{"id":21321,"date":"2014-04-08T08:49:40","date_gmt":"2014-04-08T06:49:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321"},"modified":"2015-11-09T12:24:29","modified_gmt":"2015-11-09T11:24:29","slug":"hinweise-des-tages-2104","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h01\">Freihandel gegen den Bedeutungsschwund<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h02\">Euro-Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h03\">Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h04\">Mutma&szlig;licher Steuerbetrug bei der Hypo-Vereinsbank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h05\">Mafia in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h06\">Abh&auml;ngige Juristen &ndash; Wie Richter nebenbei Kasse machen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h07\">Arbeitspl&auml;tze unter Vorbehalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h08\">Stephan Hebel: Nicht mal das Mindeste<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h09\">Hartz-IV-Satz: Berechnungsverfahren hat weiterhin eklatante Schw&auml;chen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h10\">Begleitschutz zur Chemiewaffenvernichtung? &ndash; Wor&uuml;ber reden wir eigentlich!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h11\">Ein deutscher Streik &ndash; und gibt es ein Recht darauf?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h12\">EEG-Reform: &Ouml;kostrom-Deal kostet private Stromkunden Milliarden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h13\">Deutsche Eliten: Die wahre Parallelgesellschaft?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h14\">Studenten planen Streik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h15\">Hochschulr&auml;te und die M&auml;r der direkten Steuerung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h16\">Gerhard Schr&ouml;der wurde 70: Wie sehen Sie ihn heute?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h17\">Rainer Br&uuml;derles Medienschelte &ndash; der &ldquo;Herrenwitz&rdquo; schl&auml;gt zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h18\">Die US-Regierung schuldet der Welt eine Erkl&auml;rung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h19\">Unionsfraktion gratuliert Orban &ldquo;herzlich&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h20\">Paul Krugman: Rube Goldberg Survives &ndash; Rube Goldberg lebt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h21\">Griechenland &ndash; Durch die Krise kommt keiner allein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h22\">ZDF-History &ndash; Die K&ouml;nige Amerikas<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321#h23\">Das Letzte: Bertelsmann Propaganda &ndash; Vom kranken Mann zum Musterknaben<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21321&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Freihandel gegen den Bedeutungsschwund<\/strong><br>\nDas Abkommen soll die Rolle der EU in der Weltwirtschaft zementieren. Die Krim-Krise gibt den Bef&uuml;rwortern des Abkommens pl&ouml;tzlich Auftrieb&hellip;<br>\nIn den politischen Ringkampf um Investorenschutz und Hormonfleisch wirft die EU-Kommission daher jetzt geopolitische Abw&auml;gungen. &ldquo;Die Chance auf ein erfolgreiches Abkommen ist hoch, weniger aus wirtschaftlichen als aus geopolitischen &Uuml;berlegungen&rdquo;, sagt De Gucht und verweist auf die Krim-Krise und das Verh&auml;ltnis mit Russland. &ldquo;Die EU hat die Instrumente, um sich von russischen Gasimporten unabh&auml;ngig zu machen&rdquo;, sagt De Gucht, und laut dem Handelskommissar &ldquo;werden Gasexporte Teil von TTIP sein&rdquo;&hellip;<br>\nLaut der Handelsorganisation Unctad lockten die USA und die EU 2013 nur 30 Prozent der Kapitalstr&ouml;me an, der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum immerhin 52 Prozent. Innerhalb der Handelsabteilung der Kommission besteht die Rolle des Abkommens daher auch daraus, Standards f&uuml;r k&uuml;nftige Abkommen zu zementieren&hellip;<br>\nWas die EU fordert:\n<ul>\n<li>Energie: Vonseiten der Kommission besteht ein klares Ziel: Die Gas- und &Ouml;lm&auml;rkte der USA sollen den Europ&auml;ern zug&auml;nglich gemacht werden. US-Unternehmen in energieintensiven Sektoren wie der Chemiebranche k&ouml;nnen sich derzeit wegen des Booms bei Schiefer&ouml;l und -gas &uuml;ber Energiepreise freuen, die knapp zwei Drittel niedriger sind als in Europa&hellip;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was die USA fordern:<\/p>\n<ul>\n<li>Landwirtschaft: Ganz oben auf der US-Wunschliste f&uuml;r ein Freihandelsabkommen steht die Landwirtschaft. Auch von der EU-Kommission wird best&auml;tigt, dass den US-Verhandlern dieses Verhandlungskapitel extrem wichtig ist. Lobbyorganisationen wie das American Meat Institute trommeln seit Ank&uuml;ndigung der Verhandlungen f&uuml;r ein weitreichendes Abkommen im Lebensmittelbereich. Beim j&uuml;ngsten Abkommen mit Kanada gestattet die EU etwa nur den Import von hormonfreiem Rindfleisch.<\/li>\n<li>Investorenschutz: In ihren Freihandelsabkommen pochen die USA auf die M&ouml;glichkeit, dass Unternehmen Staaten vor unabh&auml;ngigen Schiedsgerichten klagen k&ouml;nnen, wenn sie etwa enteignet werden. So sollen Investorenschutzklauseln Teil des transpazifischen Abkommens TPP sein.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1395364362287\/Freihandel-gegen-den-Bedeutungsschwund\">derStandard.at<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Euro-Krise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Zur&uuml;ck in die 1930er Jahre?<\/strong><br>\nEnde M&auml;rz war es endlich offiziell: Mit Spanien ist die viertgr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft der Eurozone in die Deflation geraten. Die Inflationsrate betrug im vergangenen M&auml;rz minus 0,2 Prozent, im Vormonat wies die Iberische Halbinsel noch eine marginale Teuerung von 0,1 Prozent auf. Seit gut einem halben Jahr befindet sich das rezessionsgeplagte Land, das durch ein brutales Spardiktat in eine schwere Wirtschaftskrise getrieben wurde, am Rande einer Deflation. Die spanische Inflationsrate lag seit dem September 2013 durchweg unter der Marke von 0,5 Prozent. Dabei scheint Spanien nur die Avantgarde beim Absturz Europas in eine Deflationsspirale zu bilden, da auch die Inflationsrate in der gesamten Eurozone mit 0,5 Prozent sehr niedrig ist und somit weit unter dem EZB-Zielwert von zwei Prozent verbleibt&hellip;.<br>\nMit dem steigenden Wert des Geldes geht auch eine reelle Steigerung des Wertes der Schulden einher, was insbesondere f&uuml;r hoch verschuldete Gesellschaften &ndash; wie etwa die s&uuml;dlichen Eurol&auml;nder &ndash; zu einer weiteren Krisenversch&auml;rfung f&uuml;hrt. W&auml;hrend die Inflation den Albtraum eines Gl&auml;ubigers darstellt, bildet die Deflation das Horrorszenario eines jeden Schuldners (Schuldendeflation).<br>\nDie Deflation l&auml;sst auch die Profite der Unternehmen sinken. In Wechselwirkung mit den steigenden Kosten f&uuml;r Kredite und abnehmender Massennachfrage f&uuml;hrt diese Krisendynamik somit dazu, dass die Investitionst&auml;tigkeit im privaten Sektor massiv einbricht. Schlie&szlig;lich schl&auml;gt diese mit fallenden Preisen einhergehende Krisendynamik auch auf die Lohnabh&auml;ngigen durch, die sich mit ansteigender Arbeitslosigkeit und mit stagnierenden oder fallenden L&ouml;hnen konfrontiert sehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/41\/41414\/1.html\">heise online<\/a><\/li>\n<li><strong>Aus der Lobby<\/strong><br>\nDie aktuelle wirtschaftliche Misere in Europa ist ein politisches Desaster, weil sie einer falschen Antwort auf die Krise geschuldet und somit selbst verschuldet ist. Besonders pikant ist der Umstand, dass das konjunkturelle Tief mit einer europaweiten &ouml;ffentlichen Investitionsoffensive verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig einfach in den Griff zu bekommen w&auml;re. Doch abseits dieser akuten konjunkturellen Probleme gibt es strukturelle &ouml;konomische Herausforderungen in Europa, die tiefer reichen. Probleme, die nicht mit einem gro&szlig;en Konjunkturpaket zu l&ouml;sen sind, sondern nur mit der Restrukturierung ganzer Wirtschaftsbereiche. Probleme, deren L&ouml;sungen vermeintliche nationale Interessen von gro&szlig;en Mitgliedstaaten tangieren. Probleme, deren L&ouml;sung an den m&auml;chtigsten Lobbys Europas scheitern: der deutschen Exportlobby, der britischen Finanzlobby und der franz&ouml;sischen Energielobby.