{"id":21432,"date":"2014-04-16T09:07:40","date_gmt":"2014-04-16T07:07:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432"},"modified":"2015-11-09T16:08:40","modified_gmt":"2015-11-09T15:08:40","slug":"hinweise-des-tages-2110","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h01\">Maschmeyer-Connection &ndash; Wenn Freundschaft und Liebe sich auszahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h02\">Harald Schumann: Die nationale Borniertheit ist &uuml;berholt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h03\">Lucas Zeise: IWF-Selbstkritik wie immer folgenlos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h04\">Mogelpackung Mindestlohn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h05\">Deutschland billig Schlachterland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h06\">Rentendemagogen am Werk<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h07\">Paul Krugman: Health Care Nightmares  &ndash;  Gesundheitsvorsorge-Albtr&auml;ume<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h08\">Erwerbslosenverein ver&ouml;ffentlicht Dienstanweisungen der Wuppertaler Sozialleistungstr&auml;ger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h09\">Datenhandel: Krankes System<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h10\">&Ouml;sterreich: Banken statt Bildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h11\">Nebent&auml;tigkeit von Richtern: &ldquo;Unabh&auml;ngigkeit nicht gef&auml;hrdet&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h12\">Brennelementesteuer verfassungswidrig &ndash; Bund muss Milliarden f&uuml;r Atomkraftwerke zur&uuml;ckzahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h13\">Ermittlungen: Todkrankes Baby abgewiesen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h14\">Massive Menschenrechtsverst&ouml;&szlig;e: UN prangern systematische Folter in Syrien an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h15\">Polizei macht Armensiedlung in Rio platt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h16\">Emanzipiert Euch! &ndash; Daniela Dahn &uuml;ber die R&uuml;ckeroberung der Demokratie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h17\">Schule in Uganda: Lehrerlachen in riesigen Klassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h18\">Klaus Meschkat zur Henry-Kissinger-Professur: Vollendete Tatsachen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h19\">Nichts f&uuml;hrt an der Schulzeitverl&auml;ngerung vorbei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432#h20\">Kabarett direkt &ndash; Hagen Rether (drei Stunden Livemitschnitt)<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21432&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Maschmeyer-Connection &ndash; Wenn Freundschaft und Liebe sich auszahlen<\/strong><br>\nDubiose Cum-Ex-Gesch&auml;fte: Ein Schweizer Banker versichert an Eides statt, dass Carsten Maschmeyer Provisionen forderte &ndash; sogar f&uuml;r die Vermittlung seiner eigenen Verlobten.<br>\nAls Carsten Maschmeyer seine k&uuml;nftige Frau Veronica Ferres kennen lernte, fragte sie ihn nach seinem Beruf. Der Unternehmer und langj&auml;hrige AWD-Chef antwortete: &ldquo;Finanzen und Versicherungen&rdquo;. Darauf sagte die Schauspielerin: &ldquo;Oh, da k&ouml;nnte ich auch mal einen Ratschlag gebrauchen.&rdquo;<br>\nDas war 2007 auf einem Empfang bei der Berlinale, und &uuml;ber ihre weitere Beziehung haben seitdem beide flei&szlig;ig Auskunft erteilt. Sie verliebten sich ineinander, verlobten sich in einer Hotelsuite voller Rosen und k&uuml;ndigten immer wieder ihre Hochzeit an. Und: Maschmeyer gab seiner Freundin auch Ratschl&auml;ge in finanziellen Dingen.<br>\nDie Folge: Er half ihr, &uuml;ber ein Schweizer Konto Geld in Fonds zu stecken, die Cum-Ex-Gesch&auml;fte betrieben. Diese Anlagen konnten Traumrenditen erzielen &ndash; und gingen zulasten deutscher Steuerzahler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/investigativ\/maschmeyer-connection-wenn-freundschaft-und-liebe-sich-auszahlen-2103569.html\">Stern<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Harald Schumann: Die nationale Borniertheit ist &uuml;berholt<\/strong><br>\nVergangene Woche etwa beschloss das Europaparlament, dass der Datentransport im Internet auch k&uuml;nftig f&uuml;r alle zu gleichen Bedingungen erfolgen und die &bdquo;Netzneutralit&auml;t&ldquo; gewahrt werden soll. Anders als es die Telekomkonzerne wollten und die EU-Kommission vorgeschlagen hatte, soll es nicht erlaubt sein, gro&szlig;en Anbietern gegen Bezahlung Vorfahrt in den Datenkabeln zu gew&auml;hren, und damit nicht-kommerzielle Angebote zu verdr&auml;ngen. &ndash; Nach 20 Jahren hartn&auml;ckigen Widerstands gaben da die Regierungen von Luxemburg und &Ouml;sterreich der Forderung nach, sich am automatischen Informationsaustausch der Steuerbeh&ouml;rden &uuml;ber die Einkommen von Ausl&auml;ndern zu beteiligen. Damit ist das Bankgeheimnis EU-weit abgeschafft und die Steuerflucht der Verm&ouml;genden wird innerhalb Europas drastisch erschwert. &ndash; Parallel dazu unterwarf sich die EU-Kommission in anderer Sache einem h&ouml;chst ungew&ouml;hnlichen Verfahren. Sie setzte die Verhandlungen mit der US-Regierung &uuml;ber ein umstrittenes Kapitel des geplanten transatlantischen Handelsabkommens (TTIP) aus, um zuvor noch mal ihre Kritiker zu befragen. Der vorgesehene Investitionsschutz, mit dem f&uuml;r transnationale Konzerne eine Sonderjustiz geschaffen werden soll, liegt erst mal auf Eis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/buerokratie-und-bruessel-die-nationale-borniertheit-ist-ueberholt\/9728792.