{"id":21174,"date":"2014-03-25T08:42:58","date_gmt":"2014-03-25T07:42:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174"},"modified":"2015-11-09T12:29:23","modified_gmt":"2015-11-09T11:29:23","slug":"hinweise-des-tages-2094","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h01\">Krim-Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h02\">Kriegshetze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h03\">Massendemonstrationen in Spanien gegen den &bdquo;sozialen Notstand&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h04\">Euro-Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h05\">Jugend ohne Mindestlohn?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h06\">Zweitjobs auf Rekord-Niveau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h07\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h08\">TTIP<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h09\">Lobbyismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h10\">Kleinere Gehaltserh&ouml;hung f&uuml;r Bahnchef Grube<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h11\">Gauweilers Taschengeld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h12\">&raquo;K&ouml;lner Stadt-Anzeiger&laquo; und &raquo;Rundschau&laquo; legen Lokalredaktionen zusammen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h13\">Studierende der GEW zum Hochschulzukunftsgesetz NRW<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h14\">Schlappe f&uuml;r Pr&auml;sident Hollande<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174#h15\">Zu guter Letzt: Der Fr&uuml;hling, die sch&ouml;nste Jahreszeit<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21174&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Krim-Krise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Gescheiterte Russlandpolitik<\/strong><br>\nDie SPD hat sich in unverantwortlicher Weise vom Erbe des Friedensnobelpreistr&auml;gers Willy Brandt entfernt. Statt Russlands Sicherheitsinteressen ernst zu nehmen und eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur mit Russland zu erarbeiten, setzen Au&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier und Vizekanzler Sigmar Gabriel auf den US- und NATO-Kurs, Russland mit Hilfe von NATO-Osterweiterung und Raketenstationierung einzud&auml;mmen. In der Ukraine-Krise hat das fatale Konsequenzen.<br>\nAls Au&szlig;enminister Steinmeier Anfang des Jahres auf der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz sagte, dass Deutschland eigentlich zu gro&szlig; sei, um Weltpolitik nur von der Au&szlig;enlinie zu kommentieren, schien er bereits seine Mission &raquo;Steinmeier rettet die Ukraine&laquo; vor Augen gehabt zu haben. Als er wenige Wochen sp&auml;ter tats&auml;chlich an der Aushandlung des Abkommens beteiligt war, das am 21. Februar in Kiew von der Opposition und dem amtierenden Pr&auml;sidenten Janukowitsch unterschrieben wurde, schienen sich einige Kommentatoren vor Begeisterung nicht mehr halten zu k&ouml;nnen. In einem &raquo;Jetzt geht&rsquo;s los&laquo;-Tenor wurde sogleich eine neue deutsche Au&szlig;enpolitik ausgerufen, garniert mit &raquo;europ&auml;ischer F&uuml;hrungsrolle&laquo; und &raquo;mehr milit&auml;rischer Verantwortung&laquo;.<br>\nSteinmeiers &raquo;Diplomatenkunst&laquo; war zu diesem Zeitpunkt aber schon erkennbar unverantwortlich. Er handelte das Abkommen unter anderem mit der v&ouml;lkisch-faschistischen Swoboda-Partei aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/927808.gescheiterte-russlandpolitik.html\">neues deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>Neue, schwache Ukraine<\/strong><br>\nDie neue F&uuml;hrung der Ukraine hat zwar Ans&auml;tze f&uuml;r dringend notwendige Wirtschaftsreformen. Doch wegen der Krim-Krise wird das Geld in die Verteidigung gesteckt, um den Anschein der St&auml;rke zu erwecken.<br>\nDie neue F&uuml;hrung hat im eigenen Land weniger ein Legitimit&auml;tsproblem (diese Debatte wird eher in der EU und in Moskau gef&uuml;hrt), und sie hat auch weniger ein Problem mit dem Vorwurf, sie sei von Neonazis durchsetzt &ndash; ungeachtet der &Uuml;bergriffe von Swoboda-Abgeordneten. Die neue &ldquo;Macht&rdquo;, wie das in der Ukraine hei&szlig;t, hat vielmehr das Problem, dass sie kaum zeigen kann, was sie k&ouml;nnte, weil sie viel zu sehr mit der aktuellen Krise besch&auml;ftigt ist. Es gibt n&auml;mlich durchaus einige pragmatische Ans&auml;tze f&uuml;r Finanz- und Wirtschaftsreformen.<br>\nAber diese radikalen Reformen, die dringend n&ouml;tig w&auml;ren und von den westlichen Geldgebern vehement gefordert werden, sind derzeit, unter dem Druck der Ereignisse, nicht oberste Priorit&auml;t. Stattdessen wird Geld, das nicht da ist, in die Verteidigung gesteckt, um den Anschein zu erwecken, das Land und seine F&uuml;hrung seien stark. Die Einigkeit der Ukraine wird im Angesicht des gemeinsamen Feindes beschworen, und weil diese Einigkeit derzeit als h&ouml;chstes Gut gilt, will man das fragile Gleichgewicht nicht auch noch mit der Ank&uuml;ndigung h&ouml;herer Energiepreise oder von Subventionsk&uuml;rzungen befrachten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/krim-krise-neue-schwache-ukraine-1.1918188\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der Artikel ist insofern interessant, als er die &uuml;bliche anti-russische Propaganda mit der Forderung nach radikalen neoliberalen Reformen in der Ukraine verbindet und zeigt welche Interessen die EU und Deutschland mit der Ukraine verfolgen: Eine Markterweiterung. Die gr&ouml;&szlig;te Sorge der Autorin ist offenbar, dass die neue F&uuml;hrung der Ukraine sich nicht schnell genug in Richtung &bdquo;marktkonforme&ldquo; Demokratie bewegt. Wie die &bdquo;dringend ben&ouml;tigten radikalen Reformen&ldquo; aussehen, daf&uuml;r liefert der IWF mit der Forderung nach der massiven K&uuml;rzung der Energiesubventionen f&uuml;r die Privathaushalte bereits einen Vorgeschmack. Die B&uuml;rger der Ukraine d&uuml;rfen sich schon einmal auf einen kalten n&auml;chsten Winter freuen.<br>\nNat&uuml;rlich ist es reichlich merkw&uuml;rdig, dass Janukowitsch das Assoziierungsabkommen mit der EU ablehnte und damit sein politisches Todesurteil unterschrieben hat und den neuen Machthabern nun nichts wichtiger ist, als in einer ihrer ersten Amtshandlungen dieses Abkommen  unterzeichnen.  Ebenso sollen die Assoziierungsabkommen der EU mit Georgien und Moldawien bereits im Juni unterzeichnet  werden. Die EU schreitet also mit ihrer Osterweiterungspolitik weiter fort.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Guten und die B&ouml;sen?<\/strong><br>\nExtremisten, Technokraten, Oligarchen: Die Mitglieder der ukrainischen &Uuml;bergangsregierung sind in durch und durch korrupten Strukturen aufgestiegen. Makel im Lebenslauf sind bei fast allen geblieben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/das-kabinett-jazenjuk-die-guten-und-die-boesen-12859872.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Solange die Regierung Jazenjuk das Assoziierungsabkommen mit der EU unterzeichnet ist alles gut. Da sollte man nicht so kleinlich sein. Gerade die Regierung Timoschenko, die von den westlichen Medien zur M&auml;rtyrerin stilisiert wurde, scheint in Sachen Korruption dem gest&uuml;rzten Janukowitsch aber in nichts nach gestanden zu haben.