<br>\nDeutschland erachtet kurzfristige Erfolge f&uuml;r den nationalen Au&szlig;enhandel als relevanter als die langfristige Prosperit&auml;t der Union. Durch den von Deutschland radikal vorangetriebenen Standortwettbewerb (Stichwort Lohnzur&uuml;ckhaltung) w&auml;chst die deutsche Wirtschaft wesentlich langsamer als beispielsweise jene der USA. Die durch Deutschlands Politik mitverursachte Gesamtstagnation der EU l&auml;sst die Performance der Bundesrepublik jedoch verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gut erscheinen. Doch das Lohnniveau in Deutschland entspricht nicht der hohen Produktivit&auml;t des Landes und darunter leiden die Exporte der deutschen Handelspartner. Einerseits weil dieselbe Nachfrage aus dem gro&szlig;en deutschen Markt fehlt, andererseits weil deutsche Waren f&uuml;r ihre Qualit&auml;t viel zu g&uuml;nstig sind. Da ist es wenig erstaunlich, dass Deutschland seit 1993 teils erhebliche &Uuml;bersch&uuml;sse im Au&szlig;enhandel verzeichnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.theeuropean.eu\/nikolaus-kowall\/8290-nationale-wirtschaftslobbys-behindern-europaeischen-fortschritt\">The European<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Ukraine<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>The Kamikaze Economics of Forcing Austerity on the Ukraine<\/strong><br>\nWe all understand why Russia is waging economic war on the Ukraine, but why is Obama doing so?  The New York Times&rsquo; web site has posted a remarkable Reuters story (dated April 5, 2014) entitled &ldquo;Ukraine PM Says Will Stick to Austerity Despite Moscow Pressure.&rdquo;<br>\nThe Reuters article presents a stream of incoherent odes to the supposed benefits of financial and political suicide (kamikaze economics and politics).  It was at this juncture in reading the article that I began to have a sick suspicion about Yatseiuk&rsquo;s ideological dogmas and likely background.  Sure enough, the article soon confirmed my worst fears:  &ldquo;Yatseniuk [is] a former economy minister, lawyer, and economist by education.&rdquo;  Another neoclassical economics acolyte is eager to sacrifice his economy and his fellow-citizens on the altar of austerity.<br>\nThe rush to austerity is not a product primarily of Yatseiuk&rsquo;s ideology, but of the EU&rsquo;s worship of austerity.  The IMF serves as the EU&rsquo;s &ldquo;leg breaker&rdquo; for the Ukraine.  The EU is making clear that it will only provide aid if the IMF is in place to extort the Ukraine to inflict austerity on an economy that is already in recession.<br>\nThis is crazy on multiple dimensions.  First, the Ukraine defines the concept of &ldquo;political instability.&rdquo;  Playing into Putin&rsquo;s hands by inflicting austerity on the Ukraine and producing &ldquo;hell&rdquo; is ludicrous.<br>\nSecond, the Ukraine is in a severe recession.  Austerity makes recessions worse.  The Ukraine should be spending material amounts of money (from its perspective; tiny amounts from our perspective &ndash; or compared to the cost of a military conflict) dealing with Ukraine&rsquo;s acute problems.<br>\nThird, the Ukraine has an inflation problem not because of excessive demand (demand is grossly inadequate) but because Russia has dramatically increased the cost of energy.  Austerity is not the answer to this variant of cost-push inflation.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nakedcapitalism.com\/2014\/04\/bill-black-ukraine-austerity-and-kamikaze-economics.html\">naked capitalism<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der Autor hat recht mit der Feststellung, dass die nun er Ukraine von IWF und EU-Kommission oktroyierte Austerit&auml;tspolitik, die beste Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Putin ist. Eine der Ma&szlig;nahmen ist die Verdoppelung des Gaspreises f&uuml;r private Verbraucher. Man &uuml;berlege sich die Reaktion in Deutschland wenn etwa der Benzinpreis von heute auf morgen verdoppelt w&uuml;rde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>ZDF-Skandal: Berichte im Auftrag Kiews?<\/strong><br>\nUkraine-Berichte. Das ZDF gibt zu, Pressematerial eines PR-Netzwerkes gegen &ldquo;russische Propaganda&rdquo; zu benutzen, das die Kiewer Regierung mittels einer Image-Kampagne unterst&uuml;tzen soll.<br>\nDas ZDF arbeitet in seiner Berichterstattung &uuml;ber die Ukraine-Krise eng mit dem Ukrainian Crisis Media Center (UCMC) zusammen: einem internationalen PR-Netzwerk gegen &ldquo;russische Propaganda&rdquo;.<br>\nFinanziert wird die PR-Kampagne u.a. von George Soros, der ukrainischen &Uuml;bergangsregierung und einer ukrainischen&nbsp;Tochtergesellschaft von Weber Shandwick, dem weltweit f&uuml;hrenden PR-Unternehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/lapple08m214\/zdf-skandal-berichte-im-auftrag-kiews\">der Freitag<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Mutma&szlig;licher Steuerbetrug bei der Hypo-Vereinsbank<\/strong><br>\nFinanzbeh&ouml;rden in ganz Deutschland ermitteln in mehr als 50 F&auml;llen. Allein bei den Verfahren in Bayern und Hessen geht es um 1,35 Milliarden Euro, um die der Staat vermutlich betrogen wurde oder werden sollte. Vielerorts hat der Fiskus sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, wegen besonders schwerer Steuerhinterziehung. Darauf stehen bis zu zehn Jahre Haft, f&uuml;r jedes einzelne Gesch&auml;ft; die H&ouml;chststrafe liegt bei insgesamt 15 Jahren Gef&auml;ngnis. Staatsanw&auml;lten in Frankfurt, M&uuml;nchen, Stuttgart und anderswo liegen bereits mehr als zehn F&auml;lle vor&hellip;<br>\nBei den fragw&uuml;rdigen Deals wurden Aktien mit (Cum) und ohne (Ex) Dividendenanspruch &uuml;ber viele Stationen hinweg gehandelt, so schnell, so kompliziert, dass der Fiskus nicht mehr durchblickte und sich austricksen lie&szlig;. Von Bankern, Fondsbetreibern und Aktienh&auml;ndlern, die sich solche Gesch&auml;fte ausdachten und praktizierten. Viele machten mit, andere schauten zu, offenbar bis hinauf in die Chefetagen des Geldgewerbes. Hauptsache, die Zahlen stimmten.<br>\nBei den Ermittlungen tun sich Abgr&uuml;nde auf. Begonnen haben die Aufr&auml;um-Arbeiten bei der Hypo-Vereinsbank (HVB), die zuerst ins Visier von Steuerfahndern und Staatsanw&auml;lten geraten war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/mutmasslicher-steuerbetrug-bei-der-hypo-vereinsbank-bitte-vorsichtig-mit-der-wortwahl-1.1930332\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Mafia in Deutschland<\/strong><br>\nDeutschland ist unverzichtbar f&uuml;r Mafia geworden. Vor allem im Baugesch&auml;ft mischen die kriminellen Banden mit. &ldquo;Es gibt hierzulande keine einzige Gro&szlig;baustelle, an der die Mafia nicht verdient&rdquo;, sagt ein deutscher Kriminalbeamter. Es geht nicht mehr nur um Drogen-, Menschen-, Waffenhandel oder Schutzgelderpressung. Die Mafia von heute ist subtiler, unsichtbarer geworden &ndash; und damit gef&auml;hrlicher denn je.