{"id":21196,"date":"2014-03-25T12:38:42","date_gmt":"2014-03-25T11:38:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21196"},"modified":"2015-10-20T13:42:07","modified_gmt":"2015-10-20T11:42:07","slug":"die-nachdenkseiten-auf-der-suche-nach-der-friedensbewegung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21196","title":{"rendered":"\u201eDie Nachdenkseiten auf der Suche nach der Friedensbewegung\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Am 12. M&auml;rz erschien auf den NachDenkSeiten mein Beitrag: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21077\">&bdquo;Kriegsgefahr? Jedenfalls haben wir den Aufbau der neuen Konfrontation West-Ost verschlafen. Friedensbewegung &ndash; wo bist Du geblieben?&ldquo;<\/a>. Das ist von einigen als Kritik an der Friedensbewegung verstanden worden. So war es nicht gemeint. Ich stand und stehe unter dem Eindruck vieler Gespr&auml;che &uuml;ber die M&ouml;glichkeit eines Krieges. Meine Bemerkungen zur Friedensbewegung sollten eher als Ermunterung denn als Kritik verstanden werden. Wenn ich mich missverst&auml;ndlich ausdr&uuml;ckte, dann tut mir das leid. Einer, der sich getroffen f&uuml;hlt, ist Peter Strutynski. Er hat in Erwiderung auf meinen Beitrag vom 12. M&auml;rz einen Text geschickt, den wir im Folgenden wiedergeben. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nEine Vorbemerkung: Der Autor beklagt zwar, dass die wirkliche Gefahr eines milit&auml;rischen Aufeinandertreffens von Russland und NATO nicht gesehen werde. Aber sein Text enth&auml;lt dann doch eine Kritik an der Warnung vor der Kriegsgefahr zwischen Russland und der NATO &ndash; &bdquo;ich pers&ouml;nlich w&uuml;rde vor allzu dramatischem Alarmismus auch warnen&ldquo;, schreibt Autor Peter Strutynski &ndash; gegen die ich mich schon mit meinem Beitrag vom 12. M&auml;rz wandte. Ich halte es f&uuml;r unangebracht, Warnungen vor der Kriegsgefahr als &bdquo;Alarmismus&ldquo; zu bezeichnen. Meinen Beitrag vom 12.M&auml;rz und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20943\">den vom 4. M&auml;rz<\/a> und alle weiteren Artikel zum Thema Krieg und Frieden habe ich geschrieben, weil mich der Aufbau einer neuen Konfrontation zwischen Ost und West und die Ignoranz gegen&uuml;ber den Kriegsgefahren irritiert. Nie w&uuml;rde ich jene des &bdquo;Alarmismus&ldquo; bezichtigen, die eine Kriegsgefahr sehen &ndash; auch wenn sie sich drastisch ausdr&uuml;cken.<\/p><p><strong>Nun also der Beitrag von Peter Strutynski [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>]:<\/strong><\/p><p><strong>&bdquo;Die &bdquo;Nachdenkseiten&ldquo; auf der Suche nach der Friedensbewegung&ldquo;<\/strong><\/p><p>Es muss nachdenklich machen, wenn die gew&ouml;hnlich sehr gut informierten Nachdenkseiten derzeit keine Friedensbewegung mehr ausmachen k&ouml;nnen. Die &bdquo;Reste der Friedensbewegung, so es solche gibt&ldquo;, seien durch die Ukraine-Krise &bdquo;nicht auf den Plan gerufen&ldquo; worden, schrieb Albrecht M&uuml;ller am 12. M&auml;rz an dieser Stelle. Man m&uuml;sse die alte Friedensbewegung wohl abschreiben und auf eine &bdquo;neue&ldquo; hoffen.<\/p><p>Von den f&uuml;hrenden Meinungsmedien ist man derlei gewohnt: Immer wenn es irgendwo in der Welt brennt und nicht gleich Hunderttausende mit ihren Pace-Fahnen auf der Stra&szlig;e sichtbar sind, h&ouml;ren und lesen wir die h&ouml;hnischen Kommentare der Elite-Journalisten: &bdquo;Wo bleibt sie denn, die Friedensbewegung!?