{"id":21287,"date":"2014-04-03T08:50:32","date_gmt":"2014-04-03T06:50:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287"},"modified":"2014-04-03T09:36:34","modified_gmt":"2014-04-03T07:36:34","slug":"hinweise-des-tages-2101","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (RS\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert.<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h01\">Tarifpaket und Mindestlohn f&uuml;r die Besch&auml;ftigten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h02\">Tarifeinigung f&uuml;r den &Ouml;ffentlichen Dienst im Wortlaut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h03\">Krim<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h04\">Regime Change in Ukraine and the IMF&rsquo;s Bitter &ldquo;Economic Medicine&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h05\">Rentenanpassung 2014<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h06\">Keine Absage an Datenspeicherung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h07\">Nochmals: Mehrwertsteuerreform belastet Geringverdiener<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h08\">W&auml;hrungskooperation bringt mehr als TTIP<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h09\">Infinus wird zum gr&ouml;&szlig;ten Anlageskandal Deutschlands <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h10\">St&auml;dten droht der Hitzekollaps<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h11\">Vor der Wahl ist nach der Wahl &ndash; Deutschlandfunk f&uuml;hrt erneut deutlich seltener Interviews mit Politikern der Linken als mit Politikern der anderen im Bundestag vertretenen Parteien <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h12\">15 Jahre Bologna-Reformen: Wir m&uuml;ssen zur&uuml;ck zur akademischen Pers&ouml;nlichkeitsbildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h13\">Schavan im LMU-Hochschulrat: Erste Professoren fordern offen R&uuml;cktritt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h14\">USA: Beschr&auml;nkungen bei Wahlkampfspenden gekippt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h15\">Venezuela-Krise: Der Sozialismus ist nicht gescheitert!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287#h16\">&ldquo;100 Jahre erster Weltkrieg&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21287&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Tarifpaket und Mindestlohn f&uuml;r die Besch&auml;ftigten<\/strong><br>\nDer Gesetzesentwurf zum Mindestlohn geht ins Parlament. Das Bundeskabinett hat dem nachjustierten Mindestlohnentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zugestimmt. &bdquo;In Zukunft wird Arbeit wieder gerecht entlohnt und ist damit keine Ramschware mehr&ldquo;, sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles am Mittwoch. &bdquo;&Uuml;ber vier Millionen Besch&auml;ftigte, werden vom Mindestlohn profitieren.&ldquo; (&hellip;)<br>\n&bdquo;Es liegt in der Natur der Sache,&nbsp; dass ehrenamtliche T&auml;tigkeiten nicht dazu geh&ouml;ren. Genauso wenig gilt die Regelung f&uuml;r die Berufsausbildung. F&uuml;r freiwillige, berufsbezogene Praktika w&auml;hrend eines Studiums wird es aber einen Mindestlohn geben. Es sei denn, es handelt sich um ein Pflichtpraktikum oder die Dauer des Praktikums liegt unter sechs Wochen&ldquo;, erkl&auml;rte die Bundesarbeitsministerin und f&uuml;gte hinzu: &bdquo;Damit l&ouml;sen wir ein wichtiges Versprechen ein: dass die Generation Praktikum endlich ein Ende hat und die jungen Leute eine anst&auml;ndige Verg&uuml;tung erhalten!&ldquo; &#8232;&#8232;<br>\nEine Br&uuml;cke in den Arbeitsmarkt<br>\nVon der gesetzlichen Lohnuntergrenze ausgenommen werden sollen jedoch Langzeitarbeitslose f&uuml;r sechs Monate, wenn sie einen Job finden. Danach gilt auch f&uuml;r sie der Mindestlohn. Nahles versicherte au&szlig;erdem, alles f&uuml;r die Bek&auml;mpfung vor Langzeitarbeitslosigkeit zu tun.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spd.de\/aktuelles\/118520\/20140402_tarifpaket_mindestlohn.html\">SPD<\/a>\n<p><strong>Passend dazu: Der Mindestlohn wird zum Schweizer K&auml;se<\/strong><br>\nZum Kabinettsbeschluss &uuml;ber den Gesetzentwurf zum Mindestlohn erkl&auml;rt die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann:<br>\n&bdquo;Dieser Beschluss ist ein R&uuml;ckschlag f&uuml;r alle, die f&uuml;r einen fl&auml;chendeckenden Mindestlohn gek&auml;mpft haben. Die Bundeskanzlerin und der Wirtschaftsfl&uuml;gel haben sich auf Kosten der jungen Generation und der Schw&auml;chsten in der Gesellschaft durchgesetzt. Wir fordern die SPD-Bundestagsfraktion auf, diese Ungerechtigkeit im parlamentarischen Verfahren zu korrigieren.<br>\nDie Ausnahmen f&uuml;r Langzeitarbeitslose werden zu K&uuml;ndigungen nach 6 Monaten f&uuml;hren, wenn ein Mindestlohn f&auml;llig wird. Der Fehler aus der Einf&uuml;hrung der Leiharbeit wird wiederholt. Ein Einstieg auf dem ersten Arbeitsmarkt r&uuml;ckt so f&uuml;r viele in weite Ferne.<br>\nJunge Menschen haben ebenso f&uuml;r ihre Arbeit einen Mindestlohn verdient wie alle anderen auch. Es ist schlicht nicht zu vermitteln, warum sie vom Mindestlohn ausgenommen werden sollen, wenn die Arbeit nicht in einem Ausbildungsverh&auml;ltnis stattfindet. Pauschale Altersgrenzen &ouml;ffnen dem Lohndumping T&uuml;r und Tor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jusos.de\/aktuell\/der-mindestlohn-wird-zum-schweizer-kaese\">Jusos<\/a><\/p>\n<p><strong>Passend dazu: Nur dilettantisch<\/strong><br>\nDer Kabinettsentwurf zu den neuen Ausnahmen beim Mindestlohn verr&auml;t: Er wird immer l&ouml;chriger. Jetzt sind auch Langzeitarbeitslose betroffen. (&hellip;)<br>\nDas Gegenargument, es gehe aber doch um schwer vermittelbare Arbeitslose, die f&uuml;r 8,50 Euro nicht eingestellt w&uuml;rden, ist fadenscheinig. Als langzeitarbeitslos gilt, wer l&auml;nger als ein Jahr auf Stellensuche ist. Darunter sind auch Menschen, die gut ausgebildet und qualifiziert sind und bisher bei der Stellensuche Pech hatten. Sie und alle anderen Langzeitarbeitslosen werden mit der neuen Ausnahme beim Mindestlohn weiter in der Abwertungsspirale gehalten, die Rot-Gr&uuml;n mit den Hartz-Reformen in Gang gesetzt hat.<br>\nDer neue Kompromiss ist aber noch aus einem weiteren Grund ein Offenbarungseid der sozialdemokratischen Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Sie hat immer wieder stolz darauf hingewiesen, sich beim Mindestlohngesetz auf keine Ausnahmen, schon gar nicht f&uuml;r einzelne Berufszweige oder Branchen einzulassen. Aber auch diese sind nun durch die Hintert&uuml;r teilweise m&ouml;glich: Denn in Branchen wie dem Hotel- und Gastst&auml;ttengewerbe oder in der Landwirtschaft werden Saisonkr&auml;fte h&auml;ufig nur f&uuml;r ein paar Monate in der Urlaubs- oder Erntezeit besch&auml;ftigt.