{"id":21284,"date":"2014-04-02T09:45:07","date_gmt":"2014-04-02T07:45:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21284"},"modified":"2015-10-21T10:12:57","modified_gmt":"2015-10-21T08:12:57","slug":"april-april","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21284","title":{"rendered":"April, April!"},"content":{"rendered":"<p>Mit der gestrigen Eilmeldung &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21268\">Putin und Obama verst&auml;ndigen sich auf eine europ&auml;ische Friedensordnung<\/a>&ldquo; wollten wir Sie &ndash; einem uralten Brauch folgend &ndash; &bdquo;in den April schicken&ldquo;.<br>\nViele Leser und Leserinnen fanden das gelungen, man wollte uns sogar f&uuml;r den Friedensnobelpreis vorschlagen. Einige andere meinten, dass der wiederaufgelebte &bdquo;Kalte Krieg&ldquo; zu ernst sei, als dass man dar&uuml;ber einen &bdquo;Aprilscherz&ldquo; machen d&uuml;rfe.<br>\nMir war klar, dass ich mich mit einem Aprilscherz zu diesem Thema auf eine Gratwanderung begebe. Aber vielleicht weil ich ein &bdquo;konvertierter&ldquo; Rheinl&auml;nder geworden bin, habe ich mir gedacht, dass gerade Scherze oft geeignet sind, schlaglichtartig zu zeigen, wie unsinnig ein Konflikt ist und wie leicht es doch sein k&ouml;nnte, ein Problem zu l&ouml;sen, wenn sich die Kontrahenten von verbohrten Einstellungen befreien k&ouml;nnten. Von <strong>Wolfgang Lieb<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nMein gestriger als Aprilscherz gedachter Artikel hat ungew&ouml;hnlich viele Reaktionen  unserer Leserinnen und Leser ausgel&ouml;st. Die meisten Zuschriften hatten den Tenor, &bdquo;es w&auml;re zu sch&ouml;n, um wahr  zu sein&ldquo;. Einige reagierten betroffen und hielten das Thema als Aprilscherz f&uuml;r ungeeignet.<\/p><p>Zustimmende R&uuml;ckmeldungen lauteten z.B.:<\/p><ul>\n<li><em>&bdquo;Eine Vision, die ich nach dem Jahr 1990 hatte. Leider nur ein Aprilscherz! Trotzdem, daf&uuml;r sollte Ihr Team den Friedensnobelpreis erhalten.&ldquo;<\/em><\/li>\n<li><em>&bdquo;Eine sch&ouml;ne Illusion haben Sie da beschrieben.&ldquo;<\/em><\/li>\n<li><em>&bdquo;Es w&auml;re aber in der Tat auch zu sch&ouml;n, um wahr zu sein!&ldquo;<\/em><\/li>\n<li><em>&bdquo;Wie einfach w&auml;re es doch zu erf&uuml;llen, ihr Konzept.&ldquo;<\/em><\/li>\n<li><em>&bdquo;Eine sch&ouml;ne Utopie hast Du Dir da zum 1. April ausgedacht: sehr nachdenkenswert und durchaus erreichbar, w&auml;ren auf allen Seiten die konstruktiven Kr&auml;fte am Werk. Leider ist das Gegenteil der Fall.&ldquo;<\/em><\/li>\n<li><em>&bdquo;Toll! Wenn das ein Aprilscherz sein soll, ist er perfekt gelungen, zu perfekt, zu schnell, um wahr zu sein, halt leider nur ein Aprilscherz!<\/em><\/li>\n<li><em>&bdquo;Ein altes Zauberwort, an das ja noch ein gro&szlig;er Philosoph wie Hegel glaubte, dass n&auml;mlich zuletzt die Vernunft sich doch gegen alle Widerst&auml;nde und Hindernisse durchsetzt, k&ouml;nnte man ja noch einmal auf sein magisches Potential testen.&ldquo;<\/em><\/li>\n<li><em>&bdquo;Ist Ihnen wirklich gelungen. Aber leider leider&hellip; Von Ihrem&nbsp;&ldquo;au&szlig;enpolitischen Vorschlag&rdquo; war&nbsp;ich derart begeistert, dass ich dachte, es geschehen noch Zeichen und Wunder!&ldquo;<\/em><\/li>\n<\/ul><p>Andere Leserinnen und Leser haben betroffen reagiert, u.a. wie folgt: <\/p><ul>\n<li><em>&bdquo;Die Situation ist zu ernst, dar&uuml;ber scherzt man nicht.