{"id":20694,"date":"2014-02-14T09:22:50","date_gmt":"2014-02-14T08:22:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694"},"modified":"2014-02-14T09:22:50","modified_gmt":"2014-02-14T08:22:50","slug":"hinweise-des-tages-2066","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h01\">Edathy<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h02\">Maybritt Illner: Steuern, Schuld und S&uuml;hne &ndash; Wie machtlos ist der Staat?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h03\">Detlef Umbach zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts: Lahme Ente EZB!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h04\">Als &Ouml;sterreich Griechenland war: Krisenpolitik damals und heute<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h05\">Geldw&auml;schern das Handwerk legen: Das Europ&auml;ische Parlament muss anonymen Briefkastenfirmen ein Ende machen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h06\">Kosten der Arbeitslosigkeit in zehn Jahren halbiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h07\">Der rote Erhard<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h08\">Jobwunder TTIP? Das Beispiel NAFTA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h09\">Hat das Europ&auml;ische Sozialmodell eine Zukunft?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h10\">Die SPD und der Gentechnik-Mais: Danke, Genossen! Weg f&uuml;r Gentechnik-Mais frei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h11\">God save BP<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h12\">Tuzla Calling: Krsto Lazarevi&#263;: Soziale Proteste in Bosnien-Herzegowina<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h13\">Britain&rsquo;s 100 years of conflict<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h14\">Durchmarsch der nationalen Neoliberalen? Die AfD und die neue europ&auml;ische Rechte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h15\">Statistisches Bundesamt: Nicht mal jeder Zweite schafft sein Studium in der Regelzeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694#h16\">Hurra, eine Einladung in die ARD &ndash; und doch eine Absage<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20694&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Edathy<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Edathys geschw&auml;tzige Parteifreunde: Kein Verlass auf Unschuldsvermutung und Datenschutz bei Politikern<\/strong><br>\nWie DIE WELT und nunmehr die TAGESSCHAU unter Berufung auf Ermittlerkreise berichten, soll sich Edathy bei einem Anbieter in Kanada sogenannte &ldquo;Posing Pictures&rdquo; per Kreditkarte bestellt haben. Hierbei handelt es sich um Videos, bei denen Kinder oder Jugendliche leicht oder gar nicht bekleidet posieren, ohne dass sexuelle Handlungen oder sogenanntes &ldquo;wirklichkeitsnahes Geschehen&rdquo; dargestellt werden. Der Besitz derartiger Aufnahmen w&auml;re mithin straflos, da kein Fall nach &sect; 184b StGB vorliegt. Derartige Bilder h&auml;tten allenfalls einen Anfangsverdacht zur Einleitung von Ermittlungen nach ggf. doch strafbarem Material gerechtfertigt. Das Streuen von Informationen &uuml;ber das Ermittlungsverfahren und den Besitz der Bilder, welche die Privat- und ggf. Intimsph&auml;re betreffen, verletzte damit das allgemeine Pers&ouml;nlichkeitsrecht des Politikers.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/m.heise.de\/tp\/blogs\/6\/155849\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Gummiparagrafen, die er rief &hellip;<\/strong><br>\n[&hellip;] Die &ndash; nennen wir es mal &ndash; Pointe des Falles liegt eigentlich darin, dass Edathy bis 2009 Vorsitzender des Innenausschusses war und dann (als Nichtjurist) im Rechtsausschuss wirkte. 2008 war er dabei, als &sect; 184b StGB &uuml;berarbeitet wurde. Er hat also an dem Gummiparagraf mitgewirkt, der ihm jetzt verdachtsweise zur Last geworden ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kanzleikompa.de\/2014\/02\/13\/die-gummiparagrafen-die-er-rief\/\">Markus Kompa<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Der Fall Edathy ist h&ouml;chst verst&ouml;rend. Sollten die Vorw&uuml;rfe stimmen, hat sich Edathy (wom&ouml;glich vor langer Zeit) &uuml;ber das Internet &bdquo;Posingfotos&ldquo; von Knaben bestellt. Dar&uuml;ber mag man den Kopf sch&uuml;tteln, man mag es auch scharf kritisieren &ndash; dies ist jedoch nicht strafbar. Genau so wie andere private Dinge h&auml;tte so etwas nie an die &Ouml;ffentlichkeit kommen d&uuml;rfen. Nun ist Edathy eine politische Leiche, so viel ist klar. Wie Markus Kompa zynisch anmerkt, ist er jedoch auch ein Opfer der Gesetze geworden, an denen er selbst mitgearbeitet hat &ndash; eine in der Tat bittere Pointe. Das Verhalten von Friedrich, Oppermann und Co. ist menschlich verst&auml;ndlich und &ndash; ja &ndash; hoch anst&auml;ndig. Es ist jedoch &ndash; anders als der Besitz von &bdquo;Posingfotos&ldquo; &ndash; strafbar. Dadurch hat sich diese unappetitliche Geschichte zu einer echten Staatsaff&auml;re entwickelt. Und mittendrin sind die Geheimdienste und das BKA. Ein Schelm, wer B&ouml;ses dabei denkt. Wie diese Aff&auml;re ausgeht, ist vollkommen offen. Hoffen wir, dass die Politikelite nun erkennt, wie gef&auml;hrlich die von ihr geschaffenen Sicherheitsgesetze sind. Das alles erinnert mich ein wenig an Goethes Zauberlehrling &ndash; &bdquo;die Geister, die ich rief&hellip;&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em><strong>p.s.:<\/strong> Nicht auszudenken, wenn es statt Edathy einen Linken- oder einen Gr&uuml;nen-Politiker getroffen h&auml;tte.