{"id":21256,"date":"2014-03-31T09:45:58","date_gmt":"2014-03-31T08:45:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21256"},"modified":"2024-09-24T23:46:37","modified_gmt":"2024-09-24T21:46:37","slug":"gespraech-mit-yanis-varoufakis-zur-eurokrise-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21256","title":{"rendered":"Gespr\u00e4ch mit Yanis Varoufakis zur Eurokrise &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>Am 27. November 2013 haben <strong>Roger Strassburg<\/strong> und <strong>Jens Berger<\/strong> mit dem griechischen &Ouml;konomen <strong>Yanis Varoufakis<\/strong> im Rahmen der <a href=\"http:\/\/www.utexas.edu\/lbj\/events\/2013\/eurozone\">Eurozone-Konferenz in Austin Texas<\/a> &uuml;ber die Krise in der Eurozone gesprochen. Hier der erste Teil des Gespr&auml;chs.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Roger Strassburg:<\/strong> Ich m&ouml;chte mit Ihnen &uuml;ber die Eurozone-Konferenz in Austin reden, die Sie zusammen mit James Galbraith Anfang November organisiert haben. Auf der Konferenz haben Sie ja erneut Euer &ldquo;Modest Proposal&rdquo; zur L&ouml;sung der Eurokrise vorgetragen, aber dazu erst sp&auml;ter. Bitte erz&auml;hle uns zun&auml;chst von der Konferenz und ob sich daraus Konsequenzen ergeben haben.<\/p><p><strong>Yanis Varoufakis:<\/strong> Wie Sie sicher wissen, ist die Konferenz bereits die zweite dieser Art. Die erste Konferenz fand vor etwa 2 Jahren statt, im November 2011. Das hat es uns erm&ouml;glicht zur&uuml;ckzublicken, was sich in der Zwischenzeit getan hat, ob die Ger&uuml;chte stimmen, dass die Krise in Europa ihrem Ende zugeht, oder ob das Gegenteil der Fall ist, n&auml;mlich dass die Krise sich versch&auml;rft hat. Verst&auml;ndlicherweise ist es im Rahmen so einer Konferenz nicht m&ouml;glich, zu einer einstimmigen Meinung zu kommen. Das war auch nicht der Zweck der Konferenz. Stattdessen sollten eben gerade unterschiedliche Sichtweisen auf den Verlauf Einfluss erhalten. Als ein Repr&auml;sentant der Wirtschaftspolitik war der stellvertretende Generaldirektor der OECD und ehemalige Belgische Premier Minister [2008, und Nov. 2009-Dez. 2011] Yves Leterme anwesend. Als Mitglied einer internationalen Wirtschaftsorganisation war von ihm zu erwarten, dass er &uuml;berwiegend die &lsquo;offizielle&rsquo; Linie vertritt, in der Art: &ldquo;Die Krise klingt aus, aber sie ist noch nicht weg, und es gibt noch viel zu tun.&rdquo; Aber interessanterweise ist er auch vom Pfad abgewichen: Er hat die Geschehnisse, was in den Tagen im Mai 2010 als Griechenland zu Kollabieren drohte, aus seiner Erinnerung und Erleben nacherz&auml;hlt. Das war noch bevor die Krise Irland und Portugal erreicht hat. Wie gesagt, er war zu der Zeit Premierminister von Belgien. Was er sagte, hat im Prinzip nur unsere Vermutungen best&auml;tigt, aber es war trotzdem interessant es aus erster Hand erz&auml;hlt zu bekommen, wie die Panik in der europ&auml;ischen F&uuml;hrung ausbrach und zu kurzfristigen Entscheidungen n&ouml;tigte, ohne lange planen zu k&ouml;nnen. Das erkl&auml;rt eben auch die Liste an groben Fehlern und Folgen die seitdem in den letzten vier Jahren zu beobachten sind. Ein anderes Lager vertrat die Meinung, dass die Eurozone aufgel&ouml;st werden solle, schlicht weil der politische Wille fehlt, die Probleme zu l&ouml;sen. Zu diesem Lager geh&ouml;rt auch Heiner Flassbeck. Dann hatten wir den ehemaligen Finanzminister Portugals, nach dessen Einsch&auml;tzung die gegenw&auml;rtigen Ma&szlig;nahmen wirksam sind und deswegen, trotz einiger Probleme, fortgesetzt werden sollten. Und dann gab es unsere Position, die von Stuart Holland, Jamie Galbraith und mir vorgetragen wurde: &ldquo;Der moderate Weg zur L&ouml;sung der Eurokrise&rdquo; [&ldquo;The Modest Proposal for the Resolution of the Euro Crisis&rdquo;]. Unsere These ist, dass das Fortsetzen der gegenw&auml;rtige Ma&szlig;nahmen unausweichlich zu einer Aufl&ouml;sung der Eurozone f&uuml;hrt. Aber es gibt M&ouml;glichkeiten, das zu verhindern. Die n&ouml;tigen Schritte setzen noch nicht einmal die Handlungsbereitsschaft der Nationalstaaten voraus. So wie die Krise verl&auml;uft, ist ein mehr an F&ouml;deralismus (beispielsweise die Schaffung einer Art Euro Notenbank) weder f&uuml;r die Geberstaaten noch f&uuml;r die Staaten mit Defizit erstrebenswert. Unsere Argumentation ist aber auch, dass mehr F&ouml;deralismus gar nicht n&ouml;tig ist, um die Eurozone mit den notwendigen Institutionen und Ma&szlig;nahmen zu versorgen, und ihre Aufl&ouml;sung abzuwenden. Diese Institutionen existieren bereits. Sie m&uuml;ssen nur auf eine vern&uuml;nftigere Art und Weise eingesetzt werden. Also, das waren kurz zusammengefasst die Positionen, die auf unserer Austin Eurozone Conference vertreten wurden. Ich muss sagen, es war eine &uuml;beraus spannende Konferenz.<\/p><p><strong>Jens Berger:<\/strong> Das &ldquo;Modest Proposal&rdquo; haben Sie zusammen mit Stuart Holland und Jamie Galbraith entworfen. Ich pers&ouml;nlich mag den Vorschlag wegen seiner realistischen L&ouml;sungen f&uuml;r die Euro Krise. K&ouml;nnen Sie bitte unseren Lesern die Grundlagen des &ldquo;Modest Proposal&rdquo; erkl&auml;ren? Wahrscheinlich sind nur wenige unserer Leser damit vertraut.