{"id":21155,"date":"2014-03-21T13:41:32","date_gmt":"2014-03-21T12:41:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21155"},"modified":"2015-10-20T13:33:07","modified_gmt":"2015-10-20T11:33:07","slug":"die-us-nah-organisierte-gleichschaltung-wichtiger-leitmedien-teil-ii-zur-putin-rede-ukraine-etc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21155","title":{"rendered":"Die US-nah organisierte Gleichschaltung wichtiger Leitmedien (Teil II zur Putin- Rede, Ukraine, etc.)"},"content":{"rendered":"<p>Der Medienwissenschaftler Uwe Kr&uuml;ger hat 2013 das Ergebnis seiner wissenschaftlichen Arbeit &uuml;ber die Zusammenh&auml;nge von Gr&ouml;&szlig;en des deutschen Journalismus mit au&szlig;en- und sicherheitspolitisch aktiven Eliten ver&ouml;ffentlicht. Der Titel seines Buches: &bdquo;Meinungsmacht&ldquo;[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21155#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>]. Seine Beobachtungen sind wichtig, um die Grundlinien wichtiger Medienschaffenden in der wieder auflebenden Auseinandersetzung zwischen West und Ost und damit das &uuml;berwiegende Medienecho beim Konflikt um die Ukraine besser zu verstehen und vor allem auch die Orientierung an transatlantischem und US-amerikanischen Denken einordnen zu k&ouml;nnen. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4792\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-21155-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140325_Gleichschaltung_Leitmedien_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140325_Gleichschaltung_Leitmedien_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140325_Gleichschaltung_Leitmedien_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140325_Gleichschaltung_Leitmedien_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=21155-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140325_Gleichschaltung_Leitmedien_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"140325_Gleichschaltung_Leitmedien_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>So wird der Mainstream US-nah ausgerichtet<\/strong><\/p><p>Uwe Kr&uuml;ger hat beobachtet und beschreibt, dass sich Journalisten in verschiedenen Zirkeln mit den M&auml;chtigen treffen, und sich dieses Eingebundensein in ihren journalistischen Werken niederschl&auml;gt. W&ouml;rtlich: &bdquo;Am auff&auml;lligsten war der Befund, dass vier leitende Journalisten der &bdquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&ldquo; (Kornelius), der &bdquo;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&ldquo; (Frankenberger), der &bdquo;Welt&ldquo; (St&uuml;rmer) und der &bdquo;Zeit&ldquo; (Joffe) stark in US- und NATO-affinen Strukturen eingebunden sind.&ldquo; Das deckt sich mit den Beobachtungen vieler unserer Leserinnen und Leser. Allerdings beobachten wir das Ph&auml;nomen der Anlehnung und gleich Richtung bei einer Reihe anderer Journalistinnen und Journalisten.<br>\nDie Daten im Buch von Uwe Kr&uuml;ger beziehen sich auf die Jahre 2002-2009. Die meisten Beobachtungen sind noch aktuell. Siehe dazu auch <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/38\/38515\/1.html\">ein Telepolis-Interview zum Thema<\/a>.