&ldquo; Das ist deswegen hinterfotzig (ich erlaube mir einmal dieses sch&ouml;ne bayerische Adjektiv), weil dieselben Mediengewaltigen ansonsten alles in ihrer Macht stehende tun, um die Positionen der Friedensbewegung zu verschweigen, zu verzerren, kleinzureden oder als nicht weiter Ernst zu nehmendes Gutmenschentum abzuqualifizieren. Ihr Ruf nach der Friedensbewegung ist also mitnichten ehrlich gemeint; er soll absichtlich ins Leere gehen.<\/p><p>Die &bdquo;Nachdenkseiten&ldquo; wissen am allerbesten, wie die Medien hier zu Lande funktionieren und arbeiten sich in verdienstvoller Weise an deren Meinungsmacht ab. Dazu geh&ouml;rt die st&auml;ndige Auseinandersetzung mit der &bdquo;herrschenden&ldquo; ver&ouml;ffentlichten Meinung, die h&auml;ufig nur den Grundkonsens der politischen Klasse widerspiegelt &ndash; sei&rsquo;s in Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik, sei&rsquo;s in au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Fragen. Der Ukraine-Konflikt ist geradezu ein Musterbeispiel f&uuml;r die stillschweigende &Uuml;bereinkunft, den Russen alles B&ouml;se in die Schuhe zu schieben und den Westen als H&uuml;ter des V&ouml;lkerrechts erscheinen zu lassen. <\/p><p>Die Friedensbewegung hat es in Zeiten schwacher Mobilisierungsf&auml;higkeit immer schwer gehabt, ihre inhaltlichen Alternativen zur Au&szlig;enpolitik Deutschlands, der EU und der NATO in den Medien unterzubringen. W&auml;hrend die Presseerkl&auml;rungen eines Bundestagsabgeordneten &ndash; sofern er nicht der Linken angeh&ouml;rt &ndash; wahl- und zahllos mediale Verbreitung finden, muss die Friedensbewegung (egal ob &bdquo;alt&ldquo; oder &bdquo;neu&ldquo;) schon tausende Menschen auf die Stra&szlig;e bringen, um &uuml;berhaupt erw&auml;hnt zu werden. Dies sp&uuml;ren wir an der Berichterstattung &uuml;ber den Afghanistankrieg (obgleich hier noch relativ kritisch argumentiert wird), &uuml;ber den B&uuml;rgerkrieg in Syrien und nun &uuml;ber die Ukraine-Krise. Alle Versuche, den medialen Scharfmachern in der Syrien-Frage, die seit drei Jahren die Bundesregierung und die NATO zum Eingreifen auffordern, mit Argumenten gegen eine milit&auml;rische Intervention und mit wohl durchdachten Vorschl&auml;gen f&uuml;r eine Verhandlungsl&ouml;sung entgegen zu treten, prallen an der Arroganz der Meinungsbl&auml;tter ab.<\/p><p>&Auml;hnliches widerf&auml;hrt der Friedensbewegung in der gegenw&auml;rtigen Ukraine-Krise. Auch hierzu &auml;u&szlig;ert sich die Friedensbewegung mit Stellungnahmen, Pressemeldungen, Veranstaltungen, mitunter sogar mit kleinen aber feinen lokalen Kundgebungen. Sie finden aber allenfalls Eingang in lokale Medien; an den gro&szlig;en Leitmedien prallt dies ab. Es passt nicht in ihr Weltbild, wenn beispielsweise der Bundesausschuss Friedensratschlag die Ursache des Konflikts nicht in Russland, sondern im Versuch des Westens sieht, &bdquo;die Ukraine aus dem Einflussbereich Russlands herauszul&ouml;sen, mittels des Konzepts der &sbquo;&Ouml;stlichen Partnerschaft&lsquo; den Marktbedingungen der EU unterzuordnen und an die milit&auml;rischen Strukturen der NATO anzugliedern&ldquo;. Die westlichen Elite-Journalisten lassen sich auch nicht gern daran erinnern, dass &bdquo;ihre&ldquo; ukrainischen Musterdemokraten von Klitschko bis Timoschenko ein verh&auml;ngnisvolles B&uuml;ndnis mit rechtsradikalen und faschistischen Kr&auml;ften eingegangen sind. Dabei muss man sich doch nur einmal vorstellen, hier zu Lande w&uuml;rden nationalsozialistische Schriften, Embleme usw. wieder frei zugelassen! Man stelle sich weiter vor, bewaffnete Rechtsradikale besetzten Rath&auml;user, Gerichte, B&uuml;ros der fr&uuml;heren Regierungsparteien, machten Jagd auf unliebsame Politiker und bedrohten anderssprachige oder j&uuml;dische B&uuml;rger\/innen! Selbst die Tatsache, das Israel zum Schutz j&uuml;discher B&uuml;rger ein Team nach Kiew geschickt hat, um ukrainische Juden in Selbstverteidigung zu trainieren, hat die Mainstream-Medien nicht aufger&uuml;ttelt.