<\/p><p><strong>Yanis Varoufakis:<\/strong> Was macht das &ldquo;Modest Proposal&rdquo; zu einem moderaten, gangbaren Weg die Eurokrise zu l&ouml;sen? Unser Vorschlag sieht nicht vor, neue, komplexe Institutionen oder Mechanismen zu schaffen. Auf solche Mechanismen kann man sich eh nur schwierig einigen. Was wir insbesondere vorschlagen, bedarf keiner &Auml;nderungen bestehender Vertr&auml;ge, und L&auml;nder mit &Uuml;bersch&uuml;ssen wie z.B. Deutschland, Holland, oder &Ouml;sterreich m&uuml;ssen auch nicht f&uuml;r die Schulden anderer L&auml;nder garantieren. Stattdessen gen&uuml;gt es, die bereits existierenden Institutionen und Mechanismen auf eine andere Art und Weise einzusetzen. Das kann und soll im Rahmen bestehender Vertr&auml;ge geschehen. Im Wesentlichen gibt es vier Bereiche, vor denen die Krise ausging, und in denen sie auch immer noch sich abspielt. Diese vier Bereiche sind: a) Krise der Banken, b) Staatsschulden, c) Europaweiten Produktivit&auml;tsverlust &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum und d) Humanit&auml;re Missst&auml;nde wegen 4 Jahren des Zauderns (starker Anstieg der Armut, sogar Hunger, in einigen Staaten mit Defizit). Nachdem wir diese vier Bereiche identifiziert haben, ist unser Vorschlag, die Probleme auf europ&auml;ischer Ebene anzugehen. Es soll ohne weitere Reduzierung der Souver&auml;nit&auml;t der Nationalstaaten und ohne Garantieverpflichtungen geschehen. Garantien sind beispielsweise mit der Regierung in Berlin eh nicht auszuhandeln. <\/p><p>Lassen wir uns die vier Bereiche der Reihe nach besprechen.<\/p><p>Fangen wir mit der Bankenkrise an. Die fatale Abh&auml;ngigkeit der insolventen Banken und den insolventen Staaten darf auf keinen Fall weiter bestehen. Wir m&uuml;ssen diese &ldquo;t&ouml;dliche Umarmung&rdquo; aufbrechen. Die europ&auml;ische F&uuml;hrung hat das im Juni 2012 realisiert, als Mario Monti (damals Italienischer Premier Minister) diese Angelegenheit auf die Agenda gebracht hat. Die &Uuml;bereinkunft war, dass die L&ouml;sung aus einer Bankenunion bestehen m&uuml;sste. Aber kurz nachdem das prinzipiell entschieden war, begann Deutschland diesen Konsens aufzuweichen. Angef&uuml;hrt wurde die Entkernung des Konzeptes einer Bankenunion durch Herrn Sch&auml;uble. In einem Artikel der Financial Times im August 2012, wird er zitiert, dass die ECB nicht realistisch 6000 Banken &uuml;berwachen k&ouml;nne. Au&szlig;erdem stellt er eine gegenseitige Haftung f&uuml;r Verluste in Frage. Er malt das Bild an die Wand, wie deutsche Steuerzahler die Zeche der Spanischen und Italienischen Banken zahlen. Diese ganze Geschichte l&auml;sst sich resigniert folgenderma&szlig;en zusammenfassen: Es hat zwei Jahre gedauert, bis sich die EU auf eine Bankenunion geinigt hat, die dann aber keine ist, und den Namen nicht verdient. In den Worten von Shakespeare: es wird durch den Bruch best&auml;tigt, nicht durch die Erf&uuml;llung. <\/p><p>Das Problem ist sprichw&ouml;rtlich: Das Beste ist der &auml;rgste Feind des Guten. Die europ&auml;ische F&uuml;hrung w&uuml;rde nat&uuml;rlich gerne behaupten, dass sie eine allumfassende Bankenunion geschaffen h&auml;tte. Aber das w&auml;re irref&uuml;hrend und entspricht nicht der Realit&auml;t (es gibt z.B. keine einheitliche Versicherung der Sparguthaben, also diese sind nicht in gleichem Masse in allen Mitgliedstaaten gesichert). Dahinter verbirgt sich die Sorgen Berlins, dass eine wahrhaftige Bankenunion das wahre Ausma&szlig; der schwarzen L&ouml;cher in den Bilanzen der Banken in den Peripheriestaaten ans Licht bringt.<\/p><p>Wir k&ouml;nnen also festhalten, dass es wohl unm&ouml;glich ist, in naher Zukunft eine Bankenunion herbeizuf&uuml;hren. Ich m&ouml;chte weiter argumentieren, dass es nicht nur unm&ouml;glich ist, aber zun&auml;chst vielleicht auch gar nicht n&ouml;tig.<\/p><p>Nichtsdestotrotz, w&auml;hrend wir hier sitzen und reden, werden die Banken in Griechenland und Spanien trotzdem durch den deutschen, franz&ouml;sischen, und holl&auml;ndischen Steuerzahler rekapitalisiert, indem der Europ&auml;ische Stabilit&auml;ts Mechanismus (ESM) die Regierungen von Griechenland, Spanien, Portugal und Irland mit Krediten versorgt, die sie dann als Kapital an ihre Banken weitergeben.<\/p><p>Das Problem daran ist folgendes: Das geliehene Geld addiert sich zu den Staatsschulden von Griechenland, Spanien, und Portugal. So vergr&ouml;&szlig;ern sich ihre eh schon &uuml;berhand nehmenden nationalen Defizite. Die Staaten werden noch insolventer als vorher. Jeder Investor wei&szlig; um diesen Effekt, und wer mochte schon in einem Land investieren, dessen Bonit&auml;t sich permanent verschlechtert. Auf Mangel an Investitionen in Griechenland und Portugal etc. folgt dann geringes oder negatives Wirtschaftswachstum, w&auml;hrend die Staatsschulden ansteigen. Aber wenn die Wirtschaft im Stillstand und der Staat nicht handlungsf&auml;hig ist, bedeutet das, dass auch die Banken sich nicht erholen k&ouml;nnen. Den Banken wird das von ihnen geliehene Geld dann immer weniger wahrscheinlich zur&uuml;ckgezahlt.<\/p><p>Die Steuergelder aus den nordeurop&auml;ischen L&auml;ndern, die momentan als Garantien f&uuml;r die Regierungen und Banken in den Peripheriestaaten herhalten, sind leider vergeudet. Die einzigen, die davon profitieren, sind die Banker der bankrotten Banken, die obendrein auch noch die Kontrolle &uuml;ber ihre Banken behalten d&uuml;rfen. Das ist eine riesige Verschwendung der deutschen bzw. europ&auml;ischen Steuergelder.<\/p><p>Was wir vorschlagen, ist &uuml;beraus einfach. Vergessen wir die allumfassende Bankenunion, bei der jede Bank unter permanenter &Uuml;berwachung durch die ECB steht. Stattdessen wollen wir etwas anderes.