{"id":2089,"date":"2007-02-07T08:08:58","date_gmt":"2007-02-07T07:08:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2089"},"modified":"2016-01-14T16:23:54","modified_gmt":"2016-01-14T15:23:54","slug":"rechtsgutachten-der-akkreditierung-von-studiengangen-fehlt-rechtsgrundlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2089","title":{"rendered":"Rechtsgutachten: Der Akkreditierung von Studieng\u00e4ngen fehlt Rechtsgrundlage"},"content":{"rendered":"<p>Da nach der gegenw&auml;rtig vorherrschenden Meinung der Staat sich aus den Hochschulen m&ouml;glichst komplett heraushalten soll, wurden auch Rahmenpr&uuml;fungsordnungen und sonstige rechtlichen Vorgaben zur Qualit&auml;tskontrolle von Studieng&auml;ngen abgeschafft. Akkreditierung hie&szlig; das neue Zauberwort zur Kontrolle der Qualit&auml;t der Studieng&auml;nge. Diese Akkreditierung sollte selbstverst&auml;ndlich von privaten Akkreditierungsagenturen verliehen werden, die ihrerseits allenfalls noch von einer &ouml;ffentlich eingerichteten Stiftung anerkannt werden sollten.<br>\nEin in der Juristenzeitung ver&ouml;ffentlichtes <a href=\"http:\/\/www.moritz-medien.de\/68+M5b905eb6b4f.html\">Rechtsgutachten<\/a> von Prof. Joachim Lege kommt nun zu dem Ergebnis, dass das Akkreditierungswesen &bdquo;in tiefer rechtlichen Finsternis&ldquo; liege. Es sei &bdquo;Kontrolle ohne Verantwortung&ldquo; und sowohl das Verfahren selbst, als auch die Pflicht zur Akkreditierung seien formal- sowie verfassungsrechtlich &auml;u&szlig;erst bedenklich. War also der bisherige teure Aufwand der Hochschulen ohne rechtliche Relevanz? Wolfgang Lieb.<br>\n<!--more--><br>\nLege, Inhaber des Lehrstuhls f&uuml;r &Ouml;ffentliches Recht, Verfassungsgeschichte, Rechts- und Staatsphilosophie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universit&auml;t Greifswald, res&uuml;miert:<br>\nDie Akkreditierung von Studieng&auml;ngen sei trotz privatrechtlicher Organisation der Agenturen nach &ouml;ffentlichem Recht zu beurteilen. Die Erteilung der Akkreditierung (das Akkreditat) sei ein Verwaltungsakt, sofern sie verbindlich &uuml;ber die Einrichtung oder Genehmigungsf&auml;higkeit eines Studiengangs  entscheide.<br>\nEnthielte das  Akkrediktat jedoch keine verbindliche Entscheidung, sei eine gesetzliche Verpflichtung zur Akkreditierung angesichts des damit verbundenen finanziellen, zeitlichen und organisatorischen Aufwands unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig, d.h. nichtig.<\/p><p>Eine Verpflichtung zur Akkreditierung best&uuml;nde schon aus formalen Gr&uuml;nden nicht. Es fehle bereits an &bdquo;anerkannten Stellen&ldquo; (vgl. &sect;28 V 2 LHG M-V), die sie durchf&uuml;hren k&ouml;nnten: Die Akkreditierungsagenturen bed&uuml;rften n&auml;mlich, weil sie hoheitliche Gewalt aus&uuml;ben, der Beleihung. Diese sei bislang nicht erfolgt, noch k&ouml;nne sie auf Grundlage der jetzigen Gesetze erfolgen.<\/p><p>Unabh&auml;ngig von diesen rechtsstaatlichen Bedenken versto&szlig;e die Pflicht zur Akkreditierung von Studieng&auml;ngen eklatant gegen Art. 5 III GG. Das Akkreditierungswesen lasse vom Wesen der Universit&auml;t (vgl. auch Art. 19 II GG) kaum etwas &uuml;brig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da nach der gegenw&auml;rtig vorherrschenden Meinung der Staat sich aus den Hochschulen m&ouml;glichst komplett heraushalten soll, wurden auch Rahmenpr&uuml;fungsordnungen und sonstige rechtlichen Vorgaben zur Qualit&auml;tskontrolle von Studieng&auml;ngen abgeschafft. 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