<\/em><\/p>\n<p>Dazu noch einmal: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19739\">Guter Oligarch, b&ouml;ser Putin<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Kriegshetze<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Keine Lust auf strategische Vorg&auml;rten<\/strong><br>\nWenn die bisherige Amtszeit Obamas eine Erkenntnis gebracht hat, dann diese: Nichts scheut der Pr&auml;sident so sehr wie die Verwicklung in fremde H&auml;ndel. Obama sieht Amerika nicht als Weltpolizisten, die Rettung von Detroit ist ihm wichtiger als die Rettung von Donezk. Obama ist kein Oberbefehlshaber, der Divisionen in ferne Schlachten entsendet. Er schickt seinen Gegnern eine Drohne. Die zivile Variante davon ist die Kontensperrung.<br>\nBarack Obama kommt also nicht als der gro&szlig;e Schutzpatron nach Europa. Die Wut in Washington &uuml;ber Putins dreisten Landraub entspringt weniger geopolitischen &Uuml;berlegungen. Obama ist ver&auml;rgert, weil der Russe wieder mal querschie&szlig;t und ihm ein Problem aufhalst, das nicht in sein politisches Kalk&uuml;l passt. Obama ist kein John F. Kennedy, der bereit ist, &ldquo;jeden Preis zu bezahlen, jede Last zu tragen&rdquo;, um die Freiheit in Europa zu verteidigen. Sewastopol im Jahr 2014 ist nicht Berlin im Jahr 1961.<br>\nDas ist beruhigend, aber auch ern&uuml;chternd: Einen Krieg um die Krim wird es nicht geben. Freiheit f&uuml;r die Krim aber so schnell auch nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/usa-und-russland-keine-lust-auf-strategische-vorgaerten-1.1920200\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Nat&uuml;rlich ist Obama &bdquo;die Rettung von Detroit &hellip; wichtiger als die Rettung von Donezk&ldquo; und es ist das Beste was Obama tun kann, keinen Menschenleben und keinen Schuss Pulver f&uuml;r die Krim zu opfern. Aber dieser Kommentar h&ouml;rt sich fasst so an als bedaure Wetzel, dass es keinen &bdquo;Krieg um die Krim&ldquo; geben wird. Sollte es trotzdem zum &Auml;u&szlig;ersten kommen melden sich Leute wie Wetzel hoffentlich sofort freiwillig f&uuml;r den Fronteinsatz.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Putin und die Ukraine-Krise: Das falsche Feindbild<\/strong><br>\nDie Kanzlerin droht Russland mit mehr Sanktionen. Die Verteidigungsministerin will sogar gleich die Panzerketten &ouml;len lassen: Die Nato solle an ihren &ldquo;Au&szlig;engrenzen&rdquo; mehr &ldquo;Pr&auml;senz&rdquo; zeigen, sagte Ursula von der Leyen im SPIEGEL. Im Wettr&uuml;sten der Worte h&auml;lt der Westen also gut mit. Staunend lernt die &Ouml;ffentlichkeit, dass offenbar beide Seiten in diesem neuen Ost-West-Konflikt, der um das Schicksal der Ukraine ausgebrochen ist, kein Interesse an Entspannung haben.<br>\nDoch Merkels Politik schadet den deutschen Interessen. Denn aus historischen und wirtschaftlichen Gr&uuml;nden kann sich Deutschland einen Konflikt mit Russland nicht leisten. F&uuml;r Wladimir Putin dagegen lohnt sich der Kurs der Konfrontation: Machtdemonstrationen statt Modernisierungsm&uuml;hen. Das ist der leichtere Weg. In Russland ist der Herr des Kreml so beliebt wie schon lange nicht mehr. Aber nicht nur dort. Der Kampf mit EU und USA k&ouml;nnte ihn zum neuen Helden Asiens machen.<br>\nDie Krim-Krise zeigt: Putin wendet sich vom Westen ab. &ldquo;Die Russen hatten lange eine Engelsgeduld&rdquo;, sagte schon 2012 ein mit Russland befasster SPD-Abgeordneter des Europa-Parlaments. Aber nicht mal die Visa-Freiheit wollte die EU Putin gew&auml;hren, von seinen gro&szlig;en Pl&auml;nen einer atlantisch-pazifischen Freihandelszone ganz zu schweigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/augstein-kolumne-putin-und-der-westen-in-der-krim-krise-a-960354.html\">SPON<\/a><\/li>\n<li><strong>Julia Timoschenko: &bdquo;Zu den Waffen greifen und die Russen vernichten!&ldquo;<\/strong><br>\nTelefonat mit der ukrainischen Ex-Regierungschefin wurde abgeh&ouml;rt und ins Netz gestellt.<br>\nJulia Timoschenko, ukrainische Ex-Regierungschefin und politische Verb&uuml;ndete deutscher Regierungspolitiker in der derzeitigen Krise um die Ukraine, hat sich in einem Telefonat mit dem ehemaligen Vizechef des nationalen Rates f&uuml;r Sicherheit und Verteidigung, Nestor Schufritsch von Viktor Janukowitschs Partei der Regionen, f&uuml;r die &bdquo;Vernichtung der verfluchten Russen &ldquo; ausgesprochen.<br>\n&bdquo;Ich werde all meine Beziehungen spielen lassen, die ganze Welt auf die Beine stellen, damit von Russland nicht mal verbrannte Erde &uuml;brig bleibt&ldquo;, sagte Timoschenko in einem am Montag bei YouTube ver&ouml;ffentlichten Video. Das Telefonat ist abgeh&ouml;rt und ins Internet gestellt worden.<br>\nTimoschenko selbst best&auml;tigte auf ihrer Twitter-Seite inzwischen die Echtheit des Gespr&auml;chs.<br>\nIn Medienberichten wird vermutet, dass die Unterredung stattfand, als Timoschenko in der Berliner Charite-Klinik wegen ihres Bandscheibenleidens behandelt worden war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/weltnetz.tv\/video\/535\">Weltnetz TV<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Massendemonstrationen in Spanien gegen den &bdquo;sozialen Notstand&ldquo;<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Spanien &ndash; Gegen den &ldquo;sozialen Notstand&rdquo;<\/strong><br>\nUnter dem Motto &ldquo;Marsch der W&uuml;rde&rdquo; haben zehntausende Spanier in der Hauptstadt Madrid gegen die Sparpolitik und die hohe Arbeitslosigkeit in ihrem Land demonstriert. Acht Protestz&uuml;ge str&ouml;mten aus verschiedenen Richtungen zum zentralen Bahnhof Atocha, wo sie sich zu einem gro&szlig;en Marsch durch die Innenstadt zusammenschlossen.<br>\nDie Teilnehmer der acht Protestz&uuml;ge kamen unter anderem aus den Regionen Andalusien im S&uuml;den, Katalonien im Osten, Asturien im Nordosten und der Extremadura im Westen und waren bis zu einem Monat unterwegs. Zu der Massendemonstration hatten rund 300 Organisationen aufgerufen. Entweder reagiere die Regierung auf die Forderungen der Menschen oder sie k&ouml;nne &ldquo;ihre Koffer packen&rdquo;, sagte Diego Ca&ntilde;amero, Sprecher der Arbeitergewerkschaft in Andalusien. Es herrsche &ldquo;sozialer Notstand&rdquo; im Land.<br>\nSpanien ist die viertgr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft der Eurozone. Das Land leidet noch immer unter den Folgen der 2008 geplatzten Immobilienblase und steckte seit Ende 2011 in der Rezession. Das damals vom konservativen Regierungschef Mariano Rajoy auf den Weg gebrachte Sparprogramm, mit dem die Schuldenlast verringert und das Vertrauen in den Bankensektor wieder hergestellt werden sollte, brachte keine langfristigen Erfolge.<br>\nZwar besserte sich zuletzt die Lage und das Land entkam Ende vergangenen Jahres nach Einsch&auml;tzung der Zentralbank der Rezession. Die Arbeitslosigkeit verharrt jedoch weiter auf sehr hohem Niveau bei rund 26 Prozent. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene sind davon stark betroffen. Im Jahr 2012 hatten die Spanier ihr Land mit zwei Generalstreiks lahmgelegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/madrid-demos100.