{"id":21262,"date":"2014-04-01T08:48:16","date_gmt":"2014-04-01T06:48:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262"},"modified":"2014-04-01T08:48:16","modified_gmt":"2014-04-01T06:48:16","slug":"hinweise-des-tages-2099","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h01\">Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h02\">Sicherheitspolitik: Reden oder Angst haben?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h03\">&ldquo;Menschenrechte gelten weltweit&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h04\">Angriff auf Serbien: Niemals vergessen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h05\">&bdquo;Wof&uuml;r Raketenabwehr da ist&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h06\">Erdogan droht Gegnern: &ldquo;Wir verfolgen sie bis in ihre H&ouml;hlen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h07\">Freihandelsabkommen: &ldquo;Wir brauchen Waffengleichheit von Staat und Konzernen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h08\">IWF: Gro&szlig;banken der Eurozone genie&szlig;en die gr&ouml;&szlig;ten Kostenvorteile<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h09\">Doppelte Enteignung der Versicherten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h10\">Hartz IV &ndash;  Von Versprechungen und Verfehlungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h11\">Armutsrisiko in S&uuml;d- und Osteuropa weiterhin h&ouml;her als in Mittel- und Nordeuropa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h12\">Hochschulen: &ldquo;Kooperation statt Kannibalismus&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h13\">&ldquo;Humboldt-Viadrina School of Governance&rdquo; &ndash; Pleite einer Kaderschmiede<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h14\">Merkels Agenda ist &ldquo;neoliberal, marktliberal, wirtschaftsh&ouml;rig&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h15\">Die CDU von der Macht abl&ouml;sen &ndash; oder nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h16\">Nationalkonservativ und marktradikal &ndash; Eine politische Einordnung der AfD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h17\">Frankreich: Basis wendet sich von Sozialdemokraten ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h18\">Griechen ebnen Weg f&uuml;r n&auml;chste Tranche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h19\">Portugal &ndash; Auswanderung nach Merkel&acirc;ndia<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h20\">Union Busting in England: Schwarze Listen, Bespitzelung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h21\">Zu guter Letzt: Merkels TTip: Freihandel sch&uuml;tzen! Genmais ist Menschenrecht!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h22\">Das Letzte: Sch&auml;uble vergleicht Putin mit Hitler<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Ukraine<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Diffamiert als &ldquo;Russlandversteher&rdquo;<\/strong><br>\nWie kann der Versuch falsch sein, Russlands Motive in der Ukraine-Krise zu ber&uuml;cksichtigen? Wer den Konflikt verstehen will, muss zur&uuml;ckschauen bis in die Zeit von Boris Jelzin, als die EU ihre gro&szlig;e Chance in Russland verspielte. Die heutige Selbstgef&auml;lligkeit der Politik des Westens ist deshalb &auml;rgerlich und gef&auml;hrlich.<br>\nIn den letzten Wochen ist ein Wort in Umlauf gekommen, das ich bisher nicht kannte. Zuerst begegnete es mir als Singular maskulin: der Russlandversteher. Nun, da es offenbar mehrere dieser Gattung zu geben scheint, kommt h&auml;ufig der Plural zur Anwendung: die Russlandversteher. Und sicherlich wird es auch hier und da eine Russlandversteherin geben.<br>\nBeim erstmaligen H&ouml;ren hatte ich geglaubt, Russlandversteher w&uuml;rde anerkennend gebraucht, der Ausdruck bezeichne also jemanden, der Russland versteht, der um die Beweggr&uuml;nde der russischen Politik wei&szlig; und der all denjenigen, die der russischen Politik ratlos gegen&uuml;berstehen, diese erkl&auml;ren kann.<br>\nWas mich &uuml;berraschte und verwunderte, war der herabsetzende Sinn, in dem dieses Wort gebraucht wurde. Russlandversteher wird nicht nur kritisch, sondern abwertend verwendet, mitunter sogar als Schimpfwort.<br>\nEs ist kein gutes Zeichen, wenn das Wort &ldquo;verstehen&rdquo; negativ besetzt wird. Der Versuch, jemanden oder etwas zu verstehen, ist eine unabdingbare Voraussetzung, wenn man selbst agieren will. Nur wer etwas versteht, kann sich angemessen dazu verhalten und zwischen Zustimmung und Widerspruch abw&auml;gen. In der Art und Weise, in der ich &uuml;ber jemanden spreche, sage ich ja nicht nur etwas &uuml;ber ihn aus, sondern nicht weniger &uuml;ber mich selbst. Die Frage, ob wir Russland verstehen, beinhaltet eine noch wichtigere Frage: Verstehen wir uns selbst? Denn f&uuml;r die deutsche Politik, f&uuml;r die Politik der EU, die des &ldquo;Westens&rdquo; bin ich als B&uuml;rger dieses Landes und Europas mit verantwortlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/krim-krise-diffamiert-als-russlandversteher-1.1925559\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Der Volkstribun vom Maidan<\/strong><br>\nWer ist dieser Milliard&auml;r, der &ldquo;den Maidan finanziert hat&rdquo;, wie ich es jetzt in diversen Medien zu h&ouml;ren bekam, ohne dass jemand dar&uuml;ber aufgekl&auml;rt h&auml;tte, was das bedeutet. Schlimmer noch: Es hat niemand die Frage gestellt. Der Vorwurf, &ldquo;den Maidan finanziert&rdquo; zu haben, also die Proteste gegen die Regierung Janukowitsch, um sich hernach zum Regierungschef w&auml;hlen zu lassen, schl&auml;gt doch wohl dem Fass den Boden aus. Gleichwohl haben dieselben Medien, die das melden, kein Problem damit, das alles &ldquo;demokratisch&rdquo; zu nennen. Wie das? Gibt es nach dem schon selbstverst&auml;ndlichen Finanzierungsvorbehalt f&uuml;r alles Politische inzwischen ein Selbstverst&auml;ndnis dahingehend, dass wer zahlt, auch die Regierung stellt?<br>\nFragen wir die &ldquo;Osteuropasprecherin&rdquo; der Gr&uuml;nen, so ist er die beste Wahl:<br>\n&ldquo;So seltsam es klingen mag: Ich w&auml;re durchaus erleichtert, wenn der Schokoladen-Oligarch Petro Poroschenko Ministerpr&auml;sident w&uuml;rde. Er hat meines Erachtens die Autorit&auml;t und Klugheit, den Zusammenhalt des Landes zu organisieren.&rdquo;<br>\nNein, das klingt keineswegs seltsam. Es ist das, was man erwarten muss von Leuten, die v&ouml;llig auf Linie getrimmt sind, autorit&auml;tsh&ouml;rig, korrupt und eindimensional.<br>\nPoroschenko ist ein Typ, der mit Geduld und Gewalt nach der Macht strebt und kurz vor dem Durchbruch steht. Er hat mit der Kapitalisierung des Ostens seine Milliarden gemacht, mit jedem paktiert, der ihm politische &Auml;mter bot, war Zentralbankrat, Abgeordneter, Au&szlig;en- und Wirtschaftsminister und Vorsitzender des Sicherheits- und Verteidigungsrates in verschiedenen Regierungen. Er hat sich einen Fernsehsender gekauft, von dem er sich gern interviewen l&auml;sst. Er hat Klitschko unterst&uuml;tzt bei den Wahlen zum Oberb&uuml;rgermeister von Kiew, jetzt unterst&uuml;tzt Klitschko ihn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/feynsinn.org\/?p=863\">feynsinn<\/a><\/li>\n<li><strong>Timoschenko und die Ultranationalisten<\/strong><br>\nJulia Timoschenko kennt keine Kompromisse. Den russischen Pr&auml;sidenten Wladimir Putin w&uuml;rde sie am liebsten per Kopfschuss exekutieren, bekannte die fr&uuml;here ukrainische Regierungschefin in einem abgeh&ouml;rten Telefongespr&auml;ch. Am Donnerstag erkl&auml;rte Timoschenko offiziell ihre Kandidatur f&uuml;r das Pr&auml;sidentenamt in Kiew. Damit schlug sie erneut eine Schneise in die politische Landschaft der Ukraine.<br>\nZwei Tage sp&auml;ter reagierte einer ihrer Konkurrenten: Vitali Klitschko erkl&auml;rte am Samstag seinen Verzicht auf eine Kandidatur bei der Pr&auml;sidentschaftswahl. Er unterst&uuml;tze stattdessen die Bewerbung des proeurop&auml;ischen Unternehmers Pjotr Poroschenko, sagte Klitschko in Kiew. Bei der Wahl am 25. Mai sollten alle Oppositionskr&auml;fte Poroschenko unterst&uuml;tzen. &ldquo;Die einzige Chance zu siegen, ist die Nominierung eines Einheitskandidaten der demokratischen Kr&auml;fte&rdquo;, appellierte Klitschko.