{"id":21129,"date":"2014-03-19T08:40:54","date_gmt":"2014-03-19T07:40:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129"},"modified":"2014-03-19T10:25:14","modified_gmt":"2014-03-19T09:25:14","slug":"hinweise-des-tages-2090","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h01\">Putins Rede<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h02\">Was interessiert mich die Krim?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h03\">Verfassungsbeschwerden und Organstreitverfahren gegen Europ&auml;ischen Stabilit&auml;tsmechanismus und Fiskalpakt erfolglos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h04\">Mindestlohn-Gutachten: Ausnahmen sind rechtlich unzul&auml;ssig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h05\">Hartz-IV-Rebellin appelliert an Abgeordnete<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h06\">Fondsgebundene Riester-Versicherung: Turbo f&uuml;r Riester-Rente<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h07\">Heute jung, morgen arm: wovon im Alter leben?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h08\">James K. Galbraith: &Ouml;konomie von Vorurteilen befreien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h09\">Ein Potpourri von Problemen durch Schulden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h10\">Die Konsensfalle der Experten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h11\">Mit Kartoffeln und Kohl durchs Studium<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h12\">Patient Griechenland: Gesundheitssystem vor dem Kollaps<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h13\">Gewalt unvorstellbaren Ausma&szlig;es<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h14\">Kolumbien: Viele Volksvertreter geh&ouml;ren zur Spezies der Parapolitiker<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h15\">Online-Referendum im Veneto: Ende der Solidarit&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h16\">TV-Tipp: Gef&auml;hrliche Geheimnisse: Wie USA und EU den Freihandel planen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Putins Rede<\/strong><br>\n&hellip; Am 16. M&auml;rz hat auf der Krim ein Referendum stattgefunden. Dieses Referendum verlief in voller &Uuml;bereinstimmung mit demokratischen Normen und internationalen Vorschriften&hellip; An der Abstimmung haben mehr als 82% der W&auml;hler teilgenommen, &uuml;ber 96% sprachen sich f&uuml;r einen Anschluss an Russland aus. Diese Zahlen sind durchaus &uuml;berzeugend&hellip;<br>\nJa, es gab eine Zeit, als man den Krimtataren, wie auch anderen V&ouml;lkerschaften der UdSSR gegen&uuml;ber mit H&auml;rte und Ungerechtigkeit aufgetreten ist. Ich will eines sagen: Millionen von Menschen verschiedener Nationalit&auml;ten wurden Opfer der damaligen Repressionen, vor allem nat&uuml;rlich auch Russen. Die Krimtataren sind inzwischen in ihre Heimat zur&uuml;ckgekehrt. Ich bin der Ansicht, dass es notwendig ist, alle politischen und rechtlichen Schritte dazu zu unternehmen, die Rehabilitation der Krimtataren zu vollenden und ihren guten Namen in vollem Umfang wiederherzustellen&hellip;<br>\nWir achten Vertreter aller Nationalit&auml;ten, die auf der Krim leben. Das ist ihr gemeinsames Haus, ihre kleine Heimat, und es w&auml;re sicher richtig &ndash; denn ich wei&szlig;, dass die Einwohner der Krim das unterst&uuml;tzen &ndash; g&auml;be es dort nebeneinander drei gleichberechtigte Landessprachen: Russisch, Ukrainisch und Krimtatarisch&hellip;<br>\nNach der Revolution haben die Bolschewiken aus verschiedenen Beweggr&uuml;nden &ndash; Gott m&ouml;ge ihnen ein Richter sein &ndash; bedeutende Gebiete des historischen S&uuml;drussland an die Ukrainische Unionsrepublik abgetreten. Das passierte ohne Ber&uuml;cksichtigung der nationalen Zusammensetzung der Bewohner, und das ist der heutige S&uuml;dosten der Ukraine. 1954 folgte dann die Entscheidung, die Oblast Krim an die Ukraine zu &uuml;bergeben, dazu kam noch die Stadt Sewastopol, obwohl diese damals direkt der Union unterstand. Der Initiator dahinter war der Chef der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, Chruschtschow, pers&ouml;nlich. Was seine Beweggr&uuml;nde waren &ndash; ob das Streben nach Unterst&uuml;tzung bei der ukrainischen Nomenklatur, oder das Bem&uuml;hen, seine Mitschuld an den massiven Repressionen in der Ukraine in den 1930er Jahren auszub&uuml;geln &ndash; sei dahingestellt; das m&ouml;gen Historiker untersuchen.<br>\nF&uuml;r uns ist etwas anderes wichtig: diese Entscheidung war eine Verletzung aller schon damals g&uuml;ltigen verfassungsm&auml;&szlig;igen Normen. Diese Entscheidung wurde insgeheim, in Hinterzimmern getroffen. Nat&uuml;rlich wurde unter den Bedingungen des totalit&auml;ren Staates nicht die Meinung der Bewohner der Krim und Sewastopols eingeholt&hellip;<br>\nJa, wir haben all das gut verstanden und im Herzen und in der Seele nachf&uuml;hlen k&ouml;nnen, aber man musste von den Gegebenheiten ausgehen und nun auf einer neuen Grundlage gutnachbarliche Beziehungen mit der unabh&auml;ngigen Ukraine aufbauen. Die Beziehungen zur Ukraine, mit dem ukrainischen Brudervolk waren und bleiben f&uuml;r uns h&ouml;chst wichtig &ndash; ganz ohne &Uuml;bertreibung&hellip;<br>\nWir gingen davon aus, dass ein gutnachbarliches Verh&auml;ltnis zur Ukraine f&uuml;r uns das Wichtigste ist, und dass es nicht Geisel unaufl&ouml;sbarer Territorialstreitigkeiten sein d&uuml;rfe. Aber bei alledem rechneten wir nat&uuml;rlich auch damit, dass die Ukraine uns ein guter Nachbar sein wird, dass die Russen und die russischsprachigen B&uuml;rger in der Ukraine, besonders in ihrem S&uuml;dosten, in Verh&auml;ltnissen eines freundschaftlichen, demokratischen und zivilisierten Staates leben werden, wo ihre Rechte in Entsprechung mit internationalen Normen gew&auml;hrleistet werden.