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Lucas Zeise: IWF-Selbstkritik wie immer folgenlos<\/strong><br>\nDie Angestellten des IWF selbst kommen aus vielen L&auml;ndern der Welt. Sie werden gut bezahlt und k&ouml;nnen darauf bauen, nach einer Zeit beim W&auml;hrungsfonds in ihrem Heimatland Karriere zu machen. Sie verbreiten dann im Regelfall die als &raquo;Washington-Konsens&laquo; bezeichnete Ideologie vom wunderbaren Funktionieren und unsch&auml;tzbaren Vorteil freier M&auml;rkte immer weiter. Und doch kommen zuweilen aus dem Forschungsinstitut des IWF durchaus kritische Berichte. Zuletzt machte das Eingest&auml;ndnis die Runde, da&szlig; die Knebelungs- und Sparprogramme f&uuml;r Griechenland, an denen der IWF selbst zusammen mit der EZB und der EU-Kommission f&uuml;hrend beteiligt ist, fehlerhaft und ganz ohne jeden Realit&auml;tsbezug waren. Bezeichnenderweise blieb die Studie ohne Konsequenzen. Die Politik der Troika und des IWF gegen&uuml;ber Griechenland ist so destruktiv wie zuvor.<br>\nVor der gerade beginnenden Fr&uuml;hjahrstagung publizierten die IWF-Volkswirte eine Studie, in der sie den geldwerten Vorteil, den international t&auml;tige Gro&szlig;banken dank der &Uuml;berlebensgarantie ihrer Heimatstaaten genie&szlig;en, weltweit zu beziffern versuchen. In der Euro-Zone mache dieser Vorteil zwischen 90 und 300 Milliarden Euro jedes Jahr aus, schreiben sie. Die Studie f&uuml;hrte nun nicht dazu, da&szlig; IWF-Chefin Lagarde etwa die Bundesregierung aufforderte, ihr Bankenst&uuml;tzungsprogramm SoFFin im Volumen von 480 Milliarden Euro einzustellen. Im Gegenteil, sie pl&auml;diert entschieden daf&uuml;r, da&szlig; die Staatshilfen im Rahmen der Bankenunion ausgeweitet werden. Was k&uuml;mmert sie das Geschw&auml;tz ihrer Volkswirte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/04-12\/049.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die NachDenkSeiten haben <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21262#h08\">hier<\/a> auf die IWF-Studie zu den Kostenvorteilen systemisch wichtiger Banken hingewiesen. Konsequenzenlos d&uuml;rfte auch die Studie <a href=\"http:\/\/www.imf.org\/external\/pubs\/ft\/sdn\/2014\/sdn1402.pdf\">&ldquo;Redistribution, Inequality, and Growth&rdquo; [PDF &ndash; 1.8 MB]<\/a> sein, welche nachweist, dass Ungleichheit mit geringem Wachstum einhergeht. Umverteilung in Richtung mehr Gleichheit erh&ouml;he gar das Wachstum. Die Studie <a href=\"http:\/\/www.imf.org\/external\/np\/pp\/eng\/2014\/012314.pdf%20\">&ldquo;Fiscal Policy and Income Inequelity&rdquo; [PDF &ndash; 1 MB]<\/a> l&auml;sst einen glatt vergessen, dass der IWF ein Hort des Finanzkapitals ist: Der Spitzensteuersatz bei der Einkommenssteuer, der zu gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Staatseinnahmen f&uuml;hre, l&auml;ge bei 50% bis 60%.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Mogelpackung Mindestlohn<\/strong><br>\nDierk Hirschel &uuml;ber die erfolgreiche Lobbyarbeit der Unternehmer und deren Argumente f&uuml;r Hungerl&ouml;hne: Jetzt kann die Lobbyarbeit der Mindestlohngegner erste Erfolge vorweisen. Die gro&szlig;e Koalition will Minderj&auml;hrige und Langzeitarbeitslose vom Mindestlohn aussperren. So steht es zumindest im Gesetzentwurf. Jugendliche unter 18 Jahren sollen vor sich selbst gesch&uuml;tzt werden. Die Aussicht auf 8,50 Euro h&auml;lt sie angeblich davon ab, eine Ausbildung zu machen. Das hat mit der Praxis nichts zu tun. Bereits heute bleiben etwa 15 Prozent jedes Schuljahrganges ohne Ausbildung. Diese Jugendlichen finden auch ohne Mindestlohn keine Lehrstelle. Zudem k&ouml;nnten viele Jugendliche schon heute als Hilfskraft locker das Doppelte der Ausbildungsverg&uuml;tung verdienen. Die meisten entscheiden sich aber trotzdem f&uuml;r eine qualifizierte Ausbildung, oder studieren sogar ganz ohne Lohn. Sie versprechen sich davon zu Recht eine bessere Zukunft. Wenn Jugendliche arbeiten, dann h&auml;ufig nur, um die Zeit bis zum Beginn von Lehre oder Studium zu &uuml;berbr&uuml;cken. Die Mehrheit der 330 000 arbeitenden Minderj&auml;hrigen hat nur einen Mini-Job. Ein jugendfreier Mindestlohn w&uuml;rde nur Unternehmen n&uuml;tzen, die bereits heute von Billigl&ouml;hnen f&uuml;r Jugendliche profitieren.<br>\nDie geplanten Ausnahmeregelungen drohen aus dem Mindestlohngesetz einen Schweizer K&auml;se zu machen. Nach Berechnungen der f&uuml;hrenden Wirtschaftsforschungsinstitute w&uuml;rden die beabsichtigten Ausnahmen rund 1,8 Millionen Menschen vom Mindestlohnbezug ausschlie&szlig;en.  Doch damit nicht genug.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/930024.mogelpackung-mindestlohn.html\">Neues Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So allm&auml;hlich entsteht bei den B&uuml;rgern der auch der von SPD gef&ouml;rderte Eindruck: Mehr war nicht drin. Fragt sich nur, warum die Wirtschaft sich immer noch gro&szlig;e M&uuml;he gibt, den Mindestlohn zu bek&auml;mpfen. Anscheinend sieht die Arbeitgeberschaft durchaus noch Gestaltungsm&ouml;glichkeiten. Gut, dass, wenn auch wenige wie Dierk Hirschel sich f&uuml;r einen Mindestlohn ohne &ldquo;Diskriminierung nach Alter oder aufgrund von Arbeitslosigkeit&rdquo; einsetzen. Im europ&auml;ischen Vergleich kennen von den 21 L&auml;ndern, die einen gesetzlichen Mindestlohn haben, 12 keine Ausnahmen bei der Lohnuntergrenze. In den Niederlanden, in denen der Mindestlohn ab 23 Jahren einsetzt, sind Verdr&auml;ngungseffekte zu beobachten. So ist in den Superm&auml;rkten mehr als jeder zweite Besch&auml;ftigte j&uuml;nger als 23 Jahre.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Deutschland billig Schlachterland<\/strong><br>\nDas reiche Deutschland ist ein Billigland f&uuml;r Schlachter geworden, so billig, dass der Gro&szlig;konzern Danish Crown, Europas gr&ouml;&szlig;er Schweineschlachter, Tausende Arbeitspl&auml;tze von D&auml;nemark nach Deutschland verlegte. Die EU-Richtlinie zur grenz&uuml;berschreitenden Entsendung von Arbeitnehmern sorgte f&uuml;r die gro&szlig;e Umw&auml;lzung in Deutschlands Schlachtbetrieben: Die einheimische Belegschaft wurde zusammengek&uuml;rzt und durch Billigarbeiter auf Werksvertragsbasis aus Rum&auml;nien, Bulgarien und Polen ersetzt. Die Regel ist: Der Schlachthof vergibt die Auftr&auml;ge an einen Subunternehmer. Der wieder an Subunternehmer, der m&ouml;glicherweise noch einmal an einen Subunternehmer. Am unteren Ende der undurchsichtigen Kette steht einsam der Fleischarbeiter. Er ist der Ausgebeutete: 60 Stunden Arbeit die Woche, manchmal nur 4,79 Euro netto. Davon gehen 200 bis 300 Euro Monatsmiete f&uuml;r ein Bett in einer Bruchbude mit Sperrm&uuml;ll ab, au&szlig;erdem Abgaben an den Subunternehmer f&uuml;r den Transport zur Arbeit. Manchmal kassiert der Sub auch noch Geld f&uuml;r Werkzeug und Arbeitskleidung. &bdquo;Da bleibt nicht viel&ldquo;, erz&auml;hlt Daniela Reim. &bdquo;Aber die Leute kommen trotzdem nach Deutschland, in Rum&auml;nien sind die Zust&auml;nde noch schlechter.