<\/p><p><strong>Hier ist eine Tabelle mit Gr&ouml;&szlig;en des deutschen Journalismus,<\/strong> die in transatlantisch ausgerichteten au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Eliten-Organisationen eingebunden waren und sind. Diese Tabelle ist ein Auszug aus einer Tabelle des Buches von Uwe Kr&uuml;ger (siehe dort die Seiten 119-122):<\/p><table>\n<tr>\n<th>Medium<\/th>\n<th>Name<\/th>\n<th>Organisation, in der der Journalist zwischen 2002 und 2009 involviert war<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>ZEIT<\/td>\n<td>Josef Joffe<\/td>\n<td>American Academy in Berlin<br>\nAmerican Council on Germany<br>\nAmerican Institute for Contemporary German Studies<br>\nAspen Institute Deutschland<br>\nAtlantik-Br&uuml;cke<br>\nBilderberg<br>\nEurope&rsquo;s World<br>\nGoldman Sachs Foundation<br>\nHypovereinsbank<br>\nInternational Institute for Strategic Studies<br>\n&bdquo;Internationale Politik&ldquo;<br>\nM&uuml;nchner Sicherheitskonferenz<br>\n&bdquo;The American Interest&ldquo;<br>\nTrilaterale Kommission<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>ZEIT<\/td>\n<td>Matthias Na&szlig;<\/td>\n<td>Atlantik-Br&uuml;cke<br>\nBilderberg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>ZEIT<\/td>\n<td>Marc Brost<\/td>\n<td>Atlantik-Br&uuml;cke<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/td>\n<td>Stefan Kornelius<\/td>\n<td>American Institute for Contemporary German Studies<br>\nBundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik<br>\nDeutsche Atlantische Gesellschaft<br>\nDeutsche Gesellschaft f&uuml;r Ausw&auml;rtige Politik<br>\n&bdquo;Internationale Politik&ldquo;<br>\nK&ouml;rber-Stiftung<br>\nM&uuml;nchner Sicherheitskonferenz<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>ZDF<\/td>\n<td>Claus Kleber<\/td>\n<td>Aspen Institute Deutschland<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>ZDF<\/td>\n<td>Peter Frey<\/td>\n<td>Bundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik<br>\nK&ouml;rber-Stiftung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>BILD<\/td>\n<td>Kai Diekmann<\/td>\n<td>Atlantik-Br&uuml;cke<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>FAZ<\/td>\n<td>Klaus-Dieter Frankenberger<\/td>\n<td>Atlantische Initiative<br>\nBundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik<br>\nInstitut f&uuml;r Europ&auml;ische Politik<br>\nM&uuml;nchner Sicherheitskonferenz<br>\nTrilaterale Kommission<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>WELT<\/td>\n<td>Michael St&uuml;rmer<\/td>\n<td>Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Ausw&auml;rtige Politik<br>\nEuropean Council on Foreign Relations<br>\nGerman British Forum<br>\nM&uuml;nchner Sicherheitskonferenz<br>\nValdai Discussion Club<\/td>\n<\/tr>\n<\/table><p>&nbsp;<br>\nDie genannten Personen waren auf verschiedene Weise mit den genannten Institutionen verwoben &ndash; u.a. Mitgliedschaft in Vereinen, Beirat oder Kuratorium sowie mit der Teilnahme an nicht-&ouml;ffentlichen Konferenzen. <\/p><p>Erg&auml;nzende Anmerkung:<br>\nClaus Kleber war 15 Jahre lang Washington-Korrespondent der ARD, und er war bis vor einigen Jahren Kuratoriumsmitglied des Aspen Institutes Deutschland (US-Organisation). Er war bis 2013 <a href=\"https:\/\/www.securityconference.de\/fileadmin\/MSC_\/PDF\/Participants_MSC2013.pdf\">regelm&auml;&szlig;ig Teilnehmer der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz [PDF &ndash; 465 KB]<\/a> (einer Nato-nahen Veranstaltung) und hat dort <a href=\"https:\/\/www.securityconference.de\/fileadmin\/MSC_\/PDF\/Participants_MSC2013.pdf\">mindestens eine Podiumsdiskussion moderiert [PDF &ndash; 465 KB]<\/a> (u.a. mit John Kerry)<\/p><p>Die Liste der &auml;hnlich mit Eliten verwobenen Journalistinnen und Journalisten w&auml;re gewaltig zu erweitern, wollte man ein komplettes Bild der Einflussnahme zeichnen. In meiner Darstellung fehlen Spiegel und Spiegel online, die Bild-Zeitung, die kommerziellen Sender und gro&szlig;e Regionalzeitungen. &Uuml;ber all ist die Gleichrichtung sp&uuml;rbar.