{"id":21000,"date":"2014-03-06T08:53:20","date_gmt":"2014-03-06T07:53:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000"},"modified":"2014-03-06T14:14:51","modified_gmt":"2014-03-06T13:14:51","slug":"hinweise-des-tages-2081","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h01\">Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h02\">EU-Kommission r&uuml;gt deutsche Export&uuml;bersch&uuml;sse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h03\">Tarifpolitischer Jahresbericht 2013<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h04\">Jobcenter Berlin: Gesamtverwaltungskosten 2005 bis 2013\/2014<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h05\">Missbrauch von Werkvertr&auml;gen und Lohnsklaverei im Fadenkreuz der Gewerkschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h06\">15 EU-L&auml;nder haben Mindestl&ouml;hne erh&ouml;ht &ndash; Deutschland startet im westeurop&auml;ischen Vergleich moderat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h07\">Nochmals: Mindestlohn: Feilschen um die Ausnahmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h08\">Die verunsicherte Mitte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h09\">Die vergessenen Rentner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h10\">Berlin: Hohes Armutsrisiko<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h11\">L&auml;nderfinanzausgleich LINKS gedacht: sozial und solidarisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h12\">Von der Feigheit der Christenmenschen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h13\">Du sollst den Kern nicht spalten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h14\">Die Herrschaft der Maschinen: Was wir verlieren, wenn Computer f&uuml;r uns entscheiden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h15\">Brauchen wir solche Experten?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h16\">Das Schattenreich der Seilschaften in Wirtschaft, Verb&auml;nden und Politik  <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h17\">Herr H&ouml;fer, wann haben Sie gemerkt, dass der Kapitalismus keinen Spa&szlig; mehr macht?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h18\">Brief an die Chefredakteure von ARD-aktuell zur Venezuela-Berichterstattung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h19\">Afrika-Einsatz: &bdquo;Das hatten wir Euch doch gleich gesagt&hellip;&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Ukraine<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wer waren die Scharfsch&uuml;tzen auf dem Majdan?<\/strong><br>\nWaren die Scharfsch&uuml;tzen auf den D&auml;chern rund um den Majdan von Janukowitsch angeheuert oder von der Opposition bezahlt? Ein abgeh&ouml;rtes Telefonat zwischen Estlands Au&szlig;enminister und der EU-Au&szlig;enbeauftragten Ashton st&ouml;&szlig;t die Debatte neu an. [&hellip;]<br>\nNun gibt es den Mitschnitt von einem Telefonat zwischen Estlands Au&szlig;enminister Urmas Paet und der EU-Au&szlig;enbeauftragten Catherine Ashton, dessen Echtheit Paet nach Informationen der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti bereits best&auml;tigt hat. Darin berichtet Peat von seinem Besuch in Kiew am 25. Februar.<br>\nEine &Auml;rztin (Olga Bogomolez) habe ihm berichtet, dass Scharfsch&uuml;tzen auf die Menschen in Kiew schossen und sie t&ouml;teten. &bdquo;Ihr zufolge deuten alle Indizien darauf hin, dass Menschen auf beiden rivalisierenden Seiten von ein und denselben Scharfsch&uuml;tzen erschossen wurden&ldquo;, sagte Au&szlig;enminister Paet in dem Gespr&auml;ch, das auch vom Moskauer Staatsfernsehen ver&ouml;ffentlicht wurde. Die &Auml;rztin habe gesagt, dass alle Menschen mit der gleichen Munition und auf die gleiche Art und weise get&ouml;tet wurden.<br>\nDie Majdan-Koalition sei nicht gewillt, die Umst&auml;nde der Todessch&uuml;sse zu kl&auml;ren, sagte Paet, das sei besorgniserregend. Damit sei der &bdquo;Verdacht erh&auml;rtet, dass hinter den Scharfsch&uuml;tzen nicht Janukowitsch, sondern jemand aus der Koalition gestanden habe&ldquo;, soll Paet in dem Gespr&auml;ch am 26. Februar gesagt haben.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ashton-telefonat-abgehoert-wer-waren-die-scharfschuetzen-auf-dem-majdan-12833560.html%20\">FAZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/weltnetz.tv\/video\/532\">Das Gespr&auml;ch von Ashton und Paete mit deutschem Transkript &ndash; Weltnetz.tv<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Und Frau Ashton schwieg zu der Aussage des Au&szlig;enministers.<\/em><br>\n<em>Warum wohl? Weil sie es vermutlich wusste.<\/em><\/p><\/li>\n<p><strong>Die Ukraine muss sich zusammenrei&szlig;en<\/strong><br>\nSanktionen gegen Russland sind in der derzeitigen Lage Unsinn, sagt der amerikanische &Ouml;konom Jeffrey D. Sachs. Er fordert Kiew zum Umdenken auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2014-03\/Interview-Jeffrey-Sachs-Ukraine\/komplettansicht\">ZEIT<\/a><\/p>\n<li><strong>R&ouml;ttgen will Putin in die Schranken weisen<\/strong><br>\nIm Konflikt um die ukrainische Halbinsel Krim hat der Vorsitzende des Ausw&auml;rtigen Ausschusses des Bundestags, Norbert R&ouml;ttgen, ein z&uuml;giges Durchgreifen der westlichen Staatengemeinschaft gegen&uuml;ber dem russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin gefordert. &ldquo;Es muss extrem schnell und geschlossen Klarheit geschaffen werden&rdquo;, sagte der CDU-Politiker in einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT.<br>\nEs sei nicht akzeptabel, was dieser mit milit&auml;rischen Mitteln erzwungen  hat. &ldquo;Machen wir uns bewusst: Er kontrolliert praktisch die Krim und hat sich auch als innerukrainischer Machtfaktor zur&uuml;ck ins Spiel gebracht.&rdquo;  Damit habe Putin seine strategischen Ziele bereits erreicht.<br>\nR&ouml;ttgen zufolge ist nun das wichtigste Ziel, sicherzustellen, dass die Ukraine allein &uuml;ber ihre Zukunft entscheidet. &ldquo;Inakzeptabel w&auml;re es, mit  Russland &uuml;ber die Ukraine zu verhandeln &ndash; was nach meiner Einsch&auml;tzung das eigentliche diplomatische Ziel von Putin ist&rdquo;, sagte der CDU-Politiker&hellip;<br>\nDer Au&szlig;enpolitiker sprach sich indirekt daf&uuml;r aus, auch Sanktionen gegen Russland zu erw&auml;gen. &ldquo;Reden ist wichtig, da stimme ich Au&szlig;enminister Steinmeier zu, aber es reicht nicht.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2014-03\/krim-ukraine-roettgen-putin\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> &ldquo;R&ouml;ttgen zufolge ist nun das wichtigste Ziel, sicherzustellen, dass die Ukraine allein &uuml;ber ihre Zukunft entscheidet.