{"id":21009,"date":"2014-03-06T14:17:52","date_gmt":"2014-03-06T13:17:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21009"},"modified":"2015-10-20T11:26:52","modified_gmt":"2015-10-20T09:26:52","slug":"die-debatte-um-die-exportueberschuesse-ist-ein-einziger-beleg-fuer-den-niedergang-der-oekonomischen-wissenschaft-und-der-qualitaet-politischer-entscheidungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21009","title":{"rendered":"Die Debatte um die Export\u00fcbersch\u00fcsse ist ein einziger Beleg f\u00fcr den Niedergang der \u00f6konomischen Wissenschaft und der Qualit\u00e4t politischer Entscheidungen"},"content":{"rendered":"<p>Die deutsche Politik, genauer m&uuml;sste man sagen: Teile der deutschen Politik in Person des Bundeswirtschaftsministers, haben zehn Jahre gebraucht, um wenigstens ein bisschen einzusehen &ndash; siehe z.B. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h02\">hier<\/a> -, dass fortdauernde Export&uuml;bersch&uuml;sse eines Landes bei fortdauernden Defiziten anderer L&auml;nder im gleichen Wirtschafts- und W&auml;hrungsverbund Verwerfungen und Probleme mit sich bringen. In der Folge ihrer mangelnden Einsicht wurden andere Volkswirtschaften zu deflation&auml;rer Politik gezwungen &ndash; mit den bekannten hohen Folgen mit Arbeitslosigkeit und dem wirtschaftlichen Elend sehr vieler Menschen. Jetzt, nach dem die riesigen Opfer falschen &ouml;konomischen Denkens sichtbar werden, kehrt ein bisschen Einsicht ein. Makro&ouml;konomische Einsicht sozusagen. Aber nirgendwo in dieser Debatte wird &uuml;berhaupt nur erw&auml;hnt, welch ein Wahnsinn andauernde Export&uuml;bersch&uuml;sse f&uuml;r den Wohlstand eines Volkes darstellen. Ressourcen werden n&auml;mlich nicht genutzt und genossen, sondern nach drau&szlig;en verscherbelt. Auf den Trichter, dies einzusehen, kommt man nur, wenn man mehr gelernt hat als Makro&ouml;konomie. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAuf dieses Defizit in der deutschen Wirtschaftswissenschaft und in der Folge auch in der Politik habe ich schon mehrmals hingewiesen. Ich will das auf der Basis meiner pers&ouml;nlichen Erfahrungen noch einmal tun: in M&uuml;nchen, wo ich 1963 zum Diplom-Volkswirt gepr&uuml;ft wurde, war ein breiter, bunter Strau&szlig; von wissenschaftlichen Linien vertreten. Nahezu alle jedoch hatten verstanden, dass es so genannte geldwirtschaftliche, monet&auml;re Betrachtungen des Wirtschaftsgeschehens gibt und so genannte g&uuml;terwirtschaftliche. Und einige, namentlich der gro&szlig;artige Finanzwissenschaftler Horst Jecht und Hans M&ouml;ller, bei dem ich Assistent war, haben uns gelehrt, die Vorg&auml;nge in einer Volkswirtschaft auch g&uuml;terwirtschaftlich, also in real terms, zu betrachten. Das hie&szlig; in Bezug auf lang andauernde, hohe Export&uuml;bersch&uuml;sse geradezu zwangsl&auml;ufig zu diagnostizieren: ein Volk, das dieses tut, verschenkt Ressourcen, verschenkt Wohlstand, lebt unter seinen eigenen Verh&auml;ltnissen. Wir sehen das bei uns heute am Mangel der Entwicklung der Reall&ouml;hne.<\/p><p>Das Wort Export&uuml;bersch&uuml;sse hat deshalb einen v&ouml;llig falschen Klang. Es klingt positiv, obwohl der Vorgang negativ zu bewerten ist. Alleine schon der Testversuch, den Vorgang anders zu benennen und zum Beispiel von &bdquo;Importdefiziten&ldquo; statt von Export&uuml;bersch&uuml;ssen zu sprechen, zeigt, dass die f&uuml;hrenden politischen Leute nicht denken, sondern nach der Klangfarbe der Sprache entscheiden. So entscheidend kann die falsche Sprache in Kombination mit einer verk&uuml;mmerten Wissenschaft f&uuml;r politische Entscheidungen sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Politik, genauer m&uuml;sste man sagen: Teile der deutschen Politik in Person des Bundeswirtschaftsministers, haben zehn Jahre gebraucht, um wenigstens ein bisschen einzusehen &ndash; siehe z.B. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21000#h02\">hier<\/a> -, dass fortdauernde Export&uuml;bersch&uuml;sse eines Landes bei fortdauernden Defiziten anderer L&auml;nder im gleichen Wirtschafts- und W&auml;hrungsverbund Verwerfungen und Probleme mit sich bringen. 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