<br>\nUnd wie viel anders als die einfallslosen &bdquo;Sanktions&ldquo;-Rufe oder das Sch&uuml;ren antirussischer Ressentiments sind doch die Vorschl&auml;ge der Friedensbewegung zur gewaltlosen L&ouml;sung des russisch-ukrainischen Konflikts! Ich nenne nur die wichtigsten:<\/p><p>(1) Eine Beteiligung rechtsextremer und faschistischer Kr&auml;fte an der ukrainischen &Uuml;bergangsregierung ist auszuschlie&szlig;en. Die faschistischen Kr&auml;fte in der Ukraine sind zu entwaffnen. (2) Die Morde durch Scharfsch&uuml;tzen auf dem Maidan sollen von unabh&auml;ngiger Seite untersucht werden. (3) Die NATO nimmt die Sicherheitsinteressen der Russischen F&ouml;deration genauso ernst wie die der Ukraine. Die B&uuml;ndnisfreiheit der Ukraine ist von allen Konfliktparteien zu akzeptieren. (4) Die ukrainische &Uuml;bergangsregierung stoppt die Mobilmachung der Streitkr&auml;fte. Die USA und EU stellen die Sanktionen gegen Russland ein. (5) S&auml;mtliche R&uuml;stungsexporte aus dem EU-Raum nach Russland und in die Ukraine werden gestoppt. (6) Der Aufbau des sog. Raketenschirms auf deutschem Boden, der von Russland nur als Bedrohung betrachtet werden kann, muss gleichfalls gestoppt werden. <\/p><p>Die Friedensbewegung &ndash; gest&uuml;tzt auf die Expertise der Friedensforschung &ndash; hat also durchaus Antworten auf die antirussische Stimmungsmache anzubieten. Woran es derzeit mangelt, sind nicht die Analysen (siehe hierzu nur das Ukraine-Dossier der AG Friedensforschung: www.ag-friedensforschung.de), sondern es ist die Mobilisierungsf&auml;higkeit der Friedensbewegung und ihr verbundener Menschen. Warum ist das so? Ich habe darauf &ndash; ebenso wenig wie Albrecht M&uuml;ller &ndash; letzte Antworten. Ich m&ouml;chte aber ein paar Vermutungen anstellen.<\/p><p>Seit dem 15. Februar 2003 &ndash; damals gingen in Berlin eine Dreiviertelmillion Menschen gegen den drohenden Irakkrieg auf die Stra&szlig;e, weltweit waren es 18 Millionen &ndash; tut sich die Friedensbewegung schwer, Massenproteste zu organisieren. Obwohl es an Anl&auml;ssen bei Gott nicht mangelt! Doch weder der andauernde Afghanistankrieg noch die NATO-Intervention in Libyen oder der von Deutschland unterst&uuml;tzte Feldzug Frankreichs in Mali kann die Menschen in nennenswerter Anzahl zum sichtbaren Protest bewegen. Auch andere Themen rei&szlig;en die Menschen nicht vom Hocker: Die erfreulich zahlreichen Aktionen etwa gegen die R&uuml;stungsexportpolitik der Bundesregierung im vergangenen Jahr fielen zwar auf Zustimmung in weiten Kreisen der Bev&ouml;lkerung, wurden aber lediglich von wenigen engagierten Aktivisten getragen. Stellvertreterpolitik! Fragen wir also nach den Faktoren, die der Mobilisierungsschw&auml;che der Friedensbewegung zugrunde liegen k&ouml;nnten.   <\/p><p>(1) Kann nicht eine Ursache der gegenw&auml;rtigen Schw&auml;che darin liegen, dass die bis dahin gr&ouml;&szlig;te Massenbewegung gegen einen drohenden Krieg letztlich erfolglos blieb, weil der Krieg nicht verhindert werden konnte? Was am 15. Februar 2003 zu einem globalen Fanal der Friedenssehnsucht der Menschheit wurde, geriet in der Folge zu einer Quelle nachlassenden Engagements. Denn wenn es selbst Millionen und Abermillionen von Menschen nicht m&ouml;glich ist, einen offenkundig v&ouml;lkerrechtswidrigen, auf L&uuml;gen aufgebauten imperialistischen Krieg zu verhindern, bevor er begonnen hat, wie sollen sich dann friedenspolitische Entscheidungen in weniger spektakul&auml;ren F&auml;llen durchsetzen lassen? Die Friedensbewegung mobilisiert ihre Anh&auml;nger schlie&szlig;lich nicht, um ins Guinness-Buch der Rekorde zu gelangen, sondern um die politische Klasse  zum Frieden zu zwingen. Die frustrierende Erfahrung des &bdquo;Die da oben machen ja doch, was sie wollen!