{"id":20875,"date":"2014-02-26T09:07:29","date_gmt":"2014-02-26T08:07:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875"},"modified":"2014-02-26T13:59:37","modified_gmt":"2014-02-26T12:59:37","slug":"hinweise-des-tages-2075","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h01\">Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h02\">Strafanzeige wegen Geheimnisverrats gegen Svenja Schulze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h03\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h04\">Eurokrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h05\">Wirtschaftsforscher warnt vor Euro-Populisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h06\">Neue Verteilungsbilanz des WSI &ndash; Reall&ouml;hne 0,7 Prozent niedriger als im Jahr 2000<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h07\">Entscheidung Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz in Sachen Ankauf von Steuer-CDs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h08\">Teure Finanzwette der BVG &ndash;  Keine Ahnung, keine Schuld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h09\">&ldquo;Marodes Russland&rdquo;?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h10\">US-Steuerfl&uuml;chtlinge zieht es vor allem in die Schweiz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h11\">18.000 Firmen d&uuml;rfen Arbeitnehmer verleihen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h12\">Nur jeder f&uuml;nfte Hartz-IV-Bezieher gilt statistisch als langzeitarbeitslos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h13\">Schweiz: Kampf gegen Lohndumping oder Jobkiller?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h14\">Korruptionsw&auml;chter beklagen verborgene Parteispenden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h15\">T&uuml;rkei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h16\">Europarat wirft Deutschland Ignoranz von Rassismus vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875#h17\">Nochmals zu Kampf um kluge K&ouml;pfe: Wissenschaftler wandern aus Deutschland ab<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20875&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Ukraine<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Kalter Krieg um die Ukraine<\/strong><br>\nRendezvous mit der Geschichte: Im ukrainischen Ost-West-Konflikt stehen sich Russland und die USA als Konkurrenten gegen&uuml;ber. Aus dem Neustart der Beziehungen ist nichts geworden, das Gef&uuml;hl des Kalten Kriegs kehrt zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/west-oder-ost-usa-und-russland-im-kalten-krieg-um-die-ukraine-a-955650.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Was hier als Kalter Krieg neu entdeckt wird, konnten Sie in den NachDenkSeiten schon seit l&auml;ngerem beschrieben finden. Ich habe davor gewarnt, weil dies sehr schnell zu einem wirklichen Krieg f&uuml;hren kann und weil ich damit eine der wirklich wichtigen Errungenschaften der Entspannungspolitik verspielt sehe. Der Aufbau einer neuen Konfrontation zwischen Europa hier und Russland dort ist nicht auf russischem Mist gewachsen, sondern entspricht der wieder belebten, alten Idee rechtskonservativer Kreise im Westen vom Roll Back. Putins Versuch, die Zusammenarbeit im eurasischen Bereich ideologisch zu &uuml;berh&ouml;hen, ist doch vor allem der verzweifelte Versuch, Russland zusammenzuhalten. Nur politische Spielernaturen k&ouml;nnen sich &uuml;ber die Schwierigkeiten der politischen F&uuml;hrung Russlands, den Zusammenhalt zu schaffen, freuen. Spielernaturen gibt es offenbar in diesem gef&auml;hrlichen Bereich viele. Das zeigt der breite Applaus f&uuml;r die Entwicklung in der Ukraine und auch die zitierte &Auml;u&szlig;erung des republikanischen Senators McCain.<\/em><\/p>\n<p><strong>Zur Neubelebung des Kalten Krieges geh&ouml;rt auch das: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/video\/jagd-auf-homosexuelle-in-russland-video-1329148.html\">Russland &ndash; Gejagt, getreten, gedem&uuml;tigt: Schwulenhass in Putin-Land<\/a><\/strong><\/p>\n<p><em>Interessant im Kontext ist auch dieser Artikel des ehemaligen US-Sicherheitsberaters zur Zeit von Jimmy Carter, Brzezinski &ndash; leider in Englisch. Brzezinski gibt sich hier einigerma&szlig;en gem&auml;&szlig;igt, gemessen an seinen sonstigen Einlassungen zum Ost-West-Konflikt:<\/em><\/p>\n<p><strong>Russia needs a &lsquo;Finland option&rsquo; for Ukraine<\/strong><br>\nAs chaos explodes in Ukraine and the threat of Russian intervention persists, the responsibility of the west to help attain a constructive outcome becomes more self-evident.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ft.com\/cms\/s\/0\/e855408c-9bf6-11e3-afe3-00144feab7de.html#axzz2uOXmRGZA\">The Financial Times<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Ukraine: &ldquo;Das ist keine Revolution&rdquo;<\/strong><br>\nWas wir in der Ukraine aktuell erleben ist bisher sicher keine Revolution, sondern ein Elitenwechsel. Die aktuellen Akteure stehen vor riesigen Aufgaben. Wichtig ist, dass die neuen Eliten Vorstellungen haben, die sich von denen der Maidan-Demonstranten durchaus unterscheiden. Doch die Menschen auf dem Maidan werden k&uuml;nftig ber&uuml;cksichtigt werden m&uuml;ssen&hellip;<br>\nDabei wird oft vergessen, dass sich die Anh&auml;nger von Janukowitsch nat&uuml;rlich nicht in Luft aufgel&ouml;st haben. Nicht von ungef&auml;hr hatte er ja in den vergangenen Wahlen mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen k&ouml;nnen. Janukowitsch verf&uuml;gt &uuml;ber gro&szlig;e Unterst&uuml;tzung in seinen Hochburgen im Osten des Landes [&hellip;]<br>\nDie Opposition auf dem Maidan hat deutlich gemacht, dass sie mit den Protesten weitermachen wird. Das Ziel der Demonstranten auf dem Maidan war schlie&szlig;lich nicht der Siegeszug von Timoschenko, sondern ein Ende der Korruption und eine Politik der Verantwortung. Nun sehen die Protestierenden nat&uuml;rlich auch, dass sich Timoschenko in ihrer Regierungszeit auch nicht gerade durch Volksn&auml;he ausgezeichnet hat. Die Demonstranten wollen deswegen die Regierung zwingen, so schnell wie m&ouml;glich ein EU-Abkommen zu unterschreiben. Sie haben weiterhin zu Massendemos aufgerufen und wollen bleiben, zumindest bis zum 25. Mai &ndash; dem Datum der angesetzten Neuwahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/kurzinterview\/artikel\/ukraine-das-ist-keine-revolution-282\/\">Internationale Politik und Gesellschaft IPG<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Nicht nur Brzezinski (s.o.) und die Falken aus den deutschen Medien (siehe unseren <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20825#h01\">Hinweis#1 vom Montag<\/a>) rudern zur&uuml;ck, auch die Friedrich Ebert Stiftung pocht pl&ouml;tzlich auch Kooperation statt Konfrontation. Schon am Montag hatte ich in meiner Anmerkung geschrieben:<\/em><\/p>\n<p><em>Dies spricht f&uuml;r die These des &bdquo;Zauberlehrlings&ldquo;. Das Programm zum Sturz Janukowitschs ist dem Westen vollends aus dem Ruder gelaufen. Mit einer plumpen und unbedachten Au&szlig;enpolitik haben EU\/USA\/Deutschland einen Konflikt angeheizt, f&uuml;r den sie &uuml;berhaupt keine erfolgsversprechende L&ouml;sung anbieten k&ouml;nnen. Und nun ist ihnen ihr eigener Erfolg unheimlich.