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mafia-in-deutschland.de\/\">Mafia in Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Als Erg&auml;nzung zur gestrigen Sendung  ein Hinweis auf diese gut gemachte Webseite. Man sollte dabei ebenso im Hinterkopf behalten, dass die Macht und der Einfluss der Mafia auch auf (politischer) Korruption beruhen. Die Verbindungen des ehemaligen italienischen Ministerpr&auml;sidenten Giulio Andreotti und dessen Partei der Democrazia Cristiana (DC) zur Mafia sind hinl&auml;nglich dokumentiert. Von den Berlusconi nachgesagten Mafiakontakten ganz zu schweigen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Abh&auml;ngige Juristen &ndash; Wie Richter nebenbei Kasse machen<\/strong><br>\nUrteilsvermarktung, private Schiedsgerichte, Vortragshonorare, Rechtsgutachten: Nebent&auml;tigkeiten geh&ouml;ren in der deutschen Justiz zum guten Ton. Wie Richter mit diskreten Privatgesch&auml;ften zus&auml;tzlich Geld verdienen.<br>\nDie Finanzrichter stehen an der Spitze einer offenbar ziemlich selbstverst&auml;ndlichen Verquickung h&ouml;chstrichterlicher und h&ouml;chstpers&ouml;nlicher Interessen. Im Jahr 2012 besserten nach Recherchen der WirtschaftsWoche 73 Prozent der Richter am Bundesgerichtshof (BGH) ihre Kasse mit Nebent&auml;tigkeiten auf.<br>\nAm Bundesverwaltungsgericht waren es 85 Prozent, am BFH 97 Prozent und am Bundesarbeitsgericht sowie am Bundessozialgericht jeweils 100 Prozent. Sie haben Lehrauftr&auml;ge an Universit&auml;ten und schreiben wissenschaftliche Ver&ouml;ffentlichungen, sie halten aber auch bezahlte Vortr&auml;ge in exklusiven Seminaren, vermarkten ihre Urteile oder entscheiden in privaten Schiedsgerichten mit.<br>\nAuf die k&ouml;nnen sich beispielsweise Unternehmen bei einem Vertragsschluss verst&auml;ndigen, um im Falle von Streitigkeiten eine schnellere Entscheidung als bei den ordentlichen Gerichten zu haben. &bdquo;Ich sehe die hohen Quoten mit gr&ouml;&szlig;ter Skepsis&ldquo;, sagt der fr&uuml;here FDP-Bundesinnenminister und B&uuml;rgerrechtsanwalt Gerhart Baum. &bdquo;Es finden Grenz&uuml;berschreitungen statt, die zu hohen Nebeneink&uuml;nften f&uuml;hren.&ldquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/recht-steuern\/anleger-und-verbraucherrecht\/abhaengige-juristen-wie-richter-nebenbei-kasse-machen-seite-all\/9711618-all.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Im Namen des Volkes und mit Blick auf die Geldgeber&hellip; Es gibt offenbar keinen Berufsstand mehr, der nicht k&auml;uflich ist. Die Definition der gesellschaftlichen Rolle &uuml;ber Geld, man k&ouml;nnte auch sagen, die Gier nach Geld hat sich durch alle gesellschaftlichen Bereiche und alle Berufsgruppen durchgefressen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung H.M.:<\/strong> Schon die Wirtschaftswoche besch&auml;ftigte sich in ihrer Ausgabe vom 31. M&auml;rz 2014 mit diesen Thema. Dabei wurde als besonders kritisch betrachtet, dass f&uuml;hrende Richter in ein Netzwerk mit Kanzleien, Firmen und Verb&auml;nden eingebunden seien; in der &bdquo;Bankrechtlichen Vereinigung&ldquo; s&auml;&szlig;en z.B. hochrangige Richter.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Arbeitspl&auml;tze unter Vorbehalt<\/strong><br>\nDie Zahl der befristeten Arbeitsvertr&auml;ge hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdreifacht. Bei Neuvertr&auml;gen sind inzwischen 42 Prozent zeitlich begrenzt. 1997 waren es noch 34 Prozent. Das geht aus einer Anfrage der Linke beim Bundesarbeitsministerium hervor, die der &ldquo;Welt&rdquo; vorliegt. Waren 1993 noch 876.000 Neuvertr&auml;ge zeitlich begrenzt, so waren es 2003 bereits 2,7 Millionen. Frauen sind davon st&auml;rker betroffen. Fast jeder zweite neue Arbeitsvertrag wird bei ihnen nur noch befristet ausgestellt; bei den M&auml;nnern sind es 38 Prozent. Auch junge Besch&auml;ftigte bekommen h&auml;ufiger einen Vertrag auf Zeit. W&auml;hrend der Anteil der befristeten Vertr&auml;ge insgesamt bei 8,5 Prozent liegt, betr&auml;gt er in der Altersgruppe der 25- bis 35-J&auml;hrigen 14,1 Prozent. Bei den 15- bis 25-J&auml;hrigen hat sogar jeder Vierte einen befristeten Vertrag, bei den 55- bis 65-J&auml;hrigen sind es nur 4,2 Prozent. Auch Ausl&auml;nder haben h&auml;ufiger eine Befristung. Ihr Anteil liegt bei 14,6 Prozent, der von deutschen Arbeitnehmern bei 7,9 Prozent. Es sind insbesondere sachgrundlose Befristungen, die zu einem Anstieg der Zahl der befristeten Arbeitsvertr&auml;ge gef&uuml;hrt haben. Ihre Zahl hat von 554.000 im Jahr 2001 auf 1,3 Millionen im Jahr 2013 zugenommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/wirtschaft\/article126638357\/Arbeitsplaetze-unter-Vorbehalt.html\">Die Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Stephan Hebel: Nicht mal das Mindeste<\/strong><br>\nEin Zeichen setzt der gesetzliche Mindestlohn bestimmt, und vielen Besch&auml;ftigten gibt er mehr als ein Zeichen, n&auml;mlich etwas mehr Geld f&uuml;r gute Arbeit.<br>\nDas ist allerdings nur die halbe Wahrheit, und die andere H&auml;lfte verschweigt die SPD in gro&szlig;koalition&auml;rer Nibelungentreue: Mit einer fl&auml;chendeckenden Untergrenze, wie die SPD sie einst forderte, hat das Ergebnis nur begrenzt zu tun. Es entspricht knallhart marktliberaler Logik, wenn Ministerin Andrea Nahles Langzeitarbeitslosen nicht nur f&uuml;r sechs Monate den Mindestlohn verweigert, sondern das auch noch als &bdquo;Br&uuml;cke&ldquo; in den Arbeitsmarkt besch&ouml;nigt. Das sind die &bdquo;Br&uuml;cken&ldquo;, von denen notorische Lohndr&uuml;cker tr&auml;umen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/kommentar-zum-mindestlohn-nicht-mal-das-mindeste,1472780,26776592.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Hartz-IV-Satz: Berechnungsverfahren hat weiterhin eklatante Schw&auml;chen<\/strong><br>\nDer Hartz-IV-Regelsatz soll das soziokulturelle Existenzminimum sichern. Ob er das auch tut, ist zweifelhaft. Jedenfalls hat das angewandte Berechnungsverfahren nach wie vor eklatante Schw&auml;chen. Das wirkt sich deutlich auf die H&ouml;he des Regelsatzes aus, zeigt eine neue, von der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung gef&ouml;rderte Studie*: W&auml;re das Berechnungsverfahren bei der Neuregelung 2011 nur in den zuvor vom Bundesverfassungsgericht kritisierten Punkten korrigiert worden, l&auml;ge der Hartz-IV-Satz heute bei 424 Euro im Monat. Das sind 33 Euro mehr als derzeit tats&auml;chlich gezahlt werden (siehe auch die Infografik; Link unten). Ursache f&uuml;r die Differenz sind nach Analyse der Studienautoren Dr. Irene Becker und Dr. Reinhard Sch&uuml;ssler eine hoch problematische Verkleinerung der Referenzgruppe, aus deren Konsumausgaben der Regelsatz grunds&auml;tzlich abgeleitet wird, sowie weitgehend &ldquo;freih&auml;ndige&rdquo; Streichungen im weiteren Berechnungsverfahren.<br>\nBis 1990 orientierte sich die H&ouml;he des Sozialhilfesatzes an den Preisen eines Warenkorbes. Er enthielt, was eine Expertengruppe als notwendig f&uuml;r ein Leben in W&uuml;rde erachtete, etwa bestimmte Mengen an Lebensmitteln oder K&ouml;rperpflegeprodukten. Weil die Zusammenstellung stets auf bestreitbaren Werturteilen beruhte und dem Verfahren h&auml;ufig ein bevormundender Charakter attestiert wurde, trat an die Stelle des Warenkorbmodells das so genannte Statistikmodell. Dabei bemisst sich der Regelsatz der Grundsicherung nicht nach Expertenurteilen, sondern nach dem tats&auml;chlichen Konsumverhalten der Bev&ouml;lkerung. Genauer: nach den Ausgaben der Haushalte, die zwar niedrige Einkommen haben, aber noch nicht auf Grundsicherung angewiesen sind. Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes dient dabei als Datenbasis.