<br>\nK&uuml;nftig hat man auch hier ein billiges Reservoir an langzeitarbeitslosen Niedrigl&ouml;hnern zur Verf&uuml;gung. Denn diese sind der gro&szlig;en Koalition nicht einmal 8,50 Euro wert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Mindestlohn\/!136011\/\">taz.de<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung CR:<\/strong> Versprochen hatte die SPD den fl&auml;chendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Jetzt stellt sich heraus, dass er zumindest nicht fl&auml;chendeckend ist, sondern mit immer mehr Ausnahmen versehen werden soll, von denen nicht Wenige betroffen sein werden: z.B. Sch&uuml;ler- und Studentenpraktikanten und Langzeitarbeitslose. Also insbesondere junge Menschen und Personen, die bereits lange arbeitslos gemeldet sind: Das sind diejenigen, die den Mindestlohn eigentlich am n&ouml;tigsten h&auml;tten.<\/em><br>\n<em>Offensichtlich zieht es die SPD-Spitze vor, mit den Unionsparteien in der Regierung zu bleiben und mit deren Personal faule Kompromisse zu schliessen als endlich eine Politik f&uuml;r die eigene Klientel, die Arbeitnehmerschaft zu betreiben.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>In einer Mail an die Redaktion LabourNet merkt Helga Spindler an:<\/strong><\/em><br>\n<em>&ldquo;Ich h&auml;tte es ja  nicht gewagt vorauszusagen, aber die Einschr&auml;nkung f&uuml;r alle, die ein Jahr arbeitslos sind (ich vermute genauer: f&uuml;r alle Hartz IV-Bezieher,  worunter dann auch Kinder &uuml;ber 18 und Ehepartner fallen) zeigt, wie sehr die Verachtung von Erwerbslosen die Koalitionsparteien eint.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Wenn Helga Spindler richtig vermutet, dann sind <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21280#h04\">laut den gestrigen Arbeitsmarktdaten<\/a> &uuml;ber 2 Millionen Arbeitslose die unter dem Hartz-IV-Regime stehen vom Mindestlohn erst einmal ausgenommen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Siehe dazu: Helga Spindler: Die Arbeitslosen der Gro&szlig;en Koalition <\/strong><br>\nDer Mindestlohn soll &ndash; bisher jedenfalls &ndash; auch allen Arbeitslosen zugutekommen, die eine neue Arbeit aufnehmen. Warum hat man ihnen dann nicht gleich mehr Rechte gegeben, wo sie doch am meisten darunter leiden m&uuml;ssen, dass man sie wegen der gesetzlichen<br>\nZumutbarkeitsregel erpresst, zu niedrigeren L&ouml;hnen zu arbeiten? Es w&auml;re ein Zeichen f&uuml;r die Ernsthaftigkeit, gute Arbeit einf&uuml;hren zu  wollen, wenn man ihnen zumindest ab 2015 das Recht geben w&uuml;rde, ohne Sanktionsdrohung &uuml;ber die Zahlung des angestrebten Mindestlohns zu verhandeln und &uuml;brigen auch Arbeitenden das Recht geben w&uuml;rde ohne<br>\nsozialrechtliche Sanktionen Arbeitsverh&auml;ltnisse mit niedrigeren L&ouml;hnen zu k&uuml;ndigen, wenn sie nicht erh&ouml;ht werden. Auch die Bundesagentur k&ouml;nnte ihr Gesch&auml;ftsmodell, Arbeitslose bevorzugt an Billigfirmen abzuschieben, schon fr&uuml;her ver&auml;ndern. Es wird zwar gn&auml;dig versprochen &bdquo;Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose verst&auml;rkt in existenzsichernde Arbeit vermitteln&ldquo; zu wollen, aber Anspr&uuml;che darauf  werden nicht angek&uuml;ndigt. (&hellip;) Wir fassen zusammen: der arbeitslose Hartz IV-Bezieher und die -Bezieherin sind unf&auml;hig, bei selten guter Arbeitsmarktlage einen existenzsichernden Job zu finden, massiv in  ihrer Handlungsf&auml;higkeit eingeschr&auml;nkt, geringqualifiziert und unkreativ und ganz schlimm steht&acute;s erst um ihre Kinder! Ein arbeitsmarktentw&ouml;hntes V&ouml;lkchen, das intensiver patriarchalischer<br>\nBetreuung bedarf. Bei dieser &bdquo;klugen Arbeitsmarktpolitik&ldquo; entpuppt sich fast jedes Versprechen als Drohung und Ausdruck von pauschaler Verachtung&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.also-zentrum.de\/modules\/download_gallery\/dlc.php?file=72&amp;id=1395866134&amp;sid=53\">Artikel von Helga Spindler in  der neuen Zeitschrift quer von ALSO, Ausgabe 9\/M&auml;rz 2014, Seite14-16 [PDF &ndash; 2 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Tarifeinigung f&uuml;r den &Ouml;ffentlichen Dienst im Wortlaut<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dortmund.verdi.de\/data\/140401%20Tarifeinigung%2017%2015%20Endfassung.pdf\">Ver.di Dortmund [PDF &ndash; 227 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Krim<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Krimkrise und der Wortbruch des Westens<\/strong><br>\nIn westlichen L&auml;ndern, die Bundesrepublik eingeschlossen, erzeugen internationale Krisen unter Beteiligung Moskaus stets den gleichen Effekt: In Politik und &Ouml;ffentlichkeit formiert sich unverz&uuml;glich ein ziemlich monochromes Meinungsbild, weitgehend frei von Nuancen und Schattierungen. Als neoimperiale Gro&szlig;macht, die auch vor Gewaltmitteln nicht zur&uuml;ckschreckt, sitzt Russland auf der Anklagebank&hellip;<br>\nNichts sprach also daf&uuml;r, das Moskaubild der feindlichen Supermacht k&uuml;nstlich zu konservieren. Auf der Tagesordnung h&auml;tte stattdessen der Aufbau einer europ&auml;ischen Sicherheitsordnung stehen m&uuml;ssen, die jeden in dieselbe Pflicht nimmt, aber niemanden von gleichberechtigter Teilhabe ausschlie&szlig;t. Doch von einem solchen Angebot an Moskau konnte keine Rede sein. Diese Diskrepanz, zwischen der gro&szlig;en Rhetorik des Umbruchs und der kleinen M&uuml;nze realpolitischer Einl&ouml;sung, hat den Weg auch der Sowjetunion nach Westen blockiert. Noch geraume Zeit nach der Epochenwende herrschte in den osteurop&auml;ischen Staaten durchaus die Bereitschaft, neue Bindungen im Zeichen von Partnerschaft und Kooperation einzugehen. Doch was der Westen ihnen anbot &ndash; und blo&szlig; mit diesen Etiketten versah &ndash;, war im Kern der Versuch, die asymmetrische Machtverteilung des geschichtlichen Augenblicks auf Dauer festzuschreiben&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/april\/die-krimkrise-und-der-wortbruch-des-westens\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik 04\/2014<\/a><\/li>\n<li><strong>Krim-Krise: Die M&auml;r vom irren Iwan<\/strong><br>\n&Uuml;berraschung! Die Deutschen haben ihren eigenen Kopf. In der Krim-Krise servieren Journalisten und Politiker die Geschichte vom kraftstrotzenden Russen, der V&ouml;lkerrecht bricht. Aber die Leute wissen: Die Wahrheit ist komplizierter. (&hellip;)<br>\nHat Merkel damit gerechnet? Immer lauter wird die Kritik an der unvers&ouml;hnlichen Russlandpolitik der ostdeutschen Kanzlerin. Die Umfragen belegen schon seit mehreren Tagen, dass die Menschen die neue Konfrontation mit Moskau f&uuml;r falsch halten. Andererseits: Was z&auml;hlt das Volk? &ldquo;Die Leute sollen uns Politiker die Politik machen lassen, weil wir so viel mehr davon verstehen&rdquo;, hat Angela Merkel einmal gesagt. So einfach wird sie es sich diesmal nicht machen k&ouml;nnen.