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>p.p.s.:<\/strong> Nat&uuml;rlich gilt auch hier die Unschuldsvermutung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Felix Leitner zur Frage, ob es sein kann, dass dem Edathy von den Geheimdiensten das Material untergeschoben wurde<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.fefe.de\/?ts=ac05b425\">Fefes Blog<\/a><\/li>\n<li><strong>Der entscheidende Begriff<\/strong><br>\nDie S&uuml;ddeutsche Zeitung liefert heute abend interessante, aber auch best&uuml;rzende Informationen zum Fall Sebastian Edathy. Danach soll sich der Anfangsverdacht gegen den zur&uuml;ckgetretenen SPD-Bundestagsabgeordneten lediglich darauf st&uuml;tzen, dass er legale Aufnahmen von Kindern im Internet bezogen hat.<br>\nDaraus schlossen die Ermittler laut SZ allerdings, Edathy k&ouml;nne wom&ouml;glich auch strafbare Kinderpornografie besitzen. In dem sechsseitigen Durchsuchungsbeschluss stehe ausdr&uuml;cklich, bei den Aufnahmen, die Anlass f&uuml;r die Ermittlungen waren, handele es sich nicht um Kinderpornografie im Sinne des Strafgesetzes.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lawblog.de\/index.php\/archives\/2014\/02\/12\/der-entscheidende-begriff\/\">Lawblog<\/a><\/li>\n<li><strong>Mit zweierlei Ma&szlig;: &Uuml;ber &ldquo;hoheitlich gewonnene&rdquo;, sowie andere Informationen und deren taktische Verwendung<\/strong><br>\nWenn ein kleiner Polizeibeamter Informationen abfragt aus dem polizeilichen Informationssystem und diese weitergibt &ndash; sei es gegen Entgelt oder im Tausch gegen sonstige Verg&uuml;nstigungen des Empf&auml;ngers &ndash; kann sich der Rechtsstaat unerbittlich zeigen. Im Urteil hei&szlig;t es dann rasch einmal, dass &ldquo;das Vertrauen der B&uuml;rger in ihre Polizei&rdquo; nachhaltig ersch&uuml;ttert sei. Mehr als ein Jahr Haftstrafe auf Bew&auml;hrung, damit zwangsl&auml;ufig einhergehend die Entfernung aus dem Dienst und gleichbedeutend damit die Vernichtung der bisherigen beruflichen Existenz, so wurde in solchen F&auml;llen in den letzten Jahren mehrfach Recht gesprochen.<br>\nF&uuml;r Amtstr&auml;ger, die gleichzeitig Politiker sind, gelten offensichtlich andere Ma&szlig;st&auml;be. Vom CSU-Politiker Friedrich wird seit Donnerstag, dem 13.2. in den Medien berichtet: Im Oktober 2013, damals war Friedrich, wie die gesamte Bundesregierung nur gesch&auml;ftsf&uuml;hrend im Amt, habe ihn der Staatssekret&auml;r Fritsche dar&uuml;ber informiert, dass ein Name &ndash; n&auml;mlich der des SPD-Innenpolitikers S.E. &ndash; &ldquo;bei internationalen Ermittlungen auf einer Namensliste aufgetaucht sei&rdquo;. Ein Vorfall, der umgehend pers&ouml;nliches Eingreifen des Bundesinnenministers erforderlich macht:.<br>\nFriedrich lie&szlig; sic, so wird berichtet, erst einmal versichern, dass dahinter keine &ldquo;strafrechtlichen Vorw&uuml;rfen waren&rdquo; und informierte anschlie&szlig;end &ldquo;aufgrund der politischen Dimension des Falles&rdquo; den Chef des inzwischen von seiner Fraktion auserkorenen Wunschpartners f&uuml;r die gemeinsame Regierungsbildung, n&auml;mlich Gabriel von der SPD.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.polygon.de\/2014\/02\/14\/pis_hoheitlicheinformationen\/5534\">Polygon<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Maybritt Illner: Steuern, Schuld und S&uuml;hne &ndash; Wie machtlos ist der Staat?<\/strong><br>\nMit der neuen SPD-Generalskret&auml;rin Fahini, Sahra Wagenknecht, Rainer Br&uuml;derle, Bundesrichter Fischer, einem Schweizer und dem Vorsitzenden der Steuergewerkschaft in NRW, Lehmann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/2087946\/SteuerbetrugWie-machtlos-ist-der-Staat%253F?setTime=2.31\">ZDF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Die Sendung war in mehrerer Hinsicht interessant; unter anderem wegen der deutlichen Argumente f&uuml;r das Ende der Strafbefreiung bei Selbstanzeigen, wegen der Informationen &uuml;ber das Nord-S&uuml;d-Gef&auml;lle bei der Steuerfahndung, wo insbesondere Bayern sich ein Standortvorteil dadurch versch&auml;rft, dass weniger gepr&uuml;ft wird. Leider ist der mehrmalige Hinweis von Sahra Wagenknecht auf die notwendige Verpflichtung der Banken, nach US- Vorbild an der Aufdeckung von Steuerhinterziehung mitzuwirken, nicht aufgegriffen worden. Insgesamt aber eine faire Sendung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Detlef Umbach zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts: Lahme Ente EZB!