\n<p>Bei &ldquo;sachgerechter&rdquo; Anwendung sei diese Methode auch ein &ldquo;angemessenes Verfahren&rdquo;, schreiben die Verteilungsforscher Dr. Irene Becker und Dr. Reinhard Sch&uuml;ssler in ihrer Studie. Allerdings gebe es erhebliche Defizite bei der Umsetzung, weshalb das Grundsicherungsniveau nur gut ein Drittel des durchschnittlichen Lebensstandards erreiche. Dass so &ldquo;Teilhabe erm&ouml;glicht und soziale Ausgrenzung verhindert wird, ist stark zu bezweifeln&rdquo;, urteilen Becker und Sch&uuml;ssler. Sie schlagen vor, k&uuml;nftig &ldquo;eine gesellschaftlich akzeptable minimale relative Position der Grundsicherungsbeziehenden zu definieren und zur &Uuml;berpr&uuml;fung der Ergebnisse der Regelbedarfsbemessung heranzuziehen&rdquo;. Das k&ouml;nnte zum Beispiel ein bestimmter Prozentsatz des mittleren Einkommens oder Konsums sein.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler kritisieren vor allem zwei Punkte:<\/p>\n<p>&ndash; Referenzgruppe ist von der Einkommensentwicklung abgeh&auml;ngt &ndash;<br>\nDie H&ouml;he eines soziokulturellen Existenzminimums ist von gesellschaftlichen Standards abh&auml;ngig, die mit dem Statistikmodell erfasst werden k&ouml;nnen, so die Wissenschaftler. Wenn zur Berechnung des Regelsatzes jedoch eine Bezugsgruppe herangezogen wird, die selbst von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgeh&auml;ngt ist, sinkt das Existenzminimum &ndash; relativ gesehen &ndash; immer weiter. Als Referenzgruppen zur Regelsatzbestimmung dienen nach aktueller Gesetzeslage die unteren 15 Prozent &ndash; statt der vormals &uuml;blichen unteren 20 Prozent &ndash; der nach dem Einkommen sortierten Alleinstehenden, die nicht selbst auf Hartz IV angewiesen sind. Bei Familien mit Kindern sind es die unteren 20 Prozent.<\/p>\n<p>Da der Referenzhaushaltstyp der Alleinstehenden eine nur unterdurchschnittliche Position in der Gesamtverteilung erreicht, w&auml;re hier ein breiterer Referenzeinkommensbereich zweckm&auml;&szlig;ig, schreiben Becker und Sch&uuml;ssler. Tats&auml;chlich orientiert sich der Regelsatz f&uuml;r Alleinstehende ihrer Studie zufolge an einer Personengruppe, die gerade einmal auf ein Drittel des durchschnittlichen Einkommens und etwa die H&auml;lfte des durchschnittlichen Konsums kommt.<\/p>\n<p>&ndash; Willk&uuml;rliche K&uuml;rzungen h&ouml;hlen das Berechnungsmodell aus &ndash;<br>\nEigentlich m&uuml;ssten nahezu alle vom Statistischen Bundesamt ermittelten Ausgaben der Bezugshaushalte (au&szlig;er f&uuml;r die im Hartz-IV-Fall extra bezahlte Warmmiete) zur Bestimmung des Regelsatzes herangezogen werden, um dem Grundgedanken des Statistikmodells gerecht zu werden. Tats&auml;chlich kann der Gesetzgeber aufgrund &ldquo;normativer Setzungen&rdquo; bestimmte Konsumkategorien aber f&uuml;r irrelevant erkl&auml;ren. Er tut das zum Beispiel bei Tabakwaren und alkoholischen Getr&auml;nken, Schnittblumen oder chemischer Reinigung. Diese M&ouml;glichkeit f&uuml;hrte &ndash; in Kombination mit der ver&auml;nderten Abgrenzung der Bezugsgruppe &ndash; dazu, dass der Regelsatz bei der Neuregelung 2011 kaum stieg. Zwar hatte das Bundesverfassungsgericht darauf gedrungen, dass bestimmte Bedarfsfelder wie Mobilit&auml;t st&auml;rker ber&uuml;cksichtigt werden. Doch das Arbeitsministerium k&uuml;rzte im Gegenzug an anderen Stellen, so dass am Ende ein beinahe unver&auml;nderter Hartz-IV-Satz herauskam. Becker und Sch&uuml;ssler mahnen daher an, die &ldquo;freih&auml;ndige&rdquo; Umsetzung &ndash; eine Formulierung aus dem Urteil des Verfassungsgerichts von 2010 &ndash; des Statistikmodells m&uuml;sse &ldquo;grunds&auml;tzlich ver&auml;ndert werden&rdquo;.<br>\n*Quelle 1: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_arbp_298.pdf\">Irene Becker, Reinhard Sch&uuml;ssler: Das Grundsicherungsniveau: Ergebnis der Verteilungsentwicklung und normativer Setzungen. Arbeitspapier der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung Nr. 298. [PDF &ndash; 1.4 MB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/hbs_showpicture.htm?id=46693&amp;chunk=1\">Infografik zum Download im B&ouml;ckler Impuls 6\/2014<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.bund-verlag.de\/zeitschriften\/soziale-sicherheit\/ausgabe\/2014\/3\/\">Ausf&uuml;hrliche Artikel der Forscher finden sich auch im aktuellen Schwerpunktheft der Zeitschrift Soziale Sicherheit<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Begleitschutz zur Chemiewaffenvernichtung? &ndash; Wor&uuml;ber reden wir eigentlich!<\/strong><br>\n&Uuml;berlegungen aus Friedensforschung und Friedensbewegung.<br>\nAnl&auml;sslich der bevorstehenden Bundestagsdebatte &uuml;ber den Einsatz einer deutschen Fregatte im Mittelmeer melden sich Vertreter der AG Friedensforschung und des Bundesausschusses Friedensratschlag zu Wort. In einer Stellungnahme, die an die Abgeordneten der Linksfraktion verschickt wurde, bezeichnen sie den Einsatz schlicht als &bdquo;&uuml;berfl&uuml;ssig&ldquo;.<br>\nF&uuml;r uns gibt es keinen erkennbaren Grund, den zwischen Syrien und den Vereinten Nationen bzw. der OPCW ausgehandelten Abzug des gesamten syrischen Chemiewaffenarsenals und dessen Vernichtung mit einer milit&auml;rischen Komponente von Seiten der Bundesrepublik Deutschland zu begleiten.<br>\nDem politischen und medialen Druck, dem sich die Linksfraktion in dieser Frage derzeit ausgesetzt sieht, sollte mit Sachkunde und einem strategischen Blick nach vorn begegnet werden.<br>\nEine Abkehr von der bisherigen Haltung, Auslandseins&auml;tze aus guten Gr&uuml;nden in jedem einzelnen Fall und dar&uuml;ber hinaus grunds&auml;tzlich abzulehnen, w&uuml;rde sowohl in den Reihen der Friedensforschung als auch der Friedensbewegung Irritationen herbeif&uuml;hren.<br>\nDie Vernichtung von Massenvernichtungswaffen &ndash; auch der syrischen &ndash; ist richtig und wichtig.<br>\nDie Bundeswehr leistet hierzu mit ihrer Anlage in Munster einen wertvollen Beitrag.<br>\nDer Einsatz der Bundesmarine im Mittelmeer dagegen ist milit&auml;risch &uuml;berfl&uuml;ssig.<br>\nEr scheint stattdessen das politische Ziel zu verfolgen, milit&auml;rische Eins&auml;tze im Ausland auf eine breitestm&ouml;gliche parlamentarische Basis zu stellen und zugleich einen Pr&auml;zedenzfall zu schaffen, um die strikte und von ihrem Parteiprogramm geforderte Ablehnung solcher Eins&auml;tze durch die Fraktion Die LINKE aufzuweichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/regionen\/Syrien1\/chemie-baf.pdf\">AG Friedensforschung und Bundesausschuss Friedensratschlag [PDF &ndash; 217 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Ein deutscher Streik &ndash; und gibt es ein Recht darauf?<\/strong><br>\nDie &ldquo;Doppelz&uuml;ngigkeit&rdquo; unserer Gesellschaft gegen&uuml;ber den &ldquo;Boni&rdquo; der Finanzkapitalisten &ndash; und den Lohn- und Gehaltsforderungen im Streik. Kommentierte Presseschau von Volker Bahl&hellip;<br>\nZum Hintergrund dieses Streiks der Piloten mit ihrer Organisation &ldquo;Cockpit&rdquo; (eine sogenannte Spartengewerkschaft) geh&ouml;rt der Konflikt um das Streikrecht, das diese Gro&szlig;e Koalition sich unter dem Schlagwort Tarifeinheit vorgenommen hat. (Vergleiche dazu: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/politik\/gw\/tarifpolitik\/tarifdebatte\/tarifeinheit\/gemeinsame-interessen-koalition-will-tarifeinheit\/\">Koalition will Tarifeinheit<\/a>&rdquo;) Zur&uuml;ck geht dies auf eine Initiative von DGB unter <a href=\"http:\/\/labournet.de\/diskussion\/gewerkschaft\/tarifpolitik\/dgbbda.html\">dem &ldquo;damaligen&rdquo; Vorsitzenden Michael Sommer und dem Arbeitgeberverband BDA<\/a>.