{"id":21202,"date":"2014-03-26T08:42:41","date_gmt":"2014-03-26T07:42:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202"},"modified":"2014-03-26T08:46:40","modified_gmt":"2014-03-26T07:46:40","slug":"hinweise-des-tages-2095","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h01\">ZDF-Staatsvertrag verfassungswidrig: Der politische Einfluss ist zu gro&szlig;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h02\">Deflationsgefahr im Euro-Raum und unkonventionelle Ma&szlig;nahmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h03\">Die Bundesbank wird konzilianter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h04\">Abh&auml;ngigkeit von Russland: Europa k&ouml;nnte Gasboykott nur kurz durchhalten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h05\">Ukrainische Perspektiven<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h06\">Georgien: Unter der Flagge der EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h07\">Freihandelsabkommen: Wagnis f&uuml;r wenig Wachstum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h08\">Bertelsmann zur Globalisierung : Der Kuchen und seine Verteilung &ndash; oder: Fluch und Segen der Globalisierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h09\">Neue Berechnung des BIP: Kiffen f&uuml;r die Konjunktur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h10\">Geldw&auml;sche und Diktatoren: Was sind Europas Gesetze wert?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h11\">Steuerflucht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h12\">Equal Pay Day: Der nicht so kleine Unterschied<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h13\">Besch&auml;ftigtenzahl im &ouml;ffentlichen Dienst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h14\">Schr&ouml;der, Riester, M&uuml;ntefering: Die Demontage der Rente<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h15\">Hochschulen: Leidensf&auml;higer Nachwuchs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h16\">Rot-Rot-Gr&uuml;n wird torpediert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h17\">Einblicke in die verborgene Ein&ouml;de der griechischen Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h18\">Kommunalwahl in Frankreich: Front National feiert sich als dritte Kraft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h19\">Afghanische Helfer der Bundeswehr: Komplizen der Ungl&auml;ubigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h20\">Rezension: Thomas Piketty: Alles zum Kapital. Die Lust am Umverteilen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202#h21\">Zu guter Letzt: Die Anstalt: Die Rente ist sicher &ndash; Die Geschichte gebrochener Versprechen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21202&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>ZDF-Staatsvertrag verfassungswidrig: Der politische Einfluss ist zu gro&szlig;<\/strong><br>\nDas Bundesverfassungsgericht hat (gestern) entschieden, dass die Organisation des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks dem Gebot der Staatsferne gen&uuml;gen muss und der Staat den &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk zwar zu organisieren hat, aber gleichzeitig daf&uuml;r Sorge tragen muss, dass eine Beeinflussung der Berichterstattung durch staatliche und staatsnahe politische Akteure wirksam verhindert wird (Urteil v. 25.03.2014, Az.: 1 BvF 1\/11, 1 BvF 4\/11). Das BVerfG st&ouml;rt sich u.a. an den sog. &ldquo;Freundeskreisen&rdquo; von Union und SPD, die sich informell vorab treffen, um bestimmte Entscheidungen vorzubesprechen.\n<p>Konkret bedeutet das, dass der Anteil  staatlicher und staatsnaher Mitglieder auf ein Drittel der gesetzlichen Mitglieder des jeweiligen Aufsichtsgremiums nach klaren Kriterien begrenzt werden muss. Dies gilt ausdr&uuml;cklich auch f&uuml;r weitere Untergliederungen wie Aussch&uuml;sse. Was als staatsnah gilt, definiert das Bundesverfassungsgericht folgenderma&szlig;en:<\/p>\n<p>Wer im Sinne dieser Anteilsbegrenzung als staatliches und staatsnahes Mitglied zu gelten hat, bestimmt sich nach einer funktionalen Betrachtungsweise. Ma&szlig;geblich ist hierf&uuml;r, ob es sich um eine Person handelt, die staatlich-politische Entscheidungsmacht innehat oder im Wettbewerb um ein hierauf gerichtetes &ouml;ffentliches Amt oder Mandat steht und insoweit in besonderer Weise auf die Zustimmung einer breiteren &Ouml;ffentlichkeit verwiesen ist. Diese Betrachtungsweise schlie&szlig;t neben Regierungsmitgliedern, Abgeordneten, politischen Beamten auch Wahlbeamte in Leitungsfunktionen oder Mitglieder politischer Parteien mit herausgehobener Verantwortung ein. Demgegen&uuml;ber sind Personen, die von Hochschulen, aus der Richterschaft oder aus der funktionalen Selbstverwaltung wie etwa den Industrie- und Handelskammern in die Aufsichtsgremien entsandt werden, nicht als staatliche oder staatsnahe Mitglieder in diesem Sinne anzusehen.<\/p>\n<p>Die anteilsm&auml;&szlig;ig zu begrenzende Gruppe der staatlichen und staatsnahen Mitglieder schlie&szlig;t nach Ansicht des BVerfG grunds&auml;tzlich Personen ein, die von politischen Parteien in die Aufsichtsgremien entsandt werden, weil sie bei funktionaler Betrachtung als staatsnah zu qualifizieren sind.<\/p>\n<p>Aber auch bei der Auswahl der als staatlich und staatsnah zu bestellenden Mitglieder, die k&uuml;nftig auf 1\/3 zu beschr&auml;nken ist, m&uuml;ssen die verschiedenen politischen Str&ouml;mungen m&ouml;glichst vielf&auml;ltig abgebildet werden. Dem Grundsatz der Vielfaltsicherung entspricht es hierbei, dass gerade auch kleinere politische Str&ouml;mungen einbezogen werden&hellip;.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.internet-law.de\/2014\/03\/der-politische-einfluss-ist-zu-gross-zdf-staatsvertrag-verfassungswidrig.html\">Internet-Law<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/pressemitteilungen\/bvg14-026.html\">Pressemitteilung  zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.bverfg.de\/entscheidungen\/fs20140325_1bvf000111.html\">Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Deflationsgefahr im Euro-Raum und unkonventionelle Ma&szlig;nahmen<\/strong><br>\nDie EZB unterl&auml;uft seit einem Jahr ihre Zielmarke von 2% f&uuml;r die Inflationsrate im Euro-Raum. Die EU-Beh&ouml;rden scheinen die Gefahr der disinflation&auml;ren Kr&auml;fte trotzdem nicht ernst zu nehmen. Zumal der Schuldenabbau-Prozess (deleveraging) im privaten Sektor in Europa noch anh&auml;lt und die fortbestehende Niedriginflation (lowflation) die reale Last der Schulden erh&ouml;ht (debt-deflation). Bemerkenswert ist, dass die EZB selbst in den kommenden Jahren nicht mit einem Anstieg der Inflation rechnet: 2014: 1,0%, 2015: 1,3% und 2016: 1,5%. Die derzeitige Inflationsentwicklung verst&auml;rkt den Anlass zur Sorge vor einer m&ouml;glichen Deflation im Euro-Raum, schreiben &Ouml;konomen bei DIW Berlin in einer diese Woche vorgelegten Forschungsarbeit (&bdquo;Deflationsgefahr im Euro-Raum&ldquo;). Auch die (um die schwankungsanf&auml;lligen bereinigte) Kerninflation (core inflation) ist mit knapp 1% sehr niedrig. Die gegenw&auml;rtigen Daten legen nahe, dass die EZB ihr Mandat der Preisstabilit&auml;t verfehlt.