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ob Au&szlig;enminister Steinmeier jetzt auch nach Madrid eilt und den Menschen, die gegen das brutale Austerit&auml;tsdiktat von EZB, EU-Kommission und EWF protestieren, seine Solidarit&auml;t zu bekunden? Die B&uuml;rger der Ukraine sollten sich jedenfalls die Situation in Griechenland, Spanien und Portugal genau anschauen. Und es dr&auml;ngt sich die Frage auf ob das bewusste sch&uuml;ren des Konflikts mit Russland auch von der zunehmenden sozialen Polarisierung in der EU ablenken soll? Aber vielleicht steckt ja sogar Putin hinter den Protesten in Spanien? Oder man stelle sich Reaktion der deutschen Medien vor, wenn der russische Au&szlig;enminister nach Madrid reiste um die Menschen und ihren Protest dort zu unterst&uuml;tzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Tausende Spanier sagen &ldquo;Basta!&rdquo;<\/strong><br>\nTausende Spanier haben im ganzen Land erneut gegen K&uuml;rzungen bei den Sozialleistungen und die Rekordarbeitslosigkeit im Euro-Krisenland protestiert. Laut Medienberichten gingen unzufriedene B&uuml;rger in mehr als 60 St&auml;dten auf die Stra&szlig;en.<br>\nSie forderten eine &ldquo;dringende, radikale Wende&rdquo; in der Sparpolitik der konservativen Regierung von Ministerpr&auml;sident Mariano Rajoy, der sie vorwarfen, keine L&ouml;sung f&uuml;r die Wirtschaftskrise und die Korruptionsskandale zu haben, in die selbst Mitglieder des K&ouml;nigshauses verwickelt sind. Die Demonstranten verlangten aber auch von der Europ&auml;ischen Union einen Richtungswechsel.<br>\nDie &uuml;bertriebene Sparpolitik dr&auml;nge Spanien an den Abgrund, hie&szlig; es: &ldquo;Die Armut nimmt in diesem Land alarmierend zu, wir m&uuml;ssen &lsquo;Basta&rsquo; sagen &ndash; und zwar sofort&rdquo;, erkl&auml;rte Purificaci&oacute;n Garc&iacute;a, Sekret&auml;rin f&uuml;r Gleichheit der sozialistischen Oppositionspartei PSOE. Es gebe &ldquo;&uuml;berhaupt keine Perspektive f&uuml;r eine bessere Zukunft&rdquo;. C&aacute;ndido M&eacute;ndez, Generalsekret&auml;r des gro&szlig;en Gewerkschaftsverbandes UGT, warnte, die Rekordarbeitslosenrate von 27 Prozent treibe die Menschen in die Armut und &ldquo;weg von den demokratischen Institutionen&rdquo;. Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie &ldquo;Gewalt ist, wenn man 600 Euro Gehalt bekommt&rdquo; oder &ldquo;Man raubt deine Gesundheit&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/spanien684.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Suppenk&uuml;chen f&uuml;r Spaniens Mittelschicht<\/strong><br>\nMajid Mnissar aus Madrid hat viel verloren. Zuerst wurde der Mechaniker 2009 krisenbedingt seinen Job los, sp&auml;ter auch die Wohnung. Jetzt geht der dreifache Vater mit seiner Familie regelm&auml;&szlig;ig zur Suppenk&uuml;che.<br>\nDie Familie Mnissar ist nur eine von vielen in Spanien, die noch immer massiv unter der schweren Wirtschaftskrise des Landes leiden. Wie gravierend die sozialen Folgen sind, ist vor allem in Madrids Stadtteil Tetuan zu beobachten. In diesem Arbeiterviertel hat die Krise zahlreiche B&uuml;rger kalt erwischt, die fr&uuml;her alles zum Leben hatten &ndash; und heute sehr wenig. Oft fehlt sogar das Geld, um Essen zu kaufen.<br>\nIm vergangenen Jahr schlossen sich in Tetuan daher mehr als 30 Familien zusammen und gr&uuml;ndeten auf eigene Faust eine Suppenk&uuml;che, darunter Mnissar. Die Familien sammeln vor Superm&auml;rkten Essensspenden und helfen bei der Ausgabe. Mehr als hundert Menschen sind Teil dieses Projekts.<br>\nNachdem Majid Mnissar seinen Job verloren hatte, hielt seine Frau Toni Trigo die Familie mit ihrem Job als Altenpflegerin zun&auml;chst &uuml;ber Wasser. Doch sie verdiente nur 690 Euro im Monat, zu wenig, denn allein die Miete kostete 650 Euro im Monat. Dann verlor auch Trigo ihren Job.<br>\nDie Familie wurde aus ihrer Wohnung geworfen. Inzwischen ist Trigo mit ihrem Mann und ihren Kindern bei ihren Eltern eingezogen &ndash; sie wohnen zu siebt in einer Zweizimmerwohnung. Mehrmals in der Woche gehen sie zur Essensausgabe, verteilen Flugbl&auml;tter und bitten vor L&auml;den um Spenden. &ldquo;Es ist nicht leicht vor einem Supermarkt zu warten und Menschen um Hilfe zu bitten&rdquo;, sagt Mutter Trigo. Doch nur so habe die Familie etwas zu essen auf dem Tisch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/krise-in-spanien-suppenkuechen-fuer-die-mittelschicht-a-954916.html\">SPON<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Euro-Krise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&ldquo;Ausverkauf Europa? &ndash; Privatisierung und Deregulierung als Konzept der Krisenbew&auml;ltigung -&ldquo;<\/strong><br>\n14. Jahrestagung der Kooperationsstelle Hochschule und Gewerkschaften in der Universit&auml;t Osnabr&uuml;ck<br>\nDie europ&auml;ische Krise ist keineswegs &uuml;berwunden, auch wenn dies in Deutschland allzu h&auml;ufig negiert wird. Eine knallharte Sparpolitik wird von der &ldquo;Troika&rdquo; (Weltbank, EZB, IWF) den hilfesuchenden L&auml;ndern auferlegt. Privatisierungen und Deregulierungen stellen dabei das Grundger&uuml;st eines Konzeptes dar, welches den L&auml;ndern aus der Misere helfen soll. Diese marktradikale Sicht sollte, auch aus der Perspektive der aktuellen deutschen Politik, f&uuml;r alle europ&auml;ischen L&auml;nder der Ma&szlig;stab sein. Welche Wirkungen hat dieses Konzept f&uuml;r die betroffenen L&auml;nder und f&uuml;r die Europ&auml;ische Union insgesamt? Welche Folgen sind f&uuml;r Deutschland absehbar? Welche Alternativen gibt es?  Mit WissenschftlerInnen und GewerkschafterInnen (z.B. Dr. Steffen Lehndorff, Essen; Vasco Pedrina, Genf; Dr. Thorsten Schulten, D&uuml;sseldorf; Dr.Nadja Rakowitz, Maintal; u.a.) diskutiert die Tagung diese und weitere Fragen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kooperationsstelle-osnabrueck.de\/News-Archiv-Details.31+M5f09ce68121.0.html\">Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften in Osnabr&uuml;ck<\/a>\n<p>Dazu: <strong>Jahrestagungsarchiv <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>&ldquo;Ausverkauf Europa?&rdquo; &ndash; Privatisierung und Deregulierung als Konzept zur Krisenbew&auml;ltigung? (Einladung)<\/li>\n<li>&ldquo;Spaltende Integration &ndash; Krisenbew&auml;ltigung auf Europ&auml;isch&rdquo; (Dr. Steffen Lehndorff)<\/li>\n<li>&ldquo;Nur ein soziales Europa macht Sinn! Gewerkschaftsstrategien f&uuml;r ein solidarisches Europa&rdquo; (Vasco Pedrina)<\/li>\n<li>&ldquo;Lohn- und Tarifpolitik als Feld der EU-Krisenbew&auml;ltigung&rdquo; (Dr. Thorsten Schulten)<\/li>\n<li>&ldquo;Zum Wohle des Patienten? Wie Europa auf unser Gesundheitswesen wirkt&rdquo; (Dr. Nadja Rakowitz)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.kooperationsstelle-osnabrueck.de\/Jahrestagungsarchiv.39.0.html\">Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften in Osnabr&uuml;ck<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine Reihe von Pr&auml;sentationen mit n&uuml;tzlichen Grafiken.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Finanzkrise &ndash; Freut euch nicht zu fr&uuml;h<\/strong><br>\nBanker sollen ja das Risiko suchen, es geh&ouml;rt zu ihrem Beruf, Kredite gehen verloren, die B&ouml;rse ist ein Auf und Ab, ein guter Banker muss verlieren k&ouml;nnen. Die Bankenchefs kennen aber das Risiko nicht mehr, das Gef&uuml;hl der Niederlage. Ihre Lektion aus der letzten Krise: Wir werden gerettet. Oder wie es im Krisenjargon hei&szlig;t: &raquo;Too big to fail.&laquo; Nie darf eine Gro&szlig;bank untergehen, denn sie w&uuml;rde die anderen mitrei&szlig;en.