<br>\nJetzt melden sich prominente Kritiker zu Wort &ndash; auch solche, die allerhand &ldquo;davon verstehen.&rdquo; Von Helmut Schmidt &uuml;ber Gerhard Schr&ouml;der, von Alexander Gauland bis Alice Schwarzer, von Gregor Gysi bis Klaus von Dohnanyi &ndash; diese Leute haben sonst wenig gemeinsam, jetzt eint sie die Skepsis gegen&uuml;ber einer westlichen Politik, die mit Schuldzuweisungen allzu schnell bei der Hand ist (mehr dazu im neuen SPIEGEL).<br>\nIm Angesicht eines angenommenen Feindes lernen wir gerade den Unterschied zwischen einem freien und einem unfreien Pressewesen: In Russland werden die Medien von der Regierung gleichgeschaltet, bei uns &uuml;bernehmen sie das gerne auch mal selbst. F&uuml;r den Journalismus wird die Krim-Krise damit zur Sinn-Krise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/augstein-zur-krim-krise-deutsche-journalisten-berichten-einseitig-a-961623.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung CR:<\/strong> Vielleicht &uuml;berzeugt Augstein auch mal das Mitglied der &ldquo;Spiegel&rdquo;-Chefredaktion, Nikolaus Blome, von seinen Thesen. Blome hatte k&uuml;rzlich noch dem Altkanzler Helmut Schmidt Bequemlichkeit im Umgang mit der Krim-Krise vorgeworfen;&nbsp; Schmidt und Putins Ukraine-Kurs: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/helmut-schmidts-verstaendnis-fuer-putin-kommentar-nikolaus-blome-a-961024.html\">Der Altkanzler macht es sich bequem<\/a>.<\/em><br>\n<em>&Uuml;brigens: Die Reklame der Initiative Neue Soziala Marktwirtschaft -rechts neben der Kolumne- tr&auml;gt nicht zur Glaubw&uuml;rdigkeit des &ldquo;Spiegel&rdquo;-Magazins bei.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Regime Change in Ukraine and the IMF&rsquo;s Bitter &ldquo;Economic Medicine&rdquo;<\/strong><br>\nShortly after his instatement, the interim (puppet) prime minister Arseny Yatsenyuk casually dismissed the need to negotiate with the IMF. Prior to the conduct of negotiations pertaining to a draft agreement, Yatsenyuk had already called for an unconditional acceptance of the IMF package: &ldquo;We have no other choice but to accept the IMF offer&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.globalresearch.ca\/regime-change-in-ukraine-and-the-imfs-bitter-economic-medicine\/5374877\">Global Research<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung E.J.:<\/strong> Kurze Geschichte des IWF in der Ukraine und Ausblick. Die Formulierung: &bdquo;protecting the most vulnerable in society&ldquo; (die Verletzlichsten in der Gesellschaft sch&uuml;tzen) findet sich als Absichtserkl&auml;rung in allen IWF-Memoranden und so auch in der Ank&uuml;ndigung eines &bdquo;Hilfsprogramms&ldquo; f&uuml;r die Ukraine durch Christine Lagarde. In der Praxis bedeutet das voraussichtlich 50%-ige Rentenk&uuml;rzungen und Gaspreiserh&ouml;hungen. Das ist der Preis f&uuml;r Demokratie nach Art der EU und die &bdquo;Rettung&ldquo; des Haushalts durch den Ausverkauf nationaler Verm&ouml;genswerte an westliche &bdquo;Investoren&ldquo;. Ein einziger Skandal, wenn es so etwas noch g&auml;be.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Rentenanpassung 2014<\/strong><br>\nTurnusgem&auml;&szlig; werden die Renten der gut 20,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner zum 1. Juli 2014 angepasst. Der aktuelle Rentenwert steigt von derzeit 28,14 Euro auf dann 28,61 Euro und der aktuelle Rentenwert (Ost) wird von 25,74 Euro auf 26,39 Euro erh&ouml;ht. Die<br>\nRentenanpassung 2014 folgt der Lohnentwicklung des Jahres 2013 &ndash; jedenfalls dem Grunde nach. Denn die Berechnung des Anpassungssatzes wird von einer ganzen Reihe weiterer Faktoren beeinflusst, was die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse nicht gerade erleichtert. So sind etwa die Bruttol&ouml;hne und -geh&auml;lter jeArbeitnehmer nach den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) vergangenes Jahr im Westen um 2,18 Prozent und im Osten um 2,36 Prozent gestiegen.<br>\nDie Renten aber werden im Westen nur um 1,67 Prozent, im Osten hingegen um 2,53 Prozent erh&ouml;ht.<br>\nHierbei wirkt der &raquo;Riester-Faktor&laquo; anpassungssteigernd, w&auml;hrend der Entgeltfaktor und der Nachhaltigkeitsfaktor zu einer Reduzierung des Anpassungssatzes im Vergleich zur Entwicklung der Bruttoentgelte nach VGR f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.portal-sozialpolitik.de\/uploads\/sopo\/pdf\/2014\/2014-03-31_Rentenanpassung_2014_PS.pdf\">Portal Sozialpolitik [PDF &ndash; 88.8 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Keine Absage an Datenspeicherung<\/strong><br>\nGescheitert sind im Ausschuss f&uuml;r Recht und Verbraucherschutz Linke und Gr&uuml;ne mit dem Versuch, einen Verzicht auf die umstrittene Erfassung von Telekommunikationsdaten durchzusetzen. Union und SPD lehnten am Mittwoch mit ihrer Mehrheit entsprechende Antr&auml;ge der Linken (18\/302) und der Gr&uuml;nen (18\/381) gegen das Votum der beiden Oppositionsparteien ab. Die Abstimmung fand ohne Debatte &uuml;ber die Vorst&ouml;&szlig;e der beiden kleinen Fraktionen statt.<br>\nBei der Vorratsdatenspeicherung werden die Telekommunikationsanbieter verpflichtet, f&uuml;r einen bestimmten Zeitraum bei s&auml;mtlichen B&uuml;rgern ohne Verdacht auf eine Straftat umfassend zu registrieren, wer mit wem wann telefoniert hat, wer wann wem eine Mail, eine SMS oder ein Fax geschickt hat und wer sich wann was im Internet angeschaut hat. Diese Informationen k&ouml;nnen Polizei und Justiz unter bestimmten Voraussetzungen f&uuml;r Ermittlungen nutzen. Eine Br&uuml;sseler Richtlinie verpflichtet die EU-Staaten eigentlich zur Einf&uuml;hrung der Vorratsdatenspeicherung. Allerdings befasst sich derzeit der in Luxemburg ans&auml;ssige Europ&auml;ische Gerichtshof (EuGH) mit dieser &Uuml;berwachungsma&szlig;nahme, ein Urteil wird in diesem Fr&uuml;hjahr erwartet.<br>\nLinke und Gr&uuml;ne &uuml;ben in ihren Antr&auml;gen harte Kritik an der Vorratsdatenspeicherung und verlangen, diesem Projekt unabh&auml;ngig vom Ausgang des Verfahrens vor dem EuGH eine Absage zu erteilen. Bei einem fr&uuml;heren Auftritt im Rechtsausschuss hatte Justizminister Heiko Maas (SPD) erkl&auml;rt, vermutlich werde die Luxemburger Instanz die Br&uuml;sseler Richtlinie in ihrer momentanen Fassung zwar als unzul&auml;ssig einstufen, das Instrument der Vorratsdatenspeicherung an sich aber nicht verwerfen. F&uuml;r die Anwendung dieses Instruments w&uuml;rden die EU-Richter bestimmte Bedingungen formulieren, etwa zur Dauer der Datenspeicherung oder zur Frage, in welchen F&auml;llen diese Ma&szlig;nahme genutzt werden d&uuml;rfe. In ihren jetzt im Ausschuss gescheiterten Antr&auml;gen fordern Linke und Gr&uuml;ne die Regierung auf, in Br&uuml;ssel daf&uuml;r einzutreten, dass es nach dem EuGH-Urteil auf EU-Ebene zu keiner neuen Richtlinie kommt, die den EU-Staaten die Einf&uuml;hrung der Vorratsdatenspeicherung auferlegt.