal&ouml;s angesehen wurden. Gerade eben durch das in Deutschland seit der Agenda 2010 praktizierte Lohn- und Sozialdumping ist zu vermuten, dass auch qualifizierte Fachkr&auml;fte aus Deutschland, in der Schweiz bereit sind f&uuml;r L&ouml;hne zu arbeiten, die unter jenen der Schweizer liegen. Den Unternehmen gef&auml;llt das nat&uuml;rlich. Das gleiche Spiel wird in Deutschland ja auch unter dem Deckmantel des angeblichen Fachkr&auml;ftemangels mit qualifizierten Arbeitnehmern aus den EU-Krisenl&auml;ndern versucht. Ein weiteres gutes Beispiel ist der Medizinsektor in der Schweiz, dort werden Pflegekr&auml;fte in den Krankenh&auml;usern so entlohnt, davon wagen Krankenschwestern in Deutschland nicht einmal zu tr&auml;umen.<\/em><br>\n<em>Allerdings ist die Reaktion der Schweizer darauf sicher falsch. Es sollte nicht dar&uuml;ber diskutiert werden, wie man sich am besten abschotten kann, sondern &uuml;ber die Rolle Deutschlands als Lohndr&uuml;cker Europas.<\/em><\/p>\n<p><em><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong><\/em> Wolfgang Lieb schrieb: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20633#more-20633\">Machen wir uns nichts vor, die Volksabstimmungsergebnisse &uuml;ber eine solche Initiative s&auml;he derzeit in den meisten europ&auml;ischen L&auml;ndern nicht viel anders aus als in der Schweiz<\/a>&rdquo; und er wies daraufhin, dass die Schweiz ( 23,2%) proportional zur Bev&ouml;lkerung dreimal soviel Ausl&auml;nder aufnehme als Deutschland (8,2%). Wahrscheinlich besch&ouml;nigt er die deutsche Situation. Wenn bereits der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach mit der Schweizer Volksabstimmung Stimmung macht und die Abstimmung umdeutet, um daraus <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/armutsmigration-bosbach-sieht-schweizer-votum-als-vorbild\/9456382.html\">strenge Regeln gegen Armutsmigration abzuleiten<\/a>, dann ist davon auszugehen, dass bei einer Ausl&auml;nderquote von 23,2% in Deutschland schon l&auml;ngst die H&ouml;lle ausgebrochen w&auml;re. Andererseits reagieren etliche Politiker quer durch Europa recht &uuml;berheblich (Rosinenpickerei), aber die EU-Kommission schoss den Vogel ab. Sie hat nach dem Schweizer Votum die Gespr&auml;che &uuml;ber einen grenz&uuml;berschreitenden Stromhandel ausgesetzt. Das weitere Vorgehen m&uuml;sse im gr&ouml;&szlig;eren Kontext der bilateralen Beziehungen analysiert werden. Welch abgehobene Reaktion oder wieder auch nur zu Diensten des europ&auml;ischen Kapitals? Warum sollte die EU-Kommission nicht auf die Schweiz zugehen und vorschlagen, die Freiz&uuml;gigkeit neu zu regeln. So k&ouml;nnte man z.B. festlegen, dass ab einem Ausl&auml;nderanteil von 20% jedem EU-Mitglied erlaubt sei, bestimmte Kontingente einzuf&uuml;hren. &ndash; Wir sollten uns doch klar machen, dass die Schweiz, was die Personenfreiz&uuml;gigkeit betrifft, in einer Art in Vorleistung getreten ist, die wohl kein EU-Mitglied je erbringen wird (&Ouml;sterreich zurzeit 11,6 %; Frankreich 6%; Italien knapp 8 Prozent.) Und nat&uuml;rlich ist neben der Frage eines Identit&auml;tsverlusts durch zu rasche und hohe Zuwanderung das Thema Lohndumping relevant. Wie meinte der in einem immer noch lesenswerten Artikel von Werner Vontobel zitierte damalige schweizerische Nationalbankpr&auml;sident Jean-Pierre Roth auf die Frage, ob die <a href=\"http:\/\/www.blick.ch\/news\/wirtschaft\/flucht-aus-dem-armenhaus-id127637.html\">Freiz&uuml;gigkeit die L&ouml;hne nach unten dr&uuml;cke<\/a>: &ldquo;Man kann vermuten, dass angesichts der gr&ouml;sseren Flexibilit&auml;t das Sal&auml;rniveau weniger steigt als in &auml;hnlichen konjunkturellen Situationen in der Vergangenheit&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>NZZ schl&auml;gt Zuwanderungs-B&ouml;rse vor<\/strong><br>\nEin Kommentator der Neuen Z&uuml;richer Zeitung schl&auml;gt nach der Volksabstimmung &uuml;ber die Begrenzung der Zuwanderung <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/uebersicht\/kontingente-aber-richtig-1.18240249\">folgende L&ouml;sung vor<\/a>:<br>\n&bdquo;Den volkswirtschaftlichen Interessen w&auml;re am ehesten gedient mit einem System, das die Zuwanderung bevorzugt, welche die h&ouml;chste Wertsch&ouml;pfung generiert. Einwandern k&ouml;nnten zuerst diejenigen, die auf dem Arbeitsmarkt am dringendsten gebraucht werden, am meisten verdienen und die h&ouml;chsten Steuern und Sozialabgaben zahlen. Billige Arbeitskr&auml;fte k&auml;men nachrangig infrage. Am einfachsten w&auml;re es, die Wertsch&ouml;pfung &uuml;ber eine Versteigerung zu ermitteln. &laquo;Wertvoll&raquo; ist, f&uuml;r wessen Bewilligung am meisten gezahlt wird.&ldquo;\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es w&auml;re ja toll, wenn &uuml;ber diese Versteigerung den gerade auch in der Schweiz fehlenden Pflegekr&auml;ften aus dem Ausland am meisten gezahlt w&uuml;rde. Zynisch ist der Vorschlag dennoch. Man stelle sich vor, da werden Menschen sozusagen an einer Zuwanderungsb&ouml;rse gehandelt und derjenige, f&uuml;r den am meisten geboten wird, der erh&auml;lt den Zuschlag.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung JB:<\/strong> Was der Kollege Wolfgang Lieb als &bdquo;zynisch&ldquo; bezeichnet, ist die Grundlage des marktwirtschaftlichen Prinzips &ndash; Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Gerade anl&auml;sslich der deutschen Fachkr&auml;ftemangel-Diskussion w&auml;re ein solches Modell ein interessantes Experiment. Es g&auml;be dann &ndash; je nach Bereich &ndash; zwei m&ouml;gliche Varianten:<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>Es herrscht ein echter Mangel. Dann w&auml;ren die &bdquo;Preise&ldquo; f&uuml;r ausl&auml;ndische Fachkr&auml;fte hoch und es w&uuml;rde sich betriebswirtschaftlich lohnen, eigenes Personal auszubilden. Zweifelsohne h&auml;tte der h&ouml;here Preis auch einen positiven Effekt auf die inl&auml;ndischen Fachkr&auml;fte. Gewinner w&auml;ren in dieser Variante die ausl&auml;ndischen und inl&auml;ndischen Fachkr&auml;fte, die h&ouml;here L&ouml;hne erzielen k&ouml;nnen. Verlierer w&auml;ren die Arbeitgeber. <\/em><\/li>\n<li><em>Es herrscht kein echter Mangel. Dann w&auml;ren die &bdquo;Preise&ldquo; f&uuml;r ausl&auml;ndische Fachkr&auml;fte niedrig und sie w&uuml;rden nach dem Modell des NZZ-Kommentators nicht in das Kontingent aufgenommen werden. So bleibt der Druck auf das Lohnniveau der inl&auml;ndischen Arbeitskr&auml;fte aus. Auch in dieser Variante w&auml;ren die Arbeitnehmer die Gewinner und die Arbeitgeber die Verlierer.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Der Vorschlag mag auf den ersten Blick zynisch klingen und er widerspricht zweifelsohne der Personenfreiz&uuml;gigkeit der EU &hellip; ist er deshalb aber auch automatisch falsch?