<br>\nNun sind die gro&szlig;en Banken seit dem Londoner Gipfel aber noch st&auml;rker geworden, die kleinen wurden aufgekauft. Diese Banken k&ouml;nnen die Staaten weiter erpressen. Das Gesch&auml;ft etwa von Barclays ist gr&ouml;&szlig;er als Englands Bruttoinlandsprodukt.<br>\nUnd diese Gro&szlig;banken fangen wieder an zu zocken. Ausgerechnet mit dem Geld, das die Zentralbanken wegen der letzten Krise in die Wirtschaft gebracht haben. Dieses Kapital dreht sich, schneller und schneller; da die Zinsen niedrig sind, wollen die Leute es anlegen, sie kaufen alles, zu fast jedem Preis.<br>\nBlasen wachsen. Wie 2008 bei den Immobilien. In den USA steigen derzeit die Preise von B&uuml;rogeb&auml;uden zweistellig. In Deutschland sind die Wohnimmobilien 20 Prozent &uuml;berbewertet. Die Bundesbank warnt, dass die Banken sorglos Kredite vergeben k&ouml;nnten, einer der Hauptgr&uuml;nde der letzten Krise.<br>\nUnd seit einigen Monaten sind Firmenanleihen das gro&szlig;e Ding, Schulden von Firmen, auch Mistfirmen, in Pakete verpackt, wie wir es aus der letzten Krise kennen. Solche Papiere haben fr&uuml;her Spezialisten gekauft. Heute Stiftungen, Pensionsfonds und Omis aus Bottrop. Ein Milliardengesch&auml;ft.<br>\n &hellip; Wer verstehen will, warum wir der Katastrophe entgegentreiben, sollte den Blick abwenden von den Banken. Es ist so, wie Lenny Fischer sagt, das einstige Wunderkind im Vorstand der Dresdner Bank: &raquo;Wir Banker sind weder klug noch machtvoll genug, solch eine Krise alleine anzuzetteln.&laquo; Unser Finanzsystem wurde von Bankern ausgenutzt, geschaffen wurde es von der Politik.<br>\nVor 30 Jahren haben die Regierungen in den USA und Gro&szlig;britannien entschieden, dass ihre Industrie der Zukunft nicht mehr die Autos oder Minen, sondern die Banken sind. Seitdem haben sie alles getan, ihre Fesseln zu l&ouml;sen. Haben jede Pleite von ihnen ferngehalten. Der Finanzmarkt hat sich nicht selbst entgrenzt, hat sich nicht alleine zum Monster entwickelt, wie Steinbr&uuml;ck und Sch&auml;uble und so viele sagen. Die Politik hat ihn dazu gez&uuml;chtet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/41712\/1\/1\">SZ-Magazin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Was an diesem Artikel ziemlich am&uuml;sant ist, dass einer der Autoren, Alexander Hagel&uuml;ken, leitender Redakteur der stramm neoliberalen SZ-Wirtschaftsredaktion ist,  die gerade durch ihre Dauerpropaganda f&uuml;r Deregulierung und Entgrenzung der Finanzm&auml;rkte, wesentlich die Politik dazu gedr&auml;ngt hat, die politischen und rechtlichen Voraussetzungen f&uuml;r die Finanzkrise zu schaffen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Paul Krugman: The Timidity Trap  &ndash;  Die Z&ouml;gerlichkeitsfalle<\/strong><br>\nZur Zeit scheint keine gro&szlig;e Wirtschaftskrise zu drohen, und vielerorts klopfen Politiker sich auf die Schultern. In Europa beispielsweise freuen sie sich gewaltig &uuml;ber den Aufschwung in Spanien: Das Land wird wohl in diesem Jahr mindestens doppelt so schnell wachsen wie vorhergesehen.<br>\nBedauerlicherweise bedeutet das ein Wachstum von 1 Prozent gegen&uuml;ber 0,5 Prozent, und das bei einer stark notleidenden Wirtschaft mit 55 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Die Tatsache, dass so etwas als Freudenbotschaft gelten kann, zeigt blo&szlig;, wie sehr wir uns schon an schreckliche Wirtschaftsbedingungen gew&ouml;hnt haben. Es geht uns bedeutend schlechter, als irgendjemand sich das vor ein paar Jahren vorgestellt h&auml;tte, aber mehr und mehr wird diese ungl&uuml;ckliche Situation allgemein als neue Normalit&auml;t angesehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/03\/21\/opinion\/krugman-the-timidity-trap.html?_r=0\">The New York Times<\/a><\/li>\n<li><strong>Ist die Euro-Krise eine gro&szlig;e Verschw&ouml;rung?<\/strong><br>\nJ&uuml;rgen Roth wittert einen Putsch. Der Enth&uuml;llungsjournalist und Buchautor sagt, eine neoliberale Elite aus Politik und Wirtschaft habe die Euro-Krise genutzt, um den Sozialstaat zu erledigen. Die Putschisten h&auml;tten tausende Leben auf dem Gewissen&hellip;<br>\nWir haben eine Europ&auml;ische Sozialcharta, ein verbindliches Abkommen, das der Bev&ouml;lkerung umfassende soziale Rechte garantiert. Sie ist vorbildlich. Sie scheint in Zeiten der Euro-Krise nicht mehr g&uuml;ltig zu sein. Eine kleine Elite, die kein Interesse an einer starken Arbeitnehmerschaft hat, konnte sich hingegen mit ihrer neoliberalen Politik durchsetzen. In den letzten Jahren haben Politik und Wirtschaft mit ihrer Sparpolitik und gegen den Willen der Mehrheit der B&uuml;rger f&uuml;r einen wirtschaftlichen Systemwechsel gesorgt. F&uuml;r mich ist das ein klassischer Putsch&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/politik\/europa\/schuldenkrise-ist-die-euro-krise-eine-grosse-verschwoerung-seite-all\/9645084-all.html\">WirtschaftsWoche<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Jugend ohne Mindestlohn?<\/strong><br>\nAusnahmen f&uuml;r Jugendliche bilden eine Form der Altersdiskriminierung, die arbeitsmarktpolitisch nicht zu rechtfertigen ist&hellip;<br>\nSchaut man nun auf die Arbeitsmarktsituation von Jugendlichen in Deutschland, so sind derzeit mehr als drei Viertel aller Jugendlichen unter 25 Jahren entweder Sch&uuml;ler und Studierende oder machen eine Ausbildung. Bei den unter 20-J&auml;hrigen sind es sogar mehr als 90 Prozent. Demgegen&uuml;ber gehen lediglich 5 Prozent aller Jugendlichen unter 20 Jahren einer Erwerbsarbeit nach. Betrachtet man schlie&szlig;lich lediglich diejenigen Jugendlichen unter 18 Jahren, die ohne Berufsausbildung in einem sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis stehen, so reduziert sich ihr Anteil auf etwas mehr als ein Prozent. Die Neigung von Jugendlichen, anstelle einer Ausbildung lieber schnell einen besser bezahlten unqualifizierten Job anzunehmen, ist also in Deutschland offensichtlich nicht besonders ausgepr&auml;gt. Die Einf&uuml;hrung eines auch nicht gerade &uuml;ppigen Mindestlohns von 8,50 Euro d&uuml;rfte daran kaum etwas grundlegend &auml;ndern.<br>\nDie nun von Andrea Nahles vorgeschlagene Ausnahmereglung f&uuml;r unter 18-J&auml;hrige trifft also in erster Linie Sch&uuml;ler, die sich zumeist in Form eines Minijobs etwas dazuverdienen. Sie stellt zugleich eine offene Form der Altersdiskriminierung dar, die gegen das allgemeine Gleichbehandlungsprinzip verst&ouml;&szlig;t.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F03%2F21%2Fa0110&amp;cHash=2ed3f2adb9dd371cbaf6f3d2fafecfe1\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Zweitjobs auf Rekord-Niveau<\/strong><br>\nDie Zahl der Mehrfach-Besch&auml;ftigten hat sich in Deutschland in den vergangenen 25 Jahren mehr als verdreifacht. Mehr als drei Millionen Menschen haben neben ihrem Hauptberuf noch einen Zweitjob&hellip;<br>\nDie meisten, n&auml;mlich 2,6 Millionen Menschen, haben neben ihrem Hauptberuf einen Minijob. Mittlerweile &uuml;ben sieben Prozent aller m&auml;nnlichen Arbeitnehmer zus&auml;tzlich einen Minijob aus, bei den Frauen sind es sogar elf Prozent. Gut m&ouml;glich, dass insbesondere Frauen mit einer Teilzeitstelle ihren Verdienst auf diese Weise aufstocken. Jedenfalls gibt es heute insgesamt deutlich weniger Vollzeitstellen als nach der Wiedervereinigung&hellip;<br>\nDabei sind die Geh&auml;lter f&uuml;r Minijobs in aller Regel sehr niedrig. 