<br>\nNach Meinung der Linken sch&uuml;chtert die Vorratsdatenspeicherung die B&uuml;rger bei der allt&auml;glichen Kommunikation und bei der Wahrnehmung demokratischer Freiheiten ein. Es entstehe ein &bdquo;Gef&uuml;hl des permanenten unkontrollierbaren Beobachtetwerdens&ldquo;. Die Registrierung der Telekommunikationsdaten stelle alle B&uuml;rger unter Generalverdacht, kritisiert die Fraktion. Ein solches Vorgehen erm&ouml;gliche einen &bdquo;umfassenden Einblick in die Pers&ouml;nlichkeit des Einzelnen, sein Kommunikations- und Bewegungsverhalten, seine sozialen Beziehungen und Verh&auml;ltnisse&ldquo;. Die Gr&uuml;nen sprechen von einem &bdquo;historischen Einschnitt in die freiheitlich-rechtsstaatliche Verfasstheit unserer Demokratie&ldquo;. Tief eingegriffen werde in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und auf Privatsph&auml;re sowie in das Telekommunikationsgeheimnis.<br>\nDie Gro&szlig;e Koalition hat sich darauf verst&auml;ndigt, nach der EuGH-Entscheidung ein deutsches Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung zu verabschieden. Bei der ersten Lesung der beiden Oppositionsantr&auml;ge im Bundestagsplenum hatte die Union erkl&auml;rt, dieses Instrument sei unverzichtbar. Man nehme die B&uuml;rger- und Freiheitsrechte ernst, doch gehe es auch um die Frage der Sicherheit. Es w&uuml;rden lediglich Daten, die ohnehin vorhanden seien, im Fall von Schwerkriminalit&auml;t genutzt. Die SPD hatte gemahnt, das Urteil der EU-Richter mit Geduld abzuwarten und dann eine neue Debatte zu f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2014_04\/2014_169\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Nochmals: Mehrwertsteuerreform belastet Geringverdiener<\/strong><br>\nHier die Kurzfassung des RWI- Endberichtes: Analyse der fiskalischen Auswirkungen des erm&auml;&szlig;igten Umsatzsteuersatzes in Deutschland unter Verwendung eines Simulationsmodells sowie der Wachstumseffekte von Straffungskonzepten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rwi-essen.de\/media\/content\/pages\/publikationen\/rwi-projektberichte\/RWI-PB_Fiskalische-Auswirkungen-der-ermaessigten-USt_Kurzfassung.pdf\">RWI Essen [PDF &ndash; 1.6 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>W&auml;hrungskooperation bringt mehr als TTIP<\/strong><br>\nNach einer Untersuchung des britischen Centre for Economic Policy Research w&uuml;rde das geplante Freihandelsabkommen die Wirtschaftsleistung dies- und jenseits des Atlantik um weniger als einen Prozentpunkt ansteigen lassen &ndash; &uuml;ber mehr als 10 Jahre verteilt. Praktisch sei der Einfluss auf das Wirtschaftwachstum also zu vernachl&auml;ssigen, so Jan Priewe, Professor f&uuml;r Volkswirtschaftslehre an der Berliner Hochschule f&uuml;r Technik und Wirtschaft. Dies sei auch kein Wunder, weil die Zollschranken zwischen USA und EU schon heute recht niedrig sind. F&uuml;r industrielle G&uuml;ter liegen die Tarife meist bei drei bis vier Prozent des Verkaufspreises. Zudem hatten 2012 nur gut 17 Prozent aller Exportg&uuml;ter, die die Europ&auml;ische Union verlie&szlig;en, das Ziel USA. Was einem Ausbau des Handels mit Nordamerika viel eher im Weg steht, sind nach Auffassung des Wissenschaftlers die Wechselkursschwankungen zwischen Euro und Dollar. So stieg der Euro gegen&uuml;ber dem Dollar zum Beispiel von 2002 bis 2008 um 64 Prozent &ndash; was allerdings keine glatte Entwicklung war, wie komprimierte Grafiken suggerieren, sondern stets mit heftigen Ausschl&auml;gen nach oben und unten verbunden.&nbsp; Zwar k&ouml;nnen sich Ex- und Importeure gegen Wechselkursschwankungen mit Termingesch&auml;ften absichern, aber dies hilft nur f&uuml;r ein paar Monate. Investitionen in Sachkapital k&ouml;nnen gar nicht gegen Wechselkursschwankungen abgesichert werden. Und: Kurz- wie mittelfristige Prognosen der Wechselkursentwicklung &bdquo;sind unm&ouml;glich&ldquo;, so Priewe. Unter den zahlreichen &ouml;konomischen Erkl&auml;rungsans&auml;tzen f&uuml;r W&auml;hrungsschwankungen sei keiner, der verl&auml;ssliche Vorhersagen erlaubt. Der wichtigste Faktor, der Wechselkurse bestimmt, ist Spekulation, und die sei nicht vorhersehbar. Umso erstaunlicher findet der Wirtschaftsprofessor, dass es beiderseits des Atlantiks tabu sei, am Dogma freier Wechselkurse zu r&uuml;hren. &ndash; Dazu br&auml;uchte kein exakter, f&uuml;r alle Zeiten g&uuml;ltiger Umtauschkurs festgeschrieben zu werden. Priewe schl&auml;gt stattdessen eine Bandbreite vor, innerhalb derer der Wechselkurs schwanken kann: einen Richtwert, der um maximal 10 Prozent unter- oder &uuml;berschritten werden d&uuml;rfte. Wenn der Kurs aus dem Korridor auszubrechen droht, m&uuml;ssten europ&auml;ische und amerikanische Zentralbank gemeinsam intervenieren, erl&auml;utert Priewe. Gegen ein koordiniertes Vorgehen der beiden f&uuml;hrenden Zentralbanken w&auml;ren nach seiner Einsch&auml;tzung auch Devisenspekulanten machtlos.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/46683_46737.htm\">B&ouml;ckler Impuls<\/a>\n<p><strong>Dazu: Jan Priewe: Transatlantic Trade Partnership versus Transatlantic Currency Cooperation,<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.thomaspalley.com\/docs\/research\/restoring_shared_prosperity.pdf\">Thomas Palley, Gustav Horn (Hrsg.): Restoring Shared Prosperity, Dezember 2013 [PDF &ndash; 4 MB]<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140403_hdt_01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140403_hdt_01_small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/hbs_showpicture.htm?id=46738&amp;chunk=1\">B&ouml;ckler Impuls<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So neu ist der Vorschlag nicht. Seinerzeit versuchten Oskar Lafontaine als Bundesfinanzminister mit seinem Staatssekret&auml;r Heiner Flassbeck, die Notenbanken zu &uuml;berzeugen, die Kurse von Euro, Dollar und Yen nur innerhalb einer festgelegten Zielzone schwanken zu lassen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Infinus wird zum gr&ouml;&szlig;ten Anlageskandal Deutschlands<\/strong><br>\nDer mutma&szlig;liche Betrugsfall um den Dresdner Finanzdienstleister Infinus nimmt ungeheure Ausma&szlig;e an. Nach Er&ouml;ffnung der Insolvenzverfahren &uuml;ber alle wichtigen Gesellschaften der Firmengruppe am gestrigen Dienstag steht fest: 41.000 Anleger fordern 1,2 Milliarden Euro zur&uuml;ck. Abz&uuml;glich des bislang ermittelten Verm&ouml;gens bleibt ein Schaden von 924 Millionen Euro. Die Schadenssumme &uuml;bertrifft sogar die Dimension des bislang gr&ouml;&szlig;ten deutschen Anlageskandals um die G&ouml;ttinger Gruppe.