{"id":2132,"date":"2007-02-22T13:53:34","date_gmt":"2007-02-22T12:53:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2132"},"modified":"2016-01-14T11:43:49","modified_gmt":"2016-01-14T10:43:49","slug":"lugengeschichte-reformbedarf-was-wir-nicht-glauben-sollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2132","title":{"rendered":"\u201eL\u00fcgengeschichte\u201c Reformbedarf &#8211; Was wir nicht glauben sollten."},"content":{"rendered":"<p>Erweiterte Fassung eines Redebeitrags von mir beim Internationalen Kongress von IPPNW  (Internationale &Auml;rzte f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkrieges, &Auml;rzte in sozialer Verantwortung e.V.) in N&uuml;rnberg am 21.10.2006.<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li>Um Ihnen die Einordnung meiner kritischen Position zur heute angesagten Reformpolitik zu erleichtern, m&ouml;chte ich mit <strong>zwei Vorbemerkungen<\/strong> beginnen, die an meiner bisherigen Arbeit ansetzen:\n<p>Erstens: Sp&auml;testens seit meiner Arbeit als Ghostwriter des fr&uuml;heren Bundeswirtschaftsministers Karl Schiller beobachte ich, wie Meinung gebildet und beeinflusst wird, wie die &ouml;ffentliche Meinung wiederum die politischen Entscheidungen pr&auml;gt und wie m&auml;chtige Interessen die &ouml;ffentliche Meinung beeinflussen und so genehme politische Entscheidungen erreichen. Ich bin dabei nolens volens zu einem Spezialisten f&uuml;r die Beobachtung von Manipulationsvorg&auml;ngen geworden. Dabei habe ich mir angew&ouml;hnt, nahezu nichts mehr zu glauben, was in der &ouml;ffentlichen Debatte vorgebracht wird. Dies nicht aus Lust am Zweifeln &ndash; was ja auch eine Tugend w&auml;re -, sondern geboren aus der Notwendigkeit, sich der g&auml;ngig gewordenen allt&auml;glichen Manipulation zu entziehen &ndash; um der Freiheit der Gedanken Willen m&uuml;sste ich sagen, wenn der sch&ouml;ne Begriff Freiheit nicht t&auml;glich von George W. Bush und seinen Freundinnen und Freunden in Deutschland missbraucht w&uuml;rde.<br>\nNicht Aufkl&auml;rung sondern Irref&uuml;hrung ist die g&auml;ngige M&uuml;nze. Weil ein Freund von dieser meiner Einsch&auml;tzung unserer &ouml;ffentlichen Debatte wusste, machte er mich auf eine Passage in George Orwells &bdquo;1984&ldquo; aufmerksam. Ich zitiere:  <\/p>\n<blockquote><p>Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete L&uuml;ge glaubten &ndash; wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten &ndash;, dann ging die L&uuml;ge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] <\/p><\/blockquote>\n<p>Mit diesem Orwell im Hinterkopf verstehen Sie die gegenw&auml;rtige Reformdebatte besser. Brainwashing ist zur g&auml;ngigen Besch&auml;ftigung unserer &ouml;ffentlichen Meinungsmacher, der PR-Agenturen und Medien sowie vieler Politiker, Wirtschaftsleute und Wissenschaftler geworden. Sie entwerfen langfristig angelegte Strategien, um das Volk &bdquo;rumzukriegen&ldquo;. <\/p>\n<p><strong>Die zweite Vorbemerkung: <\/strong><br>\nIch bin alles andere als ein Reformmuffel, ich ersann mit Freunden Vorschl&auml;ge f&uuml;r ein modernes Bodenrecht und f&uuml;r eine gerechte und &ouml;kologisch orientierte Steuerreform &ndash; das war 1971. Als Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt half ich 1975 ein bisschen mit, die ungerechten Kindersteuerfreibetr&auml;ge durch ein gleiches Kindergeld zu ersetzen; f&uuml;r Willy Brandt formulierten wir im Wahlkampf 1972 den Satz  &bdquo;Wer morgen sicher leben will, muss heute f&uuml;r Reformen k&auml;mpfen.&ldquo; <\/p>\n<p>Ich sehe auch heute Reformbedarf. Und dennoch habe ich mit dem Buch &bdquo;Die Reforml&uuml;ge&ldquo; und einem weiteren mit dem Titel &bdquo;Machtwahn. Wie eine mittelm&auml;&szlig;ige F&uuml;hrungselite uns zugrunde richtet&ldquo; zwei Reformb&uuml;cher geschrieben, die wie Pl&auml;doyers gegen Reformen klingen.  <\/p>\n<p>Das ist leicht zu erkl&auml;ren: Die heutigen &bdquo;Reformer&ldquo; haben dem fortschrittlichen Teil unseres Volkes den Begriff Reform gestohlen und ihn in ihrem Sinne besetzt. Reform hie&szlig; in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, etwas zu Gunsten der Mehrheit und der Schw&auml;cheren zu ver&auml;ndern. Die Verpflichtung unseres Grundgesetzes zur Sozialstaatlichkeit wurde wenigstens ein bisschen ernst genommen. Heute gehen die Reformen meist zu Lasten der Mehrheit und zu Gunsten der Eliten -&bdquo;verfassungsfeindliche Umtriebe&ldquo; unserer Eliten sozusagen. <\/p>\n<p>Sie k&ouml;nnen das an konkreten Reformversuchen und Reformen festmachen: <\/p>\n<ul>\n<li>In den Siebzigern die Einf&uuml;hrung z.B. von Vorsorgeuntersuchungen als Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), heute Zuzahlungen und die Ausgliederung mehrerer Leistungen aus dem Katalog der GKV, Tendenz: Wahrung der Grundversorgung. Beim Zahnersatz f&auml;llt einem auf, wie schnell sich das Verst&auml;ndnis von &bdquo;Reform&ldquo; &auml;ndern kann. Noch 1998 tauchten im Wahlkampf SPD-Plakate auf, auf denen geschrieben stand: &raquo;Man soll nicht am Gebiss erkennen k&ouml;nnen, ob jemand arm oder reich ist.&laquo; Nur wenig sp&auml;ter, bei der letzten gro&szlig;en Gesundheitsreform vom Dezember 2003, wurde Reform neu definiert: Zuzahlungen und Aufl&ouml;sung der Beitragsparit&auml;t. Wie sagt doch M&uuml;ntefering in seiner unnachahmbaren Ehrlichkeit: Es sei unfair, die Koalitionsparteien an ihren Versprechen im Wahlkampf zu messen. Durch die Bildung der gro&szlig;en Koalition gebe es eine neue Situation. Jetzt m&uuml;sse der Ma&szlig;stab sein, &ldquo;was wir als Koalition aus dem Wahlergebnis heraus entwickeln&rdquo;. So berichtete der Tagesspiegel Ende August 2006.<\/li>\n<li>1975 die Entscheidung, die ungerechten Kindersteuerfreibetr&auml;ge durch ein gleiches Kindergeld f&uuml;r alle zu ersetzen, weil die Kinder dem Staat gleich viel wert sein sollen, heute das vor kurzem verabschiedete Elterngeld, das den Besserverdienenden 1800 &euro; und den Schw&auml;chsten 300 &euro; monatlich f&uuml;rs Kind bringt.