{"id":2112,"date":"2007-02-14T09:40:22","date_gmt":"2007-02-14T08:40:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2112"},"modified":"2016-01-14T15:44:55","modified_gmt":"2016-01-14T14:44:55","slug":"sichere-private-altersversorgung-dass-ich-nicht-lache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2112","title":{"rendered":"\u201eSichere private Altersversorgung? Dass ich nicht lache.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Mit diesem Einstieg schickt uns ein Leser der NachDenkSeiten einen pers&ouml;nlichen Erfahrungsbericht mit Riesterrente, Betriebsrente (Metallrente), der in vielen Facetten interessant und lehrreich ist. Es ist der Bericht eines Zeitgenossen, der einen guten und gut bezahlten Beruf hat. Und sich dennoch die Distanz zu der staatlich subventionierten Privatvorsorge bewahrt hat.<br>\n<!--more--> <\/p><blockquote><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>ich gebe zu, auch eine Privatrente der Versicherungswirtschaft abgeschlossen zu haben, unter dem Deckmantel der &ldquo;betrieblichen Altersversorgung&rdquo;. Anstatt privat zu sparen, habe ich durch die Sozialversicherungsfreiheit und die Beisteuerung der eingesparten Beitr&auml;ge des Arbeitgebers &ndash; nur dann ist das einigerma&szlig;en lohnend &ndash; eine Metallrente abgeschlossen. Der Schritt fiel nicht leicht: Keine oder nur ausweichende Antworten bei kritischen Fragen, mangelnde Ausk&uuml;nfte zu Kosten und Renditen und der Rentenberechnung, die Anwendung veralteter Sterbetafeln beim Abschluss usw. haben die Entscheidung extrem kapp werden lassen. Nur durch die massiven staatlichen Subventionen zulasten der Sozialkassen rechnet sich so ein Produkt f&uuml;r Besserverdienende wie mich. F&uuml;r den Normalb&uuml;rger ist ein solcher Abschluss Quatsch. Gl&uuml;cklich bin ich mit dem Produkt nicht &ndash; immerhin gibt es jetzt nach intensivem Nachfragen einmal j&auml;hrlich eine &Uuml;bersicht der angesparten Betr&auml;ge: Sehr teuer ist die Risikosicherung und die Geb&uuml;hren &ndash; die Rendite ist eher lau. Wie gesagt, meine Alternative ist das Sparen (nicht nur f&uuml;r die Rente) aus normal versteuertem Einkommen &ndash; das jetzt etwas zur&uuml;ckgefahren ist, obwohl die jeweiligen Summen &uuml;ber die Jahre sich in etwa gleichen. Es wurde nur vom freien Sparen zur Staatssubvention umgeschichtet- zulasten der Sozialkassen. <\/p>\n<p>&Uuml;berraschend war allerdings die Umstellung auf die &ldquo;neue&rdquo; Sterbetafel 2004, die eine reale Rentenk&uuml;rzung von deutlich &uuml;ber 20% bedeutet hat. Eine solche K&uuml;rzung hat es in der gesetzlichen RV nie gegeben. Angesichts dieser Fakten ist f&uuml;r mich die private Altersversorgung &uuml;ber Versicherungen gestorben! Allerdings ist die Lobby so gro&szlig;, dass vern&uuml;nftige Alternativprodukte am Markt sabotiert werden oder der Staat nur die Schwindelrenten der Versicherungswirtschaft unter Bestandsschutz (Hartz 4 sicher) stellt. Kein Wunder, sind doch die deutschen Lebensversicherungen die gr&ouml;&szlig;ten K&auml;ufer von Staatsanleihen. Mit diesen Rechtsprivilegien werden vern&uuml;nftige Sparalternativen verhindert: Z.B. Rentenvereine auf Gegenseitigkeit, bezahlbare Pensionsfonds, gesch&uuml;tzte Sonderverm&ouml;gen wie z.B. in der Schweiz. Dies bewirkt gerade die Verhinderung gut abgesicherter unabh&auml;ngiger B&uuml;rger, die Politiker und Wirtschaftsfunktion&auml;re so f&uuml;rchten. Ich werde sehr intensiv &uuml;ber den Fortbestand der &ldquo;betrieblichen&rdquo; Rente nach Auslaufen der SV-Subventionen 2008 nachdenken. Meine privaten Sparanlagen (nicht nur f&uuml;r die Rente) entwickeln sich dagegen sehr gut und jederzeit transparent: Ich kann jederzeit deren Wert abfragen und die Renditen ansehen (Aktien, Aktienfonds, Sparguthaben). Besonders pikant finde ich das Attribut &ldquo;betriebliche&rdquo; Altersversorgung f&uuml;r eine Privatrente, die der Arbeitnehmer voll bezahlt. Im Gegenzug hat meine ehemalige Firma die echte Betriebsrente gestrichen, die seit  Jahren schon nur vor sich hin d&uuml;mpelte und nicht weiterentwickelt wurde. Ganz im Gegenteil: Die Firma musste im Rekordjahr 2004 gezwungen werden, eine jahrelang nicht erfolgte Anpassung vorzunehmen. Die Firmen ziehen sich also mehr und mehr aus den Betriebsrenten zur&uuml;ck. Die Versicherungs- und Finanzindustrie macht intransparente und renditeschwache Angebote. Und der Staat k&uuml;rzt mit Hinweis auf Bestehen der beiden Ersteren die gesetzlichen Renten. Am Ende steht man ohne alles da und landet in Hartz 4 ?!