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<p><\/p>\n<\/li><li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Das Ende des Internets &ndash; Staaten steigen aus dem Web aus<\/strong><br>\nWenn man Paul Fehlinger fragt, wie es dem Internet gehe, f&auml;hrt sich der junge Politikwissenschafter durch die Haare. Und dann durch den Bart. Eine schwierige Frage. Denn er soll es ja zusammenhalten, das Internet. Das ist die Mission der Organisation, die er mitgegr&uuml;ndet hat. Aber das wird pl&ouml;tzlich immer komplizierter. &laquo;Das globale Internet ist keine Naturgegebenheit&raquo;, sagt Fehlinger schliesslich. &laquo;&laquo;Es steht keineswegs fest, dass es weiterhin ein globales Netz geben wird.&raquo;<br>\nDabei war es doch genau das, worum es ging im World Wide Web. Pl&ouml;tzlich stand die ganze Welt offen. Es schien ein endloses Wachstum, das jeden erfasste. 2,7 Milliarden Menschen sind heute im Netz. Grenzenlose M&auml;rkte, grenzenlose Freundschaften &ndash; jeder konnte sich mit jedem vernetzen. Worldwide &ndash; das war das Lebensgef&uuml;hl der Epoche, in der Fehlinger aufwuchs. In den Universit&auml;ten &uuml;bten Studenten das Kontaktieren von Unternehmensf&uuml;hrern, aus Pakistan twitterte ein Dorfbewohner die Gefangennahme bin Ladins an den Rest der Welt. In der Grenzenlosigkeit besteht der Wert des Internets.<br>\nDoch jetzt f&auml;llt das World Wide Web auseinander. Es zerbricht. Unternehmer und die F&uuml;hrer der sogenannten technischen Gemeinschaft sprechen von der &laquo;Fragmentierung&raquo; des Webs. Paul Fehlingers Organisation &laquo;Internet &amp; Jurisdiction Project&raquo; will dagegen ank&auml;mpfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nzzas\/nzz-am-sonntag\/das-ende-des-internets-1.18239023\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Zulassung von Genmais<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Volkes Wille? Uns doch egal!<\/strong><br>\nObwohl mehr als drei Viertel der Bundesb&uuml;rger Gentechnik auf Feldern und Tellern ablehnen, kann sich Merkels Regierungsmannschaft nicht zu einem Nein bei einer wichtigen Abstimmung durchringen, die am Dienstag in Br&uuml;ssel ansteht. Dabei geht es um die Anbauerlaubnis f&uuml;r eine Maissorte mit der Nummer 1507. Die wurde mit Gentechnik so ver&auml;ndert, dass sie gegen ein Pestizid resistent ist und mehrere Insektengifte produziert, um Sch&auml;dlinge abzuwehren. Eine Pflanze, deren Risiken mindestens genauso umstritten sind wie ihr Nutzen.<br>\nKurios an der Sache ist, dass Agrarminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am liebsten gegen eine Zulassung der Maissorte stimmen w&uuml;rde. Doch die meisten seiner Kabinettskollegen sind da anderer Meinung, und dem muss er sich beugen. Die Bundesregierung wird sich deshalb bei der Abstimmung auf EU-Ebene der Stimme enthalten. Was de facto aber einem Ja entspricht, weil die Abstimmung vermutlich so knapp ausgehen wird, dass der Antrag mit einem Veto Deutschlands vielleicht sogar vom Tisch sein k&ouml;nnte.<br>\nDieses undurchsichtige Taktieren ist nicht nur ein herber Schlag f&uuml;r die Konsumenten, sondern auch Indiz daf&uuml;r, dass der Verbraucherschutz auf der Priorit&auml;tenlisten der gro&szlig;en Koalition nicht besonders weit oben rangiert, nach dem Motto: &ldquo;Volkes Wille? Uns doch egal!&rdquo; Die Interessen der Agrarlobby wiegen offenbar schwerer als die &Auml;ngste der B&uuml;rger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/zulassung-von-genmais-volkes-wille-uns-doch-egal-1.1881670\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Fast alle sind dagegen<\/strong><br>\nHaidy Damm &uuml;ber die Genmais-Debatte im EU-Ministerrat<br>\nEs war ein absurdes St&uuml;ck Europa, das da gestern in Br&uuml;ssel aufgef&uuml;hrt wurde. Die Mehrheit der Regierungsvertreter hatte in ihren Text Worte wie &raquo;Glaubw&uuml;rdigkeit der EU-Institutionen&laquo; eingebaut oder beklagte ihr &raquo;Schicksal, die Entscheidung den B&uuml;rgern ihres Landes erkl&auml;ren zu m&uuml;ssen&laquo;. Das ist zwar kein Schicksal, aber eine schwierige Aufgabe, denn die Mehrheit in Europa ist gegen Gentechnik auf den &Auml;ckern. Auch das EU-Parlament hat mit gro&szlig;er Mehrheit gegen eine Anbauzulassung f&uuml;r den Mais 1507 gestimmt. Und tats&auml;chlich ist im Ministerrat die Mehrheit dagegen, nur lie&szlig;en es die Richtlinien nicht zu, den Vorschlag der EU-Kommission abzulehnen. Daf&uuml;r reichten die Stimmen nicht. Das lag auch an der Bundesregierung. Der Text des deutschen Vertreters war entsprechend kurz. &raquo;Wir bleiben bei unserer Enthaltung.&laquo; Und damit hat sich die Bundesregierung trotz anderslautender Versprechen im Wahlkampf faktisch f&uuml;r den Anbau ausgesprochen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/m\/artikel\/923844.fast-alle-sind-dagegen.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>Blamage<\/strong><br>\nEs ist etwas faul, wenn Mehrheiten nichts mehr &auml;ndern k&ouml;nnen. So geschehen am Dienstag, als in Br&uuml;ssel der Weg f&uuml;r die Zulassung einer neuen Genmaissorte frei gemacht wurde. Das Europaparlament war dagegen, hat in dem antiquierten Prozedere namens Komitologieverfahren aber kein Mitspracherecht. Und die Mehrheit der Mitgliedstaaten war nicht gro&szlig; genug, um die Maissorte 1507 des US-Konzerns Pioneer zu stoppen. Unabh&auml;ngig von der oft auch ideologisch gef&uuml;hrten Debatte &uuml;ber Sinn und Unsinn der gr&uuml;nen Gentechnik und davon, wie man selbst zu ihr steht: Es kann nicht sein, dass der Mehrheitswille nicht geachtet wird. Das kann man &ndash; auch im Blick auf die anstehende Europawahl &ndash; niemandem erkl&auml;ren.<br>\nDeutschland h&auml;tte diese europapolitische Blamage verhindern k&ouml;nnen. Aber es gab kein Machtwort der Kanzlerin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.kommentar-zu-genmais-in-der-eu-blamage.34e7a51f-f3b2-427e-94a4-5a796adc0d64.html\">Stuttgarter Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die ahnungslosen Propheten von der OECD<\/strong><br>\nIn der letzten Krise hat sich die OECD mit ihren Wachstumsprognosen b&ouml;se verrechnet. Zwar gesteht sie Fehler ein, die Schuld aber gibt sie der Realit&auml;t, die anders ist als ihre theoretischen Modelle.  &ldquo;Die OECD-Prognosen sind eher Projektionen unter der Annahme bestimmter Bedingungen, denn reine Prognosen&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Papier. &ldquo;Sie ruhen auf einem Set spezifischer Annahmen &uuml;ber politische Entscheidungen sowie &ouml;konomische und finanzielle Bedingungen, eingeschlossen &Auml;nderungen der Finanzpolitik und der Entwicklung der Euro-Krise&rdquo;, hei&szlig;t es da. &ldquo;Und sie sind konsistent mit dem Ratschlag zur Geldpolitik.