<\/p><p>Uwe Kr&uuml;ger hat Artikel und andere Medienprodukte der genannten Journalisten untersucht und festgestellt: Die Journalisten lagen ganz auf Linie mit den Eliten. Sie mahnten zu st&auml;rkerem milit&auml;rischen Engagement und empfahlen mehr F&uuml;hrung und &Uuml;berzeugungsarbeit bei der skeptischen Bev&ouml;lkerung, um die Linie durchzusetzen. Zu welchen Ergebnissen diese Agitation f&uuml;hrt, konnten wir erleben, als im Kontext der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz dieses Jahres Bundespr&auml;sident Gauck, Au&szlig;enminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen einvernehmlich mehr Verantwortung in der Welt einforderten, was gleichbedeutend ist mit mehr milit&auml;rischem Engagement. Solche Sch&uuml;be der au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Ver&auml;nderungen werden genau von diesen Kreisen von Journalisten in Kombination mit den verschiedenen Institutionen bewerkstelligt.<\/p><p>Die N&auml;he zu den Eliten und zu deren politischer Orientierung zahlt sich auch f&uuml;r die Karriere der genannten Journalisten aus. Joffe, Frey, Kleber  etc. sind auch dank ihrer ideologischen Ausrichtung und ihrer Verbundenheit mit den m&auml;chtigen Zirkeln der Eliten beruflich erfolgreich.<\/p><p><strong>Die genannten Personen sind einflussreich. Sie bestimmen durch ihre Prominenz und ihre gleiche Ausrichtung auch die Berichterstattung und Kommentierung von anderen Journalistinnen und Journalisten. <\/strong><\/p><p>Im eigenen Medium gilt das oft ganz direkt. Ein typisches Beispiel ist der Kommentar zur Putin Rede von Julian Hans in <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/krim-annexion-putins-neues-russland-1.1916400\">der S&uuml;ddeutschen Zeitung vom 19. M&auml;rz 2014<\/a>. Die &Uuml;berschrift in der Printausgabe lautete: &bdquo;Europas Alptraum&ldquo;. Typisch f&uuml;r die Verdrehung im Sinne der westlichen &bdquo;Staatengemeinschaft&ldquo; war u.a. der Schluss: <\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Im Zeitraum von gerade einmal drei Wochen hat Europa erlebt, wie seine &uuml;ber Jahrzehnte stabile Sicherheitsordnung zerbr&ouml;selte. Wie soll man Putin entgegentreten? Keiner wei&szlig; es. Und f&uuml;r die V&ouml;lker Mitteleuropas sind die alten Schreckgespenster zur&uuml;ckgekehrt &ndash; ihr Albtraum.&ldquo; <\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Da ist keine Rede von der Mitwirkung der Europ&auml;ischen Union, der USA und der NATO an der Erosion der stabilen Sicherheitsordnung. Von den Zumutungen und den gebrochenen Versprechungen gegen&uuml;ber Russland wird nicht berichtet. Schuld sind allein die Russen.<\/p><p>Die Einbindung von Journalisten findet auf vielf&auml;ltige Weise statt &ndash; durch Verkn&uuml;pfung mit den aufgef&uuml;hrten Institutionen. Dar&uuml;ber hinaus aber auch durch die T&auml;tigkeit als Korrespondenten, vor allem in den USA und in Br&uuml;ssel. Ein Leser der NachDenkSeiten, dem ich Anregungen f&uuml;r diesen Artikel verdanke, schreibt:<br>\n&bdquo;Mir fiel auf, dass durch das bekannte Rotationsprinzip nach kurzzeitigen Aufenthalt in USA pl&ouml;tzlich ein anderer &ldquo;Zungenschlag&rdquo; zu vernehmen war, der anderswo als Gehirnw&auml;sche gebrandmarkt wird.&ldquo; Er hat das beim Deutschlandfunk beobachtet. Man kann es bei der ARD und beim ZDF beobachten.<\/p><p><strong>Die Rollback-Ideologen in den USA und Europa bestimmen das Medienecho ma&szlig;geblich. Wer in den USA regiert, ist dabei ziemlich gleichg&uuml;ltig. Auch in Europa ist festzustellen, dass zum Beispiel Sozialdemokraten und Gr&uuml;ne fest in die herrschende Ideologie und ihre Agitationen eingebunden sind, oft noch fester als die traditionellen Konservativen.