<\/p><p>Jedesmal wenn eine Bank in Europa mit &ouml;ffentlichem Geld rekapitalisiert werden muss, zum Beispiel durch den ESM, soll diese Bank aus der nationalen Jurisdiktion genommen werden und direkt der ECB unterstellt werden. Das bedarf nat&uuml;rlich der Zustimmung des jeweiligen nationalen Parlamentes. Der Aufsichtsrat der Bank wird ausgewechselt und durch die ECB gestellt. Die Finanzhilfe des ESM soll die Bank direkt erreichen. Der neue Aufsichtsrat muss f&uuml;r die Wiederherstellung der Wirtschaftlichkeit sorgen. Daraufhin k&ouml;nnen die Anteile der Bank, die mittlerweile durch den ESM gehalten werden, nach und nach verkauft werden, und so flie&szlig;t Geld verzinst an den ESM zur&uuml;ck. Hauptpunkt dabei ist, dass das geliehene Geld eben nicht zu den Staatsschulden des Landes z&auml;hlt, in dem die Bank beheimatet ist. So wird das Problem der insolventen Bank nicht zu einem Solvenzproblem des Staates. Dar&uuml;ber hinaus soll der Europ&auml;ische Steuerzahler exakt dar&uuml;ber Bescheid wissen, wie die gezahlten Steuern eingesetzt werden und welche Personen dar&uuml;ber bestimmen. Man beachte, dass so auch nicht mehr korrupte Banker mit korrupten Politiker auf nationaler Ebene zusammen arbeiten k&ouml;nnen. Dieses vormals f&uuml;r die Banker bequeme Verh&auml;ltnis wird aufgebrochen.<\/p><p>Im &uuml;brigen bedeutet das nichts anderes, als das der ESM das europ&auml;ische &Auml;quivalent zum &ldquo;Troubled Assets Relief Program&rdquo; (TARP) der USA wird. Der europ&auml;ischen Steuerzahler bekommt sein Geld zur&uuml;ck, sobald die Bank an die freie Wirtschaft zur&uuml;ck verkauft wird. In den USA hat TARP das damals erm&ouml;glicht. Also, damit w&auml;re das Bankenproblem gel&ouml;st.<\/p><p><strong>Jens Berger:<\/strong> Darf ich Ihnen eine kurze Frage stellen? Hat die EZB genug Personal, um die Banken zu &uuml;berwachen?<\/p><p><strong>Yanis Varoufakis:<\/strong> Ja, auf jeden Fall, weil dies, Sie erinnern sich, eine schrittweise Angelegenheit ist. Ich erwarte ja nicht, dass die EZB sechstausend Banken &uuml;berwacht. Wie viele Banken sind bis jetzt durch den ESM rekapitalisiert worden? Sechs in Griechenland, acht in Spanien und zwei oder drei in Irland. Wir schlagen nur vor, dass diese Banken von der EZB &uuml;berwacht werden. Die EZB hat das Personal, diese wenigen Banken zu &uuml;berwachen, nicht 150 Gro&szlig;banken, nicht 6.000 Banken. Im Grunde bekommt die EZB eine Gelegenheit, in aller Ruhe das Personal und die Sachkompetenz zur &Uuml;berwachung dieser Banken aufzubauen, da sie dies nur f&uuml;r die Banken tun muss, die Geld aus dem ESM erhalten. Viel, viel sp&auml;ter kann sie dann an eine einzige Aufsicht f&uuml;r alle Banken der Eurozone denken. Beantwortet dies Ihre Frage?<\/p><p><strong>Jens Berger:<\/strong> Ja.<\/p><p><strong>Yanis Varoufakis:<\/strong> Dann lassen Sie uns jetzt zur Frage der &ouml;ffentlichen Verschuldung kommen.<\/p><p>Unser Vorschlag ist sehr, sehr einfach. Vergessen Sie Eurobonds, f&uuml;r die Griechenland und Deutschland gemeinschaftlich haften, denn wenn wir Eurobonds dieser Art h&auml;tten, wenn ein starker und ein schwacher Staat f&uuml;r sie haften w&uuml;rden, l&auml;gen die Zinss&auml;tze dieser Anleihen logischerweise irgendwo zwischen dem Zinssatz des schwachen Staates und des starken Staates, irgendwo zwischen griechischen und deutschen Zinss&auml;tzen. Dieser Zinssatz w&auml;re f&uuml;r Deutschland zu hoch und f&uuml;r Portugal oder Griechenland nicht niedrig genug, somit w&auml;re er eine Katastrophe. Wir wollen das nicht.<\/p><p><strong>Roger Strassburg:<\/strong> Ich k&ouml;nnte mir denken, sie w&auml;ren irgendwo mehr oder weniger die gleichen wie f&uuml;r die st&auml;rkeren Staaten, weil sie vom st&auml;rkeren Staat garantiert werden.<\/p><p><strong>Yanis Varoufakis:<\/strong> Es w&auml;re ein schr&auml;ger, gewichteter Mittelwert, wenn es sich um gesamtschuldnerisch haftende Staatsanleihen handelt, und deshalb haben Sie Recht: Die Zinss&auml;tze l&auml;gen n&auml;her an denen Deutschlands als an denen Griechenlands. Trotzdem w&auml;ren sie f&uuml;r Deutschland zu hoch und f&uuml;r Griechenland nicht niedrig genug.<\/p><p>Sehen Sie, Deutschland besitzt eine erfolgreiche Volkswirtschaft, aber sie ist nicht gro&szlig; genug, f&uuml;r die Verschuldung der gesamten Eurozone zu haften. Noch sollte sie. Wenn Deutschland f&uuml;r diese Eurobonds eurozonenweit haften m&uuml;sste, st&uuml;nde seine eigene Bonit&auml;t in Frage, seine eigenen Renditen w&uuml;rden steigen, und sehr wahrscheinlich w&uuml;rden die Eurobonds als nicht w&uuml;nschenswerter, unwirksamer Kompromiss angesehen werden. Dies ist der Grund, warum Frau Merkel und Herr Sch&auml;uble, durchaus verst&auml;ndlich wie ich meine, die Idee von gesamtschuldnerisch haftenden Eurobonds zur&uuml;ckgewiesen haben. Die Entsprechung zu diesen w&auml;ren der Staat Nevada und der Staat New York, die gemeinschaftlich f&uuml;r U.S. Treasury Bonds haften. Das w&auml;re wirklich bl&ouml;dsinnig. Genau das wollen wir nicht.<\/p><p><strong>Roger Strassburg:<\/strong> Sie w&uuml;rden den Teil &bdquo;Einer f&uuml;r alle&ldquo; nicht wollen. <em>[Anmerkung: Hier geht es den englischsprachigen Begriff &ldquo;joint and several&rdquo;, auf Deutsch, gesamtschuldnerische Haftung. Hier wird zwischen der gemeinsamen Haftung (&ldquo;joint&rdquo;), wo jeder nur anteilig f&uuml;r die Gesamtschulden haftet, und der gesamtschuldnerischen Haftung, wo jeder Schuldner als einzelner f&uuml;r die Gesamtschulden in Anspruch genommen werden kann (&ldquo;several&rdquo;), also &ldquo;einer f&uuml;r alle&rdquo;.]<\/em><\/p><p><strong>Yanis Varoufakis:<\/strong> Ja genau, den Teil &bdquo;Einer f&uuml;r alle&ldquo;.