<br>\nAllerdings begann die Lage sich anders zu entwickeln&hellip;<br>\n&hellip; ich kann diejenigen gut verstehen, die unter friedlichen Losungen auf den Maidan gingen, um gegen Korruption, ineffiziente Staatsf&uuml;hrung und Armut zu protestieren. Das Recht auf friedliche Proteste, auf demokratische Prozesse und Wahlen existiert ja gerade dazu, um eine Regierung abzuw&auml;hlen, die den Menschen missf&auml;llt. Doch die, welche hinter den letzten Ereignissen standen, verfolgten ganz andere Ziele &ndash; sie bereiteten einem Staatsstreich die Wege. Dazu wurden Terror, Mord und Pogrome veranstaltet. Die treibenden Kr&auml;fte des Staatsstreichs waren Nationalisten, Neonazis, Russophobe und Antisemiten. Genau sie sind es auch, die bis heute in vielerlei Hinsicht das Leben in der Ukraine bestimmen&hellip;<br>\nDie Streitkr&auml;fte Russlands sind nicht auf das Territorium der Krim eingedrungen, sondern sie waren in Entsprechung mit einem internationalen Vertrag bereits dort. Ja, wir haben unsere Gruppierung vor Ort verst&auml;rkt, sind dabei aber &ndash; und ich m&ouml;chte das unterstreichen, damit es alle wissen und es h&ouml;ren &ndash; haben wir die maximal zul&auml;ssige Mannzahl unserer Truppenpr&auml;senz auf der Krim nicht &uuml;berschritten; diese sieht 25.000 Mann vor, aber es bestand kein Bedarf an einer solchen Zahl.<br>\nUnd weiter. Bei der Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung und der Ausrufung eines Referendums hat der Oberste Rat der Krim sich auf die UN-Charta berufen, in der davon die Rede ist, dass eine Nation &uuml;ber Selbstbestimmungsrecht verf&uuml;gt. &Uuml;brigens hat die Ukraine selbst sich textlich fast identisch darauf berufen, als sie aus der UdSSR ausschied &ndash; das sei angemerkt.  Die Ukraine nahm dieses Recht f&uuml;r sich in Anspruch, und den Bewohnern der Krim wird es verwehrt. Aus welchem Grund?&hellip;.<br>\nDer Internationale Gerichtshof der UN hat auf Grundlage von Paragraph 1 Punkt 2 der UN-Charta sein Einverst&auml;ndnis damit erkl&auml;rt und in seiner Entscheidung am 22. Juli 2010 folgendes erkl&auml;rt. Ich zitiere w&ouml;rtlich: &bdquo;Es besteht kein allgemeines Verbot einseitiger Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rungen, das aus der Praxis des Sicherheitsrates resultieren w&uuml;rde&ldquo; &ndash; und weiter: &bdquo;Das allgemeine V&ouml;lkerrecht beinhaltet keinerlei anwendbares Verbot von Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rungen&ldquo;&hellip;<br>\n&hellip; diesmal ist das ein schriftliches Memorandum der USA vom 17. April 2009, das diesem Internationalen Gerichtshof im Zusammenhang mit der Anh&ouml;rung zu Kosovo eingebracht wurde. Wieder Zitat: &bdquo;Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rungen k&ouml;nnen, wie das auch h&auml;ufig passiert, das innere Recht verletzen. Aber das bedeutet nicht, dass dadurch das V&ouml;lkerrecht verletzt wird&ldquo;&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.chartophylakeion.de\/blog\/2014\/03\/18\/putins-rede-zum-beitritt-der-krim\/#.UyjBkoVN_mM\">chartophylakeion.de<\/a>\n<p><strong>Siehe auch Ausz&uuml;ge: Alles hat seine Grenzen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/03-19\/012.php\">junge Welt<\/a><\/p>\n<p><strong>Siehe die Aufzeichnung mit deutscher Simultan&uuml;bersetzung<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dG_cN9ey5gw\">Phoenix Video<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bevor Sie sich auf die einseitigen Zusammenfassungen in unseren Medien verlassen, nehmen Sie sich die Zeit und lesen oder h&ouml;ren Putin im Original. Man muss gewiss nicht mit allem einverstanden sein, was er meint und sagt, aber wenn man sich verst&auml;ndigen will, muss man erst einmal die Position des jeweils anderen verstehen und sich dann in der Sache damit auseinandersetzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Was interessiert mich die Krim?<\/strong><br>\nZuerst haben wir gar nicht &uuml;ber die Krim gesprochen. Sondern &uuml;ber einen Platz in Kiew, auf dem zuerst Studenten demonstriert haben. Ich musste sofort an die Demonstrationen auf der Placa de Sol in Madrid denken. Junge Menschen, die noch nicht komplett in der Arbeitswelt aufgegangen sind, begeben sich auf einen Platz, um gegen die bestehenden Verh&auml;ltnisse zu demonstrieren. Insofern passierte da in der Ukraine nichts Ungew&ouml;hnliches. Im Europa unserer Zeit gibt es viele Gr&uuml;nde gegen irgendwas zu sein. Aber was war anders?&hellip;<br>\nDrittens gab es auf dem Maidan viele Besuche von Politkern aus anderen L&auml;ndern. Auf der Placa del Sol nicht. Warum? Die auf dem Maidan demonstrierten gegen den Nicht-Anschluss an den Westen. Die auf der Placa del Sol wandten sich vor allem gegen eine Politik, die nicht in Madrid bestimmt wurde, sondern in Br&uuml;ssel und Berlin. Was beide Proteste gemeinsam hatten: Sie richteten sich nur gegen eine politische Weichenstellung, sondern vor allem gegen die ihrer Ansicht nach korrupten Politiker, die ihr Land regierten.<br>\nViertens haben die Medien kaum dar&uuml;ber berichtet, dass in Madrid ein zentraler  Platz voller Zelte stand. &Uuml;ber den Maidan wurde sehr intensiv berichtet. Was passiert da eigentlich in diesem Moment? Steht die B&uuml;hne noch?<br>\nWarum berichten die Medien so viel &uuml;ber diese Geschichte in der Ukraine? W&auml;hrend in Spanien die grunds&auml;tzlichen Abkommen einer sozialen Gesellschaft in Frage gestellt und abgeschafft wurden, ging es auf dem Maidan worum? Laut den Aussagen eines pro-Maidan-Ukrainers ging es vor allem gegen die Korruption und gegen eine Politik, die trotz wiederholter Machtwechsel nichts ver&auml;nderte.<br>\nWarum also berichten die Medien nicht in gleichem Ma&szlig;e?