&rdquo; Und dann kommt die alles rechtfertigende Entschuldigung f&uuml;r die untauglichen Vorhersagen: &ldquo;Wenn diese (von der OECD empfohlenen politischen &Auml;nderungen) in die Projektionen eingearbeitet wurden, diesen Ratschl&auml;gen aber nicht gefolgt wurde, entstehen vermutlich Fehler in der Projektion.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article124753731\/Die-ahnungslosen-Propheten-von-der-OECD.html\">Die Welt<\/a>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140212_02.png\" alt=\"\" title=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/img.welt.de\/img\/wirtschaft\/origs124753729\/9809728205-w900-h600\/DWO-WI-OECD-Bruttoinlandsprodukt-jb.jpg\">Die Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Der gepl&uuml;nderte Staat<\/strong><br>\nIn Zeiten der Eurokrise muss Europa sparen. Daf&uuml;r gibt es in vielen L&auml;ndern die sogenannte Schuldenbremse. Um &ouml;ffentliche Bauvorhaben dennoch weiter finanzieren zu k&ouml;nnen, hat die Politik ein fragw&uuml;rdiges Finanzierungsmodell erfunden &ndash; &Ouml;ffentliche private Partnerschaften, kurz &Ouml;PP genannt. Dabei investieren private Unternehmen in die &ouml;ffentliche Infrastruktur&hellip;<br>\nDabei investieren private Unternehmen in ganz Europa in die &ouml;ffentliche Infrastruktur, um sie anschlie&szlig;end zu betreiben. Es handelt sich um ein Finanzierungskonzept, das vollkommen intransparent ist. Angeblich sollen Bund und L&auml;nder dadurch entlastet werden, doch es zeigt sich, dass private Unternehmen hier wohl eher Profit auf Kosten des Staates machen.<br>\nDie Dokumentation berichtet anhand der wichtigsten Beispiele &ndash; darunter die Hamburger Elbphilharmonie, das umstrittene Milliardenprojekt des Pariser Justizpalastes, der Ausbau der Autobahn A7 in Norddeutschland oder der Neubau der TGV-Strecke zwischen Tours und Bordeaux &ndash; &uuml;ber die Erfahrungen mit &Ouml;PP in Deutschland und Frankreich. Zu Wort kommen Bef&uuml;rworter und Gegner aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie staatliche Finanzkontrolleure wie der Pr&auml;sident des Bundesrechnungshofs, Dieter Engels.<br>\nF&uuml;r die gro&szlig;en Investmentbanken und Baukonzerne ist &Ouml;PP ein wichtiges Instrument, um den klammen Staaten trotz Schuldenbremse Auftr&auml;ge zu entlocken und Milliarden zu leihen. Im Gegenzug erhalten sie daf&uuml;r zum Teil zweistellige Renditegarantien, und das &uuml;ber Laufzeiten von bis zu 30 Jahren. In der Regel sind die Absprachen zwischen Staat und Konzernen geheim. So geheim, dass selbst die zust&auml;ndigen Abgeordneten in den Parlamenten nicht informiert sind. &ldquo;Die parlamentarische Kontrolle wird ausgebremst&rdquo;, beklagt sich Anton Hofreiter, Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Gr&uuml;nen&hellip;<br>\nDen Autoren gelingt es, ein St&uuml;ck Geheimpolitik auszuleuchten. Berichtet wird, wie die Idee f&uuml;r &Ouml;PP entstand, warum die Finanzierung zum Staatsgeheimnis erkl&auml;rt wird, wer verdient &ndash; und wer am Ende bezahlt. Es geht um den staatlichen Ausverkauf, um folgenreiche Milliardengesch&auml;fte und darum, wie Politiker aus guten und manchmal schlechten Gr&uuml;nden mit &Ouml;PP die Zukunftsf&auml;higkeit Europas verspielen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/guide\/de\/049258-000\/der-gepluenderte-staat\">arte<\/a>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Wiederholung am Freitag, 21.02. um 9:00 Uhr<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Bereicherung von Polit-Elite in der Ukraine: F&uuml;r eine Handvoll Griwna<\/strong><br>\nMehr noch als die Frage, ob sich die Ukraine nach Westen oder Osten orientieren sollte, ist es die Korruption der Elite, die die B&uuml;rger auf die Stra&szlig;e treibt. In den Politiker-Familien spielen sich oft wahre Wirtschaftswunder ab &ndash; auch in den Clans von Janukowitsch und seines bisherigen Premiers Asarow. Nachdem der ukrainische Regierungschef am Dienstag vergangener Woche unter dem Druck der Demonstrationen zur&uuml;ckgetreten war, beeilte er sich, dorthin zu kommen, wo er sein Land nie haben wollte: nach Europa. Nach seiner Abdankung stieg er in einen Privatjet und flog &ndash; nicht nach Russland, sondern nach Wien. Berichte, er besitze sogar einen &ouml;sterreichischen Pass, wies Asarow am Mittwoch als &ldquo;L&uuml;gen&rdquo; zur&uuml;ck. Nun habe zumindest eine Vereinigung stattgefunden, spotteten ukrainische Medien: die von Asarow mit seinem Geld. Die Ukrainska Prawda ver&ouml;ffentliche eine Reihe von Dokumenten, die zeigen, dass die Familie des 66-j&auml;hrigen Politikers von der &ouml;sterreichischen Hauptstadt aus ein Firmengeflecht steuert, das auf der ganzen Welt t&auml;tig ist. Und was jetzt &uuml;ber Asarow ans Licht kommt, erscheint fast harmlos im Vergleich zu den Berichten &uuml;ber die Selbstbereicherung von Pr&auml;sident Viktor Janukowitsch und seiner Familie. Laut zahlreichen Berichten in ukrainischen Medien wird auch in der Familie Janukowitsch das Familienverm&ouml;gen von einem Sohn verwaltet. Alexander Janukowitsch ist w&auml;hrend der Regierungszeit seines Vaters von einem einfachen Zahnarzt zu einem der reichsten M&auml;nner seiner Heimat aufgestiegen. Quelle f&uuml;r dieses famili&auml;re Wirtschaftswunder waren laut Recherchen des internationalen Zentrums f&uuml;r die Erforschung von Korruption und organisierter Kriminalit&auml;t vor allem Staatsauftr&auml;ge. Laut Recherchen von Forbes hat Alexander Janukowitsch allein in den vergangenen zwei Jahren &uuml;ber diverse Firmen seiner Mako-Holding staatliche Auftr&auml;ge im Wert von umgerechnet 2,2 Milliarden Euro an Land gezogen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/bereicherung-von-polit-elite-in-der-ukraine-fuer-eine-handvoll-griwna-1.1880950\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So wichtig es ist, darauf hinzuweisen, dass die Mainstream-Berichterstattung &uuml;ber die Ukraine nicht sonderlich differenziert ist, so sollte man nicht au&szlig;er Acht lassen, dass auch die Kritik an dieser Berichterstattung oft ein&auml;ugig ist. Allm&auml;hlich wissen wir, dass Oleh Tjahnibok mit seiner rechtsnationale Formation Swoboda (Freiheit) nicht nur auf einem nationalistischen Kurs ist, den sie auch offen propagiert, sondern auch antisemitische  und fremdenfeindliche Tendenzen f&ouml;rdert und instrumentalisiert. Aber &ldquo;Swoboda&rdquo; ist nur Teil der Opposition. Wer wei&szlig; schon, wie substanziell ihr Anteil ist. Nach allgemeiner Einsch&auml;tzung hat die Partei Batkiwschtschina (Vaterland) mit ihrem Vorsitzenden Arseni Jazenjuk die breiteste Basis. Die Ikone dieser Partei ist die inhaftierte Julia Timoschenko, die  allerdings, solange Janukowitsch Pr&auml;sident ist, zwangsl&auml;ufig keine Rolle spielt. Arseni Jazenjuk hat vielf&auml;ltige politische Erfahrungen in diversen