<br>\nUnd der Punkt ist, wie der IWF neulich unterstrichen hat, muss es nicht unbedingt eine ausgewachsene Deflation geben, um von der Gefahr f&uuml;r die Performance der Wirtschaft reden zu k&ouml;nnen. Anhaltend niedrige Inflation verschlimmert die bereits angeschlagene Volkswirtschaft in Europa. Deflation birgt die Gefahr einer sich selbst verst&auml;rkenden Spirale. Da die nominalen Zinsen nahe Null liegen (zero lower bound), ist der Spielraum der Geldpolitik begrenzt. Daher empfehlen die Autoren der Studie der EZB, auf unkonventionelle Massnahmen zur&uuml;ckzugreifen, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage anzukurbeln. Insbesondere K&auml;ufe von l&auml;ngerfristigen Staatsanleihen sind erfolgsversprechend. Dar&uuml;ber hinaus ist die Wirtschafts- und Finanzpolitik gefordert, Wachstum und Investitionst&auml;tigkeit nachhaltig zu f&ouml;rdern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.de\/2014\/03\/deflationsgefahr-im-euro-raum-und.html\">Acemaxx-Analytics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Bundesbank wird konzilianter<\/strong><br>\nDie Bundesbank kann sich massive Wertpapierk&auml;ufe durch die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) offenbar inzwischen vorstellen. Zwar seien viele vor allem rechtliche Fragen noch nicht beantwortet. &laquo;Das heisst aber nicht, dass ein derartiges Programm grunds&auml;tzlich ausserfrage st&uuml;nde&raquo;, sagte Bundesbank-Pr&auml;sident Jens Weidmann in einem am Dienstag ver&ouml;ffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Market News. &laquo;Aber wir m&uuml;ssten sicherstellen, dass das Verbot der Staatsfinanzierung respektiert wird.&raquo; Market News zufolge w&auml;re f&uuml;r Weidmann zum Beispiel der Kauf privater Anleihen mit bester Bonit&auml;t eine Option, um die Geldpolitik weiter zu lockern und eine ruin&ouml;se Spirale fallender Preise und sinkender Nachfrage zu verhindern, wie sie von manchen &Ouml;konomen derzeit bef&uuml;rchtet wird. &ndash; Die Bundesbank hat sich in der Vergangenheit immer gegen den massiven Aufkauf von Wertpapieren durch die Notenbank gewehrt, etwa beim Aufkauf von Staatsanleihen von Krisenl&auml;ndern zwischen 2010 bis 2012. Im Streit &uuml;ber diese Politik war damals sogar Weidmanns Vorg&auml;nger Axel Weber zur&uuml;ckgetreten. Den von der EZB Mitte 2012 in Aussicht gestellten unbegrenzten Aufkauf von Regierungsanleihen, das sogenannte OMT-Programm, lehnte Weidmann kategorisch ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fuw.ch\/article\/bundesbank-kann-sich-nun-doch-ezb-wertpapierkaufe-vorstellen\/\">FuW<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es geschehen noch Zeichen und Wunder, k&ouml;nnte man als erste Reaktion denken. Aber dann schleicht sich ein Verdacht heran: Wei&szlig; der Mann vielleicht mehr? Der Stresstest? Oder Schlimmeres? Beruhigend wirkt dieser Umschwung nicht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Abh&auml;ngigkeit von Russland: Europa k&ouml;nnte Gasboykott nur kurz durchhalten<\/strong><br>\nPolitiker und &Ouml;konomen behaupten, Europa sei nicht allzu abh&auml;ngig von russischem Gas. Das k&ouml;nnte sich schnell als Wunschdenken erweisen. Eine Marktanalyse zeigt: Manche EU-L&auml;nder w&uuml;rden einen Lieferstopp nur wenige Tage &uuml;berstehen &ndash; auch Deutschland tr&auml;fe es hart. Das Hamburger Forschungsb&uuml;ro Energycomment hat dazu am Montag eine umfassende Marktanalyse ver&ouml;ffentlicht. Die Nachfrage Europas ist die gr&ouml;&szlig;te der Welt, der Gasbedarf liegt bei j&auml;hrlich rund 450 Milliarden Kubikmetern. 167 Milliarden Kubikmeter &ndash; also rund 34 Prozent ihres Bedarfs &ndash; deckte die EU nach Angaben der Internationalen Energieagentur im vergangenen Jahr durch Exporte aus Russland. Alternative Quellen in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung gibt es laut Energycomment nicht. Zwar gibt es noch weitere Versorgerl&auml;nder, allen voran Norwegen, Gro&szlig;britannien, die Niederlande sowie, au&szlig;erhalb Europas, Algerien und Libyen. Doch kurzfristig kann der Studie zufolge keines der L&auml;nder seine Exporte signifikant steigern. Andere Experten best&auml;tigen Bukolds Analyse: &ldquo;Freie Produktionskapazit&auml;ten sind kaum vorhanden&rdquo;, sagt Eugen Weinberg, Chef-Rohstoffanalyst der Commerzbank. &ldquo;Und ohnehin kann man die Produktion nicht von heute auf morgen steigern. Das dauert Wochen, wenn nicht Monate.&rdquo; Auch das sogenannte Liquefied Natural Gas, kurz LNG, h&auml;lt Energycomment derzeit nicht f&uuml;r eine Alternative. LNG bedeutet: Das Gas wird auf minus 164 Grad abgek&uuml;hlt und unabh&auml;ngig von Pipelines per Tankschiff transportiert. Europa bezieht schon jetzt gro&szlig;e Mengen solchen Fl&uuml;ssiggases, vor allem aus Katar und Algerien, 2012 waren es gut 63 Milliarden Kubikmeter. Die russischen Lieferungen lie&szlig;en sich per LNG dennoch nicht ersetzen. Die Terminals k&ouml;nnten noch mehr Flussiggas aufnehmen&rdquo;, sagt Weinberg. &ldquo;Aber es gibt auf dem Markt aktuell kaum kurzfristig verf&uuml;gbares LNG.&rdquo;<br>\nSollte die EU also tats&auml;chlich einen Gas-Boykott wagen oder sollte Putin wirklich das Gas abdrehen, h&auml;tte das schwerwiegende Folgen. Die deutsche Stromversorgung m&uuml;sste umgestellt werden, damit die Industrieproduktion nicht zusammenbricht. Die Gaskraftwerke decken in Deutschland zwar lediglich die Spitzenlast bei der Stromproduktion. &ldquo;Jedoch sind die Gaskraftwerke extrem wichtig, auch f&uuml;r den Spannungsausgleich&rdquo;, sagt Weinberg.Alle verf&uuml;gbaren Kohle- und &Ouml;lkraftwerke m&uuml;ssten auf Hochtouren arbeiten. Wom&ouml;glich m&uuml;ssten bereits eingemottete Atomkraftwerke wieder ans Netz.Aber Russland w&uuml;rde ja seine Gaslieferungen nie abschalten, oder? Im Jahre 2012 etwa verdiente Russland nach Berechnungen von Energycomment rund 290 Milliarden Dollar mit dem Export von Erd&ouml;l &ndash; viermal mehr als mit dem Verkauf von Gas. Zudem macht der Kreml nicht all seine Gasprofite in Europa, und mittelfristig k&ouml;nnte sich Russland f&uuml;r seine Rohstoffe auch andere Abnehmer suchen. Zudem macht der Kreml nicht all seine Gasprofite in Europa, und mittelfristig k&ouml;nnte sich Russland f&uuml;r seine Rohstoffe auch andere Abnehmer suchen. Sprich: Den Kreml w&uuml;rde ein Boykott schwer treffen, er k&ouml;nnte aber mit anderen Rohstoffen weiter Gewinne einfahren. Die EU dagegen h&auml;tte kaum eine Wahl. Sie k&ouml;nnte ihren &Ouml;l-, nicht aber ihren Gasbedarf aus anderen Quellen decken. Putin sitzt im energiewirtschaftlichen Machtpoker am l&auml;ngeren Hebel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/krim-krise-eu-koennte-russischen-gasboykott-nur-kurz-standhalten-a-960421.