<br>\nAktiven Gewerkschaftern insbesondere bei Verdi (siehe z.B. &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.proletarische-plattform.org\/2014\/01\/28\/nein-zur-einschr%C3%A4nkung-des-streikrechts-verdi-netzwerk\/\">Nein zur Einschr&auml;nkung des Streikrechts<\/a>&rdquo; (Verdi-Netzwerk)) gelang es in der Folge-Zeit diesen &ldquo;Beschluss&rdquo; &ndash; wenigstens von Gewerkschaftsseite &ndash; nicht allgemein durchsetzbar zu machen. (vgl. den vorletzten Link)<br>\nNun ist es besonders die CDU, die auf der Durchsetzung dieser Streikrechtseinschr&auml;nkung &ndash; <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/politik\/gw\/kampf\/streik\/cdu-politiker-will-streikrecht-einschranken\/\">mit diesem Streik der Piloten vor Augen<\/a> &ndash; beharrt. &ndash; und ironischerweise steht dabei auf ihrer Seite auch die gro&szlig;e IG Metall.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/politik\/gw\/tarifpolitik\/tarifdebatte\/tarifeinheit\/ein-deutscher-streik-und-gibt-es-ein-recht-darauf\/\">LabourNet<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Entgegen dem Eindruck, den de Medien vermittelten, <a href=\"http:\/\/www.infratest-dimap.de\/umfragen-analysen\/bundesweit\/ard-deutschlandtrend\/2014\/april\/\">hatten 55 Prozent Verst&auml;ndnis f&uuml;r den Streik der Lufthansa-Piloten<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>EEG-Reform: &Ouml;kostrom-Deal kostet private Stromkunden Milliarden<\/strong><br>\nDie L&auml;nder haben sich im Streit um die Ausgestaltung der Energiewende wenigstens in Teilen durchgesetzt &ndash; und das auf Kosten der privaten Haushalte. Der Kompromiss zwischen Bund und L&auml;ndern bei der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes belastet die Stromkunden nach Informationen des SPIEGEL in den n&auml;chsten sechs Jahren mit rund zehn Milliarden Euro. Das geht aus Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums hervor&hellip;<br>\nGrund f&uuml;r den Anstieg sind die Sonderw&uuml;nsche der L&auml;nder bei der F&ouml;rderung von Bio- und Windenergie, die die 16 Ministerpr&auml;sidenten am vergangenen Dienstag beim Energiegipfel im Bundeskanzleramt der Regierung abhandeln konnten. Das Wirtschaftsministerium warnt in dem Schreiben etwa bei der Offshore-Windkraft vor dem &ldquo;Risiko einer &Uuml;berschreitung des Ausbauziels&rdquo; und einer &ldquo;hohen Kostenwirkung&rdquo; in den Jahren 2018 und 2019.<br>\nBei der Bioenergie prognostizieren die Experten eine &ldquo;h&ouml;here Verg&uuml;tung&rdquo;, wegen der &ldquo;eine &Uuml;berschreitung&rdquo; des in der Novelle vereinbarten Ausbaupfades von 100 Megawatt &ldquo;wahrscheinlich wird&rdquo;. Ein anderer Bonus f&uuml;r die Bioenergie bewirke einen &ldquo;reinen Mitnahmeeffekt&rdquo;, hei&szlig;t es in der dem SPIEGEL vorliegenden Aufstellung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/service\/eeg-reform-oekostrom-deal-kostet-private-stromkunden-milliarden-a-962844.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Deutsche Eliten: Die wahre Parallelgesellschaft?<\/strong><br>\nKurz vor Weihnachten 2013 gab Uli Hoene&szlig;, damaliger Pr&auml;sident des FC Bayern M&uuml;nchen, dem Bayerischen Rundfunk ein Interview. In diesem beklagte er sich, wie schon in zahlreichen Interviews zuvor, &uuml;ber die unfaire Behandlung im gegen ihn wegen Steuerhinterziehung in Millionenh&ouml;he laufenden Strafverfahren. Er sprach von einem &ldquo;riesigen Prominentenmalus&rdquo;, weil er der Einzige sei von &uuml;ber 70.000 Selbstanzeigen, &ldquo;der in epischer Breite in der &Ouml;ffentlichkeit dargestellt&rdquo; w&uuml;rde. Und er fuhr dann fort: &ldquo;Von einem Steuergeheimnis kann ja schon lange nicht die Rede sein.&rdquo; Dabei verga&szlig; er allerdings zu erw&auml;hnen, dass sich das Steuergeheimnis naturgem&auml;&szlig; nicht auf Gelder beziehen kann, die wie seine in der Schweiz angelegten Millionen dem Finanzamt &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis gebracht werden.<br>\nSeine Einstellung ist typisch f&uuml;r die meisten prominenten Steuerhinterzieher, die in den vergangenen Jahren und Monaten aufgeflogen sind. Vom ehemaligen Post-Chef Klaus Zumwinkel &uuml;ber den Schraubenk&ouml;nig und Milliard&auml;r Reinhold W&uuml;rth bis hin zur Journalistin Alice Schwarzer &ndash; alle beklagen sich &uuml;ber ihre Behandlung, obwohl sie eindeutig eine Straftat begangen haben, bei der es nicht um Kleinigkeiten geht, sondern zumeist um Betr&auml;ge in Millionenh&ouml;he. Offensichtlich fehlt ihnen ein Unrechtsbewusstsein, ein Gef&uuml;hl daf&uuml;r, was sie tats&auml;chlich getan haben.<br>\n&Auml;hnliches l&auml;sst sich auch bei weiteren Skandalen der letzten Zeit feststellen. Einer davon, der ebenfalls gegen Jahresende 2013 bekannt wurde, betrifft den Deutschland-Chef von Goldman Sachs, Alexander Dibelius. Er, der nach der Bankenkrise &ouml;ffentlich immer wieder vehement einen Kulturwandel in den Banken gefordert hat, hat gleichzeitig, um Steuern zu sparen, eine &uuml;ber vier Millionen Euro teure Luxusimmobilie in London &uuml;ber Briefkastenfirmen in der Karibik erworben. Den von ihm &ouml;ffentlich angemahnten Kulturwandel hat er offensichtlich nicht auf sich selbst bezogen. Ein zweiter, Mitte Januar 2014 bekannt gewordener Fall ist noch bemerkenswerter. Einer der angesehensten Journalisten des Landes, der langj&auml;hrige Chefredakteur und Mitherausgeber der &ldquo;Zeit&rdquo;, Theo Sommer, ist von einem Hamburger Gericht wegen Steuerhinterziehung in H&ouml;he von 649.000 Euro zu einer Bew&auml;hrungsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten verurteilt worden. Zu seiner Entschuldigung f&uuml;hrte Sommer an, er habe die korrekte Angabe seiner Einnahmen &ldquo;aus Schusseligkeit oder Schlamperei&rdquo; vers&auml;umt und die Summe inzwischen &ldquo;unter Inkaufnahme gro&szlig;er Opfer&rdquo; f&uuml;r seine Altersversorgung und die seiner Frau an das Finanzamt &uuml;berwiesen. Diese Aussage ist fast noch skandal&ouml;ser als die Hinterziehung selbst. Wer soll denn ernsthaft glauben, dass man Nebeneink&uuml;nfte in der H&ouml;he von sch&auml;tzungsweise knapp eineinhalb Millionen Euro binnen nur f&uuml;nf Jahren aus &ldquo;Schusseligkeit&rdquo; bei der Steuererkl&auml;rung vergisst? Und der Hinweis auf sein &ldquo;Opfer&rdquo; wirkt angesichts der Altersversorgung der Normalbev&ouml;lkerung genauso larmoyant wie die Klagen von Hoene&szlig; oder Schwarzer &uuml;ber ihre Behandlung in den Medien.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/apuz\/181764\/deutsche-eliten-die-wahre-parallelgesellschaft\">Bundeszentrale f&uuml;r politische Bildung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Studenten planen Streik<\/strong><br>\nRund 80 Studenten und hochschulpolitisch Aktive aus dem gesamten Bundesgebiet haben am Wochenende an einer &raquo;Konferenz gegen Hochschulk&uuml;rzungen und Unterfinanzierung&laquo; in Halle an der Saale teilgenommen. Eingeladen hatte das &raquo;Aktionsb&uuml;ndnis der Martin-Luther-Universit&auml;t&laquo;, das seit &uuml;ber einem Jahr breiten Protest gegen die K&uuml;rzungspolitik der sachsen-anhaltischen Landesregierung organisiert. Von Freitagabend bis Sonntagnachmittag beratschlagten die Teilnehmer zu Forderungen und Vorgehen f&uuml;r eine gemeinsame Hochschulpolitik. Unter dem Motto &raquo;Bildungsstreik 2014&laquo; wollen sie jetzt eine neue Protestwelle und eine besser koordinierte Vernetzung anschieben.