<\/strong><br>\nDas OMT-Programm (Outright-Monetary-Transactions) sah vor, dass die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) die Staatspapiere eines Euro-Krisen-Landes aufkaufen kann, falls sich das Land den Regeln des Rettungsfonds ESM unterwirft. Diesen Aufkauf wollte die EZB in der Menge einzig von der Krisensituation abh&auml;ngig machen, au&szlig;erdem wollte sie auf eine privilegierte Stellung als Schuldner bei etwaigen Schuldenschnitten verzichten.<br>\nBislang ist das OMT-Programm blo&szlig;e Ank&uuml;ndigung geblieben, kein Euro wurde ausgegeben, dennoch war bereits die Ank&uuml;ndigung des Programms hoch wirksam. Das Bundesverfassungsgericht hat mit seiner Entscheidung vom 7.2.2014 einen Mittelweg gew&auml;hlt. Zwar hat es seine Zweifel an der Vereinbarkeit des OMT-Programms mit dem EU-Recht zu Protokoll gegeben, die Entscheidung wurde aber erst einmal an den Europ&auml;ischen Gerichtshof delegiert. Zwei von acht Richtern haben sich dem Votum nicht angeschlossen und erkl&auml;rt, dass das Verfassungsgericht seine Kompetenzen &uuml;berschritten hat.<br>\nDie Folgen hat der Pr&auml;sident des DIW, Marcel Fratzscher, klar benannt: &raquo;Das Urteil bedeutet ein vorl&auml;ufiges Aus f&uuml;r das OMT-Programm. Denn die EZB w&uuml;rde sich in eine politisch schwierige Lage begeben, wenn sie eine Ma&szlig;nahme w&auml;hrend eines laufenden Verfahrens beim Europ&auml;ischen Gerichtshof umsetzen w&uuml;rde. Das Urteil schafft Unsicherheit &uuml;ber die generelle Handlungsf&auml;higkeit der EZB&hellip; Dies ist besorgniserregend, denn Finanzm&auml;rkte halten sich selten an die Zeitpl&auml;ne von Gerichten.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/lahme-ente-ezb\/\">sozialismus.de<\/a>\n<p>Dazu auch: <strong>Die Verfassungsrichter blamieren sich bis auf die Knochen<\/strong><br>\nMan kann die Bundesbank f&uuml;r vieles kritisieren &ndash; auch f&uuml;r ihre Haltung gegen&uuml;ber potenziell unbegrenzten Anleihek&auml;ufen der EZB. Aber das, was das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung zum OMT-Programm von sich gegeben hat, das ist so haneb&uuml;chen, dass wir die Bundesbank unbedingt vor diesen Richtern in Schutz nehmen m&uuml;ssen. Die Begr&uuml;ndung des Verfassungsgerichts kratzt so erheblich an der &ouml;konomischen Reputation der Bundesbank und vor allem des Jens Weidmann, dass es fast schon weh tut.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weitwinkelsubjektiv.com\/2014\/02\/12\/verfassungsrichter-blamieren-uns\/\">WeitwinkelSubjektiv<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Als &Ouml;sterreich Griechenland war: Krisenpolitik damals und heute<\/strong><br>\nWer den &ouml;sterreichischen Weg in Diktatur und B&uuml;rgerkrieg verstehen will, muss sich mit der damaligen Wirtschaftskrise besch&auml;ftigen. Bereits 1932 sagt Justizminister Kurt Schuschnigg im Ministerrat: &bdquo;Die Parlamente aller in wirtschaftlicher Not darniederliegenden Staaten haben sich als ungeeignet erwiesen, Staat und Volk aus der Krise herauszuf&uuml;hren. Die Regierung stehe daher vor der Entscheidung, [&hellip;] ob der n&auml;chste Kabinettswechsel nicht gleichbedeutend mit der Ausschaltung des Parlaments sein m&uuml;&szlig;te. Bei einem solchen Notstand sei ein Regieren mit dem Parlament nicht m&ouml;glich.&ldquo; Aus Angst, mit ihrer Krisenpolitik in der Volksvertretung zu scheitern und die Macht zu verlieren, schaltet die Regierung Parlament und Sozialdemokratie aus. Dieser Kurs wird zum &bdquo;Katalysator f&uuml;r den Weg in den Austrofaschismus&ldquo; (T&aacute;los\/Manoschek). Auch in der heutigen Eurokrise greifen die politischen Eliten angesichts wachsender Widerst&auml;nde zunehmend auf autorit&auml;re Ma&szlig;nahmen zur&uuml;ck. Am deutlichsten wird das in Griechenland. Welche Gemeinsamkeiten hat der Krisenstaat mit dem damaligen &Ouml;sterreich? Was k&ouml;nnen wir aus der Geschichte lernen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/krisenpolitik_damals_und_heute\/\">Arbeit&amp;Wirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Geldw&auml;schern das Handwerk legen: Das Europ&auml;ische Parlament muss anonymen Briefkastenfirmen ein Ende machen<\/strong><br>\nAnfang kommender Woche soll in zwei Aussch&uuml;ssen des Europ&auml;ischen Parlaments &uuml;ber die vierte Fassung der EU-Anti-Geldw&auml;scherichtlinie abgestimmt werden. In diesem Zusammenhang fordern die zivilgesellschaftlichen Organisationen Transparency International Deutschland, Attac und das Netzwerk Steuergerechtigkeit die verpflichtende Offenlegung der Nutznie&szlig;er (&ldquo;wirtschaftlich Berechtigte&rdquo;) von Firmen, Trusts und anderen Rechtspersonen in einem Register, das &ouml;ffentlich ist und abgefragt werden kann. Derartige &ouml;ffentliche Register waren in dem Gesetzesentwurf der EU-Kommission noch nicht enthalten, k&ouml;nnten jetzt aber durch das Parlament erg&auml;nzt werden. Die Ermittlungsbeh&ouml;rden, die &Ouml;ffentlichkeit und die Wirtschaft h&auml;tten dann einen besseren &Uuml;berblick und k&ouml;nnten Geldw&auml;sche fr&uuml;her unterbinden und schneller aufkl&auml;ren.