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/neuesaussiberia.wordpress.com\/2014\/03\/18\/was-interessiert-mich-die-krim\/\">neuesaussiberia<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Verfassungsbeschwerden und Organstreitverfahren gegen Europ&auml;ischen Stabilit&auml;tsmechanismus und Fiskalpakt erfolglos<\/strong><br>\nTrotz der eingegangenen Verpflichtungen bleibt die Haushaltsautonomie des Deutschen Bundestages hinreichend gewahrt. Es ist  jedoch haushaltsrechtlich sicherzustellen, dass etwaige Kapitalabrufe  nach dem ESM-Vertrag im Rahmen der vereinbarten Obergrenzen fristgerecht  und vollst&auml;ndig erf&uuml;llt werden k&ouml;nnen und somit eine Aussetzung von  Stimmrechten Deutschlands in den ESM-Gremien zuverl&auml;ssig ausgeschlossen bleibt&hellip;<br>\nF&uuml;r die Einhaltung des Demokratiegebots kommt es entscheidend darauf an,  dass der Bundestag der Ort bleibt, an dem eigenverantwortlich &uuml;ber  Einnahmen und Ausgaben entschieden wird, auch im Hinblick auf  internationale und europ&auml;ische Verbindlichkeiten. Zwar ist es in erster Linie Sache des Bundestages selbst, in Abw&auml;gung aktueller Bed&uuml;rfnisse mit den Risiken mittel- und langfristiger Gew&auml;hrleistungen dar&uuml;ber zu befinden, in welcher Gesamth&ouml;he Gew&auml;hrleistungssummen noch verantwortbar sind. Aus der demokratischen Verankerung der Haushaltsautonomie folgt jedoch, dass der Bundestag einem intergouvernemental oder supranational vereinbarten, nicht an strikte Vorgaben gebundenen und in seinen Auswirkungen nicht begrenzten B&uuml;rgschafts- oder Leistungsautomatismus nicht zustimmen darf, der &ndash; einmal in Gang gesetzt &ndash; seiner Kontrolle und Einwirkung entzogen ist. Das Demokratieprinzip gebietet es zudem, dass der Bundestag an diejenigen Informationen gelangen muss, die er f&uuml;r eine Absch&auml;tzung der wesentlichen Grundlagen und Konsequenzen seiner Entscheidung ben&ouml;tigt&hellip;<br>\nQuelle 1: <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/pressemitteilungen\/bvg14-023\">Bundesverfassungsgericht Pressemitteilung<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/entscheidungen\/rs20140318_2bvr139012.html\">Bundesverfassungsgericht Entscheidung<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wieder einmal eine f&uuml;r europa-rechtliche Fragen typische &bdquo;Zwar-Aber-Entscheidung&ldquo; der Karlsruher Richter. Das Gericht akzeptierte den Stabilit&auml;tsmechanismus und den Fiskalpakt und versucht die Rechte des Haushaltsgesetzgebers zu wahren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Mindestlohn-Gutachten: Ausnahmen sind rechtlich unzul&auml;ssig<\/strong><br>\nBei der Einf&uuml;hrung des Mindestlohns sind Ausnahmen f&uuml;r Studierende, Rentnerinnen und Rentner, Jugendliche, saisonal befristet Besch&auml;ftigte, Taxifahrer und Langzeitarbeitslose rechtlich unzul&auml;ssig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des Rechtswissenschaftlers Prof. Andreas Fischer-Lescano vom Zentrum f&uuml;r Europ&auml;ische Rechtspolitik an der Universit&auml;t Bremen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und das Wirtschafts- und Sozialforschungsinstitut in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung (WSI) hatten das Gutachten zum Thema &ldquo;Verfassungs-, v&ouml;lker- und europarechtlicher Rahmen f&uuml;r die Gestaltung von Mindestlohnausnahmen&rdquo; in Auftrag gegeben.&nbsp;<br>\nDazu erkl&auml;rte Reiner Hoffmann, DGB-Vorstandsmitglied, am Dienstag in Berlin:<br>\n&ldquo;Das Ergebnis des Gutachtens ist eindeutig: Ausnahmen f&uuml;r Studierende, Rentner, Jugendliche, saisonal befristet Besch&auml;ftigte, Taxifahrer und Langzeitarbeitslose sind rechtlich unzul&auml;ssig. Eine solche Ungleichbehandlung w&auml;re ein Versto&szlig; gegen das Grundgesetz, gegen das Recht der Europ&auml;ischen Union und gegen das V&ouml;lkerrecht. Jeder, der Ausnahmen bef&uuml;rwortet, muss wissen, dass diese rechtlich keinen Bestand haben. Es ist wichtig, dass der Mindestlohn jetzt endlich ohne Ausnahmen eingef&uuml;hrt und seine Durchsetzung mit wirksamen Kontrollen sichergestellt wird. Denn: W&uuml;rde kennt keine Ausnahmen.&rdquo;<br>\nDer Gutachter Prof. Andreas Fischer-Lescano erkl&auml;rte:&nbsp;<br>\n&ldquo;Das Gutachten zeigt, dass die Einf&uuml;hrung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohnes zum Schutz menschenw&uuml;rdiger Arbeitsbedingungen geboten ist. Der Gesetzgeber kommt so endlich seinem grundgesetzlichen Schutzauftrag zur Gew&auml;hrleistung der Menschenw&uuml;rde, des allgemeinen Pers&ouml;nlichkeitsrechts und der Berufsfreiheit in Verbindung mit dem verfassungsrechtlichen Sozialstaatsprinzip nach. Mindestlohnausnahmen sind nur gerechtfertigt, wo sie sich auf Pflichtpraktikantinnen und -praktikanten, Auszubildende und ehrenamtlich T&auml;tige beziehen, da diese Personen in keinem Arbeitsverh&auml;ltnis stehen. Eine Ungleichbehandlung der &uuml;brigen diskutierten Personengruppen ist verfassungs-, v&ouml;lker- und unionsrechtlich unzul&auml;ssig.