Posten und &Auml;mtern. Er h&auml;tte als einziger im bekannten Oppositionstrio die n&ouml;tige Erfahrung, um in einer &Uuml;bergangsregierung einen professionellen Beitrag zu leisten. Allerdings begegnet die Bev&ouml;lkerung gerade den erfahrenen Politikern mit gro&szlig;em Misstrauen. Zu oft haben sie in forschen Wendeman&ouml;vern Positionen und Allianzen gewechselt. So auch Jazenjuk. Bleibt Vitali Klitschko mit seiner Ukrainischen Demokratischen Allianz f&uuml;r Reformen (Udar), der eben durch keine Vergangenheit in der politischen Klasse der Ukraine belastet ist. Solange nicht das Gegenteil erwiesen ist, sollte man ihm die gute Absicht abnehmen, f&uuml;r das Land Positives bewirken zu wollen. Ihn als Marionette des Westens darzustellen, ist ansonsten reine Meinungsmache, mit der letztlich die westliche Einflussnahme gegei&szlig;elt werden soll, die in Wirklichkeit eher dilettantisch ausf&auml;llt. Dass Klitschko nicht der Agent des Westens ist, wei&szlig; man seit dem abgeh&ouml;rten Gespr&auml;ch von Victoria Nuland mit dem amerikanischen Botschafter in der Ukraine. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnte man unterstellen, dass Nuland wusste, dass sie abgeh&ouml;rt wurde und sich deshalb skeptisch &uuml;ber eine Regierungsbeteiligung Klitschkos &auml;u&szlig;erte. Aber soviel Raffinesse kommt h&ouml;chstens in den Romanen von John Le Carr&eacute; vor.<\/em><br>\n<em>Vor allem aber sollte man die Opposition im Lande nicht auf das sehr heterogene Triumvirat Tjahnibok, Jazenjuk und Klitschko reduzieren. Was Ost und West, Stadt und Land in der Ukraine eint, d&uuml;rfte die Furcht vor autorit&auml;ren Verh&auml;ltnissen und die Ablehnung der neuen kleptokratischen Klasse sein. Die in der westlichen &Ouml;ffentlichkeit dominierende politische Opposition mag in etwa 10 Provinzen Anklang finden, in 17 weiteren Provinzen tut sie es weniger. Der russlandfeindliche Tjahnibok d&uuml;rfe in z.B. f&uuml;r die Ostukraine kaum akzeptabel sein. Und ohne auf einen Ausgleich mit der Ostukraine bedachte Regierung, w&uuml;rde eine knapp gewonnene Wahl nur die Spaltung der Ukraine vertiefen. &ndash; Beachtlich ist der Mut der Online-Zeitung &ldquo;Ukrainska Prawda&rdquo; und einiger weniger anderer Zeitungen, sich dieser kleptokratischen Klasse anzunehmen.  Wir wissen seit der Ermordung Georgi Gongadse, <a href=\"https:\/\/www.reporter-ohne-grenzen.de\/presse\/pressemitteilungen\/meldung-im-detail\/artikel\/gipfel-der-oestlichen-partnerschaft-eu-muss-pressefreiheit-einfordern\/\">dass Journalismus in der Ukraine lebensgef&auml;hrlich sein kann<\/a>.<\/em><br>\n<em>Im &Uuml;brigen sei darauf verwiesen, dass es durchaus Politiker in Deutschland gibt, die ein differenziertes Bild von der Ukraine entwerfen. Hier  ein Interview mit dem Russland-Koordinator der Bundesregierung, Gernot Erler, aus dem Dezember: &ldquo;<a href=\"https:\/\/zeitschrift-ip.dgap.org\/de\/ip-die-zeitschrift\/themen\/europaeische-union\/sachen-ukraine-gibt-es-der-eu-zu-viele\">In Sachen Ukraine gibt es in der EU zu viele Fehleinsch&auml;tzungen<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung JB:<\/strong> Es ist ohnehin unsinnig, von einem &bdquo;Mann des Westens&ldquo; zu sprechen. Der Westen ist in dieser Frage offenbar ziemlich zerstritten &ndash; &bdquo;Fuck the EU&ldquo; ist da nur die Spitze des Eisbergs. Klitschko kann schon alleine aus diesem Grund nicht der &bdquo;Mann der Westens&ldquo; sein. Er ist jedoch der Wunschkandidat der deutschen Regierung und wird daher von den regierungsnahen Medien protegiert. Was die Ukrainer dar&uuml;ber denken, spielt zumindest in den deutschen Medien eine bestenfalls untergeordnete Rolle. Und das gilt nicht nur f&uuml;r den Mainstream.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu passt: Die Dimension der L&uuml;ge: Wie das politische System des Westens seine eigene Glaubw&uuml;rdigkeit unterminiert<\/strong><br>\nDer Machtkampf in der Ukraine und das abgeh&ouml;rte Telefonat von Victoria Nuland (&ldquo;Fuck the EU&rdquo;) werfen ein neues Schlaglicht auf die Diskrepanz zwischen angeblicher und tats&auml;chlicher Politik des Westens. W&auml;hrend die Medien in diesem Zusammenhang vor allem die &ldquo;sprachliche Entgleisung&rdquo;, den &ldquo;Fauxpas&rdquo; bzw. die &ldquo;Peinlichkeit&rdquo; der Enth&uuml;llung betonen, wird der eigentliche Skandal fast schon wie eine Selbstverst&auml;ndlichkeit behandelt: Nicht nur die Russen manipulieren in der Ukraine, auch der Westen zieht hinter den Kulissen Strippen, an denen die F&uuml;hrer der &ldquo;demokratischen Opposition&rdquo; eher wie Marionetten aussehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/40\/40972\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Auch hier wieder &bdquo;der Westen&ldquo; &hellip; offenbar hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass es innerhalb &bdquo;des Westens&ldquo; unterschiedliche Interessen gibt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Folgen des europ&auml;ischen Fiskalpakts: Sozialk&uuml;rzungen programmiert<\/strong><br>\nDer Fiskalpakt, im M&auml;rz 2012 auf europ&auml;ischer Ebene unterzeichnet und im Juni 2012 in seinen Eckpunkten auch von Bundesrat und Bundestag angenommen, ist eine europ&auml;ische Schuldenbremse. Der Pakt sieht vor, dass die j&auml;hrliche Neuverschuldung in den einzelnen L&auml;ndern nicht mehr als 0,5 Prozent der Wirtschaftskraft betragen darf. Im Vergleich zur nationalen Schuldenbremse, die in Deutschland bereits 2009 verabschiedet wurde, hat der europ&auml;ische Fiskalpakt eine gr&ouml;&szlig;ere Reichweite. Denn w&auml;hrend die nationale Schuldenbremse offiziell nur f&uuml;r den Bund und die L&auml;nder gilt, bezieht die europ&auml;ische Schwester ausdr&uuml;cklich auch die Kommunen und die Sozialversicherungssysteme in das Spardiktat mit ein. Zudem greift die europ&auml;ische Schuldenbremse bereits ab 2014.<br>\n&bdquo;In S&uuml;deuropa sehen wir bereits, wie sich der Fiskalpakt auswirkt. Wir k&ouml;nnen nicht riskieren, dass soziale Standards bei uns nach unten nivelliert werden&ldquo;, sagte Adolf Bauer, Pr&auml;sident des SoVD.