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Analyse von Stephan Meuser von der Friedrich Ebert Stiftung wirkt jedoch auch zynisch. Freilich hat er Recht, wenn er schreibt, dass die Ukraine momentan keine Revolution, sondern nur einen Wechsel der Eliten erlebt. Dabei &uuml;bergeht er jedoch vollkommen die Menschen auf dem Maidan. Wer sich am Sonntag Abend die Rede von Julia Timochenko angeschaut hat, kann eigentlich nicht zu der Einsch&auml;tzung kommen, dass hier die neue Regierungschefin gesprochen hat. Die Reaktionen des Publikums waren &ndash; freundlich gesagt &ndash; verhalten. Das gro&szlig;e Problem d&uuml;rfte eher sein, dass die Demonstranten mit allen etablierten Parteien und deren Politikern derart unzufrieden sind, dass sie am liebsten eine Partei w&auml;hlen w&uuml;rde, die sich deutlich vom Establishment abhebt. Da k&auml;me sicher Klitschko mit seiner vor allem von Deutschland unterst&uuml;tzten Partei UDAR in Frage. Klitschko ist jedoch &ndash; das wird in den Berichten der deutschen Medien stets ausgeblendet &ndash; ein eher untalentierter Redner, uncharismatisch und kann sich noch nicht einmal ordentlich in der Landessprache artikulieren (seine Muttersprache ist Russisch). Dies alles mehrt die Gefahr, dass die Demonstrationen von der politischen Rechten (also der nationalistisch-rechtspopulistischen Svoboda und dem rechtsextremen rechten Block) gekidnappt werden. Im Falle eines Wahlsiegs der Rechten sieht die Lage aber nicht mehr so &bdquo;entspannt&ldquo; aus, wie Meuser es uns glauben machen will. Nun r&auml;cht sich, dass der Westen zwar ordentlich gez&uuml;ndelt, es jedoch stets vers&auml;umt hat, eine glaubw&uuml;rdige Alternative aufzubauen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Wahrheit und die Weite<\/strong><br>\nUkraine: Reise durch ein verlorenes Land &ndash; und immer wieder die Frage: &bdquo;Warum interessiert ihr euch nicht f&uuml;r uns? [&hellip;]<br>\nAls Radfahrer, der das Land in den vergangenen Jahren mehr als ein Dutzend Mal von West nach Ost durchquert hat, h&ouml;re ich immer wieder die gleichen Klagen: Bei uns gibt es keine Wahrheit, keine Ordnung, keine Kultur, keine Disziplin &ndash; die Aussichten auf die Zukunft k&ouml;nnten schw&auml;rzer nicht sein. Aber die Angst, sich frei zu &auml;u&szlig;ern und willk&uuml;rlich verhaftet zu werden, muss man nicht haben, es sei denn, man geh&ouml;rt zur Raffgier-Klasse und schwimmt im Haifisch-Becken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/die-wahrheit-und-die-weite\">Der Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers B.:<\/strong> Man mag dem Autor Brumme nicht in jedem seiner Punkte zustimmen (besonders nicht seiner sehr unkritischen Betrachtung des EU-Assoziierungsabkommens und dessen Folgen), doch liefert sein Bericht &ndash; gut drei Monate vor dem Beginn des sogenannten &ldquo;Euromaidan&rdquo; ver&ouml;ffentlicht &ndash; einen interessanten anderen Blick auf das Land, als man ihn vom Gros der hiesigen Journalistinnen und Journalisten gewohnt ist. Er hat eben nicht nur die Hauptstadt bereist, sondern die ganze Ukraine. Umso klarer wird beim Lesen seines Textes, dass das Land viel mehr Bruch- (aber auch Verbindungslinien!), viel mehr Regionen, Stimmen und Eindr&uuml;cke aufweist, als den meisten von uns &uuml;berhaupt bewusst ist und die man erst entdecken kann, wenn man sich wirklich zu den Menschen begibt und nicht von einem Hotelzimmer oder einer Barrikade in Kiew &uuml;ber die Lage &ldquo;vor Ort&rdquo; berichtet.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Strafanzeige wegen Geheimnisverrats gegen Svenja Schulze<\/strong><br>\nGegen die nordrhein-westf&auml;lische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) ist Strafanzeige wegen Verrats von Dienstgeheimnissen erhoben worden&hellip;<br>\nEs geht dabei um die Ver&ouml;ffentlichung der Gehaltslisten f&uuml;r die Leiter der Hochschulen. Die Strafanzeige wurde von einer Duisburger Anwaltskanzlei an die Staatsanwaltschaft D&uuml;sseldorf gerichtet&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/nrw\/landespolitik\/strafanzeige-wegen-geheimnisverrats-gegen-svenja-schulze-aid-1.4062973\">RP-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Ver&ouml;ffentlichung der zwischen Hochschulr&auml;ten und Rektoren ausgehandelten und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20753\">geheim gehaltenen Geh&auml;lter der Hochschulpr&auml;sidenten auf den NachDenkSeiten<\/a> nimmt hysterische Z&uuml;ge an. Da wird die Verwendung von Steuergeldern zum Pers&ouml;nlichkeitsrecht, ja geradezu  zum Staatsgeheimnis erhoben, als ginge es bei einem Bericht dar&uuml;ber um einen Abgrund von Landesverrat. Je mehr Geheimniskr&auml;merei ist, desto deutlicher wird die Vertuschungsabsicht. Es scheint eben nicht so angenehm zu sein, dass man gegen&uuml;ber den Hochschulangeh&ouml;rigen Wasser  predigt und sich selbst ziemlich teuren Wein leistet. Dass nun schon zu solchen Ablenkungsman&ouml;vern, wie Strafanzeigen wegen Geheimnisverrats gegriffen wird, zeigt nur wie unangenehm diese Informationen f&uuml;r die Betroffenen  und ihre politischen Flankensch&uuml;tzern sind.<\/em><br>\n<em>Sp&auml;testens jetzt m&uuml;sste f&uuml;r jedermann erkennbar werden, dass es hier nicht mehr um Rektorengeh&auml;lter, sondern um eine politische Kampagne gegen die Novelle des NRW-Hochschulgesetzes und um den Versuch die zust&auml;ndige Ministerin in die Knie zu zwingen.<\/em><\/p>\n<p><em>Schaut man den Fragebogen der CDU-Fraktion f&uuml;r die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/140225_fragenkatalog_zur_sondersitzung.pdf\">heutige Sondersitzung des NRW-Wissenschaftsausschusses an [PDF &ndash; 37 KB]<\/a>, dann muss man den Eindruck gewinnen, dass die Fragesteller an einer Verschw&ouml;rungstheorie spinnen. Statt einer sachlichen Debatte &uuml;ber eine angemessene Verg&uuml;tung von Hochschulrektoren und entsprechender Regelungen m&ouml;glicherweise per Gesetz wird eine Gespensterdiskussion &uuml;ber Indiskretionen gef&uuml;hrt und es werden die abstrusesten Spekulationen angestellt.<\/em><br>\n<em>Dabei ging es bei der Ver&ouml;ffentlichung um nichts anderem, als um den alten journalistischen Grundsatz &bdquo;All the news that&rsquo;s fit to print&ldquo; (Alle Nachrichten, die es wert sind, gedruckt zu werden.)<\/em><br>\n<em>Wenn sich ein Minister durch geheime Absprachen seine Bez&uuml;ge in einer Weise angehoben h&auml;tte, wie das die Rektoren getan haben, und dies &ouml;ffentlich geworden w&auml;re, dann w&auml;re in den Medien und im Parlament die H&ouml;lle los gewesen. Wenn  sich das die Hochschulpr&auml;sidenten in geheimen Absprachen mit ihren Hochschulr&auml;ten erlaubt haben, dann wird der Skandal dar&uuml;ber inszeniert, dass diese Tatsache &ouml;ffentlich geworden ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Warum bemerken die Hochschulangeh&ouml;rigen eigentlich nicht, dass es sich bei den Gehaltssteigerungen der Rektoren um die ganz &uuml;bliche Methode handelt, wenn von der Politik &ouml;ffentliche Einrichtungen privatisiert oder wenigstens funktionell privatisiert werden sollen: Man besticht die F&uuml;hrungsebene mit einer Steigerung ihres Gehalts, damit sie sich f&uuml;r dieses Ziel einsetzt und gleichzeitig den Widerstand der &bdquo;Belegschaft&ldquo; gegen eine Ausgliederung aus der &ouml;ffentlichen Verantwortung und damit auch gegen den Verlust an Mitbestimmung bricht oder wenigstens politisch unter der Decke h&auml;lt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>NSA-Skandal: Geheimdienste manipulieren und diskreditieren im Netz<\/strong><br>\nDer GCHQ und die NSA versuchen Debatten im Internet zu infiltrieren, zu kontrollieren und zu manipulieren, um ihre Ziele durchzusetzen. Das ergebe sich aus Dokumenten des NSA-Whistleblowers Edward Snowden, die der US-Fernsehsender NBC in den vergangenen Wochen enth&uuml;llt hat, erkl&auml;rt Glenn Greenwald. Auf The Intercept fasst er die verschiedenen Dokumentensammlungen zusammen und beleuchtet, wie der GCHQ etwa falsches Material ins Internet l&auml;dt, um die Reputation einer Zielperson zu zerst&ouml;ren. Au&szlig;erdem nutzten die Briten Erkenntnisse der Sozialwissenschaften, um Debatten im Internet zu beeinflussen und einen gew&uuml;nschten Ausgang herbeizuf&uuml;hren. So gehe aus einer Folie hervor, dass der britische Geheimdienst GCHQ gezielt &ldquo;Honey traps&rdquo; einsetzt, um jemanden zu bestimmten Seiten zu lotsen. Um eine &ldquo;Person zu diskreditieren&rdquo; (so der Titel der Folie), k&ouml;nnte au&szlig;erdem deren Foto bei einem sozialen Netzwerk ge&auml;ndert oder ein Blogeintrag ver&ouml;ffentlicht werden, der von einem angeblichen Opfer stammt. Falsche beziehungsweise rufsch&auml;digende Informationen k&ouml;nnten auch direkt an &ldquo;Kollegen, Nachbarn, Freunde etc.