{"id":2103,"date":"2007-02-12T10:45:49","date_gmt":"2007-02-12T09:45:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2103"},"modified":"2016-01-14T16:04:17","modified_gmt":"2016-01-14T15:04:17","slug":"verschiedene-erganzungen-zum-thema-ppp-und-privatisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2103","title":{"rendered":"Verschiedene Erg\u00e4nzungen zum Thema PPP und Privatisierung"},"content":{"rendered":"<p>Von einem aufmerksamen Nutzer der NachDenkSeiten werde ich darauf aufmerksam gemacht, dass die Bundesregierung PPP-Projekte massiv f&ouml;rdert. &Uuml;ber eine so genannte &bdquo; Task Force PPP&ldquo; und einen Lenkungsausschuss der Bundesregierung. Wir haben hier das gleiche Ph&auml;nomen wie bei der Altersvorsorge und bei der Privatisierung von Bildungseinrichtungen: mit &ouml;ffentlichen Mitteln werden private Interessen bedient. Sie finden dazu hier die Mail des Freundes der NachDenkSeiten und dann verschiedene Anh&auml;nge.<br>\n<!--more--><br>\nAls Anhang 1 eine Gemeinsame Position der Rechnungsh&ouml;fe aus Bund und L&auml;ndern, als Anlage 2 den Hinweis auf die Auslagerung zum Bau eines Kohlekraftwerkes in Wiesbaden, als Anlage 3 den Hinweis auf einen Beitrag im Magazin Mitbestimmung 01+02\/2007 Private Gewinne, gesellschaftliche Risiken? Und als Anlage 4 den Hinweis auf die beflissene Aktivit&auml;t der Universit&auml;t Frankfurt f&uuml;r eine private Initiative der Hochfinanz.<\/p><p>Hier zun&auml;chst die Mail des Freundes der NachDenkSeiten aus Berlin:<\/p><ol>\n<li>Zum Thema PPP gibt es eine sehr informative Seite des Bundesverkehrsministeriums, die einen guten &Uuml;berblick &uuml;ber die Organisation, F&ouml;rderung, Zielsetzungen, Pilotprojekte etc. gibt. (Nat&uuml;rlich in den allerhellsten Farben, aber etwas anderes war ja nicht zu erwarten).\n<p><a href=\"http:\/\/www.ppp-bund.de\" title=\"Externer Link zu www.ppp-bund.de\">Hier stellt sich die &ldquo;Task Force PPP&rdquo; des Bundes vor<\/a>, die 2004 ins Leben gerufen wurde. <\/p>\n<p>Da Sie sich auf den NDS ja schon l&auml;nger mit PPP auseinandersetzen, kennen Sie die Seite vielleicht schon.<\/p><\/li>\n<li>F&uuml;r die tagt&auml;glichen NDS-Nutzer hochinteressant d&uuml;rfte aber auf jeden Fall <a href=\"http:\/\/www.ppp-bund.de\/lenkungsausschuss.htm\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.ppp-bund.de\/lenkungsausschuss.htm\">dies hier sein.<\/a><br>\nDer Lenkungsausschuss ist quasi das leitgebende, bundesweite Gremium f&uuml;r PPP-Projekte.<br>\nBeachtenswert ist also, wer denn alles in diesem Gremium sitzt, also dar&uuml;ber entscheidet, wie stark PPP vorangetrieben wird.<br>\nNeben den Vertretern der Bundesministerien, der L&auml;nder (NRW darf dort als PPP-Vorreiter nicht fehlen) sitzen schlicht und ergreifend Lobbygruppen der Bau- und Finanzindustrie in diesem Gremium! \n<p>F&uuml;r mich ist das der Beweis, das das Vorantreiben von PPP in diesem Land nicht aus sachpolitisch sinnvollen Erw&auml;gungen, aus Nutzen f&uuml;r das Gemeinwesen geschieht, sondern einfach, weil die Interessengruppen, die daran verdienen, direkt am Schalthebel sitzen.<br>\nIch kann mir jedenfalls nicht vorstellen, das die Verteter der deutschen Banken<br>\noder der deutschen Zementwerke dort in diesem Gremium feststellen werden, dass PPP-Projekte nicht immer sinnvoll sind &ndash; sie w&uuml;rden ja sich die eigenen Auftr&auml;ge wegnehmen!<br>\nIch w&uuml;rde sagen, so sieht undemokratische Einflussnahme im 21. Jahrhundert aus.