&ldquo; Wenn jemand am Monatsende 100 Euro nach Hause &uuml;berweisen k&ouml;nne, sagt sie, sei das schon viel. Seit Jahren geht das so im Nordwesten. Ein Zweiklassen-Landstrich ist entstanden: armer Balkan mitten in Norddeutschland. Und es sind nicht sehr viele, die sich &uuml;ber die Zust&auml;nde emp&ouml;ren oder etwas &auml;ndern wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/mindestlohn-deutschland-billig-schlachterland-,1472780,26824644.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Rentendemagogen am Werk<\/strong><br>\nNun hauen alle drauf auf die geplante Rente mit 63. &bdquo;&Uuml;berforderung der Jungen!&ldquo; hei&szlig;t es, oder: &bdquo;Wiedereinf&uuml;hrung der Fr&uuml;hverrentung!&ldquo; oder: &bdquo;Vergeudung von Beitragsgeldern!&ldquo; Am besten schaut man sich ganz genau an, wer so schwadroniert. Es sind die Konservativen um Michael Fuchs und Volker Kauder, die Berufsarbeitgeberfunktion&auml;re und einige Kommentarschreiber der sogenannten Qualit&auml;tspresse. Sie widersprechen damit fundamental ihren eigenen Argumenten: Wenn es wirklich den beklagten Facharbeitermangel und den demografischen Wandel gibt, dann wird kein Arbeitgeber seine Besch&auml;ftigten mit 61 in die Arbeitslosigkeit schicken. Dann wird er ihnen auch mit 63 noch so attraktive Angebote machen, dass sie gerne bleiben. Au&szlig;erdem: die geplante Rente mit 63 funktioniert zwar abschlagsfrei, aber f&uuml;r die Betroffenen durchaus mit empfindlichen Einbu&szlig;en. F&uuml;r gutverdienende Arbeitnehmer bedeutet das locker 100 Euro weniger Rente.<br>\nDoch was steckt hinter der verqueren Hetze &uuml;ber die Rente mit 63? Neid auf eine SPD, die mit einem Rententrostpfl&auml;sterchen zu geringen Kosten einen formidablen PR-Coup gelandet hat? Angst, dass die gro&szlig;e Rentenreformb&uuml;chse noch einmal neu ge&ouml;ffnet wird? Dass nach jahrelangen K&uuml;rzungen nun endlich der Kampf gegen die Altersarmut angegangen wird?<br>\nDas w&auml;re n&auml;mlich wahrlich n&ouml;tig. Denn was man den Groko-Rentenpl&auml;nen zu Recht vorwerfen muss. M&uuml;tterrente und Rente mit 63 helfen den &Auml;rmsten nichts. Sie ignorieren den Marsch von Millionen Versicherten in die Altersarmut. Und sie sorgen durch die falsche Finanzierung f&uuml;r noch geringere Rentenanpassungen in den n&auml;chsten Jahren. Auf diese Art und Weise finanzieren die Rentner die minimalen Verbesserungen auch noch zu gro&szlig;en Teilen selber. Doch dar&uuml;ber schweigen die Rentendemagogen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vorsorgeluege.de\">Holger Balodis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Paul Krugman: Health Care Nightmares  &ndash;  Gesundheitsvorsorge-Albtr&auml;ume<\/strong><br>\nIn Bezug auf die Gesundheitsreform leiden die Republikaner am Untergangswahn. Sie wissen, na ja, sie wissen eben einfach, dass der Affordable Care Act ein totaler Flop sein wird, und deshalb sehen sie da auch nur ein Scheitern, ganz egal, was wirklich geschieht.<br>\nSo tat denn auch der Minderheitsf&uuml;hrer im Senat, Mitch McConnell, den Vorsto&szlig; f&uuml;r gleiche Bezahlung als den Versuch ab, &ldquo;von dem Albtraum Obamacare&rdquo; abzulenken; Am gleichen Tag ver&ouml;ffentlichte die &uuml;berparteiliche Rand Corporation eine Untersuchung, deren Sch&auml;tzung zufolge es &ldquo; zwischen November 2013 und Mitte M&auml;rz 2014 einen Netto-Zuwachs von 9,3 Millionen Amerikanern mit Krankenversicherungsschutz&rdquo; gab. So viel zum Albtraum. Und der Zuwachs insgesamt, also der Zuwachs inklusive der Kinder und inklusive derer, die sich w&auml;hrend der gro&szlig;en Einschreibesturms Ende M&auml;rz registriert haben, d&uuml;rfte noch erheblich h&ouml;her liegen.<br>\nW&auml;hrend also Obamacare nun keineswegs wie ein Albtraum aussieht, gibt es an der Gesundheitsvorsorge &ndash; Front tats&auml;chlich einiges, das albtraumartig anmutet. Denn es zeigt sich, dass im modernen Amerika eine alarmierende B&ouml;sartigkeit herrscht  &ndash;  und die Gesundheitsreform hat diese B&ouml;sartigkeit sichtbar werden lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/04\/11\/opinion\/krugman-health-care-nightmares.html?_r=0\">New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Erwerbslosenverein ver&ouml;ffentlicht Dienstanweisungen der Wuppertaler Sozialleistungstr&auml;ger<\/strong><br>\nIm Rahmen einer Kampagne f&uuml;r mehr Transparenz bei Beh&ouml;rden ver&ouml;ffentlicht der Erwerbslosen- und Sozialhilfeverein Tacheles interne Dienstanweisungen vom Jobcenter, dem Sozialamt und dem Forderungseinzug der Stadtkasse. B&uuml;rger\/innen soll so die M&ouml;glichkeit gegeben werden, Verwaltungshandeln besser zu verstehen und sich gegen willk&uuml;rliche und rechtswidrige Praktiken zur Wehr zu setzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wuppertal.tacheles-sozialhilfe.de\/fa\/redakteur\/Tacheles_Pressemitteilungen\/PM-Transparenz_15-04-15.pdf\">Tacheles e.V. [PDF &ndash; 15 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Datenhandel: Krankes System<\/strong><br>\nWeil Krankheitsdaten lukrativ sind, wecken sie Begehrlichkeiten. Das bekommen derzeit Patienten in Gro&szlig;britannien zu sp&uuml;ren. Seit M&auml;rz fasst dort ein neues Institut Gesundheits- und Krankheitsdaten der Versicherten sowohl aus der station&auml;ren als auch aus der ambulanten Versorgung in einer Datenbank zusammen. Das erkl&auml;rte Ziel: die Forschung verbessern, etwa dadurch, dass Nebenwirkungen von Medikamenten nun fl&auml;chendeckend erfasst werden. Eigentlich eine lobenswerte Idee also &ndash; h&auml;tte sie nicht einen ganz gravierenden Haken: Die Daten werden keinesfalls anonymisiert. Ja, Name und Adresse verbleiben nicht in der Datenbank, deshalb ist auch offiziell davon die Rede, dass R&uuml;ckschl&uuml;sse auf die zu den Daten geh&ouml;renden Personen in der Regel nicht m&ouml;glich sein sollen. Doch unter anderem Geburtsdatum, Postleitzahl und Geschlecht bleiben mit den Daten &uuml;ber den Gesundheitszustand verkn&uuml;pft. Dabei hat bereits im Jahr 2000 eine Studie in den USA festgestellt, dass sich allein mit Geburtsdatum, Postleitzahl und Geschlecht knapp 90 Prozent der Menschen eindeutig identifizieren lassen.  