<\/li>\n<li>Damals, in den sechziger und siebziger Jahren, der einigerma&szlig;en gelungene Versuch, die weiterf&uuml;hrenden Schulen und Hochschulen f&uuml;r die Kinder aus Arbeitnehmerfamilien zu &ouml;ffnen, heute die Einf&uuml;hrung von Studiengeb&uuml;hren und die &Uuml;berantwortung unserer &ouml;ffentlichen Hochschulen in die H&auml;nde von Hochschulr&auml;ten, in denen die Wirtschaft das Sagen hat, obendrein ohne jegliche demokratische Legitimation.  Passend zu Orwells Welt der Irref&uuml;hrung nennt sich das entsprechende, von Bertelsmann inspirierte Landesgesetz in Nordrhein-Westfalen &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo;.<\/li>\n<li>Damals der Versuch, f&uuml;r wichtige Bereiche der Daseinsvorsorge &ouml;ffentliche Verantwortung wahrzunehmen, und jetzt ein kurz vor den Wahlen 2005 noch schnell durchgepeitschtes &Ouml;PP-Beschleunigungsgesetz, das die Verschleuderung des &ouml;ffentlichen, vor allem des kommunalen Eigentums, zu Gunsten einer Unzahl von Profiteuren am Privatisierungsprozess erleichtert.  Dabei hilft jetzt &uuml;brigens Rudolf Scharping. Er betreibt in gelegentlicher Partnerschaft mit Reiner Br&uuml;derle (FDP), dem ehemaligen Oberb&uuml;rgermeister von Landshut Deimer (CSU), und den ehemaligen Oberb&uuml;rgermeistern Lehmann-Grube (Leipzig, SPD) und Rolf B&ouml;hme (Freiburg, SPD) das Beratungsunternehmen RSBK, Rudolf Scharping Strategie Beratung Kommunikation, mit Schwerpunkt Privatisierung &ouml;ffentlichen Eigentums.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Wort L&uuml;ge, wie es in dem mir gestellten Thema &bdquo;L&uuml;gengeschichte&ldquo; vorkommt, ist ein hartes Wort. Aber diese H&auml;rte ist berechtigt:<br>\nEs stimmt nahezu nichts, es stimmen entscheidende Behauptungen nicht in dieser alles beherrschenden Reformdebatte.<\/p><\/li>\n<li><strong>Es ist nicht wahr, dass es einen Reformstau gibt:<\/strong>\n<p>Ich weise Sie hin auf eine <strong>Serie von Reformen in der Gesundheitspolitik:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>1993 &ndash; Gesundheit-Strukturgesetz.<br>\nGemeinsam setzten Union und SPD das bis dahin gr&ouml;&szlig;te Gesundheitsreformpaket durch. Zuweisung von Budgets, Fallpauschalen, gestaffelte Zuzahlungen bei Medikamenten, etc.<\/li>\n<li>1997 &ndash; Beitragsentlastungsgesetz.<br>\nDie Zuzahlungen f&uuml;r Arzneimittel steigen, das Krankengeld sinkt.<\/li>\n<li>1997 &ndash; 1. und 2. GKV-Neuordnungsgesetz.<br>\nErh&ouml;hung der Zuzahlungen, Krankenhaus-Notopfer und so weiter.<\/li>\n<li>1999 &ndash; GKV-Solidarit&auml;tsst&auml;rkungsgesetz<\/li>\n<li>2 bis 001 &ndash; Gesetz zur Abl&ouml;sung des Arznei- und Heilmittelbudgets<\/li>\n<li>2002 &ndash; Beitragsicherungsgesetz.<br>\nKlassischer Inhalt: Festschreibung der Beitragss&auml;tze, K&uuml;rzung der Leistungen der GKV.<\/li>\n<li>2004 &ndash; GKV-Modernisierungsgesetz.<br>\nPraxisgeb&uuml;hr. Streichung Sterbegeld, Sehhilfeversorgung, Entbindungsgeld.<\/li>\n<li>2006 &ndash; ???<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das sind in 13 Jahren acht  Gesundheitsreformen. Eines ist sicher: von Reformstau kann keine Redesein. Das Reformtempo ist sichtbar steigerungsf&auml;hig. Ich verweise auf:<\/p>\n<p><strong>Gravierende Steuerreformen in den letzten 20 Jahren:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Streichung der Verm&ouml;genssteuer<\/li>\n<li>Streichung der Gewerbekapitalsteuer<\/li>\n<li>K&uuml;rzung der K&ouml;rperschaftssteuer<\/li>\n<li>Erlass der Besteuerung der Gewinne bei Verkauf von Unternehmensteilen (= Steuerbefreiung der so genannten Heuschrecken)<\/li>\n<li>Senkung des Spitzensteuersatzes &ndash;  auf 42%<\/li>\n<li>Amnestie f&uuml;r Steuers&uuml;nder <\/li>\n<li>Korrektur des Halbeink&uuml;nfteverfahrens zugunsten der Versicherungswirtschaft. = mindestens 5 Mrd. Steuererlass<\/li>\n<\/ol>\n<p>Diese &bdquo;Reformen&ldquo; sind nicht vom Himmel gefallen. Hier ist systematisch die Verarmung des Staates und damit &ouml;ffentlicher Einrichtungen betrieben worden.<br>\n&Uuml;brigens: Nach neoliberaler Theorie m&uuml;ssten die Investitionen &bdquo;brummen&ldquo;. Wo sind die Erfolge geblieben?<\/p>\n<p><strong>Und was sonst noch alles reformiert worden ist, mit tief greifenden Wirkungen aber nicht mit Erfolgen:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Riester-Rente &ndash; und die Zerst&ouml;rung des Vertrauens in die gesetzliche Rente<\/li>\n<li>Hartz IV &ndash; und die Zerst&ouml;rung des Vertrauens in die Arbeitslosenversicherung<\/li>\n<li>Hartz I bis III und Agenda 2010 &ndash; und die Zerst&ouml;rung des Vertrauens in die F&auml;higkeit der Politik, vern&uuml;nftige Konzepte zu entwickeln, deren Verfallszeit l&auml;nger als ein Jahr ist. Erinnern Sie sich noch an Ich AG, PSA, Jobfloater? Zum gr&ouml;&szlig;eren Teil Flops oder zu teuer. <\/li>\n<li>Die mehrmalige &Ouml;ffnung der Ladenschlusszeiten<\/li>\n<li>Das erw&auml;hnte &Ouml;PP-Gesetz <\/li>\n<li>Das Elterngeld<\/li>\n<li>Die Hochschulfreiheitsgesetze <\/li>\n<li>Die Studiengeb&uuml;hren<\/li>\n<li>Die K&uuml;rzung der Pendlerpauschale<\/li>\n<li>Die Erh&ouml;hung der Versicherungssteuer<\/li>\n<li>Das Auslaufen der Eigenheimzulage<\/li>\n<li>Die Erh&ouml;hung der Mehrwertsteuer<\/li>\n<\/ol>\n<p>u.a.m.<\/p>\n<p>Spiegeln Sie diese F&uuml;lle von durchgesetzten Reformen auf das Gerede von L&auml;hmung und Blockade, vom ausbleibenden Ruck und wachsenden Reformbedarf. Das ist eine L&uuml;gengeschichte, die man immer wieder erz&auml;hlt und deren Bedeutung man offenbar nach Lust und Laune anschwellen oder wieder abschwellen lassen kann.<br>\nDen meinungsf&uuml;hrenden Kr&auml;ften ist es offensichtlich m&ouml;glich, Geschichten nahezu unabh&auml;ngig von der Realit&auml;t zu erz&auml;hlen.