&rdquo; Die Ukraine hatte bereits alleine &uuml;ber ihre Zukunft entschieden und zwar das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen. Man kann von Junokowitsch halten was man will, aber diese Entscheidung wurde von einer gew&auml;hlten Regierung getroffen. Die Folgen sind bekannt, Janukowitsch wurde durch einen Staatsstreich unter wesentlicher Beteiligung der EU und Deutschlands aus dem Amt gejagt. Die Unzufriedenheit vieler Ukrainer mit dessen korrupter Amtsf&uuml;hrung d&uuml;rfte dabei f&uuml;r Steinmeier &amp; Co wenig relevant gewesen sein, sondern war bestenfalls ein willkommenes Vehikel. Man darf wohl behaupten, dass Janukowitsch noch im Amt w&auml;re h&auml;tte er das Assoziierungsabkommen mit der EU unterzeichnet.<\/em><br>\n<em>Man sollte sich nun aber h&uuml;ten zu behaupten, die Ablehnung des Abkommens sei allein auf Druck Russlands zustande gekommen. Sicher war Janukowitsch ein Mann des von Bergbau und Schwerindustrie gepr&auml;gten Ostens der Ukraine. Gerade diese Industrie h&auml;tte aber wesentliche Nachteile aus dem Assoziierungsabkommen erfahren, dessen wesentliche Bestandteile eine umfassende Freihandelszone und die Forderung nach umfassenden wirtschaftlichen und sozialpolitischen &ldquo;Reformen&rdquo; waren. Da diese Unternehmen den in der EU beheimateten, explizit den deutschen Konzernen, bei der Beseitigung aller Handelsschranken und dem Abbau der Staatshilfen wenig h&auml;tten entgegensetzen k&ouml;nnen. So empfiehlt etwa eine, im Auftrag der EU verfassten und im Juni 2011 vero&#776;ffentlichte Studie, bis zum Jahr 2016 insgesamt 29 Kohlegruben zu schlie&szlig;en. Ein weiteres  Beispiel ist die ukrainische Landwirtschaft. Die EU wollte der Landwirtschaft der Ukraine im Rahmen des Freihandelsabkommens nur in sehr beschra&#776;nktem Umfang Zugang zum europa&#776;ischen Binnenmarkt gewa&#776;hren, erwartet aber gleichzeitig die &Ouml;ffnung des ukrainischen Marktes f&uuml;r die hochsubventionierten Agrarprodukte aus der EU. Die m&ouml;glichen Folgen kann man sich leicht ausmalen.<\/em><br>\n<em>Nat&uuml;rlich bestand Janukowitschs Wa&#776;hlerpotential weitestgehend aus den Arbeitnehmern im produzierenden Gewerbe eben dieser russisch gepr&auml;gten Gebiete im Osten der Ukraine. Und diese w&auml;ren wohl am meisten von den, mit den von der EU geforderten &ldquo;Reformen&rdquo; verbundenen sozialen Einschnitten betroffen gewesen. Janukowitsch hat also durchaus im Interesse eine beachtlichen Teils der ukrainischen Bev&ouml;lkerung gehandelt als er das Assoziierungsabkommen ablehnte.<\/em><br>\n<em>Abschlie&szlig;end w&uuml;rde man dann von Herren R&ouml;ttgen und den Schreibtischstrategen in den Redaktionen der Mainstreampresse gerne erfahren wie es denn um das Selbstbestimmungsrecht Griechenlands bestellt ist? Dort wird den B&uuml;rgern von der Troika aus IWF, EU-Kommission und EZB, die nicht einmal ansatzweise eine demokratische Legitimation besitzt, seit mehr als drei Jahren eine Verelendungspolitik oktroyiert, ohne dass hier auch nur ein Hahn danach kr&auml;ht. Sollte die Ukraine die Hilfsgelder von EU und IWF annehmen, dann ist es mit dem Selbstbestimmungsrecht dieses Landes sowieso vorbei. Aber das ist nat&uuml;rlich etwas ganz anderes.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Konstantin Wecker: Die Verlogenheit des Westens<\/strong><br>\nDemonstranten werden ja nur in der T&uuml;rkei niedergekn&uuml;ppelt, und Angriffe auf fremdes Territorium werden nur von Russland verursacht. Daher m&uuml;ssen die Guten und Fleckenreinen aus dem Westen nun kr&auml;ftig den moralischen Zeigefinger erheben. Die NATO-Staaten sind nicht nur Weltpolizei, sondern auch oberste moralische Instanz, eine Art Welt-Sittlichkeitsverein. Konstantin Wecker, bestimmt kein Freund des Systems Putin, kann diese Verlogenheit nicht mehr ertragen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/2014\/03\/05\/konstantin-wecker-die-verlogenheit-des-westens\/\">Hinter den Schlagzeilen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>EU-Kommission r&uuml;gt deutsche Export&uuml;bersch&uuml;sse<\/strong><br>\nUm Schaden von der Euro-Zone abzuwenden, fordert die Br&uuml;sseler Beh&ouml;rde mehr Investitionen zur St&auml;rkung der Binnennachfrage&hellip;<br>\nDeutschland hat 2013 Waren im Wert von rund 199 Milliarden Euro mehr exportiert als importiert. Das ist nicht nur der bislang gr&ouml;&szlig;te Export&uuml;berschuss der deutschen Geschichte, sondern auch der gr&ouml;&szlig;te weltweit&hellip;<br>\nDer &Uuml;berschuss in der deutschen Leistungsbilanz&hellip;entspricht rund sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die EU-Kommission stuft Werte von mehr als sechs Prozent als stabilit&auml;tsgef&auml;hrdend ein. Bu&szlig;gelder oder Sanktionen drohen Deutschland aber nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/domesticNews\/idDEBEEA2403E20140305\">Reuters<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sicher, die deutsche Investitionsquote z&auml;hlt zu den niedrigsten weltweit. Allein um den Durchschnitt des Euroraums zu erreichen, w&auml;ren jedes Jahr zus&auml;tzliche Investitionen in H&ouml;he von rund drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts notwendig. Das DIW Berlin sch&auml;tzt den Investitionsbedarf nach eigenen Berechnungen auf <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/sixcms\/detail.php?id=diw_01.c.423464.de\">rund 75 Milliarden Euro j&auml;hrlich<\/a>. Aber was Deutschland noch n&ouml;tiger h&auml;tte, w&auml;re eine gr&ouml;&szlig;ere Binnennachfrage, die auch den Importen zugute k&auml;me. Und wenn schon der Staat spart und nicht investiert, k&ouml;nnen nur die Arbeitnehmer durch h&ouml;here L&ouml;hne f&uuml;r eine gr&ouml;&szlig;ere Binnennachfrage sorgen, doch die Reall&ouml;hne <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pm_ta_2014_02_25.pdf\">0,7 Prozent niedriger als im Jahr 2000 [PDF &ndash; 95.2 KB]<\/a>.<\/em> <\/p>\n<p><strong>Dazu: Vom Euro-Mustersch&uuml;ler zum St&ouml;renfried<\/strong><br>\nMit den &Uuml;bersch&uuml;ssen der letzten zehn Jahre k&ouml;nnte Deutschland die Staatsschulden von Spanien, Portugal und Griechenland tilgen. Im Verh&auml;ltnis zur Wirtschaftsleistung lag der deutsche Leistungsbilanz&uuml;berschuss mit mehr als sieben Prozent 2013 sogar klar &uuml;ber dem chinesischen &Uuml;berschuss von 2,6 Prozent. Diese Erfolgsbilanz provoziert neben der EU auch die USA und den Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF). Sie alle dr&auml;ngen Berlin, gegenzusteuern. Denn Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse eines Landes bedeuten zwangsl&auml;ufig, dass andere L&auml;nder ins Minus rutschen, weil sie die deutsche Warenflut &uuml;ber Kredite finanzieren&hellip;<br>\nDenn w&auml;hrend die EU-Kritik an den hohen Export&uuml;bersch&uuml;ssen von der Bundesregierung bisher mit dem Argument zur&uuml;ckgewiesen wurde, dass die Zahlen schlicht Ausweis der hohen internationalen Wettbewerbsf&auml;higkeit deutscher Firmen seien, findet dieser Aspekt jetzt in der der Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums nur noch am Rande Erw&auml;hnung.