&rdquo;&nbsp;<br>\nHintergrund:&nbsp;<br>\nDer allgemeine gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro soll gem&auml;&szlig; der Koalitionsvereinbarung zum 1. Januar 2015 in Kraft treten. Allerdings droht der gesetzliche Mindestlohn leer zu laufen, sollten sich die Stimmen durchsetzen, die sehr weitreichende Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn fordern. Diskutiert werden Ausnahmen zum Beispiel f&uuml;r Jugendliche, Rentner, saisonal befristet eingestellte Besch&auml;ftigte, Taxifahrer oder Langzeitarbeitslose. Gut f&uuml;nf Millionen Besch&auml;ftigte in Deutschland verdienen weniger als 8,50 Euro pro Stunde. W&uuml;rde die Bundesregierung diesen Forderungen nach Ausnahmen vom Mindestlohn nachgeben, erhielten zwei Millionen dieser Niedriglohnbesch&auml;ftigten keinen Mindestlohn und es k&ouml;nnte zu problematischen Verdr&auml;ngungseffekten auf dem Arbeitsmarkt kommen. Zu diesem Ergebnis ist vor kurzem auch eine neue Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung gekommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/-\/zV9\">DGB Pressemitteilung. Das Gutachten von Prof. Andreas Fischer-Lescano<\/a>\n<p><strong>Dazu: Dorothea Siems l&auml;uft Amok gegen Mindestlohn<\/strong><br>\nSchlie&szlig;lich habe Hartz IV ja einen &ldquo;Jobboom&rdquo; ausgel&ouml;st, so Siems, mit dem Mindestlohn aber drohe &ldquo;eine neue Frostperiode&rdquo;. Siems meint ihren Unsinn dabei mit Hilfe der so genannten Wirtschaftsweisen st&uuml;tzen zu k&ouml;nnen:<br>\n&ldquo;Die Wirtschaftsweisen sehen rund f&uuml;nf Millionen Besch&auml;ftigte vom Mindestlohn betroffen.&rdquo;<br>\nWas nun den angeblichen &ldquo;Jobboom&rdquo; anbelangt, hilft jedem &ndash; au&szlig;er unserer Dorothea-Not-Everything-Is-As-It-Siems und einigen Wirtschaftsweisen nat&uuml;rlich &ndash; die folgende Graphik auf die Spr&uuml;nge:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140319_01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140319_01_small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2014\/03\/mindestlohndorothea-siems-not-everything-is-as-it-siems-folge-2-2014-dorothea-siems-lauft-amok-gegen-mindestlohn\/\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Hartz-IV-Rebellin appelliert an Abgeordnete<\/strong><br>\nAls Mitarbeiterin eines Jobcenters kennt Inge Hannemann das harte Leben der Arbeitslosen und fordert daher, die Sanktionen f&uuml;r Hartz-IV-Bezieher abzuschaffen. Ihr Arbeitgeber ist von diesem Engagement nicht begeistert &ndash; der Bundestag jedoch h&ouml;rt sie an. Ihr Anliegen, das ist die Abschaffung s&auml;mtlicher Sanktionen f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger. Wer Arbeitslosengeld II erh&auml;lt und einen Termin im Jobcenter verpasst oder ein Stellenangebot ausschl&auml;gt, dem werden die staatlichen Zusch&uuml;sse teils massiv gek&uuml;rzt. Das verst&ouml;&szlig;t aus Sicht von Hannemann gegen die Menschenw&uuml;rde, weil Betroffene in ihrer Existenz bedroht seien und nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben k&ouml;nnten. Deshalb hat sie vergangenen Herbst eine Petition gestartet. Etwa 90 000 Unterschriften sind zusammengekommen, nun muss sich der Bundestag mit Hannemanns Forderung befassen. Sie erz&auml;hlt von Jobcenter-Mitarbeitern, die zu wenig Zeit haben, um die F&auml;lle &uuml;berhaupt richtig zu pr&uuml;fen. Von Menschen, die wegen der Strafk&uuml;rzungen kaum etwas zu essen haben. Von Menschen, die sich keine Fahrkarte leisten k&ouml;nnen, aber ins Jobcenter fahren m&uuml;ssen. Sie erz&auml;hlt von der teils aussichtslosen Lage der Arbeitslosen. Ein Mann mit schwerer Diabetes sei zu ihr gekommen, der kein Geld f&uuml;r Insulin hatte. &ldquo;Frau Hannemann&rdquo;, habe er gesagt, &ldquo;ist mein letzter Weg der Suizid?&rdquo; Hannemann will von den Abgeordneten wissen, wer die Verantwortung daf&uuml;r &uuml;bernehme.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/inge-hannemann-hartz-iv-rebellin-appelliert-an-abgeordnete-1.1915112\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Viel gewonnen w&auml;re schon, wenn die Jobcenter nicht mehr dem Druck von oben ausgesetzt w&auml;ren, mehr zu sanktionieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Fondsgebundene Riester-Versicherung: Turbo f&uuml;r Riester-Rente<\/strong><br>\nWer eine fondsgebundene Riester-Versicherung hat, kann mit den richtigen Fonds seine Renditechancen steigern. Die Zeitschrift Finanztest hat f&uuml;r ihre April-Ausgabe das Fondsangebot der Versicherer untersucht und gibt Tipps f&uuml;r eine bessere Anlage.<br>\nBei fondsgebundenen Riester-Versicherungen liegt nur ein Teil des Guthabens in sicheren, meist verzinsten Anlagen. Der andere Teil liegt in riskanten Anlagen, in Investmentfonds. In welche Fonds Teile seines Beitrags flie&szlig;en, entscheidet der Versicherte. Um das Optimale f&uuml;r sich herausholen zu k&ouml;nnen, muss sich der Anleger also k&uuml;mmern. Doch h&auml;ufig wissen Riester-Sparer gar nicht, dass sie eine fondsgebundene und keine klassische Riester-Rentenversicherung abgeschlossen haben. Noch weniger wissen sie, dass sie selbst &uuml;ber die Fonds entscheiden k&ouml;nnen. Finanztest r&auml;t deshalb, sich die j&auml;hrliche Standmitteilung genau anzusehen.<br>\nDie Fonds in der Police sollten mit den am besten bewerteten Fonds bei Finanztest verglichen werden. Schneiden die bisherigen Fonds schlechter ab, sollte man zu den empfohlenen wechseln. Der Tausch kostet meist nichts. Die gesamte Versicherung zu wechseln, ist hingegen meist keine gute Idee. Anleger m&uuml;ssen die Abschlusskosten f&uuml;r die gesamte Laufzeit &ndash; oft mehrere tausend Euro &ndash; in den ersten f&uuml;nf Jahren bezahlen. Ein gro&szlig;er Teil davon ist bei einer K&uuml;ndigung weg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.test.de\/riester-fondsversicherung\">test<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.M.:<\/strong> So sehr ich eine Institution wie Stiftung Warentest vom Grundsatz her begr&uuml;&szlig;e, &uuml;ber &bdquo;Finanztest&ldquo; unter dem Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen kann man h&auml;ufig nur dem Kopf sch&uuml;tteln. Tenhagen und seine Crew h&auml;lt das F&auml;hnlein &bdquo;Riester&ldquo; weiter tapfer hoch. Dabei lohnen sich die Produkte f&uuml;r die Mehrzahl der Versicherungsnehmer nicht, und ohne die gro&szlig;z&uuml;gige finanzielle F&ouml;rderung durch Vater Staat w&auml;re &bdquo;Riester&ldquo; ein Flop. Unterm Strich hat die Politik ein Konjunkturprogramm f&uuml;r Banken und sog. &bdquo;Finanzdienstleister&ldquo; aufgelegt. Leider kl&auml;rt &bdquo;Finanztest&ldquo; kaum auf, wirft vielmehr Nebelkerzen und bedient sich in der Pressemitteilung sogar der Sprache von Banken und Vermittlern, spricht von &bdquo;Renditechancen steigern&ldquo;. Auch ein Ausdruck f&uuml;r die Kapitulation vor der Finanzindustrie.