{"id":20866,"date":"2014-02-25T09:24:12","date_gmt":"2014-02-25T08:24:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20866"},"modified":"2024-09-25T04:42:44","modified_gmt":"2024-09-25T02:42:44","slug":"sarrazins-correctness","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20866","title":{"rendered":"\u201eSarrazins Correctness\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Am Montag dieser Woche erschien Thilo Sarrazins neues Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2014-02\/thilo-sarrazin-tugendterror-meinungsfreiheit\">Der neue Tugendterror<\/a>&ldquo; mit einer unglaublichen Erstauflage von 100.000 Exemplaren. F&uuml;r die Nachdenkseiten sprach <strong>Jens Wernicke<\/strong> mit dem <a href=\"http:\/\/andreaskemper.wordpress.com\/2014\/02\/24\/marrazin-tugendterror-und-antisemitismus\/\">Soziologen <strong>Andreas Kemper<\/strong><\/a>, der sich seit Langem kritisch mit Sarrazin und dessen Thesen auseinandersetzt. Seine <a href=\"https:\/\/www.unrast-verlag.de\/vorankuendigungen\/sarrazins-correctness-detail\">Replik<\/a> auf Sarrazins neues Buch wird ebenfalls in einigen Tagen im Buchhandel erh&auml;ltlich sein.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Jens Wernicke:<\/strong> Thilo Sarrazins neues Buch tr&auml;gt den Titel &bdquo;Der neue Tugendterror. &Uuml;ber die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland&ldquo;. Zeitnah erscheint auch Ihre Replik, in der Sie sich mit Sarrazins Vorwurf der &bdquo;Political Correctness&ldquo; besch&auml;ftigen. Worum dreht es sich dabei? <\/p><p><strong>Andreas Kemper:<\/strong> &bdquo;Political Correctness&ldquo; war urspr&uuml;nglich eine ironisierende Kritik der antiautorit&auml;ren Linken in den Vereinigten Staaten an dogmatischen Kommunisten, die sich zu sehr an der Parteilinie orientierten. In den so genannten &bdquo;Culture Wars&ldquo;  Anfang der 1990er Jahre zwischen erzkonservativen Standpunkten und liberal-emanzipatorischen Positionen &ndash;  es ging um Fragen wie Abtreibung, Legalisierung von Drogen, Waffenbesitz, Privatisierungen, Verbot von diskriminierender Sprache (&bdquo;Hate Speech&ldquo;) an Hochschulen,  Affirmative Action etc.  &ndash;  wurde &bdquo;Political Correctness&ldquo; (PC) schlie&szlig;lich umgedeutet und von den Konservativen ausgerechnet gegen die emanzipatorische Linke gewendet. <\/p><p>Quasi &uuml;ber Nacht wurde PC in der Bedeutung, dass sich konservative Amerikaner angeblich nicht mehr l&auml;nger zu ihren wahren Werten bekennen d&uuml;rften, eine Mega-Schlagwort. Wie absurd das Ganze war, zeigte sich exemplarisch an George Bush senior, der in einer Rede vor der Einschr&auml;nkung der Redefreiheit durch &bdquo;Political Correctness&ldquo; warnte, die von den Medien massiv verbreitet werde. Sein Vorwurf war vor &uuml;ber zwanzig Jahren schon genauso absurd wie der heutige von Sarrazin es ist. Dennoch bringt Sarrazin nun ein Buch in 100.000er-Auflage heraus, in dem er argumentiert, in Deutschland werde das Rederecht beschr&auml;nkt.  <\/p><p>Der Anti-PC-Diskurs selbst wurde allerdings  bereits 1993 nach Deutschland importiert. Zuerst von Matthias Matussek, der vor kurzem <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article124792188\/Ich-bin-wohl-homophob-Und-das-ist-auch-gut-so.html\">in einer gro&szlig;en Tageszeitung mitteilte<\/a>, er sei homophob und das sei auch gut so.