80 Prozent erhielten zuletzt Niedrigl&ouml;hne von weniger als 9,30 Euro pro Stunde. Viele Besch&auml;ftigte d&uuml;rften die geringe Bezahlung auch deshalb hinnehmen, weil der Minijob nur ein Zuverdienst zum eigenen Haupteinkommen oder &ndash; bei ausschlie&szlig;lich geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten &ndash; zum Einkommen der Familie ist.<br>\nIn einzelnen Branchen arbeiten mittlerweile extrem viele Minijobber, sei es als Neben- oder Hauptt&auml;tigkeit. Im Gesundheits- und Sozialwesen sind rund 760 000 geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte t&auml;tig, im Gastgewerbe 870 000 und im Einzelhandel 970 000. Damit profitieren diese Wirtschaftszweige massiv von dieser staatlich gef&ouml;rderten Besch&auml;ftigungsform. Ohne die subventionierten und schlecht bezahlten Minijobs w&uuml;rden diese Branchen nicht mehr funktionieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/arbeit---soziales\/nebenjob-zweitjobs-auf-rekord-niveau,1473632,26637786.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wie die NSA mit Cyber-Kriminellen kooperiert<\/strong><br>\nDie neuen Dokumente Glenn Greenwalds zeigen, dass die NSA dieselben Methoden wie Kriminelle nutzt. Statt sie vom Netz zu holen werden diese Gangs instrumentalisiert.<br>\nDie neuesten, von Aufdecker Glenn Greenwald am Donnerstag ver&ouml;ffentlichten NSA-Dokumente lassen keine Zweifel daran, dass die NSA Aktivit&auml;ten von Cyber-Kriminellen nicht nur toleriert, sondern auch indirekt mit diesen Gangs zusammenarbeitet. Durch die systematische Sabotage von Sicherungsmechanismen und das Verbreiten von Schadsoftware durch NSA und GCHQ wiederum werden enorme L&ouml;cher in die Sicherheitsinfrastruktur gerissen, was den Kriminellen entgegenkommt.<br>\nDie neuen Dokumente Greenwalds betreffen die bereits vom Angriff auf den belgischen Provider Belgacom bekannte QUANTUM-Software und hatten einen Wutanfall von Facebook-Gr&uuml;nder Mark Zuckerberg zur Folge. In seinem offenen Brief vom Donnerstag stellte Zuckerberg einen direkten Zusammenhang zwischen den Aktivit&auml;ten der US-Geheimdienste und Cyber-Kriminellen her. &ldquo;Wenn unsere Techniker rastlos f&uuml;r h&ouml;here Sicherheit arbeiten&rdquo;, dann h&auml;tten sie dabei &ldquo;den Schutz der Benutzer gegen Kriminelle im Auge, aber nicht Schutz gegen die eigene Regierung&rdquo;, schrieb Zuckerberg auf seiner Facebook-Seite.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/fm4.orf.at\/stories\/1735128\/\">ORF<\/a><\/li>\n<li><strong>Sicherheit vor Freiheit &ndash; die Zweite<\/strong><br>\nBeim fr&uuml;heren Innenminister Friedrich wusste man immer, wo man dran war. Basierend auf seiner Theorie vom Supergrundrecht Sicherheit waren dem Rechtsverst&ouml;&szlig;e der NSA so was von egal, dass er jede Kritik daran von vorneherein als antiamerikanisch vom Tisch zu fegen suchte, noch bevor der gro&szlig;e Beender Pofalla die Aff&auml;re f&uuml;r erledigt erkl&auml;ren konnte.<br>\nZwar gelang es Friedrich in seiner Amtszeit nicht, den Text der Nationalhymne in &bdquo;Einigkeit und Recht und Sicherheit&ldquo; zu &auml;ndern, aber das lag wohl mehr am Versma&szlig; als an seiner inneren Einstellung.<br>\nDie scheint nun aber auch bei unserem neuen alten Innenminister keine wesentlich andere zu sein. Anders ist seine &Auml;u&szlig;erung gegen&uuml;ber der &bdquo;Rheinischen Post&ldquo; vom heutigen Tage kaum zu erkl&auml;ren:<br>\nB&uuml;rgerrechte, sch&uuml;tzenswerte G&uuml;ter?<br>\nDe Maizi&egrave;re: &bdquo;Die Zusammenarbeit unserer Sicherheitsbeh&ouml;rden mit den USA ist f&uuml;r die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland von &uuml;berragender Bedeutung. Wenn die Arbeit des Ausschusses dazu beitr&uuml;ge, diese Zusammenarbeit zu besch&auml;digen, dann h&auml;tten wir wenig zus&auml;tzliche Erkenntnisse, aber einen immensen Schaden f&uuml;r die Sicherheit in unserem Land und auch f&uuml;r unsere Soldaten, Polizisten und Botschaften im Ausland. Alle Mitglieder des NSA-Untersuchungsausschusses m&uuml;ssen sich dieser gro&szlig;en Verantwortung bewusst sein.&ldquo;<br>\nMit Ausschuss meint der Minister den Untersuchungsausschuss zu den Aktivit&auml;ten des amerikanischen Geheimdienstes NSA, den der Bundestag erst am Donnerstag beschlossen hatte und der nicht nur die NSA-Aktivit&auml;ten, sondern auch die anderen &bdquo;Five Eyes&ldquo; untersuchen soll. Da konnte man als B&uuml;rger f&uuml;r einen Moment auf die Idee kommen, auch die GroKo habe verstanden, dass Pers&ouml;nlichkeitsrechte und B&uuml;rgerrechte sch&uuml;tzenswerte G&uuml;ter sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theeuropean.de\/heinrich-schmitz\/8255-nsa-untersuchungsausschuss-und-de-maiziere\">the europeean<\/a><\/li>\n<li><strong>Google wird die Welt nicht retten<\/strong><br>\nArmes Google. Diese Woche beschwerte sich Konzernchef Larry Page bitterlich &uuml;ber die NSA: Es sei f&uuml;r ihn &bdquo;furchtbar entt&auml;uschend, dass die Regierung all diese Dinge geheim getan und uns nichts davon gesagt hat&ldquo;. Solches Handeln schade der Demokratie. Denn &bdquo;wir k&ouml;nnen keine Demokratie haben, wenn wir unsere Nutzer vor Dingen sch&uuml;tzen m&uuml;ssen, &uuml;ber die wir nie gesprochen haben&ldquo;. Unabh&auml;ngig davon, ob &uuml;berhaupt stimmt, was Page da sagte &ndash; laut NSA wussten die gro&szlig;en Konzerne sehr wohl von der Aussp&auml;hung &ndash; sind diese S&auml;tze interessant. Denn in ihnen steckt Googles Selbstverst&auml;ndnis: Es sieht sich nicht nur als Technologieunternehmen, sondern, mindestens genau so wichtig, als H&uuml;ter der Demokratie, als Retter der freien Welt, als &bdquo;guter globaler B&uuml;rger&ldquo; (so der Verwaltungsratsvorsitzende Eric Schmidt), der f&uuml;r die Befreiung der Menschen durch das Internet k&auml;mpft.<br>\nIn den Anfangstagen, in der Garage, mag diese &Uuml;berzeugung vielleicht einmal echt gewesen sein. Inzwischen ist sie nur noch Show. Was nicht hei&szlig;t, dass Google nicht ernsthaft versuchen w&uuml;rde, sich politisch einzumischen, im Gegenteil: Je mehr das Unternehmen w&auml;chst, sich Branche f&uuml;r Branche erschlie&szlig;t, je weiter es sich in den Alltag vortastet, umso h&auml;ufiger sprechen Googles Manager von den Problemen der Welt, von Terrorismus, Verbrechensbek&auml;mpfung, dem Gesundheitswesen &ndash; Bereiche, die der Staat reguliert oder regulieren sollte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/internet-und-demokratie-google-ist-nicht-der-retter-der-welt-12859400.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>TTIP<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wer Geld hat, kauft sich das Ohr der M&auml;chtigen<\/strong><br>\nKonzerne bestimmen die Br&uuml;sseler Politik, sagt die Lobbykritikerin Pia Eberhardt. Sie erkl&auml;rt, wie die EU-Kommission sich zum B&uuml;ttel der Unternehmen macht.<br>\nZEIT ONLINE: Frau Eberhardt, Sie bieten Touren durch das Br&uuml;sseler EU-Viertel an, um die Macht der dortigen Lobbyisten zu entlarven. Jetzt gibt es eine F&uuml;hrung speziell zum geplanten EU-US-Freihandelsabkommen TTIP. Was zeigen Sie den Leuten?