<br>\nDer Sozialverband skizziert, wo und wie der Spardruck zunehmen w&uuml;rde. Grob gesagt k&ouml;nnte der Bund immer dort, wo er per Steuern die Sozialsysteme bezuschusst, diesen Zuschuss weiter zur&uuml;ckfahren. Das ist in der j&uuml;ngeren Vergangenheit bereits geschehen. Beispielsweise k&uuml;rzte die Bundesregierung 2013 den Bundeszuschuss zum Gesundheitsfonds um zwei Milliarden Euro. Auch die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit lebt bereits im Sog der Haushaltsdisziplin. Sie musste und muss zwischen 2011 und 2014 bereits 16 Milliarden Euro bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik einsparen, so das Ergebnis eines Sparpakets, das die schwarz-gelbe Bundesregierung 2010 im Zeichen der Wirtschaftskrise beschlossen hatte. Diese Tendenz k&ouml;nnten sich in Zukunft deutliche versch&auml;rfen, f&uuml;rchtet der SoVD. Unter dem Zwang der Haushaltsdisziplin w&uuml;rden in allen Bereichen der Sozialversicherungssysteme, also bei der gesetzlichen Renten- oder Krankenkasse und bei der Arbeitslosenversicherung, neue Debatten um Leistungsk&uuml;rzungen oder Beitragserh&ouml;hungen auf die Gesellschaft zukommen. &bdquo;Und wie solche Debatten meist ausgehen, ist leider klar. Es l&auml;uft auf Leistungsk&uuml;rzungen hinaus&ldquo;, sagte Ursula Engelen-Kefer, die beim SoVD dem Arbeitskreis Sozialversicherung vorsitzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Folgen-des-europaeischen-Fiskalpakts\/!132819\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Mindestlohnregime in Euro &hellip;und was Deutschland von ihnen lernen kann<\/strong>\n<ul>\n<li>Ab dem 1. Januar 2015 soll in Deutschland ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn gelten. Wie das neue deutsche Mindestlohnregime genau aussehen wird, muss jedoch erst im Gesetzgebungsverfahren definiert werden.<\/li>\n<li>In Deutschland w&uuml;rde ein Mindestlohn von 8,50 Euro noch unterhalb des kaufkraftbereinigten Mindestlohns in Gro&szlig;britannien und damit am unteren Rand der &raquo;Spitzengruppe&laquo; von sieben europ&auml;ischen L&auml;ndern liegen.<\/li>\n<li>Die gesetzlichen Mindestl&ouml;hne in Europa liegen allesamt unterhalb der so genannten &raquo;Niedriglohnschwelle&laquo;. In vielen EU-Staaten gehen die gesetzlichen Mindestl&ouml;hne nicht einmal &uuml;ber das Niveau von &raquo;Armutsl&ouml;hnen&laquo; hinaus. Deutschland weist bislang einen der gr&ouml;&szlig;ten Niedriglohnsektoren in Europa auf.<\/li>\n<li>Die in Deutschland bei Mindestlohngegnern beliebte &raquo;Politisierungsthese&laquo;, wonach Mindestlohnerh&ouml;hungen als Wahlgeschenke verteilt werden, l&auml;sst sich nicht belegen. Eher schon finden sich Anzeichen f&uuml;r eine &raquo;Politisierung von rechts&laquo;, bei der oft eher konservative Regierungen sich dadurch zu profilieren suchen, dass sie den Mindestlohn f&uuml;r einen l&auml;ngeren Zeitraum nicht mehr anpassen.<\/li>\n<li>Sollte es in Deutschland zu einem Anpassungsmechanismus kommen, der eher kleine Anpassungsschritte beg&uuml;nstigt, dann l&auml;uft das neue deutsche Mindestlohnregime Gefahr, am Ende nur relativ bescheidene strukturelle Wirkungen sicherstellen zu k&ouml;nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id-moe\/10529.pdf\">Thorsten Schulten, Friedrich-Ebert-Stiftung Studie [PDF &ndash; 2.3 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Straffreiheit bei Selbstanzeige<\/strong><br>\nDer Fall der &ldquo;Emma&rdquo;-Herausgeberin Alice Schwarzer hat die Debatte neu entfacht: Steuerbetr&uuml;ger, k&ouml;nnen, wenn sie sich selbst anzeigen, einer Bestrafung entgehen.<br>\nDie SPD und die Opposition dr&auml;ngen jetzt auf ein sch&auml;rferes Vorgehen gegen Steuerbetr&uuml;ger. Die Union will grunds&auml;tzlich festhalten an dem Verfahren. Sonst ginge dem Fiskus viel Geld verloren. Ist die strafbefreiende Selbstanzeige ein notwendiges &Uuml;bel oder ein moderner Ablasshandel? Was ist wichtiger &ndash; mehr Geld f&uuml;r den Staat oder mehr Gerechtigkeit? M&uuml;ssen unsere Steuergesetze versch&auml;rft werden? (&hellip;)<br>\nZu Gast:<br>\nRalph Brinkhaus, Stv. Vorsitzender der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion<br>\nAxel Troost, Finanzpolitischer Sprecher der Linkspartei im Bundestag<br>\nManfred Lehmann, Vorsitzender der Steuergewerkschaft in Nordrhein-Westfalen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/diskussion-straffreiheit-bei-selbstanzeige.1784.de.html?dram:article_id=276872&amp;dram:audio_id=254154&amp;dram:play=1\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die gro&szlig;e Hartz-Illusion<\/strong><br>\nSeit einigen Tagen sorgt dieses Papier [From Sick Man of Europe to Economic Superstar: Germany&rsquo;s Resurgent Economy] zu den Ursachen der Verbesserung der deutschen Wettbewerbsf&auml;higkeit in den vergangenen Jahren f&uuml;r Aufmerksamkeit. Die Antwort der Autoren &ndash; linker Umtriebe unverd&auml;chtige &Ouml;konomen des University College London, der Humboldt-Universit&auml;t und der Universit&auml;t Freiburg &ndash; ist eindeutig: Gerhard Schr&ouml;der war es nicht. Vielmehr sei die nach der Wiedervereinigung gesunkene Wettbewerbsf&auml;higkeit im Prinzip schon wiederhergestellt gewesen, als Gerhard Schr&ouml;der seine Hartz-Reformen verk&uuml;ndet hatte. Wenn das stimmt, dann waren die Hartz-Reformen nicht nur nicht die Hauptursache des wirtschaftlichen Aufstiegs in Deutschland, wie die &Ouml;konomen aus Freiburg, London und Berlin meinen. Diese Reformen waren dann vielleicht sogar sch&auml;dlich &ndash; sie brachten (etwa &uuml;ber eine Absenkung des Reservationslohns) genau das Qu&auml;ntchen an Lohnmoderation zu viel auf den Weg, dass uns jetzt einen exzessiven Leistungsbilanz&uuml;berschuss beschert und S&uuml;deuropa in die Deflation st&uuml;rzt. Das bedeutet: Im Jahr 2003 h&auml;tte die Lohn- und Fiskalpolitik schon wieder expansiver werden m&uuml;ssen, statt noch mehr zu k&uuml;rzen. Dann w&auml;re den Deutschen und den Europ&auml;ern viel Leid erspart worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2014\/02\/05\/die-grose-hartz-illusion_7064\">Herdentrieb Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Viele Kritiker der Hartz-Reformen dachten wohl zun&auml;chst: Wie sch&ouml;n, dass endlich auch dezidiert nicht-linke Wissenschaftler feststellen, dass der &ldquo;kranke Mann Europas&rdquo; nicht durch die Hartz-Reformen zum &ldquo;&ouml;konomischen Superstar&rdquo; aufstieg. Nat&uuml;rlich h&auml;tte man schon beim Begriff Superstar stutzig werden k&ouml;nnen und sich fragen k&ouml;nnen, wie dieser Status definiert wurde. Die Autoren weisen daraufhin, dass weder in der W&auml;hrungsunion noch in den Hartz-Reformen die Ursache f&uuml;r diesen Aufstieg lag, sondern &ldquo;namely the restructuring of its labor market and the increase in competitiveness that has helped German exports.