<\/p><p><strong>Jens Wernicke:<\/strong> Wie argumentiert Sarrazin? Es klingt ja nach: &bdquo;Der Zwang zu Pluralismus und Liberalismus bedrohe die&hellip;&ldquo; &ndash; ja, was eigentlich?<\/p><p><strong>Andreas Kemper:<\/strong> Sarrazin geht davon aus, dass seit den 1968ern die so genannte &bdquo;Politische Klasse&ldquo; mit der &bdquo;Medienklasse&ldquo; eine wechselseitige Verbindung eingegangen ist, die zu einer Meinungsenge und damit zu Denkverboten gef&uuml;hrt habe. <\/p><p><strong>Jens Wernicke:<\/strong> Also, dieses Denkmodell der Mainstream-Meinungsenge scheint dem meinem ehrlich gesagt gar nicht un&auml;hnlich zu sein&hellip;<\/p><p><strong>Andreas Kemper:<\/strong> Das mag sein. Nur, dass Sie &ndash; davon gehe ich jedenfalls aus &ndash; nicht meinen, dass dies in Deutschland inzwischen zu seinem &bdquo;Tugendterror&ldquo; gef&uuml;hrt habe, der sich aus der &bdquo;mentalen Verw&uuml;stung&ldquo; durch den Nationalsozialismus speise. Der Angriff, den Sarrazin hier vermeintlich im Namen der Freiheit f&uuml;hrt, ist tats&auml;chlich vielmehr ein Angriff auf bzw. gegen eben diese Freiheit&hellip; Er konstatiert sozusagen eine &bdquo;linke&ldquo; Verschw&ouml;rung unserer Eliten &ndash; in den heutigen Zeiten, wohl gemerkt! <\/p><p><strong>Jens Wernicke:<\/strong> Inwiefern handelt es sich bei Sarrazins Argumentation um einen Angriff &bdquo;auf die Freiheit&ldquo;? <\/p><p><strong>Andreas Kemper:<\/strong> Nun, gegen den Vorwurf der politischen Korrektheit ist zun&auml;chst einzuwenden, dass es Sarrazin selbstverst&auml;ndlich <em>nicht<\/em> darum geht, Korrektheit anzugreifen. Er selbst ist die Verk&ouml;rperung von Korrektheit &ndash; solange es eben nicht etwa darum geht, mit marginalisierten Gruppen korrekt umzugehen. <\/p><p>Vielmehr geht es ihm mit seinem Vorwurf um das <em>Politische<\/em>,  der so genannten &bdquo;Politischen Korrektheit&ldquo;. Sarrazin streitet n&auml;mlich f&uuml;r eine <em>andere<\/em> Korrektheit. Bereits in seinem Vorg&auml;ngerbuch &bdquo;Deutschland schafft sich ab&ldquo; hat er dementsprechend zwei &bdquo;Korrekturen&ldquo; gefordert: Erstens die permanente Disziplinierung von Arbeitslosen, damit diesen die Sekund&auml;rtugenden, also Gehorsam, Flei&szlig; und P&uuml;nktlichkeit eingebl&auml;ut w&uuml;rden; und zweitens so genannte Bev&ouml;lkerungskorrekturen, da &ndash; seiner Meinung nach &ndash; in Deutschland endlich wieder &bdquo;die Richtigen&ldquo; die Kinder kriegen m&uuml;ssten, n&auml;mlich jene, deren Gene auch t&uuml;chtiges &bdquo;Menschenmaterial&ldquo; verspr&auml;chen. Das ist f&uuml;r ihn sozusagen das <em>wirklich<\/em> Korrekte, um dessen Durchsetzung willen er nun den politischen Wertekonsens unserer Gesellschaft als spie&szlig;b&uuml;rgerliche Meinungszensur zu verleumden versucht.<\/p><p>Sarrazin geh&ouml;rt dabei selbst zu jenen Menschen, die gerne Normen aufstellen, die dann f&uuml;r alle verbindlich sein sollen. <em>Seine<\/em> Normen gehen dabei jedoch von einer grunds&auml;tzlichen Ungleichheit der Menschen aus, die sich entlang von hierarchischen Differenzen abbilden: Wei&szlig;e-Schwarze\/ M&auml;nner-Frauen\/ Mittelschicht-Unterschicht&hellip; <\/p><p>Vor einhundert Jahren gab es in Deutschland noch die so genannten &bdquo;Korrektionsanstalten&ldquo;, in denen die so genannten &bdquo;Korrigenden&ldquo; und &bdquo;Korrigendinnen&ldquo;, also Landstreicher, Prostituierte, alleinerziehende M&uuml;tter, unangepasste Jugendliche, Sinti und Roma etc., &bdquo;angepasst&ldquo;, also korrigiert werden sollten. Als diese Korrektionsanstalten an ihre Grenzen stie&szlig;en, weil sich die Menschen nicht beliebig korrigieren lie&szlig;en, also aufgrund der, wie es dann hie&szlig;, so genannten &bdquo;Bildungsunf&auml;higkeit&ldquo; der &bdquo;Korringenden&ldquo;, wurde konsequenterweise die Rassenhygiene, die deutsche Version der Eugenik entwickelt. In eben dieser Tradition argumentiert nun Sarrazin. Seine Thesen haben diese Entwicklung jedoch in einer Art Schnelldurchgang durchlaufen: Von der Forderung nach Disziplinierung der Arbeitslosen hin zur Eugenik-Argumentation. <\/p><p>Der Begriff der &bdquo;Bildungsunf&auml;higkeit&ldquo; verbindet diese beiden Diskurse und in der Praxis soll die b&uuml;rgerliche Heterofamilie zum Dreh- und Angelpunkt f&uuml;r sowohl Disziplinierung als auch f&uuml;r Bev&ouml;lkerungspolitik gemacht werden. Hierzu hat Michel Foucault einiges geschrieben. Und auch Peter Br&uuml;ckner, der im Gegensatz zu Sarrazin jedoch tats&auml;chlich einen Maulkorb erhielt. Zusammengefasst handelt es sich hier um den Versuch, mittels geschickter Subversion einen deutlich rechten Diskurs in der Mitte unserer Gesellschaft noch weiter salonf&auml;hig zu machen. <\/p><p><strong>Jens Wernicke:<\/strong> Da gibt es doch auch eine Website &bdquo;politically incorrect&ldquo;, pi-news&hellip; Haben die etwas mit der Sache zu tun? <\/p><p><strong>Andreas Kemper:<\/strong> Ja, pi-news nimmt bewusst Bezug auf &bdquo;Political Correctness&ldquo; und wendet sich gegen ein vermeintliches &bdquo;Gutmenschentum&ldquo;, welches sich vor allem in einer zu gro&szlig;en Toleranz gegen&uuml;ber dem Islam zeige. PI-Info wendet sich jedoch nicht nur gegen eine &bdquo;Islamisierung&ldquo;, sondern besetzt auch andere konservative Themen, wobei die Selbstkennzeichnung als &bdquo;politisch inkorrekt&ldquo; eher verdeckt, dass es sich faktisch um eine enttabuisierte Hass-Seite handelt. <\/p><p>Zu meiner Person gab es dort 2013 beispielsweise drei Blogbeitr&auml;ge, &acute;getagt` mit Stichworten wie Idiot, Lump etc., und jeweils 100-150 Kommentare, die ich hier lieber nicht zitieren m&ouml;chte. In aller Deutlichkeit angefeindet wurde ich dabei aufgrund der Tatsache, dass ich mich kritisch mit der Partei AfD sowie mit dem &bdquo;Antifeminismus&ldquo; auseinandersetzte. Allein deshalb war ich in den Augen der &bdquo;Inkorrekten&ldquo; zum gef&auml;hrlichen &bdquo;politisch Korrekten&ldquo; avanciert. <\/p><p><strong>Jens Wernicke:<\/strong> Sarrazins Argumentation ist also nicht nur aus anderen L&auml;ndern bereits bekannt &ndash; es gibt auch einen direkten Anschluss an deutsche Diskurse? <\/p><p><strong>Andreas Kemper:<\/strong> Ja. In Deutschland verbindet sich dieser Anti-PC-Diskurs vor allem mit der Verharmlosung des Nationalsozialismus, in dem mit Ausdr&uuml;cken wie &bdquo;Auschwitz-Keule&ldquo; eine Thematisierung des Nationalsozialismus abgewehrt wird. <\/p><p>Der Ausdruck <a href=\"http:\/\/andreaskemper.wordpress.com\/2014\/02\/24\/marrazin-tugendterror-und-antisemitismus\/\">&bdquo;Tugendterror&ldquo; stammt &uuml;brigens von Wilhelm Marr<\/a>, der 1879 eine Antisemiten-Liga gr&uuml;ndete