<br>\nGanz andere Worte hatte zuvor Julia Timoschenko gefunden. &bdquo;Um meine Ideen zu verwirklichen, wie man den Aggressor (Putin) stoppen kann, muss ich die Macht erringen&ldquo;, sagt Timoschenko, die unter Ex-Pr&auml;sident Viktor Janukowitsch nach einem politisch motivierten Schuldspruch zweieinhalb Jahre im Gef&auml;ngnis sa&szlig;. Erst die Maidan-Revolution brachte der 53-J&auml;hrigen Ende Februar die Freiheit.<br>\nJulia Timoschenko wurde an der Seite Viktor Juschtschenkos ber&uuml;hmt, als beide nach den Pr&auml;sidentschaftswahlen im Herbst 2004 gegen die offiziellen Ergebnisse demonstrierten. Die wochenlangen Proteste wurden als Orange Revolution bekannt, weil die Oppositionskr&auml;fte die Farbe Orange verwendeten.<br>\nDas Verh&auml;ltnis zwischen dem ukrainischen Pr&auml;sidenten Juschtschenko und seiner Regierungschefin war schlecht. Timoschenko hatte stets selbst Ambitionen, Pr&auml;sidentin zu werden. Die erste Regierung zwischen den beiden scheiterte im April 2007, wurde nach vorgezogenen Neuwahlen aber erneuert.<br>\nTimoschenko trat bei den Pr&auml;sidentschaftswahlen im Winter 2010 gegen Viktor Janukowitsch an.<br>\nNach ihrer R&uuml;cken-OP in Berlin hat Timoschenko, die von ihrer Vaterlandspartei am Samstag offiziell zur Kandidatin f&uuml;r die Pr&auml;sidentenwahl gek&uuml;rt wurde, nun in den Kampfmodus geschaltet. Sie werde die Oligarchie in der Ukraine zerst&ouml;ren, k&uuml;ndigt die Frau an, die in den 90er Jahren selbst auf zwielichtige Weise als &bdquo;Gasprinzessin&ldquo; zu Reichtum gelangte. &bdquo;Die ukrainische Oligarchie ist ein System von Seilschaften zwischen der Wirtschaft und der Macht&ldquo;, erkl&auml;rt Timoschenko und attackiert damit auch ihren sch&auml;rfsten Rivalen im Rennen um die Pr&auml;sidentschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/ukraine\/ukraine-timoschenko-und-die-ultranationalisten,26429068,26695204.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man kann nur froh sein, dass die Ukraine die ehemals dort stationierten Nuklearwaffen an Russland zur&uuml;ckgegeben hat.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Sicherheitspolitik: Reden oder Angst haben?<\/strong><br>\nDie Debatte um die neue Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik der EU hat seit dem Ausbruch der so genannten Krim-Krise oder Ukraine-Konflikt unglaublich an Aktualit&auml;t und Sch&auml;rfe gewonnen. Selbst bei einer oberfl&auml;chlichen Betrachtung der Medien bekommt man den Eindruck, der neue Kalte Krieg steht vor der T&uuml;r, und die Europ&auml;ische Union m&uuml;sse sich demn&auml;chst gegen einen Einmarsch Russlands zur Wehr setzen, das endlich sein wahres Gesicht zeigen wird. Mehr Sicherheits- oder mehr Au&szlig;enpolitik? Das scheint hier die Frage zu sein. Bei einer solchen weitreichenden Festlegung sollte man aber prim&auml;r die &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nde grundlegend analysieren und erst dann versuchen, passende taktische und strategische Instrumente auszusuchen und in die eigene Politik zu implementieren.<br>\nWas in erster Linie bei einer kritischen Untersuchung der Situation auff&auml;llt, wie sehr in s&auml;mtlichen moralischen und rechtlichen Fragen die Europ&auml;ische Union die Definitionshoheit erobert hat: Sie positioniert sich als Wertegemeinschaft und transferiert und implementiert ihre (exklusiven und richtigen) Werte auch in die Welt, denn diese sind &uuml;bertragungsf&auml;hig und befolgungsw&uuml;rdig, sie machen das Leben der V&ouml;lker weltweit besser und die Missionare dieser Werte zu besseren Menschen. Eine solche Sichtweise erinnert an Zivilisationstheorien, wie sie den &ouml;ffentlichen Diskurs in den USA in den 1960er Jahren pr&auml;gten, als US-Pr&auml;sident Lyndon B. Johnson verk&uuml;ndete, die Herzen und Verstand der Menschen in anderen L&auml;ndern (diesmal war das Vietnam) gewinnen zu wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.verfassungsblog.de\/de\/gasp-reden-oder-angst-haben\/#.UzgIFs5Sq1g\">Verfassungsblog<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>&ldquo;Menschenrechte gelten weltweit&rdquo;<\/strong><br>\nStaatsbesuch aus China: Es geht um Milliardengesch&auml;fte, aber auch um die prek&auml;re Situation der Menschenrechte. Bundespr&auml;sident Joachim Gauck bleibt diplomatisch, gibt aber dem chinesischen Parteichef Xi Jinping doch ein paar unmissverst&auml;ndliche Botschaften auf den Weg. Berlin erhofft sich von Peking Hilfe bei der L&ouml;sung von Krisen wie in der Ukraine &ndash; und gr&ouml;&szlig;ere Distanz von Russland. Mehr Abstimmung in den UN k&ouml;nnte ein wichtiger Puzzlestein sein.<br>\nDeutschland und China seien bereit, &ldquo;ihre strategische Zusammenarbeit in den Bereichen Au&szlig;enpolitik und Sicherheit zu vertiefen und ihr Engagement zur L&ouml;sung regionaler und globaler Konflikte zu verst&auml;rken&rdquo;, hei&szlig;t es in einer gemeinsamen Erkl&auml;rung, die aus Anlass des Staatsbesuchs von Chinas Staatspr&auml;sident Xi Jingping in Berlin verabschiedet wurde.<br>\nBundespr&auml;sident Joachim Gauck mahnte bei einem Treffen mit Xi rechtsstaatliche Reformen an und erinnerte an die weltweite G&uuml;ltigkeit der Menschenrechte. Am Nachmittag traf der Gast aus China mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/deutschland\/id_68729422\/joachim-gauck-trifft-xi-jinping-menschenrechte-gelten-weltweit-.html\">T-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung CR:<\/strong> Deutschland sollte nicht mit erhobenem Zeigefinger auf andere L&auml;nder zeigen: Das sagte auch Gerhard Schr&ouml;der -zurecht- im Hinblick auf seinen V&ouml;lkerrechtsbruch wegen des Kosovo-Konflikts.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man kann sich nur wundern, dass dieses Ma&szlig; an politischer Heuchelei niemand mehr auff&auml;llt. Was ist nun an Xi Jingping und China so anders als an Putin und Russland, dass die deutsche Politikprominenz von der Bundeskanzlerin bis zu Hannelore Kraft den chinesischen Ministerpr&auml;sidenten hofiert, w&auml;hrend Putin als die Inkarnation des B&ouml;sen gilt? Regiert in China nicht eine brutale Parteidiktatur, die Menschenrechte und Meinungsfreiheit mit F&uuml;&szlig;en tritt? R&uuml;stet China nicht auf und  agiert aggressiv gegen&uuml;ber den angrenzenden L&auml;ndern? H&auml;lt China nicht seit &uuml;ber 60 Jahren Tibet v&ouml;lkerrechtswidrig besetzt?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Angriff auf Serbien: Niemals vergessen<\/strong><br>\nSerbien erinnert an den NATO-Angriffskrieg vor 15 Jahren und beklagt: Keiner der Verantwortlichen hat sich entschuldigt, keiner musste sich f&uuml;r das T&ouml;ten verantworten<br>\nIgnoriert von den deutschen Medien hat Serbien in dieser Woche an den Beginn des NATO-Krieges vor 15 Jahren erinnert. Man muss geschichtsvergessen, ignorant oder Rassist sein, wenn mit Blick auf das russische Vorgehen auf der Krim von einem Ende des friedlichen Europas schwadroniert und das V&ouml;lkerrecht bem&uuml;ht wird, wie dies dieser Tage in den TV-Talkshows der Fall ist. F&uuml;hrt Deutschland nicht seit 13 Jahren Krieg am Hindukusch? Was ist mit den franz&ouml;sisch geleiteten Interventionen in Mali, davor in Cote d&rsquo;Ivoire? Was mit dem US-gef&uuml;hrten, europ&auml;isch unterst&uuml;tzten Irak-Feldzug? Und schlie&szlig;lich, was mit dem 78t&auml;gigen Bombardement der Bundesrepublik Jugoslawien im Fr&uuml;hjahr 1999, das seinerzeit von Weitsichtigen schon richtig als &raquo;T&uuml;r&ouml;ffnerkrieg&laquo; gewertet worden ist? Die NATO spricht von &raquo;humanit&auml;rer Intervention&laquo;, Kriegstote hei&szlig;en &raquo;Kollateralsch&auml;den&laquo; und z&auml;hlen nicht.2300 Luftangriffe hat der westliche Milit&auml;rpakt damals geflogen, auf Donau-Br&uuml;cken, Fabriken, Kraftwerke, Kliniken, Schulen und Wohnh&auml;user. 22000 Tonnen Sprengstoff sind eingesetzt worden, zudem 1300 Marschflugk&ouml;rper und 37000 Streubomben. Bis heute weigert sich die NATO, die Pl&auml;ne herauszugeben, wo &uuml;berall mit &raquo;Depleted Uranium&laquo;, dem hochgiftigen und radioaktiven abgereicherten Uran, bombardiert wurde. Nach serbischen Beh&ouml;rdenangaben sind durch die Attacken vom 24. M&auml;rz bis 10. Juni 1999 mehr als 1000 Soldaten get&ouml;tet worden und bis zu 2500 Zivilisten, darunter 89 Kinder. Tausende weitere B&uuml;rger des Balkanlandes wurden verletzt. Die an der Infrastruktur angerichteten Sch&auml;den werden auf 30 bis 100 Milliarden Dollar gesch&auml;tzt. In der Kneza Milosa in der Hauptstadt Belgrad mahnt das ausgebombte Verteidigungsministerium Besucher und Bewohner an die Schrecken des Krieges.