&rdquo; gemailt werden. Solche und &auml;hnliche Taktiken werden in internen Informationsdokumenten des Geheimdiensts aufgelistet. Auf diese Weise wird demnach aber nicht nur gegen Einzelpersonen, sondern auch gegen Unternehmen vorgegangen. Als M&ouml;glichkeiten, um Konzerne zu diskreditieren, k&ouml;nnten etwa geheime Informationen an die Konkurrenz oder die Presse weitergegeben werden, schreibt eine GCHQ-Einheit in einem als streng geheimen klassifizierten Dokument. Dar&uuml;ber hinaus k&ouml;nnten negative Informationen in passenden Internetforen gepostet oder gleich ganze Gesch&auml;ftsdeals und -beziehungen zerst&ouml;rt werden. Auf diese Art und Weise k&ouml;nnten Online-Techniken genutzt werden, &ldquo;um etwas in der realen oder digitalen Welt geschehen zu lassen&rdquo;. &ndash; Wie Sascha Lobo bereits Anfang Juli 2013 zusammenfasste, &ldquo;Wer lesen kann, kann auch schreiben&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/NSA-Skandal-Geheimdienste-manipulieren-und-diskreditieren-im-Netz-2123236.html\">heise online<\/a><\/li>\n<li><strong>Snowden-Dokumente: Briten-Geheimdienst plante Rufmordkampagnen im Netz<\/strong><br>\nGef&auml;lschte Blogs, negative Web-Kommentare: Der britische Geheimdienst GCHQ wollte unliebsame Menschen online verleumden und diskreditieren. Das geht aus Dokumenten des Enth&uuml;llers Edward Snowden hervor. Unklar ist, ob die Sp&auml;her ihre Cybermobbing-Pl&auml;ne schon einmal umgesetzt haben&hellip;<br>\nSelbst wenn es sich nur um Gedankenspiele handelt, sind die Pl&auml;ne des GCHQ besorgniserregend: Aktivisten laufen offenbar Gefahr, Ziel von &ldquo;Operationen unter falscher Flagge&rdquo; zu werden, ohne Vorladung oder Verurteilung durch ein Gericht. &ldquo;Die Geheimdienste haben sich mit der Macht ausgestattet, vors&auml;tzlich den Ruf von Leuten zu ruinieren und deren politische Aktivit&auml;t im Netz zu st&ouml;ren&rdquo;, schreibt Greenwald, auch dann, wenn es keine erkennbare Verbindung zu Terrorismus oder einer Bedrohung der nationalen Sicherheit gibt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/gchq-greenwald-veroeffentlicht-weitere-snowden-dokumente-a-955488.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Eurokrise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Bericht &uuml;ber die &Uuml;bernahme von Gew&auml;hrleistungen nach dem Stabilisierungsmechanismusgesetz sowie &uuml;ber die aktuelle Inanspruchnahme des Europ&auml;ischen Stabilit&auml;tsmechanismus (ESM)<\/strong><br>\nDerzeit sind EFSF-Mittel in H&ouml;he von 188,3 Mrd. Euro in den Programmen f&uuml;r Irland, Portugal und Griechenland gebunden. &hellip;<br>\nDas ESM-Ausleihvolumen wird zum Stichtag 31. Dezember 2013 durch das endg&uuml;ltige Programmvolumen in H&ouml;he von rund 41,4 Mrd. Euro aus dem zum 23. Januar 2014 beendeten Programm f&uuml;r Spanien in Anspruch genommen. Hinzu kommt das Programmvolumen von 9 Mrd. Euro f&uuml;r Zypern. Hiervon wurden bislang rund 4,6 Mrd. Euro ausgereicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/140226_bericht_ueber_stand_der_esm-inanspruchnahme.pdf\">BMF [PDF &ndash; 389 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Reformen in der Eurozone&rdquo;: Irrlichternde Soziopathen und Realit&auml;tsverweigerer im Bundesfinanzministerium<\/strong><br>\n&ldquo;Mit welchen Reformen Programml&auml;nder des Euroraums ihr Potential f&uuml;r Wirtschaftswachstum verbessern? Beispiele hier&hellip;&rdquo;, twitterte das Bundesfinanzministerium just unter Verweis auf seine neueste Abhandlung zur Entwicklung in den von der Austerit&auml;tspolitik heimgesuchten Eurol&auml;ndern. Und was dort zu lesen ist wirft die Frage auf: K&ouml;nnen Mitarbeiter eines Ministeriums tats&auml;chlich so skrupellos sein? Eine Frage, die man wohl nicht erst nach diesem Text aus jenem Hause bejahen muss.<br>\n&ldquo;In vielen L&auml;ndern hat die Intensit&auml;t von Strukturreformen stark zugenommen. Dies ist wichtig, da Strukturreformen das Potential f&uuml;r Wirtschaftswachstum verbessern. So konstatiert die OECD in ihrem j&auml;hrlichen Bericht &bdquo;Going for Growth&ldquo;, dass die Krise als Katalysator f&uuml;r Strukturreformen gewirkt hat. Der OECD-Bericht untersucht den Fortschritt verschiedener L&auml;nder im Bereich Strukturreformen seit Ausbruch der Krise. Er zeigt, dass sich die Umsetzung der OECD-Reformempfehlungen in den L&auml;ndern am st&auml;rksten erh&ouml;ht hat, die von der Krise am st&auml;rksten betroffen sind wie Griechenland, Irland, Portugal und auch Spanien. Damit finden die Reformen in den L&auml;ndern statt, die ihrer am meisten bed&uuml;rfen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2014\/02\/reformen-in-der-eurozone-irrlichternde-soziopathen-und-realitatsverweigerer-im-bundesfinanzministerium\/#sthash.kX1fzctK.dpuf\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><strong>Griechenland: Minister wehren sich gegen Reformen<\/strong><br>\nBei der Sitzung der Finanzminister der Euro-Gruppe vergangenen Montag in Br&uuml;ssel musste der griechische Vertreter Jannis Stournaras &Uuml;berzeugungsarbeit leisten. Das Versprechen, seine Regierung werde die Vorschl&auml;ge der OECD zur &Ouml;ffnung der Wirtschaft vollst&auml;ndig umsetzen, wurde mit Misstrauen aufgenommen. Die Skepsis ist begr&uuml;ndet. Die Euro-Finanzminister wissen, dass Athen mit vielerlei Widerstand zu k&auml;mpfen hat. Auch daher werden die OECD-Reformvorschl&auml;ge im Mittelpunkt der Kontrolle stehen, welche die Inspekteure der Troika heute in Athen wiederaufgenommen haben. OECD-Experten haben die Regulierung der vier bedeutenden Sektoren Tourismus, Lebensmittelverarbeitung, Baumaterialien und Einzelhandel unter die Lupe genommen. Dabei f&uuml;hrten sie 555 Vorschriften auf, die den Marktzugang in diesen Branchen behindern, und machten 329 Empfehlungen, wie das ge&auml;ndert werden k&ouml;nnte.<br>\nIm November gab Entwicklungsminister Kostis Hatzidakis seinen Beamten den Auftrag, dazu einen Gesetzentwurf vorzubereiten. Um die Reformen durchzubringen, versuchte sich Hatzidakis der Zustimmung der zust&auml;ndigen Minister und der Koalitionsspitzen zu versichern. Dabei musste er aber feststellen, dass sich nicht die Interessenverb&auml;nde und die Opposition am heftigsten wehren, sondern seine Kabinettskollegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/wirtschafts-und-finanzportal\/minister-wehren-sich-gegen-reformen-1.18249953\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Allein die beiden hier genannten Forderungen der OECD zeigen auf, dass es nur um die &Ouml;ffnung des Landes geht und nicht um seine Gesundung. Frischmilch d&uuml;rfte wohl eines der wenigen Produkte sein, dessen Vermarktung allein der heimischen Wirtschaft zugutekommt. Dass sich die OECD f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung der Lebensdauer der Milch einsetzt, damit Importe zum Zuge kommen, d&uuml;rfte im damit einhergehenden Preisr&uuml;ckgang begr&uuml;ndet sein. Also freie Fahrt f&uuml;r Aldi, Lidl und Co. Dass die Preispolitik dieser Nachfragegiganten bereits die hiesige Milchwirtschaft an den Rand des Ruins treibt, ist schlimm genug. In Griechenland d&uuml;rfte kein einziger Produzent &uuml;berleben. Einmal ganz abgesehen davon, dass der hiesige Konsument wirklich frische Milch lange suchen muss. Was den Verkauf von rezeptfreien Arzneimitteln in den Superm&auml;rkten betrifft, so zeigt diese Forderung, dass man in der notleidenden Peripherie all das ausprobieren kann, was hierzulande auf gro&szlig;en Widerstand sto&szlig;en w&uuml;rde. Die Pharmaindustrie freut es. Im &Uuml;brigen lassen die OECD-Vorschl&auml;ge ahnen, was mit dem Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU auf uns zu kommt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Wirtschaftsforscher warnt vor Euro-Populisten<\/strong><br>\nAnti-EU-Populisten k&ouml;nnten nach Einsch&auml;tzung von Experten einen gro&szlig;en Sieg bei der Europawahl einfahren. Aus Sicht des Wirtschaftsforschers Horn h&auml;tte das fatale Folgen f&uuml;r die gesamte Europ&auml;ische Union. &bdquo;Ein Wahlerfolg der Euro-Skeptiker, deren Vorstellungen ja stark von einer R&uuml;ckkehr zum Nationalen gepr&auml;gt sind, kann &uuml;ber dann ver&auml;nderte Mehrheiten im Europarlament weitreichende Folgen auch f&uuml;r die europ&auml;ische Wirtschaftspolitik haben&ldquo;, sagte Horn Handelsblatt Online. &bdquo;Sie k&ouml;nnten zum Beispiel alle Bem&uuml;hungen f&uuml;r eine tiefere wirtschaftliche Integration zunichte machen.