&ldquo; hat auch in anderen Politikbereichen zu einem dramatischen R&uuml;ckgang au&szlig;erparlamentarischer Initiativen und Bewegungen gef&uuml;hrt. <\/p><p>(2) Die politisch herrschende Klasse kann in der Krieg-Frieden-Frage auf den Gew&ouml;hnungseffekt setzen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten sind die Regierungen der Weltm&auml;chte &ndash; insbesondere des Westens &ndash; dabei, Kriege wieder f&uuml;hrbar zu machen und tats&auml;chlich auch zu f&uuml;hren. Dazu werden scheinbar &bdquo;neutrale&ldquo; Instanzen wie der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen instrumentalisiert (z.B. im Fall Libyen) oder ein ideologisches Trommelfeuer in Gang gesetzt, wonach Intervention und Krieg zur Verteidigung von Menschenrechten oder zur Durchsetzung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wieder rechtens sein sollen. Nach zw&ouml;lfeinhalb Jahren Krieg in Afghanistan ist es schwer, den t&auml;glichen Skandal des Krieges in der &Ouml;ffentlichkeit wach zu halten &ndash; zumal er in den f&uuml;hrenden Medien so gut wie nicht mehr vorkommt und wenn, dann nur mit der Beschwichtigung, dass er in absehbarer Zeit beendet w&uuml;rde. Dabei kann die Friedensbewegung gerade in Sachen Afghanistankrieg auf den R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung setzen. Doch Umfrageergebnisse reflektieren zun&auml;chst ja nur Meinungen, nicht aber die Bereitschaft, daf&uuml;r auch auf die Stra&szlig;e zu gehen. In keiner Phase der politischen Auseinandersetzung um den Afghanistankrieg ist erkennbar geworden, dass der Krieg in der Gesellschaft auch eine gr&ouml;&szlig;ere Betroffenheit erzeugt h&auml;tte. Dies ist aber Voraussetzung f&uuml;r eine Massenmobilisierung.         <\/p><p>(3) Alle Milit&auml;rinterventionen der neuen Zeitrechnung nach dem Ende der Bipolarit&auml;t &ndash; vom Somalia-Einsatz 1993 &uuml;ber die Teilnahme am NATO-Krieg gegen Jugoslawien 1999 bis zum &bdquo;Antiterror&ldquo;- und &bdquo;Antipiraten&ldquo;-Krieg in Afghanistan und am Horn von Afrika oder zur NATO-Intervention in Libyen  &ndash; sind humanit&auml;r begr&uuml;ndet worden: Angeblich ging es entweder darum, eine &bdquo;humanit&auml;re Katastrophe&ldquo; zu verhindern oder Menschen vor einem menschenverachtenden Regime in Schutz zu nehmen oder demokratische und rechtsstaatliche Prinzipien sowie allgemein g&uuml;ltige Menschenrechte, insbesondere Frauenrechte durchzusetzen oder dem internationalen (See-)recht zum Durchbruch zu verhelfen. Diese regierungsamtliche Lesart wird bereitwillig von den Massenmedien &ndash; von den &ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten bis zu den Printmedien von FAZ bis zur taz &ndash; verbreitet; abweichende Meinungen bleiben den wenigen linken Presseorganen, ausgew&auml;hlten Magazinsendungen und den Feuilletons sowie Leserbriefspalten der Zeitungen vorbehalten. Eigenartig ist dennoch, dass die geballte kriegsfreundliche Propagandaoffensive der Bev&ouml;lkerung bisher so wenig anhaben konnte. Umfrageergebnisse zeigen, dass sich die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung hier zu Lande &auml;u&szlig;erst resistent gegen&uuml;ber den Einfl&uuml;sterungen der Kriegsparteien verh&auml;lt. Auch im j&uuml;ngsten Konflikt um Mali gibt es keine ausgepr&auml;gte Bereitschaft, der Kriegsmacht Frankreich milit&auml;risch &bdquo;zu Hilfe&ldquo; zu kommen.