<br>\nAusschlaggebend f&uuml;r die j&uuml;ngste Entwicklung sind die gestern von den Insolvenzverwaltern der beiden wichtigsten Infinus-Firmen vorgelegten Zahlen. Der Dresdner Jurist Bruno K&uuml;bler nannte f&uuml;r die Future-Business-KG auf Aktien (Fubus) ein Forderungsvolumen von 785 Millionen Euro. Das Verm&ouml;gen des Unternehmens betrage lediglich 151 Millionen Euro. Die Zahl der Fubus-Anleger bezifferte er auf 30.000.<br>\nSein Branchenkollege Frank-R&uuml;diger Scheffler f&uuml;hrt das Verfahren bei der zweitwichtigsten Infinus-Gesellschaft, der Prosavus AG. Er nannte der S&auml;chsischen Zeitung die Zahl von 11.000 Gl&auml;ubigern und ein Forderungsvolumen von 420 Millionen Euro. Das von ihm ausgemachte Verm&ouml;gen bezifferte der Verwalter gegen&uuml;ber der Zeitung auf 130 Millionen Euro.<br>\nDie neuen Zahlen &uuml;bertreffen die bisherigen Angaben der Dresdner Staatsanwalt um mehr als das Doppelte. Die Beh&ouml;rde ermittelt in dem Fall wegen Kapitalanlagebetrugs gegen zehn Personen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/infinus-wird-zum-groessten-anlageskandal-deutschlands-2809013.html\">S&auml;chsische Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Menschen werden einfach nicht schlauer. Und eines sollte klar sein: Geld verschwindet nicht einfach, es wandert nur in andere Taschen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>St&auml;dten droht der Hitzekollaps<\/strong><br>\nDer alarmierende Weltklimabericht hat einmal mehr gezeigt: Es wird Zeit, jetzt Strategien gegen die Hitze von morgen zu entwickeln. Besonders in den St&auml;dten im S&uuml;den der Republik. Denn deren Bewohner werden den globalen Temperaturanstieg am st&auml;rksten zu sp&uuml;ren bekommen &ndash; und auch mit dem Leben bezahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/pulsschlag\/157\/staedten-droht-der-hitzekollaps-2112.html\">Kontext:Wochenzeitung<\/a>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> In der neuen Ausgabe der Kontext:Wochenzeitung am Samstag als Beilage  zur taz finden sie Artikel u.a.  zu folgenden Themen:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em><strong>Fischen am rechten Rand:<\/strong> Die &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo; (AfD) geriert sich als Partei des gesunden Menschenverstands und fischt munter am rechten Rand. Ihre Jugendorganisation freut sich &uuml;ber Besuch des Rechtspopulisten Nigel Farage. Und Europakandidat Hans-Olaf Henkel gibt&nbsp;&nbsp;rechtskonservativen Zeitungen gerne Interviews.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Der Landesvater schreibt:<\/strong> Vor knapp zwei Monaten hat der baden-w&uuml;rttembergische Ministerpr&auml;sident Winfried Kretschmann (Gr&uuml;ne) angek&uuml;ndigt, auf einen offenen Brief Gangolf Stockers zu antworten und sich in Kontext zu Stuttgart 21 zu &auml;u&szlig;ern. Jetzt ist es so weit.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Christdemokraten blasen zum Halali:<\/strong> Der zweite Untersuchungsausschuss zum &ldquo;Schwarzen Donnerstag&rdquo; hat seine Arbeit aufgenommen. Und&nbsp; die CDU versucht nun, mit Ablenkungsman&ouml;vern aus der Defensive zu kommen. Erste im Visier: Landtagsvizepr&auml;sidentin Brigitte L&ouml;sch.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Anonyme Truppe, die alles darf?:<\/strong> Die gr&uuml;n-rote Landesregierung in Baden-W&uuml;rttemberg will eine Kennzeichnungspflicht f&uuml;r Polizisten. Die Polizeigewerkschaften sehen sich &ldquo;unter Generalverdacht gestellt&rdquo;. F&uuml;r den Hamburger Polizei-Professor Rafael Behr ist das eine Frage des Selbstschutzes.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Schwarze Tage:<\/strong> Unser Wetterer Peter Grohmann nimmt sich diese Woche die Geheimdienste vor.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Vor der Wahl ist nach der Wahl &ndash; Deutschlandfunk f&uuml;hrt erneut deutlich seltener Interviews mit Politikern der Linken als mit Politikern der anderen im Bundestag vertretenen Parteien <\/strong><br>\nDer Deutschlandfunk ist nach eigenen Angaben das &ldquo;mit Abstand reichweitenst&auml;rkste Informationsprogramm in der Bundesrepublik.&rdquo; Wirtschaft und Gesellschaft &ndash; Analyse &amp; Meinung hatte vor diesem Hintergrund vier Monate vor der Bundestagswahl das Online-Interview-Archiv und das Online-Interview-der-Woche-Archiv des Deutschlandfunks ausgewertet und war zu dem Ergebnis gelangt, dass Die Linke bei der Anzahl der gef&uuml;hrten Interviews weit abgeschlagen auf dem letzten Platz landete (siehe dazu zusammenfassend hier). Mit dem Start der im Januar neu gebildeten Bundesregierung haben wir diese Recherche und Analyse erneut aufgenommen. Das Ergebnis des ersten Quartals:<br>\nErneut wurden Politiker der Linken deutlich seltener interviewt als Politiker aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien, sowohl gemessen an der absoluten Anzahl der gef&uuml;hrten Interviews, als auch gewichtet nach der Zusammensetzung des Bundestages und der Zusammensetzung der Opposition. Im M&auml;rz ergab sich dar&uuml;ber hinaus eine weitere Auff&auml;lligkeit: Drei der f&uuml;nf besonders ausf&uuml;hrlich ausfallenden Interviews der Woche wurden mit CDU-Politikern gef&uuml;hrt (G&uuml;nther Oettinger, Clemens Binninger, Thomas de Maizi&egrave;re). Ein weiteres mit Jean-Claude Juncker, Spitzenkandidat der Konservativen f&uuml;r die Europawahl. Das andere mit dem Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten im Europ&auml;ischen Parlament, Hannes Swoboda.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2014\/04\/medien-vor-der-wahl-ist-nach-der-wahl-deutschlandfunk-fuhrt-erneut-deutlich-seltener-interviews-mit-politikern-der-linken-als-mit-politikern-der-anderen-im-bundestag-vertretenen-parteien\/#sthash.P6LyFQ9F.dpuf\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man k&ouml;nnte auch sagen, die st&auml;rkste Oppositionspartei (DIE LINKE) kommt bei Deutschlandfunk deutlich seltener  zu Wort als vor allem Politiker der Regierungsparteien. Zugespitzt: Der Deutschlandfunk bet&auml;tigt sich als Regierungssender. Ob daran das Bundesverfassungsgerichtsurteil  zur Staatsfreiheit des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks etwas &auml;ndern wird? <\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu passt: &Uuml;ber das Imagetief der Journalisten und ihren Umgang damit<\/strong><br>\nDie Mehrheit der Deutschen geringsch&auml;tzt und misstraut Journalisten. Das beeintr&auml;chtigt die Qualit&auml;t unserer Interviews, Recherchegespr&auml;che und Publikumsbeziehungen. Dennoch ignorieren wir das Imageproblem. Aus Selbstgef&auml;lligkeit?