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Heute jung, morgen arm: wovon im Alter leben?<\/strong><br>\nDer Freistaat steht wirtschaftlich an der Spitze &ndash; trotzdem sind in Bayern mehr Menschen von Altersarmut bedroht als in jedem anderen Bundesland. Die Renten liegen unter dem Bundesdurchschnitt, jeder F&uuml;nfte ab 65 Jahren in Bayern ist armutsgef&auml;hrdet. Der Wohlstand ist gerade im Alter nicht gerecht verteilt. Moderator Rainer Maria Jilg spricht mit Rentnern in Bayern, f&uuml;r die Armut zum Alltag geworden ist, und mit ihren erwachsenen Kindern. Er l&auml;sst Renten-Experten zu Wort kommen und denkt gemeinsam mit ihnen &uuml;ber L&ouml;sungen zur drohenden Altersarmut nach.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ssl.br.de\/fernsehen\/bayerisches-fernsehen\/inhalt\/geschichte-und-gesellschaft\/geschichte-gesellschaft-altersarmut-146.html\">Bayerisches Fernsehen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>James K. Galbraith: &Ouml;konomie von Vorurteilen befreien<\/strong><br>\nRund 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa stellt sich die Frage, ob dem Kapitalismus im Westen aus &auml;hnlichen Gr&uuml;nden ein vergleichbares Schicksal bl&uuml;ht. Denn die Unf&auml;higkeit, sich zu ver&auml;ndern, kann katastrophale Folgen haben. Aber nehmen wir ruhig an, dass der weltweite Kapitalismus irgendwie die derzeitige Krise &uuml;berwindet. Dann stellt sich aber die Frage: Was sind die Herausforderungen f&uuml;r die kommenden 20 Jahre? Was k&ouml;nnen wir erhoffen, was m&uuml;ssen wir fordern? Hier die wichtigsten Punkte. &hellip;. Die politische Klasse umerziehen: Heute werden die Spitzenpolitiker der reichen L&auml;nder beherrscht von einer destruktiven neoliberalen Einstellung. Sie haben Angst vor Defiziten und &ouml;ffentlicher Verschuldung, weil sie sie auf simple Art mit privaten Schulden vergleichen. Mit Blick nach au&szlig;en sind sie Merkantilisten wie aus der Zeit vor Adam Smith, unf&auml;hig zu verstehen, dass Handels&uuml;bersch&uuml;sse in einem Land entsprechende Defizite woanders nach sich ziehen. Sie hegen au&szlig;erdem eine reflexhafte Verachtung f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Sektor, kombiniert mit einem fetischistischen Glauben an die Weisheit der Notenbanker. Es w&auml;re eine gute Aufgabe f&uuml;r die &Ouml;konomen der kommenden 20 Jahre, diese Politiker umzuerziehen &ndash; vorausgesetzt, sie schaffen es zuvor, sich selbst umzuerziehen. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/kommentare\/wissenschaft-oekonomie-von-vorurteilen-befreien\/6289522.html\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ein Potpourri von Problemen durch Schulden<\/strong><br>\nDer globale Kapitalmarkt ist innerhalb von nur sechs Jahren um mehr als 40% gewachsen. Laut Daten der Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) nahmen die ausstehenden Schuldtitel zwischen Mitte 2007 und Mitte 2013 von 70 Bio. $ auf gesch&auml;tzte 100 Bio. $ zu. Im Euro-Raum d&uuml;rften die gesamten Staatsschulden dieses Jahr auf den Rekordwert von 93,5% des Bruttoinlandprodukts (BIP) steigen, ist dem Monatsbericht der Europ&auml;ischen Zentralbank zu entnehmen. W&auml;hrend der Finanzkrise, die nicht zuletzt auf zu hohe Schulden zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, hat die Verschuldung also weiter zugenommen. Eines der L&auml;nder, das zwar keine hohe Staatsverschuldung aufweist, aber trotzdem ein spezielles Schuldenproblem hat, ist die Ukraine. Die Staatsverschuldung betr&auml;gt rund 40% des BIP &ndash; wovon lediglich die H&auml;lfte bei ausl&auml;ndischen Gl&auml;ubigern liegt &ndash;, und die Regierung kann auch in der gegenw&auml;rtigen politischen Krise auf externe Finanzhilfe z&auml;hlen. Allerdings hatte Russland bereits im Dezember dem Land geschickt unter die Arme gegriffen und eine ukrainische Anleihe von 15 Mrd. $ gezeichnet. Eine erste Zahlung von 3 Mrd. $ gegen Bonds war noch vor Jahresende abgewickelt worden, eine zweite war f&uuml;r Ende Februar vorgesehen gewesen, zu der es aber durch den Regierungswechsel nicht mehr kam. Das Problem dieser Anleihe, auf das Marktkommentatoren hinweisen, liegt in der Klausel, dass sie sofort f&auml;llig wird, wenn die Staatsverschuldung der Ukraine die Marke von 60% &uuml;berschreitet. Diese Grenz&uuml;berschreitung d&uuml;rfte stattfinden, sobald die von westlichen L&auml;ndern und dem Internationalen W&auml;hrungsfonds geplante finanzielle Unterst&uuml;tzung der Ukraine realisiert wird. Russland kann dann die sofortige R&uuml;ckzahlung bereits gezahlter Gelder verlangen. Damit tr&auml;te die bizarre Situation ein, dass neue, zur Unterst&uuml;tzung der Ukraine gedachte Gelder im Grunde direkt an Russland und russische Staatsbanken fl&ouml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/uebersicht\/finanzportal\/ein-potpourri-von-problemen-durch-schulden-1.18264353?extcid=Newsletter_17032014_Top-News_am_Morgen\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Desweiteren wird in dem Artikel ein wenig &uuml;ber den R&uuml;ckgang der von der US-Notenbank f&uuml;r rund 250 ausl&auml;ndische Zentralbanken, Regierungen und Institutionen verwahrten US-Staatsanleihen um 104,5 Mrd. Dollar spekuliert. Manche scheinen zu glauben, dass dahinter der R&uuml;ckzug Russlands aus dem Treasury-Markt als Reaktion von Sanktionsdrohungen