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/03-29\/003.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&bdquo;Wof&uuml;r Raketenabwehr da ist&ldquo;<\/strong><br>\nDie amerikanischen Pl&auml;ne f&uuml;r eine Raketenabwehr in Europa sowie deren Implikationen f&uuml;r das Verh&auml;ltnis der USA und der NATO zu Russland sind in diesem Magazin schon wiederholt thematisiert worden. Der Westen hat bei diesem Projekt gegen&uuml;ber Moskau von Anfang an mit gezinkten Karten gespielt &ndash; sowohl was die Begr&uuml;ndung des Vorhabens anbetrifft, als auch im Hinblick auf seine lediglich verbal angebotene Kooperation mit Russland in Sachen Raketenabwehr. Eine vertragliche Zusage, dass sich die f&uuml;r europ&auml;ische Stationierungsregionen vorgesehenen US-Systeme nicht gegen Russland richteten, lehnt Washington ab.<br>\nAls zentrales Argument f&uuml;r eine Raketenabwehr in Europa wurden stets vor allem der Iran und dessen m&ouml;gliche nukleare Ambitionen bem&uuml;ht &ndash; kombiniert mit dem Hinweis, dass Teheran ja bereits &uuml;ber die Technologie f&uuml;r Mittelstreckenraketen und einsatzf&auml;hige Systeme mit Reichweiten bis 2.200 Kilometer verf&uuml;ge und diese weiterentwickele. Dagegen solle der Raketenabwehrschild sch&uuml;tzen. Die Sinnhaftigkeit dieses Konstrukts durfte allerdings allein deswegen bezweifelt werden, weil die nuklearen Kapazit&auml;ten jeder der drei Atomm&auml;chte der NATO mehr als ausreichen, um den Iran gegebenenfalls durch Androhung einer vernichtenden Vergeltung abzuschrecken.<br>\nDass die Sache mit dem Iran tats&auml;chlich so ernst nicht zu nehmen ist, hat k&uuml;rzlich Karl-Heinz Kamp, seines Zeichens Direktor des Bereichs Weiterentwicklung an der Bundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik in Berlin und zuvor lange Jahre bei der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie am Defense-College der NATO in Rom, in dankenswert dezidierter Weise best&auml;tigt &ndash; in einem Essay f&uuml;r die Frankfurter Allgemeine mit dem Titel &bdquo;Wof&uuml;r Raketenabwehr da ist&ldquo;, publiziert am 19. Februar 2014. Kamps Aufh&auml;nger: der russische Au&szlig;enminister Sergei Lawrow. Der hatte Anfang Dezember erkl&auml;rt, Russland sehe nach einem Abkommen mit dem Iran &uuml;ber das Nuklearprogramm Teherans keinen Grund mehr f&uuml;r die von der NATO in Europa geplante Raketenabwehr. Das war f&uuml;r Kamp nun keineswegs Veranlassung, darauf hinzuweisen, dass eine entsprechende &Uuml;bereinkunft mit Teheran noch l&auml;ngst nicht in trockenen T&uuml;chern ist. Eine solche Einlassung h&auml;tte zwar durchaus in der Logik der westlichen Iran-Argumentation gelegen, aber damit hielt sich Kamp gar nicht erst auf. Er ging die Frage viel grunds&auml;tzlicher an und setzte in sechs Punkten auseinander, warum eine amerikanische respektive NATO-Raketenabwehr in jedem Falle erforderlich und sinnvoll sei &ndash; ganz unabh&auml;ngig vom Iran.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/das-blaettchen.de\/2014\/03\/wofuer-raketenabwehr-da-ist-28570.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Erdogan droht Gegnern: &ldquo;Wir verfolgen sie bis in ihre H&ouml;hlen&rdquo;<\/strong><br>\nNach dem klaren Sieg bei den Kommunalwahlen hat der t&uuml;rkische Ministerpr&auml;sident Recep Tayyip Erdogan seinen politischen Widersachern mit drastischen Worten gedroht. &ldquo;Bis in ihre H&ouml;hlen werden wir sie verfolgen. Sie werden den Preis bezahlen&rdquo;, sagte er vor jubelnden Anh&auml;ngern seiner islamisch-konservativen AKP.<br>\nTrotz Korruptionsvorw&uuml;rfen gegen seine Regierung, Entlassungen bei Justiz und Polizei sowie Internetsperren kam die AKP bei der Wahl nach Ausz&auml;hlung von etwa 98 Prozent der Stimmen landesweit auf mehr als 45,5 Prozent. Das sind gut sechs Prozentpunkte mehr als vor f&uuml;nf Jahren. Die Republikanische Volkspartei CHP legte als wichtigste Oppositionskraft nur geringf&uuml;gig von 23,1 auf 28 Prozent zu. Aktivisten der Opposition sprachen von Wahlbetrug.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/tuerkei828.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Freihandelsabkommen: &ldquo;Wir brauchen Waffengleichheit von Staat und Konzernen&rdquo;<\/strong><br>\nAm Mittwoch wirbt Barack Obama beim Treffen mit EU-Vertretern in Br&uuml;ssel f&uuml;r das transatlantische Freihandelsabkommen, kurz TTIP. So gewinnend der US-Pr&auml;sident dabei auch auftreten mag: Viele Gegner des Abkommens wird er nicht &uuml;berzeugen. Die gr&ouml;&szlig;te Bedrohung durch TTIP sehen sie nicht in der Politik &ndash; sondern in Juristen, die weitgehend im Verborgenen wirken. Klaus Sachs ist einer dieser Juristen. Er arbeitet seit mehr als 25 Jahren an privaten Schiedsgerichten, vor denen Staaten von ausl&auml;ndischen Konzernen verklagt werden k&ouml;nnen. M&ouml;glich wird das durch sogenannte Investitionsschutzabkommen, die bislang auch Teil von TTIP sind. Sehen Unternehmen durch politische Entscheidungen ihre Gewinne geschm&auml;lert, so k&ouml;nnen sie die Schiedsgerichte anrufen. So klagt der schwedische Energiekonzern Vattenfall derzeit gegen Deutschland wegen des Atomausstiegs, der US-Tabakriese Philip Morris gegen drastische Warnungen auf australischen Zigarettenpackungen. Wieso aber sollte demokratische Staaten sich Richtern au&szlig;erhalb ihres Justizsystems unterwerfen? Wie kommen die Urteile zustande? Und wieso werden sie so oft geheimgehalten?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/freihandel-jurist-klaus-sachs-ueber-umstrittene-schiedsgerichte-a-958300.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Manch einer wird bei Lesen des Titels vielleicht meinen, dass hier einer der Akteure des Investitionsschutzregimes Waffengleichheit f&uuml;r die Konzerne fordere. Er wird schnell eines Besseren belehrt. Nein, Klaus Sachs wei&szlig; &ndash; und wer sollte es besser wissen als einer dieser privaten Schiedsrichter -, dass die &Uuml;bermacht bei den Konzernen liegt. Er r&auml;umt ein, dass der Staat benachteiligt sei und deshalb sollten auch Unternehmen &ldquo;von Staaten &uuml;ber eine sogenannte Widerklage belangt werden k&ouml;nnen, wenn sie bei ihren Investitionen selbst gegen Gesetze versto&szlig;en haben.&rdquo; Wer dieses Interview auf sich wirken l&auml;sst, f&uuml;r den kann es nur die Forderung geben, die ausufernde Macht privater Akteure muss unbedingt beschnitten und verst&auml;rkt dem Allgemeinwohl unterworfen werden. Profitgeile Manager und Aktion&auml;re bilden keineswegs das Allgemeinwohl ab, wie wir in der heutigen gro&szlig;en Krise eigentlich gelernt haben m&uuml;ssten. Die Frage ist nur, ob die Repr&auml;sentanten der Gemeinschaft (Polis), die Politiker, dies auch so sehen. Wer da meint, dass das, was f&uuml;r Mercedes gut sei, sei auch das Ma&szlig; f&uuml;r Deutschlands Wohlstand, oder wer meint, dass die Deutsche Bank durch das Wort &ldquo;Deutsch&rdquo; an deutschen Interessen ausgerichtet sei, dem ist wahrlich nicht zu helfen bzw. er geh&ouml;rt abgew&auml;hlt.