{"id":20671,"date":"2014-02-12T09:11:23","date_gmt":"2014-02-12T08:11:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20671"},"modified":"2015-10-15T14:25:22","modified_gmt":"2015-10-15T12:25:22","slug":"rezension-wolfgang-schorlau-am-zwoelften-tag-hintergruendige-aufklaerung-im-spannenden-krimiformat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20671","title":{"rendered":"Rezension: Wolfgang Schorlau: \u201eAm zw\u00f6lften Tag\u201c &#8211;  Hintergr\u00fcndige Aufkl\u00e4rung im spannenden Krimiformat"},"content":{"rendered":"<p>Wir wissen allerhand, wir sind emp&ouml;rt, doch der banale Alltag holt uns ein. Da passen all die theoretischen Schriften und ihre konzentrierte Lekt&uuml;re auf die Dauer nicht mehr so richtig in unser hektisches Zeitbudget, das gekennzeichnet ist von einer pausenlosen Reiz&uuml;berflutung, die eher zum m&uuml;den Abschalten einer geschundenen Wahrnehmung auch in der so genannten Freizeit f&uuml;hrt.<br>\nEine sehr unterhaltsame und informative M&ouml;glichkeit, mit allerhand politischen Ungereimtheiten dennoch vergn&uuml;glich und gleicherma&szlig;en emp&ouml;rt umzugehen, bieten die Kriminalromane von Wolfgang Schorlau. Selten habe ich die jeweils konkreten Atmosph&auml;ren mit den informativen Hintergr&uuml;nden so hellsichtig verbunden erlebt, wie bei diesem deutschen Schriftsteller, Jahrgang 1951. Von <strong>Marianne B&auml;umler<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nEs gibt politische Zusammenh&auml;nge, die wir alle erahnen: Macht, Machenschaften, Machtmissbrauch, Geld, Korruption, Betrug, etc. All dies beeintr&auml;chtigt unser Leben auch in einer parlamentarischen Demokratie in unterschiedlich gravierender Weise, auch wenn wir nur weniges genau wissen.<\/p><p>Und es gibt sie gleichzeitig: unser aller &Uuml;berforderung, mit den Informationen, mit den Fakten &bdquo;angemessen&ldquo; umzugehen, die Zusammenh&auml;nge dergestalt zu begreifen, dass sich auch im Einzelnen etwas wirklich sp&uuml;rbar zum Gerechteren entwickelt.<br>\nWir sp&uuml;ren die Eigendynamik des kapitalistischen Systems, die uns schleichend krank macht, die uns schw&auml;cht.<\/p><p>Wir wissen allerhand, wir sind emp&ouml;rt, doch der banale Alltag holt uns ein. Da passen all die theoretischen Schriften und ihre konzentrierte Lekt&uuml;re auf die Dauer nicht mehr so richtig in unser hektisches Zeitbudget, das gekennzeichnet ist von einer pausenlosen Reiz&uuml;berflutung, die eher zum m&uuml;den Abschalten einer geschundenen Wahrnehmung auch in der so genannten Freizeit f&uuml;hrt.<\/p><p>Eine sehr unterhaltsame und informative M&ouml;glichkeit, mit allerhand politischen Ungereimtheiten dennoch vergn&uuml;glich und gleicherma&szlig;en emp&ouml;rt umzugehen, bieten die Kriminalromane von Wolfgang Schorlau. Selten habe ich die jeweils konkreten Atmosph&auml;ren mit den informativen Hintergr&uuml;nden so hellsichtig verbunden erlebt, wie bei diesem deutschen Schriftsteller, Jahrgang 1951.<\/p><p>Ob die fiesen Deals in der Wasserversorgung unserer Kommunen, die Vertuschungen aktueller Politiker von historisch niemals verj&auml;hrten  Naziverbrechen und neofaschistischer Attentate, wie das Komplott in M&uuml;nchen, der Privatdetektiv Georg Dengler, ein ehemaliger BKA-Kommissar, begibt sich immer wieder in Teufels K&uuml;che, st&ouml;rt die Kreise der hohen Herren, manchmal auch Damen, die ihre Gesch&auml;fte dann nicht mehr ganz so reibungslos durchziehen k&ouml;nnen. Mehr sei hier nicht verraten. Die beiden neusten Romane basieren wieder auf sehr genauen journalistischen Recherchen. Im Krimi &bdquo;Die letzte Flucht&ldquo; begibt sich Wolfgang Schorlaus Protagonist in die todbringenden Gefilde der Pharmaindustrie. Und die Leser k&ouml;nnen nachempfinden, wie gerne der Autor seinen Detektiv  mit dem Sp&uuml;r-Sinn f&uuml;r die versteckten kriminellen Energien auch in der Politik auf die Spur von nur anscheinend redlichen Kaufleuten bringt, wie pr&auml;zise man sich durch die werbewirksamen Strategien der Lobbyisten hindurch bewegen muss, und welch findige Beharrlichkeit notwendig ist, um diesem riesigen Gesch&auml;ft mit unserer Gesundheit beizukommen. <\/p><p>Im neusten, seinem siebten Roman &bdquo;Am Zw&ouml;lften Tag&ldquo; ger&auml;t der Sohn Jakob Dengler mit seiner Clique von Tiersch&uuml;tzern in die brutalen F&auml;nge der mafiosen Fleischindustrie aus Deutschen Landen. Genauestens wird den Lesern geschildert, wie entsetzlich grausam es in der Massentierhaltung zugeht, wie der Fetisch der &bdquo;St&uuml;ckzahlen&ldquo; realisiert wird, die kolossale Ausbeuterei der schutzlosen Arbeiter aus Osteuropa. <\/p><p>Ja, es kann zumindest demjenigen ziemlich &uuml;bel werden, der bis jetzt die eiskalten und ekelerregenden Fakten seines tagt&auml;glichen Fleischkonsums verdr&auml;ngt und besch&ouml;nigt.<br>\nDennoch: im Sinn unser aller Verantwortlichkeit f&uuml;r unser Tun und Lassen &ndash; die Romane des Wolfgang Schorlau kl&auml;ren uns nachhaltig auf, und schlie&szlig;lich lebt es sich ges&uuml;nder, an Leib und an Seele,  wenn wir weniger auf Kosten anderer Mit-Gesch&ouml;pfe &ndash; Menschen und Tiere &ndash;  unserem so genannten Wohlstand fr&ouml;nen.<\/p><p>Wolfgang Schorlau: &bdquo;Am zw&ouml;lften Tag&ldquo; Kiwi Taschenbuch: 9,99 &euro;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir wissen allerhand, wir sind emp&ouml;rt, doch der banale Alltag holt uns ein. Da passen all die theoretischen Schriften und ihre konzentrierte Lekt&uuml;re auf die Dauer nicht mehr so richtig in unser hektisches Zeitbudget, das gekennzeichnet ist von einer pausenlosen Reiz&uuml;berflutung, die eher zum m&uuml;den Abschalten einer geschundenen Wahrnehmung auch in der so genannten Freizeit<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20671\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[208],"tags":[],"class_list":["post-20671","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rezensionen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20671","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20671"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20671\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20672,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20671\/revisions\/20672"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}