<br>\nDen Zustand, dem sich unsere F&uuml;hrungskr&auml;fte in solchen Momenten n&auml;hern, nenne ich einen Kollektiven Wahn. Die Wahnvorstellung, unser Land leide unter L&auml;hmung und Blockade zum Beispiel. Tausendfach wiederholt. Millionenfach geglaubt. <\/p><\/li>\n<li>Wir leiden nicht unter Reformstau und Blockade. <strong>Wir leiden eher unter Reformen, die besser verhindert worden w&auml;ren.<\/strong><br>\nDas ist kein Spa&szlig;. Die von mir so charakterisierten Ver&auml;nderungen sind gravierend. Sie zielen nicht auf den Umbau des Sozialstaats, es sind oft System&auml;nderungen oder &ndash; genauer gesagt &ndash; Reformen mit systemver&auml;ndernder Wirkung:\n<ul>\n<li>Mit dem Anlasten der Riester-Rente, mit der Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre, mit dem Nachhaltigkeitsfaktor und anderen einschl&auml;gigen Entscheidungen wird ein bew&auml;hrtes System, die gesetzliche Rente, der Erosion preisgegeben.<\/li>\n<li>Genauso hat Hartz IV das Vertrauen in die Arbeitslosenversicherung grundlegend zerst&ouml;rt.<\/li>\n<li>Der Gesundheitsfond und die Zusatzpr&auml;mie k&ouml;nnen die Vorbereitung und das Tor f&uuml;r die Ausdehnung der privaten Kassen sein. Dar&uuml;ber braucht man nicht zu spekulieren. So wird es zum Beispiel vom Generalsekret&auml;r der CDU auch erkl&auml;rt. <\/li>\n<li>Die zum 1.1.2002 durchgesetzte Steuerbefreiung der so genannten Heuschrecken, macht es finanziell attraktiv, einigerma&szlig;en gute deutsche Unternehmen zu fleddern.<\/li>\n<li>Das &Ouml;PP-Beschleunigungsgesetz dient dem leichteren Ausverkauf &ouml;ffentlichen Eigentums.<\/li>\n<li>Die Streichung der Gewerbekapitalsteuer nahm unseren Kommunen die Finanzen f&uuml;r wichtige Aufgaben unabh&auml;ngig von Konjunktur und Gewinnlage.<\/li>\n<li>Mit der Kommerzialisierung des Fernsehens in der Zeit nach der Wende von Schmidt zu Kohl ist einer der gravierendsten Reformschritte erfolgt &ndash; mit allen Konsequenzen f&uuml;r den geistigen Zustand unseres Volkes. Es w&auml;re erhellend, die Pisa-Studien w&uuml;rden sich endlich einmal diesem Akt der willentlichen Verbl&ouml;dung zuwenden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Lauter systemver&auml;ndernde Reformen. Und warum das alles? Warum diese Reformen, die uns nicht nur nichts gebracht, sondern uns geschadet haben?<\/strong><br>\nZum Teil aus ideologischen Gr&uuml;nden, zum Teil werden mit diesen Reformen einzelne Interessen bedient. Die politische Korruption grassiert. Um des privaten Profits willen werden wichtige gesellschaftliche Einrichtungen und Errungenschaften zerst&ouml;rt.<\/p>\n<p>Unser Volk wollte zum Beispiel die &bdquo;Reform&ldquo; &bdquo;Kommerzialisierung des Fernsehens&ldquo; 1982 nicht. Aber Bertelsmann und Leo Kirch, die sp&auml;teren Betreiber von RTL und Sat1\/Pro 7, wollten diese Reform. Helmut Kohl und sein Telekom-Minister Schwarz-Schilling haben diese gravierende System&auml;nderung zu deren Gunsten betrieben und mit &ouml;ffentlichem Geld subventioniert. Jahre sp&auml;ter, zwischen 1999 und 2002 hat Altkanzler Helmut Kohl laut Focus von Leo Kirch j&auml;hrlich umgerechnet etwas &uuml;ber 400.000 &euro; pro Jahr f&uuml;r Beratert&auml;tigkeit erhalten. Genauso, wenn auch mit geringeren Betr&auml;gen, die anderen Beteiligten: Schwarz-Schilling, Wolfgang B&ouml;tsch, Theo Waigel, Rupert Scholz und J&uuml;rgen M&ouml;llemann.<br>\nKurt Beck kommentierte das damals so:<\/p>\n<blockquote><p>Niemand zahlt 800 000 Mark oder 300 000 Mark, dazwischen lagen ja wohl die Vertr&auml;ge, f&uuml;r nichts. Das kann ich mir nicht vorstellen. Da muss es also Interessen gegeben haben, die verflochten worden sind. <\/p><\/blockquote>\n<p>Nach der gleichen Grammatik k&ouml;nnen Sie die anderen genannten Reformen durchdeklinieren: Schr&ouml;der, Merz und die Finanzindustrie einschlie&szlig;lich Heuschrecken zum Beispiel. Warum hat Kanzler Schr&ouml;der die Riester-Rente durchgesetzt? Warum die Steuerbefreiung f&uuml;r Heuschrecken? Warum hat Merz dazu geschwiegen?<br>\nWir haben ein so schlechtes Ged&auml;chtnis. Wir erinnern uns zum Beispiel nicht daran, wer die Kampagne f&uuml;r den nieders&auml;chsischen Ministerpr&auml;sidenten Schr&ouml;der im Fr&uuml;hjahr 1998, die entscheidend war f&uuml;r die Kanzlerkandidaten-Entscheidung der SPD, ma&szlig;geblich unterst&uuml;tzt hat: Der Chef von AWD, eines Finanzdienstleisters aus Hannover. Carsten Maschmeyer warb f&uuml;r Schr&ouml;der mit Gro&szlig;anzeigen unter dem Motto &bdquo;Der n&auml;chste Kanzler muss ein Niedersachse sein&ldquo;.<\/p>\n<p><strong>Reformstau, Blockade, L&auml;hmung &ndash; das ist eine Kette von L&uuml;gengeschichten:<\/strong>\n<\/p><\/li>\n<li>Wir leiden nicht darunter, dass ein wichtiger Reformbedarf nicht befriedigt w&uuml;rde.<br>\n<strong>Wir leiden vor allem unter der Unf&auml;higkeit unseres F&uuml;hrungspersonals, eine unseren Bed&uuml;rfnissen entsprechende Wirtschaftspolitik zu betreiben. Unsere Eliten verstehen nicht genug von der so genannten Makro&ouml;konomie, nichts davon, mit einer Rezession sachgerecht umzugehen.<\/strong><br>\nIch lenke Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf diese von der Reformpolitik verdr&auml;ngte Kernaufgabe, weil nach meiner Erfahrung auch viele Zeitgenossen, die dem neoliberalen Mainstream kritisch gegen&uuml;berstehen, die Bedeutung einer expansiven Konjunktur- und Besch&auml;ftigungspolitik nicht mehr sehen. Hier gibt es eine ungewollte Koalition zwischen den Neoliberalen einerseits und anti-neoliberalen Wachstumskritikern auf der andern Seite.