<\/em><br>\n<em>Wohlgemerkt, es ist erfreulich, dass in Deutschland eine verarbeitende Industrie auf der H&ouml;he der Zeit ihren Platz findet, dass wir so viele &ldquo;Hidden Champions&rdquo; unter den Unternehmen des Mittelstandes haben, wie in keinem anderen Land des Globus. Unternehmer, ja sogar Manager, sollen ihren Schnitt machen, aber nicht um jeden Preis. Wobei ein wesentlicher Unterschied zwischen profitabel und profitgeil in der Fristigkeit wirtschaftlichen Planens liegt. Nat&uuml;rlich muss eine Unternehmung profitabel sein, aber der Profit sollte zum Wohle aller an der langen Frist ausgerichtet sein. Das &ouml;ffentliche Bild der Privatwirtschaft wird von Managern dominiert, die in der kurzen Frist ihrer T&auml;tigkeit ein Optimum an Einkommen erzielen wollen &ndash; koste es, was es wolle. Generell haben sich die Profite der Konzerne in einer nicht akzeptablen Weise an den Masseneinkommen vorbei entwickeln k&ouml;nnen. Da fehlt es noch, dass diese ihre Profite zulasten von Staaten &uuml;ber Investitionsschutzabkommen garantiert bekommen. Wo bleibt das unternehmerische Risiko, von dem immer dann gefaselt wird, wenn ausbeuterische Praktiken kritisiert werden?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>IWF: Gro&szlig;banken der Eurozone genie&szlig;en die gr&ouml;&szlig;ten Kostenvorteile<\/strong><br>\nSystemisch wichtige Banken im Euroraum hatten nach Einsch&auml;tzung des Internationalen W&auml;hrungsfonds in den vergangenen Jahren einen erheblichen Finanzierungsvorteil gegen&uuml;ber kleineren Instituten. Der IWF beschreibt das Problem so: Kreditgeber verlangen von systemisch wichtigen Banken weniger Zinsen. Sie unterstellen n&auml;mlich, dass diese Banken im Zweifelsfall vom Steuerzahler gerettet werden. Deshalb schauen sie nicht so genau darauf, welche Risiken diese Institute im Einzelnen &uuml;bernehmen. Die Banken k&ouml;nnen die billige Finanzierung dazu nutzen, ihre Verschuldung auszuweiten und riskantere Gesch&auml;fte einzugehen. Sie k&ouml;nnen au&szlig;erdem schneller wachsen, als das angesichts der zu erwartenden Skaleneffekte eigentlich gerechtfertigt w&auml;re.&nbsp; In den Jahren 2011 und 2012 haben die Eurozone-Gro&szlig;banken laut dem IWF Kostenvorteile zwischen 90 und 300 Milliarden Euro gehabt. Die gro&szlig;e Spanne erkl&auml;rt sich dadurch, dass der IWF zwei unterschiedliche Berechnungsmodelle verwendet hat: Das eine basiert auf der Differenz zwischen tats&auml;chlichen und angemessenen Spreads von Kreditversicherungen (CDS), das andere auf den detaillierten Aussagen von Ratingagenturen zur unterstellten Staatsgarantie. F&uuml;r die US-Gro&szlig;banken errechnet der IWF einen Kostenvorteil von 15 bis 70 Milliarden US-Dollar in den USA, f&uuml;r Japan 25 bis 110 Milliarden Dollar und f&uuml;r Gro&szlig;britannien 20 bis 110 Milliarden Dollar. Laut IWF sind die gesch&auml;tzten staatlichen &bdquo;Subventionen&rdquo; ein gutes Ma&szlig; daf&uuml;r, wie hoch die zus&auml;tzlichen Eigenkapitalanforderungen eigentlich ausfallen m&uuml;ssten, um den Finanzierungsvorteil der Gro&szlig;banken zu beseitigen und zugleich die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass Gro&szlig;banken gr&ouml;&szlig;ere Probleme verursachen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wsj.de\/article\/SB10001424052702303978304579473341501303218.html\">WSJ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ausgesprochen irritierend ist, dass der IWF anscheinend nur der Wettbewerbsvorteil der systemisch wichtigen Banken st&ouml;rt, welcher durch die Umsetzung der Eigenkapitalrichtlinie Basel III behoben w&auml;re.&nbsp; Das Too-important-to-fail- bzw. Too-big-to-fail-Problem besteht doch darin, dass es diese Banken weiterhin gibt, dass die Rettungsbereitschaft der Staaten doch genau das ausl&ouml;st, was verhindert werden soll: den Anreiz exzessiv in das Risiko zu gehen. Neben anderen Vorschl&auml;gen schl&auml;gt der IWF ein Abwicklungsfonds vor, der &uuml;ber einen Zeitraum von 30 Jahren von den Banken bef&uuml;llen w&auml;re. Der IWF geht davon aus, dass alle 30 Jahre eine Finanzkrise stattf&auml;nde. Welch ein Optimismus! Diese Krise ist noch nicht einmal vorbei und schon extrapoliert der IWF aus einer kaum vergleichbaren Vergangenheit die zeitliche Wahrscheinlichkeit der n&auml;chsten Krise. &ndash; Die analytischen Kapitel des &ldquo;Global Financial Stability Reports&rdquo; k&ouml;nnen <a href=\"http:\/\/www.imf.org\/External\/Pubs\/FT\/GFSR\/2014\/01\/index.htm\">hier<\/a> heruntergeladen werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Doppelte Enteignung der Versicherten<\/strong><br>\nBislang sind es nur Ank&uuml;ndigungen, doch die Bundesregierung plant die doppelte Enteignung der Versicherten. Zum einen der Rentenversicherten: die sollen f&uuml;r eindeutig versicherungsfremde Leistungen wie die M&uuml;tterrente selber aufkommen, was nicht nur dazu f&uuml;hrt, dass sie h&ouml;here Beitr&auml;ge zahlen, sondern &uuml;ber die komplizierten Rentenformeln auch dazu, dass sie sp&auml;ter weniger Rente bekommen werden. Ein doppelter Schaden also. Gerechtigkeit? K&uuml;nftige Altersarmut? Kein Thema f&uuml;r die GroKo.<br>\nUnd auch jene, die privat zum Beispiel mit einer Lebensversicherung vorgesorgt haben, werden mit staatlichem Segen geschr&ouml;pft. Denn 2008 wurde gesetzlich festgelegt, dass Versicherten, deren Vertrag abl&auml;uft oder die k&uuml;ndigen, die H&auml;lfte der sogenannten Bewertungsreserven zusteht. Nun stellt sich heraus, dass einige Versicherer tats&auml;chlich einen Teil der Anlagen, die sie mit dem Geld jener Versicherten gekauft haben, aufl&ouml;sen m&uuml;ssten, um eben diesen Versicherten einen Teil der Bewertungsreserven auszuzahlen. So bek&auml;men am Ende die Versicherten tats&auml;chlich wieder ihr Geld zur&uuml;ck! Das wei&szlig; die neue Bundesregierung zu verhindern. Die h&auml;lftige Beteiligung an den Bewertungsreserven soll wieder gestoppt werden. Die Gesetze zu Lasten der Renten- und der Lebensversicherten sind schon in der Pipeline. Doch der Aufschrei der Entr&uuml;stung h&auml;lt sich in Grenzen.<br>\nUnd im Parlament gibt es keine Opposition, die den Diebstahl an den Versicherten wirksam verhindern k&ouml;nnte. Als die SPD noch in der Opposition war, hat sie den Klau der Bewertungsreserven noch &uuml;ber den Bundesrat gekippt. Nun will sie ihn selber beschlie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vorsorgeluege.de\">Holger Balodis, vorsorgeluege.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Hartz IV &ndash;  Von Versprechungen und Verfehlungen<\/strong><br>\nGut zehn Jahre ist es her, dass mit den Hartz-IV-Gesetzen der Arbeitsmarkt grundlegend reformiert wurde. Laut Statistiken gibt es seitdem sehr viel weniger Arbeitslose. Doch Soziologen sehen kein Besch&auml;ftigungswunder, sondern ein Anwachsen von unsicheren, wenig anerkannten, instabilen und gering entlohnten Jobs.<br>\nAm kommenden Dienstag ver&ouml;ffentlicht die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit die aktuellen Arbeitsmarktdaten. Eine Zahl bleibt dabei lange schon stabil: Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland leben von der sogenannten Grundsicherung, die in der Alltagssprache als &ldquo;Hartz IV&rdquo; bekannt ist. Etwa eineinhalb Millionen davon sind Kinder, und von den erwachsenen Hartz-IV-Beziehern sind viele nur vor&uuml;bergehend auf die staatliche Hilfe angewiesen. Rund zwei Millionen M&auml;nner und Frauen aber leben dauerhaft von der staatlichen Unterst&uuml;tzung. Auch diese Zahl hat sich in letzter Zeit kaum ver&auml;ndert.<br>\nViele Hartz-IV-Bezieher f&uuml;hlen sich unverschuldet in einer Lage, in der sie die gesellschaftliche Norm nicht mehr erf&uuml;llen k&ouml;nnen, dass man arbeiten sollte; gleichzeitig haben sie das Gef&uuml;hl, dass ihnen die Schuld an dieser Lage gegeben wird &ndash; das sind einige der Ergebnisse der auf sieben Jahre angelegten Studie des soziologischen Instituts der Uni Jena. In der Summe, so meint der Studienleiter Klaus D&ouml;rre, k&ouml;nne kein Zweifel daran bestehen: Hartz IV wird als Stigma empfunden.