{"id":2129,"date":"2007-02-21T17:26:41","date_gmt":"2007-02-21T16:26:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2129"},"modified":"2016-01-14T12:07:54","modified_gmt":"2016-01-14T11:07:54","slug":"statistisches-bundesamt-schulden-der-offentlichen-haushalte-2006-um-26-gestiegen-man-konnte-auch-sagen-die-vermogen-der-kreditgeber-sind-um-38-milliarden-gestiegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2129","title":{"rendered":"Statistisches Bundesamt: Schulden der \u00f6ffentlichen Haushalte 2006 um 2,6% gestiegen. Man k\u00f6nnte auch sagen, die Verm\u00f6gen der Kreditgeber sind um 38 Milliarden gestiegen."},"content":{"rendered":"<p>Nach ersten vorl&auml;ufigen Ergebnissen des <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/presse\/deutsch\/pm2007\/p0660061.htm\">Statistischen Bundesamtes<\/a> waren die &ouml;ffentlichen Haushalte zum Jahresende 2006 insgesamt mit 1 485,4 Milliarden Euro am Kreditmarkt verschuldet. Man kann Gift darauf nehmen, dass die Meldung &uuml;ber die schwindelerregende Summe von 1,5 Billionen Euro, wieder einen &ouml;ffentlichen Rummel &uuml;ber die zu hohe Staatsverschuldung ausl&ouml;st und Forderungen nach einem weiteren Abbau staatlicher Leistungen vor allem im Sozialbereich folgen. Kaum jemand wird die Frage stellen, ob mit der Verschuldung in Deutschland nicht auch die Einkommen von Menschen, die so hohe Einkommen haben, dass sie dem Staat Geld leihen k&ouml;nnen, steigen. Wolfgang Lieb.<br>\n<!--more--><br>\nHeiner Flassbeck hat deshalb unl&auml;ngst in einem <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1076703\">Beitrag in der FR<\/a> vorgeschlagen, &bdquo;neben die Schuldenuhr eine Uhr zu stellen, die den Verm&ouml;genszuwachs in jeder Sekunde in Deutschland misst (&hellip;) Dann w&uuml;rden die staunenden Fernsehzuschauer oder die staunenden Touristen vor dem B&uuml;ro des Steuerzahlerbundes in Berlin aber sehen, dass die Verm&ouml;gensuhr viel schneller l&auml;uft als die Schuldenuhr und w&uuml;rden sich vielleicht fragen, wieso das bei ihnen pers&ouml;nlich eigentlich nicht der Fall ist.&ldquo; <\/p><p>Heiner Flassbeck weiter: &bdquo;M&uuml;ssten nicht diejenigen, die so gerne den Schuldenrechner zeigen, fordern, die Gruppen der Gesellschaft, die enorm hohe Ersparnisse haben, so zu besteuern, dass sie einen gr&ouml;&szlig;eren Teil der allgemeinen Lasten tragen, statt genau f&uuml;r diese Gruppe, wie in den vergangenen Jahren in gro&szlig;em Stil geschehen, dauernd die Steuern zu senken? Deutschland hatte im vergangenen Jahr die niedrigste Steuerquote aller Zeiten. Warum wird gerade da der Schuldenrechner so h&auml;ufig bem&uuml;ht, statt zu sagen, es k&ouml;nne etwas im Lande nicht in Ordnung sein, wenn der Staat so gro&szlig;e Aufgaben hat, sich aber ausgerechnet die Wohlhabenden im Land nicht mehr an deren Finanzierung beteiligen wollen.<br>\nPerfide wird die Sache aber dadurch, dass man die einzige Art und Weise, wie der Staat das Geld auf Zeit von denen zur&uuml;ckholen kann, auf das er durch seine Steuersenkung verzichtet hat, mit Mitteln wie der Schuldenuhr verteufelt. Dann bleibt &ldquo;nat&uuml;rlich&rdquo; nur die L&ouml;sung, die kleinen Leute via K&uuml;rzung des Sozialhaushalts daf&uuml;r sorgen zu lassen, dass der Staat die zuk&uuml;nftigen Generationen nicht belastet.