<br>\nGr&uuml;nde daf&uuml;r gibt es genug: In fast allen Bundesl&auml;ndern drohen K&uuml;rzungen an Hochschulen und Haushaltseinschnitte, die massiven Stellenabbau und die Schlie&szlig;ung ganzer Fakult&auml;ten oder Institute zur Folge haben werden &ndash; Studienplatzabbau inklusive. Das geht aus diversen Struktur- und Entwicklungspl&auml;nen hervor, die mehrere Hochschulen j&uuml;ngst vorgelegt und zum Teil auch schon beschlossen haben. An der Uni Leipzig sollen unter anderem die Theaterwissenschaft und die Arch&auml;ologie verschwinden, in Halle droht f&uuml;nf Instituten und knapp 1000 Studienpl&auml;tzen das Aus. In Berlin soll ebenfalls der Rotstift w&uuml;ten, hier haben sich Studenten und linke Hochschulgruppen bereits zu einem lokalen B&uuml;ndnis zusammen gefunden. Auch die undemokratische Beschlusspolitik der Hochschulr&auml;te und -leitungen wurde kritisiert. Klar wurde ebenso, dass die prek&auml;re Besch&auml;ftigung im akademischen Mittelbau ein enormes Problem darstellt, das zudem die demokratische Teilhabe verhindert: Wer nur befristet und niedrig entlohnt angestellt ist, kann sich weder in den akademischen Gremien noch beim Hochschulprotest einbringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/04-07\/032.php\">junge Welt<\/a>\n<p><strong>Dazu: <a href=\"http:\/\/www.stura.uni-halle.de\/aktionsbuendnis\/konferenz-von-studierendenvertretern-aus-13-bundeslaendern-ruft-zum-bildungsstreik-2014-auf\/\">Studierendenvertreter aus 13 Bundesl&auml;ndern rufen zum Bildungsstreik 2014 auf<\/a><\/strong><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Hochschulr&auml;te und die M&auml;r der direkten Steuerung<\/strong><br>\nIn NRW wird derzeit hitzig &uuml;ber die Erneuerung des Hochschulfreiheitsgesetzes diskutiert und gestritten. Wirtschaftsvertreter_innen, Rektorate und allen voran Hochschulr&auml;te wehren sich mit Leibeskr&auml;ften gegen die Ver&auml;nderungen, die dem Kultusministerium wieder etwas mehr Kontrolle &uuml;ber die Hochschulen geben sollen. Insbesondere die Hochschulr&auml;te haben von den unter FDP Minister Pinkwart eingef&uuml;hrten Hochschulgesetzen profitiert. Die Hochschulr&auml;te, so argumentiert unser Autor Lukas Daubner, haben allerdings ein Legitimit&auml;tsproblem und m&uuml;ssten erst einmal erkl&auml;ren, warum sie als Akteure in NRW und anderswo so gro&szlig;e T&ouml;ne in dieser Diskussion spucken d&uuml;rfen und was eigentlich ihre Daseinsberechtigung ausmacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wasbildetihrunsein.de\/2014\/04\/07\/hochschulraete-und-die-maer-der-direkten-steuerung\/\">Was bildet ihr uns ein?<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Gerhard Schr&ouml;der wurde 70: Wie sehen Sie ihn heute?<\/strong><br>\nEr l&ouml;ste Helmut Kohl als Kanzler ab, setzte die Agenda 2010 durch und verteidigt Wladimir Putin noch immer: Gerhard Schr&ouml;der wurde am Montag (07.04.2014) 70. Wie beurteilen Sie den Altkanzler?<br>\nWDR 5 Tagesgespr&auml;ch: Das Tagesgespr&auml;ch zum Nachh&ouml;ren und Download (07.04.2014)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/tagesgespraech\/siebterapril102.html\">WDR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung HR:<\/strong> Gerhard Schr&ouml;der galt als Mann, der sein Ohr am Volke hat. Mit seiner Agenda-Politik lag er aber vollkommen daneben. Viele Anrufer der Sendung beklagen sich &uuml;ber den Sozialabbau und die Zunahme der sozialen Verunsicherung insbesondere durch die Hartz-Gesetzgebung w&auml;hrend seiner Regierungszeit.<\/em><br>\n<em>Auch die Ver&auml;nderung der &ouml;konomischen Regeln (Steuersenkungen f&uuml;r Verm&ouml;gende\/Unternehmen und Finanzm&auml;rkte) h&auml;tten wir der letzten rot-gr&uuml;nen Regierung &ldquo;zu verdanken&rdquo;. Die (negativen) Folgen seien noch heute zu sp&uuml;ren (Stichworte: Finanzkrise und reduzierte Staatseinnahmen).<\/em><br>\n<em>Zornig k&ouml;nnte hinzugef&uuml;gt werden: Gerhard Schr&ouml;der hat &ndash; vermutlich Zeit seines politischen Lebens &ndash; weniger ans Volk, als an seinen Karriere und seinen Vorteil gedacht (Gazprom).<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Rainer Br&uuml;derles Medienschelte &ndash; der &ldquo;Herrenwitz&rdquo; schl&auml;gt zur&uuml;ck<\/strong><br>\n&ldquo;Jetzt rede ich&rdquo; hei&szlig;t das Buch, das Br&uuml;derle zusammen mit dem fr&uuml;heren FAZ-Herausgeber und Publizisten Hugo M&uuml;ller-Vogg herausbringt. M&uuml;ller-Vogg ist Spezialist f&uuml;r solche Gespr&auml;chs-B&auml;ndchen mit Politikern und Wirtschafts-Heinis. Er hat solche B&uuml;cher schon mit Interviews mit Angela Merkel, Christian Wulff, Horst K&ouml;hler oder Harmut Mehdorn ver&ouml;ffentlicht. Das ist ja auch recht fix gemacht. Man trifft sich zum ausgiebigen Plausch, alles wird aufgezeichnet, abgetippt, fertig ist das Manuskript und das Buch erscheint mit prominenter Nase auf dem Cover.<br>\nNun also Rainer Br&uuml;derle. &ldquo;Der Herrenwitz&rdquo; war das Portr&auml;t damals im stern &uuml;ber ihn &uuml;berschrieben. In der Online-Variante hie&szlig; es noch zugespitzter: &ldquo;Der spitze Kandidat&rdquo;. Nun &ldquo;bricht Br&uuml;derle sein Schweigen&rdquo;, schreibt der Focus, der sich die Vorabdruck-Rechte f&uuml;r die Skand&auml;lchen-Aufarbeitung gesichert hat. Die Sprengkraft von Br&uuml;derles Einlassungen ist aber &uuml;berschaubar&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2014\/04\/07\/rainer-bruederles-medienschelte-der-herrenwitz-schlaegt-zurueck\/?utm_campaign=NEWSLETTER_MITTAG&amp;utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email\">MEEDIA<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Die US-Regierung schuldet der Welt eine Erkl&auml;rung<\/strong><br>\nAm 22. M&auml;rz berichteten &bdquo;New York Times&rdquo; und &bdquo;Spiegel&rdquo; gleichzeitig von einer digitalen Gro&szlig;offensive der amerikanischen Regierung gegen China. Dabei seien auch die chinesische Staatsf&uuml;hrung und der Huawei-Konzern ins Visier genommen worden. Das ging aus Unterlagen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden hervor, die der &bdquo;Spiegel&rdquo; einsehen konnte. Zu den Zielen, die der US-Geheimdienst attackierte, z&auml;hlen der ehemalige Staatspr&auml;sident Hu Jintao, das chinesische Handels- und Au&szlig;enministerium, Banken sowie Telekommunikationsunternehmen.<br>\nBesonderen Aufwand betrieb die NSA im Fall des Huawei-Konzerns, der mit rund 28 Milliarden Euro Jahresumsatz der zweitgr&ouml;&szlig;te Telekommunikationsausr&uuml;ster  der Welt ist. Anfang 2009 startete die NSA eine umfangreiche Operation gegen das Unternehmen, das als einer der gr&ouml;&szlig;ten Konkurrenten des amerikanischen Unternehmens Cisco gilt. Einer Spezialeinheit des US-Nachrichtendienstes gelang es, an rund 100 Stellen das Computernetzwerk von Huawei zu infiltrieren und unter anderem eine Liste mit mehr als 1400 Kunden sowie interne Dokumente f&uuml;r das Training von Ingenieuren zu kopieren.<br>\nChina hat mit Emp&ouml;rung auf die Cyber-Attacken der USA reagiert und eine Erkl&auml;rung verlangt. Die Berichte brachten die schon beinahe in Vergessenheit geratene NSA-Spionage wieder ins Bewusstsein der aufgebrachten &Ouml;ffentlichkeit.<br>\nIm letzten Jahr hatte Snowden die Abh&ouml;raktionen der US-Regierung sowohl gegen amerikanische B&uuml;rger als auch gegen die politische F&uuml;hrung verb&uuml;ndeter Staaten wie Deutschland, Frankreich, Israel enth&uuml;llt und f&uuml;r einen Skandal gesorgt. Betroffene B&uuml;rger und L&auml;nder forderten ein Ende der Abh&ouml;raktionen, eine Erkl&auml;rung und eine Entschuldigung. Die US-Regierung blieb dies schuldig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/german.beijingreview.com.cn\/german2010\/Focus\/2014-04\/07\/content_611971.htm\">Beijing Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung HR:<\/strong> Bereits vor einigen Tagen hatten wir auf den NachDenkSeiten &uuml;ber die Snowden-Enth&uuml;llungen bez&uuml;glich der NSA-Spionage gegen China berichtet: Snowden-Enth&uuml;llung: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21166#h07\">NSA spionierte Chinas Staatsf&uuml;hrung und Konzerne aus<\/a>.<\/em><br>\n<em>Der aktuelle Text deutet an, dass es gravierende Diffenrenzen zwischen China und den USA gibt.