<br>\n&ldquo;Wir haben das in der Studie provokativ so beschrieben, dass Hartz IV im Grunde zu vergleichen ist etwa mit der dunklen Hautfarbe in den S&uuml;dstaaten der USA, also mit rassistischen Diskriminierungen, nur mit dem Unterschied, dass man seine Haut nicht loswird, w&auml;hrend man aus dem Hartz-IV-Status rauskommen kann.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/hartz-iv-von-versprechungen-und-verfehlungen.724.de.html?dram:article_id=281512\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe dazu <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=18483\">die Rezension der Studie unter der Leitung von Klaus D&ouml;rre.<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Armutsrisiko in S&uuml;d- und Osteuropa weiterhin h&ouml;her als in Mittel- und Nordeuropa<\/strong>\n<ul>\n<li>In der gesamten Europ&auml;ischen Union war 2012 etwa jede sechste Person armutsgef&auml;hrdet, wobei die Armutsgef&auml;hrdungsquote von 16,4 % im Jahr 2005 auf 16,9 % im Jahr 2012 gestiegen ist. Damit galten 2012 85 Mio. Menschen in der EU als armutsgef&auml;hrdet. Insgesamt variiert  das Armutsrisiko im Vergleich der ausgew&auml;hlten L&auml;nder und reicht im Jahr 2012 von 14,1 % in Schweden und Frankreich bis hin zu 23,1 % in Griechenland.<\/li>\n<li>Zu den f&uuml;nf L&auml;ndern mit der h&ouml;chsten Armutsgef&auml;hrdung in der EU z&auml;hlten 2012 Griechenland (23,1 %), Rum&auml;nien (22,6 %), Spanien (22,2 %), Bulgarien (21,2 %) und Italien (19,4 %). Dabei handelt es sich ausschlie&szlig;lich um L&auml;nder aus S&uuml;d- und Osteuropa. Dagegen liegen niedrigere Armutsquoten unterhalb des EU-Durchschnitts &uuml;berwiegend in Mittel- und Nordeuropa vor, wie in Gro&szlig;britannien (16,2 %), Deutschland (16,1 %), Frankreich (14,1 %) und Schweden (14,1 %).<\/li>\n<li>Auff&auml;llig ist der leichte aber kontinuierliche Anstieg der Armutsgef&auml;hrdung seit 2005 in fast allen EU-L&auml;ndern. Dabei verzeichnet Bulgarien seit 2005 mit 33 % den h&ouml;chsten Zuwachs bei der Armutsgef&auml;hrdung in der Bev&ouml;lkerung bis 2012. Den zweith&ouml;chsten Zuwachs hat Deutschland mit 23,6 % vorzuweisen. Damit galten im bev&ouml;lkerungsst&auml;rksten Land Europas 2012 rund 13 Mio. Menschen als einkommensarm.<\/li>\n<li>Mit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2007 und der seitdem praktizierten harten Austerit&auml;tspolitik hat sich vor allem in S&uuml;deuropa das Armutsrisiko erh&ouml;ht. Galten in Griechenland 2007 rund 2,2 Mio. Menschen als einkommensarm, erh&ouml;hte sich das Armutsrisiko bis 2012 auf 2,5 Mio. Menschen und damit um 12 %. Auch in Spanien ist mit 11,3 % seit der Krise ein deutlich h&ouml;herer Anteil der Bev&ouml;lkerung von Armut bedroht. Lediglich in Italien f&auml;llt die Erh&ouml;hung des Armutsrisikos in der Bev&ouml;lkerung mit 2,6 % moderat aus. Da die Werte in den meisten L&auml;ndern schon vor dem Einsetzen der Krise im Jahr 2007 konstant hoch waren, ist der weitere Anstieg besonders problematisch.<\/li>\n<li>Dagegen ging in Gro&szlig;britannien als eines von nur wenigen L&auml;ndern die Armutsgef&auml;hrdung in der Bev&ouml;lkerung seit 2005 um 10 % zur&uuml;ck, obwohl sich im gleichen Zeitraum die Arbeitslosigkeit von 4,8 % auf 7,9 % erh&ouml;ht hat und die Sozialschutzausgaben um 9,8 % gek&uuml;rzt wurden. Auch in Rum&auml;nien konnte die Armutsgef&auml;hrdung der Bev&ouml;lkerung seit 2007 um 10,8 % reduziert werden, allerdings ist die Armutsgefahr des jungen EU-Landes mit 22,6 % immer noch die zweith&ouml;chste in der EU.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140401_hdt_01.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140401_hdt_01_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Europa-Internationales\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbX10_Grafik_Monat_04_2014.pdf\">Sozialpolitik aktuell [PDF &ndash; 134 KB]<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Auf <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/\">Sozialpolitik aktuell<\/a> finden sie wieder eine Reihe wichtiger Dokumente zur Sozialpolitik neu eingestellt. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&ldquo;Kooperation statt Kannibalismus&rdquo;<\/strong><br>\nSolidargemeinschaft statt Elite-Hierarchie: Gie&szlig;ens Uni-Pr&auml;sident Joybrato Mukherjee stemmt sich im Interview gegen einen &ldquo;kannibalistischen Wettbewerb&rdquo; zwischen den Hochschulen im Land. Und zielt damit auch auf einen seiner Kollegen.<br>\nWie sollen sich Hessens Hochschulen entwickeln? Das will das Land in einem Plan zur Hochschulentwicklung festschreiben. Gie&szlig;ens Uni-Pr&auml;isdent Joybrato Mukherjee warnt im Interview mit hr-online vor einer neuen Variation des Elite-Themas: &ldquo;Das ist eine v&ouml;llig falsche Sicht auf die differenzierte Hochschullandschaft.&rdquo; Der Blick m&uuml;sse sich auf M&ouml;glichkeiten der Kooperation und auf die einzelnen F&auml;cher richten. Der Pr&auml;sident der &uuml;ber 400 Jahre alten Universit&auml;t widerspricht damit seinem Frankfurter Kollegen Werner M&uuml;ller-Esterl.<br>\nhr-online: Herr Prof. Mukherjee, der Frankfurter Uni-Pr&auml;sident hat f&uuml;r seine Universit&auml;t die Vision eines &ldquo;Harvard am Main&rdquo;. Was wollen Sie werden &ndash; &ldquo;Princeton an der Lahn&rdquo;?<br>\nMukherjee: Wenn man bei der Metapher von &ldquo;Harvard am Main&rdquo; bleibt, k&ouml;nnen wir uns in Gie&szlig;en und Marburg zur&uuml;cklehnen und die Metapher &ldquo;Cambridge und Oxford an der Lahn&rdquo; verwenden &ndash; auch vom Alter her. Aber es geht nat&uuml;rlich im Grundsatz darum, welche Vision man von der eigenen Universit&auml;t und vom Hochschulstandort Hessen hat.<br>\nhr-online: Welche Vision haben Sie?<br>\nMukherjee: Wir meinen in Gie&szlig;en, dass wir &ndash; die 13 staatlichen Hochschulen im Land &ndash; alle zu einem &ldquo;Konzern Hessen&rdquo; geh&ouml;ren. Dass wir alle vom Land finanziert werden und es deshalb nicht Aufgabe des Landes sein kann, einen kannibalistischen Wettbewerb unter uns zu organisieren. Es kommt darauf an, vor allem die Kooperation zu st&auml;rken und sich als Interessens- und Solidargemeinschaft zu sehen. Einige glauben leider, dass das Land sich rauszuhalten habe und nur einen Wettbewerb untereinander organisieren solle. Das ist aber nicht im Landesinteresse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/rubriken\/nachrichten\/indexhessen34938.jsp?rubrik=36090&amp;key=standard_document_51265035\">hr-online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Pleite einer Kaderschmiede<\/strong><br>\nWenn es gesellschaftliches und privatwirtschaftliches Engagement f&uuml;r die Ausbildung k&uuml;nftiger Eliten gibt &ndash; warum nur muss dieses Engagement immer aus den gro&szlig;en deutschen Universit&auml;ten herausgetragen werden? Anstatt in diese hinein? Diese Frage stellt sich angesichts der Nachricht, dass die &ldquo;Humboldt-Viadrina School of Governance&rdquo; in Berlin jetzt Insolvenz angemeldet hat.<br>\n&Uuml;berhaupt erst seit dem Wintersemester 2009\/2010 bietet diese School, symboltr&auml;chtig in der Berliner Wilhelmstra&szlig;e residierend, eine berufsbegleitende Ausbildung zum &ldquo;Master of Public Policy&rdquo; an. Die Absolventen sollen &ldquo;f&uuml;r bessere Demokratie&rdquo; t&auml;tig werden und zu diesem Zweck &ldquo;Schl&uuml;sself&auml;higkeiten f&uuml;r ein erfolgreiches Umsetzen von Politikentw&uuml;rfen&rdquo; vermittelt bekommen.<br>\nGesine Schwan, Politikwissenschaftlerin und fr&uuml;here Pr&auml;sidentschaftskandidatin, leitet die Einrichtung seit 2010. Am vergangenen Freitag nun erkl&auml;rte Schwan in einer Pressemitteilung: &ldquo;Die derzeit sehr schwierige finanzielle Situation l&auml;sst leider keine andere Wahl, als eine Insolvenz zu beantragen. Gleichzeitig bem&uuml;hen wird uns unerm&uuml;dlich um den Fortbestand der School.