<\/p><p>(4) Auch in der Ukraine-Frage scheint sich eine bemerkenswerte Kluft zwischen der ver&ouml;ffentlichten und der &ouml;ffentlichen Meinung aufzutun. Auch wenn sich die politische Klasse &ndash; und hierbei ganz besonders die &bdquo;oppositionellen&ldquo; GR&Uuml;NEN &ndash; alle M&uuml;he gibt, mit den ideologischen Versatzst&uuml;cken des Kalten Kriegs antirussische Stimmungen zu sch&uuml;ren, Putin in einen Topf mit Stalin zu werfen und ihm Revisionsgel&uuml;ste f&uuml;r den Niedergang der Sowjetunion vorzuwerfen, ist in der Bev&ouml;lkerung heute eher Verst&auml;ndnis f&uuml;r die russische Politik auszumachen. Man sehe sich nur die Leserbriefe in den diversen Lokalbl&auml;ttern an! Hier &uuml;berwiegen die besonnenen und kritischen Stimmen, die das Anheizen der Kriegsgefahr eher dem Westen als Russland anlasten. <\/p><p>Nur: All das reicht nicht, um Menschen in nennenswerter Zahl zu Aktionen, Demonstrationen u.&auml;. zu bewegen. Hierzu fehlt n&auml;mlich etwas Entscheidendes: die Betroffenheit der Menschen. Eine wirkliche Gefahr eines milit&auml;rischen Aufeinandertreffens zwischen Russland und der NATO wird nicht gesehen (ich pers&ouml;nlich w&uuml;rde vor allzu dramatischem Alarmismus auch warnen). Dennoch ist im Augenblick viel zu tun. Es gilt, mit Hintergrundinformationen und n&uuml;chternen Analysen den politischen Diskurs zu bereichern und Alternativen zur herrschenden Kalten-Kriegs-Rhetorik zu formulieren. Landauf landab finden Ukraine-Veranstaltungen der Friedensbewegung statt. Sie dienen der Aufkl&auml;rung als einer Voraussetzung jeder politischen Bewegung. Das ist doch auch schon mal was.    <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Zum Autor: Dr. Peter Strutynski, Politikwissenschaftler, Mitglied der AG Friedensforschung, Kassel, <a href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\">www.ag-friedensforschung.de<\/a>; Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 12. M&auml;rz erschien auf den NachDenkSeiten mein Beitrag: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21077\">&bdquo;Kriegsgefahr? Jedenfalls haben wir den Aufbau der neuen Konfrontation West-Ost verschlafen. Friedensbewegung &ndash; wo bist Du geblieben?&ldquo;<\/a>. Das ist von einigen als Kritik an der Friedensbewegung verstanden worden. So war es nicht gemeint. Ich stand und stehe unter dem Eindruck vieler Gespr&auml;che &uuml;ber die M&ouml;glichkeit<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21196\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,170,183,11],"tags":[282,1120,466,259,244],"class_list":["post-21196","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-friedenspolitik","category-medienkritik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-buergerproteste","tag-friedensbewegung","tag-nato","tag-russland","tag-vierte-gewalt"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21196","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21196"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21196\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21199,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21196\/revisions\/21199"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21196"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21196"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21196"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}