<br>\nLaut einem neuen Bericht der OECD &uuml;ber den Zahlungsverkehr mit Entwicklungsl&auml;ndern stellen 27 von 34 OECD-L&auml;nder v&ouml;llig unvollst&auml;ndige Informationen &uuml;ber die Nutznie&szlig;er von Firmen und Trusts zur Verf&uuml;gung. Damit ist eine wirksame Bek&auml;mpfung von Geldw&auml;sche und deren Vortaten Steuerhinterziehung, Bestechung und Bestechlichkeit erheblich behindert. Markus Henn, Referent f&uuml;r Finanzm&auml;rkte bei WEED und Koordinator des Netzwerks Steuergerechtigkeit: &bdquo;Die Abgeordneten haben die Chance, einen gro&szlig;en Schritt zur effizienteren Bek&auml;mpfung von Geldw&auml;sche zu gehen. Mit der Einf&uuml;hrung von &ouml;ffentlichen Registern &uuml;ber die wahre Nutznie&szlig;erschaft w&uuml;rde es f&uuml;r Kriminelle und korrupte Eliten deutlich schwerer werden, ihr Geld zu verstecken.&rdquo;  Caspar von Hauenschild, Vorstandsmitglied von Transparency Deutschland: &bdquo;Einige Wirtschaftsvertreter klagen &uuml;ber mehr Aufwand durch eine konsequente Richtlinie. Dabei w&uuml;rde die Transparenz es zum Beispiel Banken erleichtern, die vorgeschriebene Kenntnis ihrer Gesch&auml;ftspartner nachzuweisen.&rdquo;  Jutta Sundermann von Attac erg&auml;nzt: &bdquo;Es muss sichergestellt sein, dass Verst&ouml;&szlig;e gegen die Geldw&auml;schegesetze ausreichend sanktioniert und die Sanktionen &ouml;ffentlich gemacht werden. Nur so k&ouml;nnen sowohl die Kriminellen als auch die beteiligten Banken und Unternehmen abgeschreckt werden. Auch die Erfassung von politisch und wirtschaftlich exponierten Personen muss verbessert werden. Wie die j&uuml;ngsten Ver&ouml;ffentlichungen &uuml;ber die fragw&uuml;rdigen Aktivit&auml;ten der Deutschen Bank im Zusammenhang mit krummen Gesch&auml;ften chinesischer Politiker und andere F&auml;lle zeigen, reichen die geltenden Vorgaben nicht aus.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weed-online.org\/themen\/7353987.html\">weed<\/a>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.transparencyinternational.eu\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/TI-EU-Policy-Paper-Beneficial-Ownership.pdf\">EU-Policy Paper &bdquo;Fighting Money Laundering in the EU: From Secret Ownership to Public Registries&rdquo; von Transparency International EU Office (TI EU)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www2.weed-online.org\/uploads\/infoblatt_geldwaesche.pdf\">WEED-Infoblatt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/corruption\/IFFweb.pdf\">OECD-Bericht &ldquo;Measuring OECD Responses to Illicit Financial Flows from Developing Countries&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.europarl.europa.eu\/oeil\/popups\/ficheprocedure.do?lang=en&amp;reference=2013\/0025%28COD%29\">Informationen des Europ&auml;ischen Parlaments zur Richtlinie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.eurodad.org\/Entries\/view\/1546142\/2014\/01\/31\/Briefing-paper-on-Emerging-Capital-Partners-case-and-review-of-European-law-on-money-laundering\">Briefing paper on Emerging Capital Partners case and review of European law on money laundering von Re:Common, The Corner House und Counter Balance<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Kosten der Arbeitslosigkeit in zehn Jahren halbiert<\/strong><br>\nF&uuml;r &ldquo;Arbeit und Soziales&rdquo; gibt Deutschland viele Milliarden aus, 2014 betr&auml;gt der Anteil im Bundeshaushalt mit etwa 120 Milliarden sogar mehr als 40 Prozent. Die Kosten der Arbeitslosigkeit sind in den vergangenen Jahren aber gesunken, zeigt eine Studie des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, das zur Bundesagentur f&uuml;r Arbeit geh&ouml;rt. In den vergangenen zehn Jahren haben sie sich demnach inflationsbereinigt halbiert.<br>\n2012 betrugen die Kosten der Arbeitslosigkeit demnach knapp 54 Milliarden Euro, etwa zwei Prozent der j&auml;hrlichen Wirtschaftsleistung. 2003 hingegen waren es mit 91,5 Milliarden Euro noch mehr als vier Prozent.<br>\nDie Forscher f&uuml;hren den R&uuml;ckgang auf die Hartz-Reformen und den Aufschwung zur&uuml;ck: &ldquo;Zu dem positiven Ergebnis haben insbesondere die Arbeitsmarktreformen und die streckenweise bessere Wirtschaftsentwicklung beigetragen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/sozialstaat-kosten-der-arbeitslosigkeit-in-zehn-jahren-halbiert-1.1886610\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Wenn man den Erwerbslosen das Geld k&uuml;rzt, sinken die Kosten. Das ist klar. Klar ist auch, dass die durch die solide Weltwirtschaft bis zur Finanzkrise gesunkenen Arbeitslosenzahlen ebenfalls Kosten gespart haben. Die Aussagen der &bdquo;Forscher&ldquo; sind also Binsen, deren volkswirtschaftliche Aussagekraft gegen Null geht. Interessanter w&auml;re eine Modellrechnung, wie die Arbeitslosigkeit sich ohne Hartz-Reformen und bei normalen Reallohnsteigerungen entwickelt h&auml;tte. Doch eine solche Rechnung ist nat&uuml;rlich nicht seri&ouml;s machbar, da in den Rechenmodellen &ndash; egal von welcher Seite &ndash; vor allem Ideologie stecken w&uuml;rde. Die Aussage: &bdquo;Ohne Hartz und mit ordentlichen Lohnsteigerungen w&auml;ren die Kosten f&uuml;r Arbeitslosigkeit nocht st&auml;rker gesunken&ldquo; ist daher weder verifizierbar noch falsifizierbar &hellip; dem gesunden Menschen- und &Ouml;konomenverstand ist jedoch n&auml;her als die neoliberale Agenda.