&ldquo; Zudem k&ouml;nnten personelle Vorschl&auml;ge f&uuml;r die EU-Kommission zum Tragen kommen, die st&auml;rker national gepr&auml;gt seien, sagte Horn weiter. &bdquo;Auch dies d&uuml;rfte Entscheidungen aus europ&auml;ischer Perspektive erschweren und dies in einer Phase, in der diese besonders dringend notwendig sind&ldquo;, so der IMK-Chef. Insgesamt w&auml;re ein solcher Wahlerfolg aus Sicht Horns &bdquo;ein Indiz daf&uuml;r, dass Europa in der Krise mindestens einen Teil seiner demokratischen Legitimation eingeb&uuml;&szlig;t h&auml;tte&ldquo;.<br>\nHintergrund sind j&uuml;ngste Umfragen. Die Analysten der Deutschen Bank widmen den Anti-EU-Populisten eine ganze Studie. &bdquo;Im Extremszenario k&ouml;nnen die EU-skeptischen Kr&auml;fte insgesamt 27 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen und 203 der 751 Sitze im Europ&auml;ischen Parlament besetzen&ldquo;, hei&szlig;t es dort warnend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/europawahl-wirtschaftsforscher-warnt-vor-euro-populisten-seite-all\/9518638-all.html\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Neue Verteilungsbilanz des WSI &ndash; Reall&ouml;hne 0,7 Prozent niedriger als im Jahr 2000<\/strong><br>\nDie L&ouml;hne in Deutschland sind zuletzt kr&auml;ftiger gestiegen. Trotzdem liegen sie preisbereinigt immer noch um 0,7 Prozent unter dem Niveau der Jahrtausendwende. St&auml;rker entwickelt haben sich die Tarifl&ouml;hne, vor allem aber die Gewinn- und Verm&ouml;genseinkommen. Das zeigt die aktuelle Verteilungsbilanz des WSI-Tarifarchivs in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\nDie Lohndaten des Statistischen Bundesamtes f&uuml;r 2013 sind widerspr&uuml;chlich: Vertraut man auf die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR), haben die durchschnittlichen Bruttol&ouml;hne pro Besch&auml;ftigten im vergangenen Jahr real, also nach Abzug der Preissteigerung, zugelegt. Nimmt man dagegen die vorl&auml;ufigen Zahlen aus der Verdiensterhebung, sind sie preisbereinigt geringf&uuml;gig zur&uuml;ckgegangen. Klar ist aber eines: In der langfristigen Perspektive sind die durchschnittlichen Bruttol&ouml;hne je Besch&auml;ftigtem real gesunken: zwischen 2000 und 2013 um 0,7 Prozent (siehe auch Grafik 1 in der pdf-Version dieser PM; Link unten). Die vergangenen Jahre, in denen die L&ouml;hne preisbereinigt meist stiegen, haben die erheblichen Verluste noch nicht ausgeglichen, die in den 2000er Jahren aufgelaufen waren. Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Deregulierung am Arbeitsmarkt hatten dazu beigetragen, dass sich die Arbeitseinkommen in dieser Zeit schwach entwickelten. So verst&auml;rkten die Hartz-Reformen den Druck auf die Verdienste. Der Niedriglohnsektor wuchs. Immerhin wird der R&uuml;ckstand kleiner: 2010 hatten die realen Bruttol&ouml;hne noch um 3,5 Prozent niedriger gelegen als 2000.<br>\nDeutlich st&auml;rker haben sich die Tarifl&ouml;hne und -geh&auml;lter entwickelt. Sie waren 2013 real um 8,2 Prozent h&ouml;her als im Jahr 2000. In den meisten Jahren dieses Zeitraums beobachteten die Experten des WSI-Tarifarchivs eine negative Lohndrift. Das hei&szlig;t: Die Bruttoeinkommen, in die unter anderem auch die L&ouml;hne der nicht nach Tarif bezahlten Arbeitnehmer einflie&szlig;en, blieben hinter den Tarifeinkommen zur&uuml;ck. &ldquo;Das Tarifsystem war in der vergangenen Dekade mehr denn je das R&uuml;ckgrat der Lohnentwicklung&rdquo;, sagt Dr. Reinhard Bispinck, der Leiter des WSI-Tarifarchivs. Jedoch nahm die Pr&auml;gekraft im gleichen Zeitraum ab, vor allem, weil sich immer mehr Unternehmen der Tarifbindung entzogen. Hinzu kam auch, dass Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten tarifliche &Ouml;ffnungsklauseln nutzten. Daher schlugen Steigerungen bei den Tarifl&ouml;hnen nur zum Teil auf die Bruttoverdienste durch. Weitere Ursachen der Lohndrift waren der Abbau &uuml;bertariflicher Einkommensbestandteile, der wachsende Niedriglohnsektor und die Zunahme von Teilzeit- und Minijobs.<br>\nDie WSI-Verteilungsbilanz macht auch deutlich, dass die Einkommen aus Verm&ouml;gen und Unternehmensgewinnen die Arbeitseinkommen seit der Jahrtausendwende weit hinter sich gelassen haben: Zwischen 2000 und 2013 legten sie nach den neuesten Daten der VGR nominal um rund 62 Prozent zu, trotz eines zwischenzeitlichen Einbruchs in der Wirtschaftskrise 2009 (siehe auch Grafik 2). Die nominalen Arbeitnehmerentgelte wuchsen dagegen nur um knapp 28 Prozent. Vor&uuml;bergehend ist auch hier der Abstand etwas kleiner geworden: Die L&ouml;hne machten Boden gut, die Kapitaleinkommen litten unter der Zinsschw&auml;che. 2013 h&auml;tten die Gewinn- und Verm&ouml;genseinkommen aber wieder st&auml;rker zugelegt als die Bruttol&ouml;hne, beobachtet WSI-Experte Bispinck: &ldquo;Das zeigt: Bei der Lohnentwicklung ist noch Spielraum nach oben&rdquo;, sagt Bispinck. &ldquo;Es ist vern&uuml;nftig ihn zu nutzen, denn eine weitere St&auml;rkung der Binnennachfrage br&auml;chte Deutschland und Europa mehr wirtschaftliche Stabilit&auml;t.&rdquo; \n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140226_01.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140226_01_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pm_ta_2014_02_25.pdf\">WSI Pressemitteilung [PDF &ndash; 95.2 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Entscheidung Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz in Sachen Ankauf von Steuer-CDs<\/strong><br>\nDie Verfassungsbeschwerde gegen die Verwertung einer so genannten Steuerdaten-CD, die das Land Rheinland-Pfalz im Jahr 2012 von einer Privatperson erworben hatte, hat keinen Erfolg&hellip;<br>\nDie rechtswidrige oder gar strafbare Erlangung eines Beweismittels durch eine Privatperson f&uuml;hre nur in Ausnahmef&auml;llen zur Unverwertbarkeit dieses Beweismittels im Strafverfahren. Auch unterliege es keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, dass die Gerichte in den angegriffenen Entscheidungen das Handeln der Privatperson nicht der staatlichen Sph&auml;re zugerechnet h&auml;tten. Dabei seien die den Gerichten mitgeteilten Umst&auml;nde hinsichtlich des Datenerwerbs noch ausreichend gewesen f&uuml;r die Beurteilung der Frage einer solchen Zurechnung.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.mjv.rlp.de\/icc\/justiz\/nav\/793\/broker.jsp?uMen=793247b4-9c6a-11d4-a735-0050045687ab&amp;uCon=d43205a8-0b72-6441-7034-cf76077fe9e3&amp;uTem=aaaaaaaa-aaaa-aaaa-aaaa-000000000042\">Pressemitteilung<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.mjv.rlp.de\/Gerichte\/Verfassungsgerichtshof\/Entscheidungen\/binarywriterservlet?imgUid=6b2205a8-0b72-6441-7034-cf76077fe9e3&amp;uBasVariant=11111111-1111-1111-1111-111111111111\">Verfassungsgerichtshof Rheinland Pfalz Entscheidung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Teure Finanzwette der BVG &ndash;  Keine Ahnung, keine Schuld<\/strong><br>\nDie Berliner Verkehrsbetriebe lie&szlig;en sich unter der Aufsicht von Thilo Sarrazin auf eine riskante Finanzwette mit JP Morgan ein. Nun sollen sie Millionen zahlen. Im Prozess w&auml;hlt die BVG eine ungew&ouml;hnliche Verteidigungsstrategie: Sie sagt, sie habe den Deal nie kapiert.<br>\nEs ist ein bisschen wie bei einem F&uuml;nfj&auml;hrigen, der mit dem Geld der Eltern zu H&uuml;tchenspielern geht. Hinterher, wenn die Kohle weg ist, w&uuml;rden die Eltern wohl argumentieren, dass das Kind noch gar nicht gesch&auml;ftsf&auml;hig sei. &Auml;hnlich rechtfertigen sich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gerade in einem Prozess in London &ndash; so wollen sie um die Zahlung von 200 Millionen Euro herumkommen.<br>\nDie Gro&szlig;bank JP Morgan hat den Betreiber der Berliner Busse und Bahnen verklagt, sie will Geld, das ihr die BVG wegen eines komplizierten Finanzdeals schuldet, den beide 2007 abschlossen. Die BVG argumentiert, sie habe den Deal nie richtig verstanden und m&uuml;sse deshalb auch nicht zahlen.