Es braucht in diesem Szenario nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, dass gerade Versicherungen hier ein spezielles Interesse haben, weit &uuml;ber Werbung hinaus. &ndash; Es ist nicht nur Gro&szlig;britannien. Auch in D&auml;nemark werden Gesundheitsdaten schon zentral gespeichert. Das Argument dabei: So haben Patienten selbst die M&ouml;glichkeit, die Daten im Internet einzusehen und etwa Diagnosen zu kontrollieren. Und in Deutschland ist der erste Schritt hin zu einer zentralen und dauerhaften Speicherung von Krankheitsdaten mit der elektronischen Gesundheitskarte ebenfalls gemacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F04%2F15%2Fa0066&amp;cHash=f3e67c55f41155e004bcace34981d8b3\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&Ouml;sterreich: Banken statt Bildung<\/strong><br>\nDie Hypo Alpe Adria frisst ein gewaltiges Milliarden-Loch in den Staatshaushalt. Immer neue katastrophale Nachrichten aus K&auml;rnten bringen die Finanzen der hoch verschuldeten Alpenrepublik durcheinander. Nun will die &ouml;sterreichische Regierung gr&ouml;&szlig;ere Klassen und Gruppen durchsetzen, um dringend ben&ouml;tigte Millionen einzusparen. Bankenrettung statt Bildung, auf diese polemische Zuspitzung bringen emp&ouml;rte Lehrer und Sch&uuml;ler die Strategie. Die Gr&uuml;nen sprechen davon, dass &Ouml;sterreichs Sch&uuml;ler &bdquo;f&uuml;r die Hypo Alpe Adria-Pleite bluten&ldquo;, ein konservativer Lehrerverband gar von einer &bdquo;Bankrotterkl&auml;rung der &ouml;sterreichischen Bildungspolitik&ldquo;. Die nun geplanten Einsparungen im Bildungsbereich f&uuml;hren zu gr&ouml;&szlig;eren Klassen und damit auch zu weniger Lehrer in Schulen des Alpenlandes. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP&Ouml;) muss in diesem Jahr 57 Millionen Euro und im n&auml;chsten Jahr 60 Millionen Euro einsparen. Die Folgen der Sparpolitik werden deutlich sp&uuml;rbar sein: Bereits im n&auml;chsten Schuljahr soll es ab der 9. Klasse k&uuml;nftig 31 Sch&uuml;ler und mehr geben. Eine Aufteilung der Klassen ab 31 Sch&uuml;lern in Deutsch, Mathematik und Englisch in zwei Gruppen wird k&uuml;nftig verhindert. In den Labors und Werkst&auml;tten soll sich die Mindestgr&ouml;&szlig;e auf zehn Sch&uuml;ler belaufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/oesterreich-banken-statt-bildung-seite-all\/9760358-all.html\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Nebent&auml;tigkeit von Richtern: &ldquo;Unabh&auml;ngigkeit nicht gef&auml;hrdet&rdquo;<\/strong><br>\nIm Jahr 2013 haben 308 Richter, die im Bundesdienst stehen, eine Nebent&auml;tigkeit ausge&uuml;bt. Ein &bdquo;differenziertes und sachgerechtes Regelwerk&ldquo; zur Genehmigung oder Versagung solcher Aktivit&auml;ten stelle sicher, dass dabei &bdquo;dienstliche Interessen nicht beeintr&auml;chtigt werden&ldquo;, schreibt die Regierung in der Antwort (18\/1027) auf eine Kleine Anfrage der Linken (18\/832). Die Oppositionsfraktion hatte die Frage thematisiert, ob die Unabh&auml;ngigkeit der Justiz gef&auml;hrdet wird, wenn Richter Nebent&auml;tigkeiten etwa in Form von bezahlten Vortr&auml;gen nachgehen oder weil Staatsanw&auml;lte dem Weisungsrecht von Vorgesetzten und Ministern unterliegen.<br>\nIn der Antwort hei&szlig;t es, die gesetzlichen Vorschriften zur Zul&auml;ssigkeit von Nebent&auml;tigkeiten durch Bundesrichter w&uuml;rden &bdquo;in besonderem Ma&szlig;e die Grunds&auml;tze der Unabh&auml;ngigkeit, Unparteilichkeit und Unbefangenheit&ldquo; der Justiz ber&uuml;cksichtigen. Die Genehmigung m&uuml;sse abgelehnt werden, wenn eine Beeintr&auml;chtigung dienstlicher Interessen zu bef&uuml;rchten sei. Grunds&auml;tzlich werde eine Erlaubnis verweigert, wenn der Gesamtbetrag der Verg&uuml;tung f&uuml;r eine oder mehrere Nebent&auml;tigkeiten 40 Prozent des j&auml;hrlichen Endgrundgehalts eines Beamten &uuml;bersteige. Im &Uuml;brigen m&uuml;ssten auch bezahlte Nebent&auml;tigkeiten, die keiner Genehmigung bed&uuml;rfen, der Dienstbeh&ouml;rde schriftlich angezeigt werden. &Uuml;berdies seien seit Mitte der achtziger Jahre die Vorschriften zur Beschr&auml;nkung von Nebent&auml;tigkeiten mehrfach versch&auml;rft worden. Das bestehende Regelwerk hat sich aus Sicht der Regierung bew&auml;hrt. Gr&uuml;nde f&uuml;r ein generelles Verbot entgeltlicher Nebent&auml;tigkeit seien nicht ersichtlich.<br>\nKeine Zustimmung findet in der Antwort der in der zur&uuml;ckliegenden Legislaturperiode von der Linken in einem Gesetzentwurf (17\/11703) unterbreitete Vorschlag, &uuml;ber sogenannte Justizr&auml;te auf Bundes- und L&auml;nderebene eine Selbstverwaltung der Dritten Gewalt anzustreben. Eine &bdquo;organisatorische Verselbst&auml;ndigung&ldquo; der Justiz sei &bdquo;verfassungsrechtlich nicht geboten&ldquo;, erl&auml;utert die Regierung. Hierzulande sei eine weitgehende Selbstverwaltung bereits jetzt durch Richterwahlaussch&uuml;sse und Gerichtspr&auml;sidien sichergestellt. Zudem genie&szlig;e die Dritte Gewalt bei den B&uuml;rgern &bdquo;hohes Ansehen&ldquo;. Weltweit geh&ouml;re die deutsche Judikative &bdquo;zu den unabh&auml;ngigsten und unparteiischsten Justizsystemen&ldquo;, betont die Antwort. Gleichwohl verschlie&szlig;e man sich Debatten &uuml;ber eine Justizreform nicht. So beteilige sich das Justizministerium an der Bund-L&auml;nder-Kommission &bdquo;Judicial System&ldquo;, die sich die Analyse der in anderen EU-Staaten praktizierten Selbstverwaltungskonzepte zur Aufgabe gemacht hat.