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Spiegel gibt sich wieder einmal sehr alarmistisch. Die Zahlen von Energycomment m&ouml;gen stimmen, aber im Artikel hei&szlig;t es z.B.: &ldquo;&hellip; mittelfristig k&ouml;nnte sich Russland f&uuml;r seine Rohstoffe auch andere Abnehmer suchen.&rdquo; Frage: Welche? Zum anderen steht im gleichen Artikel&nbsp; zu den Versorgerl&auml;ndern, Norwegen, Gro&szlig;britannien, die Niederlande: &ldquo;Und ohnehin kann man die Produktion nicht von heute auf morgen steigern. Das dauert Wochen, wenn nicht Monate.&rdquo; Also das geht noch &ldquo;mittelfristiger&rdquo; als die Umstellung bei den Russen. Vor allem aber, warum soll Russland die Gaslieferung stoppen? Putin kann verbal mit der Enteignung westlicher Firmen drohen, in der Hoffnung, dass diese zuhause Druck machen, aber mit einem Gasstopp w&uuml;rde er den Rubikon &uuml;berschreiten und seinem Land jede Entwicklungschance verbauen. So traurig dies f&uuml;r manchen sein mag, Russland bleibt wie China auf westliches Kapital und Know-how angewiesen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Ukrainische Perspektiven<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Kiews Regierung riskiert einen B&uuml;rgerkrieg<\/strong><br>\nRechtsextremisten in der Koalition, Proteste im Osten des Landes: Die provisorische Regierung hat die Lage in der Ukraine nicht unter Kontrolle. Das best&auml;tigen Experten, die der Bundesregierung zuarbeiten. Doch Premier Jazenjuk weigert sich, Konsequenzen aus seiner verfehlten Politik zu ziehen.<br>\nDie Geste des amtierenden Premierministers Arsenij Jazenjuk sollte vers&ouml;hnend wirken. Auf Russisch wandte sich der Premier in der vergangenen Woche im Fernsehen an die Bewohner der russischsprachigen Regionen im S&uuml;den und Osten.<br>\n&ldquo;Meine Frau spricht meist Russisch&rdquo;, sagte Jazenjuk und versprach den Erhalt des vom Parlament annullierten Sprachengesetzes, das den Gebrauch des Russischen regelt. Der Regierungschef offerierte vage eine &ldquo;Dezentralisierung von Macht&rdquo; mit Wahlen von B&uuml;rgermeistern und Stadtr&auml;ten &ldquo;im kommenden Jahr&rdquo;.<br>\nDoch der Appell verhallte wirkungslos. Am Wochenende demonstrierten im Osten und S&uuml;den der Ukraine erneut Tausende gegen die Kiewer Regierung und f&uuml;r Volksabstimmungen &uuml;ber den Status ihrer Regionen. Die meisten Menschen im russischsprachigen Osten der Ukraine glauben den Versprechungen des Regierungschefs einfach nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/ukraine-kiews-regierung-ist-zum-scheitern-verurteilt-a-960461.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> So treibt die Kiewer F&uuml;hrung das Land auf den Weg in einen B&uuml;rgerkrieg. Im Bundeskanzleramt und im Ausw&auml;rtigen Amt wei&szlig; man inzwischen, welche Risiken die Politik der ukrainischen &Uuml;bergangsregierung in sich birgt. Dort kursiert ein achtseitiges Dossier aus der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) mit dem Titel &ldquo;Die Ukraine inmitten der Krise&rdquo;. Die Analyse stellt den totalen Vertrauensverlust der Kiewer F&uuml;hrung im Osten des Landes fest und warnt, es gebe &ldquo;kaum Vertreter in der Regierung, mit denen sich die Mehrheit der Bewohner der &ouml;stlichen und s&uuml;dlichen Regionen identifizieren kann&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Julia Timoschenko: &ldquo;Bin bereit, dem Bastard in den Kopf zu schie&szlig;en&rdquo;<\/strong><br>\nEin mitgeschnittenes Telefonat bringt die ukrainische Politikerin Julia Timoschenko in Erkl&auml;rungsnot. Darin sagt sie, sie w&uuml;rde Putin am liebsten erschie&szlig;en und &ldquo;die verdammten Russen abknallen&rdquo;. Das Gespr&auml;ch soll am 18. M&auml;rz stattgefunden haben, kurz nach dem Referendum auf der Krim. Timoschenko best&auml;tigte auf Twitter grunds&auml;tzlich, dass es ein solches Telefonat gab. Die Frau, die nach eigenem Bekunden Julia Timoschenko ist, sagt, es sei schade, dass sie jetzt nicht &ldquo;dort&rdquo; &ndash; also in der Regierung &ndash; sei und nicht die Prozesse steuern k&ouml;nne. Dann w&uuml;rden die Russen die Krim nicht bekommen. Der Mann antwortet, er habe auch daran gedacht, wenn sie da w&auml;re, h&auml;tte vielleicht alles anders verlaufen k&ouml;nnen. &ldquo;Allerdings hatten wir kein Machtpotenzial&rdquo;, r&auml;umt er ein. &ldquo;Ich hoffe, dass ich meine Beziehungen nutzen kann. Ich werde die ganze Welt aufr&uuml;tteln, damit von diesem Russland kein St&uuml;ck verbrannte Erde &uuml;brig bleibt&rdquo;, sagt sie. &ndash; Julia Timoschenko schr&auml;nkt allerdings ein, dass das ver&ouml;ffentlichte Gespr&auml;ch manipuliert, an einer Stelle zusammengeschnitten wurde. Und zwar an der Passage, bei der es um die Russen geht, die in der Ukraine leben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article126152549\/Bin-bereit-dem-Bastard-in-den-Kopf-zu-schiessen.html\">Die Welt<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> <a href=\"http:\/\/weltnetz.tv\/video\/535\">Das Telefonat<\/a> d&uuml;rfte die Chancen der selbst im Westen der Ukraine nicht mehr unumstrittenen F&uuml;hrungsfigur vor allem bei den russischst&auml;mmigen W&auml;hlern im Osten und S&uuml;den des Landes gemindert haben, auf die es besonders in einer Stichwahl im zweiten Wahlgang ank&auml;me. Allerdings bleibt offen, ob es Putin nicht gelingt, die russischst&auml;mmigen B&uuml;rger davon abzuhalten, zur Wahl zu gehen. Eine ideale Ausgangsposition, die Wahl nicht anzuerkennen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Georgien: Unter der Flagge der EU<\/strong><br>\nIm Machtkampf um den Staateng&uuml;rtel zwischen Russland und der EU beschleunigen Berlin und Br&uuml;ssel nach ihrem Teilerfolg in der Ukraine die Einbindung Georgiens in ihr Hegemonialsystem. Das Land, dem Geostrategen hohe Bedeutung sowohl f&uuml;r die Einkreisung Russlands wie auch f&uuml;r den Zugang aus Europa nach Asien beimessen, solle bereits im Juni und damit fr&uuml;her als geplant das EU-Assoziierungsabkommen unterzeichnen, verlangt die EU. Wie im Fall der Ukraine ist auch die Eingliederung Georgiens in die deutsch-europ&auml;ische Milit&auml;rpolitik inzwischen eingeleitet worden: Das Parlament in Tbilisi hat k&uuml;rzlich beschlossen, georgische Soldaten f&uuml;r Milit&auml;r-Operationen der EU auf dem afrikanischen Kontinent zur Verf&uuml;gung zu stellen. Die Entwicklung