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Der rote Erhard<\/strong><br>\nWirtschaftsminister Sigmar Gabriel legt den Jahreswirtschaftsbericht vor und preist ihn als Ger&uuml;st sozialdemokratischer Politik. Auff&auml;llig an der 84-seitigen Brosch&uuml;re ist vor allem der Anspruch.<br>\nEs tritt auf: der Schattenkanzler, der rote Erhard, Sigmar Erhard, ach was: der Enkel von Karl Schiller! &Uuml;ber einen Mangel an positiven Zuschreibungen kann sich Sigmar Gabriel derzeit nicht beklagen. Doch an diesem Morgen, an einem der protokollarisch wichtigsten Tage im Jahresablauf eines Wirtschaftsministers, muss der SPD-Chef einem anderen den Vortritt lassen: Der bei der &Auml;mtervergabe der gro&szlig;en Koalition ausgemusterte Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer, der nun den Wirtschaftsausschuss des Bundestages leiten darf, dr&auml;ngt sich an die Mikrofone. So kann der CSU-Mann, noch ehe der Minister seinen Jahreswirtschaftsbericht vorstellt, schon einmal einen Kommentar dazu absondern und sich f&uuml;r ein paar Minuten wichtig f&uuml;hlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/sigmar-gabriel-der-rote-erhard,1472596,26179690.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p>dazu: <strong>Gabriel f&uuml;r h&ouml;here L&ouml;hne &ndash; aber nur verbal<\/strong><br>\nIm j&uuml;ngsten Jahreswirtschaftsbericht vermittelt Wirtschaftsminister Gabriel den Eindruck, dass er bei Tariflohnerh&ouml;hungen auf M&auml;&szlig;igung setze. Es m&uuml;ssten &bdquo;Produktivit&auml;t und Lohnh&ouml;he korrespondieren.&ldquo; Von einem Ausgleich der Preissteigerungen, geschweige denn von einer Umverteilungskomponente keine Rede.<br>\nIm Wirtschaftsausschuss des Bundestages befragt, korrigierte er sich unter Verweis auf sein Wissen aus fr&uuml;heren Lehrg&auml;ngen bei der IG Metall. Die L&ouml;hne sollten nicht nur entlang von Produktivit&auml;ts- und Preisentwicklung steigen, Gabriel bekundete auch Verst&auml;ndnis, dass die Gewerkschaften zus&auml;tzlich eine Umverteilungskomponente fordern. Ja noch mehr, er halte &bdquo;das auch f&uuml;r absolut berechtigt&ldquo;.<br>\nIm von Gabriel zu vertretenden Jahreswirtschaftsbericht sollen die Brutto- und auch die Tarifl&ouml;hne jedoch gerade einmal um 2,7 Prozent ansteigen. In Anbetracht von einem erwarteten Plus bei den Profiten um rund f&uuml;nf Prozent nimmt sich das bescheiden aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.michael-schlecht-mdb.de\/gabriel-fur-hohere-lohne-aber-nur-verbal.html\">Michael Schlecht<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Jobwunder TTIP? Das Beispiel NAFTA<\/strong><br>\nDurch das Freihandelsabkommen Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) zwischen der EU und den USA soll das Wachstum gef&ouml;rdert werden. Damit sollen auch Hunderttausende Arbeitspl&auml;tze auf beiden Seiten des Atlantiks entstehen. Die Erfahrung zeigt aber: Freihandelsabkommen nach kapitalistischem Muster vernichten bisherige Arbeitspl&auml;tze und schaffen eine geringere Zahl neuer, prek&auml;rer Jobs.<br>\nSeit 1994 gilt zwischen den USA, Mexiko und Kanada das North Atlantic Free Trade Agreement (NAFTA). Im Unterschied zum 1947 beschlossenen Freihandels-Rahmenabkommen GATT ist es Neoliberalismus pur: Es geht weniger um Zollfragen als um die Freiheit der Investoren. So enth&auml;lt NAFTA erstmalig auch die private Schiedsgerichtsbarkeit. Die US-Regierungen von William Clinton bis Barack Obama legten und legen seitdem f&uuml;r weitere Freihandelsabkommen (GATS, TRIPS u.a.) das NAFTA-Muster zugrunde, so auch jetzt f&uuml;r TTIP mit der EU und f&uuml;r die Trans-Pacific Partnership (TPP) mit elf pazifischen Staaten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/arbeitsunrecht.de\/ttip-jobwunder_beispiel-nafta\/\">arbeitsunrecht.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> R&uuml;gemer suggeriert hier wieder einmal (diesmal wieder besseren Wissens), die in den nicht-ratifizierten ILO-Normen enthaltenen Arbeitsrechte w&uuml;rde es in den USA nicht geben. Bis auf das Recht auf bezahlten Urlaub und ein festgelegtes Verfahren f&uuml;r die Festsetzung des Mindestlohns (das d&uuml;rfte auch auf manche europ&auml;ische Staaten auch zutreffen, geschweige denn Deutschland, das nicht einmal einen Mindestlohn hat!) sind diese Rechte in den USA gesetzlich verankert. Daher ist sein Argument, die Anerkennung des jeweiligen Rechtszustand in den anderen Staaten w&uuml;rde diese Rechte quasi au&szlig;er Kraft setzen, nicht schl&uuml;ssig.