seitens der USA st&uuml;nde. Zum Jahresende hielt Russland amerikanische Staatsanleihen im Wert von 138,6 Milliarden Dollar. Das ist allerdings angesichts eines Anleihebestands der Fed von immer noch 2,86 Bio. Dollar zu wenig, um eine wichtige Marktentwicklung einzuleiten, wie Mark Chandler, von Brown Brothers Harriman andeuten m&ouml;chte. Da spekuliert ein Spekulant, dem nichts lieber sind als unsichere M&auml;rkte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die Konsensfalle der Experten<\/strong><br>\nBis heute ist es ein ungel&ouml;stes R&auml;tsel, warum Notenbanken, Aufsichtsbeh&ouml;rden und Finanzindustrie die im Jahr 2007 aufkeimende globale Finanzkrise nicht erkannt haben. Drei Soziologen der Universit&auml;t Berkeley in Kalifornien sind daran gegangen, dieses R&auml;tsel zu l&ouml;sen. Sie haben sich die Protokolle des Offenmarkt-Ausschusses der US-Notenbank Fed vorgenommen, die jeweils nach Ablauf von f&uuml;nf Jahren frei gegeben&nbsp; werden. Die Wissenschaftler zeigen detailliert, dass die Fed-F&uuml;hrung sich noch bis Ende 2007 vornehmlich um Inflationsraten, Besch&auml;ftigungsquoten und die Defizite im Staatshaushalt sowie der Leistungsbilanz sorgte. Die komplett falsche Einsch&auml;tzung hat einen einfachen Grund, wie die Soziologen in ihrer umfangreichen Forschung herausarbeiten: Das Fed-Spitzengremium wird seit langem mit Menschen besetzt, die stark auf Gruppenkonsens und weniger auf Widerspruch achten. Mitglieder mit Neigung zu gegens&auml;tzlichen Einsch&auml;tzungen sind da nicht gefragt, dies k&ouml;nnte es in der t&auml;glichen Arbeit schwer machen, zu einer klaren Mehrheitsmeinung zu kommen. So sitzen im Offenmarkt-Ausschuss der Fed fast ausschlie&szlig;lich Volkswirte, die ihre beruflichen Erfahrungen in Ministerien, Beh&ouml;rden oder an der Universit&auml;t gemacht haben. Die denken daher zwangsl&auml;ufig in makro&ouml;konomischen Kategorien und sie pressen die Realit&auml;t in mathematische Modelle, die immer darauf hinauslaufen,&nbsp; ein irgendwie geartetes Gleichgewicht herzustellen. Die Verbindungen zwischen dem Immobilienmarkt, dem Markt f&uuml;r Subprime-Hypotheken und den &bdquo;kreativen Finanzl&ouml;sungen&ldquo; zur Umverteilung von Risiken und Ertr&auml;gen hat die F&uuml;hrung der Fed dagegen lange nicht erkannt. Daf&uuml;r gab und gibt es keine Formeln.<br>\nWenn die Arbeit des obersten Fed-Gremiums strikt auf Konsens ausgerichtet ist, ist das allerdings kein Einzelfall. Nicht anders geht es doch auf dem ganzen Globus in der Wirtschaft, in Beh&ouml;rden, Banken und Vereinen zu. Mitglieder mit einer gegens&auml;tzlichen Meinung und einer Tendenz zum &bdquo;Querb&uuml;rsten&ldquo; sind da meist nicht gefragt. Sie werden als Eigenbr&ouml;tler, St&ouml;renfriede, wenn nicht gar als gemeingef&auml;hrlich betrachtet &ndash; aus einem menschlich sehr nahe liegenden Grund. Anh&auml;nger einer Mehrheitsmeinung zu sein, ist immer risiko&auml;rmer, als eine Minderheitsmeinung zu vertreten. Eine falsche Entscheidung hat f&uuml;r den Einzelnen weniger Folgen, wenn sie von vielen zu verantworten ist. Geteiltes Leid ist halbes Leid, lautet deshalb die bis ins Letzte beachtete Grundregel jedweder Gremienarbeit. Expertentum und Konsensbildung gehen offensichtlich eine Symbiose ein, die das Risiko f&uuml;r die Entscheider minimiert, nicht aber Risiken f&uuml;r die von den Entscheidungen betroffenen Menschen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/kolumnen\/kurz-und-schmerzhaft\/der-finanzlotse-die-konsensfalle-der-experten-seite-all\/9601000-all.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Autor fragt sich am Ende des Artikels zu Recht, was sich seit Ausbruch der Krise ge&auml;ndert habe. Die n&auml;chste Krise k&ouml;nne erneut &ldquo;an einer Stelle aufflackern, die die Experten eben nicht im Fokus hatten und an die sie vor lauter Konsensbildung auch nicht denken konnten. Man k&ouml;nnte das als eine neue Art eines systemischen Risikos bezeichnen &ndash; die Konsensfalle der Experten.&rdquo; Oder &ndash; wie die Autoren der Studie, <a href=\"http:\/\/sociology.berkeley.edu\/sites\/default\/files\/faculty\/fligstein\/Why%20the%20Federal%20Reserve%20Failed%20to%20See%20the%20Crisis%20of%202008%20v.2.6.pdf\">&ldquo;Why the Federal Reserve Failed to See the Financial Crisis of 2008: The Role of &lsquo;Macroeconomics&rsquo; as a Sensemaking and Cultural Frame&rdquo; [PDF &ndash; 749 KB]<\/a>  ausf&uuml;hren: &ldquo;Not surprisingly, since the events of 2008, nothing has changed on the FOMC. The next time such a complex unraveling begins to occur, one can expect the same result.&rdquo; Nur, was k&ouml;nnte man dagegen tun. Die Fed, die anderen Notenbanken oder der US-Pr&auml;sident, der franz&ouml;sische Pr&auml;sident, die Kanzlerin, die letztlich die Spitzenpositionen besetzen, k&ouml;nnten Sorge tragen, dass eben nicht nur orthodoxe bzw. Mainstream&ouml;konomen zum Zuge kommen. Der Witz ist nur, dass unser ganzes System in der Konsensfalle sitzt. Welcher Wissenschaftler, welcher Politiker hat die Chance, Karriere zu machen, wenn er nicht im Wesentlichen dem Mainstream folgt. Und selbst wer in Opposition zum Mainstream steht, muss dem &ldquo;Mainstream&rdquo; der Opposition Rechnung tragen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Mitschriften von acht regul&auml;ren und sechs Dringlichkeitssitzungen des Offenmarktausschusses der FED aus dem Krisenjahr 2008 sind <a href=\"http:\/\/www.federalreserve.gov\/monetarypolicy\/fomchistorical2008.htm\">inzwischen einsehbar<\/a>.  