<br>\nStattdessen ist davon die Rede, dass die Ursachen der &Uuml;bersch&uuml;sse &bdquo;vielf&auml;ltig und komplex&ldquo; seien, zitiert die &bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo; aus dem zweiseitigen Positionspapier des Vizekanzlers. &bdquo;Dazu geh&ouml;rt insbesondere das vergleichsweise niedrige Investitionsniveau.&ldquo; So machten die Investitionen in Deutschland nur 17 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Leistung aus, w&auml;hrend die Quote im Durchschnitt aller Industriel&auml;nder bei 20 Prozent liege.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/bruessel-gegen-deutschland-vom-euro-musterschueler-zum-stoerenfried\/9572980.html\">Handelsblatt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Tarifpolitischer Jahresbericht 2013<\/strong><br>\nDie Tarifrunde 2013 kn&uuml;pfte an die Entwicklung des Vorjahres an: Es gelang den Gewerkschaften Tarifabschl&uuml;sse von durchschnittlich &uuml;ber 3 % durchzusetzen. Die in 2013 in Kraft getretenen Abschlussraten fielen zwar etwas geringer aus als im Vorjahr, aber die jahresbezogene Tarifsteigerung f&uuml;hrte angesichts der verhaltenen Entwicklung der Verbraucherpreise dennoch zu einem realen Anstieg der Tarifl&ouml;hne und -geh&auml;lter von<br>\ngut 1 %. Langwierige, zum Teil sehr konfliktreiche aber auch erfolgreiche Tarifauseinandersetzungen gab es in Niedriglohnbranchen, so zum Beispiel im Bewachungsgewerbe, im Friseurhandwerk, in der Leiharbeit und auch im Einzelhandel. Die aktuelle Tarifrunde 2014 steht unter leicht verbesserten wirtschaftlichen Vorzeichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_ta_jb_2013\">WSI<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Jobcenter Berlin: Gesamtverwaltungskosten 2005 bis 2013\/2014<\/strong><br>\n456,3 Millionen Euro wurden von den 12 Berliner Jobcentern 2013 f&uuml;r deren &ldquo;Gesamtverwaltungskosten&rdquo; ausgegeben, 147,7 Millionen Euro (47,9 Prozent) mehr als die 308,6 Millionen Euro f&uuml;nf Jahre zuvor (2008).<br>\nDie &bdquo;Gesamtverwaltungskosten&ldquo; pro erwerbsf&auml;higem Leistungsberechtigten (Alg II) und Jahr betrugen 2013 in Berlin durchschnittlich 1.091 Euro, 58,0 Prozent mehr als 2008.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/biaj.de\/archiv-materialien\/37-texte\/464-jobcenter-berlin-gesamtverwaltungskosten-2005-bis-20132014-aktualisiert.html\">Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Missbrauch von Werkvertr&auml;gen und Lohnsklaverei im Fadenkreuz der Gewerkschaften<\/strong><br>\nViele F&auml;lle der organisierten Schwarzarbeit beruhen auf einem gemeinsamen Tatbestand: dem Missbrauch von Werkvertr&auml;gen, h&auml;ufig mit illegalen Vertragsgestaltungen. Dabei ist der Werkvertrag nach &sect; 631 BGB eine zivilrechtliche Vertragsart, die aus dem Wirtschaftsleben nicht weg zu denken ist. ..<br>\nDa das Arbeitnehmer&uuml;berlassungsgesetz im Bereich der Werkvertr&auml;ge nicht greift, weichen die Protagonisten der organisierten Schwarzarbeit auf unechte Werkvertr&auml;ge aus. Hierbei wird ein in der Schriftform nicht zu beanstandender Werkvertrag geschlossen und die erbrachte Leistung auch als &bdquo;Gewerk&ldquo; und nicht nach geleisteten Stunden abgerechnet. Die tats&auml;chliche Ausf&uuml;hrung der Arbeiten weicht dann aber extrem von der Schriftform ab. Der illegale Verleiher verf&uuml;gt &uuml;ber fast keine Betriebsmittel, agiert regelm&auml;&szlig;ig &bdquo;aus dem Wohnzimmer&ldquo; heraus. Die vorgeblichen Werkvertragsarbeitnehmer werden in die Betriebsabl&auml;ufe und die Weisungsstruktur des Besch&auml;ftigungsbetriebes integriert. Die beteiligten Unternehmer rechnen die erbrachten Leistungen nach Stunden ab, wobei f&uuml;r die Rechnungslegung in der &bdquo;wei&szlig;en Buchf&uuml;hrung&ldquo; Arbeitsstunden in Leistungsmengen (z. B. zerlegte Tiere) abgerechnet werden&hellip;<br>\nMit dieser Strategie l&auml;sst sich nat&uuml;rlich auch die deutsche Sozialversicherung umgehen. Die Arbeitsverh&auml;ltnisse der &bdquo;faktisch verliehenen&ldquo; Werkvertragsarbeitnehmer mit der ausl&auml;ndischen Briefkastenfirma werden formell nach dem Recht ihrer jeweiligen Heimat geschlossen. Es gilt dann das Sozialversicherungsrecht des Heimatlandes (Stichwort: Entsendung). Diesem Aspekt kommt bei den besonders &uuml;blen F&auml;llen von Lohnsklaverei eine nicht unbedeutende Rolle zu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++91a7a70e-a450-11e3-8a62-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>15 EU-L&auml;nder haben Mindestl&ouml;hne erh&ouml;ht &ndash; Deutschland startet im westeurop&auml;ischen Vergleich moderat<\/strong><br>\nDie Mehrheit der EU-L&auml;nder hat in den vergangenen Monaten ihren Mindestlohn angehoben &ndash; aber das Wachstum war zumeist wieder nur schwach. Deutschland steigt im Vergleich zu seinen westeurop&auml;ischen Nachbarn mit einem moderaten Mindestlohnniveau ein. Das zeigt der neue Europ&auml;ische Mindestlohnbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. Er erscheint in den aktuellen WSI-Mitteilungen.*<br>\n21 von 28 EU-Staaten verf&uuml;gen &uuml;ber einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. Im kommenden Jahr soll Deutschland hinzukommen. WSI-Tarifexperte Dr. Thorsten Schulten untersucht im neuen WSI-Mindestlohnbericht und einer weiteren Analyse**, wie sich die Lohnuntergrenzen aktuell entwickeln &ndash; und welche Schlussfolgerungen sich f&uuml;r Deutschland ergeben. Zwei wichtige Befunde: F&uuml;r die Behauptung von Mindestlohngegnern, Lohnminima w&uuml;rden von der Politik, etwa in Wahlk&auml;mpfen, hochgetrieben, finden sich keine Belege. Und: Mit einem Stundensatz von 8,50 Euro steigt Deutschland im westeurop&auml;ischen Vergleich keineswegs besonders hoch in den Mindestlohn ein.<br>\n15 EU-L&auml;nder haben ihre gesetzlichen Mindestl&ouml;hne zum 1. Januar 2014 oder kurz davor angehoben (siehe auch die Grafik im B&ouml;ckler Impuls; Link unten). Gleichwohl bremsten die Krise im Euroraum und der Sparkurs, den viele nationale Regierungen nach wie vor verfolgen, die Anpassung der Lohnuntergrenzen in Europa erneut stark ab, konstatiert der WSI-Experte.