&rdquo; Damit ist schon einmal klar, dass f&uuml;r die Autoren Wettbewerbsf&auml;higkeit, gemessen an den deutschen Exporten, den  Status &ldquo;Superstar&rdquo; ausmacht. Man h&auml;tte nat&uuml;rlich auch den &ouml;konomischen Erfolg bzw. Wettbewerbsf&auml;higkeit auch in der F&auml;higkeit, Einkommen zu erzielen, suchen k&ouml;nnen. Was nutzen Exporterfolge, wenn die daraus entstandenen Einnahmen der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung nicht zugutekommen und stattdessen, wie wir inzwischen wissen, zu einem betr&auml;chtlichen Teil verzockt wurden. Was w&auml;re gegen h&ouml;here Einkommenszuw&auml;chse, bei geringeren Export&uuml;bersch&uuml;ssen und weniger Zockerei einzuwenden? Nein, die Autoren begr&uuml;&szlig;en die Hartz-Reformen, da sie eine Reduktion der Arbeitslosigkeit, insbesondere der Langzeitarbeitslosigkeit herbeif&uuml;hrten. Allerdings sind sie sich sehr wohl bewusst, dass im mittleren bis weit in den h&ouml;heren Bereich der Lohnverteilung zwar nur eine moderate Lohnentwicklung stattfand, aber die Last der Absenkung der relativen Lohnst&uuml;ckkosten seit 1995 von den unteren Lohngruppen zu tragen war und diese zu einer gravierenden Lohnungleichheit in Deutschland f&uuml;hrte. &ldquo;We therefore believe that while the Hartz reforms have contributed to the recent decline in long-term unemployment and to the continued increase in wage inequality at the lower end of the wage distribution, they were not central or essential in the process of improving the competitiveness of German industry.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140212_01.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p><em>Quelle: Dustmann, Fitzenberger, Sch&ouml;nberg, Spitz-Oener<\/em><br>\n<em>D.h., dass die Autoren die gesamtwirtschaftlichen R&uuml;ckwirkungen von Lohnzur&uuml;ckhaltung wie auch die au&szlig;enwirtschaftlichen Auswirkungen, die Mark Schieritz betont, auf den Rest Europas nicht in ihre Untersuchung einbezogen haben. Die Untersuchung l&auml;uft also auf die uns nur allzu vertraute Position hinaus: Lohnzur&uuml;ckhaltung ist alles. Und diese war laut Studie m&ouml;glich, weil das deutsche Tarifsystem unter dem Druck ausl&auml;ndischer, vor allem osteurop&auml;ischer Billiglohnkonkurrenz, von deren Input die deutsche Produktion zus&auml;tzlich profitierte, sich als sehr flexibel erwiesen h&auml;tte. Es sei bei den Fl&auml;chentarifvertr&auml;gen zu vielf&auml;ltigen Ausnahmeregelungen (Lohnh&ouml;he, Arbeitszeiten und andere Aspekte der Arbeitsbedingungen) gekommen, die auf die jeweilige Situation der Betriebe zugeschnitten waren bzw. diese konnten sich sogar aus der Tarifbindung l&ouml;sen. Diese Flexibilit&auml;tsspielr&auml;ume w&auml;ren aber nur in einem dezentralen System der Lohnfindung wie eben in der Bundesrepublik m&ouml;glich gewesen, w&auml;hrend z.B. in Frankreich und Italien die L&ouml;hne weitgehend auf nationaler Ebene vereinbart w&uuml;rden und dann f&uuml;r die gesamte Branche gelten w&uuml;rden. Kurzum die Autoren propagieren u.a. die Heiligsprechung der Abnahme des Gewerkschaftseinflusses in Deutschland. Wenn das europ&auml;ische Ausland etwas von Deutschland &uuml;bernehmen sollten, w&auml;ren dies nicht die Hartz-Reformen, sondern die Dezentralisierung der Verhandlungen zwischen Arbeit und Kapital.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>IAB: Arbeitszeit: W&uuml;nsche nach Verk&uuml;rzung und Verl&auml;ngerung halten sich weitgehend die Waage<\/strong><br>\nVollzeitbesch&auml;ftigte M&auml;nner w&uuml;nschen sich im Durchschnitt eine Verk&uuml;rzung ihrer vereinbarten Wochenarbeitszeit um 0,4 Stunden &ndash; von 39,6 auf 39,2 Stunden. Vollzeitbesch&auml;ftige Frauen w&uuml;rden dagegen im Schnitt gerne gut zwei Stunden w&ouml;chentlich weniger arbeiten und auf diese Weise ihre vereinbarte Arbeitszeit von 38,4 auf 36,3 Stunden reduzieren. Regul&auml;r teilzeitbesch&auml;ftigte M&auml;nner w&uuml;rden ihre Arbeitszeit im Durchschnitt gerne um fast f&uuml;nf Stunden von 24,5 auf 29,4 Stunden erh&ouml;hen, Frauen nur um gut 2,5 Stunden von 22,9 auf 25,6 Stunden. Bei den Minijobbern w&uuml;rden sowohl Frauen als auch M&auml;nner im Durchschnitt gerne 6,5 Stunden l&auml;nger arbeiten. Frauen w&uuml;rden dabei ihre Arbeitszeit von durchschnittlich 11,1 Stunden auf 17,5 Stunden erh&ouml;hen wollen, M&auml;nner von 14,8 auf 21,3 Stunden. &ndash; Fast die H&auml;lfte der Befragten (M&auml;nner 48 Prozent, Frauen 44 Prozent) wollen ihre Arbeitszeit gar nicht oder in nur geringem Umfang ver&auml;ndern. Bei den Minijobbern dominieren dagegen klar die Verl&auml;ngerungsw&uuml;nsche: 57 Prozent der M&auml;nner und 54 Prozent der Frauen w&uuml;rden gerne l&auml;nger arbeiten, nur ein gutes Drittel (35 bzw. 38 Prozent) will die Arbeitszeit so lassen, wie sie ist.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.iab.de\/de\/informationsservice\/presse\/presseinformationen\/azw.aspx\">IAB<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/arbeitsmarktdaten\/arbeitszeitwuensche.pdf\">Arbeitszeitw&uuml;nsche von Frauen und M&auml;nnern 2012 [PDF &ndash; 118 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Heiraten zementiert soziale Spaltung<\/strong><br>\nFr&uuml;her war das so: Die H&auml;lfte der deutschen M&auml;nner heiratete in eine untere Einkommens- und Bildungsschicht. Heute hingegen haben immer mehr Menschen einen Partner mit &auml;hnlichem Job und &auml;hnlich viel Geld. 80 Prozent der deutschen Paare haben inzwischen &auml;hnliche Berufe und ein &auml;hnliches Bildungsniveau, stellt der Soziologe Hans-Peter Blossfeld von der Universit&auml;t Bamberg fest. Die Ver&auml;nderungen bei der Partnerwahl sind in den Vereinigten Staaten ebenso zu beobachten, schreiben Jeremy Greenwood und drei Kollegen in ihrem Papier &ldquo;Marry your like&rdquo;: Amerikaner heiraten st&auml;rker in ihrer Schicht als in den Sechziger Jahren. Und das habe direkte Folgen daf&uuml;r, wie sehr die Gesellschaft beim Geld auseinanderklafft. Wenn die Menschen heute zuf&auml;llig Partner ausw&auml;hlten, statt bevorzugt jemanden mit vergleichbarer Profession und Ausbildung, w&uuml;rden sich die Schichten st&auml;rker durchmischen. Und die Ungleichheit n&auml;hme ab. Das berechneten die Forscher anhand des Gini-Koeffizienten, der die Einkommensunterschiede in einer Gesellschaft misst. Null bedeutet v&ouml;llig gleich, eins bedeutet sehr ungleich. Skandinavische L&auml;nder geh&ouml;ren mit Werten um 0,25 zu den gleichsten Industriestaaten. Die USA dagegen sind mit einem Gini-Koeffizienten von 0,43 eher ungleich. Und jetzt kommt es: Wenn die Menschen wieder zuf&auml;llig heiraten w&uuml;rden, also viel h&auml;ufiger Partner aus anderen Schichten als heute, fiele die Ungleichheit in Amerika auf 0,34. Den Gini-Wert, den das Land in den Sechziger Jahren tats&auml;chlich aufwies, als Vorstandschefs noch nicht 300 mal so viel verdienten wie ihre Arbeiter unten in der Fabrik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/partnerwahl-und-ungleichheit-heiraten-zementiert-soziale-spaltung-1.1875581\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&Uuml;berqualifizierte Arbeitnehmer: Dr. phil. als Taxifahrer<\/strong><br>\nDer Soziologe, der Taxi f&auml;hrt, der Germanist, der auf Hartz IV angewiesen ist &ndash; auf solche F&auml;lle wird gern hingewiesen, wenn vom akademischen Proletariat die Rede ist. Gestimmt hat dieses Klischee nie so richtig: Die Arbeitslosenquote der Akademiker ist mit etwa 2,5 Prozent halb so gro&szlig; wie die der Personen mit Berufsausbildung. Absolventen der sogenannten brotlosen Studieng&auml;nge finden meist einen Job, wenn auch ihr Berufseinstieg oft holprig ist und ihr Durchschnittsgehalt signifikant unter dem aller Akademiker liegt. Unterwertig besch&auml;ftigt zu sein, also eine Stelle innezuhaben, f&uuml;r die die eigene Qualifikation zu hoch ausf&auml;llt, ist in Deutschland allerdings weit verbreitet. Dies geht aus einer neuen Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hervor, die der S&uuml;ddeutschen Zeitung vorliegt. Ob der Historiker mit einem einfachen B&uuml;rojob oder die Facharbeiterin, die nach einer l&auml;ngeren Kinderpause einen Aushilfsjob aus&uuml;bt &ndash; fast jede f&uuml;nfte Fachkraft ist laut der DGB-Untersuchung unterhalb ihres Qualifikationsniveaus besch&auml;ftigt. Die Quote bei den Akademikern ist dabei mit 18,3 Prozent noch h&ouml;her als bei den beruflich Qualifizierten (17,4 Prozent).