&rdquo;<br>\nDer Lehrbetrieb f&uuml;r derzeit 58 Studierende aus vierzehn L&auml;ndern soll weitergef&uuml;hrt werden, w&auml;hrend neue Geldgeber gesucht werden. Auch ein Ort der politischen Debatte, so hofft Gesine Schwan, soll das Haus, das vom Land Berlin gemietet wird, bleiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bildung\/insolvenz-fuer-privat-hochschule-pleite-einer-kaderschmiede-1.1926222\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> &Auml;hnlich ist es mit der privaten Jacobs-University in Bremen. Diese Einrichtung nimmt mit hohen Zugangsh&uuml;rden f&uuml;r sich in Anspruch die zuk&uuml;nftige Elite auszubilden, ist aber bis heute auf &ouml;ffentliche Mittel angewiesen. Das hoch verschuldete Land Bremen hat die Gr&uuml;ndung mit 110 Millionen Euro unterst&uuml;tzt, b&uuml;rgt f&uuml;r 50 Millionen und zahlt obendrein f&uuml;r die n&auml;chsten f&uuml;nf Jahre j&auml;hrlich drei Millionen Euro, die es aus dem Stadthaushalt bereitstellen muss und die dann den staatlichen Hochschulen fehlen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Merkels Agenda ist &ldquo;neoliberal, marktliberal, wirtschaftsh&ouml;rig&rdquo;<\/strong><br>\n&Uuml;ber den Umgang der CDU mit der Macht diskutieren die Politikwissenschaftlerin Stefanie Waske und der Journalist Stephan Hebel. Sie analysieren in ihren B&uuml;chern &ldquo;Nach Lekt&uuml;re vernichten&rdquo; und &ldquo;Mutter Blamage&rdquo; das Innenleben einer Partei, zu deren Selbstverst&auml;ndnis es geh&ouml;rt, den Kanzler zu stellen.<br>\nKorbinian Frenzel: Oder man macht es so wie Sie, indem man ein provozierendes Buch schreibt. Ich erz&auml;hle Ihnen mal eine Beobachtung, die ich gemacht habe in den letzten Tagen. Ich war viel im Zug unterwegs mit Ihrem Buch, habe es gelesen. Und da liegt es ja dann unweigerlich auf dem Tisch und andere gucken rauf. Ganz h&auml;ufig kam die Reaktion: Was ist denn das eigentlich f&uuml;r ein Angriff gegen Angela Merkel? Die ist doch die Einzige in dem ganzen Laden, die die Dinge noch irgendwie zusammenh&auml;lt. Kennen Sie diesen Vorwurf an Ihr Buch?<br>\nStephan Hebel: Ja. Ich kenne es nicht nur als Vorwurf. Ich kenne es als Bemerkung auch von Leuten, die niemals Angela Merkel w&auml;hlen w&uuml;rden, die zu mir sagen: Ja, aber es sieht doch ganz so aus, als w&uuml;rde sie den Laden zusammenhalten. Die vertritt uns doch noch anst&auml;ndig in Br&uuml;ssel. Au&szlig;erdem ist sie bescheiden und nicht geldgierig, h&ouml;chstwahrscheinlich nicht korrupt &ndash; das glaube ich &uuml;brigens auch nicht, dass sie korrupt ist. &ndash; Und genau um dieser Wahrnehmung einen Zweifel entgegenzusetzen, nicht Zorn w&uuml;rde ich sagen, sondern einen Zweifel entgegenzusetzen, habe ich das Buch &uuml;berhaupt geschrieben.<br>\nIch glaube n&auml;mlich, dass Frau Merkel hinter dem Theaterst&uuml;ck &ldquo;Ich bin f&uuml;r alle da&rdquo; eine sehr klare politische Agenda verfolgt, die sozial ungerecht und im Kern neoliberal, marktliberal, wirtschaftsh&ouml;rig mehr oder weniger ist, nicht weil sie eine Verschw&ouml;rerin w&auml;re oder was auch immer &ndash; und ich bin auch deshalb nicht zornig, sondern mehr erstaunt &ndash;, sondern weil sie nach meiner Meinung im tiefen Glauben handelt, dass das, was der Wirtschaft dient, auch dem Lande dient.<br>\nDas Problem ist, dass sie das nicht sagt, sondern dass sie mit kleinen rhetorischen, manchmal auch sachlichen Zugest&auml;ndnissen an andere Parteien oder andere Politikentw&uuml;rfe den Eindruck erweckt, man br&auml;uchte eigentlich &uuml;berhaupt keine Opposition mehr gegen sie. Dagegen schreibe ich an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/merkels-agenda-ist-neoliberal-marktliberal-wirtschaftshoerig.1270.de.html?dram:article_id=241476\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<p>Hier noch einmal die zwei sehr empfehlenswerten B&uuml;cher:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Stefanie Waske<\/em><br>\n<strong>&bdquo;Nach Lekt&uuml;re vernichten!&ldquo;<\/strong><br>\nDer geheime Nachrichtendienst von CDU und CSU im Kalten Krieg<br>\nISBN 978-3-446-24144-2<br>\nHanser Verlag<\/li>\n<li><em>Stephan Hebel<\/em><br>\n<strong>Mutter Blamage.<\/strong><br>\nWarum die Nation Angela Merkel und ihre Politik nicht braucht<br>\nISBN 978-3-86489-021-5<br>\nWestend Verlag<br>\nSiehe die Rezension <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16450\">hier<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Die CDU von der Macht abl&ouml;sen &ndash; oder nicht<\/strong><br>\nLandtagswahlen 2014 In Th&uuml;ringen und Sachsen sind sich die Gr&uuml;nen nicht einig, ob sie die CDU stabilisieren oder von der Macht abl&ouml;sen wollen. Am Ende k&ouml;nnten sie au&szlig;erparlamentarisch sein&hellip;<br>\nDie j&uuml;ngste Umfrage zur Landtagswahl in Sachsen, durchgef&uuml;hrt vom Institut INSA, taxierte die CDU bei 43% und die vereinigte Opposition aus Linkspartei, SPD und Gr&uuml;nen bei 42%. Die AfD k&ouml;nnte sich mit derzeit 7% Hoffnungen machen, die FDP und die NPD zu beerben.<br>\nDer von Infratest-dimap im Auftrag des MDR im M&auml;rz ver&ouml;ffentlichte Th&uuml;ringenTREND sah die CDU bei 38%, w&auml;hrend Linke und SPD gemeinsam 45% und die Gr&uuml;nen 6% erhielten. Die AfD w&uuml;rde momentan 5% erreichen.<br>\nW&auml;hrend die s&auml;chsische CDU einen Regierungswechsel insbesondere aufgrund der notorisch schwachen SPD, die f&uuml;r ein alternatives Regierungsb&uuml;ndnis die notwendigen Stimmen bislang nicht erbrachte, weniger f&uuml;rchten muss, sprechen die j&uuml;ngsten Th&uuml;ringer Umfrageergebnisse eine eindeutige Sprache: In Erfurt ist nach dem verpatzten Regierungswechsel von 2009 die Abl&ouml;sung der CDU nach knapp 25 Jahren an der Regierung wahrscheinlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/benjamin-immanuel-hoff\/die-cdu-von-der-macht-abloesen-oder-nicht\">derFreitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Nationalkonservativ und marktradikal &ndash; Eine politische Einordnung der AfD<\/strong><br>\nDie Alternative f&uuml;r Deutschland (AfD) re&uuml;ssiert durch ihre &laquo;radikal euro(pa)skeptische Botschaft&raquo;. Ein Umstand, der rasch dazu verleiten kann, das Menetekel des Rechtspopulismus zu erkennen. Das k&ouml;nnte sich nun als Missverst&auml;ndnis herausstellen. Denn die Partei verzichtet zwar nach wie vor auf ein Programm und ist damit ein Kuriosum innerhalb der deutschen Parteienlandschaft; das hei&szlig;t aber nicht, dass seit Gr&uuml;ndung im Fr&uuml;hjahr 2013 keine inhaltliche Entwicklung stattgefunden h&auml;tte. Tats&auml;chlich ist die AfD heute keine &laquo;Ein-Punkt-Partei&raquo; mehr &ndash; sie beschr&auml;nkt sich nicht auf die<br>\nAgitation gegen die Europ&auml;ische Union. Und bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass dies nicht einmal ihr zentrales Anliegen ist. Worum also geht es der AfD, und wie ist sie demnach zu verorten?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.axel-troost.de\/article\/7722.nationalkonservativ-und-marktradikal-eine-politische-einordnung-der-afd.html\">Axel Troost<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Frankreich: Basis wendet sich von Sozialdemokraten ab<\/strong><br>\nIn voraussehbarer Regelm&auml;&szlig;igkeit w&auml;hlen die Franzosen wieder ab, wen sie zuvor gew&auml;hlt haben. Schon zu Mitterands Zeiten setzte es zwei Jahre nach dem euphorischen Sieg 1981 eine kalte Dusche bei den Kommunalwahlen. Gestern erfuhren die regierenden Sozialdemokraten eine deutliche W&auml;hlerabsage auf kommunaler Ebene. Mit Ausnahme von Paris verloren sie die wichtigen gro&szlig;en St&auml;dte an die konservative UMP. Die kommunale Basis des PS, die Hollande als Generalsekret&auml;r zwischen 1997 und 2008 aufgebaut hatte, ist verloren. Der Pr&auml;sident steht nun unter &ouml;ffentlichen Druck; erwartet wird, dass er die n&auml;chsten Tage eine Kabinettsumformung bekannt gibt, m&ouml;glicherweise auch mit einem neuen Ministerpr&auml;sidenten.