<br>\nLediglich in einigen osteurop&auml;ischen L&auml;ndern stiegen die Mindestl&ouml;hne auch nach Abzug der &ndash; insgesamt geringen &ndash; Inflation deutlich. In den meisten west- und s&uuml;deurop&auml;ischen Staaten glichen die Erh&ouml;hungen die Teuerungsrate dagegen bestenfalls aus. In den Niederlanden oder Gro&szlig;britannien verlor der Mindestlohn real sogar an Wert. Das galt auch in den EU-L&auml;ndern, die ihren Mindestlohn eingefroren haben. Dazu z&auml;hlen Belgien, Spanien oder Irland. In den au&szlig;ereurop&auml;ischen L&auml;ndern, die Schulten ebenfalls in seine Analyse einbezieht, zeigt sich ein &auml;hnliches Bild: Es dominierten moderate Zuw&auml;chse. In den USA sank der Mindestlohn preisbereinigt.<br>\nIn den westeurop&auml;ischen Euro-L&auml;ndern betragen die niedrigsten erlaubten Bruttostundenl&ouml;hne nun zwischen 8,65 Euro in Irland und 11,10 Euro in Luxemburg. In Gro&szlig;britannien m&uuml;ssen umgerechnet mindestens 7,43 Euro gezahlt werden. Dieser Wert ist aber von der Abwertung des Britischen Pfunds gegen&uuml;ber dem Euro beeinflusst. Sonst w&uuml;rde der britische Mindeststundenlohn heute bei 9,22 Euro liegen, erkl&auml;rt Schulten. Deutschland bewege sich somit &ldquo;mit dem jetzt anvisierten Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde am unteren Rand der westeurop&auml;ischen Spitzengruppe&rdquo;, schreibt der Forscher.<br>\nDie s&uuml;deurop&auml;ischen EU-Staaten haben Lohnuntergrenzen zwischen knapp 3 Euro in Portugal und 4,15 Euro auf Malta. Etwas dar&uuml;ber liegt Slowenien. In den meisten anderen mittel- und osteurop&auml;ischen Staaten sind die Mindestl&ouml;hne noch deutlich niedriger. Allerdings haben mehrere davon im vergangenen Jahr erneut aufgeholt. So m&uuml;ssen in Polen jetzt mindestens 2,31 Euro pro Stunde bezahlt werden.<br>\nZudem spiegeln die Niveauunterschiede zum Teil auch unterschiedliche Lebenshaltungskosten wider. Legt man Kaufkraftparit&auml;ten zugrunde, reduziert sich das Verh&auml;ltnis zwischen dem niedrigsten und dem h&ouml;chsten gesetzlichen Mindestlohn in der EU von 1:11 auf etwa 1:6. Interessant ist, dass der geplante deutsche Einstiegs-Mindestlohn kaufkraftbereinigt noch unter dem britischen liegen wird. Auch gemessen am mittleren Lohn im Land ist das Niveau des deutschen Lohnminimums keineswegs besonders hoch, zeigt Schulten: 2012 h&auml;tten die 8,50 Euro 51 Prozent des Medianlohns entsprochen, ein Wert, der bis zur Einf&uuml;hrung 2015 noch sp&uuml;rbar sinken wird. Damit liegt der deutsche Mindestlohn international in einem breiten Mittelfeld. In Portugal oder Frankreich ist das Niveau mit 58 und 62 Prozent weitaus h&ouml;her. &ldquo;Behauptungen, ein deutscher Mindestlohn sei im europ&auml;ischen Vergleich hoch, treffen in keiner Hinsicht zu&rdquo;, betont Schulten.<br>\nEine weitere Annahme, die deutsche Mindestlohngegner immer wieder &auml;u&szlig;ern, l&auml;sst sich auf der Basis des europ&auml;ischen Vergleichs ebenso wenig belegen: Entscheidend f&uuml;r die Mindestlohnentwicklung sind nicht politische Zyklen, sondern die konjunkturelle Entwicklung, ergibt die WSI-Analyse. Es gebe kaum Indizien daf&uuml;r, dass Erh&ouml;hungen als &ldquo;Wahlkampfgeschenke&rdquo; beschlossen w&uuml;rden. Dagegen spricht auch der recht verhaltene l&auml;ngerfristige Trend zwischen 2001 und 2012: Preisbereinigt stiegen die Lohnuntergrenzen in den meisten west- und s&uuml;deurop&auml;ischen L&auml;ndern um weniger als 1 Prozent im Jahresdurchschnitt. Lediglich in Irland, Frankreich und Gro&szlig;britannien reichte die reale Wachstumsrate von 1,3 bis 2,1 Prozent. In den osteurop&auml;ischen Staaten legten die Lohnminima real meist deutlich st&auml;rker zu, allerdings auf niedrigerem Niveau. \n<p>Wenn es &uuml;berhaupt eine &ldquo;Politisierung&rdquo; von Mindestl&ouml;hnen gebe, dann eher in die andere Richtung, konstatiert Schulten: Konservative Regierungen versuchten sich dadurch zu profilieren, dass sie den Mindestlohn f&uuml;r l&auml;ngere Zeit nicht anpassen &ndash; selbst um den Preis, dadurch Binnennachfrage und Konjunktur zu schw&auml;chen. Allerdings werde die schwache Entwicklung vieler Mindestl&ouml;hne zunehmend kritisch diskutiert, berichtet der Forscher, insbesondere in den USA und Gro&szlig;britannien. Mehr als 600 amerikanische &Ouml;konomen, darunter zahlreiche Nobelpreistr&auml;ger, haben k&uuml;rzlich in einem offenen Brief f&uuml;r eine kr&auml;ftige Anhebung des US-Mindestlohnes pl&auml;diert. Und nicht nur London, auch andere britische St&auml;dte und Regionen geben f&uuml;r ihre eigene Auftragsvergabe lokale Mindestl&ouml;hne vor, die deutlich &uuml;ber dem nationalen Niveau liegen. <\/p>\n<p>Zumindest begrenzen l&auml;sst sich die schleichende Entwertung von Mindestl&ouml;hnen nach Schultens Untersuchung mit Regeln f&uuml;r Mindesterh&ouml;hungen, wie sie einige EU-L&auml;nder haben. So wird beispielsweise in Frankreich, den Niederlanden oder Luxemburg die Lohnuntergrenze einmal im Jahr mindestens an die Entwicklung der Verbraucherpreise oder der &uuml;brigen L&ouml;hne angepasst. Dar&uuml;ber hinaus sind weitere Erh&ouml;hungen m&ouml;glich. Eine &auml;hnliche Regelung h&auml;lt der Wissenschaftler auch in Deutschland f&uuml;r sinnvoll.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/14_46103.htm\">Pressemitteilung Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/wsi_mindestlohnbericht_2014.pdf\">*Thorsten Schulten: WSI-Mindestlohnbericht 2014 &ndash; stagnierende Mindestl&ouml;hne, in: WSI-Mitteilungen 2\/2014. [PDF &ndash; 274 KB]<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id-moe\/10529.pdf\">**Thorsten Schulten: Mindestlohnregime in Europa&hellip; und was Deutschland von ihnen lernen kann, Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung, Februar 2014. [PDF &ndash; 2.3 MB]<\/a><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140306_01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><br>\n<a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/hbs_showpicture.htm?id=46075&amp;chunk=1\">Infografik zum Download im B&ouml;ckler Impuls 4\/2014<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Nochmals: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20950#h10\">Mindestlohn: Feilschen um die Ausnahmen<\/a><\/strong><br>\n<em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.T.:<\/strong> Orlando Paschelt m&ouml;chte ich zustimmen, mir aber (aus einer eher  wirtschaftsethischen Sicht) noch ein paar Erg&auml;nzungen erlauben:<\/em>\n<ol>\n<li><em>&ldquo;Zun&auml;chst, der eigentliche Sinn und Zweck eines Mindestlohnes wird &uuml;blicherweise (!) in der Gew&auml;hrleistung der Selbsterhaltung gesehen.  Gem&auml;&szlig; der &ldquo;alten&rdquo; Gewerkschaftsforderung sollen die Menschen von ihrer H&auml;nde Arbeit leben k&ouml;nnen. Damit er&uuml;brigt sich im Grunde jegliche Zahlenspielerei und jeglicher Fragebogen. Die Fragebogen-Aktion von Frau Nahles ist deshalb auch eine reine Frechheit, weil sie suggeriert, dass das soziokulturelle Existenzminimum &ndash; das ist der Mindeststandard f&uuml;r einen Mindestlohn &ndash; verhandelbar w&auml;re.