Georgiens seit der &ldquo;Rosenrevolution&rdquo; von Ende 2003 &auml;hnelt in vieler Hinsicht der Entwicklung, der sich die Ukraine seit dem Umsturz in Kiew im Februar gegen&uuml;bersieht. Zur milit&auml;rpolitischen Eingliederung in die westlichen B&uuml;ndnissysteme gesellt sich die &Ouml;ffnung f&uuml;r ausl&auml;ndische Investoren bei gleichzeitiger Verelendung der Bev&ouml;lkerung. In Umfragen geben heute nur noch 27 Prozent der Georgier an, &uuml;ber einen &ldquo;Vollzeitjob&rdquo; zu verf&uuml;gen, der zur Sicherung ihres Lebensunterhalts gen&uuml;gt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/58832\">German-Foreign-Policy<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Freihandelsabkommen: Wagnis f&uuml;r wenig Wachstum<\/strong><br>\nBef&uuml;rworter der Transatlantischen Freihandels- und Investitionspartnerschaft werfen Kritikern Panikmache vor. Doch Erfahrungen mit vergleichbaren Abkommen zeigen: Die Warnungen sind berechtigt. Zwar seien Wohlfahrtseffekte, die sich aus einem Handelsabkommen ergeben k&ouml;nnten, zu begr&uuml;&szlig;en. Gleichwohl warnte der DGB vor &bdquo;&uuml;bertriebenen Erwartungen&ldquo;. &bdquo;Wir waren damals skeptisch&ldquo;, sagt Florian Moritz, Leiter des Referats Internationale und Europ&auml;ische Wirtschaftspolitik beim DGB-Bundesvorstand, &bdquo;und unsere Skepsis ist seitdem gewachsen.&ldquo; &Uuml;bertrieben wird in der Tat, und zwar systematisch und mitunter erstaunlich plump. So behauptet die EU-Kommission auf ihrer Internetseite, dass &bdquo;nach vollst&auml;ndiger Umsetzung dieses Abkommens (&hellip;) ein j&auml;hrliches Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent BIP&ldquo; zu erwarten sei. Abgesehen davon, dass es sich bei dem &bdquo;unabh&auml;ngigen Bericht&ldquo;, auf den sich die Kommission beruft, um eine von ihr in Auftrag gegebene Studie des Londoner Centre for Economic Policy Research (CEPR) handelt, sind die Zahlen falsch interpretiert. Bei einer sehr weitreichenden Liberalisierung erwartet das CEPR bis 2027 in der EU ein zus&auml;tzliches Wirtschaftswachstum von 0,48 Prozent &ndash; allerdings nicht j&auml;hrlich, sondern insgesamt. Das entspr&auml;che einem j&auml;hrlichen Effekt von gerade mal 0,03 Prozent. &bdquo;Die Wachstumseffekte sind klein und der Besch&auml;ftigungszuwachs winzig&ldquo;, sagt Sabine Stephan vom IMK in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. Die &Ouml;konomin hat die drei vorliegenden Studien zu den erwarteten Effekten der TTIP untersucht.<br>\nUnd was ist von der geplanten Investitionsschutzklausel zu halten? K&ouml;nnen ausl&auml;ndische Unternehmen k&uuml;nftig eine europ&auml;ische Regierung etwa wegen der Einf&uuml;hrung eines fl&auml;chendeckenden gesetzlichen Mindestlohns vor einem nicht&ouml;ffentlichen Schiedsgericht auf Schadenersatz verklagen? Derartige Verfahren sind im Kontext anderer Freihandelsabkommen l&auml;ngst Realit&auml;t. So fordert der franz&ouml;sische Mischkonzern Veolia derzeit von der &auml;gyptischen Regierung eine Kompensationszahlung von 82 Millionen Dollar wegen der Einf&uuml;hrung eines gesetzlichen Mindestlohns. Laut Statistik der UNO-Welthandels- und Entwicklungskonferenz UNCTAD steigt die Zahl sogenannter Investor-Staat-Klagen seit Mitte der 90er Jahre an. 2012 wurden 58 neue Klagen erhoben &ndash; ein neuer Rekord. Bislang wurden 512 solcher Verfahren bekannt. In 70 Prozent der F&auml;lle bekam der Investor Recht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/46154_46182.htm\">Magazin Mitbestimmung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Bertelsmann zur Globalisierung : Der Kuchen und seine Verteilung &ndash; oder: Fluch und Segen der Globalisierung<\/strong><br>\nLaut einer Studie von Bertelsmann z&auml;hlt Deutschland zu den gr&ouml;&szlig;ten Gewinnern<br>\nDie Globalisierung genie&szlig;t im Lande nicht den besten Ruf. Mit der fortschreitenden Verflechtung der Weltwirtschaft und wachsender Konkurrenz auf den internationalen M&auml;rkten wurden die viel kritisierten Reformen der Agenda 2010 begr&uuml;ndet. Entweder Deutschland stelle sich der Globalisierung oder es werde globalisiert, lie&szlig; Gerhard Schr&ouml;der w&auml;hrend seiner Kanzlerschaft wissen. Die Globalisierung wurde zum Schreckgespenst. Und sie blieb es, als die Pleite einer nordamerikanischen Bank die Weltwirtschaftskrise ausl&ouml;ste. In j&uuml;ngerer Vergangenheit sch&uuml;rte das enorme Wachstum gro&szlig;er Schwellenl&auml;nder, die Angst, der Westen k&ouml;nnte alsbald von China, Brasilien oder Indien &uuml;berfl&uuml;gelt werden.\n<p>Dabei tr&auml;gt die Globalisierung das Buhmann-Image zu Unrecht, jedenfalls was die Folgen f&uuml;r Deutschland anbelangt. Einer Studie des Prognos-Instituts im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung zufolge z&auml;hlt die Bundesrepublik n&auml;mlich zu den gr&ouml;&szlig;ten Globalisierungsgewinnern &uuml;berhaupt: In einem Vergleich von 42 Staaten liegt Deutschland auf Platz vier. Nur Japan, D&auml;nemark und Finnland profitierten in noch gr&ouml;&szlig;erem Ma&szlig;e von der Globalisierung.<br>\nQelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/globalisierung-fluch-und-segen-der-globalisierung,1472780,26648340.html\">FR<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Klar, Deutschland hat mit Lohndumping und Sozialabbau die anderen L&auml;nder niederkonkurriert und damit von der Globalisierung am meisten profitiert. Die Globalisierung war wiederum der argumentative Hebel um Lohnk&uuml;rzungen, prek&auml;re Arbeit und Sozialabbau durchzusetzen. Wenn nun das Jahreseinkommen gewachsen ist, muss man immer auch fragen, wessen Einkommen gewachsen ist. Der Durchschnitt sagt gar nichts.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Neue Berechnung des BIP: Kiffen f&uuml;r die Konjunktur<\/strong><br>\nN&auml;chstes Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt, das den Wert aller innerhalb eines Jahres hergestellten Waren und Dienstleistungen misst, noch weiter zulegen. Nicht nur, weil die Konjunktur besser laufen soll und die Forschungsinstitute ein Wachstum von mehr als zwei Prozent voraussagen. Grund ist vielmehr auch, dass k&uuml;nftig Drogenh&auml;ndler und Zigarettenschmuggler die Wirtschaftsleistung erh&ouml;hen. Die Europ&auml;ische Union (EU), die die methodischen Vorgaben f&uuml;r die sogenannte volkswirtschaftliche Gesamtrechnung erstellt, will es so. Erwirtschaftet ist nun einmal erwirtschaftet. Zugleich werden die Ausgaben f&uuml;r Forschung und Entwicklung neu verbucht: Bislang galten sie als Vorleistungen, die von der Wertsch&ouml;pfung abzuziehen sind. K&uuml;nftig gelten sie als Investition und steigern damit das BIP. Das gilt auch f&uuml;r Milit&auml;rg&uuml;ter: Kauft ein Land neue Panzer oder Raketen, wird dies