<\/p><p>Wie auch immer, was wir deswegen vorschlagen ist folgendes: Die Europ&auml;ische Zentralbank macht eine Bekanntgabe, Montag morgen, und die Bekanntgabe laut wie folgt: Von heute an, jedes Mal, wenn eine Anleihe irgendeines Landes der Eurozone f&auml;llig wird, wird dieser Mitgliedsstaat das Recht haben zu beantragen, am, wie wir es nennen, &bdquo;Limited Debt Conversion Program&ldquo; der EZB teilnehmen zu d&uuml;rfen.<\/p><p>Nehmen wir zum Beispiel an, dass eine italienische Staatsanleihe f&auml;llig wird. Italien hat eine Staatsschuldenquote von 120%. Wie wir aus Maastricht wissen, liegt der erlaubte Wert bei 60%. Italien hat in diesem Fall eine doppelt so hohe Verschuldung als es laut Maastricht haben d&uuml;rfte. Was wir also tun k&ouml;nnen, ist, die Schulden jedes Mitgliedsstaates zu teilen, in einen Maastricht-konformen Teil und den Rest &ndash; die gute Verschuldung und die schlechte Verschuldung, wenn Sie so wollen. Und die EZB &uuml;bernimmt die Bedienung des guten Schuldenanteils, den Teil der Verschuldung, der dem Mitgliedsstaat erlaubt war &ndash; wir nennen ihn den Maastricht Compliant Debt (MCD). Im Fall Italien werden also 50% von jeder f&auml;lligen Anleihe von der EZB bedient. Nicht gekauft, aber bedient. Das bedeutet, dass die EZB dem Inhaber der Anleihe 50% der f&auml;lligen Anleihe zahlt, als Hilfe zur &bdquo;Tilgung&ldquo; sozusagen.<\/p><p>Bevor aber irgendjemand anf&auml;ngt zu sagen, na ja, dies ist nicht erlaubt, weil die EZB keine Schulden zu Geld machen darf, unser Vorschlag ist nicht, dass sie diese zu Geld macht; dass sie Geld druckt und f&uuml;r die Schulden zahlt.<\/p><p>Unser Vorschlag ist, dass die EZB als Vermittlerin zwischen den Geldm&auml;rkten, Investoren und Italien fungiert. Und sie tut dies, entsprechend unserem Entwurf, indem die EZB eigene Anleihen zugunsten von Italien herausgibt, um die 50% zu bedienen, den MDC (Maastricht-Schulden-Kriterien) der f&auml;lligen Anleihe. Sagen wir also, sie gibt aus diesem Grund eine zehnj&auml;hrige EZB-Anleihe heraus. Gleichzeitig er&ouml;ffnet sie f&uuml;r Italien ein Schuldenkonto bei der EZB, w&auml;hrend sich Italien verpflichtet, f&uuml;r den Zeitraum der n&auml;chsten zehn Jahre regul&auml;r Zahlungen auf dieses Konto zu leisten, wenn die EZB-Anleihe bedient werden muss. Es wird also Italien sein, das diese Anleihe zur&uuml;ckgezahlt haben wird.<\/p><p>Worin liegt f&uuml;r Italien der Vorteil? Der Vorteil entsteht aus der Tatsache, dass die EZB eine viel, viel h&ouml;here Kreditw&uuml;rdigkeit besitzt und die EZB-Anleihen viel, viel niedrigere Renditen erzielen w&uuml;rden, deutlich weniger als 2%, sogar weniger als die Deutschlands, verglichen mit denen Italiens. Und wenn Sie dies nur f&uuml;r die guten Schulden machen, nur f&uuml;r den MDC, aber f&uuml;r jeden Mitgliedsstaat der Eurozone, der daran teilnehmen m&ouml;chte, reden wir von einer Verkleinerung des Gebirges der Eurozone-Verschuldung von zwischen 30 und 35% in den n&auml;chsten zwanzig Jahren. Im Grunde wird die europ&auml;ische Schuldenkrise verschwinden.<\/p><p>Nun stellt sich die Frage, warum die EZB-Anleihen kreditw&uuml;rdig sein werden und sehr geringe Renditen erzielen? Sie werden aus drei Gr&uuml;nden kreditw&uuml;rdig sein. Erstens, damit Italien diesem Entwurf entsprechend teilnehmen darf, wird es eine &bdquo;Super-Vorrangigkeit&ldquo;-Vereinbarung mit der EZB unterzeichnen m&uuml;ssen, genau wie Staaten, die beim IWF einen Kredit aufnehmen eine &bdquo;Super-Vorrangigkeit&ldquo;-Vereinbarung mit dem IWF unterzeichnen m&uuml;ssen. Mit anderen Worten, auch wenn Italien im Zeitraum von zwanzig Jahren nicht alle seine Schulden zur&uuml;ckzahlen kann, hat das Schuldenkonto vorrangigen Status. Es muss getilgt worden sein, bevor irgendetwas anderes zur&uuml;ckgezahlt wird. Das ist ein Grund, warum diese EZB-Anleihen kreditw&uuml;rdig sein werden.<\/p><p><strong>Jens Berger:<\/strong> Werden nicht die Renditen f&uuml;r die normalen Schulden, die au&szlig;erhalb der Maastricht-Grenzen liegen, den Zinssatz f&uuml;r die &uuml;brige Verschuldung steigen lassen?<\/p><p><strong>Yanis Varoufakis:<\/strong> Was steigen wird, ist die Differenz zwischen den Zinszahlungen f&uuml;r die guten Schulden, den MDC, und den Zinszahlungen f&uuml;r die schlechten Schulden. Aber dies ist so Absicht, um Argumenten zu begegnen, unser Entwurf beg&uuml;nstige Moral Hazard Probleme. Was ich hervorheben m&ouml;chte, ist, dass wenn langfristig die gesamten Zinszahlungen f&uuml;r die Eurozone insgesamt zur&uuml;ckgehen, die Zinsen f&uuml;r die schlechte Verschuldung m&ouml;glicherweise ebenfalls sinken werden. Auf diese Weise haben wir das Beste aus beiden Welten: eine gro&szlig;e Zinsdifferenz zwischen der schlechten und der guten Verschuldung (um Moral Hazard Probleme zu bew&auml;ltigen) und ein generelles Absinken des Zinsniveaus (um die Schuldenkrise zu beenden).<\/p><p><strong>Jens Berger:<\/strong> Vom politischen Standpunkt Deutschlands aus gibt es eventuell noch einen anderen Einwand gegen diesen Teil Ihres Vorschlags. Wenn Sie sich die niedrigen Zinsen f&uuml;r Pensions-fonds, f&uuml;r private Sicherungssysteme und so weiter anschauen, wenn Sie einen gro&szlig;en Teil der &ouml;ffentlichen Verschuldung nehmen und ihn via EZB an die Investoren geben, so dass die Zinss&auml;tze sogar st&auml;rker fallen als jetzt, dann werden die Zinss&auml;tze f&uuml;r das gesamte private Sicherungssystem, soziale Sicherungssystem, auch ein gro&szlig;es Problem haben. Wie denken Sie hier&uuml;ber?<\/p><p><strong>Yanis Varoufakis:<\/strong> Wenn dieses Argument vorgebracht wird, hat es keinerlei Bezug zur &ouml;konomischen Realit&auml;t. Das Problem der Pensionsfonds besteht unabh&auml;ngig vom Problem der italienischen und spanischen Renditen. Wenn Italiens durchschnittlicher Refinanzierungszinssatz sinkt, bedeutet dies nicht, dass die Zinsen eines Pensionsfonds sinken werden. Tats&auml;chlich ist wohl eher das Gegenteil der Fall.