<\/em><br>\n<em>Auf die von den Chinesen geforderte Erkl&auml;rung durch die USA warten auch viele in Deutschland.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Unionsfraktion gratuliert Orban &ldquo;herzlich&rdquo;<\/strong><br>\nDer neue und alte ungarische Ministerpr&auml;sident kann sich auf seine W&auml;hler verlassen. Die gro&szlig;e Mehrheit der Ungarn machte an der Urne klar, dass sie den im Westen umstrittenen starken Mann von der Donau weiterhin an der Macht sehen will. Die Bundesregierung hat sich dagegen eher skeptisch ge&auml;u&szlig;ert. Sie ruft Orban zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der neu errungenen Macht auf. Aus der Mehrheit f&uuml;r Orban erwachse &ldquo;eine besondere Verantwortung, diese Mehrheit nun auch mit Augenma&szlig; und mit Zur&uuml;ckhaltung und auch mit Sensibilit&auml;t f&uuml;r verfassungsm&auml;&szlig;ige Grunds&auml;tze einzusetzen&rdquo;, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert&hellip;<br>\nDoch ob Seibert damit wirklich die Meinung der gesamten Bundesregierung wiedergibt, ist mehr als fraglich. Denn die Unions-Fraktion beurteilt den Wahlsieg Orbans ganz anders als der Regierungssprecher. &ldquo;Wir gratulieren Ministerpr&auml;sident Viktor Orban und seiner Regierungspartei Fidesz herzlich zum klaren Wahlsieg bei den Parlamentswahlen in Ungarn&rdquo;, l&auml;sst der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Friedrich von der CSU mitteilen. Kein kritisches Wort ist in der Erkl&auml;rung zu finden. Im Gegenteil, der Tonfall ist eher schw&auml;rmerisch. &ldquo;In beeindruckender Weise&rdquo; habe Orban erneut das Vertrauen der W&auml;hler gewinnen k&ouml;nnen und dem Land so eine &ldquo;stabile Regierung&rdquo; beschert.<br>\nDaraus leitet der einstige Innen- und Landwirtschaftsminister Friedrich ein gro&szlig;es Verdienst ab: &ldquo;Die klare Mehrheit von Fidesz wird auch dazu f&uuml;hren, dass die rechtsradikale Partei Jobbik keine Chance hat, ihre extremistischen Ideen umzusetzen.&rdquo; Dabei hat diese Partei ihre Position weiter festigen k&ouml;nnen. Die antisemitische und rechtsextreme Partei, die auch durch ihre Hetze gegen die Roma-Minderheit in die Kritik geraten war, kam auf einen Stimmenanteil von 20,8 Prozent &ndash; gut vier Prozentpunkte mehr als bei der letzten Wahl 2010.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Unionsfraktion-gratuliert-Orban-herzlich-article12614736.html\">n-tv<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es ist schon merkw&uuml;rdig, da erreicht eine rechtsextreme, offen rassistische und antisemitische Partei in einem EU-Mitgliedsland einen Stimmenanteil von 21 Prozent und den Freiheitsk&auml;mpfern in EU-Kommission und Bundesregierung f&auml;llt dazu rein gar nichts ein. Dass Orban in Ungarn,&auml;hnlich zu Janukowitsch in der Ukraine, dabei ist seine eigene Kleptokratie zu errichten auch das st&ouml;rt niemanden. Im Gegenteil: &bdquo;Die Unionsfraktion &uuml;berrascht dagegen mit geradezu &uuml;berschw&auml;nglichen Gl&uuml;ckw&uuml;nschen.&ldquo; Sehen hier manche konservative Politchargen das autorit&auml;re, das wahre Ungarntum propagierende, Orban-Regime als Vorbild?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Orb&aacute;ns Clan pl&uuml;ndert die Staatskassen<\/strong><br>\nDabei ist die soziale Spaltung des Landes so tief wie seit dem Ende der kommunistischen Diktatur 1989\/90 nicht mehr. Zwar hat die Regierungsmehrheit seit vergangenem Jahr mehrmals die Preise f&uuml;r Wohnnebenkosten wie Strom, Gas und Wasser senken lassen &ndash; ein Wahlgeschenk, verkauft unter dem Motto &ldquo;Kampf gegen ausl&auml;ndische Konzerne&rdquo;. Dennoch sind rund drei Millionen Menschen, knapp ein Drittel der Bev&ouml;lkerung, arm und leben in prek&auml;ren Verh&auml;ltnissen.<br>\nDie oberen zehn Prozent profitieren dagegen von der orb&aacute;nschen Wirtschafts- und Sozialpolitik. Sie sind Kern der Fidesz-Klientel. Mehr noch: Orb&aacute;n selbst und einige Dutzend seiner Vertrauten und Getreuen haben es zu &uuml;berraschend schnellem Reichtum gebracht &ndash; oft unter fragw&uuml;rdigen Umst&auml;nden.<br>\nIn der Familie des Regierungschefs managt Orb&aacute;ns Frau Anik&oacute; L&eacute;vai die Gesch&auml;fte. Sie soll in der Gegend um seinen Geburtsort Felcs&uacute;t mehrere Dutzend Hektar Ackerland weit unter Wert gekauft haben. Auch Orb&aacute;ns Vater Gy&ouml;z&ouml; und einige Orb&aacute;n-Geschwister gelangten in den letzten Jahren mit Steinabbau und -produktion zu beachtlichem Wohlstand.<br>\nEine Handvoll schwerreicher Gesch&auml;ftsleute kontrolliert mit Firmenimperien einen gro&szlig;en Teil der ungarischen Wirtschaft, sie bekommen das Gros der Staatsauftr&auml;ge zugeschanzt und kassieren einen gro&szlig;en Teil der EU-F&ouml;rdergelder.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/ungarn-ministerpraesident-orban-und-sein-clan-a-959798.html\">SPON<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Da fragt man sich, wo denn nun genau der Unterschied zu Janukowitsch liegt, als dass etwa Steinmeier nicht sofort anreiste um die ungarische Opposition zu unterst&uuml;tzen? Am autorit&auml;ren Regierungsstil Orb&aacute;ns st&ouml;rt sich, obwohl Ungarn EU-Mitglied ist, sowieso niemand. Von der offen faschistisch und antisemitisch agierenden Jobbik ganz zu schweigen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Paul Krugman: Rube Goldberg Survives &ndash; Rube Goldberg lebt<\/strong><br>\nWow, Batman, sieben Millionen! Der Affordable Care Act alias Obamacare hat nach seinem chaotischen Start ein umwerfendes Comeback erlebt. Kurz vor Ablauf der Frist f&uuml;r den Versicherungsschutz f&uuml;r das Jahr 2014 stieg die Zahl der Antr&auml;ge an den B&ouml;rsen  &ndash;  den besonderen Versicherungsm&auml;rkten, die das Gesetz vorsieht  &ndash;  gewaltig an. Und das urspr&uuml;ngliche Ziel von sieben Millionen Einschreibungen, in weiten Kreisen als unerreichbar angesehen, ist sogar &uuml;bertroffen worden.<br>\nWas bedeutet das nun? Das h&auml;ngt ganz davon ab, ob man die Gegner oder die Unterst&uuml;tzer des Gesetzes fragt. Die Gegner meinen n&auml;mlich, dass das viel bedeutet, w&auml;hrend die Unterst&uuml;tzer da eher vorsichtig sind. Und in diesem einen Fall haben die Gegner sogar Recht. Es ist wirklich eine ganz gro&szlig;e Sache.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/04\/04\/opinion\/krugman-rube-goldberg-survives.html?_r=0\">The New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Griechenland &ndash; Durch die Krise kommt keiner allein<\/strong><br>\nNein, die Krise in Griechenland ist nicht vor&uuml;ber. Im Gegenteil: Wie S&auml;ure frisst sie sich in den Alltag.<br>\nMenschen wie du und ich rutschen in Armut und Obdachlosigkeit. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Was hilft gegen die Verzweiflung? Die Verf&uuml;hrungskraft radikaler Positionen w&auml;chst. Die neonazistische Partei &bdquo;Goldene Morgenr&ouml;te&ldquo; wittert Morgenluft. Aber es gibt auch die andere Reaktion auf die Herausforderung. &bdquo;Wir kannten das Wort Solidarit&auml;t nicht mehr&ldquo;, erz&auml;hlt eine &Auml;rztin in Athen, &bdquo;aber jetzt lernen wir es wieder zu buchstabieren&ldquo;. Kleine und gro&szlig;e Hilfsaktionen sind quer durchs Land entstanden: Lichtaspekte in einer dunklen Zeit. &bdquo;Wenn das Feuer an die T&uuml;r des Nachbarn klopft&ldquo;, sagt man in Athen, &bdquo;dann hilfst du besser mit, es zu l&ouml;schen. Du k&ouml;nntest sonst der N&auml;chste sein, bei dem es brennt.&ldquo; ORF-Journalist Christian Rathner erz&auml;hlt in seinem Buch von den Menschen hinter Zahlen und Klischees. Er benennt die Fragen, die die griechische Trag&ouml;die an Europa stellt. Er findet Antworten, die f&uuml;r den ganzen Kontinent von Bedeutung sind. Denn die Krise lebt. Griechenland geht uns alle an. Neue Formen des Miteinanders sind dringend gefragt.