Nat&uuml;rlich wurden daneben viele andere, nicht &ouml;ffentliche Gespr&auml;che gef&uuml;hrt, aber das Treffen am 16. September 2008, zwei Tage nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers, ersch&uuml;ttert. Es wird ganz klar, dass niemand auch nur im Ansatz ahnte, was geschehen war und was auf uns alle zukommen sollte. Zentralbankpr&auml;sident Ben Bernanke sagte mit Blick auf das Zinsniveau: &ldquo;Ich denke, dass unsere Politik eigentlich ziemlich gut aussieht&rdquo; und belie&szlig; den kurzfristigen Leitzins bei 2 Prozent.&nbsp; Als Chef&ouml;konom David J. Stockton meinte: &ldquo;We did receive a great deal of macroeconomic data since we closed the Greenbook last Wednesday. We didn&rsquo;t seem to get any of it right, but it all netted out to just about nothing&rdquo; war die Reaktion &ldquo;Laughter&rdquo;. Das Lachen sollte bald allen im Halse stecken bleiben. Nat&uuml;rlich hat Bernanke dann bald sehr k&uuml;hne und bis jetzt erfolgreiche Schritte unternommen, aber es bleibt die Frage, wie konnten so viele kompetente, gut informierte Menschen derart blind sein. Und es geht ja nicht nur um die Anwesenden. Allein&nbsp; Chef der Abteilung Forschung und Statistik, Stockton, verf&uuml;gte &uuml;ber einen Mitarbeiterstab von 280 Fachleuten. Alles die Konsensfalle?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Mit Kartoffeln und Kohl durchs Studium<\/strong><br>\nWas tun, wenn es kein Baf&ouml;g gibt, die Hilfe von den Eltern bei Weitem nicht reicht und das Studium kaum Zeit zum Jobben l&auml;sst? Auch manche Studenten m&uuml;ssen sich Lebensmittel bei der Tafel holen. Die Scham ist gro&szlig;. Tafeln aus ganz Deutschland berichten, dass vermehrt Studenten bei ihnen Lebensmittel holen. &ldquo;Von den &ouml;rtlichen Tafeln wird uns immer wieder gemeldet, dass mehr Studenten zu ihnen kommen als fr&uuml;her&rdquo;, sagt Dorothea Riedel vom Bundesverband Deutscher Tafeln. Jochen Br&uuml;hl, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Tafeln, f&uuml;hrt die Entwicklung auf steigende Mieten in vielen Universit&auml;tsst&auml;dten zur&uuml;ck. Und: &ldquo;Die M&ouml;glichkeiten f&uuml;r einen Nebenjob in einem eng getakteten Studium werden immer geringer&rdquo;, sagt er. Studierende m&uuml;ssten in der Regel zwar nur eine gewisse Zeit den Geldmangel &uuml;berbr&uuml;cken, und das Studium er&ouml;ffne ihnen die Perspektive auf einen gut bezahlten Job. &ldquo;Der finanzielle Aufwand f&uuml;r ein Studium und die steigenden Lebenshaltungskosten f&uuml;hren jedoch dazu, dass immer weniger junge Menschen aus sozial benachteiligten Familien an die Universit&auml;ten gehen&rdquo;, meint Br&uuml;hl. Hier seien die Politiker in der Pflicht, f&uuml;r gleiche Bildungschancen zu sorgen. Denn &ldquo;es ist besch&auml;mend f&uuml;r die Politik, dass Studierende zu uns kommen m&uuml;ssen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bildung\/immer-mehr-studenten-auf-tafeln-angewiesen-kartoffeln-kohl-und-jede-menge-joghurt-1.1914490\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Patient Griechenland: Gesundheitssystem vor dem Kollaps<\/strong><br>\nSeit der Finanzkrise k&ouml;nnen sich immer weniger Menschen in Griechenland sich Behandlungen und Medikamente leisten. Die Folgen sind verheerend: Mehr Totgeburten, mehr Suizide, mehr HIV-Infektionen.<br>\nStellen Sie sich vor, die Ausgaben im deutschen Gesundheitssystem m&uuml;ssten um 160 Milliarden Euro gek&uuml;rzt werden. Das Budget unserer Krankenh&auml;user w&uuml;rde um ein Viertel gesenkt werden, die Kosten f&uuml;r Medikamente um die H&auml;lfte. Bei uns w&auml;re das unvorstellbar. Im krisengebeutelten Griechenland ist dieser Sparkus seit sechs Jahren Realit&auml;t. Die Folgen der bitteren Di&auml;t-Pille: immer mehr Menschen k&ouml;nnen sich ihre Behandlung und die Medikamente daf&uuml;r nicht mehr leisten. Peter Hell &uuml;ber die Kranken in einem ungesunden System.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.tv\/filme\/griechenland-gesundheitssystem-kollaps\/\">Spiegel.TV<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Gewalt unvorstellbaren Ausma&szlig;es<\/strong><br>\nDie UNO warnt davor, das Schicksal Syriens angesichts der Krimkrise aus den Augen zu verlieren. UN-Fl&uuml;chtlingshochkommissar Ant&oacute;nio Guterres sagte am Mittwoch in New York, seine gr&ouml;&szlig;te Sorge sei, dass es in dem B&uuml;rgerkriegsland eine &ldquo;totale Katastrophe&rdquo; gebe, weil sich der Blick der internationalen Gemeinschaft nun auf die Ukraine richte. Auch UN-Generalsekret&auml;r Ban Ki Moon warnte vor einer milit&auml;rischen Eskalation in Syrien im Schatten der Entwicklungen in der Ukraine: &ldquo;Syrien ist jetzt die weltweit gr&ouml;&szlig;te humanit&auml;re Krise und die gr&ouml;&szlig;te Herausforderung f&uuml;r Frieden und Sicherheit, wobei die Gewalt unvorstellbare Ausma&szlig;e annimmt&rdquo;, hie&szlig; es in einer Erkl&auml;rung Bans anl&auml;sslich des dritten Jahrestags des Beginns der Proteste in Syrien. &ldquo;Hunderttausende Leben sind verloren gegangen oder wurden zerst&ouml;rt. Und jeden Tag werden weitere Menschen get&ouml;tet.&rdquo; Ban appellierte an die USA und Russland, sich daf&uuml;r einzusetzen, die Friedensgespr&auml;che neu zu beleben, die von Washington und Moskau initiiert worden waren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2014%2F03%2F14%2Fa0160&amp;cHash=4d8c35acb8985558afd63daa5072f35a\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Kolumbien: Viele Volksvertreter geh&ouml;ren zur Spezies der Parapolitiker<\/strong><br>\nWenn in Kolumbien der neu gew&auml;hlte Kongress zusammentritt, dann gelten knapp ein Drittel der Delegierten als sogenannte Parapolitiker. Parapolitiker sind in Kolumbien eine Spezies, die direkte oder indirekte Verbindungen zu paramilit&auml;rischen Gruppen pflegen. Nach Recherchen des kolumbianischen Internetportals VerdadAbierta.com ermittelt der Oberste Gerichtshof bereits gegen 26 der neu gew&auml;hlten Volksvertreter wegen Verbindungen zu Paramilit&auml;rs. Vor der Parlamentswahl vom 9. M&auml;rz ver&ouml;ffentlichte die Menschenrechtsorganisation &ldquo;Fundaci&oacute;n Paz y Reconciliaci&oacute;n&rdquo; eine Liste mit 131 Kandidaten, die als Parapolitiker eingestuft wurden. Davon schafften 70 den Sprung in den Kongress: 37 ins Abgeordnetenhaus, 33 eroberten einen Sitz im Senat. K&uuml;nftig ist jeder vierte Abgeordnete und jeder dritte Senator ein Parapolitiker.