<br>\nIn ihrer Anfrage hatte die Linke auch die Weisungsgebundenheit der Staatsanwaltschaften problematisiert, da auf diese Weise die Unabh&auml;ngigkeit der Anklagebeh&ouml;rden ebenfalls gef&auml;hrdet werden k&ouml;nne. Weisungsbefugt gegen&uuml;ber Staatsanw&auml;lten sind vorgesetzte Staatsanw&auml;lte (&bdquo;internes Weisungsrecht&ldquo;) und Justizminister (&bdquo;externes Weisungsrecht&ldquo;). Das geltende Recht er&ouml;ffne ministeriellen Anordnungen &bdquo;nur einen schmalen Korridor&ldquo;, so die Regierung. In der Praxis machten die Justizverwaltungen davon &bdquo;nur sehr zur&uuml;ckhaltend Gebrauch, um nicht den Vorwurf politischer Einflussnahme entstehen zu lassen.&ldquo; Im vergangenen Herbst habe die Konferenz der Justizminister mit gro&szlig;er Mehrheit gegen die Abschaffung des externen Weisungsrechts votiert. Allerdings r&auml;umt die Antwort ein, dass allein die Existenz eines ministeriellen Weisungsrechts in der Bundesrepublik und auf europ&auml;ischer Ebene &bdquo;nicht unerheblicher Kritik&ldquo; ausgesetzt sei. So habe sich etwa die Parlamentarische Versammlung des Europarats gegen ein solches Weisungsrecht ausgesprochen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/18\/010\/1801027.pdf\">Deutscher Bundestag [PDF &ndash; 200 KB]<\/a>\n<p>Siehe dazu jedoch noch einmal: <strong>Abh&auml;ngige Juristen &ndash; Wie Richter nebenbei Kasse machen<\/strong><br>\nUrteilsvermarktung, private Schiedsgerichte, Vortragshonorare, Rechtsgutachten: Nebent&auml;tigkeiten geh&ouml;ren in der deutschen Justiz zum guten Ton. Wie Richter mit diskreten Privatgesch&auml;ften zus&auml;tzlich Geld verdienen.<br>\nDie Finanzrichter stehen an der Spitze einer offenbar ziemlich selbstverst&auml;ndlichen Verquickung h&ouml;chstrichterlicher und h&ouml;chstpers&ouml;nlicher Interessen. Im Jahr 2012 besserten nach Recherchen der WirtschaftsWoche 73 Prozent der Richter am Bundesgerichtshof (BGH) ihre Kasse mit Nebent&auml;tigkeiten auf.<br>\nAm Bundesverwaltungsgericht waren es 85 Prozent, am BFH 97 Prozent und am Bundesarbeitsgericht sowie am Bundessozialgericht jeweils 100 Prozent. Sie haben Lehrauftr&auml;ge an Universit&auml;ten und schreiben wissenschaftliche Ver&ouml;ffentlichungen, sie halten aber auch bezahlte Vortr&auml;ge in exklusiven Seminaren, vermarkten ihre Urteile oder entscheiden in privaten Schiedsgerichten mit.<br>\nAuf die k&ouml;nnen sich beispielsweise Unternehmen bei einem Vertragsschluss verst&auml;ndigen, um im Falle von Streitigkeiten eine schnellere Entscheidung als bei den ordentlichen Gerichten zu haben. &bdquo;Ich sehe die hohen Quoten mit gr&ouml;&szlig;ter Skepsis&ldquo;, sagt der fr&uuml;here FDP-Bundesinnenminister und B&uuml;rgerrechtsanwalt Gerhart Baum. &bdquo;Es finden Grenz&uuml;berschreitungen statt, die zu hohen Nebeneink&uuml;nften f&uuml;hren.&ldquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/recht-steuern\/anleger-und-verbraucherrecht\/abhaengige-juristen-wie-richter-nebenbei-kasse-machen-seite-all\/9711618-all.html\">Handelsblatt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Brennelementesteuer verfassungswidrig &ndash; Bund muss Milliarden f&uuml;r Atomkraftwerke zur&uuml;ckzahlen<\/strong><br>\nDer Fiskus muss den deutschen Kernkraftbetreibern mehr als 2,2 Milliarden Euro zur&uuml;ckzahlen. Das hat das Finanzgericht Hamburg in einer vorl&auml;ufigen Eilentscheidung festgesetzt. Die Richter halten die Steuer auf Brennelemente, die die schwarz-gelbe Bundesregierung zum 1. Januar 2011 eingef&uuml;hrt hatte, f&uuml;r verfassungswidrig. Denn sie besteuere nicht den Verbrauch der Brennstoffe oder des Stroms, sondern solle die Gewinne der Energieversorger absch&ouml;pfen. Damit habe der Bund sich zu Unrecht auf seine Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r Verbrauchssteuern berufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/brennelementesteuer-bund-muss-milliarden-fuer-atomkraftwerke-zurueckzahlen-12895557.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Ermittlungen: Todkrankes Baby abgewiesen?<\/strong><br>\nUnterlassene Hilfeleistung, gerade da, wo sie am n&ouml;tigsten gebraucht wird? Die Polizei ermittelt offenbar im Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover. Nach Informationen der &ldquo;Bild&rdquo;-Zeitung soll eine Fl&uuml;chtlingsmutter aus Ghana mit ihrem schwer kranken S&auml;ugling abgewiesen worden sein. Sie wurde offenbar mit dem Hinweis weggeschickt, dass sie f&uuml;r eine Behandlung zun&auml;chst einen Krankenschein ben&ouml;tige. Diesen m&uuml;ssen Fl&uuml;chtlinge vor &auml;rztlichen Behandlungen beantragen, f&uuml;r Notf&auml;lle gilt er laut Fl&uuml;chtlingsrat allerdings nicht. Die Mutter fuhr daraufhin zu ihrer Kinder&auml;rztin, um den Schein zu holen. Die rief einen Rettungswagen, der das Baby zur&uuml;ck zum Kinderkrankenhaus auf der Bult bringen sollte. Dort starb der S&auml;ugling wenig sp&auml;ter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/regional\/niedersachsen\/hannover\/saeugling151.html\">NDR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wenn in einer Institution wie einem Krankenhaus aus formalrechtlichen Gr&uuml;nden die notwendige Hilfe verweigert wird, kann man sich schon einmal fragen, inwiefern solche F&auml;lle &uuml;ber den Einzelfall hinausweisen und wie sehr Deutschland an falscher Stelle verregelt ist. Nicht nur Krankenh&auml;user, sondern Jobcenter, Ausl&auml;nderbeh&ouml;rden, Schulen, Universit&auml;ten usw. haben dem Menschen zu dienen. Sie d&uuml;rfen sich nicht auf die Position  zur&uuml;ckziehen, dass vor allem bestimmte Formalien eingehalten werden m&uuml;ssen. Wo der nat&uuml;rliche menschliche Impuls verloren geht, muss Angestellten in diesen Institutionen auch von oberste Stelle signalisiert werden, dass es Grenzf&auml;lle, Notf&auml;lle gibt, in denen auf Formalien verzichtet werden muss bzw. Vorschriften in einer Weise interpretiert, ja ausgereizt werden m&uuml;ssen, dass die Institutionen dieses Landes nicht auch nur in die N&auml;he des Verdachts der Unmenschlichkeit geraten. So sollten in einem humanen Staat, einer humanen Gesellschaft Politik und Medien deutlich machen, dass, um das &lsquo;humanum&rsquo; zu bewahren, auch dessen Missbrauch hinzunehmen ist, statt an allen Ecken, wo es kriselt, vor allem auf Sanktionen zu setzen.