<br>\nEin Debakel f&uuml;r den PS, ein Triumpf f&uuml;r die UMP und mindestens zehn B&uuml;rgermeister aus den Reihen der Rechtsnationalisten FN, so wird das Ergebnis des gestrigen Abstraf- oder Protestvotums heute Morgen in Medien auf eine kurze Formel gebracht. Die landesweiten Anteile der traditionell nach links und rechts aufgeteilten politischen Landschaft Frankreichs werden nach Hochrechnungen mit 40,6 Prozent f&uuml;r die Linke (PS plus kleinere Parteien), knapp 46 Prozent f&uuml;r die UMP plus kleinere Parteien und 6,6 Prozent f&uuml;r die &ldquo;extreme Rechte&rdquo; angegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/41\/41378\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wer meint, das &bdquo;B&auml;umchen-wechsel-dich&ldquo;-Spiel ginge endlos weiter, sollte allm&auml;hlich aufwachen. Es funktioniert halt nicht, dass erst die Konservativen scheitern  und die Linke eine Alternative verspricht und das gleich macht wie die Konservativen  und gleichfalls scheitert. Dann kommen zwar zun&auml;chst auch wieder die Konservativen ans Ruder, aber die Leute sehen keinen Sinn mehr, zur Wahl zu gehen oder sie w&auml;hlen die &bdquo;extreme Rechte&ldquo;. Das Verteufelte ist: Die Konservativen und vor allem die Kapitaleigent&uuml;mer k&ouml;nnen mit der &bdquo;extremen Rechten&ldquo; ziemlich gut leben. Der Faschismus hat gezeigt, dass er mit dem Kapitalismus ganz gut zurecht kommt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Griechen ebnen Weg f&uuml;r n&auml;chste Tranche<\/strong><br>\nDas griechische Parlament hat nach langen Debatten ein umstrittenes Gesetzespaket verabschiedet und damit die Voraussetzung f&uuml;r weitere Milliardenkredite erf&uuml;llt. In der Nacht zu Montag stimmten 152 Abgeordnete f&uuml;r die Reformgesetze zur Liberalisierung der Arbeitsm&auml;rkte, 135 stimmten dagegen. Mit 151 Ja- und 136 Nein-Stimmen wurde ein Gesetz zur Rekapitalisierung der Banken verabschiedet.<br>\nDamit ist der Weg frei f&uuml;r eine weitere Hilfstranche von mindestens 8,5 Milliarden Euro von den internationalen Gebern. Bereits am Dienstag reisen die Euro-Finanzminister nach Athen, wo sie unter anderem die neuen Kredite freigeben wollen, die aufgrund schleppender Reformanstrengungen der Regierung in Athen seit Monaten blockiert waren.<br>\n&ldquo;Griechenland hat heute einen Riesenschritt gemacht&rdquo;, sagte Regierungschef Antonis Samaras im Fernsehen. Das Gesetz soll in erster Linie mehrere Sektoren im Einzelhandel f&uuml;r mehr Wettbewerb &ouml;ffnen. Die Opposition hielt der Regierung jedoch vor, weitere Klauseln im Gesetzeswerk unterbringen zu wollen, die Banken und bestimmten Gesch&auml;ftsleuten zugutekommen sollen.<br>\nBei den Reformen geht es unter anderem um Deregulierungen von Tarifvertr&auml;gen. Zudem soll etwa der Zugang zum Apothekerberuf erleichtert werden und Medikamente auch in Superm&auml;rkten verkauft werden k&ouml;nnen. Auch auf die Milchpreise zielen die neuen Regelungen. Milch soll billiger werden, indem die Superm&auml;rkte ihre haltbare Milch bei entsprechender Verarbeitung und Verpackung nicht wie bislang binnen f&uuml;nf Tagen aus den Regalen entfernen m&uuml;ssen. Zudem soll Brot k&uuml;nftig au&szlig;er in B&auml;ckereien und Superm&auml;rkten auch in anderen Lebensmittell&auml;den verkauft werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/griechenland2950.html\">tagesschau.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der neoliberale Irrsinn in Griechenland geht weiter. Und die Ukraine wird bald auf dem Weg zur &bdquo;marktkonformen&ldquo; Demokratie folgen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: TroikaWatch<\/strong><br>\nInzwischen sind die Troika-Inspektoren wieder nach Athen zur&uuml;ckgekehrt, um die Freigabe einer weiteren Kredittranche von 8,8 Milliarden Euro zu pr&uuml;fen, die daf&uuml;r ben&ouml;tigt wird, um die vor den Europ&auml;ischen Wahlen Ende Mai f&auml;lligen Kredite und Zinsen zu bezahlen. Um die Auszahlung dieser Tranche zu genehmigen, fordert die Troika Ma&szlig;nahmen, von denen die griechische Regierung gehofft hatte, diese hinausschieben zu k&ouml;nnen: eine zus&auml;tzliche Entlassungswelle von 12.500 Besch&auml;ftigten im &ouml;ffentlichen Dienst, die Verbesserung des &bdquo;Wettbewerbs&ldquo;, indem die mehr als 300 Empfehlungen eines k&uuml;rzlich ver&ouml;ffentlichten OECD-Berichts [en] umgesetzt werden, sowie die Reduzierung der Sozialbeitr&auml;ge der Arbeitgeber und einiger anderer Steuern. Die Steuersenkungen werden neue L&uuml;cken in die griechischen Bilanzen rei&szlig;en und eine neue Runde von sozialen K&uuml;rzungen sp&auml;ter im Jahr nach sich ziehen &ndash; die die Regierung vermeiden wollte &ndash; , w&auml;hrend mindestens eine der im OECD- Bericht enthaltenen Ma&szlig;nahmen sogar das &Uuml;berleben der griechischen Milchindustrie gef&auml;hrden k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.troikawatch.net\/de\/dritter-newsletter-von-troikawatch\/#content\">Troika Watch<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu noch: Sparprogramme t&ouml;ten<\/strong><br>\nNach jahrelanger Recherche auf f&uuml;nf Kontinenten haben zwei junge Epidemiologen ihre haarstr&auml;ubenden Ergebnisse zu einem provokanten und dringlichen Pamphlet zusammengefasst.<br>\nHarte Fakten belegen die traurige Wahrheit und einen eindeutigen Zusammenhang:<br>\nNachdem in Griechenland der Gesundheitsetat 2009 von 24 auf 16 Milliarden Euro gek&uuml;rzt wurde, stieg die Kindersterblichkeit um 40 Prozent und allein zwischen Januar und Mai 2011 die Zahl der HIV-Neuinfektionen um 52 Prozent. Das gerade vom Krisengewinnler Deutschland aufgezwungene europaweite Sparregime hat dramatische Folgen, denn:<br>\n&raquo;Was ist der Unterschied zwischen dem IWF und einem Vampir? Der Vampir h&ouml;rt auf, einem das Blut auszusaugen, wenn man tot ist.&laquo;<br>\nHinter den aufr&uuml;ttelnden Zahlen, den aktuellen sowie historischen Daten und erstaunlichen Grafiken stehen die Schicksale einzelner Menschen, die von den Autoren in drastischen Geschichten portr&auml;tiert werden. Aber die beiden Medizinethiker bieten auch Raum f&uuml;r Hoffnung, denn sie zeigen ermutigende Beispiele wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Erholung, nachdem kreative, &uuml;berraschende politische L&ouml;sungen f&uuml;r schwierige Bedingungen gefunden wurden. Nach f&uuml;nf Jahren Rezession ist es Zeit f&uuml;r eine Kehrtwende in der Krisenpolitik &ndash; f&uuml;r eine ges&uuml;ndere Zukunft!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wagenbach.de\/buecher\/demnaechst-erscheinen\/titel\/945--sparprogramme-toeten.html\">Verlag Klaus Wagenbach<\/a><\/p>\n<p><em>Sanjay Basu , David Stuckler<\/em><br>\n<strong>Sparprogramme t&ouml;ten<\/strong><br>\nDie &Ouml;konomisierung der Gesundheit<br>\nAus dem Englischen von Richard Barth<br>\nISBN 978-3-8031-3649-7<br>\nVerlag Klaus Wagenbach<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Portugal &ndash; Auswanderung nach Merkel&acirc;ndia<\/strong><br>\nZuhause haben sie die Wahl zwischen Arbeitslosigkeit und schlecht bezahlten Jobs: Deshalb wandern jeden Monat mehr als 10.000 gut ausgebildete, junge Portugiesen nach Deutschland aus.<br>\nNach dem ersten deutsch-portugiesischen Anwerbeabkommen im M&auml;rz 1964 kamen Hunderttausende Portugiesen ins Wirtschaftswunderland. Heute gibt es eine neue Auswanderungswelle: Wieder einmal machen sich junge Portugiesinnen und Portugiesen auf den Weg in Richtung Norden. Anders als damals ist die neue Migrantengeneration heute hoch qualifiziert und wird entsprechend hofiert und umworben &ndash; von deutschen Unternehmen, die dringend Facharbeiter, Ingenieure und Pflegepersonal suchen.<br>\nZu Hause vor die Wahl gestellt zwischen Arbeitslosigkeit und schlecht bezahlten Jobs ohne soziale Absicherung &ndash; und zudem ausdr&uuml;cklich ermuntert von Ministerpr&auml;sident Passos Coelho &ndash; verlassen jeden Monat mehr als zehntausend Portugiesen ihre Heimat Richtung Deutschland.