nun als Investition gewertet &ndash; &ldquo;ungeachtet ihres destruktiven Potenzials&rdquo;, wie das Statistische Amt der EU, Eurostat, feststellt. Insgesamt k&ouml;nnte das Bruttoinlandsprodukt durch die Umsetzung der EU-Vorgaben um drei Prozent h&ouml;her ausfallen, rechnet das Statistische Bundesamt vor. Der Gro&szlig;teil des Anstiegs d&uuml;rfte dabei darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sein, dass Forschung und Entwicklung als eigenst&auml;ndige Wertsch&ouml;pfung angesehen werden. Was auf den Drogenhandel und Tabakschmuggel entf&auml;llt, sagen die Statistiker vorerst nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/neue-berechnung-des-bip-kiffen-fuer-die-konjunktur-1.1921011\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Was bei Forschung und Entwicklung sinnvoll erscheint, ist bei Milit&auml;rg&uuml;tern und Drogen recht fragw&uuml;rdig. Je friedlicher und weniger kriminell ein Land umso geringer sein BIP im Vergleich. Die EU-Mitgliedsl&auml;nder freut es: Alle Quoten im Verh&auml;ltnis zum BIP sinken, so auch die viel beachteten Schuldenquoten. Und Deutschland darf eine geringere Exportquote melden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Geldw&auml;sche und Diktatoren: Was sind Europas Gesetze wert?<\/strong><br>\nAls alles zu sp&auml;t war, sollte es schnell gehen. Am 5. M&auml;rz, elf Tage nach der Flucht des gest&uuml;rzten ukrainischen Pr&auml;sidenten Viktor Janukowitsch, hielten es die Finanzminister der EU doch noch f&uuml;r angebracht, ihm und seinen Komplizen &bdquo;ab sofort&ldquo; die Konten in Europa zu sperren und ihre Besitzt&uuml;mer zu beschlagnahmen. 37 Milliarden Euro, zwei Drittel eines Jahresbudgets der Ukraine, seien aus der Staatskasse w&auml;hrend Janukowitschs Amtszeit gestohlen worden, hatte die &Uuml;bergangsregierung enth&uuml;llt. Dumm nur, dass auf den bekannten Konten der R&auml;uber kaum noch etwas zu holen ist. Nicht nur verga&szlig;en die EU-Dilettanten die Namen der Ehefrauen all jener Janukowitsch-Freunde auf die Liste der Personen zu setzen, deren Besitz &bdquo;eingefroren&ldquo; werden sollte. Zudem hatten diese wochenlang Zeit, ihre Beute in neue Verstecke zu verschieben. So wird einmal mehr, wie schon im Fall Mubarak (&Auml;gypten) oder Ben Ali (Tunesien), mit dem Sturz eines Kleptokraten peinlich deutlich, was Europas Gesetze zur Bek&auml;mpfung der Geldw&auml;sche wert sind: nichts. Eigentlich ist es europaweit einschlie&szlig;lich der Schweiz Vorschrift, dass Banken, Anw&auml;lte und Treuh&auml;nder wissen m&uuml;ssen, wer die Beg&uuml;nstigten der Unternehmen sind, f&uuml;r die sie Konten und Gesch&auml;fte f&uuml;hren. Und wann immer es den Verdacht auf einen illegalen Erwerb der Gelder gibt, m&uuml;ssen sie das den Beh&ouml;rden mitteilen, die sodann die Verm&ouml;gen gegebenenfalls beschlagnahmen sollen. F&uuml;r &bdquo;politisch exponierte Personen&ldquo;, also die Inhaber &ouml;ffentlicher &Auml;mter und deren Verwandte, gilt sogar eine &bdquo;verst&auml;rkte Sorgfaltspflicht&ldquo;. Und die Verantwortlichen wissen, was zu tun ist. Schlie&szlig;lich hat die OECD erst im Dezember das Kontrollregime gepr&uuml;ft &ndash; mit vernichtendem Ergebnis. Demnach h&auml;lt keines der 34 Mitgliedsl&auml;nder die selbst beschlossenen Regeln ein. Seitdem ist in der EU nichts passiert. Schuld daran ist aber nicht etwa Gro&szlig;britannien, das Mutterland aller Geldw&auml;scher. Cameron hat sogar versprochen, das Vorhaben auch auf den Kanalinseln und in der Karibik durchzusetzen. Nein, es war Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble, der im EU-Ministerrat sein Veto einlegen lie&szlig; und so eine Mehrheit verhinderte. Die Begr&uuml;ndung lautet, ein solches Register erlaube es den Banken, sich vor ihren Pr&uuml;fpflichten zu dr&uuml;cken. Eine absurde Verdrehung: An den Pflichten der Banken w&uuml;rde sich gar nichts &auml;ndern. &ndash; Die Vermutung, es gehe in Wahrheit darum, den Superreichen weiterhin zu erlauben, ihren Besitz vor der &Ouml;ffentlichkeit zu verstecken, ist nat&uuml;rlich eine b&ouml;se Unterstellung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/geldwaesche-und-diktatoren-was-sind-europas-gesetze-wert\/9623816.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Steuerflucht<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Neue Zweifel an Hoene&szlig;&rsquo; Aussagen <\/strong><br>\nPers&ouml;nliche Anweisung jedes Gesch&auml;fts, &ldquo;Backuped Deals&rdquo; und ein Schnellverfahren: Ein Schweizer Magazin berichtet &uuml;ber weitreichende Zweifel an Hoene&szlig;&rsquo; Version des Falls.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2014-03\/uli-hoeness-prozess-offene-fragen\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Wolfgang Porsche &ndash; Wie gelingt es, steuerfrei auszuwandern?<\/strong><br>\nWill Wolfgang Porsche sein Verm&ouml;gen dem Zugriff des deutschen Fiskus entziehen und so hunderte Millionen Euro Steuern sparen? Dokumente aus dem Finanzministerium legen das nahe. &Uuml;ber die M&uuml;hen ebenso kreativer wie legaler Steuergestaltung&hellip;<br>\nSchlie&szlig;lich h&auml;lt er erhebliche mittelbare Beteiligungen unter anderem an Porsche und VW sowie an Scania, MAN und Europcar, einst geb&uuml;ndelt in einer deutschen GmbH.<br>\nDer Verkehrswert der Beteiligungen liegt Sch&auml;tzungen zufolge bei mehr als einer Milliarde Euro. Diese sollen nun &ndash; gesellschaftsrechtlich geschickt verpackt &ndash; nach &Ouml;sterreich transportiert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/recht-steuern\/wie-wolfgang-porsche-steuerfrei-auswandern-will-12852571.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">FAZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Equal Pay Day: Der nicht so kleine Unterschied<\/strong><br>\nIn Deutschland ist der sogenannte Gender Pay Gap einer der gr&ouml;&szlig;ten in Europa. Nach den j&uuml;ngsten Zahlen der EU-Kommission liegt er hierzulande bei 22,4 Prozent, im europ&auml;ischen Durchschnitt hingegen bei 16,4 Prozent. Ein F&uuml;nftel weniger als M&auml;nner haben Frauen im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2013 verdient &ndash; bei gleicher Arbeitszeit. Besonders gro&szlig; ist der Lohnabstand bei &auml;lteren Besch&auml;ftigten. Das Ausma&szlig; der Entgeltungleichheit steigt mit dem Alter der Besch&auml;ftigten, zeigt die Auswertung: Bei Frauen zwischen 25 und 30 Jahren betrug es im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2013 rund 13 Prozent, bei Frauen zwischen 36 und 40 Jahren 19, zwischen 51 und 55 Jahren gut 21 Prozent und in der Altersgruppe der 61- bis 65-J&auml;hrigen sogar 28 Prozent. Fast &uuml;ber das gesamte Berufsspektrum liegen die Frauengeh&auml;lter unter denen der M&auml;nner. So verdienten Krankenschwestern im