\n<p>Zur&uuml;ck zur herrschenden Reformbewegung. Ihre Vertreter unterstellen, es g&auml;be einen Wirkungszusammenhang zwischen den Reformen und der wirtschaftlichen Belebung. Die Reformer glauben, es w&uuml;rde mehr investiert und produziert, wenn die Steuern gesenkt werden. Sie machen uns glauben, es w&uuml;rden Arbeitspl&auml;tze geschaffen, wenn die Lohnnebenkosten sinken. Unser Finanzminister und mit ihm viele andere glauben, die Wirtschaft w&auml;chst, wenn er zu sparen versucht. Das geht nun schon gut 13 Jahre schief. Auch jetzt besteht wieder die Gefahr, dass das zarte Pfl&auml;nzchen Aufschwung von der Mehrwertsteuererh&ouml;hung und der Zinserh&ouml;hung der EZB erschlagen wird. <\/p>\n<p>Die Redensarten unserer f&uuml;hrenden Personen tun ihr &uuml;briges. So zeichnete schon der Bundespr&auml;sident mit seiner Erkl&auml;rung zur Aufl&ouml;sung des Deutschen Bundestags vor einem guten Jahr die Lage unseres Landes in schw&auml;rzesten Farben. <a href=\"http:\/\/www.bild.t-online.de\/BTO\/news\/aktuell\/2006\/06\/20\/merkel-deutschland-sanierungsfall\/merkel-deutschland-sanierungsfall.html#\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.bild.t-online.de\/BTO\/news\/aktuell\/2006\/06\/20\/merkel-deutschland-sanierungsfall\/merkel-deutschland-sanierungsfall.html#\">Die Bundeskanzlerin nennt unser Land einen Sanierungsfall<\/a>. Diese Eliten haben offensichtlich nicht einmal eine primitive Ahnung von der psychologischen Seite einer guten Konjunkturpolitik.<\/p>\n<p>Der amerikanische Nobelpreistr&auml;ger Robert Solow hat schon vor zwei Jahren zum makro&ouml;konomischen Defizit in Deutschland n&uuml;chtern festgestellt, wenn er ein Manager w&auml;re, dann w&uuml;rde er seine Produktion auch nicht ausweiten, solange die M&auml;rkte nicht erkennbar expandieren[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Diese Binsenweisheit wird in Deutschland negiert. Aus Dummheit oder aus Absicht &ndash; das wei&szlig; ich nicht. Robert Solow meinte dazu: &bdquo;Klar, Makropolitik beherrscht vermutlich niemand perfekt. Aber mir scheint offensichtlich: in Deutschland k&ouml;nnte man sie wesentlich besser machen.&ldquo;<br>\nDie Ignoranz gegen&uuml;ber der notwendigen makro&ouml;konomischen Verantwortung, gegen&uuml;ber der Verantwortung f&uuml;r eine bessere Konjunktur, kostet uns unn&ouml;tig viel Geld. Unser gemeinsam erarbeitetes Bruttoinlandsprodukt k&ouml;nnte j&auml;hrlich um rund 700 Milliarden &euro; h&ouml;her sein als heute. Das ist 1\/3 unseres BIP. Damit k&ouml;nnte Sinnvolles gemacht werden. Wir k&ouml;nnten damit Schulden zur&uuml;ckzahlen, die sozialen Sicherungssysteme einschlie&szlig;lich der Gesundheitsversorgung besser bezahlen und etwas gegen die grassierende Armut tun statt sie zum Modethema zu machen.<\/p>\n<p>Die Unf&auml;higkeit, eine angemessene Makropolitik zu betreiben und stattdessen unentwegt zu reformieren, ist gef&auml;hrlich. Sie spaltet unsere Gesellschaft in vielerlei Hinsicht. Sie st&uuml;rzt inzwischen Millionen von Menschen und Familien in materielle und psychische Krisen. Das schafft Arbeit f&uuml;r Sie, die Mediziner und Seelen&auml;rzte. Aber das kann nicht das Ziel unsere Politik sein.<br>\nEs ist ein erstaunliches Merkmal unserer heutigen Eliten, dass sie unf&auml;hig sind, die Breite dieser Folgen ihrer Ideologie und ihres Tuns beziehungsweise ihres Unterlassens zu sehen. Ich nenne das <strong>Regression<\/strong>. In &bdquo;Machtwahn&ldquo; habe ich diesen R&uuml;ckfall hinter schon einmal Erkanntes an mehreren Beispielen beschrieben. <\/p>\n<p>Es ist nicht wahr, dass es nur um den Umbau des Sozialstaats geht, wie einige Reformer besch&ouml;nigend sagen. Wie viele der erw&auml;hnten Beispiele und auch Teile der Gesundheitsreformen zeigen, geht es den wirklich treibenden Kr&auml;ften um so genannte Strukturreformen.<br>\nJosef Ackermann hatte die Absichten freundlicherweise auf den Punkt gebracht:<\/p>\n<blockquote><p>W&auml;re es nicht an der Zeit, nach f&uuml;nfzig erfolgreichen Jahren Bundesrepublik die Strukturen neu zu entwerfen?<\/p><\/blockquote>\n<p>(Neujahrsempfang der Stadt Frankfurt am Main 2003)<br>\nDieser Satz b&uuml;ndelt die A-Logik der herrschenden Kreise in vorbildlicher Weise.<\/p>\n<p>Zur Begr&uuml;ndung wird vieles behauptet, im Kern kommt man immer auf die gleichen zweieinhalb Hinweise zur&uuml;ck:<br>\nErstens die Globalisierung.<br>\nZweitens die Demographie &ndash; genauer die niedrige Geburtenrate und die Alterung.<br>\nUnd zweieinhalbstens: Die Lohnnebenkosten.<\/p>\n<p>Sie finden nahezu keine Rede unserer f&uuml;hrenden Politiker, Publizisten und Wissenschaftler, die diese Hinweise nicht enthalten. Und dennoch d&uuml;rfen wir nicht von Gleichschaltung sprechen, weil dieser Begriff belastet ist. Schade, denn er trifft auch hier genau. Die Hinweise auf Globalisierung, auf den demographischen Wandel und die Lohnnebenkosten erhalten ihre Glaubw&uuml;rdigkeit n&auml;mlich nur aus der gegenseitigen Best&auml;tigung und Wiederholung.<\/p><\/li>\n<li><strong>Es ist nicht wahr, dass die Globalisierung ein v&ouml;llig neues Ph&auml;nomen ist.<\/strong> Deutschland war immer schon in den Weltmarkt und auch in Wanderungsbewegungen und Kapitalbewegungen integriert. Mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes und der Erweiterung der EU ist die Verflechtung quantitativ gewachsen. Dar&uuml;ber, ob dies ein qualitativ neuer Sprung ist, will ich jetzt nicht urteilen. Angesichts der Wettbewerbsf&auml;higkeit unserer Volkswirtschaft bezweifle ich das eher.\n<p><strong>Unterstellen wir einmal, die Globalisierung w&auml;re wirklich eine gro&szlig;e neue Herausforderung. Dann bleibt ja immer noch die Frage, ob darauf mit den betriebenen Strukturreformen weg von der Sozialstaatlichkeit zu antworten die richtige Antwort ist. Eher das Gegenteil w&auml;re angebracht:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Wenn die Arbeitspl&auml;tze wegen der Globalisierung unsicher werden, dann w&auml;re es wichtig, der Vertrauen in die Arbeitslosenversicherung intakt zu halten, statt es mit Hartz IV zu zerst&ouml;ren.