<br>\nDas Verfahren zeigt, auf welch wilde Wetten &ouml;ffentliche Institutionen sich vor der Finanzkrise einlie&szlig;en und wie wenig Ahnung sie hatten, was sie da taten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/teure-finanzwette-der-bvg-keine-ahnung-keine-schuld-1.1872910\">SZ<\/a>\n<p><strong>Dazu: Berliner Steuer-Euro: Sarrazin: 150 Mio in 4 Minuten verzockt<\/strong><br>\nThilo Sarrazin jammert in seinem neuen Buch &bdquo;Der neue Tugendterror&ldquo;, dass man ihm und anderen, die wichtige und unbequeme Wahrheiten zu sagen h&auml;tten, nicht zuh&ouml;ren d&uuml;rfe. In London wollte ihm Richter Julian Flaux am High Court am Montag durchaus zuh&ouml;ren &ndash; aber da will Thilo Sarrazin lieber f&uuml;r sein Buch in Berlin werben. Es geht ja in London auch nur um 150 Millionen Berliner Steuer-Euro &hellip;<br>\nDer einstige SPD-Finanzsenator Sarrazin sollte Flaux heute als Zeuge dienen, berichtet der Spiegel. Denn die BVG wehrt sich vor dem englischen Gericht gegen die Klage der US-Bank JP Morgan Chase, die von ihr die 150 Millionen Euro verlangt.<br>\nWie der KURIER berichtete, war die BVG 2007 eine Wette mit der Bank eingegangen, die schief ging. Im Kern ging es darum, dass die BVG 5,7 Millionen Euro kassieren sollte, wenn eine bestimmte Zahl von 150 Unternehmen nicht in Zahlungsschwierigkeiten ger&auml;t.<br>\nSarrazin soll als Vorsitzender des BVG-Aufsichtsrats keine Ahnung gehabt haben, was er am 25. April 2007 genehmigte. Nach einem Tonband-Mitschnitt der Sitzung, die dem Gericht von der Gegenseite vorgelegt wurde, sagte Sarrazin damals: &bdquo;Ja &hellip; oh &hellip; Was haben wir denn hier? Ja. Oh, das war diese R&auml;tselvorlage.&ldquo;<br>\nEr gab zu, dass er das Papier eines BVG-Managers nicht &bdquo;vollst&auml;ndig&ldquo; verstanden habe, in dem das Gesch&auml;ft mit der Bank vorgeschlagen wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-kurier.de\/kiez-stadt\/berliner-steuer-euro-sarrazin--150-mio-in-4-minuten-verzockt,7169128,26327848.html\">Berliner Kurier<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wie kann einem Thilo Sarrazin, der sich ja offenbar selbst f&uuml;r &ldquo;h&ouml;herwertig&rdquo; und intellektuell &uuml;berlegen h&auml;lt so etwas passieren? Soweit scheint es mit der Kompetenz dieses Herren nicht her zu sein? Aber dieser Mangel an finanz&ouml;konomischer Kompetenz scheint ihn ja auch einst f&uuml;r den Posten eines Mitglieds des Vorstands der Deutschen Bundesbank pr&auml;destiniert zu haben.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Gerade Sarrazin, der doch angeblich auf Fakten und nicht auf moralische Gesinnung setzen will, wird sich nun wieder einmal von den Medien ungerecht behandelt f&uuml;hlen und &uuml;ber das &bdquo;Meinungskartell&ldquo; der Hauptstadtjournalisten klagen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu auch: Jakob Augstein &ndash; B&ouml;ser Geist der sozialen K&auml;lte<\/strong><br>\nIn seinem neuen Buch klagt ausgerechnet Bestseller-Autor Thilo Sarrazin &uuml;ber mangelnde Meinungsfreiheit. Es ist die Geschichte einer Kr&auml;nkung. Mehr als eine Million Menschen haben Sarrazins Buch gekauft. Aber ihm, dem Anh&auml;nger der Zuchtwahl, blieb der Zuspruch der Meinungseliten versagt. Das kann er nicht verzeihen. Sarrazins Buch &uuml;ber den Tugendterror zieht seine Wucht nicht aus der Sorge um das Wohl der Welt, sondern aus der gekr&auml;nkten Eitelkeit des Autors. Ging es im ersten Buch noch um Genetik, Biopolitik und Demografie, hat Sarrazin inzwischen den Tiefpunkt seiner sozialen Temperatur erreicht:<br>\n&ldquo;Nach dem Scheitern der unterschiedlichsten Gesellschaftsutopien blieb die Gleichheitsidee als ihr kollektives Waisenkind in der Welt. Sie pr&auml;gte die katholische Soziallehre, den Feminismus, die Bewegung der Schwulen und Lesben, die Theologie-, Philosophie- und Soziologie-Lehrst&uuml;hle und sowieso alle heimatlos gewordenen Sozialisten, Marxisten und ihre geistigen Erben. Und nat&uuml;rlich war und ist sie an zentraler Stelle in den K&ouml;pfen unserer mehrheitlich links, gr&uuml;n und sozial eingestellten Medienvertreter.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/jakob-augstein-zum-neuen-buch-von-thilo-sarrazin-a-955247.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Im Grunde ist es schrecklich, dass dieses Machwerk praktisch in allen Medien rezensiert, kommentiert und damit gl&auml;nzend vermarktet wird. Nat&uuml;rlich wollen alle ein Gesch&auml;ft machen. Das geht auch, indem man das Buch skandalisiert. Leider.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&ldquo;Marodes Russland&rdquo;?<\/strong><br>\nDie russische Wirtschaft floriert. Sogar China sieht im Vergleich schlecht aus.<br>\nDaten des Internationalen W&auml;hrungsfonds zufolge betr&auml;gt das russische Pro-Kopf-Einkommen im Jahr 2013, gemessen an Kaufkraftparit&auml;t, etwa 18.600 Dollar und liegt damit fast doppelt so hoch wie der Wert in China von ungef&auml;hr 10.000 Dollar. Und nach Angaben der Weltbank gibt es in Russland beinahe keine extreme Armut, w&auml;hrend der entsprechende chinesische Wert im Jahr 2009 bei 11,8 Prozent lag (aktuellere Daten liegen nicht vor).<br>\nJa, die russische Wirtschaft wurde in den letzten Jahren nicht nur mit soliden makro&ouml;konomischen Strategien aufrechterhalten, sondern auch von weltweit hohen &Ouml;l- und Gaspreisen. Tats&auml;chlich trug der Zusammenbruch der Welt&ouml;lpreise nach 1985 zur schweren Wirtschaftskrise in der Sowjetunion und Russland in den sp&auml;ten 1980er und fr&uuml;hen 1990er Jahren bei. Das ist ein wichtiger Aspekt&hellip;<br>\nObwohl von Korruption &uuml;berschattet, fasste die Marktwirtschaft in Russland Fu&szlig;. Nach mehreren Jahren politischer Grabenk&auml;mpfe und unn&ouml;tiger Verz&ouml;gerungen wurde eine makro&ouml;konomische Stabilisierung erreicht und Russlands Wirtschaftswachstum wiederhergestellt, vor allem als die weltweiten &Ouml;l- und Gaspreise zu steigen begannen. Von 2001 bis 2013 wuchs das russische BIP j&auml;hrlich im Schnitt um robuste 4,4 Prozent.<br>\n&Uuml;berdies erreichte Russland ein gutes Ma&szlig; an Finanzstabilit&auml;t. Der IWF beziffert Russlands Inflationsrate im Jahr 2013 mit 6,9 Prozent und die Arbeitslosenrate mit 5,5 Prozent, w&auml;hrend das Haushaltsdefizit lediglich 0,3 Prozent des BIP betrug. Au&szlig;erdem verf&uuml;gt Russland &uuml;ber Devisenreserven im Ausma&szlig; von 500 Milliarden Dollar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/kommentar\/artikel\/marodes-russland-272\/\">Internationale Politik und Gesellschaft IPG<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>US-Steuerfl&uuml;chtlinge zieht es vor allem in die Schweiz<\/strong><br>\nDie Studie des Rechnungshofs der US-Regierung zeigt, dass 5427 der 12&rsquo;900 Konten aufgedeckten Konten auf Schweizer Banken lagen. Acht Prozent der Konten fanden sich bei britischen Banken, und je vier Prozent bei kanadischen, franz&ouml;sischen, israelischen und deutschen Finanzinstituten. Durchgef&uuml;hrt wurde die Studie im Auftrag der st&auml;ndigen Untersuchungskommission des Senats. Sie wertet die erste Teilamnestie von 2009 aus, die den Steuers&uuml;ndern eine reduzierte Busse anbot und sie vor einer Haftstrafe bewahrte. Dass die Schweiz an der Spitze steht, &uuml;berrascht nicht, hatten die US-Beh&ouml;rden doch nach dem Auffliegen der illegalen, aktiven Beihilfe der UBS zum Steuerbetrug alle Schweizer Banken und ihre Kunden aufs Korn genommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wirtschaft\/USSteuerfluechtlinge-zieht-es-vor-allem-in-die-Schweiz\/story\/21948288\">Tages-Anzeiger<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>18.000 Firmen d&uuml;rfen Arbeitnehmer verleihen<\/strong><br>\nRund 18.000 Betriebe in Deutschland d&uuml;rfen Arbeitnehmer an Fremdfirmen ausleihen. Voraussetzung daf&uuml;r ist eine offiziell erteilte Erlaubnis nach dem Arbeitnehmer&uuml;berlassungsgesetz (A&Uuml;G), wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (18\/573) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen (18\/426) mitteilt. Den Angaben zufolge waren unter den Verleihfirmen (Stichtag 30. Juni 2013) auch rund 6.900 oder 38 Prozent, deren Betriebszweck &bdquo;nicht &uuml;berwiegend&ldquo; die Arbeitnehmer&uuml;berlassung ist, also Mischbetriebe.