und das theoretische Fundament f&uuml;r den Antisemitismus in Deutschland legte. Marr trat gleichzeitig f&uuml;r das Preu&szlig;entum ein und zielte mit dem Begriff &bdquo;Tugendterrorismus&ldquo; gegen die Jakobiner der Franz&ouml;sischen Revolution. Um zu begreifen, warum die Jakobiner ihre Schreckensherrschaft w&auml;hrend der Franz&ouml;sischen Revolution aus&uuml;ben konnten, muss man allerdings wissen, dass die preu&szlig;ischen und &ouml;sterreichischen  Armeen auf Paris zumarschierten, und die Stadt in Asche legen wollten, wenn das franz&ouml;sische Volk sich nicht wieder dem &acute;Souver&auml;n` unterwerfen w&uuml;rde. Die preu&szlig;ischen Tugenden von Gehorsam und Disziplin, f&uuml;r die auch Sarrazin eintritt und steht,  marschierten tats&auml;chlich also gegen Freiheit, Gleichheit und Br&uuml;derlichkeit. <\/p><p><strong>Jens Wernicke:<\/strong> Wieso wird Sarrazin eigentlich &uuml;berhaupt so breit rezipiert? <\/p><p><strong>Andreas Kemper:<\/strong> Zum einen nat&uuml;rlich aufgrund der Unterst&uuml;tzung der Medien. Aber dann nat&uuml;rlich auch, weil er die Bed&uuml;rfnisse des &bdquo;verrohten B&uuml;rgertums&ldquo; (Heitmeyer) nach Legitimation seiner Privilegierungen bedient.<\/p><p>Wenn wir aber dar&uuml;ber reden wollen, warum sich der Anti-PC-Diskurs so gut h&auml;lt, m&uuml;ssen wir weiter ausholen. <\/p><p>Da gibt es zum einen eine berechtigte Kritik. Eine berechtigte Kritik richtet sich gegen die &Uuml;berbewertung von Sprache, vor allem dort, wo das &bdquo;korrekte Sprechen&ldquo; zur Abwertung benutzt wird. Wir d&uuml;rfen nicht vergessen, dass beispielsweise die soziale Selektion im Bildungsbereich vor allem damit legitimiert wird, dass die sogenannten &acute;Unterschichten` angeblich nicht korrekt sprechen w&uuml;rden. <\/p><p>Ich m&ouml;chte aber noch auf einen weiteren Aspekt legitimer Kritik, die Sarrazin sozusagen zu okkupieren versucht, eingehen. Der Begriff  &bdquo;Political Correctness&ldquo; entstand ja in der Linken gegen dogmatische Vorgaben einer politischen Linie, aber auch zum Beispiel gegen die Marginalisierung von politischen Fragen des Alltags, wie sie der Feminismus vor allem aufbrachte, was dann als &bdquo;Nebenwiderspruch&ldquo; abgetan wurde &ndash; hier haben wir deutlich die &bdquo;Political Correctness&ldquo; einer Parteilinie vor uns. Wenn sich Sarrazin, schon im Buchtitel, nun gegen den &bdquo;Tugendterror&ldquo; echauffiert, so spielt er, wie erw&auml;hnt, auf die Franz&ouml;sische Revolution an, auf die Jakobiner um Robespierre, der den Terror mit Tugend gleichsetzte. Nochmals: Erst der Druck von au&szlig;en durch die preu&szlig;isch-&ouml;sterreichischen Truppen erlaubte es dem Jakobinismus jedoch, zum mordendem Selbstl&auml;ufer zu werden, erlaubte es weiter, Machiavelli zur einzigen Handlungsanleitung zu machen.<\/p><p>Diese Kritik am Machiavellismus, an der Verachtung des menschlichen Faktors, geh&ouml;rt tats&auml;chlich auch in jede progressive Kritik. Wenn heute aber der &bdquo;Tugendterror&ldquo; kritisiert wird, dann wird eben nicht der Terror des Machiavellismus kritisiert, den findet man ja sogar gut, sondern wird mit Machiavelli gegen das &bdquo;Gutmenschentums&ldquo; geschimpft, man kritisiert also die Werte der franz&ouml;sischen Revolution, weil die den preu&szlig;ischen Sekund&auml;rtugenden im Wege stehen. <\/p><p><strong>Jens Wernicke:<\/strong> Ihre Kritik an Sarrazin und seinen Thesen noch einmal auf den Punkt gebracht lautet also&hellip;?