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Hat das Europ&auml;ische Sozialmodell eine Zukunft?<\/strong><br>\nDie Krise Europas ist vor allem eine Krise des Euros. Die gemeinsame W&auml;hrung hatte zwar eine Europ&auml;isierung im Sinne der nominalen Konvergenz vorangetrieben, insbesondere in Form einheitlicher Zinss&auml;tze. Dadurch wurden aber die realen Divergenzen versch&auml;rft, erkennbar vor allem an der zunehmenden Spanne der Arbeitslosenquoten in der EU-27 von 3,9 (Niederlande) bis 19,6 Prozent (Lettland) im August 2009 auf 4,8 (&Ouml;sterreich) bis 27,3 Prozent (Spanien) im Oktober 2013; die Jugendarbeitslosenquoten entwickelten sich bekanntlich noch dramatischer auseinander. Warum das so ist, soll an einem Modell kurz erl&auml;utert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++a0809bc2-9254-11e3-aaf5-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die SPD und der Gentechnik-Mais: Danke, Genossen! Weg f&uuml;r Gentechnik-Mais frei<\/strong><br>\nIm Regierungsprogramm 2013-2017 der SPD liest man auf Seite 95: &bdquo;Wir lehnen &ndash; wie 80 Prozent der deutschen Bev&ouml;lkerung &ndash; den Anbau von gentechnisch ver&auml;nderten Pflanzen ab, denn die Gr&uuml;ne Gentechnik darf den Menschen nicht aufgezwungen werden.&ldquo; Entweder eine glatte L&uuml;ge oder die SPD-Abgeordneten des Deutschen Bundestages haben gegen ihre verfassungsrechtliche Pflicht (Art. 38 GG), sich als Vertreter des Volkes nicht an Auftr&auml;ge und Weisungen zu binden und nur im Sinne des eigenen Gewissens abzustimmen, versto&szlig;en.<br>\nWarum? In der Abstimmung &uuml;ber einen Antrag der Gr&uuml;nen, die Bundesregierung solle im EU-Ministerrat gegen die Anbauzulassung des gentechnisch ver&auml;nderten Maises 1507 stimmen, haben sich letzten Donnerstag 160 SPD-Abgeordnete f&uuml;r die Ablehnung des Antrags ausgesprochen, 15 Abgeordnete der SPD enthielten sich, 18 stimmten gar nicht erst ab (darunter auch Wirtschaftsminister Gabriel, der sich noch vor einigen Tagen gegen eine Anbauzulassung ausgesprochen hatte) und nicht einer stimmte f&uuml;r den Antrag der Gr&uuml;nen. Im Gegensatz zu 5 Stimmen aus der CDU\/CSU-Fraktion, die sich f&uuml;r den Antrag der Gr&uuml;nen aussprachen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.keine-gentechnik.de\/meinung.html#c33416\">Informationsdienst Gentechnik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>God save BP<\/strong><br>\nDer britischen Regierung ist ein gro&szlig;er Coup gelungen. Sie hat John Manzoni unter Vertrag genommen, zuvor 30 Jahre lang Manager im &Ouml;l- und Gasgesch&auml;ft. Unter seiner &Auml;gide als Leiter des Raffineriegesch&auml;fts bei BP explodierte 2005 die drittgr&ouml;&szlig;te Raffinerie der USA in Texas; dabei starben 15 Arbeiter. Zuletzt war Manzoni Chef der kanadischen Talisman Energy, die in den USA Erdgas mittels der umstrittenen Fracking-Methode gewinnt. Allein die Umweltbeh&ouml;rde im US-Bundesstaat Pennsylvania hat Dutzende Verst&ouml;&szlig;e der Firma gegen Umweltauflagen festgestellt &ndash; unter anderem, weil giftige Fl&uuml;ssigkeiten das Grundwasser verschmutzen. 2012 flog Manzoni bei Talisman raus, laut Analysten wegen nachhaltigen Misserfolgs. Manzoni wird Chef der 2013 ins Leben gerufenen &ldquo;Major Projects Authority&rdquo;, einer Beh&ouml;rde, die Gro&szlig;projekte der Regierung besser managen soll. Unter anderem soll Manzoni das Atomprogramm der Insel retten, au&szlig;erdem zeigt er sich f&uuml;r den Ausbau der Bahn im Bereich der Hochgeschwindigkeitsz&uuml;ge verantwortlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2014%2F02%2F05%2Fa0066&amp;cHash=f27117fa3ae235055085434d6ff20a6b\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Frau Thatcher hat auf ganzer Linie gesiegt. Selbst beim Staat setzen die Briten auf die Privatwirtschaft. Edmund John Philip Browne, Exchef von BP, wurde z.B. von der Regierung beauftragt, ehemalige Manager als Beh&ouml;rdenchefs zu rekrutieren. Gleichzeitig ist Browne Chef einer Firma, die in Gro&szlig;britannien Schiefergas in gro&szlig;em Ma&szlig;stab fracken will.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Tuzla Calling: Krsto Lazarevi&#263;: Soziale Proteste in Bosnien-Herzegowina<\/strong><br>\nDie gr&ouml;&szlig;ten Proteste in der Geschichte des jungen Balkanstaats Bosnien-Herzegowina begannen vorige Woche im nordbosnischen Tuzla. Nachdem etwa 1&thinsp;000 Arbeiter innerhalb k&uuml;rzester Zeit ihre Stelle verloren hatten, zogen sie am 4.