<br>\nWie den Angaben zufolge aus der Arbeitnehmer&uuml;berlassungsstatistik hervorgeht, waren zum Stichtag insgesamt 852.000 Leiharbeitnehmer in Deutschland registriert, darunter rund 144.000 oder 17 Prozent in Betrieben, deren Zweck &bdquo;nicht &uuml;berwiegend&ldquo; die Arbeitnehmer&uuml;berlassung ist.<br>\nUnter Berufung auf die Statistik schreibt die Regierung weiter, dass es zum Stichtag in rund 13.300 ober 74 Prozent der Verleihbetriebe weniger als 50 Leiharbeitnehmer gab. Bei jenen Firmen, deren Zweck &bdquo;nicht &uuml;berwiegend&ldquo; die Arbeitnehmer&uuml;berlassung ist, hatten den Angaben zufolge sogar etwa 6.400 oder 93 Prozent weniger als 50 Leiharbeitnehmer.<br>\nGrunds&auml;tzlich brauchen alle Arbeitgeber, die Arbeitnehmer an Dritte zur Arbeitsleistung &uuml;berlassen wollen, eine Erlaubnis nach dem A&Uuml;G. Das gilt unabh&auml;ngig davon, ob die Arbeitnehmer&uuml;berlassung der ausschlie&szlig;liche, &uuml;berwiegende oder nicht &uuml;berwiegende Betriebszweck ist. Die Erlaubnis wird erteilt von der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2014_02\/2014_102\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Handel mit Arbeitnehmern scheint jedenfalls ein expandierender Wirtschaftssektor zu sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Nur jeder f&uuml;nfte Hartz-IV-Bezieher gilt statistisch als langzeitarbeitslos<\/strong><br>\nVon den durchschnittlich 6,127 Millionen Leistungsberechtigten, die in der amtlichen Leistungsstatistik nach dem SGB II (Grundsicherungsstatistik) 2013 ermittelt wurden, waren 4,425 Millionen erwerbsf&auml;hige Leistungsberechtigte, sehr oft irref&uuml;hrend als &bdquo;Langzeitarbeitslose&ldquo; bezeichnet. In der amtlichen Arbeitsmarktstatistik wurden 2013 durchschnittlich lediglich 921.000 Personen als Langzeitarbeitslose im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) erfasst, rechnerisch 20,8 Prozent der erwerbsf&auml;higen Leistungsberechtigten&hellip;<br>\nDas hei&szlig;t, nur etwa jeder f&uuml;nfte erwerbsf&auml;hige Leistungsberechtigte (Arbeitslosengeld II), die sehr oft irref&uuml;hrend als &bdquo;Langzeitarbeitslose&ldquo; bezeichnet werden, gilt im Sinne der amtlichen Arbeitsmarktstatistik als langzeitarbeitslos.<br>\n26,103 Prozent der Leistungsberechtigten (bzw. 31,950 Prozent der Langzeitarbeitslosen im Rechtskreis SGB II) lebten 2013 in Nordrhein-Westfalen, 1,512 Prozent (bzw. 1,714 Prozent der Langzeitarbeitslosen im Rechtskreis SGB II) im Land Bremen. Das bev&ouml;lkerungsreichste und das kleinste Bundesland sind die beiden einzigen Bundesl&auml;nder, in denen der Anteil an den Leistungsberechtigten in der Bundesrepublik Deutschland im Beobachtungszeitraum 2007 bis 2013 von Jahr zu Jahr gestiegen ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/biaj.de\/images\/stories\/2014-02-25_sgb2-bund-laender-anteil-2007-2013.pdf\">Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) [PDF &ndash; 173 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Schweiz: Kampf gegen Lohndumping oder Jobkiller?<\/strong><br>\nRund drei Monate vor dem Urnengang zur Mindestlohn-Initiative hat Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann den Abstimmungskampf er&ouml;ffnet. Aus Sicht des Bundesrates w&uuml;rde ein Ja zur Initiative Arbeitspl&auml;tze gef&auml;hrden.<br>\n22 Franken pro Stunde oder 4000 Franken im Monat. Das verlangt der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) als landesweiten Mindestlohn. Mit der Initiative &laquo;F&uuml;r den Schutz fairer L&ouml;hne&raquo; sollen die schw&auml;chsten Player im Arbeitsmarkt gesch&uuml;tzt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/mindestlohn-kampf-gegen-lohndumping-oder-jobkiller\">SRF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Bei solchen Meldungen fragt man sich erst einmal ob man wirklich richtig geh&ouml;rt bzw. gelesen hat? In der Schweiz gibt es also tats&auml;chlich eine Initiative, die einen Mindestlohn von 4000 Franken (3281 &euro;) fordert. Das w&auml;ren etwa 20,50 &euro;\/Stunde. Und in Deutschland wird bei einem geforderten Mindestlohn von 8,50 &euro;\/Stunde der Untergang des Abendlandes beschworen. Man &uuml;berlege sich welchen Schub f&uuml;r die Binnenkonjunktur ein Mindestlohn von 20,50 &euro; in Deutschland bedeuten w&uuml;rde. Ganz abgesehen davon, dass damit die Euro-Krise, die wesentlich durch die deutsche Lohndumping-Politik verursacht wurde, der Vergangenheit angeh&ouml;ren w&uuml;rde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Korruptionsw&auml;chter beklagen verborgene Parteispenden<\/strong><br>\nDie gro&szlig;en Parteien haben im Jahr 2012 rund 429 Millionen Euro eingenommen. Das geht aus den jetzt von Bundestagspr&auml;sident Norbert Lammert (CDU) ver&ouml;ffentlichten Rechenschaftsberichten f&uuml;r jenen Zeitraum hervor. Die Summe blieb im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant: 2011 verbuchten CDU, CSU, SPD, Gr&uuml;ne, Linke und FDP Einnahmen von rund 433,5 Millionen Euro. Dies bedeutete seinerzeit eine Steigerung von etwa 20 Millionen Euro verglichen mit dem Jahr 2010&hellip;<br>\nDie meisten Spenden erhielt nach Berechnungen des Internetportals abgeordnetenwatch.de einmal mehr die CDU mit rund 18,2 Millionen Euro. Die SPD bekam rund 10,5 Millionen Euro, die CSU 6,2 Millionen Euro, die FDP 5,9 Millionen Euro, die Gr&uuml;nen 3,9 Millionen Euro und die Linke 1,9 Millionen Euro. Insgesamt rund 11,1 Millionen Euro kassierten die Parteien von &ldquo;juristischen Personen&rdquo;, also Unternehmen, Verb&auml;nden und Vereinen.<br>\nAls gr&ouml;&szlig;ten Geldgeber im Jahr 2012 identifiziert abgeordnetenwatch.de dabei den Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie, der insgesamt 420.000 Euro verteilte. Die weitaus gr&ouml;&szlig;te Summe ging dabei mit 350.000 Euro an die CSU, SPD und Gr&uuml;ne wurden mit je 35.000 Euro bedacht. Ganz vorne im Spenden-Ranking finden sich den Angaben der Transparenzorganisation zufolge auch die Autobauer Daimler und BMW&hellip;.<br>\nViele Unternehmen w&uuml;rden ihre Spenden st&uuml;ckeln, um unter der Grenze von 50.000 Euro zu bleiben. F&uuml;r diese Praxis f&auml;nden sich in den Rechenschaftsberichten zahlreiche Beispiele, beklagen die Korruptionsw&auml;chter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/rechenschaftsberichte-kritik-an-gestueckelten-parteispenden-a-955525.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>T&uuml;rkei<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Erdogans letzte Schlacht?<\/strong><br>\nEs ist eine dramatische Schlacht, die sich derzeit in der T&uuml;rkei die regierende Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei AKP und ihr vormaliger B&uuml;ndnispartner &bdquo;Hizmet&ldquo; liefern, eine religi&ouml;se Bewegung unter der F&uuml;hrung des seit 1999 in den USA lebenden Fetullah G&uuml;len. Die Auseinandersetzung f&ouml;rdert nach und nach die massiven Rechtsverst&ouml;&szlig;e zu Tage, welche beide Gruppierungen zur Festigung ihrer Macht begingen. Staatsanw&auml;lte, die als G&uuml;len-Sympathisanten gelten, haben ausgreifende Korruptionsermittlungen eingeleitet, von denen bisher unter anderen vier Minister Erdogans betroffen sind. Sogar ein Sohn des Ministerpr&auml;sidenten ist in die Schusslinie geraten.<br>\nErdogan und seine Berater schlagen mittlerweile zur&uuml;ck. Sie beschuldigen die G&uuml;lenisten, einen &bdquo;Staatsstreich auf dem Verwaltungswege&ldquo; zu versuchen. Das Spektrum schmutziger Anschuldigungen ist breit gef&auml;chert: Es reicht von der &bdquo;Produktion fiktiver Beweise&ldquo; gegen die Gener&auml;le, die im vergangenen Jahr verurteilt wurden, weil sie den Sturz der Regierung Erdogan betrieben h&auml;tten, bis zu &bdquo;umfangreichen unerlaubten Abh&ouml;rma&szlig;nahmen&ldquo;.