<\/em><\/li>\n<li><em>Die Absage an jegliche Zahlenspielerei gilt &ndash; in aller Deutlichkeit &ndash;  auch f&uuml;r Ausbildung und Praktikum! Vielleicht dort sogar besonders, denn in den entsprechenden Lebensphasen sollen sich Jugendliche doch emanzipieren, d.h. sich mit ihrem Lebensentwurf selbst&auml;ndig machen k&ouml;nnen. Wenn dort also Ausnahmen gemacht werden, hei&szlig;t das nichts anderes, als dass Menschen in Ausbildung oder Praktikum nur &ldquo;halbe Menschen&rdquo; sind&rdquo;!<\/em><\/li>\n<li><em>Vielleicht t&auml;te Frau Nahles also gut daran, statt &uuml;ber Frageb&ouml;gen nachzudenken, einfach mal darauf hinzuweisen, dass nicht nur der (Sozial-) Staat der Menschenw&uuml;rde und dem damit implizit zu gew&auml;hrleistenden Existenzminimum verpflichtet ist. Warum soll also nicht auch f&uuml;r Unternehmen gelten, der Menschenw&uuml;rde zu dienen, z.B. durch einen Lohn, der mindestens genau diese gew&auml;hrleistet?<\/em><\/li>\n<li><em>Wenn also Ausnahmen beim Mindestlohn gemacht werden, ist der Mindestlohn nichts weiter als ein gesellschaftlicher Spaltpilz, der vor allem die Menschen am unteren Rand der Gesellschaft &ndash; auf diese zielt ja der Mindestlohn eigentlich (!) ab &ndash; weiter spaltet.<\/em>\n<p><em>Konkret wird das ja im Beitrag der taz schon vorgezeichnet &ndash; n&auml;mlich die Unterscheidung in Jugendliche (unter 21 Jahren) und gering qualifizierte Menschen (siehe auch unten, Punkt 6).<\/em><\/p><\/li>\n<li><em>Was die Diskussion um den Mindestlohn &uuml;blicherweise &ndash; leider (!!!) &ndash; v&ouml;llig ausblendet, ist der Umstand, dass der Mindestlohn nicht nur die individuelle Selbsterhaltung gew&auml;hrleisten muss, sondern zus&auml;tzlich auch jene Einschr&auml;nkungen\/ Unannehmlichkeiten zu einem Mindestma&szlig; zu kompensieren hat, die mit dem konkreten Arbeitsverh&auml;ltnis einhergehen.<\/em>\n<p><em>Anders, als die Gewerkschaften immer betonen, geht es beim Mindestlohn also nicht nur darum, von seiner H&auml;nde Arbeit leben zu k&ouml;nnen, sondern zus&auml;tzlich (!) auch ein St&uuml;ck weit jene Anspr&uuml;che zu erm&ouml;glichen, die aus einem Arbeitsverh&auml;ltnis resultieren, die aber aufgrund mangelnder Marktmacht nicht durchgesetzt werden k&ouml;nnen. Damit w&auml;re das immer wieder in Anschlag gebrachte &ldquo;Lohnabstandsgebot&rdquo; (zu den Sozialtransfers) durchaus gegeben, ohne (!) den Menschen, die erwerbslos auf die (reinen) Sozialtransfers angewiesen sind, durch K&uuml;rzungen in den Regels&auml;tzen die Menschenw&uuml;rde abzusprechen. Anders formuliert: Vielleicht gel&auml;nge es mit dieser Perspektive, die prek&auml;ren Niedrigl&ouml;hner nicht gegen die Erwerbslosen auszuspielen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><em>Bemerkenswert offen und frech finde ich vor allem die Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Ausnahmen bei den Jugendlichen, wie sie in der taz nachzulesen sind:<\/em>\n<p><em>&ldquo;<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2014%2F03%2F04%2Fa0050&amp;cHash=fca606a92e0944855070f8a5aa2ba09b\">Die Arbeitnehmergruppe der Union bef&uuml;rwortet allerdings, die Mindestlohnvorschrift f&uuml;r Menschen bis zum 21. Lebensjahr auszusetzen.<\/a> Sonst k&ouml;nnten &ldquo;Fehlanreize&rdquo; f&uuml;r junge Leute entstehen, lieber zum Mindestlohn zu jobben, als eine niedriger bezahlte Ausbildung zu machen. Eine &auml;hnliche Meinung vertritt Hans-Peter Wollseifer, Pr&auml;sident des Deutschen Handwerks (ZDH). Er bezeichnete einen Mindestlohn f&uuml;r Leute unter 25 Jahren als &ldquo;giftigen K&ouml;der&rdquo;.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Deutlicher kann gar nicht zum Ausdruck kommen, dass &ldquo;die Wirtschaft&rdquo;  hier insb. j&uuml;ngere Arbeitskr&auml;fte als billiges Betriebsmittel missbraucht. Der Mindestlohn w&uuml;rde die jungen Menschen stattdessen endlich m&uuml;ndig werden lassen und sie dazu bef&auml;higen, Arbeitsverh&auml;ltnisse (insb. in der Ausbildung) abzulehnen, die jeder Menschenw&uuml;rde spotten.<\/em><br>\n<em>Offenbar m&ouml;chte &ldquo;die Wirtschaft&rdquo; genau das nicht. Insofern: Die  &ldquo;Fehlanreize&rdquo;, die hier den jungen Leuten zugeschrieben werden, liegen ganz offensichtlich eher auf der Seite der Unternehmen, die die schlechte Situation der Jugendlichen offenbar ausnutzen.<\/em><\/p>\n<p><em>Um Missverst&auml;ndnisse zu vermeiden: Es ist zwar klar, dass die in Ausbildung befindlichen Menschen noch nicht die Produktivit&auml;t zeigen k&ouml;nnen, zu der sie dann am Ende &ndash; nach der Ausbildung &ndash; f&auml;hig sind. Aber das hei&szlig;t nicht, dass sie damit keinen Anspruch auf eine soziokulturelle Existenz besitzen! Zudem w&auml;re das ja auch in eine langfristige Perspektive als Personalinvestition einzukalkulieren, d.h. dass die fertig ausgebildeten Menschen dann durch ihren sp&auml;teren Verbleib im Unternehmen die entsprechenden &ldquo;Kosten&rdquo; (= geringe Produktivit&auml;t in der Ausbildung) ausgleichen. Doch wer nicht langfristig plant &hellip; Damit sind wir wieder bei meiner anf&auml;nglichen Behauptung, dass j&uuml;ngere Arbeitskr&auml;fte als billiges Betriebsmittel missbraucht werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Erschreckend finde ich, dass dies offenbar ein breit akzeptierter Umstand zu sein scheint.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die verunsicherte Mitte<\/strong><br>\nBeide Beispiele zeugen von einer klaren Selbstabschlie&szlig;ungstendenz. Das darunter liegende Handlungsskript lautet: Selbstschutz durch Selbstabschlie&szlig;ung, Statuserhalt durch die Herausbildung exklusiver Clubs. Dabei zeigen sich durchaus Milieuunterschiede: Im Milieu der Facharbeiter wird die Abgrenzung nach unten, h&auml;ufig offensiv, z.B. durch die Denunziation von Arbeitslosen betrieben, wogegen Ausschlie&szlig;ungsmechanismen im Prenzlauer Berg, das f&uuml;r das moderne B&uuml;rgertum steht, weitaus subtiler aber umso effizienter vollzogen werden. Explizite Abgrenzung und Hetze gegen sozial Schw&auml;chere ist tabu. Sie wird &uuml;ber Mieten, Preise und h&auml;ufig auch den subtilen Rassismus der kulturellen &Uuml;berlegenheit (gg&uuml;. vermeintlich unfortschrittlichen Religionen etc.) betrieben.