<\/p><p>Warum ist es im Augenblick f&uuml;r Pensionsfonds, Investoren, deutsche Depotinhaber so schwer, einen nennenswerten Zins f&uuml;r ihr Geld zu erhalten? Der Grund liegt darin, dass sich Europa in einer Rezession befindet, aufgrund rezessiver Kr&auml;fte, weil wir ein &Uuml;berangebot an Ersparnissen haben, die nirgends unterkommen. Das Resultat ist, dass die EZB gezwungen wird, den Tagesgeldsatz nahe Null zu halten. Die Aufhebung der Schuldenkrise durch die Herausgabe von EZB-Anleihen und die anderen Konzepte die wir vorschlagen, werden die Wachstumsraten wieder ansteigen lassen und die EZB wird in der Lage sein, die Zinsraten auf ein normales Niveau zu heben, wodurch die Wachstumsperspektiven deutscher Pensionsfonds wiederhergestellt werden. Dazu kommt, dass die EZB-Anleihen erfolgreich einen Teil dieser exzessiven Ersparnisse aufsaugen werden, und was wir bekommen werden ist ein Anstieg des Zinses f&uuml;r Kapitalertr&auml;ge, auch in Deutschland (wenn die Rezession in der Eurozone insgesamt verschwindet). Darum wird sich mittelfristig auch der Zins f&uuml;r Spareinlagen verbessern, wenn wir die Schuldenkrise verschwinden lassen, denn die Schuldenkrise verst&auml;rkt wirkungsvoll den Teufelskreis der Austerit&auml;t, die ein langsames Wachstum verfestigt, welches den Zins f&uuml;r Kapitalertr&auml;ge sehr niedrig h&auml;lt.<\/p><p>Das bereits angef&uuml;hrte bringt mich zum schlimmsten Teil der Krise, was die zu geringen Investitionen betrifft. Ich denke, egal aus welcher Sicht, dass Europa vor einer Krise der Investitionen steht, sowohl als Gesamtinvestition als auch in seinen Bestandteilen aufgeschl&uuml;sselt. Gesamtinvestition in Europa ist jetzt j&auml;mmerlich gering, nicht nur in den Defizitl&auml;ndern, sondern auch in Deutschland. Dies ist ein Problem, dass jedem in Europa Sorge machen sollte &ndash; vor allem im Hinblick auf die Energiekrise, vor der Europa im Vergleich zu den Vereinigten Staaten und anderen Teilen der Welt steht &ndash; mit einer Energiepolitik, die im Besonderen zu langsam gegen den langfristigen Verlust der Wettbewerbsf&auml;higkeit gegen&uuml;ber Asien angegangen ist. So weit es die Peripherie betrifft, sprechen wir im Moment &uuml;ber negative Investitionen. Und das im Widerspruch zu der Behauptung, dass unser Ziel es ist, die Wettbewerbsf&auml;higkeit eines Landes wie Griechenland oder Portugal zu erh&ouml;hen. Wettbewerbsf&auml;higkeit wird sich nicht entwickeln, indem die Menschen aus Verzweiflung gezwungen werden, l&auml;cherlich niedrige L&ouml;hne zu akzeptieren. Wir brauchen Kapitalinvestitionen, um die eigentliche Arbeitsproduktivit&auml;t zu erh&ouml;hen. Also brauchen wir einen europ&auml;ischen &lsquo;New Deal&rsquo;, um eine effektiv und von Investitionen getragene Wirtschaftserholung zu bewirken.<\/p><p>Ein weiteres gro&szlig;es Problem in Europa, aus meiner Sicht, kommt von der Gestaltung der &ouml;ffentliche Meinung, die uns dar&uuml;ber informiert, was tats&auml;chlich um uns herum geschieht. Wir wissen, jeder hat eine Meinung &uuml;ber die Schuldenkrise, aber nur sehr wenige Menschen sind sich dessen bewusst, dass die Kehrseite der Schuldenkrise eine &Uuml;berf&uuml;lle von Spareinlagen darstellt. Nie zuvor hatten so viele Unternehmen so viel Geld herumliegen, das nicht investiert wurde. &Auml;hnlich ist es mit den Privatpersonen und Pensionfonds. Es gibt Berge von Sparanlagen im Leerlauf, und die Frage ist, wie Sie diesen Leerlauf wieder anregen.<\/p><p>Es scheint mir so, als ob wir hier sich selbst best&auml;tigende negative Erwartungen haben, die diese gro&szlig;e L&uuml;cke zwischen Investitionen und Spareinlagen erzeugen. Und eine L&ouml;sung f&uuml;r Europa ergibt sich weder durch eine Sparpolitik noch durch erh&ouml;hte Besteuerung und h&ouml;here Ausgaben. Stattdessen bietet sich eine Nutzung der Europ&auml;ischen Investitionsbank und des Europ&auml;ischen Investitionsfonds an, welche die Europ&auml;er beide gegr&uuml;ndet aber eben nicht ausgelastet haben. Sie sind sehr gute Einrichtungen, die &uuml;ber genug Kapazit&auml;t verf&uuml;gen, jene Rolle der Banken im &Uuml;berschuss &ndash; Recycling &ndash; Mechanismus [der Wirtschaft] zu &uuml;bernehmen, die von jenen nicht mehr erf&uuml;llt wird. Was die Europ&auml;ische Investitionsbank und den Europ&auml;ischen Investitionsfonds einzig daran hindert dies zu tun liegt einzig in der Tatsache, eine Konvention in Europa, dass 50% der Investitionen von den Nationalstaaten erbracht werden m&uuml;ssen, in denen die Investition stattfindet. Nat&uuml;rlich sind viele Nationalstaaten nun bankrott, oder es existieren Beschr&auml;nkungen bei Steuereinnahmen. Auch in &Uuml;berschussl&auml;ndern wie &Ouml;sterreich gibt es nun eine Senkung der &ouml;ffentlichen Investitionen.