<br>\nEine Spurensuche in einem Land, das sich nur langsam von der Finanzkrise erholt, einen harten Sparkurs f&auml;hrt und zudem noch seine jungen Leute gehen lassen muss &ndash; so, wie vor 50 Jahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/portugal-auswanderung-nach-merkelandia.922.de.html?dram:article_id=278980\">Deutschlandradio<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Schade, dass der einleitende Text nicht ohne die inzwischen mehrfach widerlegte neoliberale Propagandafloskel vom angeblichen Fachkr&auml;ftemangel in Deutschland auskommt.<\/em><br>\n<em>Ein interessanter Abschnitt aus der Reportage: &ldquo;Die Uniklinik Frankfurt hat voriges Jahr wieder ihre Aquisechefin fu&#776;r ausl&auml;ndische Mitarbeiter nach Portugal geschickt. Auf den Stationen herrscht Personalmangel. Und es kommt kein Nachwuchs. Deshalb holt sich die Personalabteilung jetzt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Ausland.&rdquo; Da fragt man sich weshalb deutsche Krankenh&auml;user keine Pflegekr&auml;fte oder &Auml;rzte finden? Liegt es vielleicht daran, dass diese lieber in der Schweiz arbeiten, da sie dort anst&auml;ndig bezahlt werden und nicht wie in Deutschland f&uuml;r miese L&ouml;hne schuften m&uuml;ssen?<\/em><br>\n<em>Aber dank der &ldquo;nachhaltigen Wachstumspolitik&rdquo; die IWF, EU-Kommission und EZB Portugal verordnet haben, lassen sich nun billige Arbeitskr&auml;fte von dort rekrutieren. Angesichts der von der Troika geforderten massiven Sparma&szlig;nahmen im &ouml;ffentlichen Sektor habe die &ouml;ffentlichen Krankenh&auml;user kaum noch Geld zur Verf&uuml;gung, um neues Personal einzustellen. Die Stundenl&ouml;hne f&uuml;r Pflegekr&auml;fte in privaten Kliniken liegen gar bei 3 &euro;\/Stunde. So erscheinen f&uuml;r die betroffenen Menschen die L&ouml;hne in Deutschland noch sehr verlockend. Aber da nun die ukrainische Putschregierung das Assoziierungsabkommen mit der EU unterzeichnet hat, wird es ja bald noch billigere Arbeitskr&auml;fte geben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Union Busting in England: Schwarze Listen, Bespitzelung<\/strong><br>\nSeit den 1970er Jahren f&uuml;hren britische Unternehmerverb&auml;nde Schwarze Listen, um gewerkschaftlich und anderweitig politisch organisierte Arbeiter aus ihren Betrieben herauszuhalten. Sie bedeuteten f&uuml;r zahlreiche Gewerkschafter ein weitreichendes Berufsverbot. Gef&uuml;llt werden diese Listen mit Daten, die rechte Gewerkschaften, Polizei und Geheimdienste zur Verf&uuml;gung stellen.<br>\nEnde 2012 kam es zu einem denkw&uuml;rdigen Treffen zwischen Gewerkschaftsaktivisten der Bauindustrie und Vertretern der acht gr&ouml;&szlig;ten britischen Baukonzerne. Auf dem Tisch lag das Angebot der Unternehmer, eine Entsch&auml;digung an die Betroffenen der Schwarzen Liste zu bezahlen. Die Gewerkschafter lehnten das Angebot aber als v&ouml;llig unzureichend ab und verlie&szlig;en bereits nach wenigen Minuten den Raum.<br>\nDie Schwarze Liste ist ein Repressionsinstrument britischer Bauunternehmer gegen l&auml;stige Gewerkschafter. Sie existiert mindestens seit den 1970er Jahren. Auf ihr stehen die Namen tausender Menschen, die dadurch ihre Arbeit verloren haben. Doch das bekannte Ausma&szlig; ist nur die Spitze des Eisberges. Nach Angaben des britischen Information Commissioners, der britischen Datenschutzbeh&ouml;rde, sind bisher nur f&uuml;nf Prozent aller Akten bekannt. Viele Daten wurden von den Verantwortlichen verbrannt oder an einen sicheren Ort gebracht. Neben Bauarbeitern befinden sich auf der Liste auch die Namen linker Journalisten, bis weit in das liberale Spektrum hinein, sowie die Details von Aktivisten aus Umweltschutz- und anderen sozialen Bewegungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/arbeitsunrecht.de\/union-busting-schwarze-listen-grossbritannien\/\">Arbeitsunrecht<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Merkels TTip: Freihandel sch&uuml;tzen! Genmais ist Menschenrecht!<\/strong><br>\nUnsere Kanzlerin! Besonnenheit, aber auch das ein oder andere mahnende und sogar eindringliche Wort ist das Gebot der Stunde, angesichts verantwortungsloser Polemiken linker Krawallmedien. Diese ziehen nicht nur v&ouml;llig ungerechtfertigt die Finanzm&auml;rkte in den Schmutz. Auch unser wunderbares Freihandelsabkommen mit den USA, TTIP, wird aufs antiamerikanischste verteufelt. &bdquo;Ist Spekulation nicht etwas zutiefst menschliches? Hat es Geldansammlungen nicht immer und &uuml;berall auf der Welt gegeben? Ist da nicht ein entb&uuml;rokratisierter Markt die h&ouml;chste Form der Freiheit? In Russland gibt es statt der freien Finanzm&auml;rkte autorit&auml;re Oligarchen. Wollen Sie lieber die?&ldquo;<br>\nZum Freihandelsabkommen muss einmal gesagt werden, dass die Verhandlungen dar&uuml;ber halt laufen, wie sowas unter Freunden &uuml;blich ist: erstmal hinter verschlossenen T&uuml;ren und Fenstern: &bdquo;Der Handelsminister der Vereinigten Staaten, mein Freund Ron Kirk, der die Verhandlungen leitet, sagt zurecht: immerhin sind bereits durch fr&uuml;heres &ouml;ffentliches Herumgegacker zwei Anl&auml;ufe f&uuml;r ein Freihandelsabkommen gescheitert. Ich sage das denen, die st&auml;ndig anprangern, dass das Abkommen zu dezent und nicht auf dem offenen Jahrmarkt verhandelt wird: seid ihr nicht diese Leute, die eure eigenen Daten vor unseren deutschen und amerikanischen Staatsorganen verstecken, als w&auml;ren sie Diebesgut? Was f&uuml;r eure Privatsph&auml;re an Vertraulichkeit recht ist, das muss auch f&uuml;r die Verhandlungen billig sein. Mein luxemburgischer Freund Jean Claude Juncker, der jetzt als Spitzenkandidat f&uuml;r uns Konservative f&uuml;r die EU-Pr&auml;sidentschaft antritt, hat dies 1999 so vorz&uuml;glich auf den Punkt gebracht. Ich zitiere ihn &bdquo;Wir beschlie&szlig;en etwas, stellen das dann in den Raum (&hellip;). Wenn es dann kein gro&szlig;es Geschrei gibt und keine Aufst&auml;nde, (&hellip;), dann machen wir weiter &ndash; Schritt f&uuml;r Schritt, bis es kein Zur&uuml;ck mehr gibt.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/weltnetz.tv\/video\/537\">Weltnetz.tv<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Das Letzte: Sch&auml;uble vergleicht Putin mit Hitler<\/strong><br>\nRusslands Pr&auml;sident agiere in der Krim-Krise &auml;hnlich wie die Nazis, sagt Finanzminister Sch&auml;uble. Hitler habe das Sudetenland unter einem &auml;hnlichen Vorwand besetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2014-03\/hitler-putin-schaeuble-ukraine-krim\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Sch&auml;uble mag sich gedacht haben, was Hillary Clinton Recht ist, kann ihm nur billig sein. Clinton hat offenbar nichts dazu gelernt, wurde sie doch selbst als &bdquo;Hitlery Clinton&ldquo; beschimpft. Hitler-Vergleiche tragen ganz allgemein dazu bei, die Nazi-Herrschaft zu verharmlosen. Sie dienen in aller Regel als &bdquo;Totschlag-Argument&ldquo; und zur Diffamierung.<\/em><br>\n<em>Die Bundesjustizministerin hat 2002 George W. Bush wegen seines Einmarsches in den Irak in die N&auml;he zu Hitler ger&uuml;ckt. Dieser Vergleich hat ihr das Amt gekostet. Aber bei Putin darf man offenbar ungestraft solche Vergleiche bem&uuml;hen.<\/em><br>\n<em>Wei&szlig; Sch&auml;uble &uuml;berhaupt, was er damit sagt: Wirft er seiner eigenen Regierungschefin vor, dass sie wie beim Einmarsch Hitlers ins Sudetenland wie Gro&szlig;britannien, Frankreich und Italien gegen&uuml;ber den Nazis eine &bdquo;Appeasement-Politik&ldquo; gegen&uuml;ber Russland betreibt?<\/em><br>\n<em>Soll also Merkel ihre bisherige Linie abbrechen und Russland den Krieg erkl&auml;ren?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-21262","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21262"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21262\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21265,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21262\/revisions\/21265"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}