<br>\nPia Eberhardt: Die Tour zeigt, wie Konzerne die Agenda der TTIP-Verhandlungen mitgestalten. Sie beginnt am Geb&auml;ude der Generaldirektion Handel, die zur EU-Kommission geh&ouml;rt. Dann geht es zur Bertelsmann-Stiftung, deren Studien die &ouml;ffentliche Debatte &uuml;ber das Freihandelsabkommen sehr stark beeinflusst haben; zur US-Handelskammer, die gro&szlig;en Einfluss auf die Kommission nimmt; weiter zu einem Kommissionsgeb&auml;ude, in dem die sogenannten Marktzugangs-Arbeitsgruppen tagen.<br>\nZEIT ONLINE: Marktzugangs-Arbeitsgruppen?<br>\nEberhardt: Es gibt Marktzugangs-Arbeitsgruppen f&uuml;r die Pharmaindustrie, Postdienstleister, die Autohersteller &ndash; f&uuml;r jede wichtige Branche. Eine Marktzugangs-Arbeitsgruppe besteht aus Vertretern der Kommission, der Mitgliedsstaaten und der jeweiligen Industrie. F&uuml;r Deutschland entsendet das Wirtschaftsministerium seine Experten.<br>\nZEIT ONLINE: Was ist der Zweck dieser Marktzugangsgruppen?<br>\nEberhardt: Sie schauen sich Auslandsm&auml;rkte an und &uuml;berlegen sich, was das Gesch&auml;ft der europ&auml;ischen Firmen dort behindert &ndash; und wie man die Barrieren beseitigen kann. Die Marktzugangs-Arbeitsgruppen sind ein sehr sch&ouml;nes Beispiel daf&uuml;r, dass sich die Kommission auf dem Feld der Handelspolitik vor allem als Dienstleister der Unternehmen versteht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2014-03\/lobbyismus-bruessel-ttip-interview\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><strong>Dieser Horrorfilm ist jugendfrei<\/strong><br>\nIhr Nachbar h&auml;lt TTIP f&uuml;r ein Lottospiel? Ihre Schwester tippt auf Wattest&auml;bchen? Dieses Video erkl&auml;rt, was sich hinter der putzigen Abk&uuml;rzung verbirgt. Aber Vorsicht &ndash; na, Sie selbst wissen es ja schon: TTIP ist echter Horror. Nichts f&uuml;r schwache Nerven.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.campact.de\/2014\/03\/ttip-dieser-horrorfilm-ist-jugendfrei\/\">campact<\/a><\/li>\n<li><strong>Sigmar Gabriel macht auf seiner FB-Seite Werbung f&uuml;r die TTIP.<\/strong><br>\nEin transatlantisches Freihandelsabkommen bietet gro&szlig;e Chancen gerade f&uuml;r die exportorientierte deutsche Wirtschaft und die hier besch&auml;ftigten Arbeitnehmer. Deshalb liegt mir so viel daran, auch die Gewerkschaften ins Boot zu holen.<br>\nF&uuml;r mich ist klar: Standardabsenkungen bei Verbraucher-, Umwelt- und Datenschutz oder Arbeitnehmerrechten darf es genau so wenig geben, wie Verabredungen zu Lasten der Kommunen. Im Koalitionsvertrag haben wir vereinbart, dass der Freihandel nicht zum Einfallstor f&uuml;r Lohn- und Sozialdumping werden darf. Das werden wir halten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sigmar.gabriel?fref=ts\">Sigmar Gabriel auf facebook<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Tja, im Koalitionsvertrag steht so manches, wie etwa der Mindestlohn, was schlie&szlig;lich nicht mehr das Papier wert ist auf dem es gedruckt wurde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Im Namen des Geldes<\/strong><br>\nEs tagt in Washington hinter verschlossenen T&uuml;ren: Ein geheimnisvolles Gremium aus drei Richtern kann eine Regierung zu Strafen in Milliardenh&ouml;he verurteilen, wenn ein Konzern seine Gesch&auml;fte bedroht sieht. Eine Paralleljustiz ist entstanden, die bald noch m&auml;chtiger werden k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/10\/investitionsschutz-schiedsgericht-icsid-schattenjustiz\/komplettansicht\">Zeit.de<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Lobbyismus<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Lobbyisten umwerben Mitarbeiter von Abgeordneten<\/strong><br>\nEin Vortrag, dann das sch&ouml;ne Abendessen: Im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Politik wenden sich die Lobbyisten in Berlin und Br&uuml;ssel versch&auml;rft einer neuen Gruppe zu: Sie umgarnen die Mitarbeiter von Abgeordneten. Korruptionsw&auml;chter sind alarmiert.<br>\nBerlin &ndash; Eine Bouillabaisse &ldquo;nach Art des AOK-Bundesverbandes&rdquo;, dann Nantaiser Ente mit Orangensauce und als Dessert eine Cr&egrave;me br&ucirc;l&eacute;e &ndash; die rund 34 Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten erwartete am Abend des 26. Februar ein exquisites Men&uuml;. Die AOK hatte eingeladen, zum Kochen in der hauseigenen Kantine. &ldquo;Man muss sich in Berlin schon etwas einfallen lassen&rdquo;, rechtfertigt eine AOK-Sprecherin das Diner auf Kosten der Krankenkasse.<br>\nNicht nur das Men&uuml; hatte die AOK sorgsam komponiert, auch die Zielgruppe war mit Bedacht gew&auml;hlt: Es waren vor allem Mitarbeiter von Mitgliedern des Gesundheitsausschusses, der &uuml;ber Reformen befindet, die sich direkt auf die Finanzen der Krankenkassen auswirken. Eine &ldquo;Plattform zum Kennenlernen&rdquo;, so die AOK, sollte der Abend bieten. Zu Anfang einer Legislaturperiode gebe es viele neue Gesichter, und man habe k&uuml;nftig &ouml;fters miteinander zu tun.<br>\nDass sich die AOK so viel M&uuml;he gibt, ist nicht ungew&ouml;hnlich. &ldquo;Die Mitarbeiter von Politikern sind zu einer der Hauptzielgruppen von Lobbyisten geworden&rdquo;, sagt Christian Humborg, Chef von Transparency International Deutschland (TI).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bundestag-lobbyisten-umgarnen-mitarbeiter-von-abgeordneten-a-959025.html\">SPON<\/a><\/li>\n<p><strong>The truth about lobbying: 10 ways big business controls government<\/strong><br>\nFrom trying to stop plain packaging on cigarettes to pushing through HS2 and opening the countryside to fracking, big business employs lobbying companies to persuade government to meet their interests. But what are the tricks of their trade?<br>\nHere are the 10 key steps that lobbying businesses will follow to bend government to their will.<\/p>\n<ol>\n<li>Control the ground<br>\nLobbyists succeed by owning the terms of debate, steering conversations away from those they can&rsquo;t win and on to those they can&hellip;<\/li>\n<li>Spin the media<br>\nThe trick is in knowing when to use the press and when to avoid it&hellip;<\/li>\n<li>Engineer a following<br>\nWhat is needed is a critical mass of voices singing to its tune. This can be engineered&hellip;<\/li>\n<li>Buy in credibility<br>\nCorporations are one of the least credible sources of information for the public. What they need, therefore, are authentic, seemingly independent people to carry their message for them&hellip;<\/li>\n<li>Sponsor a thinktank&hellip;<\/li>\n<li>Consult your critics..<\/li>\n<li>Neutralise the opposition&hellip;<\/li>\n<li>Control the web&hellip;<\/li>\n<li>Open the door&hellip;And access to politicians can be bought.<\/li>\n<li>And finally &hellip;<br>\nThere is the perception, at least, that decisions taken in government could be influenced by the reward of future employment.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/politics\/2014\/mar\/12\/lobbying-10-ways-corprations-influence-government\">theguardian<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es sind nicht alle, aber die wichtigsten Tricks der Lobbyisten, die hier in der Rezension eines interessanten Buches &bdquo;Lobbying&ldquo; von Tamasin Cave and Andy Rowell aufgez&auml;hlt werden. Wenn wir auf den NachDenkSeiten nahezu t&auml;glich &uuml;ber gesteuerte Kampagnen von m&auml;chtigen Interessengruppen berichten, meinen manche, wir seien Verschw&ouml;rungstheoretiker. Die Realit&auml;t ist jedoch weiter als sich jede noch so phantasievolle Verschw&ouml;rungstheorie ausdenken kann. Wie Sie an den hier aufgez&auml;hlten, wichtigsten Instrumenten der Meinungsmache feststellen k&ouml;nnen, ist die Tatsache, dass Lobbyismus keine Zauberei, sondern eine Frage des Geldes und der richtigen PR-Agenturen ist.