<\/li>\n<li>Wenn wir verlangen, dass die Menschen mobil sind und flexibel, dann w&auml;ren solidarische Sicherungssysteme notwendig,  um die notwendige Flexibilit&auml;t wenigstens etwas angstfreier zu gestalten. Der Ausbau der privaten Betriebsrenten zum Beispiel ist kein Beitrag zu mehr Mobilit&auml;t eher das Gegenteil.<\/li>\n<li>Wenn die Menschen flexibel sein sollen, dann w&auml;re es auch n&ouml;tig, gesicherte Arbeitsverh&auml;ltnisse zu f&ouml;rdern und anzubieten, statt den angeblichen Trend ihrer Erosion herbei zu reden, wie das t&auml;glich geschieht. W&auml;ren die Gefahren der Globalisierung so, wie sie dargestellt werden, dann m&uuml;sste die Antwort der Bundesregierung ein Programm zur Stabilisierung der Normalarbeitsverh&auml;ltnisse sein statt der Subvention von Minijobs.<\/li>\n<li>Und warum wir die solidarischen Elemente in unserem Gesundheitssystem aufgeben sollen wegen der Globalisierung (oder wegen der Alterung), das verstehe ich einfach nicht.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>In diesem Zusammenhang kommen immer die so genannten Lohnnebenkosten ins Spiel. <strong>Bringen die m&ouml;glicherweise steigenden Beitr&auml;ge und damit Lohnnebenkosten einen Bedarf zur grundlegenden Reform unserer sozialen Sicherungssysteme und speziell des Gesundheitssystems?<\/strong> Warum sollte das so sein? Es steigen ja in einem solchen Fall nicht irgendwelche &bdquo;Neben&ldquo;kosten sondern die Kosten der Gesundheitsversorgung. Das k&ouml;nnte Anlass f&uuml;r Sparversuche sein, wenn diese sinnvoll sind. Aber Anlass zur System&auml;nderung? Wieso das?<br>\nEine kurze Anmerkung zur Altersvorsorge, wor&uuml;ber ich viel nachgedacht und gerechnet habe: die Notwendigkeit zur Strukturreform sehe ich dort &uuml;berhaupt nicht. Das Umlageverfahren m&uuml;sste man erfinden, wenn es dieses nicht g&auml;be. Es arbeitet g&uuml;nstig und ist sicherer als die Kapitaldeckungsverfahren. Hier ein Kostenvergleich:\n<table>\n<tr>\n<th colspan=\"2\">Betriebskosten der Altersvorsorgesyteme<\/th>\n<\/tr>\n<tr class=\"even\">\n<td>Umlageverfahren<\/td>\n<td>1,5%<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"odd\">\n<td>Riesterrente<\/td>\n<td>ca. 10%<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"even\">\n<td>Chilenische Privatvorsorge<\/td>\n<td>18%<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"odd\">\n<td>Privatvorsorge in GB (Spitzenwerte)<\/td>\n<td>40%<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>Wenn diese Kosten verdient werden sollen, muss die Rendite schon sehr hoch sein.<\/p>\n<p>Nun einige Stichworte zum Gesundheitswesen und der jetzigen Situation und Debatte:<\/p>\n<ol>\n<li>Meine erste Anmerkung folgt aus der aus meiner Sicht dringend notwendigen Konzentration auf die wichtigste Frage: die &Uuml;berwindung der wirtschaftlichen Stagnation. Alles, was die Konzentration auf diese Aufgabe st&ouml;rt, sollte unterbleiben. Damit wende ich mich nicht gegen kleine Ver&auml;nderungen, die zum Beispiel notwendig sind, um einen Ausgleich zwischen den Krankenkassen zu schaffen, um so die Folgen des Niedergangs ganzer Regionen abzufedern. Mit der Diskussion der beiden gro&szlig;en Reformmodelle &ndash; B&uuml;rgerversicherung auf der einen Seite und Kopfpauschale auf der andern &ndash; werden doch nur zwei Effekte erzielt: die Politik verbraucht zum ersten ihre Aufmerksamkeit und ihre Kapazit&auml;ten bei diesen Reformen wie zuvor bei Hartz IV und wird von ihrer Hauptaufgabe abgelenkt, und zum zweiten wird die Depression der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger durch das herrschende Reformdurcheinander noch mehr verst&auml;rkt.<\/li>\n<li>Die zweite Anmerkung gilt inhaltlichen Fragen: Wie will man es denn, wie in der B&uuml;rgerversicherung vorgesehen, schaffen, Zinseink&uuml;nfte und andere Einkommen dieser Art heranzuziehen, wenn man dies heute nicht einmal bei der Besteuerung schafft? Ich habe eine Sympathie f&uuml;r die B&uuml;rgerversicherung. Aber siehe meine erste Anmerkung: wenn ein solcher Reformversuch ein totales Durcheinander bringt, dann ist dies den Aufwand in der labilen wirtschaftlichen Lage von heute nicht wert. &ndash; F&uuml;r die Kopfpauschale gilt Letzteres auch und noch mehr. Dazu zun&auml;chst eine f&uuml;r Sie vielleicht &uuml;berraschende positive Anmerkung: Wenn unser Steuersystem und die Steuers&auml;tze geeignet w&auml;ren, die aus Gr&uuml;nden der Gerechtigkeit und der Chancengleichheit notwendige Umverteilung zwischen Gut- und Schlechtverdienenden zu besorgen, dann f&auml;nde ich ein Kopfpauschalensystem nicht abwegig. Dann k&ouml;nnte man auf solidarische Elemente im Bereich Gesundheit verzichten. &ndash; Aber wir sind so meilenweit von dieser Steuerpolitik entfernt und wir sind eine Unendlichkeit davon entfernt, bei Einf&uuml;hrung einer Kopfpauschale &uuml;ber Transfers an die Schw&auml;cheren den Solidarausgleich zu schaffen, den das bisherige System schafft &ndash; schlecht und recht,  aber immerhin.<br>\nIn der Finanzwissenschaft gibt es einen offenbar vergessenen Grundsatz: &sbquo;Die vorhandene Steuer ist eine gute Steuer&rsquo;. Wenn man diese Lebenserfahrung auf das Gesundheitssystem &uuml;bertr&auml;gt, dann kann man nur daf&uuml;r werben, die bisherigen Ausgleichsvorg&auml;nge zu erhalten und sie gerechter und effizienter zu gestalten.