\n<p>Zweitens zeugen beide Beispiele von einem gespaltenen Bewusstsein nach dem Prinzip &ndash; gute Moral\/schlechte Gesellschaft. Man selbst z&auml;hlt sich zu den Guten, Toleranten und wei&szlig; sich erf&uuml;llt vom kritischen Bewusstsein, w&auml;hrend es in der &bdquo;Gesellschaft da drau&szlig;en&ldquo; immer rauer zugeht. Deshalb muss jeder schauen, wo er bleibt &ndash; das sind nun mal die Spielregeln. Mittelstandsb&uuml;rger agieren h&auml;ufig als Alltagskritiker des Finanzmarktkapitalismus (&bdquo;da drau&szlig;en&ldquo;) und seiner Verwerfungen, ohne dass ihr eigenes Selbstverst&auml;ndnis davon ber&uuml;hrt wird. Diese Bewusstseinsspaltung kann sich jedoch als tr&uuml;gerisch erweisen. Sie funktioniert nur so lange, wie die &bdquo;schlechte Gesellschaft&ldquo; eben tats&auml;chlich auch drau&szlig;en bleibt und nicht auf einen selbst zur&uuml;ckschl&auml;gt.<\/p>\n<p>Drittens zeigen die Beispiele, dass das &ldquo;Alternative&rdquo; nicht mehr als Ort des Widerstandes taugt. Werte wie &ldquo;Kreativit&auml;t&rdquo;, &ldquo;Selbstverwirklichung&rdquo;, &ldquo;Autonomie&rdquo; und Expressivit&auml;t&rdquo; sind heute den gesellschaftlichen Strukturen in Produktion, Arbeit und Konsum l&auml;ngst einverleibt worden. Sie sind selbst zu Herrschaftsinstrumenten geronnen. So bedienen sich Arbeitsagenturen und Wohlfahrtsinstitutionen zunehmend der Rhetorik der &ldquo;Selbstverantwortung&rdquo;, um sozialstaatliche Anspr&uuml;che abzuweisen. Ob Arbeitslose oder Hartz IV-Empf&auml;nger, ob alleinerziehende M&uuml;tter oder verarmte Rentner, sie alle werden unter dem Vorzeichen des aktivierenden Sozialstaates (Lessenich 2008) dazu angehalten, sich in erster Linie selbst zu helfen. Vielleicht gelingt es in Zukunft einer nachfolgenden Generation die Widerspr&uuml;che dieser Mittelstandslogik zu &uuml;berwinden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++bbfc34f0-a452-11e3-87ed-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die vergessenen Rentner<\/strong><br>\nErhielten Arbeitsunf&auml;hige 2000 im Schnitt 706 Euro Rente, sind es heute nur gut 600 Euro. Vom Rentenpaket der Gro&szlig;en Koalition f&auml;llt f&uuml;r sie wenig ab [&hellip;]<br>\nSeit einigen Jahren bereits liegt der Wert der Durchschnittsrente unter dem amtlichen Existenzminimum. Viele, die arbeitsunf&auml;hig werden, landen beim Sozialamt.<br>\nVerantwortlich daf&uuml;r ist nicht zuletzt die rot-gr&uuml;ne Reform von Anfang der 2000er Jahre. Seither bestraft man auch Menschen, die wegen einer Krankheit aus dem Berufsleben ausscheiden m&uuml;ssen, mit Rentenk&uuml;rzungen: &Uuml;ber 95 Prozent der 179.000 neuen Erwerbsminderungsrentner des Jahres 2012 waren davon betroffen. 78 Euro gingen ihnen im Schnitt pro Monat verloren. Zudem lassen l&auml;ngere Phasen der Arbeitslosigkeit und der gewachsene Niedriglohnsektor die Renten insgesamt schrumpfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2014%2F03%2F05%2Fa0091&amp;cHash=a80cc815fc5e5e7408f4ad76bd9ff123\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Berlin: Hohes Armutsrisiko<\/strong><br>\nNeuer &raquo;Sozialstrukturatlas&laquo; zeigt: Einkommensschwache haben in Berlin kaum berufliche Chancen und sterben fr&uuml;her. Ihre Verdr&auml;ngung in die Randbezirke nimmt zu. Zentrales Ergebnis der Erhebung: Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander, 15,2 Prozent der Berliner sind armutsgef&auml;hrdet. &Uuml;berproportional betroffen sind unter 18j&auml;hrige, Alleinerziehende, Familien mit drei und mehr Kindern, junge Erwachsene, Erwerbslose, Singles, Migranten und Menschen mit Behinderung. Die Aussagen der Dokumentation basieren auf Erhebungen aus dem Jahr 2012. Besonders dramatisch ist die Lage in Migrantenfamilien. Ihr Armutsrisiko ist mit 27,2 Prozent fast doppelt so hoch wie das der Gesamtbev&ouml;lkerung. W&auml;hrend sich die Lage in den Kiezen, denen in der letzten Erhebung 2008 eine g&uuml;nstige Entwicklung attestiert worden war, stabilisiert und weiter verbessert hat, diagnostizieren die Wissenschaftler f&uuml;r die Gegenden mit vielen &auml;rmeren Bewohnern einen weiteren Abw&auml;rtstrend. Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Pankow sind laut Atlas die Bezirke mit der stabilsten Struktur: niedrige Arbeitslosenquote, hohes mittleres Haushaltsnetto- und Pro-Kopf-Einkommen. Die mittlere Lebenserwartung liegt hier &uuml;ber dem Landesdurchschnitt. Die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf, Spandau, Mitte und Neuk&ouml;lln, die im Ranking die letzten Pl&auml;tze belegen, sind demgegen&uuml;ber durch &raquo;vergleichsweise ung&uuml;nstige Befunde&laquo; gekennzeichnet. Insbesondere, wer in Mitte oder Neuk&ouml;lln lebt, ist meist arm, wohnt in einfacher Lage, ist h&auml;ufiger arbeitslos, &ouml;fter krank und stirbt fr&uuml;her.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/03-05\/047.php\">junge Welt<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/imperia\/md\/content\/sen-statistik-gessoz\/gesundheit\/spezialberichte\/gbe_spezial_2014_1_ssa2013.pdf?start&amp;ts=1393515352&amp;file=gbe_spezial_2014_1_ssa2013.pdf\">Handlungsorientierter Sozialstrukturatlas Berlin 2013 [PDF &ndash; 16.2 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>L&auml;nderfinanzausgleich LINKS gedacht: sozial und solidarisch<\/strong><br>\nDer L&auml;nderfinanzausgleich (LFA) ist ein im Grundgesetz verankertes System, das gew&auml;hrleisten soll, dass auch einnahmeschwache Bundesl&auml;nder gen&uuml;gend Mittel zur Verf&uuml;gung haben, um ihre f&ouml;deralen Aufgaben in gleicher Qualit&auml;t wie die finanziell gut gestellten Bundesl&auml;nder ausf&uuml;hren zu k&ouml;nnen: Zu diesen Aufgaben geh&ouml;rt auch die finanzielle Sicherung der Kommunen, die wesentliche Aufgaben der &ouml;ffentlichen Hand zu leisten haben. Der zurzeit g&uuml;ltige L&auml;nderfinanzausgleich sichert im Wesentlichen ab, dass allen einnahmeschwachen Bundesl&auml;ndern pro EinwohnerIn ann&auml;hernd die Einnahmen des Durchschnitts aller Bundesl&auml;nder zur Verf&uuml;gung stehen. Aktuelle Vorschl&auml;ge, diesen Ausgleich zur&uuml;ckzufahren, vertiefen die Spaltung der Bundesl&auml;nder und sind zur&uuml;ckzuweisen. Stattdessen sind die Einnahmen der Kommunen st&auml;rker als bisher im LFA-System zu ber&uuml;cksichtigen. Dar&uuml;ber hinaus tritt die LINKE daf&uuml;r ein, dass zwischen den Bundesl&auml;ndern zus&auml;tzlich auch ein finanzieller Ausgleich f&uuml;r besondere Aufgabenlasten hergestellt wird, die zwischen den Bundesl&auml;ndern sehr unterschiedlich verteilt sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.axel-troost.de\/article\/7671.laenderfinanzausgleich-links-gedacht-sozial-und-solidarisch.html\">Axel Troost<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Von der Feigheit der Christenmenschen<\/strong><br>\nDie beiden gro&szlig;en Kirchen in Deutschland haben nun also eine neue &ldquo;&Ouml;kumenische Sozialinitiative&rdquo; gestartet. Die hat den Titel &ldquo;Gemeinsame Verantwortung f&uuml;r eine gerechte Gesellschaft&rdquo; und