vergangenen Jahr 9 Prozent weniger, Diplom-Kauffrauen und -Betriebswirtinnen 13 und K&ouml;chinnen 21 Prozent. Zahntechnikerinnen hatten sogar 27 Prozent weniger als ihre Kollegen. Nur bei Informatikerinnen lag das Einkommen 3 Prozent h&ouml;her. Auch bei Sonderzahlungen sind M&auml;nner im Vorteil: Fast 57 Prozent gaben in der Befragung an, 2013 Weihnachtsgeld erhalten zu haben, Frauen dagegen nur zu rund 51 Prozent. Die H&auml;lfte der Arbeitnehmer bekam Urlaubsgeld, jedoch nur 38 Prozent der Arbeitnehmerinnen. Auch konnte sich ein F&uuml;nftel der M&auml;nner &uuml;ber eine Gewinnbeteiligung freuen, aber lediglich ein Zehntel der Frauen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/46188_46213.htm\">B&ouml;ckler Impuls<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ausgerechnet die Bundesrepublik, ausgerechnet bei den Arbeitnehmerrechten, hat die Kernnormen der ILO zwar ratifiziert, hinkt aber relativ zu vergleichbaren L&auml;ndern bei einer Kernnorm deutlich hinterher: &ldquo;Gleicher Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit von Mann und Frau.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Besch&auml;ftigtenzahl im &ouml;ffentlichen Dienst<\/strong><br>\nDie Zahl der Besch&auml;ftigten im &ouml;ffentlichen Dienst ist von Mitte 1995 bis Mitte 2012 um mehr als eine dreiviertel Million zur&uuml;ckgegangen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (18\/780) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18\/656) hervor. Danach sank die Zahl der Besch&auml;ftigten im &ouml;ffentlichen Dienst von gut 5,37 Millionen Ende Juni 1995 kontinuierlich auf knapp 4,51 Millionen Ende Juni 2008, um anschlie&szlig;end wieder auf fast 4,62 Millionen Ende Ende Juni 2012 anzusteigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2014_03\/2014_153\/03.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Schr&ouml;der, Riester, M&uuml;ntefering: Die Demontage der Rente<\/strong><br>\nEindeutig zu kurz greift jedoch die Rente mit 63. Wer 45 Beitragsjahre auf dem Buckel hat, soll demn&auml;chst mit 63 Jahren eine abschlagsfreie Rente erhalten. Nahles will damit diejenigen belohnen, &bdquo;die sich reingeh&auml;ngt und angestrengt haben&ldquo;. Es gibt jedoch Millionen anderer, die das auch gerne getan h&auml;tten. Es war ihnen aber nicht verg&ouml;nnt, da sie k&ouml;rperlich oder seelisch dazu nicht in der Lage waren, da sie in einer Region mit hoher Arbeitslosigkeit lebten oder da sie aufgrund einer Insolvenz ihres Arbeitgebers im h&ouml;heren Alter ihren Job verloren und keinen neuen gefunden hatten. F&uuml;r sie &auml;ndert sich nichts. Gute Sozialpolitik sieht anders aus.<br>\nBetrachtet man die Rentenpolitik &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum, ist das neue Rentenpaket lediglich ein Sammelsurium von &bdquo;Notreparaturen&ldquo;. Diese Notreparaturen k&ouml;nnen nur notd&uuml;rftig die Besch&auml;digungen verdecken, die der gesetzlichen Rentenversicherung durch die gro&szlig;e Rentenreform des ersten rot-gr&uuml;nen Kabinetts unter Gerhard Schr&ouml;der, die heute verk&uuml;rzt unter dem Namen &bdquo;Riesterrentenreform&ldquo; firmiert, zugef&uuml;gt wurden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/maerz\/schroeder-riester-muentefering-die-demontage-der-rente\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Hochschulen: Leidensf&auml;higer Nachwuchs<\/strong><br>\nIn gewisser Weise erforscht Wiebke Esdar ihr eigenes Leben. &bdquo;Zielkonflikte von Nachwuchswissenschaftlern&ldquo; lautet die Leitfrage ihrer Dissertation, die auf die Lage Hunderttausender Wissenschaftler in Deutschland passt. Das wesentliche Ergebnis: Mehr als acht von zehn erleben derartige Zielkonflikte in der Frage, was zuerst zu tun ist, sechs von zehn f&uuml;hlen sich dadurch belastet. Mehr Arbeitszeit ist dabei beim besten Willen nicht drin. Eine Vollzeitstelle an der Uni umfasst laut Esdars Erhebung bereits heute 49 Stunden, eine Teilzeitstelle bis zu 40 Stunden. Zeigen sich die Nachwuchswissenschaftler ob ihrer Lage wenigstens entsetzt? Nein, sagt die Bielefelder Psychologin, &bdquo;Wissenschaftler sind &Uuml;berzeugungst&auml;ter. Und wer in der Wissenschaft Karriere machen m&ouml;chte, setzt alles auf eine Karte &ndash; und nimmt viel in Kauf.&ldquo; Das f&uuml;hrt in vielen F&auml;llen dazu, dass die Doktoranden in Deutschland &ndash; von ver.di in einer Studie 2010 treffend &bdquo;Dr. Prek&auml;r&ldquo; getauft &ndash; in ebenso unsicheren wie &uuml;berfrachteten Arbeitsverh&auml;ltnissen promovieren. In Zeiten doppelter Abiturjahrg&auml;nge und eines anhaltenden Trends zur Akademisierung &uuml;bernehmen sie einen Gro&szlig;teil der Arbeit an den Universit&auml;ten; die Zahl der Professoren steigt trotz immer mehr Studierender kaum. Doktoranden halten Vorlesungen und Seminare, korrigieren Klausuren und betreuen Hausarbeiten und Tutorien. Auch ein gro&szlig;er Teil der B&uuml;rokratie an den Lehrst&uuml;hlen lastet auf ihren Schultern &ndash; zumeist, wie bei Wiebke Esdar, in Teilzeitjobs, die eigentlich der wissenschaftlichen Qualifizierung dienen sollen. Ohne eine Stelle an der Uni fehlt auch denen, die ein Stipendium haben, die Anbindung an ein Institut. Auch m&uuml;ssen sie sich ohne Arbeitgeber selbst krankenversichern, was die monatliche F&ouml;rdersumme im Schnitt um mehr als 200 Euro schrumpfen l&auml;sst. Fast zwei Drittel der rund 200&#8198;000 Doktoranden bundesweit arbeiten an einer Hochschule. Allerdings ist die Laufzeit ihrer Stellen, fand &bdquo;Dr. Prek&auml;r&ldquo; 2010 heraus, im Schnitt nur halb so lang, wie ihre Promotion dauert. &hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/46154_46180.htm\">Magazin Mitbestimmung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Rot-Rot-Gr&uuml;n wird torpediert<\/strong><br>\nDas Verh&auml;ltnis zwischen SPD, Linkspartei und Gr&uuml;nen wird immer schlechter. Das liegt auch daran, dass die Sozialdemokraten die Ann&auml;herung nicht wirklich wollen.<br>\nUm mit der SPD zu beginnen: Der &Ouml;ffnungsbeschluss ihres Leipziger Parteitags vom November, der prinzipiell Koalitionen fast aller Art vorsieht, erweist sich mehr und mehr als Beruhigungspille f&uuml;r den linken Parteifl&uuml;gel&hellip;<br>\nLinke und Gr&uuml;ne k&ouml;nnten schon etwas &ouml;fter Verst&auml;ndigung &uuml;ben. Stattdessen giften sich Spitzenvertreter beider Parteien gegenseitig so heftig an, dass es den Regierenden eine Freude ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2014-03\/rot-rot-gruen-verhaeltnis-schlecht\">Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Einblicke in die verborgene Ein&ouml;de der griechischen Krise<\/strong><br>\nDie &ouml;konomischen Auswirkungen der Krise auf Griechenland sind gut dokumentiert. Die im Jahr 2008 einsetzende Rezession hat dazu gef&uuml;hrt, dass das griechische BIP um ein Viertel schrumpfte, w&auml;hrend die Arbeitslosigkeit auf &uuml;ber 27 Prozent anstieg. Auch Versuche einer finanziellen Konsolidierung haben viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ein allgemeines  Regierungsdefizit von 15,6 Prozent im Jahr 2009 wurde im Jahr 2013 in einen kleinen &Uuml;berschuss verwandelt. Dies war eine der sch&auml;rfsten Anpassungen, die die Welt je gesehen hat.