<br>\nDie Prozesse gegen die angeblichen Putschisten ersch&uuml;tterten die T&uuml;rkei zutiefst. Heute durchschaut man sie als das, was sie in Wahrheit waren: Hexenjagden! Das Beweismaterial war bestenfalls d&uuml;rftig, oft aber schlichtweg fabriziert. Die Regie dieser Verfahren lag in den H&auml;nden g&uuml;lenistischer Polizeibeamter, Staatsanw&auml;lte und Medien. Entscheidend aber war die Unterst&uuml;tzung der Regierung Erdogans. Wenn man im Erdogan-Lager jetzt seine H&auml;nde in Unschuld w&auml;scht und allein die G&uuml;lenisten f&uuml;r die Urteile verantwortlich macht, ist das &ndash; gelinde gesagt &ndash; unredlich<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/februar\/erdogans-letzte-schlacht\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><strong>Der m&auml;chtige Herr G&uuml;len<\/strong><br>\nWie ein Prediger mit seiner Bewegung zum Gegenspieler der t&uuml;rkischen Regierung wurde<br>\nStatt wie bisher als &ldquo;Global Leader&rdquo; will sich Recep Tayyip Erdogan seinen W&auml;hlern k&uuml;nftig als &ldquo;F&uuml;hrer der neuen T&uuml;rkei im Kampf um ihre Unabh&auml;ngigkeit&rdquo; pr&auml;sentieren. Testen will er die Wirksamkeit des neuen Ehrentitels bei den Kommunalwahlen am 30. M&auml;rz 2014. Der neue Lobestitel ist keineswegs ein Zeichen von Bescheidenheit angesichts au&szlig;enpolitischer Misserfolge. Vielmehr wollen Erdogan und seine Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) die W&auml;hler davon &uuml;berzeugen, dass die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen einige der Korruption verd&auml;chtige Minister einen Anschlag auf die Unabh&auml;ngigkeit des Landes darstellen.<br>\nGlaubt man dem t&uuml;rkischen Ministerpr&auml;sidenten, sieht die T&uuml;rkei sich heute einer besonders perfiden Verschw&ouml;rung gegen&uuml;ber. Denn dieses Mal hat das feindliche Ausland eine f&uuml;nfte Kolonne von Leuten engagiert, die in Habitus und Geisteshaltung &ndash; islamische Fr&ouml;mmigkeit, stolzes T&uuml;rkentum und patriarchalische Sozialmoral &ndash; den W&auml;hlern und Parteifreunden Erdogans gleichen wie ein Ei dem anderen. Es sind die Anh&auml;nger des t&uuml;rkischen Predigers Fethullah G&uuml;len, der seit 1999 in den USA lebt. Laut Erdogan haben sich diese heimlich und unbemerkt in Polizei und Justiz eingenistet und weitere Bereiche der B&uuml;rokratie infiltriert. Durch Korruptionsvorw&uuml;rfe, die allesamt aus der Luft gegriffen seien, w&uuml;rden diese G&uuml;len-Kader die Regierung unterminieren. Und zwar im Interesse jener Staaten &ndash; an ihrer Spitze Israel und die USA -, die der T&uuml;rkei den Zugewinn an Macht und Wohlstand neiden und das Land deshalb attackieren und schw&auml;chen wollen.<br>\nWer ist dieser Fethullah G&uuml;len? Wie kommt es, dass ein Prediger so gro&szlig;en Einfluss hat? Und was steckt hinter dem Streit der beiden frommen M&auml;nner G&uuml;len und Erdogan?<br>\nDas Besondere an Fethullah G&uuml;len ist, dass er grundlegende Strebungen und Orientierungen der T&uuml;rken b&uuml;ndeln kann wie kein anderer. Der 1938 im ostanatolischen Erzurum &ndash; einer Hochburg konservativer Fr&ouml;mmigkeit &ndash; geborene Prediger baut Br&uuml;cken zwischen Lehrmeinungen, Identit&auml;ten, Handlungsmaximen und Ideologien, die sich in ihrer Reinform gegenseitig auszuschlie&szlig;en scheinen. (&hellip;)<br>\nDie Mitglieder der G&uuml;len-Bewegung in Polizei und Justiz m&uuml;ssen in dieser Auseinandersetzung eine zentrale Rolle gespielt haben. Zwar opponieren auch andere Gruppen mit starker religi&ouml;ser Identit&auml;t gegen den laizistischen Machtblock, aber keine andere religi&ouml;s-konservative Bewegung verf&uuml;gt &uuml;ber so viele formal gebildete Mitglieder in der B&uuml;rokratie sowie &uuml;ber eine ausdifferenzierte und funktionierende innere Hierarchie, die entschlossenes und planvolles Handeln erst m&ouml;glich macht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2014\/02\/14.mondeText1.artikel,a0036.idx,7\">Le Monde diplomatique<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Ernstzunehmende Konkurrenz im t&uuml;rkischen Inland braucht der amtierende t&uuml;rkische Ministerpr&auml;sident mit der Ambition, in K&uuml;rze das Amt des mit weit mehr Vollmachten ausgestatteten Pr&auml;sidenten zu bekleiden, nicht f&uuml;rchten: Es gibt ihn oder sie leider nicht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Erdogans Telefon-Gate<\/strong><br>\nEin absurdes YouTube-Video geht um die Welt: Aus Angst vor einer Razzia soll der t&uuml;rkische Ministerpr&auml;sident seinen Sohn Bilal am Telefon gedr&auml;ngt haben, Millionen Euro aus dem Haus zu schaffen. Obwohl es bereits l&auml;nger am Bosporus zum schlechten Stil geh&ouml;rt, politische Gegner mit illegal mitgeschnittenen Telefon- und Videoaufnahmen zu diskreditieren, sind die jetzt ver&ouml;ffentlichten Mitschnitte der ersten Familie des Landes auch f&uuml;r das t&uuml;rkische Publikum eine schwer zu verdauende Kost. Denn sollten die Gespr&auml;che tats&auml;chlich so stattgefunden haben, w&auml;ren Erdogan und seine gesamte Familie als Diebe &uuml;berf&uuml;hrt. Dabei geht es um hohe Summen. Noch in der Nacht von Montag auf Dienstag, als das Video bereits eine Million Mal angeklickt war, lie&szlig; Erdogan eine Erkl&auml;rung ver&ouml;ffentlichen, in der er die Telefonmitschnitte als &ldquo;plumpe F&auml;lschung&rdquo; bezeichnete. &Auml;hnlich &auml;u&szlig;erte er sich am Dienstag vor seiner Fraktion. F&uuml;r die Opposition gibt es dagegen keinen Zweifel, dass die Telefonate zwischen Erdogan und seinem Sohn Bilal so stattgefunden haben. Oppositionsf&uuml;hrer Kemal Kilicdaroglu von der kemalistischen CHP forderte Erdogans R&uuml;cktritt. Eine unabh&auml;ngige Pr&uuml;fung des Mitschnitts wird es bis zu den Kommunalwahlen am 30. M&auml;rz wohl nicht mehr geben. Seit den ersten Verhaftungen in der Korruptionsaff&auml;re am 17. Dezember hat Erdogan Tausende Polizisten und Staatsanw&auml;lte versetzt, sodass von einer funktionierenden Justiz, die diesem Verdacht nun nachgehen k&ouml;nnte, kaum die Rede sein kann. Auch die Medien sind so weit Partei oder eingesch&uuml;chtert, dass die W&auml;hler auch von dieser Seite kaum auf neutrale Aufkl&auml;rung hoffen k&ouml;nnen. Deshalb steigt nun die Spannung vor dem W&auml;hlervotum Ende M&auml;rz. Bei den dann landesweit am gleichen Tag stattfindenden Kommunalwahlen wird sich zeigen, ob es der AKP trotz der Proteste um den Gezi-Park im Sommer und dem Korruptionsskandal, der nun den Winter dominiert, gelingt, ihre Anh&auml;ngerschaft zu mobilisieren. Vom Ergebnis der Kommunalwahlen werden dann auch die Pr&auml;sidentschaftswahlen im Sommer und die Parlamentswahlen im Fr&uuml;hjahr 2015 gepr&auml;gt sein.<br>\nQuelle. <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2014%2F02%2F26%2Fa0041&amp;cHash=be3ba47494d8e756ee1520c714d14950\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auch hier kann man etwas bang fragen, wo ist die Alternative.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Europarat wirft Deutschland Ignoranz von Rassismus vor<\/strong><br>\nDer Europarat sorgt sich um den Umgang mit Rassismus und Intoleranz in der Bundesrepublik. Deutschland m&uuml;sse mehr gegen die Diskriminierung von Minderheiten unternehmen, fordert eine Expertenkommission. Oft werde Rassismus gar nicht als solcher erkannt. Konkret bem&auml;ngelt die Kommission unter anderem folgende Punkte: \n<ul>\n<li>Deutschland habe bislang noch nicht das Protokoll Nr. 12 zur Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention ratifiziert. Dieses schreibt ein allgemeines Diskriminierungsverbot fest. Deutsche Beh&ouml;rden h&auml;tten gegen&uuml;ber der ECRI die Sorge ge&auml;u&szlig;ert, &ldquo;dass einige Unterscheidungen im deutschen Recht auf der Grundlage der Staatsangeh&ouml;rigkeit, z.B. in Zusammenhang mit bestimmten Sozialleistungen, gegebenenfalls nicht mit dem Protokoll Nr. 12 vereinbar sind.