<\/p><p><strong>Andreas Kemper:<\/strong> Mit dem Vorwurf &bdquo;Politische Korrektheit&ldquo; wird erstens mit der Vokabel &bdquo;Korrektheit&ldquo; eine Spie&szlig;b&uuml;rgerlichkeit unterstellt &ndash; dies ist die unmittelbar rhetorische Funktion des Anti-PC-Diskurses. <\/p><p>Zweitens richtet sich der Vorwurf &bdquo;Politische Korrektheit&ldquo; jedoch gar nicht gegen Korrektheit an sich, sondern gegen eine notwendige Politisierung. Dies wird besonders deutlich, wenn beispielsweise geschlechtergerechte Sprache als &bdquo;orwellscher Neusprech&ldquo; bezeichnet wird, weil damit die vermeintlich &bdquo;nat&uuml;rliche Sprache&ldquo; k&uuml;nstlich politisiert werde. <\/p><p>Hierzu sei nur am Rande angemerkt, dass Orwell mit seinem Roman &bdquo;1984&ldquo; nicht etwa vor einer Politisierung der Sprache warnte, sondern davor, dass die Sprache in dem Sinne entpolitisiert werde, dass sie einer emanzipatorisch-egalit&auml;ren Politik im Weg st&uuml;nde.<\/p><p>Und drittens geht es hier schlie&szlig;lich um eine Biopolitisierung auf Grundlage der schmittschen Freund-Feind-Differenzierung (&bdquo;Kampf der Kulturen&ldquo;, &bdquo;innerstaatliche Feinderkl&auml;rung&ldquo;), also um die Frage, wie politisiert wird und damit wie Entscheidungsstrukturen gestaltet werden. Allerdings wird einer offenen Diskussion um diese Fragen mit dem politischen Schlagwort &bdquo;Politische Korrektheit&ldquo; eben ausgewichen, da die biopolitische Korrektionspraxis als solche historisch diskreditiert ist.<\/p><p>Zusammengefasst geht es darum, Hochpolitisches, n&auml;mlich Rassismus, Biologismus etc., als etwas Unpolitisches zu verschl&uuml;sseln und den Kampf gegen emanzipatorische Werte als Kampf gegen spie&szlig;b&uuml;rgerlichen Tugendterror zu verkleiden.<\/p><p><em>Die Positionen des Interviewpartners geben nicht zwingend die Positionen der NachDenkSeiten-Redaktion wieder. Sehr wohl aber sollen sie eines: &hellip;zum Nachdenken anregen.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Andreas Kemper<\/strong> arbeitet als Doktorand der Universit&auml;t M&uuml;nster zum Thema <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klassismus\">Klassismus<\/a>. Er publiziert zum organisierten Antifeminismus und zu Klassendiskriminierung. Weitere Informationen finden sich auf <a href=\"http:\/\/andreaskemper.wordpress.com\/\">seiner Webseite<\/a>.<\/p><p><em>Anmerkung: Offenbar plante die ARD und die Talkerin Sandra Maischberger Sarrazin <a href=\"http:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/deutschland\/gesellschaft\/id_68222234\/sandra-maischberger-laedt-thilo-sarrazin-kurzfristig-aus.html\">eine Plattform zu bieten<\/a>.<\/em><br>\n<em>Offenbar soll das bei n&auml;chster Gelegenheit nachgeholt werden. Es ist ein Skandal, dass das &ouml;ffentlich-rechtliche Fernsehen Sarrazin eine Werbeplattform bietet.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Montag dieser Woche erschien Thilo Sarrazins neues Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2014-02\/thilo-sarrazin-tugendterror-meinungsfreiheit\">Der neue Tugendterror<\/a>&ldquo; mit einer unglaublichen Erstauflage von 100.000 Exemplaren. 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