<br>\nQuelle: Verlagsgruppe Styria<br>\nChristian Rathner<br>\nDurch die Krise kommt keiner allein &ndash; Was Griechenland Europa lehrt<br>\nISBN: 978-3-222-13410-4<br>\nVerlag: <a href=\"http:\/\/www.styriabooks.at\/article\/4456\">Styria Premium<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>ZDF-History &ndash; Die K&ouml;nige Amerikas<\/strong><br>\nJohn D. Rockefeller erschuf ein &Ouml;limperium, trieb Konkurrenten in den Ruin und fegte sonntags die Kirche. J. P. Morgan gr&uuml;ndete die gr&ouml;&szlig;te Aktiengesellschaft der Welt, rettete die USA vor dem Staatsbankrott und landete wegen fragw&uuml;rdiger Finanzgesch&auml;fte vor Gericht.<br>\nHenry Ford begann als T&uuml;ftler in einer Gartenlaube, erfand das Auto f&uuml;r die Massen und war ein &uuml;berzeugter Antisemit: Die Pioniere Amerikas wurden um die Jahrhundertwende zu Synonymen f&uuml;r den amerikanischen Traum, f&uuml;r Reichtum und Macht, aber auch f&uuml;r Skrupellosigkeit und hemmungslosen Kapitalismus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/history.zdf.de\/ZDF\/zdfportal\/programdata\/c5479add-a5dd-35ff-99cf-ca2843da6ec4\/20287313?doDispatch=1\">ZDF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die R&auml;uberbarone des sogenannten &bdquo;Goldenen Zeitalters&ldquo; der USA, beim ZDF euphemistisch &bdquo;Die K&ouml;nige von Amerika&ldquo;,  dargestellt als dynamische und vision&auml;re Unternehmerpers&ouml;nlichkeiten. Kein Wort etwa &uuml;ber die brutale Unterdr&uuml;ckung der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung in den USA zu dieser Zeit. Kein Wort &uuml;ber die katastrophalen Arbeitsbedingungen, &uuml;ber Hungerl&ouml;hne und Ausbeutung. Kein Wort &uuml;ber die &auml;u&szlig;erst skrupellosen Methoden der R&auml;uberbarone wozu auch die Bestechung von Politikern im gro&szlig;en Stile geh&ouml;rte. Daf&uuml;r aber Statements von Jack Welch, dem nicht minder  ber&uuml;chtigten ehemaligen Chef des US-Konzerns General Electric, der in seinem  letzten kompletten Dienstjahr ein Einkommen von 123 Millionen Dollar kassierte.<\/em><br>\n<em>Ein gutes Beispiel daf&uuml;r, dass nicht nur in der aktuellen Berichterstattung Meinungsmanipulation betrieben wird. Auch das Geschichtsbild und das daraus resultierende Verst&auml;ndnis von historischen und gesellschaftlichen Zusammenh&auml;ngen sind vor manipulativer Darstellung nicht gefeit. Man kann dem ZDF bestenfalls zu gute halten, dass es diese geschichtliche M&auml;rchenstunde nicht selbst produziert hat, sondern dies die &Uuml;bernahme einer US Dokumentation zu diesem Thema ist. Was auch die historische Perspektive erkl&auml;rt aus der das Thema dargestellt wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Das Letzte: Bertelsmann Propaganda &ndash; Vom kranken Mann zum Musterknaben<\/strong><br>\nVom kranken Mann zum Musterknaben: In Sachen Zukunftsf&auml;higkeit hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum ein anderer Industriestaat auf der Welt so positiv entwickelt wie Deutschland. Das ist das Res&uuml;mee einer umfassenden internationalen Vergleichsstudie der Bertelsmann Stiftung, die anhand von 140 Indikatoren Regierungshandeln und Reformen aller EU- und OECD-Staaten bewertet.<br>\nNoch zu Beginn des Jahrtausends galt Deutschland als der &ldquo;kranke Mann&rdquo; Europas. Strukturelle Probleme, nicht zukunftsf&auml;hig, weitgehend reformunf&auml;hig und f&uuml;r die Globalisierung schlecht aufgestellt &ndash; so lautete die Diagnose. Mit seiner hohen Langzeitarbeitslosigkeit und den niedrigen Besch&auml;ftigungsquoten war Deutschland eines der absoluten Schlusslichter in Europa und der OECD.<br>\nDas hat sich grundlegend ge&auml;ndert. &hellip;  &ldquo;Die vergangenen zehn Jahre waren eine Periode grundlegender struktureller Reformen, die die Zukunftsf&auml;higkeit Deutschlands klar verbessert haben&rdquo;, hei&szlig;t es in der Studie.<br>\nSeine Fortschritte verdankt Deutschland vor allem den grundlegenden Reformen am Arbeitsmarkt. Die strukturelle Arbeitslosigkeit &ndash; einschlie&szlig;lich der besonders problematischen Langzeitarbeitslosigkeit &ndash; ging kontinuierlich zur&uuml;ck, die Besch&auml;ftigungsquoten stiegen trotz der weltweiten Wirtschaftskrise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-2F271E13-E4C3D74D\/bst\/hs.xsl\/nachrichten_120724.htm\">Bertelsmann Stiftung<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es ist sicher keine gro&szlig;e &Uuml;berraschung, dass der einflussreichste neoliberale Think Tank in Deutschland, die Bertelsmann-Stiftung, die Agenda 2010, als Erfolg feiert. Durch die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4212\">wesentliche Beeinflussung der Regierungspolitik Gerhard Schr&ouml;ders<\/a> war die Bertelsmann Stiftung indirekt <a href=\"https:\/\/www.uni-due.de\/edit\/spindler\/ghostwriter_spindler_2012.pdf\">an den Vorarbeiten beteiligt [PDF &ndash; 35.3 KB]<\/a>. So scheinen die Autoren der Studie in ihrer eigene Wirklichkeit zu leben bzw. betrachten die Welt nur aus ihrer neoliberalen Perspektive. Mit der realen sozialen und wirtschaftlichen Situation in Deutschland hat das alles nicht sehr viel zu tun.<\/em><br>\n<em>Aus einer anderen Perspektive muss man die Agenda 2010 als ein umfassendes Regierungsprogramm zur Verarmung, Prekarisierung und sozialen Polarisierung nennen, welches zu einer der tiefgreifendsten  Ver&auml;nderung der sozialen Struktur in der Geschichte der Bundesrepublik gef&uuml;hrt hat. Hartz IV und Agenda 2010 f&uuml;hrte zur Versch&auml;rfung der sozialen Schieflage im Land, zur Ausweitung der Armut bis in die Mitte der Gesellschaft hinein und zur Verbreiterung des Niedriglohnbereichs. F&uuml;r Neoliberale ein Erfolg.<\/em><br>\n<em>Deutschland geht es also gut? Auch den Hunderttausenden von Menschen die in den Niedriglohnsektor getrieben wurden? Auch den mehr als 850.000 Leiharbeitern? Vom angeblichen Jobwunder bleibt nicht viel &uuml;brig wenn man der Anzahl der Besch&auml;ftigten die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden gegen&uuml;ber stellt. So lag das Arbeitsvolumen, die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden, 2012 nicht h&ouml;her als 1994. Die Arbeit wurde also schlicht und einfach auf mehr Erwerbst&auml;tige verteilt, was sich daran ablesen l&auml;sst, dass die Vollzeitbesch&auml;ftigung  sp&uuml;rbar zur&uuml;ckging, w&auml;hrend Teilzeitstellen und selbstst&auml;ndige T&auml;tigkeiten zu nahmen. Ebenso ist ein starker Anstieg von atypischer Besch&auml;ftigung wie auch der Niedriglohnbesch&auml;ftigung zu verzeichnen. Nicht zu vergessen, dass die Verm&ouml;gen in keinem Euro-Land so ungleich verteilt sind wie in Deutschland. Auch dies eine Folge der Ausweitung des Niedriglohnsektors.<\/em><br>\n<em>Hinzu kommt, dass das wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen der Bundesrepublik und L&auml;ndern der s&uuml;dlichen EU-Peripherie (Griechenland, Spanien und Portugal) durch das Lohn- und Sozialdumping, der gefeierten &bdquo;grundlegender struktureller Reformen, die die Zukunftsf&auml;higkeit Deutschlands klar verbessert haben&rdquo;, weiter  versch&auml;rfte wurde und entscheidend zur dortigen &bdquo;Staatsschuldenkrise&ldquo; beitrug.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-21321","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21321"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21321\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28441,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21321\/revisions\/28441"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21321"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}