<\/p><\/li>\n<li>Ich habe des weiteren im Internet eine <a href=\"http:\/\/www.bdi-online.de\/Dokumente\/OeA-Verteidigung\/Terlinden_19.10.04.PPT\" title=\"Externer Link zu www.bdi-online.de\/Dokumente\/OeA-Verteidigung\/Terlinden_19.10.04.PPT\">PowerPointPr&auml;sentation [PPT &ndash; 260 KB]<\/a> gefunden, in der die Ziele usw. der Task-Force PPP beschrieben werden. Zwar aus dem Jahre 2004, aber grundlegend d&uuml;rfte sich da bis heutee nichts ge&auml;ndert haben, der Vorsitzende des Lenkungsausschusses, MdB Gro&szlig;mann (SPD)<br>\nist immer noch im Amt.\n<p>Ich glaube, dieses Strategiepapier zeigt eigentlich gut auf, wie PPP von h&ouml;chster Politikseite vorangetrieben werden soll und wird &ndash; n&auml;mlich g&auml;nzlich unkritisch. Achten sie mal auf die Formulierungen und wo der Ort der Pr&auml;sentation war!<\/p><\/li>\n<p>H&ouml;chst aufschlussreich!&ldquo;<\/p><\/ol><p>So ist es. Herzlichen Dank f&uuml;r die Recherche.<\/p><p>Und nun die Anlagen:<\/p><p><strong>Anlage 1:<\/strong><\/p><p><strong>Gemeinsame Position der Rechnungsh&ouml;fe aus Bund und L&auml;ndern zu PPP<\/strong><br>\nDie Pr&auml;sidentinnen und Pr&auml;sidenten der Rechnungsh&ouml;fe aus Bund und L&auml;ndern haben sich auf ihrer Konferenz am 03. und 04. Mai 2006 in M&uuml;nchen auf eine gemeinsame Position zu *&Ouml;ffentlich-Privaten Partnerschaften&rdquo; (PPP) geeinigt. Die deutschen Rechnungsh&ouml;fe fordern eine sorgf&auml;ltige und realistische Bewertung von Chancen und Risiken der Bedarfsdeckung an &ouml;ffentlicher Infrastruktur &uuml;ber PPP-Modelle. PPP ist danach lediglich eine wertneutrale Alternative zu anderen Finanzierungsformen. Insbesondere d&uuml;rfe PPP nicht als Ausweg f&uuml;r Finanzierungsengp&auml;sse angesehen werden, um auf diese Weise nicht finanzierbare Investitionen realisieren zu k&ouml;nnen. Wegen der mit PPP-Modellen verbundenen langfristigen Bindung im Haushalt der &ouml;ffentlichen Hand haben die Rechnungsh&ouml;fe auf ihrer Konferenz Grunds&auml;tze aufgestellt, die bei jeder PPP-Entscheidung vom &ouml;rtlichen Projekttr&auml;ger zu beachten sind:<\/p><ul>\n<li>Bei &Ouml;PP-Projekten treten andere laufende Ausgaben an die Stelle von Zins- und Tilgungslasten und belasten k&uuml;nftige Haushalte in gleicher oder &auml;hnlicher Weise. Nur nachgewiesene und haushaltswirksame Effizienzgewinne k&ouml;nnen zur Haushaltsentlastung beitragen. <\/li>\n<li>&Ouml;PP-Projekte, die sich die &ouml;ffentliche Hand konventionell finanziert nicht leisten kann, darf sie sich ebenso wenig alternativ finanziert leisten. <\/li>\n<li>Erst nach Feststellung der Notwendigkeit eines Projektes darf und muss gepr&uuml;ft werden, ob das Projekt f&uuml;r eine &Ouml;PP-Realisierungsvariante geeignet ist. <\/li>\n<li>Die Wirtschaftlichkeit eines Projektes muss in jedem Einzelfall und &uuml;ber die gesamte Laufzeit hinweg (Lebenszyklusansatz) nachgewiesen sein. <\/li>\n<li>Zwischen der &ouml;ffentlichen Hand und dem privaten Partner ist eine angemessene und wirtschaftliche Risikoverteilung vorzunehmen. <\/li>\n<li>Die &ouml;ffentliche Hand darf sich durch &Ouml;PP-Projekte nicht aus dem Vergaberecht &ldquo;stehlen.&rdquo; <\/li>\n<li>Die Komplexit&auml;t von &Ouml;PP-Projekten stellt besonders hohe Anspr&uuml;che an die Vertragsgestaltung. Fehlerhafte Vertr&auml;ge haben unmittelbare Auswirkung auf die Wirtschaftlichkeit des Projektes. <\/li>\n<li>&Ouml;PP-Projekte sind w&auml;hrend ihrer gesamten Vertragslaufzeit im Haushalt klar darzustellen. Die Belastung k&uuml;nftiger Haushalte muss eindeutig erkennbar sein. <\/li>\n<li>Die Pr&uuml;fungsrechte der Rechnungsh&ouml;fe sind sicherzustellen. <\/li>\n<li>Im kommunalen Bereich handelt es sich bei &Ouml;PP-Projekten h&auml;ufig um kredit&auml;hnliche Gesch&auml;fte, die fast in allen L&auml;ndern der Genehmigung der Kommunalaufsichtsbeh&ouml;rde bed&uuml;rfen. Von staatlicher Seite sollten Mindestanforderungen f&uuml;r &Ouml;PP-Projekte vorgegeben werden.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Anlage 2:<\/strong><\/p><p><strong>Weichen f&uuml;r neues Kohlekraftwerk gestellt!