<br>\nVor ein paar Wochen ver&ouml;ffentlichte das Marktforschungsinstitut GfK seine Studie &bdquo;Trust in Professions&ldquo;. Ein Ergebnis: 37 Prozent der Deutschen vertrauen Journalisten. Oder anders herum: 63 Prozent der Deutschen misstrauen uns. Damit landeten wir im Vertrauensranking auf Platz 29 von 32 abgefragten Berufen. Viertletzter! Leider war das zu erwarten, da die &bdquo;Allensbacher Berufsprestigeskala&ldquo; und diverse Hochschularbeiten seit vielen Jahren belegen, dass die &Ouml;ffentlichkeit von Journalisten reichlich wenig h&auml;lt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.abzv.de\/gespraech\/journalisten-im-imagetief\/\">ABZV<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>15 Jahre Bologna-Reformen: Wir m&uuml;ssen zur&uuml;ck zur akademischen Pers&ouml;nlichkeitsbildung<\/strong><br>\nDer Vize-Chef der Hochschulrektorenkonferenz, Holger Burckhart, zieht eine durchwachsene Bilanz des Bologna-Prozesses, der europaweiten Universit&auml;tsreformen seit 1999: &rdquo; &hellip; Wir haben durchaus Klagen, wir haben aber auch 80 Prozent der Wirtschaftsunternehmen, die Bachelor aufgenommen haben, die sagen, wir w&uuml;rden sie sofort wieder aufnehmen. Wir haben also auch Zufriedenheit, wir haben beide recht. Ich denke, dass die Wirtschaft sich in einem geirrt hat: Ein Fast-Track-Studium kann nicht das erf&uuml;llen, was fr&uuml;her der Diplomstudent hatte, was fr&uuml;her der Magisterstudent hatte, n&auml;mlich neben Fachlichkeit und neben Beruflichkeit auch noch eine Pers&ouml;nlichkeit zu haben. Und das ist einfach verlorengegangen unterwegs. Und die Kernbotschaft der Empfehlungen, auch die Kernbotschaft der heutigen Diskussion war: Wir m&uuml;ssen wieder zur&uuml;ck zu dieser akademischen Pers&ouml;nlichkeitsbildung und hierf&uuml;r m&uuml;ssen wir Freir&auml;ume schaffen. Und das war einer der Kernkritikpunkte heute, in dem wir aber ein Einverst&auml;ndnis hatten als Kritik an dem, wie wir Bologna umgesetzt haben.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2014\/03\/25\/dlf_20140325_1442_1baac593.mp3\">Deutschlandradio<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Also das mit den 80 Prozent wirkt ziemlich unglaubw&uuml;rdig. Denn das, was Vize-Chef der Hochschulrektorenkonferenz anschlie&szlig;end sagt ist schlicht entsetzlich und relativiert die angebliche Zufriedenheit der Wirtschaft mit den Bologna-Absolventen betr&auml;chtlich: &ldquo;Ein Fast-Track-Studium kann nicht das erf&uuml;llen, was fr&uuml;her der Diplomstudent hatte, was fr&uuml;her der Magisterstudent hatte, n&auml;mlich neben Fachlichkeit und neben Beruflichkeit auch noch eine Pers&ouml;nlichkeit zu haben. Und das ist einfach verlorengegangen unterwegs.&rdquo; Das ist zun&auml;chst einmal das Eingest&auml;ndnis, dass man bewusst &uuml;ber Bologna als &ldquo;ein Fast-Track-Studium&rdquo; installierte. Wie konnte man und kann man glauben, dass die schnelle Bereitstellung von Hochschulabsolventen &uuml;ber eine Verk&uuml;rzung und Verschulung des Studiums ohne Qualit&auml;tseinbu&szlig;en zu haben w&auml;re? Zum Zweiten: Der fr&uuml;here Diplomstudent, der fr&uuml;here Magisterstudent hatte mehr &ldquo;drauf&rdquo; als der Student im heutigen System. Dieses Mehr beantwortet Holger Burckhart reichlich verschwurbelt mit &ldquo;Pers&ouml;nlichkeit&rdquo;. Nun meint er wahrscheinlich nicht die Universit&auml;t als sittliche Anstalt, die dazu beitr&auml;gt, die charakteristischen, individuellen Eigenschaften eines Menschen herauszubilden, ihn zu dem zu machen, was Person ausmacht. Wahrscheinlich ist die pers&ouml;nliche Art und Weise gemeint (wissenschaftliche) Probleme zu l&ouml;sen. Es geht darum, Fachlichkeit, Beruflichkeit nicht im Repetitiven zu belassen, sondern gelernt zu haben, bestimmte Fragestellungen mit dieser Fachlichkeit, Beruflichkeit systematisch und kritisch anzugehen bis hin zur Infragestellung der Fragestellung. Es geht darum, dass Wissen ohne Probleml&ouml;sungskompetenz zu nichts Nutze ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Schavan im LMU-Hochschulrat: Erste Professoren fordern offen R&uuml;cktritt<\/strong><br>\nDer Wirtschaftsprofessor Manuel Ren&eacute; Theisen hat es als Experte f&uuml;r saubere Unternehmensf&uuml;hrung zu gewisser Prominenz gebracht. Er kritisierte die Aufsichtsr&auml;te des FC Bayern daf&uuml;r, dass sie den gest&auml;ndigen Steuerhinterzieher Uli Hoene&szlig; an der Spitze ihres Gremiums belie&szlig;en. Auch als der ADAC-Skandal das Land bewegte, war seine Einsch&auml;tzung gefragt. Theisen, Mitglied der Fakult&auml;t f&uuml;r Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universit&auml;t (LMU), ist auch Autor des Buches &ldquo;Wissenschaftliches Arbeiten&rdquo;, im vergangenen Jahr erschien die 16. Auflage.<br>\nEr versteht sich als K&auml;mpfer f&uuml;r ehrliche Forschung. Als solcher war ihm die Berufung von Annette Schavan in den Hochschulrat seiner Universit&auml;t von Anfang an ein &Auml;rgernis. Nun greift Theisen in einer der SZ vorliegenden Stellungnahme Schavan und LMU-Pr&auml;sident Bernd Huber in bislang beispielloser Weise an. Die Berufung sei vom &ldquo;vollkommenen Mangel an Fingerspitzengef&uuml;hl und intellektuellem Geschick&rdquo; gekennzeichnet, schreibt Theisen &ndash; und zwar &ldquo;auf beiden Seiten&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/schavan-im-lmu-hochschulrat-kritik-von-allen-seiten-1.1926554\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>USA: Beschr&auml;nkungen bei Wahlkampfspenden gekippt<\/strong><br>\nDer Oberste Gerichtshof in den USA hat die Beschr&auml;nkung f&uuml;r Wahlkampfspenden aufgehoben. Bisher durfte eine einzelne Person in den zwei Jahren vor einer Wahl insgesamt maximal 123.200 Dollar (rund 90.000 Euro) an Kandidaten und Parteien spenden. Die Grenze schr&auml;nke die verfassungsm&auml;&szlig;ige Meinungsfreiheit ein, urteilte der Supreme Court in Washington gestern.<br>\nKritiker bem&auml;ngelten, dass mit dieser Entscheidung die ohnehin gro&szlig;e Rolle des Geldes in der US-amerikanischen Politik weiter verst&auml;rkt werde. Schon 2010 hatte das Gericht die Grenzen f&uuml;r Parteispenden von Unternehmen und Gruppen deutlich aufgeweicht.<br>\nAllerdings darf ein Einzelspender auch k&uuml;nftig nicht mehr als 5.200 Dollar (3.770 Euro) an einen einzelnen Kandidaten geben. Geklagt hatte ein Bewohner aus dem US-Staat Alabama, der w&auml;hrend des zur&uuml;ckliegenden Wahlkampfes 16 Kandidaten unterst&uuml;tzte. Tats&auml;chlich wollte er aber noch ein Dutzend weiterer Kandidaten und politische Vereinigungen finanziell f&ouml;rdern, was ihm die Vorschriften aber untersagten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/orf.at\/stories\/2224650\/\">ORF.at<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Venezuela-Krise: Der Sozialismus ist nicht gescheitert!