<br>\nEs versteht sich von selbst, dass die lebensbedrohliche Diskriminierung von Fl&uuml;chtlingen sofort gestoppt geh&ouml;rt. Das Gleiche gilt f&uuml;r Menschen ohne Wohnsitz wie Wohnsitzlose oder Migranten ohne Aufenthaltsrecht. In Deutschland sollen ca. 140.000 Menschen keine Krankenversicherung besitzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Massive Menschenrechtsverst&ouml;&szlig;e: UN prangern systematische Folter in Syrien an<\/strong><br>\nIm syrischen B&uuml;rgerkrieg foltern Regierungstruppen und einzelne Rebellengruppen ihre Gefangenen systematisch und skrupellos. Gefangenen werde auch immer wieder sexuelle Gewalt angetan, hei&szlig;t es in einem Bericht des UN-Hochkommissariats f&uuml;r Menschenrechte, der in Genf ver&ouml;ffentlicht wurde. Der Bericht st&uuml;tzt sich auf Aussagen ehemaliger Folteropfer, die sich mittlerweile in Freiheit befinden. Zu den im Bericht geschilderten Grausamkeiten geh&ouml;ren sogenannte &ldquo;Begr&uuml;&szlig;ungspartys&rdquo; in Gef&auml;ngnissen: &ldquo;Nach der Ankunft werden H&auml;ftlinge erst mal routinem&auml;&szlig;ig mehrere Stunden lang von den W&auml;rtern geschlagen und erniedrigt.&rdquo; Ein Student berichtete, wie ihm im Gef&auml;ngnis der syrischen Luftwaffe die Fu&szlig;sohlen verbrannt und die Fu&szlig;n&auml;gel herausgerissen worden seien. Eine Frau schilderte n&auml;chtelange Verh&ouml;re, bei denen sie auch vergewaltigt worden sei. Die UN-Beh&ouml;rde betont, dass die geschilderten F&auml;lle nur beispielhaft f&uuml;r eine Vielzahl verschiedener Folterpraktiken st&uuml;nden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/massive-menschenrechtsverstoesse-un-prangern-systematische-folter-in-syrien-an-1.1937153\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.ohchr.org\/Documents\/Countries\/SY\/PaperOnTorture.pdf\">Open wounds: Torture and ill-treatment in the Syrian Arab Republic [PDF &ndash; 235 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Polizei macht Armensiedlung in Rio platt<\/strong><br>\nJetzt lagern sie vor dem Rathaus. Rund 200 Menschen, unter ihnen viele Kinder, bewohnen seit Freitagnachmittag den Rasenplatz unweit des Zentrums von Rio de Janeiro. Sie schlafen auf T&uuml;chern oder Plastikplanen und bitten um Spenden aus der Bev&ouml;lkerung: Wasser, Lebensmittel, Kleidung. Erst vor zwei Wochen hatten sie ein neues Zuhause gefunden, ein leer stehendes Fabrikgel&auml;nde im Norden der Stadt, das dem Telefonunternehmen Oi geh&ouml;rt. Rund 5.000 Familien besetzten das Terrain und errichteten notd&uuml;rftige H&uuml;tten. Die meisten kamen aus Favelas in der Umgebung, wo sie die auch in Armenvierteln rasant steigenden Mieten nicht mehr zahlen konnten. Die Spekulation sowie eine Aufwertung der Innenstadtgebiete im Zuge der umstrittenen Befriedungspolitik f&uuml;r die Fu&szlig;ball-WM und Olympischen Spiele hat die Lebenskosten in Rio in die H&ouml;he getrieben. Doch die Stadtverwaltung wollte keine neue Favela entstehen lassen, schon gar nicht in der N&auml;he des Maracan&atilde;-Stadions. Holzh&uuml;tten und Armut passen nicht zum Image des Fu&szlig;ballfestes im Boomland Brasilien. Gut 1.500 schwer bewaffnete Polizisten r&uuml;ckten am Freitagmorgen gegen die Besetzer vor. In wenigen Stunden waren sie obdachlos. Einige gingen freiwillig, andere wehrten sich. Mehre Busse, Autos und auch Geb&auml;ude gingen in Flammen auf, noch bis zum Abend kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern und Polizisten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2014%2F04%2F14%2Fa0064&amp;cHash=8a8bed5a66098ea0615389e486239c4f\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> 50 Jahre ist her, dass brasilianische Gener&auml;le den linken Pr&auml;sidenten Jo&atilde;o Goulart st&uuml;rzten. Guerillas, k&auml;mpferische Gewerkschaftsf&uuml;hrer, Bauernaktivisten, revolution&auml;re Kader sowie die intellektuellen Tr&auml;ger einer sozialrevolution&auml;ren Ver&auml;nderung, die in der mit Brasilien beginnenden Welle lateinamerikanischer Diktaturen liquidiert wurden, d&uuml;rften in ihren Gr&auml;bern rotieren. Eine linke, wenn auch eher sozialdemokratische Arbeiterpartei, will Demonstranten, die gegen Korruption, Missst&auml;nde im Bildungs- und Gesundheitssystem, die hohen Ausgaben f&uuml;r die WM, gegen Vertreibung- wenn auch manchmal wenig zimperlich &ndash; protestieren, als Terroristen brandmarken. &ndash; Und uns interessiert nur, ob Stadien und Flugh&auml;fen rechtzeitig zum Fu&szlig;ballfest fertig werden.<\/em> <\/p>\n<p>dazu: <strong>Zum 50. Jahrestag des Milit&auml;rputsches in Brasilien<\/strong><br>\nAm 31. M&auml;rz 1964 st&uuml;rzten brasilianische Gener&auml;le den linken Pr&auml;sidenten Jo&atilde;o Goulart mithilfe der USA. Dessen Reformpolitik war den Putschisten ein Dorn im Auge. Aber auch die Regierung Kennedy wollte mit allen Mitteln verhindern, dass nach der Kubanischen Revolution ein weiterer Systemwechsel in Lateinamerika stattfinden konnte. Die Allianz aus US-Interessen, Milit&auml;rs und Unternehmern versuchte, die politischen Verh&auml;ltnisse Brasiliens zu destabilisieren. Der Putsch wurde auch zum Probelauf f&uuml;r den Sturz des chilenischen Pr&auml;sidenten Salvador Allende ein knappes Jahrzehnt sp&auml;ter. Die bis heute anhaltende Macht der brasilianischen Milit&auml;rs hat jahrzehntelang eine gr&uuml;ndliche Aufarbeitung ihrer Verbrechen verhindert. Anhand von erst k&uuml;rzlich aufgefundenen Dokumenten rekonstruiert der Autor den Verlauf der Ereignisse und beschreibt die Besonderheiten der rund 20 Jahre w&auml;hrenden Diktatur im Land der Fu&szlig;ball-WM 2014.