\n<p>Was jedoch oft unbemerkt bleibt, sind die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Menschen und ihr allt&auml;gliches Leben. Diese sozialen Kosten der Krise bleiben oft auch Besuchern und Beobachtern verborgen. Doch sie lauern hinter den Bildern anscheinend entspannt im Sonnenschein Kaffee trinkender Athener, oder hinter zumindest scheinbar sorgenfreien Inselbewohnern, die mit dem zweiten oder dritten Glas Ouzo ansto&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/rubriken\/europaeische-integration\/artikel\/die-dunkelsten-untiefen-sind-die-gedanken-der-menschen-323\/\">Internationale Politik und Gesellschaft IPG<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Kommunalwahl in Frankreich: Front National feiert sich als dritte Kraft<\/strong><br>\nDass landesweit 4,7 Prozent der Franzosen ihr Kreuz beim FN gemacht haben, klingt wenig &ndash; ist aber ein gro&szlig;er Erfolg f&uuml;r die Rechtsextremen. Denn sie haben diese Stimmen in lediglich 600 von mehr als 36.000 St&auml;dten und Gemeinden geholt. In 315 davon sind sie nun in der Stichwahl, in einigen St&auml;dten &ndash; etwa in Avignon, Beziers und Perpignan &ndash; sogar als Erstplatzierte. Zudem konnten die Rechtsextremen, obwohl die Wahlbeteiligung &auml;u&szlig;erst niedrig war, &uuml;berdurchschnittlich viele Anh&auml;nger mobilisieren. Zu Hause geblieben sind vor allem linke W&auml;hler, die von der Politik des sozialistischen Pr&auml;sidenten Hollande entt&auml;uscht sind. Auch die Konservativen konnten nicht so stark zulegen, wie sie es erhofft hatten. Dass viele Franzosen kein Problem mehr damit haben, eine rechtsextreme Partei zu w&auml;hlen, hat der Front National vor allem seiner Parteichefin zu verdanken, die seit ihrer Wahl 2011 ihr Projekt der Entd&auml;monisierung des FN erfolgreich vorangetrieben hat. &ndash; Die Parti Socialiste hat dazu aufgerufen, am kommenden Sonntag wieder eine &ldquo;republikanische Front&rdquo; zu bilden, um zu verhindern, dass auch nur ein einziger weiterer FN-Kandidat B&uuml;rgermeister wird. Der UMP-Vorsitzende Fran&ccedil;ois Cop&eacute; hat dies jedoch bereits mit den Worten abgelehnt, man werde seine Anh&auml;nger niemals dazu aufrufen, f&uuml;r den Front National zu stimmen &ndash; das gleiche werde man aber auch nicht f&uuml;r die Sozialisten tun. Marine Le Pen sieht also einem erneuten Erfolgssonntag entgegen. Von den 315 Kandidaten, die es in die Stichwahl geschafft haben, d&uuml;rften sich einige durchsetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/kommunalwahl-in-frankreich-front-national-feiert-sich-als-dritte-kraft-1.1920385\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Berichterstattung &uuml;ber den Riesenerfolg der Front National erscheint doch vor dem Hintergrund, dass sie nach der Stichwahl in allerh&ouml;chstens 15 Rath&auml;usern den&nbsp; B&uuml;rgermeister stellen wird, etwas &uuml;bertrieben. Die Skandale der Rechten und die Unf&auml;higkeit der Sozialisten entt&auml;uschen, frustrieren. Deshalb bilden die Nichtw&auml;hler auch die gr&ouml;&szlig;te Gruppe. Dass 20 Prozent der Bev&ouml;lkerung bei der Europawahl f&uuml;r einen Austritt aus dem Euroraum, ja der EU votieren werden, beruht auf Umfragen, <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/2.220\/kommunalwahlen-in-frankreich-gefaehrliche-marine-le-pen-1.1918451\">deren Fragestellung man doch lesen m&ouml;chte<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Afghanische Helfer der Bundeswehr: Komplizen der Ungl&auml;ubigen<\/strong><br>\nBis Ende 2014 werden die letzten Bundeswehrsoldaten Afghanistan verlassen haben. Zur&uuml;ck bleiben die meisten ihrer einheimischen Mitarbeiter, die in ihrer Heimat um ihr Leben f&uuml;rchten m&uuml;ssen. &ndash; Die Hilfsorganisation Pro Asyl beklagt das b&uuml;rokratische Verfahren. Inzwischen haben etwa 600 &ldquo;Ortskr&auml;fte&rdquo; die Ausreise nach Deutschland beantragt, nach j&uuml;ngsten Zahlen des Innenministeriums sind erst 56 von ihnen hier, dazu ihre Angeh&ouml;rigen. 265 Personen wurde die Aufnahme zugesagt, mehr als die H&auml;lfte abgelehnt. Beteiligt sind neben der Bundeswehr die Ministerien des Inneren, des &Auml;u&szlig;eren, die Sicherheitsbeh&ouml;rden, das Bundesamt f&uuml;r Migration und das Bundesland, das den Bewerber aufnehmen soll. Ein Gro&szlig;teil der Verhandlungen dreht sich darum, wer die Kosten &uuml;bernehmen soll. Viele scheitern an den Aufnahmekriterien. Das sei, sagt ein weiterer Offizier in Masar, &ldquo;der schwache Punkt in unserem System: Wie definieren wir Gef&auml;hrdung?&rdquo; Schnell geht es, wie bei Bagir, bei Stufe eins: konkreter Gef&auml;hrdung, inzwischen auch bei Stufe 2, latenter Bedrohung. Und dann sind da die vielen Mitarbeiter der Stufe 3, bei denen keine aktuelle Gef&auml;hrdung festgestellt wird. Was aber, wenn die M&ouml;rder ohne Vorwarnung zuschlagen, das Opfer v&ouml;llig ahnungslos ist wie vielleicht in Kundus? &ldquo;Sollte es einen weiteren Toten geben&rdquo;, sagt der Offizier, &ldquo;dann sind all diese weltfremden Formalit&auml;ten v&ouml;llig wertlos.&rdquo; Dieses System wurde in deutschen Ministerien erdacht, fern von Menschen, die wirklich in Gefahr sind.<br>\nDer hohe Offizier geht davon aus, dass die etwa 600 Antr&auml;ge auf Ausreise nach Deutschland erst der Anfang sind. Er rechne damit, dass &ldquo;einige tausend Menschen&rdquo; es versuchen werden, und keineswegs ohne Grund. Denn in der Statistik tauchen nur jene Ortskr&auml;fte auf, die bei den Deutschen formell angestellt waren. Aber da sind ja noch die anderen. Die Kleinunternehmer, die mit ihrem Lastwagen G&uuml;ter f&uuml;r die Nato transportieren; die Mitarbeiter der W&auml;scherei, der Entsorgungsfirmen, praktisch jeder, der f&uuml;r die Fremden gearbeitet und von ihnen gelebt hat, ob nun wegen des Geldes oder aus Idealismus. Die Taliban, so hei&szlig;t es in Sicherheitskreisen, d&uuml;rften wohl kaum danach fragen, in welcher Rechtsform der &ldquo;Verr&auml;ter&rdquo; im Dienste der &ldquo;Gottlosen und Kreuzritter&rdquo; stand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/afghanische-helfer-der-bundeswehr-komplizen-der-unglaeubigen-1.1913200\">SZ<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ganz gro&szlig; waren wir (all diejenigen, die die Regierung Schr&ouml;der gew&auml;hren lie&szlig;en) in der B&uuml;ndnistreue zu den USA, aber bei denjenigen, die uns real geholfen haben, sind wir engherzig, treulos und feige.