soll bis zum 18. Juni &ldquo;eine breite Diskussion &uuml;ber unsere Wirtschafts- und Sozialordnung&rdquo; ansto&szlig;en&hellip;<br>\n&Auml;rgerlich wird das Ganze, weil sich in die zehn Thesen der Sozialinitiative Axiome geschlichen haben, die eine ergebnisoffene Diskussion verhindern werden. Und weil diese Axiome und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen &ndash; nur leicht variiert &ndash; in allen zehn Thesen heruntergebetet werden. Grob zusammenfassen k&ouml;nnte man die zehn Thesen so: Die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland ist toll, auf jeden Fall moralisch h&ouml;her stehender als das, was anderswo getrieben wird; nat&uuml;rlich muss man sie weiterentwickeln, &ouml;kologisch und so, und dabei darauf achten, m&ouml;glichst viele durch Bildung und Erwerbsarbeit mitzunehmen; auf die kapitalistischen Ausw&uuml;chse der letzten Zeit reagiert man am besten durch eine St&auml;rkung der Verantwortungskultur und Ordnungspolitik; der demographische Wandel ist ein Riesenproblem, also m&uuml;ssen wir flexibler werden; und ceterum censeo ist es klar, dass hohe Staatsschulden vom Teufel sind&hellip;<br>\nNoch &auml;rgerlicher wird es, wenn Haushaltskonsolidierung und Schuldenbremse gesegnet werden (aber nat&uuml;rlich &ldquo;nicht auf Kosten der sozial Schwachen&rdquo;), Sparer zu M&auml;rtyrern stilisiert werden (&ldquo;Sozialethisch kritisch zu bewerten ist jedenfalls, dass die Sparer zur Zeit besondere Belastungen tragen m&uuml;ssen&rdquo;) und vor der demographisch bedingten Renten-Apokalypse gewarnt wird. Da hilft es dann auch nicht, wenn man &ldquo;&ouml;kologisch&rdquo; oder &ldquo;f&uuml;r die Armen&rdquo; dr&uuml;ber kleistert &ndash; wer mit den Axiomen der Neoklassik anf&auml;ngt, wird immer bei ihren Rezepten landen. Und damit k&ouml;nnte sich die &Ouml;kumenische Sozialinitiative auch gut als Unterseite der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft machen, vielleicht in einer Rubrik &ldquo;Wertemanagement&rdquo; oder &ldquo;Values&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/finanzen\/boerse\/von-der-feigheit-der-christenmenschen-oekumenische-sozialinitiative-a-956575.html\">Manager Magazin<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine solche Kritik im manager-magazin online! Siehe dazu auch <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20918\">&bdquo;&Ouml;kumenische Sozialinitiative&ldquo;: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Du sollst den Kern nicht spalten<\/strong><br>\nDie Folgen des Super-GAU liegen nicht hinter uns, sondern noch vor uns, schreibt Kontext-Gastautor Franz Alt.<br>\nLassen wir zuerst die Fakten sprechen:\n<ul>\n<li>Jeden Tag flie&szlig;en noch immer mehr als 200 000 Liter radioaktiv verseuchtes Wasser in den Pazifischen Ozean.<\/li>\n<li>Kontaminierte B&ouml;den finden sich auch weit entfernt vom Ort der Katastrophe.<\/li>\n<li>Bis jetzt mussten 33 Kinder aus der Fukushima-Region wegen Schilddr&uuml;senkrebs operiert werden, 41 weitere Kinder stehen unter Krebsverdacht. Bei 55 000 Kindern wurden bei Untersuchungen Schilddr&uuml;senzysten oder -knoten festgestellt. Sie m&uuml;ssen nicht zu Krebs f&uuml;hren, aber sie k&ouml;nnen.<\/li>\n<li>Die &Auml;rzteorganisation IPPNW erwartet zwischen 22 000 und 66 000 Krebsf&auml;lle aufgrund der Erfahrungen in Tschernobyl. Diese Sch&auml;tzungen basieren auf Daten der Weltgesundheitsorganisation.<\/li>\n<li>Die radioaktive Verstrahlung ist zehnmal h&ouml;her als bislang von der Betreiberfirma Tepco angegeben.<\/li>\n<li>Noch immer sind 140 000 Einwohner der Pr&auml;fektur Fukushima evakuiert.<\/li>\n<li>Mehr als 50 US-Soldaten, die im M&auml;rz 2011 auf einem Marineschiff in der N&auml;he von Fukushima im Einsatz waren, sind in der Zwischenzeit schwer erkrankt. Sie leiden an Leuk&auml;mie und verklagen Tepco auf Schadenersatz.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/pulsschlag\/153\/du-sollst-den-kern-nicht-spalten-2068.html\">Kontext:Wochenzeitung<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Kontext:Wochenzeitung auch diese Woche wieder mit interessanten Beitr&auml;gen, u.a.: <\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em><strong>Ganztagsschulen nach Kassenlage:<\/strong> Vom interessierten Publikum (noch) unbeachtet, st&uuml;rzt sich die gr&uuml;n-rote Landesregierung bei der Einf&uuml;hrung der Ganztagsgrundschulen in ein finanzielles Abenteuer. Denn noch wei&szlig; niemand, woher die notwenigen Millionensummen kommen sollen. <\/em><\/li>\n<li><em><strong>Der globale &ldquo;Artivismus&rdquo;:<\/strong> Die B&uuml;rgerbewegung gegen Stuttgart 21 ist gespalten und scheint gescheitert. Was lief falsch? Und wie geht es weiter? Vielleicht hilft ein Blick nach Karlsruhe: Die Ausstellung Global Activism im ZKM reflektiert bis Ende M&auml;rz 2014 &ldquo;Vorgehensweisen, Taktiken, Strategien und Methoden&rdquo; des weltweiten Protests. <\/em><\/li>\n<li><em><strong>F&auml;lschlich am Pranger:<\/strong> Ein Internet-Portal identifizierte mehr als ein Dutzend Stromverschwender-St&auml;dte. Darunter auch Heilbronn. Aber vor Ort drehen sich die Stromz&auml;hler viel langsamer. Ein Lehrst&uuml;ck, wie mit &ldquo;Studien&rdquo; Werbung gemacht wird.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Heute im Kiosk, am Samstag als Beilage zur taz.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die Herrschaft der Maschinen: Was wir verlieren, wenn Computer f&uuml;r uns entscheiden<\/strong><br>\nSei es nun der Pilot in seinem Cockpit, die &Auml;rztin im Untersuchungsraum oder der Inuit-J&auml;ger auf einer Eisscholle &ndash; wer sich auskennen will, muss selbstt&auml;tig handeln. Eine unserer bemerkenswertesten Eigenschaften l&auml;sst sich zugleich besonders leicht &uuml;bersehen: Nach jedem Zusammensto&szlig; mit der Wirklichkeit verstehen wir unsere Welt besser und nehmen noch intensiver Teil an ihr. Wenn wir mit einer schwierigen Aufgabe ringen, mag es die Aussicht auf das bezweckte Ergebnis sein, die uns motiviert. Doch gerade die Arbeit als solche &ndash; das Mittel zum Zweck &ndash; , ist es, was uns zu dem macht, was wir sind. Die computergest&uuml;tzte Automatisierung l&ouml;st den Zusammenhang zwischen Zweck und Mittel. Sie verhilft uns leichter zum Gew&uuml;nschten zu gelangen, entfremdet uns jedoch dem Gewusst-wie. Unsere Selbsttransformation zu Bildschirmgesch&ouml;pfen stellt uns vor die folgende, wahrhaft existenzielle Frage: Gr&uuml;ndet unser Wesen noch in dem, was wir wissen, oder begn&uuml;gen wir uns k&uuml;nftig damit, dass unsere W&uuml;nsche uns definieren? Wenn wir uns nicht selbst um die Antwort k&uuml;mmern, werden unsere Spielzeuge uns diese M&uuml;he nur zu allzu gern abnehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/februar\/die-herrschaft-der-maschinen\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Brauchen wir solche Experten?