<\/li>\n<li>Damit bin ich bei der Steuerfinanzierung dieser Ausgleichsvorg&auml;nge. Das ist recht und gut und sch&ouml;n. Man sollte die Beitragszahler von versicherungsfremden Leistungen f&uuml;r die Familien zum Beispiel entlasten. Ansonsten kann ich aber nur davor warnen, so zu tun, als sei die Steuerfinanzierung das Gelbe vom Ei. Das Geld muss ja auch irgendwo herkommen. Volkswirtschaftlich betrachtet sind auch &uuml;ber Steuern erhobene Mittel eine Belastung. Wenn die Steuern im wesentlichen von der Lohnsteuer und noch mehr von der Mehrwertsteuer kommen, dann wird auch dieser Ausgleich von der gro&szlig;en Mehrheit der Steuerzahlenden gezahlt. Das sind die Lohnsteuerzahler und die Mehrwertsteuerzahler. Die noch st&auml;rkere Nutzung der Mehrwertsteuer hat zudem den negativen Nebeneffekt, dass mit steigender Mehrwertsteuer tendenziell die Exportwirtschaft entlastet und damit gef&ouml;rdert wird und die am Binnenmarkt orientierte Wirtschaft tendenziell zus&auml;tzlich belastet wird. Das ist das Gegenteil dessen, was wir brauchen.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Mein Fazit:<\/strong> Es gibt keinen Bedarf zur grundlegenden Reform unserer sozialen Sicherungssysteme. Es gibt keinen Bedarf f&uuml;r einen grundlegenden Systemwandel weg von den solidarischen Elementen dieser Sicherungssysteme.  Es g&auml;be viele Gr&uuml;nde, die Reformarbeit auf einige notwendige Ver&auml;nderungen zu beschr&auml;nken und uns ansonsten endlich in Ruhe arbeiten zu lassen. Nat&uuml;rlich w&auml;re damit verbunden, die Fixierung auf die so genannte Stabilit&auml;t der Beitragss&auml;tze aufzugeben. Die Fixierung auf einen festen Beitragssatz macht keinen Sinn. Bei der Rente hat sie nur den Zweck, die Leistungen zu mindern und damit den Verkauf der privaten Vorsorgeprodukte zu f&ouml;rdern. Im Gesundheitswesen ist es &auml;hnlich.<\/p><\/li>\n<li><strong>In der Propaganda f&uuml;r Strukturreformen spielt das angebliche demographische Problem eine zentrale Rolle.<\/strong>\n<p>Es wird in der &ouml;ffentlichen Debatte so getan, als w&uuml;rde die relativ geringe Geburtenrate und das Ansteigen des Altersdurchschnitts, zwangsl&auml;ufig dazu f&uuml;hren, dass die bisherigen Systeme nicht mehr funktionieren, dass zum Beispiel das Umlageverfahren nicht mehr funktioniert und durch das Kapitaldeckungsverfahren erg&auml;nzt werden muss. Gerade bei der Debatte zur Gesundheitsreform spielt der Anstieg der Lebenserwartung diese zentrale Rolle.<br>\nEs ist erstaunlich, welcher Zauber mit diesem Thema in Deutschland betrieben wird. Das Thema eignet sich gut dazu, die Methoden der Gehirnw&auml;sche und die agierenden Verflechtungen nachzuzeichnen. Ich will das stichwortartig tun:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Es wird behauptet, die Alterung unserer Gesellschaft habe zur Finanzschw&auml;che der sozialen Sicherungssysteme gef&uuml;hrt und zwinge zur Systemumstellung.<\/strong> Tats&auml;chlich haben wir heute eine gl&auml;nzende Relation von arbeitsf&auml;higer Gesellschaft und Rentnergeneration. Es gibt fast 53 Millionen arbeitsf&auml;hige Menschen in Deutschland und nur 15 Millionen &uuml;ber 65 Jahren. Unser Problem ist, dass nur noch circa 26 Millionen Menschen in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverh&auml;ltnissen arbeiten. 1990 waren es noch 30 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsverh&auml;ltnisse. Dieser Niedergang wurde durch die Subvention von Minijobs beschleunigt. <\/li>\n<li><strong>Auch hieran sieht man: Wir haben zu aller erst das erw&auml;hnte Besch&auml;ftigungsproblem und nicht ein demographisches Problem.<\/strong> Diese einleuchtende Erkenntnis passt den Lobbys nicht. Denn sie ernst zu nehmen, w&uuml;rde nicht Strukturreformen sondern vor allem eine aktive Besch&auml;ftigungspolitik verlangen. <\/li>\n<li><strong>Die zu erwartende Alterung wird gerade in der gesundheitspolitischen Debatte ma&szlig;los &uuml;bertrieben.<\/strong> Zwischen 1900 und 2000 ist die Lebenserwartung um drei&szlig;ig Jahre gestiegen, sch&auml;tzungsweise wird sie bis 2050 noch um weitere sechs bis acht Jahre zunehmen. Dieser Vergleich zeigt schon, wie undramatisch die Ver&auml;nderungen sind. Au&szlig;erdem &auml;ndert sich die Altersstruktur einer Gesellschaft nicht abrupt sondern in kleinen Schritten. Warum sich die Medizin und Gesundheitspolitik auf diese &Auml;nderungen nicht einstellen k&ouml;nnen soll, ohne das System umzukrempeln, verstehe ich nicht.<\/li>\n<li><strong>In der demographischen Debatte wird mit allen Tricks gearbeitet, mit ma&szlig;losen &Uuml;bertreibungen und mit L&uuml;gen. Hier ein paar Hinweise auf einige L&uuml;gengeschichten: <\/strong>\n<ol>\n<li>Es wurde uns auf der Basis einer Studie des so genannten Berlin Instituts erz&auml;hlt, <strong>Deutschland habe mit 1,36 Kindern pro Frau die niedrigste Geburtenrate der Welt und zur Zeit auch die niedrigste seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.<\/strong><br>\n<strong>Richtig<\/strong> hingegen ist, dass die Geburtenrate noch in 10 anderen L&auml;ndern der EU unter der deutschen und bei f&uuml;nf anderen L&auml;ndern ungef&auml;hr gleichauf liegt, weltweit sowieso.<br>\n<strong>Richtig ist<\/strong>, dass nicht heute sondern sinnigerweise nach der Wende von Schmidt zu Kohl Mitte der 80ger die Geburtenrate auf 1,28 und damit auf den niedrigsten bisherigen Wert seit 1945 absackte.\n<p>Trotz dieser Faktenlage und trotz der Tatsache, dass schon auf der Frontpage der einschl&auml;gigen Seite des Berlin Instituts einer der Finanziers der Studie genannt war, die Deutsche Krankenversicherung AG, wurden die falschen Ziffern in unz&auml;hligen Sendungen des H&ouml;rfunks und des Fernsehens und Artikeln der Printmedien weiterverbreitet.<\/p><\/li>\n<li>In den letzten Jahren ist uns immer wieder erz&auml;hlt worden, die <strong>Akademikerinnen blieben zu 40% kinderlos.<\/strong><br>\n<strong>Richtig ist,<\/strong> dass man die statistische Erhebung im Microzensus unterlassen hat. Sch&auml;tzungsweise liegt die Akademikerinnen-Kinderlosigkeit bei ungef&auml;hr 20%. Die penetrante Vermittlung der falschen Zahlen war jedoch eine wichtige Vorbereitung zur Einf&uuml;hrung des Elterngeldes. Ein weiterer Beleg f&uuml;r den engen Zusammenhang von &ouml;ffentlicher Meinungsbildung und politischer Entscheidungsfindung.