&ldquo;<\/p><p>Die Schuldenrechnerei sei auch deswegen besonders d&uuml;mmlich, weil man ja nur eine Uhr daneben stellen m&uuml;sste, die die Einkommen z&auml;hlte, die dem Staat in den vergangenen Jahren durch seine unverantwortliche Steuersenkungspolitik entgangen sind, und schon w&uuml;rde das Tempo der Uhr erheblich relativiert.<\/p><p>H&auml;tten denn nicht die ber&uuml;hmten &ldquo;Leistungstr&auml;ger&rdquo;, die den Staat &uuml;ber Jahre gedr&auml;ngt haben, Steuern f&uuml;r sie zu senken, damit sie mehr leisten k&ouml;nnen, nun dem Staat das Geld in Form von Staatsanleihen zur&uuml;ckgegeben, und w&uuml;rden nicht gerade diese &bdquo;Gewinner&ldquo;, die offenbar gar nicht gewusst haben, was sie sonst mit ihrem Geld machen sollten als es dem Staat zu leihen, sich durch Steuerentlastungen und durch Zinsgewinne doppelt die Taschen gef&uuml;llt?<\/p><p><strong>Erg&auml;nzung AM:<\/strong><\/p><p>Angesichts der Schulden- und Spardebatte ist es gut, sich zu vergegenw&auml;rtigen, wie sich die staatliche Gesamtverschuldung in den letzten Jahren entwickelt hat. Die folgende Grafik zeigt zum Beispiel, dass in den neunziger Jahren der Schuldenzuwachs extrem hoch war. Sicher eine Folge der deutschen Vereinigung und der Art, wie sie gemacht und finanziert worden ist. Jedenfalls kann man da schon sagen, dass die pro-zyklischen Sparversuche von 1992 ff. Nichts gebracht haben. Die Neuverschuldung ging zur&uuml;ck, als die Konjunktur 1998 bis 2000 besser wurde. Und sie stieg erneut massiv an, als die Sparpolitik des Sparkommissars Hans Eichel zur Wirkung kam: 2002, 2003, 2004. Wiederum prozyklisch.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p><em><strong>Abbildung:<\/strong> J&auml;hrlicher Anstieg der Gesamtverschuldung der &ouml;ffentlichen Haushalte (in Milliarden Euro) zwischen 1988 und 2005 (Juni)<\/em><\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/070221_staatsverschuldung.gif\" alt=\"J&auml;hrlicher Anstieg der Gesamtverschuldung der &ouml;ffentlichen Haushalte (in Milliarden Euro) zwischen 1988 und 2005 (Juni)\" title=\"\"><\/p><p class=\"reference\">Quelle: Sachverst&auml;ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Hrsg.): Die Chance nutzen &ndash; Reformen mutig voranbringen, Jahresgutachten 2005\/06, Wiesbaden 2005, S. 79*.<\/p><p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach ersten vorl&auml;ufigen Ergebnissen des <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/presse\/deutsch\/pm2007\/p0660061.htm\">Statistischen Bundesamtes<\/a> waren die &ouml;ffentlichen Haushalte zum Jahresende 2006 insgesamt mit 1 485,4 Milliarden Euro am Kreditmarkt verschuldet. Man kann Gift darauf nehmen, dass die Meldung &uuml;ber die schwindelerregende Summe von 1,5 Billionen Euro, wieder einen &ouml;ffentlichen Rummel &uuml;ber die zu hohe Staatsverschuldung ausl&ouml;st und Forderungen nach einem weiteren<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2129\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[156,137,132],"tags":[413,325,405,278],"class_list":["post-2129","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-schulden-sparen","category-steuern-und-abgaben","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-schlanker-staat","tag-staatsschulden","tag-statistisches-bundesamt","tag-steuersenkungen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2129"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2129\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30201,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2129\/revisions\/30201"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}