&thinsp;Februar vor das Regierungsgeb&auml;ude des Kantons und forderten Sozialleistungen und ein Eingreifen der Regierung. Die Arbeiter waren zuvor monatelang nicht bezahlt worden, einige angeblich vier Jahre lang. Unternehmen wurden meist f&uuml;r eine geringe symbolische Summe privatisiert, ausgeschlachtet und gingen dann innerhalb k&uuml;rzester Zeit bankrott. Die Privatisierungen zu beenden und r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen, ist eine der Hauptforderungen der Demonstrierenden. Armut und Korruption sind die Ursachen des Protests. Innerhalb k&uuml;rzester Zeit gab es Demonstrationen im gesamten Land. Am Tag darauf wurde in Sarajevo der Sitz des Pr&auml;sidiums von Bosnien-Herzegowina in Brand gesteckt. In Mostar wurden die Zentralen der nationalistischen Parteien, der kroatischen HDZ und der bosniakischen SDA, in Brand gesteckt. Die beiden Parteien leben seit nunmehr 20 Jahren davon, Ressentiments gegen die jeweils anderen sogenannten ethnischen Gruppen zu sch&uuml;ren. Das politische System ist so aufgebaut, dass jeder Posten im Staat nach einem Proporz vergeben wird, was Korruption und nationalistische Parteien beg&uuml;nstigt. Die gr&ouml;&szlig;ten Proteste fanden in den St&auml;dten mit bosniakischer Bev&ouml;lkerungsmehrheit statt, aber auch in den St&auml;dten mit serbischer Bev&ouml;lkerungsmehrheit kam es zu Demonstrationen gegen die Regierung. Proteste gab es bald im ganzen Land.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2014\/07\/49331.html\">Jungle World<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Einen Tag lang berichteten die Medien. Dabei halten die Proteste gegen Korruption und Armut bis heute an. In unseren Medien begegnet einem kaum Analyse, vor allem Nichts &uuml;ber das Versagen Europas, das diesen k&uuml;nstlichen und teuren Staat letztlich verantwortet. Das Versagen begann eigentlich schon mit der allzu fr&uuml;hen Anerkennung (Genscher) der sich aus dem jugoslawischen Staatenbund l&ouml;senden Republiken ohne R&uuml;cksicht auf die urspr&uuml;ngliche Arbeitsteilung Jugoslawiens und die &Uuml;berlebensf&auml;higkeit dieser Gebilde, die von gierigen, machtgeilen Eliten vereinnahmt worden waren. &ndash; Die Arbeitslosenquote in Bosnien betr&auml;gt heute 44 Prozent. Ein F&uuml;nftel der 3,8 Millionen Bosnier ist arm. Und Hunger ist kein Fremdwort. Neben der Misswirtschaft und Armut bricht zudem durch den Beitritt Kroatiens in die Europ&auml;ischen Union ein wichtiger Absatzmarkt f&uuml;r bosnische Produkte weg.<br>\nDie bosnische Staatsstruktur ist aufgrund des Vertrags von Dayton aus dem Jahr 1995  in zwei Gebilde geteilt, die F&ouml;deration und die Republika Srspka. Die bosniakisch-kroatische F&ouml;deration wiederum ist unterteilt in zehn Kantone, die &uuml;ber jeweils eigene Regierungen verf&uuml;gen (130 Minister). Die Kantone haben auch Steuerhoheit und eine eigene Polizei. Wie soll etwas funktionieren, das von vornherein so stark auf Spaltung angelegt ist. Positiv zu werten ist, dass jetzt endlich Serben, Kroaten und Bosniaken statt sich in ethnonationalistischen Parolen zu ergehen, gemeinsam gegen die herrschende Kleptokratie antreten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Britain&rsquo;s 100 years of conflict<\/strong><br>\nBritish forces are set to withdraw from Afghanistan by the end of 2014. If 2015 is a year of peace for the UK, it will be the first for at least 100 years. Here the Guardian charts every conflict in which British forces have engaged since 1914.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/uk-news\/ng-interactive\/2014\/feb\/11\/britain-100-years-of-conflict\">The Guardian<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers D.F.:<\/strong> Ein lehrreiches St&uuml;ck f&uuml;r diejenigen, die behaupten, Deutschland m&uuml;sse sich milit&auml;risch &uuml;berall beteiligen. Da wird recht anschaulich dargelegt, wie UK seit &uuml;ber 100 Jahren Krieg f&uuml;hrt. Das ist ganz w&ouml;rtlich gemeint: Seit 100 Jahren sind britische Truppen irgendwo auf der Welt in K&auml;mpfen verwickelt &ndash; schier unglaublich! Noch wichtiger: Die Zahlen der Toten machen klar, wer JEDES MAL den h&ouml;chsten Preis zahlt &ndash; die Nicht-Beteiligten, die Zivilbev&ouml;lkerung. Bravo, Guardian! Mal wieder.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Durchmarsch der nationalen Neoliberalen? Die AfD und die neue europ&auml;ische Rechte<\/strong><br>\nWohin treibt die AfD? Diese Frage besch&auml;ftigt derzeit nicht nur die politische Klasse in Deutschland. Lange Zeit mutma&szlig;ten viele, die neue Partei werde sich nach euphorischem Beginn in kurzer Zeit zerlegen oder am Aufbau einer tragf&auml;higen Organisation scheitern, &auml;hnlich wie die Piraten. Doch bei der Bundestagswahl im September 2013 verpasste die AfD nur &auml;u&szlig;erst knapp die F&uuml;nfprozenth&uuml;rde &ndash; nicht zuletzt deshalb, weil ihr damals in der Bev&ouml;lkerung weithin bekannte und respektierte Politikpers&ouml;nlichkeiten fehlten. Dagegen kann nach dem j&uuml;ngsten Parteitag fest damit gerechnet werden, dass der Einzug ins Europaparlament im Mai 2014 gelingen wird. Zwar sank das Ansehen der AfD nach der Bundestagswahl kurzzeitig ab, aufgrund von Richtungsk&auml;mpfen und Querelen um zum Teil extrem rechtslastige F&uuml;hrungskr&auml;fte. Aber das &ouml;ffentliche Bekenntnis Hans-Olaf Henkels zur AfD kommt vermutlich rechtzeitig, um erneute interne Auseinandersetzungen einzud&auml;mmen