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2014\/03\/07\/dlf_20140307_1915_cc261345.mp3\">Deutschlandfunk [MP3]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Emanzipiert Euch! &ndash; Daniela Dahn &uuml;ber die R&uuml;ckeroberung der Demokratie<\/strong><br>\nUnsere Gesellschaft sei gefangen in inhumanen kapitalistischen Zw&auml;ngen, aus denen sich die Menschen selbst befreien m&uuml;ssten, sagt die Publizistin Daniela Dahn in ihrer Weimarer Rede am 30. M&auml;rz 2014. Auf die Politik k&ouml;nnten die B&uuml;rger dabei nicht setzen. Im Gegenteil. &ldquo;Das Volk hat die Macht an seine Vertreter verloren &ndash; und die Politiker haben sie freiwillig durchgereicht an das gro&szlig;e Kapital. Die repr&auml;sentative Demokratie leidet an der strukturellen Unf&auml;higkeit, das Primat der Wirtschaft zu verhindern. Unser System ist nicht in der Lage, die Ausw&uuml;chse des Kapitalismus wirkm&auml;chtig zu bremsen, weil es an Rechtsdefiziten krankt, die dem Staat zum Wohle seiner Diener erlaubt, die Verm&ouml;genden zu beg&uuml;nstigen und die Macht in sehr wenigen H&auml;nden zu konzentrieren.&rdquo; Von der Finanzkrise &uuml;ber das Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU oder dem NSA-Skandal zeige sich, dass kaum jemand au&szlig;erhalb der Machteliten Einfluss auf die politischen Entscheidungen h&auml;tte. Dahn pl&auml;diert daher f&uuml;r mehr b&uuml;rgerschaftlichen Widerstand gegen den &ldquo;Terror der &Ouml;konomie&rdquo;, fordert Aufkl&auml;rung und zivilen Ungehorsam. Um im historischen Moment gewappnet zu sein, m&uuml;sste auch an Gegenmodellen gearbeitet werden. Sie denkt dabei an einen europ&auml;ischen B&uuml;rger-Verfassungskonvent, damit man im &ldquo;entscheidenden Moment nicht mit leeren H&auml;nden&rdquo; dastehe. &ldquo;Das w&auml;re eine integere &lsquo;grand strategy&rsquo;, an deren Ende die B&uuml;rger das letzte Wort h&auml;tten, nicht die Banken.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontext-tv.de\/node\/412\">Kontext tv<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Schule in Uganda: Lehrerlachen in riesigen Klassen<\/strong><br>\nHundert Kinder in einer Klasse und trotzdem Spa&szlig; und Disziplin &ndash; wie machen die Ugander das? Sechs K&ouml;lner Lehramtsstudenten reisten f&uuml;r ihr Schulpraktikum nach Afrika und lernten viel &uuml;ber guten Unterricht und &ldquo;Critical Whiteness&rdquo;. Mehr als hundert in der Klasse seien der Normalfall, sagt Sara. Vier Kinder an einem Tisch, zehn Dreier-Tischreihen pro Klasse &ndash; und der Raum in etwa so gro&szlig; wie ein Klassenzimmer in Deutschland. Das Chaos, das bei solchen Platzverh&auml;ltnissen wahrscheinlich in den meisten deutschen Schulen zu erwarten w&auml;re, suchten die K&ouml;lner Studenten in Gulu vergebens. Als &ldquo;sehr gehorsam und sehr diszipliniert&rdquo; erlebte G&uuml;lseren Kaba, 24, ihre ugandischen Sch&uuml;ler: Alle h&auml;tten aktiv mitgemacht und seien sehr hilfsbereit gewesen, erz&auml;hlt sie. Dem Lehrer wurde ganz selbstverst&auml;ndlich ein Stuhl gebracht und auch einen Besen, der im Weg lag, r&auml;umten die Sch&uuml;ler unaufgefordert zur Seite: &ldquo;Ganz anders als in Deutschland.&rdquo; &hellip; G&uuml;lseren, Sara und die anderen K&ouml;lner Studenten jedenfalls haben nach sechs Wochen in Gulu viel zu erz&auml;hlen. Von Lehrern, die fr&ouml;hlicher sind und viel mehr lachen als ihre deutschen Kollegen; von alten Getr&auml;nkeflaschen aus Plastik, die als M&auml;ppchen f&uuml;r die Sch&uuml;ler dienen; von Bleistiften, die per Messer angespitzt werden. Und von einer &uuml;berw&auml;ltigenden Gastfreundschaft. Sara sagt: &ldquo;Ich hoffe, dass der Austausch zwischen K&ouml;ln und Gulu im n&auml;chsten Jahr weitergeht.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/schulpraktikum-in-uganda-afrika-erlebnis-fuer-koelner-lehramtsstudenten-a-963233.html#js-article-comments-box-pager\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein sehr &ndash; milde formuliert &ndash; sonderbarer Bericht, der nichts davon erz&auml;hlt, was die deutschen Studentinnen an &ldquo;gutem Unterricht&rdquo; gelernt haben (Ziel des Praktikums). Kein Wort &uuml;ber das Leistungsniveau zumindest dieser Schule, dagegen das hohe Lob des Gehorsams und der Disziplin, das suggeriert, 100 Sch&uuml;ler pro Klasse seien bei entsprechender Sch&uuml;lereinstellung auch bei uns m&ouml;glich. Vom wahren Uganda haben die Studentinnen wenig mitbekommen. So besuchen fast alle Kinder (98%) zwar die Grundschule, aber nur 15% haben die Chance auf eine weiterf&uuml;hrende Schule zu wechseln. &Uuml;berhaupt kein Hinweis darauf, warum etwa die H&auml;lfte aller Einwohner Ugandas unter 15 Jahre alt ist (Krieg, AIDS). Kein Wort dar&uuml;ber, dass einerseits eine Jugendarbeitslosigkeit von etwas 80 Prozent herrscht, andererseits die etwa 2 Mio. Waisen sich mit Schuheputzen, M&uuml;llsammeln oder Betteln &uuml;ber Wasser halten m&uuml;ssen. Ein Ausflug in die Slums von Kampala, der Hauptstadt Ugandas, in denen Drogen, Gewalt und Kinderprostitution den Alltag vieler Kinder pr&auml;gen, h&auml;tte den Studentinnen aus K&ouml;ln gezeigt, dass eine Schule in Gulu (etwas weniger als 200.000 Einwohner) nicht das ganze Uganda abbildet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Klaus Meschkat zur Henry-Kissinger-Professur: Vollendete Tatsachen?<\/strong><br>\nAuf den wachsenden bundesweiten Widerstand gegen die akademische Ehrung eines f&uuml;r Kriegsverbrechen verantwortlichen Politikers hat die Universit&auml;t Bonn nun reagiert: Das Verfahren zur Besetzung der vorrangig aus Mitteln des Bundesverteidigungsministeriums finanzierten Henry-Kissinger-Professur wurde mit der Berufung eines fr&uuml;heren US-Botschafters schnell beendet. Angesicht dieses Versuchs, eine eben begonnene Diskussion in der demokratischen &Ouml;ffentlichkeit durch die Schaffung vollendeter Tatsachen abzuw&uuml;rgen, muss der Berufungsvorgang selbst in Frage gestellt werden, und zwar ganz unabh&auml;ngig davon, ob er nach den Spielregeln der Universit&auml;t formal korrekt verlaufen ist. Vielleicht war es ein taktischer Fehler der gegen die Henry-Kissinger-Professur ank&auml;mpfenden Bonner Studentenvertretung, ihren Sitz in der Berufungskommission einzunehmen, um wenigstens informiert zu bleiben. Immerhin wurde so bekannt, dass James Bindenagel ohne formelle Abstimmung berufen werden konnte, weil es keine ernsthaft in Betracht zu ziehenden Gegenkandidaten gab.