<\/li>\n<li>Auch die <strong>Robert Bosch-Stiftung<\/strong> besch&auml;ftigt sich mit Demographie. Eine von ihr finanzierte Kommission unter dem Vorsitz von Kurt Biedenkopf und unter Beteiligung des laut Bild-Zeitung besten &Ouml;konom Deutschlands Hans-Werner Sinn und der Hannoverschen Landesbisch&ouml;fin Margot K&auml;&szlig;mann hat nicht nur die abstruse Behauptung aufgestellt, jedes Kind bringe uns im Laufe seines Lebens 77000 &euro; netto, die Kommission hat sich auch zur so genannten<strong> klassischen Bev&ouml;lkerungspyramide<\/strong> ge&auml;u&szlig;ert.\n<p>Weiten Kreisen unseres Volkes und gerade auch dem gutausgebildeten B&uuml;rgertum ist vermittelt worden, die Bev&ouml;lkerungspyramide mit einem breiten Fu&szlig; und sich kontinuierlich wie eine Pyramide verj&uuml;ngender Spitze sei etwas Erstrebenswertes. So ist es in dem Bericht der so genannten Biedenkopf Kommission der Robert Bosch-Stiftung dokumentiert, die Ende des Jahres 2005 ver&ouml;ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>Als medizinisch versierte Zeitgenossinnen\/en leuchtet Ihnen bei kurzem Nachdenken ein, dass eine solche Pyramidenform nur bei hoher S&auml;uglings-, hoher Kinder- und hoher Erwachsenensterblichkeit zu Stande kommen kann.<br>\nAber Millionen Deutsche glauben die g&auml;ngige Version der Interpretation. Sie sind Opfer unsere Eliten. Diese sind zwar Mittelma&szlig; in der Sache aber eben Meister in der Kunst der Verf&uuml;hrung.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Das demographische Problem wird vor allem von der Versicherungswirtschaft zum gro&szlig;en Thema gemacht. Sie hat ein gro&szlig;es Interesse an der Dramatisierung.<\/strong> Wenn es ihr zum Beispiel gelingt, nur 10% der bisherigen Beitr&auml;ge der gesetzlichen Rente in Pr&auml;mien f&uuml;r Privatvorsorge um zu lenken, dann bringt das einen Umsatzzuwachs von rund 15 Milliarden &euro;. Ein weiteres ertragreiches Gesch&auml;ftsfeld ist die Verschiebung von gesetzlichen Krankenkassen zu den privaten.\n<p>Es geht um Milliarden. Jedenfalls meinen die Akteure, die dabei erzielten Gewinne w&uuml;rden reichen, um eine Heerschar von Wissenschaftlern, Medien und Politikern zu Einflussagenten der Finanzindustrie zu machen. Die Professoren Raffelh&uuml;schen und R&uuml;rup geh&ouml;ren dazu, wie schon die Homepage von MLP mit der Ank&uuml;ndigung ihrer Vortr&auml;ge zeigt.<br>\nAu&szlig;er Raffelh&uuml;schen sind noch Hans-Werner Sinn, Meinhard Miegel, Axel B&ouml;rsch-Supan, und das Mitglied des Sachverst&auml;ndigenrates Beatrice Weder di Mauro in Diensten der Versicherungswirtschaft, von Banken und von Finanzdienstleistern. Wenn Sie auf PKV Ratgeber.de klicken, dann erfahren Sie einiges &uuml;ber einen Expertenbeirat im Dienste der &bdquo;Informationsoffensive&ldquo; der PKV:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Expertenbeirat<\/strong><br>\nDie Continentale ist als Initiator allein verantwortlich f&uuml;r die Inhalte der Informations-<br>\noffensive. Dabei hat sie sich jedoch der Unterst&uuml;tzung namhafter Experten versichert: Prof. Dr. Klaus-Dirk Henke, Prof. Dr. Bernd Hof, Dr. Peter Ollick, Prof. Dr. J.-Matthias Graf von der Schulenburg, Arno Surminski und Prof. Dr. J&uuml;rgen Wasem. Mit Ihnen zusammen werden u.a. Inhalte, Ausrichtung des PKV-Forums und der verschiedenen Expertenbrosch&uuml;ren erarbeitet und abgestimmt.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><br>\nWas wir angesichts dieser betr&uuml;blichen Fakten wirklich nicht mehr glauben sollten: dass es bei uns noch eine unabh&auml;ngige Wissenschaft gibt. <\/strong><br>\nEs gab immer abh&auml;ngige Professoren, das wei&szlig; ich sehr wohl, und die Mediziner wissen es sowieso. Aber einen so schamlosen Gebrauch der wissenschaftlichen Reputation zur Mehrung des privaten Nutzens hatte ich bis dahin nicht f&uuml;r m&ouml;glich gehalten. Und das auch noch zum Zwecke der Zerst&ouml;rung wichtiger sozialen Errungenschaften. <\/p><\/li>\n<li><strong>Die Wissenschaft kann jedoch so unbehelligt als Zeuge f&uuml;r den Reformbedarf nur deshalb aufgerufen werden, weil die anderen Partner dieses Spiel mitspielen. <\/strong><br>\nWenn die Politik zum Beispiel mit Hinweis auf die Abh&auml;ngigkeit Bert R&uuml;rups von finanziellen Interessen davon abs&auml;he, ihn als Berater und Mittler f&uuml;r die Gesundheitsreform anzurufen und aufzurufen, oder wenn sie ihn gar als Vorsitzenden des so genannten unabh&auml;ngigen Sachverst&auml;ndigenrates wegen Interessenverflechtung abberufen w&uuml;rde, dann w&auml;re es um seinen Ruf geschehen.<br>\nDiesen Schritt unternimmt die Politik aber nicht. Leider l&auml;sst dies darauf schlie&szlig;en, dass die einflussreichen Politiker mit den gleichen Interessen verflochten sind.\n<\/li>\n<li><strong>Auch die Medien spielen dieses Spiel mit.<\/strong> Sie laden die genannten Herren nach wie vor in ihre Talkshows ein. V&ouml;llig unber&uuml;hrt von den Erkenntnissen &uuml;ber die Interessengeflechte. <strong>Die gro&szlig;en Medien werden ihrer Aufgabe als kritische Begleiter nicht mehr gerecht.<\/strong> Das ist eine entscheidende Ver&auml;nderung gegen&uuml;ber fr&uuml;her. Den Ausfall des &bdquo;Spiegel&ldquo; als Organ der Aufkl&auml;rung, das Wegbrechen von &bdquo;Panorama&ldquo; zum Beispiel, die teilweise Anpassung der &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender an die kommerziellen &ndash; das sind gravierende Ver&auml;nderungen.<\/li>\n<li><strong>Die L&uuml;gengeschichte vom Reformbedarf wird systematisch ausgedacht, erz&auml;hlt und verbreitet. Politik und Publizistik, Wirtschaft und Wissenschaft, Beratungsunternehmen und PublicRelations-Agenturen spielen dabei geregelt und verabredet zusammen.