<\/p><p>Also lautet die Frage: wie k&ouml;nnen wir die Europ&auml;ische Investitionsbank und den Europ&auml;ischen Investitionsfonds in einer Weise entfesseln, einen europ&auml;ischen New Deal zu bewirken &ndash; das ist es, was wir inmitten unseres aktuellen Wirtschaftseinbruchs bewirken m&uuml;ssen. Wir wissen, dass die Europ&auml;ische Investitionsbank nicht zu beidem aufgefordert werden kann, mehr als 50% eines jeweiligen Projektes zu finanzieren und massiv die Anzahl der Projekte zu erh&ouml;hen, die von ihr finanziert werden &ndash; wie es zu tun geboten w&auml;re, wenn sie die Speerspitze eines europ&auml;ischen &lsquo;New Deals&lsquo; w&auml;re. T&auml;te sie es so, w&uuml;rden die Ertr&auml;ge der eigenen Anleihen, der Anleihen der Europ&auml;ischen Investitionsbank also, ansteigen. Wir empfehlen stattdessen folgendes: hat die EIB nun eine Idee f&uuml;r ein Gro&szlig;projekt in Italien, warum kann die EIB nicht mit der EZB zusammenarbeiten? Die EIB k&ouml;nnte, wie sie es &uuml;blicherweise tut, 50% der notwendigen Anleihen ausgeben, um das Projekt zu finanzieren, und die EZB setzt dies fort mit einem Netto-Ausgabe zus&auml;tzlicher EZB-Anleihen im Auftrage von Italien. Es sei darauf hingewiesen, dass die EZB, unserem bescheidenen Vorschlag folgend, bereits EZB-Anleihen im Auftrag von Italien als Teil des &lsquo;Limited Debt&rsquo; Konvertierungsprogrammes ausgibt, wie wir bereits oben besprochen haben. Und wer zahlt diese Anleihen zur&uuml;ck? Das Investitionsprojekt selbst! So wie die EIB ihre Anleihen zur&uuml;ckbekommt, die von den Einnahmen der Projekte zur&uuml;ckbezahlt werden, so wird es die EZB.<\/p><p>Also im Prinzip unterst&uuml;tzt die EZB nicht den italienischen Staat, sondern die Europ&auml;ische Investitionsbank, die immer darauf achten kann, dass es eine ausreichend gesicherte Investitionen gibt, so dass die EZB immer ihr Geld zur&uuml;ckbekommt. Auf diese Weise k&ouml;nnen die Europ&auml;ische Investitionsbank und die Europ&auml;ische Zentralbank im Zusammenspiel eine entscheidende Rolle erf&uuml;llen bei der Schaffung eines Mechanismus, mit dem die Leerlauf-Spareinlagen, nicht nur in Europa sondern auch international, wieder als produktive Investitionen in Europa in den Wirtschaftskreislauf eingehen.<\/p><p>Und zum Schluss, denke ich, dass es wichtig ist, dass die Eurozone wieder wahrgenommen wird als etwas, dass sich aktiv gegen die humanit&auml;re Krise stellt und den Kampf gegen die erb&auml;rmliche, absolute Armut aufnimmt, die der Euro <em>direkt<\/em> verursacht hat. Und zwar als Eurozone, und nicht als unterschiedlich beschr&auml;nkte nationalstaatliche Einheiten.<\/p><p>Das Problem besteht darin, dass Europa nicht selber &uuml;ber eine eigene Staatskasse verf&uuml;gt, wie die Vereinigten Staaten, um das sehr erfolgreiche Lebensmittelmarkenprogramm durchzuf&uuml;hren, das eine so bedeutende Rolle bei der Linderung von Hunger und absoluter Armut in Amerika spielt. In Europa haben wir keine Staatskasse, und weil wir mit unserem Vorschlag bescheiden bleiben wollen, schlagen wir nicht vor, eine solche zu schaffen.<\/p><p>In Europa haben wir jedoch das europ&auml;ische System staatlicher Zentralbanken, die jenen Bilanzierungsmechanismus TARGET2 hat, &uuml;ber den Hans-Werner Sinn in Deutschland eine Menge zu sagen hat, wie Sie sicherlich bereits wissen (und mit dem ich, nebenbei gesagt, &uuml;berhaupt nicht &uuml;bereinstimme). TARGET2 ist ein reiner Bilanzierungsmechanismus, der die &ldquo;externen&rdquo; Ungleichgewichte der Mitgliedsstaaten in der Eurozone zusammenaddiert. W&auml;hrend &ldquo;normaler&rdquo; Zeiten (also vor 2008), waren diese Ungleichgewichte nahe Null. Das Leistungsbilanzdefizit von einem Staat mit Handelsdefizit (z.B. Griechenland oder Portugal) wurde von einer Kapitalflut aus den &Uuml;berschussl&auml;ndern (z.B. Deutschland) ausgeglichen. Aber in Zeiten der Krise verschwanden die Kapitalstr&ouml;me, und ganz pl&ouml;tzlich hatten die Zentralbanken der Peripherie ein TARGET2 Rechnungsdefizit gegen&uuml;ber der deutschen Bundesbank, und mussten Zinsen daf&uuml;r leisten &ndash; Gelder also, die im Rahmen des Europ&auml;ischen Systems der Zentralbanken  akkumuliert werden und dann von den Zentralbanken der &Uuml;berschussl&auml;nder an ihre Regierung &uuml;berwiesen werden. Zusammenfassend, bevor die Krise begann, erzeugte TARGET2 keine Zinszahlungen zugunsten der Zentralbanken der &Uuml;berschussl&auml;nder.<\/p><p>Sobald die Krise begann und die Last der Anpassung auf die Defizitl&auml;nder fiel, und diese wiederum zur Verarmung dieser L&auml;nder f&uuml;hrte, wurde gleichzeitig ein sehr deutlicher Anstieg der Zinszahlungen angesammelt und unter den Zentralbanken der &Uuml;berschussl&auml;nder verteilt. Eine solche Umleitung der TARGET2-&ldquo;Gewinne&rdquo; in die Staatskassen der &Uuml;berschussl&auml;nder ist eine zweifelhafte Praxis, die dem europ&auml;ischen Ideal nicht gerecht wird. Um einen TARGET2 &Uuml;berschuss zu erhalten, hat eine Nation schon von Handelsungleichgewichten profitiert, den ein Defizit-Mitgliedsstaat nun nicht mehr durch eine Abwertung ausgleichen kann. In diesem Sinne hat also die &Uuml;berschuss-Nation bereits von dem Euro profitiert. Nochmals zu profitieren, diesmal &uuml;ber TARGET2, setzt dem Ganzen die Krone auf. Und wenn diese Leistungen zu einem Zeitpunkt gefordert werden, wenn die Defizitl&auml;nder wirtschaftlich ausbluten und ihre Bev&ouml;lkerung bitterer Armut ausgesetzt haben, befindet sich Europa auf den letzten Stufen eines Abstiegs in eine moralische H&ouml;lle.