und eine zugkr&auml;ftige euro(pa)kritische Kampagne f&uuml;r die Europawahlen zu entwickeln. Der ehemalige BDI-Chef und Wirtschaftsmann ist medial sehr pr&auml;sent und wird als einer der Spitzenkandidaten neben Parteigr&uuml;nder Bernd Lucke eine prominente Rolle im Wahlkampf spielen. Weil die H&uuml;rde bei der Europawahl zudem nur bei drei Prozent liegt, m&uuml;ssen sich die Alternativen in diesem Wahljahr &ndash; trotz verst&auml;rkten Gegenwinds von anderen Parteien, an der Spitze die CSU &ndash; &uuml;ber ihren ersten Wahlerfolg kaum Sorgen machen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/februar\/durchmarsch-der-nationalen-neoliberalen\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Statistisches Bundesamt: Nicht mal jeder Zweite schafft sein Studium in der Regelzeit<\/strong><br>\nMit 17 Abi, mit 20 den Bachelor in der Tasche, dann noch zwei Jahre Master &ndash; und mit 22 auf dem Arbeitsmarkt. So die sch&ouml;ne Theorie, die ma&szlig;geblich hinter der Bologna-Reform steckt. Doch in vielen F&auml;llen verl&auml;uft die akademische Ausbildung nicht so, wie auf dem Papier idealtypisch skizziert, das zeigt eine j&uuml;ngst ver&ouml;ffentlichte Erhebung des Statistischen Bundesamtes. Demnach machten 2012 nur 39,3 Prozent der Studierenden ihren Abschluss in der Regelstudienzeit. Insgesamt erreichten im vorvergangenen Jahr 365.800 Studierende einen Titel wie Bachelor, Master, Diplom oder Magister. Sehr viel l&auml;nger als die Regelstudienzeit brauchten die meisten Studierenden dabei allerdings nicht: Wenn ein Puffer von zwei sogenannten Folgesemestern addiert wird, liegt der Anteil der erfolgreich abgelegten Abschlusspr&uuml;fungen immerhin bei 77 Prozent.<br>\nAuch wenn die Zahlen einen anderen Eindruck erwecken: Das Klischee vom Bummelstudenten trifft wohl in den seltensten F&auml;llen zu. Zwar macht das Statistische Bundesamt keine Angaben zu den Gr&uuml;nden f&uuml;r die ausgedehnten Studienzeiten. Doch neben Verl&auml;ngerungen wegen nichtbestandener Pr&uuml;fungen d&uuml;rfte auch die Bologna-Reform mitverantwortlich sein. Sie beschr&auml;nkt die Uni-Zeit auf drei beziehungsweise f&uuml;nf Jahre &ndash; das ist vielen jungen Leuten zu wenig. Die Stimmung an den Hochschulen geht eher wieder dahin, sich bewusst Zeit f&uuml;rs Studium zu nehmen. Mancher Studierende geht f&uuml;r ein Semester ins Ausland, ein anderer schnuppert noch mal in ein anderes Fach rein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bildung\/statistisches-bundesamt-nicht-mal-jeder-zweite-schafft-sein-studium-in-der-regelzeit-1.1879005\">SZ<\/a>\n<p><strong>Knapp 40 % der Hochschulabschl&uuml;sse 2012 in der Regelstudienzeit<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2014\/02\/PD14_037_213.html\">destatis.de<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nicht vergessen werden sollte, dass viele Studenten jobben oder und daher ein geringeres Pensum bew&auml;ltigen k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Hurra, eine Einladung in die ARD &ndash; und doch eine Absage<\/strong><br>\n[&hellip;] Der SWR hat in seiner Berichterstattung wie fast alle Medien erst vor-, nach dem Urteil nachverurteilend die Zeit w&auml;hrend und nach Mannheim begleitet. Sie (der Sender) haben von Anfang an klar f&uuml;r die L&uuml;gnerin und Falschbeschuldigerin Dinkel Partei ergriffen. Vor diesem Hintergrund ist es zynisch, wenn dieser Sender mich zu einer Sendung einl&auml;dt, die sich fragt, &ldquo;wo Grenzen &uuml;berschritten und Menschen verletzt&rdquo; werden. Sie bezeichnen Klatsch als Gesellschaftsspiel. Es ist kein Spiel. [&hellip;]<br>\nNach 18 Jahren des Arbeitens f&uuml;r die ARD hat es der Sender nicht einmal hinbekommen, sich in irgendeiner Form f&uuml;r den Menschen zu interessieren, der Opfer einer Falschbeschuldigung wurde. [&hellip;]<br>\nVielleicht war das auch f&uuml;r Ihre Chefs ein bisschen lange und unverst&auml;ndlich. Um sicherzugehen, dass ich verstanden werde, m&ouml;chte ich noch kurz zusammenfassen. Ich nehme Sie, Frau Dierks, ausdr&uuml;cklich aus, die Sie mir eine freundliche Email geschrieben haben. F&uuml;r Ihre Chefs m&ouml;chte ich leicht abgewandelt eine amerikanische Diplomatin zitieren: Fuck the ARD.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wetterkachelmann.wordpress.com\/2014\/02\/13\/hurra-eine-einladung-in-die-ard-und-doch-eine-absage\/\">J&ouml;rg Kachelmann<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-20694","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20694","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20694"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20694\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20700,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/20694\/revisions\/20700"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20694"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=20694"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=20694"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}