<br>\nIm &Uuml;brigen: Neu ist die (vern&uuml;nftige) private Altersversorgung nicht. Schon die V&auml;tergeneration hat neben der gesetzlichen Rente als Haupts&auml;ule gespart und hinterl&auml;sst Immobilien- und Geldverm&ouml;gen (gesch&uuml;tzt durch die Pflegeversicherung). Nach &uuml;ber 60 Jahren ohne Krieg ist Deutschland recht wohlhabend. Dies bremst die Folgen des &ldquo;dramatischen&rdquo; demografischen Wandels (Achtung &Uuml;bertreibung) deutlich. Ich frage meine Eltern jedenfalls regelm&auml;&szlig;ig, ob es einen Generationenkrieg in unserer Familie g&auml;be, und sie verneinen das immer. Die in den Medien verbreiteten Horrorszenarien sind nichts weiter als reine Panikmache.<\/p>\n<p>Meine Eltern haben mir eine gute und teuere  Ausbildung finanziert und damit zahle ich &uuml;ber die Umlagerente und das teuersystem den L&ouml;wenanteil Ihrer Altersversorgung &ndash; ein weiterer Anteil  kommt von meinem Bruder. Allerdings haben sie nicht die M&ouml;glichkeit, an der &uuml;beraus guten Einkommensentwicklung der letzten beiden Jahre teilzunehmen:  Statt mindestens 3% mehr Rente was locker finanzierbar w&auml;re, fahren Sie auf  unabsehbare Zeiten Nullrunden. Eine weitere S&auml;ule des Alterseinkommens sind  Mieteinnahmen und ein Eigenheim. Damit ist ihre Rente relativ stabil &ndash; wenn auch ohne wesentliche Erh&ouml;hungen. <\/p>\n<p>Damit sie sich keine Sorgen &uuml;ber die Zukunft machen m&uuml;ssen &ndash; versorge ich sie mit NachDenk-Informationen Ihrer Webseite. Damit k&ouml;nnen sie die aktuelle Rentenpropaganda in den Medien klar einordnen. <\/p>\n<p>Mein Bruder (3 Kinder) hat seine Riesterrente &ldquo;aus Geldmangel&rdquo; gek&uuml;ndigt &ndash; sehr zum &Auml;rger des Versicherungsvertreters. Er hat seine Riesterrente ausgerechnet und das war so wenig, das er die Fortf&uuml;hrung f&uuml;r reine Verschwendung hielt. Das gesparte Geld steckt er in sein Haus und seine Familie. <\/p>\n<p>Ich lache immer recht herzlich wie ignorant, widerborstig aber realistisch sich die Deutschen angesichts der vielen (oft unsinnigen) Reformen und Ver&auml;nderungen verhalten (siehe Rentenk&uuml;ndigung des Bruders). Die Propaganda unserer &ldquo;Eliten&rdquo; f&auml;llt  auch alles andere als auf fruchtbaren Boden. Die Deutschen sind &uuml;berraschend  eigensinnig und bodenst&auml;ndig &ndash; an denen beisst man sich die Z&auml;hne aus. Dies liegt kulturell vielleicht daran, dass Deutschland immer wieder Spielball  fremder M&auml;chte oder auch von diesen besetzt war und man sich seine  Eigenst&auml;ndigkeit behalten wollte. Gerade solche Nichtmainstream-Informationen, die Sie liefern werden gerne weitergegeben  und bieten viel Diskussionsstoff um tiefer nachzudenken.<\/p>\n<p><strong>Wenn es einmal  Klick gemacht hat und sich &ldquo;L&uuml;cken im neoliberalen System&rdquo; nach- und beweisen lassen,  ist die zun&auml;chst &uuml;berraschte Person immunisiert &ndash; au&szlig;er Sie geh&ouml;rt zu der Sorte &ldquo;Elite&rdquo;.<\/strong><\/p>\n<p>Mich &auml;rgert &uuml;brigens enorm die einseitige Berichterstattung: Ich m&ouml;chte endlich mal eine Reportage oder Diskussionsrunde ohne neoliberales St&ouml;rfeuer sehen. Ist denn so etwas nicht zu machen? <\/p>\n<p>PS: Ich komme gerade aus China &ndash; dort lenkt der Staat, auch wenn viele das Gegenteil behaupten, und dies macht einen Teil des Erfolgs aus (im Gegensatz zum chaotischen Indien).<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit diesem Einstieg schickt uns ein Leser der NachDenkSeiten einen pers&ouml;nlichen Erfahrungsbericht mit Riesterrente, Betriebsrente (Metallrente), der in vielen Facetten interessant und lehrreich ist. Es ist der Bericht eines Zeitgenossen, der einen guten und gut bezahlten Beruf hat. 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