&rdquo;<\/li>\n<li>Rassistische Motive seien noch immer nicht im Strafgesetzbuch als strafversch&auml;rfender Umstand aufgenommen worden. Zwei entsprechende Initiativen sind 2008 und 2012 vom Bundesrat blockiert worden. Die ECRI weist darauf hin, dass eine Untersuchung von 120 F&auml;llen, die rassistisch motivierte Straftaten involvierten, zum Ergebnis gef&uuml;hrt hat, dass lediglich 16 der 79 Urteile und Haftstrafen diese Motive genannt haben. Zudem diagnostiziert der Europarat im Bereich Aufstachelung zum Hass &ldquo;einen erheblichen Grad von Straffreiheit&rdquo;.<\/li>\n<li>Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nenne nicht explizit die Kriterien der Sprache und der Staatsangeh&ouml;rigkeit als Diskriminierungsgr&uuml;nde. Zudem sei es der Polizei in Deutschland gestattet, Identit&auml;ts&uuml;berpr&uuml;fungen durchzuf&uuml;hren, wenn keine Verdachtsmomente vorliegen. Dies f&ouml;rdere diskriminierende Praktiken, wie das sogenannte Racial Profiling. Diese Praxis m&uuml;sse ausdr&uuml;cklich verboten werden.<\/li>\n<li>Der Begriff Rassismus werde in Deutschland h&auml;ufig zu eng ausgelegt und mit organisierten Gruppen verbunden. Der rassistische und besonders der fremdenfeindliche Charakter in Teilen der &ouml;ffentlichen Debatte werde immer noch nicht ausreichend verdeutlicht.<\/li>\n<li>Es gebe eine erhebliche Diskriminierung von LGBT-Personen. Also von Menschen, die lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender sind. Dies f&uuml;hre dazu, dass diese Menschen ihre sexuelle Orientierung verbergen. Besonders in den Schulen gebe es eine hohes Ma&szlig; an Homophobie. &ldquo;Viele LGBT-Personen leiden unter der Diskriminierung durch Fachpersonal aus dem Gesundheitswesen&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Bericht weiter. Zudem fehle es an einer bundesweiten Strategie, um die Mehrheitsbev&ouml;lkerung zu diesen Themen aufzukl&auml;ren und Toleranz zu f&ouml;rdern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/europarat-kritisiert-rassismus-und-intoleranz-in-deutschland-a-955415.html\">Spiegel Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.coe.int\/t\/dghl\/monitoring\/ecri\/Country-by-country\/Germany\/DEU-CbC-V-2014-002-DEU.pdf\">ECRI-Bericht &uuml;ber Deutschland (f&uuml;nfte R&uuml;fungsrunde) [PDF &ndash; 634 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Europarat fordert weiterhin eine Reform des Systems zur Erfassung und Verfolgung von &bdquo;rassistischen, fremdenfeindlichen, homo- und transphoben&ldquo; Vorf&auml;llen mit dem Ziel, dass jeder Fall, dem ein solches Motiv zugrunde liegt, einer eingehenden Untersuchung unterzogen wird. Da muss man sich allerdings vor Augen halten, was als fremdenfeindliche Gewalttat gilt. In der deutschen Praxis werden ernstere Bedrohungen und N&ouml;tigungen von der Polizei erst gar nicht als Gewalttaten erfasst &ndash; aus der Opferperspektive schon. Auch werden Sachbesch&auml;digungen im Gegensatz zu Brandstiftungen meist nicht als fremdenfeindlich motivierte Gewalt erfasst. H&auml;ufig wird, wenn einschl&auml;gige &Auml;u&szlig;erungen der T&auml;ter vor, w&auml;hrend oder nach der Tat, nicht gegeben sind, fremdenfeindliche Gewalt verneint, auch wenn die spezifische Opferauswahl eine genauere Untersuchung nahelegt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Nochmals zu Kampf um kluge K&ouml;pfe: Wissenschaftler wandern aus Deutschland ab<\/strong><br>\nDazu merkt Sebastian Thieme an:\n<blockquote><p>\nSie haben das dankenswerterweise mit einem pers&ouml;nlichen Eindruck kommentiert, der sich mit einem Eindruck (als Nachwuchswissenschaftler; &Ouml;konom) deckt.<\/p>\n<p>Ich m&ouml;chte allerdings noch kritisch folgende Punkte hinzuf&uuml;gen:<\/p>\n<ol>\n<li>Wer sich die <a href=\"http:\/\/www.e-fi.de\/mitglieder.html?&amp;L=0\">ExpertInnen der Kommission f&uuml;r Forschung und Innovation anschaut<\/a> wird sich kaum des Eindrucks erwehren k&ouml;nnen, dass dort vor allem &ouml;konomische (bzw. betriebswirtschaftliche) Ma&szlig;st&auml;be angelegt werden. So sehr es also zu begr&uuml;&szlig;en ist, dass die schlechte Situation f&uuml;r den wissenschaftlichen Nachwuchs erw&auml;hnt wird, so sehr steht diese Kritik wiederum im Blickwinkel der &ouml;konomischen Verwertbarkeit. W&uuml;rde sich die prek&auml;re Situation nicht wirtschaftlich negativ auswirken, dann w&auml;re die schlechte Situation des Nachwuchses gar kein Thema.\n<p>Dabei lie&szlig;e sich das Thema auch von einer anderen, nicht (rein) &ouml;konomischen Seite her aufziehen: N&auml;mlich von der Frage der Wissenschaftsfreiheit her. Ist sie unter den herrschenden Bedingungen &uuml;berhaupt gew&auml;hrleistet? Welche Rolle spielen dort materielle Absicherung und Berufsperspektive?<\/p>\n<p>Gleiches gilt f&uuml;r Wissenschaftlichkeit bzw. Qualit&auml;t von Wissenschaft allgemein. L&auml;sst sich unter den prek&auml;ren Bedingungen, denen der Nachwuchs ausgeliefert ist, &uuml;berhaupt noch eine qualitativ hochwertige Wissenschaft betreiben?<\/p><\/li>\n<li>Im Artikel ist von &ldquo;kl&uuml;gsten K&ouml;pfen&rdquo; und den &ldquo;besten&rdquo; WissenschaftlerInnen die Rede, die Deutschland verloren gehen. Doch was ist der Ma&szlig;stab daf&uuml;r? Wann ist jemand klug, wann jemand kl&uuml;ger als andere? Wann geh&ouml;rt jemand zu den &ldquo;besten&rdquo; WissenschaftlerInnen? L&auml;sst sich das wissenschaftlich &uuml;berhaupt seri&ouml;s behaupten?\n<p>Der Blick auf die Zusammensetzung der ExerpertInnen-Kommission l&auml;sst es bereits erahnen, dass RomanistInnen, GermanistInnen, SteuerexpertInnen usw. wohl eher nicht unter die &ldquo;kl&uuml;gsten&rdquo; und &ldquo;besten&rdquo; K&ouml;pfe fallen. Oder etwas spitzer formuliert: Die wissenschaftliche Qualit&auml;t der Abgewanderten wird wohl mehr oder weniger nur in einem sehr eingeschr&auml;nkt-&ouml;konomischen Verst&auml;ndnis dazu bef&auml;higen, zu den &ldquo;kl&uuml;gsten&rdquo; oder &ldquo;besten&rdquo; K&ouml;pfen gez&auml;hlt zu werden.<\/p><\/li>\n<li>Neben der Abwanderung in andere L&auml;nder existiert noch eine ganz andere Gefahr: Die Abwanderung in Bereiche au&szlig;erhalb der Wissenschaft. Das hei&szlig;t, dass aufgrund der schlechten Lehr- und Forschungsbedingungen h&auml;ufig genug die Frage im Raum steht, &ldquo;Soll ich mich als WissenschaftlerIn weiter von Projekt zu Projekt hangeln, oder soll ich mir etwas ganz anderes suchen?&rdquo;.\n<p>Letztlich bedeutet das die Existenz eines Heers an gut ausgebildeten Menschen, denen die Gesellschaft nicht die M&ouml;glichkeit bietet, ihre F&auml;higkeiten einzusetzen. Was wissenschaftlich an Know-how aufgebaut wurde, bricht damit weg. Und es ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass jemand, der oder die die Wissenschaft verl&auml;sst, sich ihr sp&auml;ter wieder zuwendet (oder zuwenden kann).<\/p>\n<p>Aber gut, aus einer zynisch-&ouml;konomischen Perspektive sind das dann wohl &ldquo;Fehlinvestitionen&rdquo;: Es handelt sich nicht um die &ldquo;besten&rdquo; oder &ldquo;kl&uuml;gsten&rdquo; K&ouml;pfe, die &ndash; statt abzuwandern &ndash; halt &ldquo;im Land&rdquo; bleiben und (so das bekannte Vorurteil) Taxi fahren m&uuml;ssen.<\/p><\/li>\n<li>Hinsichtlich der Probleme des wissenschaftlichen Nachwuchses wird h&auml;ufig auf den mangelhaften Mittelbau der Universit&auml;ten verwiesen. Das ist zwar richtig, greift aber etwas zu kurz. Verbunden ist damit eigentlich ein anderes und recht brisantes Problem, n&auml;mlich das der Abh&auml;ngigkeiten und Machtverh&auml;ltnisse im Hochschulsystem.\n<p>Ich meine, es ist doch kein Wunder, wenn das Mittelbauproblem nicht wirklich angegangen wird von jenen, die a) ma&szlig;geblich Gestaltungsmacht besitzen und b) mit einem starken Mittelbau wom&ouml;glich an Macht einb&uuml;&szlig;en w&uuml;rden. Damit meine ich ganz konkret die Stellung der HochschullehrerInnen (ProfessorInnen). Das Nachwuchs- und Mittelbauproblem l&auml;sst sich nur mit einer Umstrukturierung der bisherigen Kompetenzen und Rollen beheben &ndash; und dar&uuml;ber werden die vom bisherigen System privilegierten Gruppen wenig erfreut sein. Stellen wir uns doch einfach mal vor, was passiert, wenn auf einmal ein Heer an bisher prek&auml;r besch&auml;ftigten WissenschaftlerInnen berufen w&uuml;rde &hellip;<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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