<\/p><p>Aber warum k&ouml;nnen wir nicht die akkumulierten TARGET2 Zinsen behalten, auch ohne &Auml;nderungen mittels eines Europavertrages oder der EZB Charter? Und eine &Uuml;bereinstimmung auf Ebene der Eurogruppe erreichen, dass dieses Geld, das sich in Form von Zinszahlungen in TARGET2 angesammelt hat (und dies, ich wiederhole, als Resultat der gleichen Ursachen, die zur Depression in den Defizitl&auml;ndern f&uuml;hrten), um ein Eurozonenweites Lebensmittelmarkenprogramm zu finanzieren? Ein solches h&auml;tte positive Auswirkungen nicht nur bei der Beseitigung des Hungers, und damit nicht nur bei der Eind&auml;mmung des Aufstiegs der Nazis in meinem Land, in Griechenland, sondern w&auml;re auch ein sehr wichtiges politisches Signal an die Bev&ouml;lkerungen Europas. Nichts kann das Vertrauen in die europ&auml;ische Idee mehr beleben als armen Familien einen Scheck oder eine Lebensmittelmarke von der Europ&auml;ischen Zentralbank zu geben, so dass sie ihre Kinder ern&auml;hren k&ouml;nnen. Man sollte die Bedeutung  solcher Direktzahlungen nicht untersch&auml;tzen, die in einem Gef&uuml;hl m&uuml;nden, dass wir zu einer Union geh&ouml;ren, die sich um ihre Bed&uuml;rftigen k&uuml;mmert. Eine Zahlung, die nicht durch eine Landesregierung erfolgt. Und &uuml;berhaupt nichts mit nationalen Politikern zu tun hat. Ich denke, dass der Vorteil einer solchen symbolischen und echten Handlung von fantastischem Nutzen w&auml;re. Auch w&auml;re zu beachten, dass es keiner neuen Steuern bed&uuml;rfte, keiner neuen Institutionen oder eines neuen Europa Vertrages.<\/p><p>So gibt es vier Bereiche f&uuml;r den Umgang mit der Krise und vier einfache Strategien. Ich glaube, ich habe Sie mit den Details ausreichend erm&uuml;det.<\/p><p><strong>Roger Strassburg:<\/strong> Ich wollte Sie bitten, ein wenig &uuml;ber Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse in Deutschland, im Norden, zu sagen, und wie die Defizite im S&uuml;den ohne Konsumverzicht abgebaut werden k&ouml;nnten. Noch wichtiger, die Defizite z.B. von Griechenland. Was wird von Griechenland tats&auml;chlich exportiert? Was sind die Hauptexporte?<\/p><p><strong>Yanis Varoufakis:<\/strong> Die Hauptexport von Griechenland sind nat&uuml;rlich Tourismus und Schifffahrt. Abgesehen davon gibt es in den letzten drei Jahren eine Zunahme sogar von Ausfuhren von Produkten aus niedriger Kapitalverwertung, aber vor allem Produkte wie Wein, Bio- und Spezialnahrungsmittel. Aber, wie bereits gesagt, ist es vor allem der Tourismus.<\/p><p>Die wichtigste Frage bleibt hier, dass die aktuelle Strategie, die Krise angeblich durch die eine Verbesserung der Wettbewerbsf&auml;higkeit der Exportwirtschaften von Griechenland, Portugal, Spanien und so weiter zu &uuml;berwinden, in einer Zeit &uuml;bersch&uuml;ssigen Kapitals, sowohl in den &Uuml;berschussl&auml;ndern wie auch in den Defizitl&auml;ndern, das nach Investitionen sucht, logisch inkoh&auml;rent ist. Nicht-investiertes Kapital &uuml;bersteigt die Investitionen, sowohl in Deutschland als auch in Griechenland, in den Niederlanden und in Portugal, in Finnland und in Spanien. W&auml;hrend es diese Ersparnisschwemme &uuml;berall in der gesamten Eurozone gibt, ist jeder Versuch, innerhalb der Grenzen des Fiskalpaktes zu bleiben und effektiv Haushaltsdefizite zu beseitigen, in Gefahr, die gesamte Eurozone in eine merkantilistische Bestie zu verwandeln.<br>\nDer einzige Weg, das Ziel zu erreichen (oder die Beseitigung von Haushalts- und Handelsdefiziten in der Peripherie), solange Spareinlagen Investitionen &uuml;bersteigen, liegt in einem riesigen Leistungsbilanz&uuml;berschuss f&uuml;r die Eurozone als Ganzes.<br>\nJetzt sehen Sie, in L&auml;ndern wie Spanien und Italien, dass das Leistungsbilanzdefizit fast beseitigt ist, und in einigen F&auml;llen hat es sich in einen &Uuml;berschuss verwandelt. W&auml;hrend Deutschland seine eigenen hohen Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse beh&auml;lt, erreicht die Eurozone als Ganzes immer mehr als Region einen Leistungsbilanz&uuml;berschuss. Um die Eurozone aber intern auszugleichen, wird das Doppelte des Leistungsbilanz&uuml;berschusses Chinas notwendig sein. So etwas ist aber weltweit nicht nachhaltig.<\/p><p>Auch wenn die Eurozone solche &Uuml;bersch&uuml;sse erzielen sollte, w&uuml;rde der Euro unaufhaltsam steigen, und damit diese &Uuml;bersch&uuml;sse untergraben. Und selbst wenn dies nicht der Fall w&auml;re, dass &Uuml;bersch&uuml;sse untergraben w&uuml;rden, w&uuml;rde Europa ein den Rest der Weltwirtschaft untergraben, f&uuml;r die Vereinigten Staaten, Lateinamerika und China. In unserem unklugen Versuch, uns in diese Richtung zu bewegen, sind wir jetzt bereits eine gr&ouml;&szlig;ere Bedrohung f&uuml;r die globalen Gleichgewichte als es China jemals war, w&auml;hrend wir gleichzeitig uns selbst Schaden zuzuf&uuml;gen durch einen R&uuml;ckgang der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage als Resultat der Sparma&szlig;nahmen. Was letztendlich bedeutet, dass wir ein schwarzes Loch f&uuml;r den Rest der Welt werden in Bezug auf die Nachfrage nach Exporten anderer Nationen. So ist Europa heute der gr&ouml;&szlig;te Exporteur von Rezession in den Rest der Welt. Und das kann auch f&uuml;r uns nicht gut sein.<\/p><p>Wir bewegen uns zur Zeit auf eine Position der dummen makro&ouml;konomischen Politik zu, die dem &auml;hnelt, was in den 1930er Jahren los war, eine postmoderne Version eines Abwertungswettlaufes. Wir sind effektiv sehr schlechte Weltb&uuml;rger, w&auml;hrend gleichzeitig der Zusammenhalt der Europ&auml;ischen Union selbst  untergraben wird.<\/p><p><strong>Roger Strassburg:<\/strong> Das ist ziemlich verst&auml;ndlich, aber es wird hierzulande leider nicht gut verstanden. Aber lassen Sie uns annehmen, die Krise w&auml;re &uuml;berstanden. Besteht f&uuml;r Griechenland die M&ouml;glichkeit einer ausgeglichenen Leistungsbilanz?