<\/strong><br>\nDie &ldquo;Expertenkommission Forschung und Innovation&rdquo; (EFI) &uuml;bergibt ihr Jahresgutachten an die Bundeskanzlerin. Es l&ouml;st einen Medienhype aus &ndash; durch eine provokante Forderung zum Reizthema Energiewende. Wenige Journalisten hinterfragen den wissenschaftlichen Wert des Studienkapitels. Ein Beispiel daf&uuml;r, wie Experten und Medien Politik machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/pulsschlag\/153\/brauchen-wir-solche-experten-2062.html\">Kontext:Wochenzeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Das Schattenreich der Seilschaften in Wirtschaft, Verb&auml;nden und  Politik  (Teil 14)<\/strong><br>\nDie Politik aller Ebenen ist fest in der Hand der Lobbyisten. Allein ihre schiere &Uuml;berzahl erdr&uuml;ckt die Politiker. Sie nehmen Einfluss auf die Bundesregierung, auf Ministerien, die Ministerialb&uuml;rokratie, die 631 Bundestagsabgeordneten und die 766 Abgeordneten des   Europa-Parlaments und erst recht auf die EU-Kommission und ihre gigantische B&uuml;rokratie. In allen entwickelten Demokratien schw&auml;chen Heerscharen von Lobbyisten Gesetzentw&uuml;rfe ab und blockieren oder  zerst&ouml;ren sie gleich ganz. Sie f&uuml;hren ihre K&auml;mpfe im Dunkeln und jenseits aller &Ouml;ffentlichkeit und haben immensen Einfluss auf Steuern, Gesundheitswesen, Umweltgesetzgebung &ndash; der Teufel steckt in den Details, nur sind es milliardenschwere Details, die den demokratisch  gew&auml;hlten Politikern l&auml;ngst aus der Hand geglitten sind. Eine Politik,   die noch am Gemeinwohl orientiert ist, gibt es nicht mehr&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/41\/41129\/1.html\">Artikel von Wolfgang J. Koschnick in telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Herr H&ouml;fer, wann haben Sie gemerkt, dass der Kapitalismus keinen Spa&szlig; mehr macht?<\/strong><br>\nWie die Finanzkrise f&uuml;r einen ehemaligen Capital-Redakteur und INSM-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer zum Damaskuserlebnis wurde und was er heute denkt Max H&ouml;fer war leitender Redakteur des Wirtschaftsmagazin Capital und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Von jemanden mit einem Lebenslauf wie dem seinen w&uuml;rde man nicht unbedingt erwarten, dass er sich kritisch mit der Wachstumsmaxime und Selbstoptimierungslogik des Kapitalismus auseinandersetzt. Doch genau das hat er in seinem Buch Vielleicht will der Kapitalismus gar nicht, dass wir gl&uuml;cklich sind? getan.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/40\/40897\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Brief an die Chefredakteure von ARD-aktuell zur Venezuela-Berichterstattung<\/strong><br>\nAmerika21.de-Redakteur Malte Daniljuk weist auf unausgewogene Berichterstattung &uuml;ber Proteste in Venezuela hin. Eine Antwort der ARD steht noch aus.\n<ol>\n<li>In Ihren Berichten &uuml;ber die Proteste nennen Sie immer wieder die Zahl der Toten &ndash; bis zum heutigen Tag handelt es sich um 16 Menschen, die dabei ums Leben kamen. Dies erweckt bei mir als Zuschauer bzw. Zuh&ouml;rer den Eindruck, es handle sich dabei um durch Polizeima&szlig;nahmen get&ouml;tete Protestierende. Tats&auml;chlich kamen bisher meines Wissens drei Demonstranten durch Polizeigewalt ums Leben. Die Mehrheit der Todesopfer fiel den Gewaltaktionen der Protestierenden zum Opfer&hellip;<\/li>\n<li>Die ARD nennt in ihrer Berichterstattung &uuml;ber die Proteste zuletzt die Zahl von &uuml;ber 700 verhafteten Demonstranten. Tats&auml;chlich befinden sich aber nur 44 Personen in Haft. Alle anderen Festgenommenen wurden sofort wieder entlassen&hellip;<\/li>\n<li>Zum juristischen Umgang w&auml;re zudem berichtenswert, dass die Staatsanwaltschaft bisher acht Angeh&ouml;rige des Geheimdienstes Sebin unter Mordvorwurf verhaften lie&szlig;, die sich im Umfeld der ersten t&ouml;dlichen Auseinandersetzung am 12. Februar aufhielten. Zudem wurde der Leiter des Geheimdienstes entlassen&hellip;<\/li>\n<\/ol>\n<ol start=\"6\">\n<li>Ebenso scheint es Ihren Redakteuren bisher entgangen zu sein, dass die politische Kultur in Venezuela extrem polarisiert ist und beide Seiten mit haltlosen &Uuml;bertreibungen, Verleumdungen und Beleidigungen Politik machen. Aus den Nachrichten der ARD gewinne ich bisher den Eindruck, dass in Venezuela ausschlie&szlig;lich Pr&auml;sident N&iacute;colas Maduro mit polemischen Ausf&auml;llen auff&auml;llt&hellip;.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/amerika21.de\/dokument\/98157\/brief-ard-aktuell\">Amerika21<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>&bdquo;Das hatten wir Euch doch gleich gesagt&hellip;&ldquo;<\/strong><br>\nWeshalb es bei Interventionen auf afrikanische Eigenverantwortung ankommt (und Libyen ein Desaster war)<br>\nW&auml;hrend die Forderungen nach einem st&auml;rkeren europ&auml;ischen Engagement in Afrika zun&auml;chst auf wenig Resonanz stie&szlig;en, haben sich die EU und einige Mitgliedsstaaten wie auch Deutschland nun entschlossen, Frankreich k&uuml;nftig st&auml;rker zu unterst&uuml;tzen&hellip;<br>\nSoweit der &Uuml;berbau. Doch abgesehen davon, dass zentrale Fragen etwa nach der europ&auml;ischen Lastenverteilung und nach roten Linien nach wie vor unklar bleiben, fehlt in dieser Debatte etwas Entscheidendes. N&auml;mlich eine Antwort auf die Frage, welche Rolle afrikanische Staaten selbst k&uuml;nftig &uuml;bernehmen sollen und in welcher Form afrikanische Institutionen und Sicherheitsarchitekturen k&uuml;nftig ber&uuml;cksichtigt werden. Ohne eine solche Einbindung d&uuml;rften sich politische Kollateralsch&auml;den wie im Falle Libyens auch k&uuml;nftig nicht vermeiden lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/schwerpunkt-des-monats\/afrika-und-die-eu\/artikel\/detail\/das-hatten-wir-euch-doch-gleich-gesagt-285\/\">Internationale Politik und Gesellschaft IPG<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(JB\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-21000","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21000","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21000"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21000\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21008,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21000\/revisions\/21008"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21000"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21000"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21000"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}