<\/strong><br>\nEin Beitrag zum Klimaschutz in Wiesbaden und Mainz!!<\/p><blockquote><p>&hellip;Es sei nicht Aufgabe des Unternehmens, (den Stadtrat)&hellip; zu informieren. Hanns-Detlev H&ouml;hne, Vorstand der KMW-Mutter Stadtwerke Mainz, sagte: &ldquo;Der Stadtrat ist nicht in der Lage, solch komplexe Entscheidungen zu diskutieren&rdquo;. Deswegen w&uuml;rden Investitionen von der Stadt in stadtnahe Gesellschaften verlagert. Eine Firma wie etwa Siemens sei nur bereit, mit Unternehmen zu verhandeln, nicht mit Parlamenten.<\/p><\/blockquote><p><em>Das sagt doch alles. Entscheidungen wurden in Stadteigene\/nahe Gesellschaften &uuml;bertragen, weil die Politiker zu BL&Ouml;D sind.<\/em><\/p><p><strong>Anlage 3:<\/strong><\/p><p>Magazin Mitbestimmung 01+02\/2007<br>\n<strong>Private Gewinne, gesellschaftliche Risiken?<\/strong><br>\nArbeitspl&auml;tze, Know-how und demokratische Kontrolle im &ouml;ffentlichen Dienst gehen verloren, weil Bund, L&auml;nder und Kommunen finanziell klamm sind: Ver.di sieht politische Alternativen zur Public Private Partnership (PPP).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-165983F3\/hbs\/hs.xsl\/107_85128.html?cis_mode=print\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-165983F3\/hbs\/hs.xsl\/107_85128.html?cis_mode=print\">boeckler.de<\/a><br>\n<strong><br>\nAnlage 4:<\/strong><\/p><p><strong>&raquo;Bedeutender Meilenstein&laquo;<\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.muk.uni-frankfurt.de\/news\/hp\/de-018-hof\/index.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.muk.uni-frankfurt.de\/news\/hp\/de-018-hof\/index.html\">An der Universit&auml;t Frankfurt konstituiert sich das Kuratorium des neuen &rsaquo;House of Finance&lsaquo;<\/a><\/p><p><em>AM: Ein Musterbeispiel daf&uuml;r, wie &ouml;ffentliche Einrichtungen und &ouml;ffentlich bezahlte Personen Privatinteressen bedienen, im konkreten Fall die der Finanzindustrie. Der Vorsitzende dieses &bdquo;House of Finance&ldquo; ist &uuml;brigens Ottmar Issing, ehemaliges Mitglied des Sachverst&auml;ndigenrates und sp&auml;ter Chefvolkswirt der Deutschen Bank und seit Januar 2007 &bdquo;International Advisor&ldquo; der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs. Da kann man sich ausrechnen, welchen Interessen die &bdquo;finanzbezogene Spitzenforschung&ldquo; dient. Das Bankenzentrum Frankfurt schafft sich seine Banken-Uni&hellip; Und Steinbr&uuml;ck, Koch und Bundesbankpr&auml;sident Weber geh&ouml;ren zu den Gratulanten.<br>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von einem aufmerksamen Nutzer der NachDenkSeiten werde ich darauf aufmerksam gemacht, dass die Bundesregierung PPP-Projekte massiv f&ouml;rdert. &Uuml;ber eine so genannte &bdquo; Task Force PPP&ldquo; und einen Lenkungsausschuss der Bundesregierung. 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Sie finden<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2103\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[127,144,28],"tags":[847],"class_list":["post-2103","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-private-public-partnership","category-privatisierung","tag-rechnungshof"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2103","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2103"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2103\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30223,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2103\/revisions\/30223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2103"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2103"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2103"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}