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/ueberqualifizierte-arbeitnehmer-dr-phil-als-taxifahrer-1.1878585\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Hypo Alpe Adria: Bankenl&ouml;sung geplatzt<\/strong><br>\nDie Gro&szlig;banken lassen den Staat die Schulden der Hypo Alpe Adria allein schultern und beteiligen sich nicht an einer Bad Bank.<br>\nDie Regierung hat es nicht geschafft, die heimischen Gro&szlig;banken f&uuml;r eine Mitfinanzierung einer Bad Bank f&uuml;r die staatliche Krisenbank Hypo Alpe Adria zu gewinnen. Jetzt muss die Hypo als staatliche &ldquo;Anstalt&rdquo;  abgewickelt werden, was die Staatsschulden in die H&ouml;he treiben wird. Denn bei diesem Modell wird der Inhalt der Bad Bank direkt in die Maastricht-Verschuldung des Staates eingerechnet. Die Staatsverschuldung d&uuml;rfte dabei von derzeit rund 74 auf knapp 80 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Um bis zu 19 Milliarden Euro k&ouml;nnte der Schuldenstand ansteigen&hellip;<br>\nDie Kosten einer Pleite seien unabsch&auml;tzbar, weil f&uuml;r die Republik ein gewaltiger Reputationsschaden drohe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1389859828273\/Kaerntner-Hypo-Raiffeisen-lehnt-Beteiligung-an-Bad-Bank-an\">derStandard<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein Musterbeispiel f&uuml;r die Privatisierung der Gewinne und die Sozialisierung der Verluste. &Ouml;sterreich hat eine &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; zwar nicht in der Verfassung, aber im Haushaltsgesetz festgelegt, au&szlig;erdem unterliegt das Land ja dem Fiskalpakt. Man darf gespannt sein bei wem die Regierung die 19 Milliarden k&uuml;nftig einsparen wird. Auch da kann man gewiss sein, dass die Opfer wieder die &bdquo;kleinen Leute&ldquo; bringen m&uuml;ssen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bomben, Burka, Bundeswehr<\/strong><br>\nWie Medienberichte ein Verstehen Afghanistans unm&ouml;glich machen.<br>\nDie Bundeswehr befindet sich seit 12 Jahren in Afghanistan, nicht erst seit vorgestern. Und die Bundesregierung setzt sich unter Einsatz massiver Ressourcen f&uuml;r die &Uuml;berwindung dieser Probleme ein. Dabei werden nicht zuletzt zahlreiche Steuer-Millionen eingesetzt. Doch die deutschen Medien sehen kaum Anlass, hier eine aktive Kontrollfunktion einzunehmen.<br>\nDie privaten, aber vor allem die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender drosseln kontinuierlich ihre Berichterstattung &uuml;ber das Land am Hindukusch. F&uuml;r deutsche Redaktionen geh&ouml;ren seit Jahren eigentlich nur Anschl&auml;ge, Befindlichkeiten der vor Ort eingesetzten Bundeswehrsoldaten und die Lage der afghanischen Frauen zur Chronistenpflicht. Der Grund ist banal: Trotz mehr als zehn Jahren Anwesenheit deutscher Institutionen in Afghanistan verstehen deutsche Medien einfach nicht, was in und um Afghanistan vor sich geht. Warum? Ganz einfach: Weil niemand dort ist.<br>\nBis auf wenige Ausnahmen gab es schlicht nie akkreditierte deutsche Journalisten in Kabul oder Mazar oder Kunduz. Kein deutscher Sender, keine deutsche Zeitung hatte jemals ein B&uuml;ro in Kabul. Die deutschen Medien covern das Thema Afghanistan aus ihren B&uuml;ros in S&uuml;dasien, haupts&auml;chlich aus dem indischen Delhi. Das ist ein Sicherheitsabstand von 1 000 Kilometern. Sicher, die wagemutigen unter den Asienkorrespondenten reisen zwei, drei Mal im Jahr f&uuml;r zwei Wochen ins Land. Dann werden &bdquo;Geschichten&ldquo; gesammelt, die bis zum n&auml;chsten Besuch nach einander auf den Markt geworfen werden. Diese &bdquo;Unerschrockenen&ldquo; fliegen gelegentlich mit dem Verteidigungsminister, meistens aber mit der Bundeswehr ins Land. Dort sind sie dann Gast der Truppe &ndash; und deren Sicherheitsvorschriften sowie zum Teil Themenideen unterstellt.<br>\nEiner der letzten deutschen Korrespondenten in Afghanistan, Ulrich Tilgner, verlie&szlig; das ZDF 2008 mit harscher Kritik: Es g&auml;be B&uuml;ndnisr&uuml;cksichten, die sich in den redaktionellen Entscheidungen der Sender widerspiegelten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/schwerpunkt-des-monats\/afghanistan-nach-2014\/artikel\/detail\/bomben-burka-bundeswehr-258\/\">IPG &ndash; Internationale Politik und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Joachim Gauck in Birma &ndash; Zu Gast in der Retortenstadt<\/strong><br>\nBeim Besuch des Bundespr&auml;sidenten werden die Probleme der Vergangenheit ausgespart. Der Blick wird in die Zukunft gerichtet<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Joachim-Gauck-in-Birma\/!132726\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers R.W.:<\/strong> In der Berichterstattung zum Besuch des Bundespr&auml;sidenten Gauck in Birma versagen die deutschen Medien leider vollst&auml;ndig &mdash; allen voran: die taz.<\/em><br>\n<em>Immerhin wird im Anriss angemerkt, dass es in der Vergangenheit Probleme in den Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Myanmar gab, die (weiter unten im Text) vor allem darin bestanden, dass sich die Bundesrepublik an international vereinbarte Sanktionen gegen Myanmar gehalten und sich sogar mit der Genehmigung von Entwicklungshilfe-Projekten schwergetan h&auml;tte. Weiter als mit dieser Aussage kann man der Realit&auml;t nicht entr&uuml;cken. Die tats&auml;chlichen &ldquo;Probleme der Vergangenheit&rdquo; liegen heute zwei Meter unter der Erde und hinterlassen Angeh&ouml;rige, die ein Recht darauf haben zu erfahren, wie die Milit&auml;rjunta an die zahlreichen Sturmgewehre G3 gelangen konnte.