<\/em>\n<\/p><\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Kleinere Gehaltserh&ouml;hung f&uuml;r Bahnchef Grube<\/strong><br>\nBahnchef R&uuml;diger Grube soll laut &bdquo;Wirtschaftswoche&ldquo; in diesem Jahr eine geringere Gehaltserh&ouml;hung bekommen als abgemacht. Der Aufsichtsrat wolle nur eine zehnprozentige Erh&ouml;hung des Grundgehalts um rund 90.000 Euro genehmigen, berichtet das Magazin unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Urspr&uuml;nglich habe Grubes Festgehalt ab April um 20 Prozent auf 1,08 Millionen Euro steigen sollen. Grund f&uuml;r die K&uuml;rzung sei ein Gewinneinbruch im vergangenen Jahr um mehr als die H&auml;lfte.<br>\nEin Bahnsprecher wollte den Bericht am Samstag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht kommentieren. Das Unternehmen stellt an diesem Donnerstag (27. M&auml;rz) in Frankfurt seine Bilanz vor. Nach Medienberichten soll der Konzern 2013 nur noch einen &Uuml;berschuss von knapp 650 Millionen Euro erwirtschaftet haben &ndash; nach 1,46 Milliarden Euro im Vorjahr. Als m&ouml;gliche Gr&uuml;nde gelten zum Beispiel das Elbe-Hochwasser im Sommer und Sonderbelastungen wie Abschreibungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/handel\/jahreszahlen-kleinere-gehaltserhoehung-fuer-bahnchef-grube\/9654006.html\">Wirtschaftswoche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers S.H.:<\/strong> Warum muss Grube angesichts der bescheidenen Ergebnisse des von ihm gef&uuml;hrten Unternehmens &uuml;berhaupt eine Gehaltserh&ouml;hung bekommen?<br>\nInteressant ist ja auch schon die Wortwahl der Wirtschaftswoche: &ldquo;kleinere Gehaltserh&ouml;hung&rdquo;. Jede Wette &ndash; sollten die &ldquo;normalen&rdquo; Besch&auml;ftigten in der n&auml;chsten Tarifrunde auch nur ann&auml;hernd 10 Prozent fordern &ndash; werden wir etwas ganz anderes h&ouml;ren: &ldquo;unrealistisch&rdquo; &ldquo;passt nicht in die Landschaft&rdquo; &ldquo;nicht finanzierbar&rdquo; usw.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Gauweilers Taschengeld<\/strong><br>\nPreis und Wert der Arbeit haben nichts mehr miteinander zu tun. Das zeigt sich an den Nebeneink&uuml;nften der Abgeordneten im Bundestag. W&uuml;rde es helfen, wenn wir alle Anw&auml;lte werden?<br>\nNein, ich bin nicht neidisch auf den Abgeordneten Dr. jur. Peter Gauweiler. Ich mag nicht so grinsen und so denken wie er. Auch die Kirch-Erben will ich nicht am Hals haben. Tracht steht mir eh nicht.<br>\nUnd doch frage ich mich, wie so ein CSU-Rechtsanarcho &bdquo;mindestens 509.000 Euro&ldquo; an Nebenverdiensten anh&auml;ufen kann. Wobei das W&ouml;rtchen &bdquo;mindestens&ldquo; der Tatsache geschuldet ist, dass zwar endlich bessere Transparenzregeln f&uuml;r MdBs gelten, diese aber leider auch nur halbdurchsichtig sind. Die h&ouml;chste Cash-Stufe 10 ist nach oben himmelweit offen. Es d&uuml;rfen auch Millionen sein. Und keiner erf&auml;hrt&rsquo;s.<br>\nNun wissen wir, warum der Gauweiler-Peter stets so lustig wirkt. Seine Di&auml;ten sind sein Taschengeld. F&uuml;r S&uuml;&szlig;igkeiten. Sein sagenhaftes Zubrot wird das &bdquo;alte Zirkuspferd&ldquo; (Selbstauskunft) mit einem kecken Spr&uuml;chlein abtun. Und alle werden lachen und raunen: Ja mei, der Peter, des is a Guader! Fast wie der Uli!<br>\nRechnen wir besser schnell nach: Der gemeine Bundestagsabgeordnete erh&auml;lt zur Zeit 99.024 Euro im Jahr (ab 2015: 108.984 Euro). Mit seinem Nebengesch&auml;ft kommt der MdB Gauweiler auf ein Jahreseinkommen von mindestens 608.024 Euro. Nicht &uuml;bel, gell?<br>\nAndererseits entspricht Gauweilers Mindest-Einkommen etwa dem, was eine Altenpflegerin mit 1150 Euro brutto im Leben erh&auml;lt. Umgerechnet auf den kommenden Mindest-Lohn von 8,50 Euro (von C-Politikern und ihren Kugelschreibern gern als &bdquo;Wohltat&ldquo; verh&ouml;hnt) w&auml;re Gauweilers Sal&auml;r 71.532 Stunden und 14 Minuten Arbeit wert. Was gut 1788 40-Stunden-Wochen entspr&auml;che, also etwa 34 Jahren Arbeit &ndash; ohne Urlaub und Feiertage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/nebeneinkuenfte-im-bundestag-gauweilers-taschengeld,1472602,26634746.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Jeder Leser mag sich sein eigenes Urteil &uuml;ber die Glaubw&uuml;rdigkeit jener Politiker bilden, die ihr Mandat offenbar in erster Linie als Lizenz zum f&uuml;llen der eigenen Taschen verstehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&raquo;K&ouml;lner Stadt-Anzeiger&laquo; und &raquo;Rundschau&laquo; legen Lokalredaktionen zusammen &ndash; auf Kosten von Stellen<\/strong><br>\nEinst Konkurrenten, wollen zwei K&ouml;lner Zeitungen nun eng zusammenarbeiten. Dutzenden Journalisten wird das den Job kosten.<br>\nDurch die Zusammenlegung der Lokalredaktionen in  den Regionen Rhein-Erft, Rhein-Berg, Rhein-Sieg sowie Euskirchen\/Eifel  wollen die Herausgeber mittelfristig vier Millionen Euro sparen.<br>\nZusammengefasst werden sollen die verbleibenden 67 &raquo;journalistischen  Mitarbeiter&laquo; in der &raquo;Rheinischen Redaktionsgemeinschaft&laquo;. In den von  den Verlagen f&uuml;r die Mitarbeiter erstellten &raquo;Fragen und Antworten zur  Rheinischen Redaktionsgemeinschaft&laquo; hei&szlig;t es, man sei gewillt, &raquo;die  Ver&auml;nderung&laquo; vorrangig sozialvertr&auml;glich etwa durch Altersteilzeit zu gestalten: &raquo;Dennoch k&ouml;nnen die Verlage zum jetzigen Zeitpunkt  betriebsbedingte K&uuml;ndigungen nicht v&ouml;llig ausschlie&szlig;en&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/927663.lokaler-um-und-abbau.html\">ND<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Studierende der GEW zum Hochschulzukunftsgesetz<\/strong><br>\nDer Gesetzesentwurf f&uuml;r ein &bdquo;Hochschulzukunftsgesetz&ldquo; ist von einem grunds&auml;tzlichen Widerspruch gepr&auml;gt: Wir begr&uuml;&szlig;en, dass die Kritik aus Hochschule und Gesellschaft an der &bdquo;unternehmerischen Hochschule&ldquo; dadurch aufgegriffen wurde, dass &bdquo;die Hochschulen [&hellip;] ihren Beitrag zu einer nachhaltigen und friedlichen Welt&ldquo; entwickeln (&sect; 3, 6), und &bdquo;den berechtigten Interessen ihres Personals auf gute Besch&auml;ftigungsbedingungen angemessen Rechnung&ldquo; tragen sollen. Andererseits soll mit der &bdquo;unternehmerischen&ldquo; Ausrichtung der Hochschulen, die in den letzten Jahren ma&szlig;geblich durch die FDP voran gebracht wurde, nicht gebrochen werden. Dies ist aber notwendig, damit die Hochschulen im Interesse der Allgemeinheit arbeiten k&ouml;nnen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/gewstudisnrw.blogsport.de\/2014\/03\/24\/positionierung-zum-entwurf-fuer-ein-hochschulzukunftsgesetz\/\">GEW Studis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Schlappe f&uuml;r Pr&auml;sident Hollande<\/strong><br>\nFrankreichs regierende Sozialisten haben bei den landesweiten Kommunalwahlen einen deutlichen D&auml;mpfer erhalten. Die Sozialisten und weitere Parteien aus dem linken Lager kamen nach dem vorl&auml;ufigen amtlichen Ergebnis der ersten Runde auf insgesamt 37,7 Prozent der Stimmen. Die konservative Opposition landete bei 46,5 Prozent.