<\/strong><\/p><p>Das ist kein neues Ph&auml;nomen. Clevere Rechtskonservative und ihre Agitatoren im Hintergrund suchen sich oft eher Links orientierte Personen als Rammb&ouml;cke zur Durchsetzung ihrer Interessen und Ideologien. So wurden Joschka Fischer und Rudolf Scharping f&uuml;r die Durchsetzung der milit&auml;rischen Intervention im Kosovo Krieg instrumentalisiert. So geschieht es heute. Der sozialistische Pr&auml;sident Frankreichs ist einer der Hauptmatadore der neuen Konfrontation in Europa; wichtige Repr&auml;sentanten der Gr&uuml;nen einschlie&szlig;lich der schon im Teil I. erw&auml;hnten Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung wirken an vorderer Front beim Aufbau der neuen Konfrontation in Europa mit.<\/p><p><strong>Fazit: <\/strong><\/p><p><strong>Es ist wichtig, &uuml;ber die organisierte Gleichschaltung vieler Medien aufzukl&auml;ren. <\/strong><\/p><p><strong>Es ist wichtig, auf diese Weise die Glaubw&uuml;rdigkeit dieser Medien zu ersch&uuml;ttern.<\/strong><\/p><p><strong>Nur dann wird es gelingen, in unserem Volk den noch vorhandenen Widerstand gegen einen neuen kalten Krieg und gegen die neue Teilung Europas in West und Ost zu erhalten und auszubauen.<\/strong><\/p><p><strong>Deshalb die herzliche Bitte: Kl&auml;ren Sie auf &uuml;ber die Abh&auml;ngigkeit vieler deutscher Medien von den Herrschenden und einer milit&auml;rorientierten herrschenden Ideologie, die &uuml;brigens immer auch eine innenpolitische und gesellschaftspolitische Seite hat.<\/strong><\/p><p><strong>Nennen Sie Namen. Denn die laufende Agitation ist nicht namenlos. Sie wird von Personen organisiert und getragen. Die Glaubw&uuml;rdigkeit dieser Personen muss im Mark ersch&uuml;ttert werden. <\/strong><\/p><p>Im Anhang finden Sie zwei gut passende Leserbriefe auf den gestrigen Teil I.<\/p><p><strong>Anhang: <\/strong><\/p><p><strong>Leserbrief 1:<\/strong><\/p><p>lieber albrecht, ein paar anregungen zu deiner weiteren betrachtung aus der sicht derjenigen, die ihre lektion aus dem kalten krieg gelernt haben: <\/p><ol>\n<li>merkel ist durch ihre sozialization in der ddr die &ldquo;geborene antirussin&rdquo;, die ihren hass gegen moskau politisch auslebt; sie hat nie erfahren k&ouml;nnen, wie der kalte krieg aus sicht des westens aussah, und die erleichterung versp&uuml;ren k&ouml;nnen, die wir mit &ldquo;ksze&rdquo; und &ldquo;osze&rdquo;, &ldquo;glasnost&rdquo; und &ldquo;perestroika&rdquo; erlebten &ndash; diese erfahrung ist und bleibt ihr fremd, deshalb versagt sie, nicht nur in der ukraine\/krim-frage.<br>\n&nbsp;<br>\n(<em><strong>Notwendige Korrektur AM:<\/strong> Das ist nicht korrekt. Ich teile die Meinung einer NDS-Leserin, die schreibt: &ldquo;Ich selbst und viele andere ehemalige DDR-B&uuml;rger sind aufgrund unserer Sozialisierung keine Antirussen geworden! DDR-Aufwuchs mit Antirussenhaltung gleichzusetzen, w&uuml;rde die Sache zu einfach darstellen.&rdquo; &ndash; Danke f&uuml;r diese Korrektur.<\/em>)<\/li>\n<li>verheugen hat uns als eu-erweiterungskommissar doch all die probleml&auml;nder an den europ&auml;ischen hals geh&auml;ngt, die als br&uuml;ckenl&auml;nder die sicherheitsinteressen h&auml;tten wahren k&ouml;nnen, wenn man das europ&auml;ische haus mit russland weiter gebaut h&auml;tte, statt mit der eu auch die nato an die grenzen russlands heranzuf&uuml;hren, aber er hat auch die probleme dieser l&auml;nder duchschaut: das hilft ihm heute bei der analyse der situation in der ukraine.<\/li>\n<li>tscheltschik und andere erinnern sich pl&ouml;tzlich nicht mehr an zusagen gegen&uuml;ber gorbatschow\/schewardnadze, die nato nicht &uuml;ber die grenzen deutschlands hinaus auszudehnen (&ldquo;ich kenne den vermerk genscher&rsquo;s nicht&rdquo;), polarisieren unter berufung auf ihre teilnahme an allen ost-west-gespr&auml;chen 1989\/90 damit die diskussion, indem sie gorbatschow als alten vertrottelten mann darstellen.