<\/strong><br>\nIn San Crist&oacute;bal im Westen Venezuelas hat im Februar eine Protestwelle gegen die sozialistische Regierung unter Nicol&aacute;s Maduro begonnen. Die Demonstranten kritisieren die verbreitete Kriminalit&auml;t, die grassierende Korruption und die h&auml;ufigen Versorgungsengp&auml;sse. Bei den Protesten in San Crist&oacute;bal, Caracas und anderen St&auml;dten gibt es immer wieder Zusammenst&ouml;&szlig;e mit den Sicherheitskr&auml;ften. Insgesamt kamen dabei schon 39 Menschen ums Leben. Pr&auml;sident Maduro vermutet hinter den Unruhen eine von den USA unterst&uuml;tzte Verschw&ouml;rung zum Sturz der Regierung. Im Interview &auml;u&szlig;ert sich der fr&uuml;here Botschafter Bernardo Alvarez zu den Unruhen in Venezuela, dem Feindbild USA, der Zukunft des Sozialismus und dem Wirtschaftsb&uuml;ndnis &ldquo;Bolivarianische Allianz f&uuml;r Amerika&rdquo;: &ldquo;Ich w&uuml;rde das nicht Wirtschaftskrise nennen. Wir reden hier von kurzfristigen &ouml;konomischen Problemen. Zudem f&uuml;hrte ein Angriff von W&auml;hrungsspekulanten zu einer enormen Inflation. Die Lage verbessert sich jetzt aber &ndash; wir werden den Kampf gegen all die Spekulanten gewinnen. &hellip; Auch wenn viele anderes behaupten: Der Sozialismus ist nicht gescheitert! Es wurden Entscheidungen einfach zu sp&auml;t getroffen. Einige Spekulanten und Gewaltt&auml;ter, die das Land aus politischen Gr&uuml;nden schw&auml;chen wollten, sind verantwortlich f&uuml;r diese Schwierigkeiten. Aber das sind in Caracas nur 2000 Leute &ndash; das ist doch kein Volksaufstand! &hellip; US-Amerikaner, Kolumbianer und paramilit&auml;rische Bewegungen, die Gewalt verbreiten, um das Land zu destabilisieren. Und diese Destabilisierung bekommt dann eine Menge internationaler Aufmerksamkeit. Das ist eine altbekannte Situation f&uuml;r uns. &hellip; &rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/venezuela-krise-der-sozialismus-ist-nicht-gescheitert\/9692748.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es versteht sich, dass Bernardo Alvarez zu seinem Land steht. Aber er steht auch in einer lateinamerikanischen Traditionslinie bis hin zu den &lsquo;dependentistas&rsquo;, die die lateinamerikanischen Entwicklungsdefizite auf eine jahrhundertealte, die nationale Souver&auml;nit&auml;t deformierende Fremdeinwirkung &ndash; von den Spaniern &uuml;ber die Engl&auml;nder bis zu den USA &ndash; begriffen haben. Nur bewegt sich die entwicklungspolitische Diskussion in Lateinamerika schon lange nicht mehr auf dem Niveau etwa eines Ra&uacute;l Prebisch. Er war weniger an den direkten Eingriffen der USA in die Politik Lateinamerikas interessiert, sondern fragte sich z.B., was passiert, wenn zwei ungleiche Volkswirtschaften aufeinandertreffen (Eine Frage, die im Europ&auml;ischen Binnenmarkt mit weitreichenden Folgen vernachl&auml;ssigt wird). Im Zentrum-Peripherie-Modell befand Prebisch, dass das Wachstum peripherer &Ouml;konomien (Lateinamerika) in gro&szlig;em Ausma&szlig; von der Entwicklung im Zentrum (Erste Welt) bestimmt war, welche sich als Nachfrage nach Prim&auml;rprodukten &uuml;bermittelte. Nat&uuml;rlich sind die Prebisch\/Singer-These &uuml;ber die s&auml;kulare Verschlechterung der Terms of Trade und die daraus folgende Importsubstitutionsstrategie inzwischen Geschichte. Aber es war ein origineller Ansatz, entwicklungspolitisch gegen&uuml;ber dem &ouml;konomischen Zentrum aufzuholen. Der erfolgreiche Entwicklungsprozess S&uuml;dkoreas zeigt, dass protektionistische Ma&szlig;nahmen mit einer schrittweisen &Ouml;ffnung zum Weltmarkt verbunden werden k&ouml;nnen. Der heutigen Vorliebe Abh&auml;ngigkeit auf (us-amerikanische) Einmischung zu reduzieren, w&auml;re Prebisch zu simpel erschienen. Prebischs Ziel war sicherlich nicht, den Kapitalismus zu &uuml;berwinden, aber sein zentrales Anliegen, den Faktor Produktivit&auml;t zur &ldquo;Conditio sine qua non&rdquo; f&uuml;r Entwicklung zu definieren, gilt auch f&uuml;r sozialistische Politiken.<\/em><br>\n<em>Und hier setzt meine Kritik an Ch&aacute;vez und Nachfolger an, die gestern in dem Satz m&uuml;ndete: &ldquo;Der Zustand des Landes ist weitgehend der wirtschaftspolitischen Inkompetenz des Chavismo generell geschuldet, &hellip;&rdquo; Dieser Satz hat eine Reihe wohlmeinender, kritischer E-Mails generiert. Da ist die Rede davon, dass die NDS in Bezug auf Venezuela hier den gesch&auml;rften Blick zu verlieren scheinen, dass die internationale einseitige Berichterstattung in Deutschland auch die Macher der Nachdenkseiten gelegentlich in Fallen tappen l&auml;sst, dass  die Situation in Venezuela nicht zu einfach dargestellt werden sollte, dass die Sichtweise der gleichgeschalteten Medien, Position des Mainstreams &uuml;bernommen werde. Oder ganz schlicht: Unqualifizierter Kommentar. &ndash; Zun&auml;chst einmal:  Eine einheitliche Sichtweise der NachDenkSeiten gibt es nicht. Dies w&auml;re schon ein Widerspruch zum Namen &ldquo;NachDenkSeiten&rdquo;. Es geht doch gerade darum, sich seine eigenen Gedanken zu machen und so gibt es nat&uuml;rlich auch innerhalb der NachDenkSeiten divergierende Ansichten. Aber es gibt eine gemeinsame Basis, die sich unter &ldquo;Warum NachDenkSeiten?&rdquo; nachlesen l&auml;sst. &ndash; Meine Anfrage an den Chavismo lautet: Inwiefern hast Du das Land  gegen&uuml;ber den entwickelten Volkswirtschaften weiterentwickelt?<\/em><br>\n<em>Nat&uuml;rlich bleibt die urspr&uuml;ngliche Botschaft von Ch&aacute;vez, den Reichtum des Landes der ganzen Bev&ouml;lkerung zugutekommen zu lassen. Eine Botschaft, die sich gleich nach Regierungsantritt in der Einf&uuml;hrung von kostenloser medizinischer Grundversorgung, der Rente ab 65, eines verbesserten K&uuml;ndigungsschutz, der Begrenzung der Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden usw. niederschlug. Wie nachhaltig diese Umverteilung des Reichtums des Landes wirkte, zeigt sich darin, dass Henrique Capriles sowohl im Wahlkampf 2012 wie auch 2013 ausdr&uuml;cklich betonte, dass er die sozialen Projekte als dauerhaften Bestandteil Venezuelas verstehe. Nur sollte man nicht vergessen, dass die Finanzierung der Sozialprogramme durch das Erd&ouml;l gesichert wurde. Erd&ouml;l bzw. sein Preis bestimmt bis heute das Schicksal Venezuelas. An die Regierung kam Ch&aacute;vez zum Tiefpunkt des &Ouml;lpreises (bei ca. 20 Dollar pro Barrel). H&auml;tte sich Ch&aacute;vez bei diesem Erd&ouml;lpreis halten k&ouml;nnen? Ch&aacute;vez hatte mit seiner politischen Botschaft das Gl&uuml;ck, dass er seine Sozialprogrammen &uuml;ber den Anstieg des Erd&ouml;lpreises bis auf mehr als 100 Dollar pro Barrel heute finanzieren konnte. Aber der Chavismo bleibt an den Schwankungen des &Ouml;lpreises gekoppelt. Das Ungl&uuml;ck bestand und besteht darin, dass Ch&aacute;vez von &Ouml;konomie wenig verstand bzw. auch seine Umgebung kaum mehr. So verst&auml;ndlich es ist, dass Ch&aacute;vez nach seinem Regierungsantritt die Erwartungen der Bev&ouml;lkerung, n&auml;mlich die konkrete Verbesserung der desolaten Lebenssituation der Leute verwirklichen wollte, so kurzsichtig war es, es bei schlichten Umverteilung der