&ldquo;<\/em><\/li>\n<li><em>&bdquo;&Uuml;ber eine m&ouml;gliche milit&auml;rische Eskalation, welche sich zudem auch nicht auf diese Region beschr&auml;nken w&uuml;rde, macht man keine Scherze!!&ldquo;<\/em><\/li>\n<li><em>&bdquo;Zu dem Thema verstehen viele sicher keinen Spa&szlig;!&ldquo;<\/em><\/li>\n<li><em>&bdquo;Die Nachricht klingt in der Tat zu unglaublich, um wahr zu sein. Andererseits stellt es die Seri&ouml;sit&auml;t Ihrer Seite in Abseits, sollte es sich in der Tat um einen Aprilscherz handeln.&ldquo;<\/em><\/li>\n<\/ul><p>Vor allem der Vorwurf, ich h&auml;tte mit diesem Aprilscherz die Glaubw&uuml;rdigkeit und die Seriosit&auml;t der NachDenkSeiten in Frage gestellt, trifft mich nat&uuml;rlich hart. Ich kann gut verstehen, dass Vielen angesichts der gegenw&auml;rtigen Kriegstreiberei, der Spa&szlig; vergeht.<br>\nMeine &Uuml;berlegung bei diesem Artikel war jedoch, dass mir der 1. April eine Gelegenheit bot, eine positive Vision &uuml;ber die Aufl&ouml;sung der derzeitigen Konfrontation aufzuzeigen. Wie sollte man au&szlig;erhalb eines Textformats, das nicht ganz ernst genommen werden soll  und muss, denn solche Gedanken &uuml;berhaupt noch in einen Artikel fassen k&ouml;nnen.<\/p><p>F&uuml;r mich ist es eher eine Tragik, dass man solche Gedanken nicht mehr in einem Beitrag &auml;u&szlig;ern kann, der ernst und seri&ouml;s gemeint ist.<\/p><p>Solche Gedanken sind n&auml;mlich keineswegs neu. Ich habe mich bei diesem Artikel teils wortw&ouml;rtlich auf das Berliner Programm der SPD aus dem Jahre 1989 und auf die Schlussakte der &bdquo;Konferenz &uuml;ber Sicherheit und Zusammenarbeit&ldquo; (KSZE) von 1975 gest&uuml;tzt, die vor allem durch Willy Brandts Politik des &bdquo;Wandels durch Ann&auml;herung&ldquo; m&ouml;glich wurde.<\/p><p>Es ist tragisch, dass solche Ideen heutzutage f&uuml;r viele utopisch erscheinen, dabei sind sie Jahrzehnte alt und haben zu guten Ergebnissen gef&uuml;hrt. Doch leider scheint die derzeitige Politik aus der Geschichte keine Lehren zu ziehen. So wiederholt sich Geschichte, sei es als Trag&ouml;die, sei es als Farce. (Karl Marx &uuml;ber Hegels Geschichtsphilosophie)<br>\nAuf die derzeitige West-Ost-Konfrontation trifft beides zu: Sie ist eine Trag&ouml;die und eine Farce zugleich. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der gestrigen Eilmeldung &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21268\">Putin und Obama verst&auml;ndigen sich auf eine europ&auml;ische Friedensordnung<\/a>&ldquo; wollten wir Sie &ndash; einem uralten Brauch folgend &ndash; &bdquo;in den April schicken&ldquo;.<br \/> Viele Leser und Leserinnen fanden das gelungen, man wollte uns sogar f&uuml;r den Friedensnobelpreis vorschlagen. Einige andere meinten, dass der wiederaufgelebte &bdquo;Kalte Krieg&ldquo; zu ernst sei, als dass<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21284\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[35],"tags":[243],"class_list":["post-21284","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","tag-in-eigener-sache"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21284","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21284"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21284\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21286,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21284\/revisions\/21286"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21284"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21284"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}