<br>\nSeit 2006 wurden &uuml;ber 60 Kongressmitglieder wegen Verbindungen zu solchen Gruppierungen verhaftet und zum Teil verurteilt. In dem Bericht des nationalen Zentrums f&uuml;r historische Erinnerung &ldquo;&iexcl;Basta ya!&rdquo; (Schluss jetzt!) vom Juli 2013 werden sie f&uuml;r knapp 1.200 von 2.000 erfassten Massakern verantwortlich gemacht. Die Gruppen wurden in den 80er Jahren von Gro&szlig;grundbesitzern zum Kampf gegen die linken Rebellen gegr&uuml;ndet. Der Guerilla werden in dem Bericht 343 und dem Milit&auml;r 158 Massaker zur Last gelegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2014%2F03%2F17%2Fa0042&amp;cHash=c16619546963005471c547ff2904b51d\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Online-Referendum im Veneto: Ende der Solidarit&auml;t<\/strong><br>\nDie Region Venetien, in der die ber&uuml;hmte Lagunenstadt Venedig liegt, stimmt derzeit online &uuml;ber eine Abspaltung von Italien ab. Luca Zaia, der Pr&auml;sident von Venetien, sagte der Zeitung Il Quotidiano, die italienische Verfassung k&ouml;nnte eine Abspaltung nicht verhindern, das V&ouml;lkerrecht sehe &ldquo;das Recht zur Selbstbestimmung&rdquo; vor. Allerdings ist die bis Freitag andauernde Abstimmung rechtlich nicht bindend. Organisiert hatte die Online-Abstimmung eine partei&uuml;bergreifende Bewegung namens Plebiscito.eu, die sich f&uuml;r einen eigenen venezianischen Staat einsetzt &ndash; in Anlehnung an die Republik Venedig, die bis zum Verlust ihrer Unabh&auml;ngigkeit 1797 ein Zentrum f&uuml;r Kultur, Architektur und Handel war. Wer m&ouml;chte, kann auch in Wahlb&uuml;ros abstimmen. Venetien geh&ouml;rt zu den reichsten Regionen Italiens, neben Venedig liegen hier Verona, Padua und Treviso. Berechnungen der rechten Partei Lega Nord zufolge kann Venedig durch eine Unabh&auml;ngigkeit pro Jahr mindestens 20 Milliarden Euro sparen, berichtet die Daily Mail. Pr&auml;sident Luca Zaia geh&ouml;rt der Lega Nord an und schimpft &ouml;ffentlich gern &uuml;ber den armen und wirtschaftlich desolaten S&uuml;den Italiens. J&uuml;ngste Meinungsumfragen zeigen, dass zwei Drittel der vier Millionen Wahlberechtigten eine Abtrennung von Rom bef&uuml;rworten w&uuml;rden, wie die BBC berichtet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/online-referendum-in-italien-ende-der-solidaritaet-1.1914609\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Inzwischen nehmen sich auch deutsche Leitmedien des Themas an. Was nicht verwundert, sind doch &ldquo;Referenden schick&rdquo; wie auf der kremelnahen Internetseite &ldquo;Russland.ru&rdquo; glossiert wird. In der Tat Katalonien, das Baskenland, Schottland und selbst der Konflikt zwischen Flamen und Wallonen lassen gr&uuml;&szlig;en. &ldquo;Venedig tut es auch&rdquo; so &ldquo;Russland.ru&rdquo;. Nat&uuml;rlich ist klar, dass das Referendum, erst recht ein Online-Referendum, rechtlich nicht bindend ist. Die italienische Verfassung sieht zwar Referenden vor, aber ein Referendum &uuml;ber v&ouml;lkerrechtlich relevante Referenden wie die &uuml;ber eine Sezession sind nicht zul&auml;ssig, genauso wenig wie &uuml;ber Steuergesetze oder Amnestien. So berufen sich der Hauptinitiator Gianluca Busato wie auch der Regionalpr&auml;sident des Veneto Zaia auf das internationale &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.wienerzeitung.at\/nachrichten\/europa\/europaeische_union\/615784_Autonomie-Traeume-in-Venetien.html\">Recht auf Selbstbestimmung<\/a>&ldquo;<\/em><br>\n<em>Wenn ein Referendum in Europa in einem reinen Wohlstandschauvinismus wurzelt, so ist es dieses. Unverhohlen wird beim B&uuml;rger auf den Transfer an den Zentralstaat, auf die Verschwendung von Geldern im italienischen S&uuml;den gesetzt. Die Krise tut ihr &Uuml;briges. Die Norditaliener seien f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit, da &ldquo;sie sich zunehmend durch die Krise stranguliert sehen und niedrigere Steuern w&uuml;nschen&rdquo;, so Zaia. Die zentrale Frage des Referendums lautet: &ldquo;Wollen Sie, dass der Veneto eine f&ouml;derale, unabh&auml;ngige und souver&auml;ne Republik wird?&rdquo; Aber interessant sind auch die Zusatzfragen zum Verbleib in der EU, im Euroraum und in der NATO. Da werden nicht nur Separatisten mobilisiert. &ndash; Peinlich f&uuml;r die Bewegung ist allerdings, dass Zaia&nbsp; kurz vor dem <a href=\"http:\/\/www.liberoquotidiano.it\/news\/politica\/11566815\/Veneto--Zaia--i-referendum.html\">Start seine Unterschrift mit vagen, rechtlichen Bedenken zur&uuml;ckgezogen hat<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>TV-Tipp: Gef&auml;hrliche Geheimnisse: Wie USA und EU den Freihandel planen<\/strong><br>\nIn 3sat steht der Donnerstagabend im Zeichen der Wissenschaft: Um jeweils 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante Fragen aus Natur- und Geisteswissenschaften, Kultur und Technik. Diesmal beleuchtet die Dokumentation &ldquo;Gef&auml;hrliche Geheimnisse&rdquo;, wie USA und EU den Freihandel planen. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel mit seinen G&auml;sten &uuml;ber das Thema &ldquo;Freihandelsabkommen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.3sat.de\/page\/?source=\/wad\/wad_start.html\">3sat<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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