<\/em><br>\n<em>Das deutsche Traditionsunternehmen Fritz Werner Werkzeugmaschinen AG (heute  Teil der MAN Ferrostaal Group) betreibt seit 1957 eine Waffenfabrik in Mynamar. Im Angebot: M&ouml;rsergranaten, Minen, Munition und (mit Lizenz von Heckler &amp; Koch) das Strumgewehr G3. Fritz Werner unterst&uuml;tzte die Junta als &ldquo;Ausr&uuml;ster&rdquo; stets wohlwollend bei der Aus&uuml;bung ihrer Hoheitsinteressen und unterhielt auf oberster Ebene langj&auml;hrig freundschaftliche Beziehungen zur Milit&auml;rf&uuml;hrung.<\/em><br>\n<em>Seit Beginn des Demokratisierungsprozesses 2011 verliert die MAN Ferrostaal  zunehmend Auftr&auml;ge im Land und deutsche Wirtschaftsunternehmen genie&szlig;en &mdash; woher nur? &mdash; nicht den besten Ruf. Dem kann man mit einem 500 Mio. Euro schweren Schuldenerlass sicher entgegenwirken. Die entscheidende Frage bleibt leider unbeantwortet: Wie konnte sich Mynamar &uuml;berhaupt bei der Bundesrepublik verschulden, wenn die Bundesregierungen sich in der Vergangenheit doch sogar bei der Genehmigung von Entwicklungshilfe-Projekten so schwer getan haben? Sicher ist nur: Irgendjemand wird f&uuml;r die &ldquo;Leistungen&rdquo; der Fritz Werner Werkzeugmaschinen AG in Myanmar schon aufgekommen sein. Notfalls auch &uuml;ber Umwege wie z.B. Hermesdeckungen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Kipping f&uuml;r Gipfel mit der SPD-Spitze<\/strong><br>\nSPD-Generalsekret&auml;rin Yasmin Fahimi hatte dem &raquo;Spiegel&laquo; erkl&auml;rt, das Gespr&auml;ch mit der Linkspartei auf Bundesebene suchen. Es sei ihr Auftrag, &raquo;w&auml;hrend der Gro&szlig;en Koalition die Gespr&auml;che zu allen anderen Parteien sicherzustellen&laquo;, sagte Fahimi. Sie setze &raquo;auf belastbare Kontakte, weil ich glaube, dass die Koalitionsfrage am Ende eine Vertrauensfrage ist&laquo;. Kooperation zwischen Parteien sei nicht nur eine Frage von kompatiblen Programmen, sondern man brauche auch &raquo;Personen, die sich am Ende anschauen und sagen, ich kann mich darauf verlassen, dass wir gemeinsam den verabredeten Weg gehen&laquo;, so die Sozialdemokratin. &Auml;u&szlig;erungen von Fahimi, die erkl&auml;rte, nach denen k&uuml;nftig die Bundes-SPD nicht mehr in die Frage rot-roter Kooperation auf Landesebene hineinwirken will, begr&uuml;&szlig;te Kipping. Es sei gut, &raquo;dass sich die SPD den Realit&auml;ten n&auml;hert. Das &ouml;ffnet im Osten die T&uuml;r f&uuml;r den Politikwechsel&laquo;, so die Linkenpolitikerin. Fahimi hatte zuvor unter anderem mit Blick auf die Landtagswahlen in Th&uuml;ringen, wo die Linkspartei in Umfragen klar vor der SPD liegt, da sei &raquo;der Landesverband v&ouml;llig autonom&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/923582.kipping-fuer-gipfel-mit-der-spd-spitze.html\">neues deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Es liest sich wie eine (verbale) Ann&auml;herung beider Parteien, die auch dringend geboten ist. Diesen Absichtsank&uuml;ndigungen m&uuml;ssen allerdings auch entsprechende Taten -insbesondere auf Seiten der SPD- folgen: In Th&uuml;ringen, aber auch auf Bundesebene.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Der Chronist des Todes: Das Leben des Curtis Mozie<\/strong><br>\nSeit fast 30 Jahren filmt der Sozialarbeiter das Leben und das Sterben der schwarzen Jugendlichen in der US-Hauptstadt. Wenige H&auml;userblocks vom Wei&szlig;en Haus entfernt, erschie&szlig;t sich Amerikas Jugend. Curtis ist mit seiner Kamera immer dabei. Er begleitet die Kids, wenn sie Basketball spielen, wenn sie feiern, wenn sie schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht werden, wenn ihre Angeh&ouml;rigen die Todesnachricht bekommen und wenn sie ihre Kinder zu Grabe tragen. Curtis ist ein Chronist des Todes. Seine Abschiedsfilme sind das Verm&auml;chtnis der Opfer. &ldquo;Die Kids kommen zu mir. Film mich, sagen sie. Wenn ich sterbe, gibt es wenigstens Bilder, die an mich erinnern.&rdquo; Seine Wohnung nennt der Sozialarbeiter &bdquo;Safehouse&ldquo;. Wer hierher kommt, der ist sicher. Und es kommen viele Kids. Denn Curtis Wohnung ist auch zu einer Gedenkst&auml;tte geworden. An den W&auml;nden h&auml;ngen die ausgel&ouml;schten Leben als Fotos. Im &bdquo;Safehouse&ldquo; lernt das Team des ZDF-Studios Washington auch Buda und Dre kennen. Curtis f&uuml;rchtet um das Leben der beiden jungen M&auml;nner. Denn sie sind die meiste Zeit auf der Stra&szlig;e, nehmen Drogen, haben manchmal einen Gelegenheitsjob. Buda gibt offen zu: &ldquo;Ich w&uuml;rde auf jemanden schie&szlig;en, um mich selbst zu sch&uuml;tzen. Und f&uuml;r meine Familie w&uuml;rde ich auch jemanden umbringen.&rdquo; Curtis f&uuml;hlt sich f&uuml;r beide verantwortlich, denn sie sind die Br&uuml;der von seinem besten Freund Apple, der erst vor kurzem erstochen wurde. &ldquo;Ich will, dass ihr lebt &ndash; und nicht endet wie euer Bruder&rdquo;, mahnt er. Seit Apple in seinen Armen gestorben ist, hat sich Curtis ver&auml;ndert. Hunderte hat er schon sterben sehen, aber Apple war sein bester Freund. &ldquo;Mit Apple starb ein Teil von mir&rdquo;, sagt er. &ldquo;Manchmal gehe ich die Stra&szlig;e entlang und alles st&uuml;rzt auf mich ein. Ich durchlebe den schrecklichen Moment noch einmal. Ich kann es nicht mehr ertragen, der ewige Schmerz, die Depression.&rdquo; Curtis ist wegen seiner Panikattacken inzwischen in Behandlung, muss Psychopharmaka nehmen. Nach all den Jahren ist Curtis am Ende. &ldquo;Ich will auf jeden Fall raus. Raus aus diesem Haus. So viel Tod, so viele Erinnerungen an Menschen, die nicht mehr sind. Aber wer k&uuml;mmert sich dann um die jungen Menschen&rdquo;, fragt er. Curtis will ein neues Leben anfangen. Der Chronist des Todes droht zusammenzubrechen. Bevor er seine Kamera ausmacht, sagt er noch: &ldquo;Einfach nur frei sein.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/Dokumentation\/httpdokumentation.zdf.deDokumentationDokumentation-5988858.html-31792930.html\">ZDF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man kann diese Dokumentation auch Gegenbild zur Berichterstattung in Sotschi empfinden: Der Westen, die reichste Nation der Welt ist nur zw&ouml;lf Blocks vom Kapitol entfernt alles andere als heil: Es herrscht Krieg. Nat&uuml;rlich kann dieser Film keine Analyse bieten. Der Zuschauer soll wohl zuerst einmal in diesen schrecklichen Albtraum eintauchen, damit er wei&szlig;, was zu analysieren ist.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-20667","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20667","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20667"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20667\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20670,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20667\/revisions\/20670"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20667"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20667"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20667"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}