<\/p><p><strong>Yanis Varoufakis:<\/strong> Wahrscheinlich nicht, solange nicht einige grundlegende &Auml;nderungen in Griechenlands Produktiv-Matrix geschehen. Na und? Wird der Norden Englands jemals eine ausgeglichene Leistungsbilanz gegen&uuml;ber dem Rest Englands haben? Nun, das war in den letzten 50 Jahren nicht der Fall und es wird auch in der Zukunft nicht der Fall sein. Wird Arizona jemals eine ausgeglichene Leistungsbilanz mit Californien haben? Nein. Aber wen k&uuml;mmert das? Innerhalb einer wirtschaftlichen Union wird es immer Regionen mit Defiziten und Regionen mit &Uuml;bersch&uuml;ssen geben. In Deutschland selbst gibt es besonders im Osten Regionen, die immer ein Defizit in der Leistungsbilanz gegen&uuml;ber dem Rest Deutschlands haben werden. Also, entweder wollen wir eine Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion, oder nicht. Wenn wir sie wollen, w&auml;re es der Gipfel der Dummheit zu erwarten, dass jede ihrer Regionen eine ausgeglichene Leistungsbilanz gegen&uuml;ber jeder anderen Region hat.<\/p><p><strong>Roger Strassburg:<\/strong> Was in Europa nat&uuml;rlich fehlt, ist der Zentralstaat, der f&uuml;r Renten, Lebensmittelmarken und dergleichen aufkommt.<\/p><p><strong>Yanis Varoufakis:<\/strong> So ist es. Das ist es, was wir mit unserem bescheidenen Vorschlag erreichen wollen. Wir versuchen, einen Zentralstaat ohne Staatenbund und ohne weiteren Verlust staatlicher Souver&auml;nit&auml;t zu simulieren.<\/p><p>Im Moment befindet sich Europa leider in einem Dilemma. Einerseits ist es die vorherrschende Meinung, dass der Weg, den wir in Europa einschlagen, uns aus der Krise f&uuml;hrt und dass er funktioniert. Ich teile diese Ansicht nicht. Ich denke, dass Europa sich auf einem Kurs des Zerfalls fortbewegt. Auf der anderen Seite steht ein Staatenbund als Alternative. Ich denke, dass das weder m&ouml;glich noch erstrebenswert ist.<\/p><p>Ich schlage daher einen dritten Weg vor, den ich als &ldquo;Dezentralisierte Europ&auml;isierung&rdquo; bezeichne. Die Idee basiert auf der Europ&auml;isierung vier grundlegender Bereiche: Europ&auml;isierung des Bankensektors, Europ&auml;isierung eines Teils der &ouml;ffentlichen Schulden, Europ&auml;isierung der Kapitalanlagen durch die Europ&auml;ische Investitionsbank (EIB) in Zusammenarbeit mit der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) und schlie&szlig;lich die Europ&auml;isierung eines Hunger- und Armutsminderungsprogramms. Die Europ&auml;isierung dieser Bereiche gibt den Regierungen von beispielsweise Griechenland oder Portugal einen sofortigen Handlungsspielraum, um trotz negativer Au&szlig;enbilanz eine ausgeglichene Leistungsbilanz f&uuml;hren zu k&ouml;nnen. Denn, wenn die Kapitalanlagen, wenn die Bankenkrise, wenn ein Teil der &ouml;ffentlichen Schulden, wenn ein Lebensmittelmarkenprogramm europ&auml;isiert werden, dann kann die Regierung in Athen eine ausgeglichene Leistungsbilanz f&uuml;hren, ohne dass es eine Rolle spielt, ob Griechenland oder Portugal einen Bilanz&uuml;berschuss gegen&uuml;ber Deutschland aufweisen. (genauso wenig wie in den USA jemand wei&szlig; oder sich daf&uuml;r interessiert, ob New Mexiko ein Bilanzdefizit gegen&uuml;ber Texas hat).<\/p><p><strong>Roger Strassburg:<\/strong> Um ein Defizit in der Leistungsbilanz auszuhalten, w&uuml;rde es einiger finanzieller Transferleistungen bed&uuml;rfen, oder nicht?<\/p><p><strong>Yanis Varoufakis:<\/strong> W&uuml;rden die griechischen Banken aufh&ouml;ren, griechisch zu sein, w&auml;re das ein Segen. Und wenn ein Teil der &ouml;ffentlichen Schulden von der EZB &uuml;bernommen werden w&uuml;rde, w&auml;hrend Kapitalanlagen von der EIB koordiniert werden, dann w&uuml;rde dies einen produktiven Kapitalfluss nach Griechenland erzeugen. Die Regierung k&ouml;nnte trotz eines leichten Leistungsbilanzdefizits sofort ein ausgeglichenes Budget haben; ein so haltbares Leistungsbilanzdefizit, wie es es heute schon in den USA oder Deutschland gibt. Hoffentlich bewirken diese Investitionen auch vermehrte private Investitionen in neue Technologien, in &Ouml;kostrom, etc., Griechenland hat Wetterbedingungen, die ihm einen potentiell recht erfolgreichen Sektor im Bereich erneuerbarer Energien erm&ouml;glichen. Langfristig k&ouml;nnte dann selbst ein Land wie Griechenland dauerhaft aufh&ouml;ren eine Defizitregion zu sein.<\/p><p>Sch&ouml;nen Dank unsere engagierten Leser J.H., S.T., E.M., K.S. und S.F. f&uuml;r die &Uuml;bersetzung aus dem Englischen.<\/p><p>Das Originalinterview in englischer Sprache k&ouml;nnen Sie hier nachlesen: <a href=\"http:\/\/yanisvaroufakis.eu\/2014\/01\/15\/4951\/#more-4951\">Teil 1<\/a>, <a href=\"http:\/\/yanisvaroufakis.eu\/2014\/01\/16\/greeces-duty-to-negotiate-with-berlin-part-b-of-an-nterviewe-with-roger-strassburg-and-jens-berger-of-nachdenkseiten\/\">Teil 2<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 27. November 2013 haben <strong>Roger Strassburg<\/strong> und <strong>Jens Berger<\/strong> mit dem griechischen &Ouml;konomen <strong>Yanis Varoufakis<\/strong> im Rahmen der <a href=\"http:\/\/www.utexas.edu\/lbj\/events\/2013\/eurozone\">Eurozone-Konferenz in Austin Texas<\/a> &uuml;ber die Krise in der Eurozone gesprochen. Hier der erste Teil des Gespr&auml;chs.<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[136,139,209,30],"tags":[241,672,507,499,637,325,1292],"class_list":["post-21256","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-banken-boerse-spekulation","category-euro-und-eurokrise","category-interviews","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-bankenrettung","tag-esmefsf","tag-ezb","tag-handelsbilanz","tag-staatsanleihen","tag-staatsschulden","tag-varoufakis-yanis"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21256"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21256\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121919,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21256\/revisions\/121919"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}