<\/li>\n<li>steinmeier ist ein schwadronierender b&uuml;rokrat, dessen sprache die diplomatie als permanente l&uuml;ge entlarvt. wo sind eigentlich all die thinktanks und sonstigen beamten im aa, die solche rollenspiele veranstalten, um die ereignisse vorzudenken: ein vordenken findet in der politik ebensowenig statt wie ein nachdenken. auch hier wird der zusammenhang zwischen den eigentlichen machthabern des milit&auml;risch-industriellen-finanz-kartells und der abh&auml;ngigkeit der politik sichtbar &ndash; gott erbarme sich der erb&auml;rmlichkeit unserer politik. steinmeier sucht eine &ldquo;spaltung europas&rdquo; in der ukraine zu verhindern und vertieft die spaltung europas geichzeitig mit seiner sanktionspolitik gegen russland.<\/li>\n<li>wir werden jahrzehnte brauchen, um das vertrauen wieder aufzubauen, dass der westen seit 1990 im osten verspielt hat. politik fragt nicht nach schuld, sondern nach verantwortung &ndash; wie uns max weber gelehrt hat. aber das kartell der nationalistischen &ldquo;schlafwandler&rdquo; lebt auch hundert jahre nach dem 1. weltkrieg immer noch, wie uns craig gelehrt hat.<\/li>\n<\/ol><p>einen sch&ouml;nen tag &ndash; und halte kurs, dein albert<\/p><p><strong>Leserbrief 2:<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>den zweiten Teil Ihrer hervorragenden Analyse der &ldquo;Krim-Krise&rdquo; kann ich kaum erwarten. Ihre Gedanken teile ich hundertprozentig und kann mir gut vorstellen, wie sehr sie als einer der &ldquo;Polit-Macher&rdquo; jener au&szlig;enpolitischen Wende, welche uns dauerhaften Frieden in Europa zu bringen versprach, unter dem S&auml;belrasseln einer wiederbelebten unseligen Kalte-Kriegs-Rhetorik leiden. Lebhaft erinnere ich mich daran, wie ich 1990 den Schwerpunkt meiner journalistischen Arbeit von Sicherheits- und Milit&auml;rpolitik auf die USA verlegte und als B&uuml;roleiter nach Washington ging &ndash; in der festen Erwartung, dass mit dem scheinbaren Ende des Kalten Kriegs die Bedeutung meines vorherigen Arbeitsbereich sehr schnell marginalisiert w&uuml;rde. <\/p><p>Die von Ihnen zur Recht angesprochene Sorge, dass mit der &auml;lteren Generation auch die so wichtige Erinnerung an die politisch so sch&auml;dlich Blockade-Haltung der Blockkonfrontation verschwindet, besch&auml;ftigt auch mich sehr, wenn ich das leichtfertige, fast schon bellizistische Geschwafel in den meisten unserer Leit(d)medien lese. Dass die deutsche Wirtschaft, wenn auch aus (verst&auml;ndlichem) Eigennutz, in dieser Frage weithin eine differenzierte Haltung einnimmt, kann ich nur begr&uuml;&szlig;en. Vielleicht sollte man Frau Merkel bei ihrer &ldquo;marktorientierten Demokratie&rdquo; st&auml;rker daran erinnern. <\/p><p>&hellip;<\/p><p>Ihr S. von I.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Uwe Kr&uuml;ger (2013) Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten &ndash; eine kritische Netzwerkanalyse. K&ouml;ln: Herbert von Halem Verlag<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Medienwissenschaftler Uwe Kr&uuml;ger hat 2013 das Ergebnis seiner wissenschaftlichen Arbeit &uuml;ber die Zusammenh&auml;nge von Gr&ouml;&szlig;en des deutschen Journalismus mit au&szlig;en- und sicherheitspolitisch aktiven Eliten ver&ouml;ffentlicht. Der Titel seines Buches: &bdquo;Meinungsmacht&ldquo;[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21155#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>]. 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