<\/strong> Zentrale Rollen in diesem Netzwerk haben die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und vor allem die Bertelsmann Stiftung &uuml;bernommen. Die Bertelsmann Stiftung hat ihr Netz wie eine Krake &uuml;ber unser Land gelegt. Sie beeinflusst die Politik massiv &ndash; und zwar nicht nur in der Gesellschaftspolitik sondern auch pro milit&auml;rischer L&ouml;sungsversuche von Konflikten &ndash; und dies ohne demokratische Legitimation.<\/li>\n<li><strong>Wer auf diese Netzwerke hinweist, st&ouml;&szlig;t auf den Vorwurf, ein Verschw&ouml;rungstheoretiker zu sein. Der Vorwurf ist seltsam realit&auml;tsfern. Die Realit&auml;t ist n&auml;mlich um vieles schlimmer als es sich der phantasievollste Verschw&ouml;rungstheoretiker ausdenken k&ouml;nnte.<\/strong><br>\nAchten Sie einmal darauf, wie oft Ihnen, wenn Sie diese Vorg&auml;nge genauso wie etwa die gezielte Manipulation zur Vorbereitung von Kriegseins&auml;tzen erw&auml;hnen, entgegengehalten wird, sie seien ein Verschw&ouml;rungstheoretiker. Was mussten sich die Gegner des Golf- und des Irak Krieges nicht alles an Verschw&ouml;rungstheorie-Vorw&uuml;rfen anh&ouml;ren.<\/li>\n<li><strong>Wenn man trotz dieser d&uuml;steren Analyse auf Abhilfe zu sinnen gedenkt, dann denkt man in unseren Kreisen unwillk&uuml;rlich an das, was man kritisches B&uuml;rgertum nennen k&ouml;nnte. <\/strong><br>\nGibt es das noch?<br>\nBei meinen Analysen bin ich immer wieder einem sonderbaren Befund begegnet: In der Reformdebatte wird sichtbar, dass die eigentlichen Eliten, also die gutausgebildeten Zeitgenossen, mindestens so sehr Opfer von Manipulation und Irref&uuml;hrung werden wie das weniger gebildete Volk. Das hat etwas damit zu tun, dass das Bildungsb&uuml;rgertum eher geneigt ist, sich eine Meinung zu bilden &ndash; &uuml;ber Lohnnebenkosten, &uuml;ber Demographie, &uuml;ber das Normalarbeitsverh&auml;ltnis, &uuml;ber die Produktivit&auml;t und dass uns die Arbeit ausgeht, angeblich. Die gro&szlig;e Mehrheit unseres Volkes ma&szlig;t sich in der Regel dar&uuml;ber kein Urteil an. Die gebildeten B&uuml;rger schon.<br>\nDa aber die Reformdebatte schwergewichtig um wirtschaftliche Zusammenh&auml;nge kreist und die bildungsb&uuml;rgerlichen Gruppen wenig in wirtschaftlichen Zusammenh&auml;ngen zu denken verm&ouml;gen und daf&uuml;r auch nicht ausgebildet wurden, sind sie in der Regel darauf angewiesen, sich an meinungsf&uuml;hrenden Personen und Gruppen zu orientieren. Da die Medien, an denen sie sich normalerweise orientieren, zunehmend von den heutigen Reformern gepr&auml;gt sind, &uuml;bernehmen auch Menschen, die sich f&uuml;r kritisch halten, mehr und mehr die g&auml;ngige Version der Wirtschafts- und Gesellschaftsbetrachtung. Mit wenigen Ausnahmen.<br>\nEs bleibt uns dennoch nichts anderes &uuml;brig, als darauf zu hoffen, dass in der Arbeitnehmerschaft und innerhalb des B&uuml;rgertums wieder Gruppen und Personen heranwachsen, die Lust am Zweifeln haben, sich jedenfalls ungern etwas vormachen lassen.<\/li>\n<li>Ich bin dankbar daf&uuml;r, dass Sie mich eingeladen haben, weil ich unter Ihnen viele vermute, die diese Lust versp&uuml;ren. Aufgrund meiner Erfahrung mit den beiden B&uuml;chern und mit einem Medium, das ich zusammen mit einem Freund geschaffen habe, den NachDenkSeiten, erlaube ich mir, etwas Hoffnung zu machen.<br>\nDie Reaktion unserer Leser ist &uuml;beraus ermutigend.<br>\nEine Gruppe schreibt uns, sie h&auml;tten schon begonnen, zu glauben was ihnen an L&uuml;gengeschichten aufgetischt wird. In den NachDenkSeiten und meinen beiden B&uuml;chern f&auml;nden sie jetzt eine Orientierung daf&uuml;r, sich vor dem Zugriff der neoliberalen Agitation zu sch&uuml;tzen.<br>\nEine andere Gruppe schreibt uns, sie h&auml;tten schon an sich gezweifelt, weil sie den t&auml;glichen Unsinn nicht nachvollziehen k&ouml;nnen. Sie w&auml;ren sich schon wie Exoten vorgekommen. Jetzt w&uuml;ssten sie, dass sie nicht alleine sind.\n<p>Es gibt viele Menschen mit dieser Erfahrung und mit der notwendigen Energie zu zweifeln, kritisch zu fragen und selbst aufkl&auml;rend aktiv zu werden.<br>\nIch bin gerne nach N&uuml;rnberg gekommen, weil ich in den meisten von Ihnen Partner f&uuml;r diesen Versuch sehe. Wo denn sonst sollte man suchen und finden, wenn nicht in Ihrer so engagierten und mutigen Gruppe.<\/p><\/li>\n<\/ol><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Dieser Orwell-Satz wurde der rote Faden meines Buches &bdquo;Die Reforml&uuml;ge. 40 Denkfehler, Mythen und Legenden, mit denen Politik und Wirtschaft Deutschland ruinieren&ldquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Interview in der &bdquo;Wirtschaftswoche&ldquo; vom 9.September 2004 auf die Frage nach den Perspektiven f&uuml;r Deutschland.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erweiterte Fassung eines Redebeitrags von mir beim Internationalen Kongress von IPPNW (Internationale &Auml;rzte f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkrieges, &Auml;rzte in sozialer Verantwortung e.V.) in N&uuml;rnberg am 21.10.2006. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[13,123,127,145],"tags":[1159,295,344,312,410,413,411],"class_list":["post-2132","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-denkfehler-wirtschaftsdebatte","category-kampagnentarnworteneusprech","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-sozialstaat","tag-kirch-leo","tag-kohl-helmut","tag-maschmeyer-carsten","tag-reformpolitik","tag-reformstau","tag-schlanker-staat","tag-schroeder-gerhard"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2132","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2132"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2132\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30198,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2132\/revisions\/30198"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2132"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2132"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}