Erd&ouml;lprofite zu belassen: Fast ein Viertel der 23 Millionen Venezolaner erh&auml;lt staatliche Unterst&uuml;tzung oder ist beim Staat angestellt. Die importierten Nahrungsmittel werden weit unter dem Einkaufspreis verkauft. Ein Liter Benzin kostet 0,02 Euro. Aber in die langfristige Entwicklung des Entwicklungslandes wurde kaum investiert. Die Infrastruktur ist marode, selbst die F&ouml;rdertechnologie ist so marode, dass die &Ouml;lproduktion von 2,8 Millionen Barrel pro Tag (1999) auf 2,3 Millionen Barrel schrumpfte. Benzin muss eingef&uuml;hrt werden, da Wartung und Reinvestition in die Raffinerien vernachl&auml;ssigt wurden. Die ganze Warenproduktion ist zur&uuml;ckgegangen. Kurzum, trotz seines &Ouml;lreichtums ist Venezuela in der Entwicklung zu einer modernen Industrienation weit unter seinen M&ouml;glichkeiten geblieben. Schauen wir auf die Exportstruktur Venezuelas, so hat es au&szlig;er seiner endlichen Ressource Erd&ouml;l wenig zu bieten. Laut UN-Comtrade (2010) exportiert Venezuela zu 93,4 Prozent Erd&ouml;l und Erd&ouml;lprodukte und lediglich  2, 9 Prozent  Fertigwaren (manufactured goods). Womit will Venezuela dereinst die importierten Maschinen und Fahrzeuge (38,4 Prozent), Chemikalien und verwandten Erzeugnisse (20,3 Prozent und Lebensmittel (13,7 Prozent) bezahlen?<\/em><br>\n<em>Nein, ein erfolgreicher Entwicklungsstaat sieht anders aus und der heutige Zustand ist Ausdruck davon, dass es in der Umgebung von Ch&aacute;vez keinen &ouml;konomischen Sachverstand gab. In seinem Interview sagt Heinz Dieterich: &ldquo;N&uuml;chtern betrachtet ist nur die Gewaltkriminalit&auml;t lebensbedrohlich und die Tatsache, dass die Hauptstadt Caracas eine der St&auml;dte mit den h&ouml;chsten Mordraten der Welt ist. Dass Klopapier und Mehl fehlen, ist l&auml;stig, aber nicht lebensbedrohend. Dass zudem wegen der faktischen Abwertung der W&auml;hrung Bolivar Reisen ins Ausland sehr viel komplizierter sind, &auml;rgert die Menschen sehr. Nimmt man alles zusammen, f&uuml;hrt das zu einer tiefen Frustration. Und sieht man, wie wenig intelligent die Regierung reagiert und statt Verst&auml;ndnis zu zeigen auf Repression setzt, kocht das zu dem hoch, was wir jetzt sehen. &ldquo;Dabei ist Heinz Dieterich ein Freund Venezuelas, auch wenn &uuml;ber seinem Festhalten an einem Freund, dem ehemalige Verteidigungsminister Venezuelas Ra&uacute;l Baduel, sich sein Verh&auml;ltnis zu Ch&aacute;vez abk&uuml;hlte. Dieterich tritt pers&ouml;nlich bescheiden, sympathisch auf, aber er ist ein Star in der lateinamerikanischen Linken und sein Buch, &bdquo;Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts. Wirtschaft, Gesellschaft und Demokratie nach dem globalen Kapitalismus&ldquo;, wird viel gelesen. Nur was ist von ihm als &Ouml;konom zu halten, wenn er zu Venezuela meint, das Fehlen von Klopapier und Mehl sei l&auml;stig, aber nicht lebensbedrohend? D.h. doch, dass entscheidende Allokationsprozesse gest&ouml;rt sind, dass die Zuweisung von G&uuml;tern und Ressourcen, bezogen auf Personen und Produktionsprozesse in grundlegender Weise nicht funktioniert. Dieterichs Alternative zur Marktwirtschaft, in der nicht Marktpreise, sondern Arbeitswerte benutzt werden, m&ouml;gen theoretisch interessant sein , aber sie sind bei der Koordination eines Entwicklungsprozesses wenig praktikabel. Seine Vorstellung von Wirtschaftsdemokratie besagt, dass 40 Stunden Arbeiten ein Anrecht auf Produkte und Dienstleistungen im Wert von 40 Stunden verleiht, die andere erwirtschaftet haben. Also kann ein Chirurg mit seiner Wertkarte durch eine Blinddarmoperation in etwa seinen Friseur bezahlen. Er selbst schildert, dass Ch&aacute;vez diese Konzeption so begriffen habe, dass in der staatlichen &Ouml;lgesellschaft alle Leute bei gleicher Arbeitszeit das Gleiche verdienen sollten. Er selbst habe Ch&aacute;vez darauf hingewiesen, dass dann drei Monate sp&auml;ter die f&auml;higsten Ingenieure und Techniker weg gewesen w&auml;ren und damit die &Ouml;lwirtschaft zusammengebrochen w&auml;re. So etwas sollte man nach und nach machen. Beurteilen Sie selbst, was solche &ouml;konomische Beratung bedeutet. Glauben sie immer noch, dass die Rede von der &ldquo;wirtschaftspolitischen Inkompetenz&rdquo; so falsch ist? Ein Leser hat mich auf den Beitrag von Anne Britt Arps in der j&uuml;ngsten Ausgabe der Bl&auml;tter hingewiesen. <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/april\/venezuela-maduros-schicksalsjahr\">Sie schreibt<\/a>:<\/em><br>\n<em>&ldquo;Wie bereits Ch&aacute;vez, so ist es auch Maduro nicht gelungen, das Geld aus den &Ouml;leinnahmen produktiv in die Wirtschaft zu investieren &ndash; und es erfolgreich etwa f&uuml;r den Ausbau der Industrie oder die Modernisierung der &Ouml;lanlagen einzusetzen. Zwar ist die landwirtschaftliche Produktion in den letzten Jahren gestiegen, sie h&auml;lt jedoch nicht mit der ebenfalls gestiegenen Nachfrage Schritt, die durch die unter Ch&aacute;vez eingef&uuml;hrten, umfangreichen Sozialprogramme entstanden ist. Venezuela muss deswegen rund 70 Prozent seiner Lebensmittel importieren. Immerhin plant die Regierung inzwischen, die milliardenschwere Subvention der Benzinpreise zu drosseln.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Produktivit&auml;t sieht anders aus. Wer meint, dass ich das oben Vorgetragene bereits gestern h&auml;tte ausf&uuml;hren m&uuml;ssen, kann sich davon &uuml;berzeugen, dass ich Wesentliches davon und mehr (Gewaltkriminalit&auml;t) <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16886#h19\">bereits zur Wahl von Nicol&aacute;s Maduro geschrieben habe<\/a>. &ndash; Mag sein, dass die Aussage, die Polizei sei f&uuml;r massive Gewaltanwendung, willk&uuml;rliche Festnahmen und Folter verantwortlich, vorschnell war. Immerhin ist die Quelle Amnesty International nicht irgendwer.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>&ldquo;100 Jahre erster Weltkrieg&rdquo;<\/strong><br>\nDie erste Ausgabe der ROSALUX stellt die Frage um Deutung und Umgang mit diesem Ereignis in den Mittelpunkt und kann auch online abgerufen werden:<br>\n&laquo;Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg &ndash; um seine Deutung wird erbittert gerungen&raquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rosalux.de\/publication\/40361\">Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (RS\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-21287","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21287"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21287\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21291,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21287\/revisions\/21291"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21287"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21287"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}