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: State Building: &bdquo;Unbezahlbar und unrealistisch&ldquo;<\/strong><br>\nDie internationalen Interventionen der letzten zehn Jahre sind gescheitert. Von den eigentlichen Problemen haben sie nur abgelenkt&hellip;<br>\nUnter der &Uuml;berschrift &bdquo;Die neue Landkarte des Pentagon&ldquo; warnte Barnett vor einer immer enger vernetzten Welt, in der von der Globalisierung abgekoppelte &bdquo;gescheiterte Staaten&ldquo; die gr&ouml;&szlig;te Bedrohung darstellten. Barnett zog die plausible Schlussfolgerung, dass die Vereinigten Staaten auf diese Situation mit einer globalen State Building Kampagne reagieren sollten&hellip;<br>\nHeute wird jedoch immer deutlicher, dass dieser Ansatz eine strategische Ablenkung war. Denn schwache Staaten stellen weder f&uuml;r die Vereinigten Staaten noch f&uuml;r Europa eine kritische Bedrohung dar&hellip;<br>\nDie Vereinigten Staaten, Deutschland und andere haben sich nun mehr als ein Jahrzehnt lang bem&uuml;ht, einen Rechtsstaat in Afghanistan zu errichten. Dennoch sind die Ergebnisse &uuml;berschaubar, denn lokale Politik und soziokulturelle Normen haben die Bem&uuml;hungen externer Technokraten konterkariert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/kommentar\/artikel\/state-building-unbezahlbar-und-unrealistisch-324\/\">Internationale Politik und Gesellschaft IPG <\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Rezension: Thomas Piketty: Alles zum Kapital. Die Lust am Umverteilen<\/strong><br>\nDas Buch ist lesenswert und gut verst&auml;ndlich, enth&auml;lt aber zu viele Wiederholungen. Ein Kernst&uuml;ck bildet das umfangreiche Datenmaterial zur Entwicklung der Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung in f&uuml;hrenden Industriel&auml;ndern und zum Verh&auml;ltnis von Kapital- zu Arbeitseinkommen. Demnach sind die Ungleichheiten von etwa 1910 bis 1970 deutlich gesunken, seither aber vielerorts stark gestiegen und haben sich nun zum Teil wieder dem vor dem Ersten Weltkrieg beobachteten Niveau gen&auml;hert. Ein Zahlenbeispiel aus den USA illustriert dies: Demnach vereinigte das oberste Prozent der Einkommensbez&uuml;ger 1910 etwa 18% aller Einkommen auf sich, bis 1970 fiel dieser Anteil auf 8%, 2010 waren es wieder fast 18%. In Kontinentaleuropa, auch in der Schweiz, haben die Spitzeneinkommen in den letzten Jahrzehnten allerdings deutlich weniger stark zugelegt. Eine Kernbotschaft des Autors lautet: Wenn die Kapitalrendite &uuml;ber dem Wirtschaftswachstum liegt (was meistens der Fall sei), wird der Kapitalstock im Verh&auml;ltnis zur Arbeit laufend wichtiger, und die Ungleichheiten nehmen zu. Der weltweite Kapitalstock fiel laut Piketty ab 1910 von 500% der Wirtschaftsleistung auf unter 300% bis 1950, &uuml;berstieg bis 2010 wieder die 400% und werde bis 2060 wohl auf &uuml;ber 600% steigen. Wie einst Marx sieht Piketty im Kapitalismus fast eine inh&auml;rente Tendenz zu wachsenden Ungleichheiten. Die 30 Jahre mit dem hohen Wirtschaftswachstum nach dem Zweiten Weltkrieg betrachtet er als Sonderfall. Umstritten sind vor allem Pikettys Prognosen und Folgerungen. Wer Voraussagen f&uuml;r 2060 wagt, ist auf wackligem Grund. So w&auml;re es gut m&ouml;glich, dass bei weiter wachsendem Kapitalstock die Kapitalrenditen entgegen der Prognose sinken. Pikettys politische Forderungen erfreuen die Linke und stossen die Rechte ab: hohe Spitzensteuers&auml;tze auf Einkommen (&uuml;ber 80%) und Verm&ouml;gen (10% f&uuml;r Milliard&auml;re), hohe Erbschaftssteuern und in stark verschuldeten Staaten zus&auml;tzlich eine einmalige Verm&ouml;genssteuer zum Schuldenabbau (beispielsweise 20% ab 5 Mio. &euro; Verm&ouml;gen).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/startseite\/die-lust-am-umverteilen-1.18256240\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Was die NZZ-Rezension verschweigt, ist der soziologische Aspekt, auf den Paul Krugman in <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/03\/24\/opinion\/krugman-wealth-over-work.html?_r=0\">seiner Rezension<\/a> des &ldquo;wichtigsten &ouml;konomischen Buches des Jahres &ndash; und vielleicht des Jahrzehnts&rdquo; Wert legt.  Thomas Piketty betone, dass wir auf dem Weg zur&uuml;ck zu einem &ldquo;patrimonial capitalism&rdquo; seien, in dem die Kommandoh&ouml;hen der Wirtschaft nicht nur von Reichtum, sondern auch von geerbten Verm&ouml;gen beherrscht w&uuml;rden, in dem Geburt mehr z&auml;hle als M&uuml;he und Talent. Piketty r&auml;ume ein, dass wir noch nicht so weit sind. Aber sechs der zehn reichsten Amerikaner sind bereits Erben statt self-made-Unternehmer, und die Kinder der heutigen Wirtschaftselite starten aus einer Position eines immensen Privilegs. Wie Mr. Piketty feststelle, sei das Risiko einer Drift in Richtung Oligarchie real und biete kaum Anlass zum Optimismus. Der NZZ-Rezensent wirft Piketty vor, dass bei ihm die Geldverschwendung des Staates keine Rolle spielten w&uuml;rde oder &ldquo;dass liberale Prinzipien und Anreizprobleme gegen konfiskatorische Steuers&auml;tze sprechen.&rdquo; Als ob wir solche Literatur nicht im Massen h&auml;tten, ohne den geringsten Hinweis auf Verteilungsfolgen. &ndash; &ldquo;Le Capital au XXIe si&egrave;cle&rdquo; (Paris 2013) erscheint diesen Monat auf Englisch und im Fr&uuml;hjahr 2015 auf Deutsch. Eine weitere Besprechung des Buches finden Sie <a href=\"http:\/\/blogs.faz.net\/fazit\/2014\/01\/13\/buecherkiste-7die-rueckkehr-der-erben-3283\/\">in der FAZ<\/a>  und ein Portr&auml;t von Piketty verfassten Mathias Ohanian und Thomas Fricke <a href=\"http:\/\/archive.is\/20120730164844\/http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:neue-denker-3-piketty-wenn-reiche-zu-wenig-steuern-zahlen\/50095097.html?mode=print#selection-39.5-43.13\">hier<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Die Anstalt: Die Rente ist sicher &ndash; Die Geschichte gebrochener Versprechen<\/strong>\n<p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"450\" height=\"315\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/HLFk8uVFjo8\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Mit dem famosen Auftritt von Norbert Bl&uuml;m.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-21202","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21202"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21202\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21206,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21202\/revisions\/21206"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21202"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21202"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}