<br>\nDie rechtsextreme Partei Front National erhielt landesweit weniger als f&uuml;nf Prozent der Stimmen. Eine deutliche Steigerung im Vergleich zur ersten Runde der Kommunalwahlen vor sechs Jahren, als die Partei unter einem Prozent geblieben war.<br>\nZudem erzielte der FN in mehreren St&auml;dten Erfolge: In der nordostfranz&ouml;sischen Stadt H&eacute;nin-Beaumont erhielt FN-Kandidat Steeve Briois laut offiziellem Ergebnis im ersten Durchgang mit 50,3 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit&hellip;<br>\nIn den s&uuml;dfranz&ouml;sischen St&auml;dten Avignon, Perpignan und Fr&eacute;jus landeten die Kandidaten der Rechtsextremen ebenfalls an der Spitze, blieben aber unter 50 Prozent der Stimmen&hellip;<br>\nDie Wahlbeteiligung habe bei 64,1 Prozent gelegen, gab Innenminister Manuel Valls in der Nacht zum Montag im Fernsehen bekannt. 2008 waren es noch 66,5 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/kommunalwahlen-frankreich102.html\">Tagesschau.de<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Verschiebung nach Rechts wiederholt sich. Da wird eine gescheiterte neoliberale Politik (Sarkozy) durch eine &bdquo;sozialistische&ldquo; Regierung abgel&ouml;st, kaum ist die Linke an der Macht, macht sie die gleiche neoliberale Politik wie die Rechte und wird daf&uuml;r gleichfalls abgestraft. Dieses Wechselspiel schadet der Demokratie, weil immer weniger Menschen einen Sinn darin sehen, &uuml;berhaupt noch W&auml;hlen  zu gehen und es schafft Auftrieb f&uuml;r die Rechtspopulisten.<\/em><\/p>\n<p>Dazu: <strong>Le Pen erntet die braunen Fr&uuml;chte des Zorns<\/strong><br>\nDer Triumph der radikalen Rechten bei den Kommunalwahlen in Frankreich ist ersch&uuml;tternd &ndash; &uuml;berraschend kommt er nicht. Denn die Politik der vergangenen Jahre liest sich wie die Chronik eines angek&uuml;ndigten Desasters. Der Frust &uuml;ber die traditionelle Linke und Rechte, Aff&auml;ren und Skandale in Paris, der Niedergang der Industrie, die seit zwei Jahren steigende Arbeitslosigkeit und ein Gef&uuml;hl der Verlorenheit in einer Welt des Wettbewerbs trieben die B&uuml;rger einerseits in eine Rekord-Wahlenthaltung, andererseits zum Front National. Dessen Erfolge lassen sich nicht mehr nur als Protest abtun. Der Front schafft sich eine stabile Basis, um Frankreich abzuschotten &ndash; zum Schaden ganz Europas.<br>\nIst Madame noch zu stoppen? Pr&auml;sident Hollande scheint einzusehen, dass er Farbe bekennen und Frankreich modernisieren muss, auch wenn sich ein Teil der Linken abwendet und ihm weitere Niederlagen in diesem Jahr drohen. Wenn er jetzt eine kleinere, schlagkr&auml;ftige Regierung bildet und das Reformtempo steigert, k&ouml;nnte er einen Aufschwung seines Landes bis zur Pr&auml;sidentschaftswahl 2017 schaffen. Versagt er dagegen, werden noch mehr Franzosen nach einer anderen L&ouml;sung suchen. Madame wartet darauf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/frankreich-le-pen-erntet-die-braunen-fruechte-des-zorns-1.1920948\">SZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Hollande soll dem Erfolg des rechtsextremen Front National damit begegnen, dass er neoliberale Reformen in Frankreich forciert. Ob eine daraus resultierende massive soziale Polarisierung, wie sie etwa die Agenda 2010 in Deutschland bewirkt hat, die Rechtsradikalen stoppen wird, das kann nicht einmal ein marktradikaler Redakteur der SZ ernsthaft glauben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Der Fr&uuml;hling, die sch&ouml;nste Jahreszeit<\/strong><br>\nJoseph Roth (aus: Werke I, 1915-1923)<br>\nDer Fr&uuml;hling, auch &bdquo;Lenz&ldquo; genannt, ist die sch&ouml;nste Jahreszeit, die Saison der Kuckuckskonzerte und des Lerchengesangs, der gr&uuml;nen Welt- und Wiesenkost&uuml;me und der g&ouml;ttlichen Bl&uuml;tenfabrikation. Es ereignet sich, von Lyrikern in Reimen begr&uuml;&szlig;t, die bekannte Auferstehung der Natur, welche den Agrariern geh&ouml;rt, aber von diesen sehr menschenfreundlichen Besitzern den Ausfl&uuml;glern ohne Unterschied der Partei umsonst zur Verf&uuml;gung gestellt wird.<br>\nDie Sonne, ein radikal sozialistischer Leuchtk&ouml;rper, eines der wenigen Objekte dieser Welt, deren private Ausbeutung deshalb noch nicht gelungen ist, weil es keine Gro&szlig;-Himmels-Grundbesitzer gibt, diese Sonne nimmt sich die Freiheit, allen Menschen gleich zu leuchten und die d&uuml;rre Haut des Hungernden ebenso zu w&auml;rmen wie den fetten Bauch des Satten.<br>\nZu den Objekten in Kommunalbesitz geh&ouml;ren auch noch die bekannten Fr&uuml;hlingswolken, die &bdquo;linden L&uuml;fte&ldquo;, von denen die deutschen Dichter leben, und der blaue Himmel, hinter dem sich der liebe Gott verb&uuml;rgt, um ungest&ouml;rt die Bittgesuche der Menschen der Reihe nach zu erledigen.<br>\nDie sogenannten Zugv&ouml;gel, lebendige Symbole der menschlichen Sehnsucht, kehren, unbelehrbar, wie Zugv&ouml;gel sind, und einem unvern&uuml;nftigen Drange gehorchend, aus den s&uuml;dlichen L&auml;ndern nach Europa zur&uuml;ck, das sie eigentlich gar nicht n&ouml;tig haben. Bei diesen Tieren sind Instinkt und &Uuml;berlieferung so m&auml;chtig, dass sie Konferenzen, Redaktionen, Produktenb&ouml;rsen gar nicht merken und in harmloser Ahnungslosigkeit dort lieblich zwitschern k&ouml;nnen, wo der Mensch weinen muss. Diese V&ouml;gel zwitschern sogar in der Berliner Siegesallee.<br>\nAuch am Kurf&uuml;rstendamm offenbart sich der Anbruch des Fr&uuml;hlings: Die Bettler enth&uuml;llen ihre Gebrechen und die vornehmen Spazierg&auml;nger ihre Fr&uuml;hlingstoiletten. Auf den K&ouml;pfen der Damen erbl&uuml;hen die neuen Strohh&uuml;te in verschiedenen von den Modeberichten vorgeschriebenen Formen. Die Fr&uuml;hlingsluft verursacht Pl&auml;ne f&uuml;r die Sommerreise, welche die bedeutendste Fr&uuml;hjahrssorge der spekulierenden Menschheit ist.<br>\nIn den Fabriken und B&uuml;ros sind die Fenster ge&ouml;ffnet, und die Menschen des Achtstundentages d&uuml;rfen den Lenz in gesetzlich zul&auml;ssigen Kubikmetern genie&szlig;en. Der unbegrenzte Genuss der linden L&uuml;fte ist nur den Auserw&auml;hlten gestattet und den Arbeitslosen. Jenen behagt es, diese sterbe infolge des ungewohnten Vergn&uuml;gens. Es ist nicht jedermanns Sache, in vollen Z&uuml;gen zu genie&szlig;en. So mancher stirbt dahin, weil er Freuden ohne Mittagessen nicht vertr&auml;gt.<br>\nSorglos aber leben die Auserw&auml;hlten, der Aprilregen befruchtet die Felder &ndash; und Gottes Segen ruht auf ihnen. Sie leben wie die Lilien im Felde, f&uuml;r sie wachsen die Anz&uuml;ge bei den Schneidern, und alle M&uuml;hlen mahlen hygienisches Wei&szlig;brot, das der Hausarzt vorschreibt &hellip;<br>\nDeshalb ist der Fr&uuml;hling die sch&ouml;nste Jahreszeit.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(JK\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-21174","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21174","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21174"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21174\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28445,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21174\/revisions\/28445"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}