<br>\nEs war eigentlich ein Spiel mit gezinkten Karten: Die Universit&auml;t Bonn schreibt eine Professur im Bereich von V&ouml;lkerrecht und internationalen Beziehungen aus&ndash; verbindet dies aber mit einer Namensgebung der Professur, die viele m&ouml;glichen Kandidaten sofort davon abh&auml;lt, sich &uuml;berhaupt zu bewerben. Es d&uuml;rfte jedenfalls Wissenschaftler geben, die es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren k&ouml;nnen, im Erfolgsfall eine Professur wahrzunehmen, die den Namen eines f&uuml;r Kriegsverbrechen Verantwortlichen tr&auml;gt. Ausgeschlossen bleiben somit alle, die sich &uuml;ber die Rolle von Henry Kissinger im Vietnamkrieg und bei den Putschen in Chile und Argentinien informiert haben und deshalb auf eine Bewerbung um diese attraktiv dotierte Stelle lieber verzichten.<br>\nSolche Skrupel werden einem ehemaligen hochrangigen US-Diplomaten wahrscheinlich fremd gewesen sein. Keiner der Spitzenpolitiker, die eine Intervention der USA in Vietnam veranlasst und mit f&uuml;rchterlichen kriegerischen Mitteln durchgef&uuml;hrt haben, musste sich je vor einem internationalen Tribunal verantworten, ebenso wenig wie jener amerikanische Pr&auml;sident, der zusammen mit seinem britischen Komplizen Jahrzehnte sp&auml;ter den v&ouml;lkerrechtswidrigen Irak-Krieg angezettelt hat.<br>\nMit der Besetzung der Bonner Professur wird diese &bdquo;Normalit&auml;t&ldquo; der Straflosigkeit von Kriegsverbrechen der Hauptmacht der westlichen Welt demonstriert. Daf&uuml;r ist Henry Kissinger eine Symbolfigur. Auch dies ist ein Grund, den Widerstand gegen eine nach ihm benannte Professur fortzusetzen.<br>\nQuelle 1: attac Pressemitteilung (noch nicht im Netz)<br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/presse\/detailansicht\/news\/offener-brief-gegen-kissinger-professur-an-der-universitaet-bonn-1\/?cHash=9b5df96be6c7af042a99266444cebb64\">Offener Brief gegen Kissinger-Professur an der Universit&auml;t Bonn<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Nichts f&uuml;hrt an der Schulzeitverl&auml;ngerung vorbei<\/strong><br>\nBildungsexperten und Politiker stellen sich darauf ein, dass das achtj&auml;hrige Gymnasium bald Geschichte sein wird. Nun geht es um die Ausgestaltung der l&auml;ngeren Schulzeit. Das f&ouml;rdert Begehrlichkeiten.<br>\nNoch bevor es &uuml;berhaupt wieder fl&auml;chendeckend eingef&uuml;hrt worden ist, lieb&auml;ugeln Bildungsexperten schon mit den M&ouml;glichkeiten eines neuen neunj&auml;hrigen Gymnasiums (G9). &ldquo;Es l&auml;uft ja gerade die G8\/G9-Diskussion. Wir k&ouml;nnten das zus&auml;tzliche Jahr nutzen und doch sinnvoll investieren&rdquo;, sagte Wolfgang Marquardt, Vorsitzender des Wissenschaftsrats der Bundesregierung, am Montag bei der Vorstellung der neuesten Empfehlungen des Gremiums.<br>\nDiese nehmen auch die Schule in den Blick. Dort solle k&uuml;nftig mehr Berufs- und Studienberatung als heute stattfinden. Es hat ein wenig den Anschein, als spekulierten die Wissenschaftler dabei tats&auml;chlich mit dem baldigen Ende des achtj&auml;hrigen Gymnasiums in Deutschland. Diese Schulform bietet n&auml;mlich nur wenig Raum, zus&auml;tzliche Elemente wie eben Berufsberatung zu integrieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article126995046\/Nichts-fuehrt-an-der-Schulzeitverlaengerung-vorbei.html\">Welt.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung GL:<\/strong> Halten wir zun&auml;chst fest: Die Reduktion der Schuljahre am Gymnasium von 9 auf 8 Jahre &hellip;<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em>war schlecht begr&uuml;ndet:<\/em>\n<ul>\n<li><em>Der Verweis auf andere L&auml;nder war gro&szlig;enteils falsch, da fast alle Industriel&auml;nder 13 Jahre Schule haben, n&auml;mlich eine pflichtige Vorschule haben, die beim Z&auml;hlen der Schuljahre einfach nicht mitgez&auml;hlt wurde. In den USA hei&szlig;t das K-12.<\/em><\/li>\n<li><em>Die Vergr&ouml;&szlig;erung der Lebensarbeitszeit um ein Jahr f&auml;llt bei dem st&auml;ndigen Anwachsen der Lebenserwartungen kaum ins Gewicht.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><em>war schlecht vorbereitet:<\/em>\n<ul>\n<li><em>Es gab nur wenige Erprobungen in Schulen; zudem war die Erprobung freiwillig und daher meist nur in Schulen, die untypisch sind und aus selektiven Sch&uuml;lerschaften bestanden.<\/em><\/li>\n<li><em>Die Lehrer wurden nicht gen&uuml;gend auf G8 vorbereitet.<\/em><\/li>\n<li><em>Lehrpl&auml;ne f&uuml;r G8 existierten kaum und sind auch heute noch unvollst&auml;ndig.<\/em><\/li>\n<li><em>Lehrb&uuml;cher waren nicht angepasst.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>hat absehbare Nachteile gehabt:\n<ul>\n<li><em>Anfangs Massenantrag an den Hochschulen wegen doppelten Absolventenjahrg&auml;ngen<\/em><\/li>\n<li><em>R&uuml;ckgang der Sch&uuml;ler, die ein Austauschjahr im Ausland machen<\/em><\/li>\n<li><em>Weniger Zeit f&uuml;r Hobbys und sonstigen au&szlig;erschulischen Aktivit&auml;ten der Sch&uuml;ler<\/em><\/li>\n<li><em>Mehr Lernstress besonders in den Klassenstufen 7 bis 9, wo sich Sch&uuml;ler in der Pubert&auml;t befinden, in denen Viele stark mit pers&ouml;nlichen Problemen besch&auml;ftigt sind.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Eine R&uuml;ckreform von G8 auf G9 wird auch Probleme machen, die aber weniger tragisch sind, als oft gesagt wird:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Passende Lehrpl&auml;ne und Lehrb&uuml;cher existieren schon; sie m&uuml;ssen nur wieder ausgegraben werden.<\/em><\/li>\n<li><em>Das Jahr, in dem es keine Absolventen gibt, k&ouml;nnte den Schulen und Hochschule Atem verschaffen, um einige wichtige, dr&auml;ngende Reformen in Angriff zu nehmen.<\/em><\/li>\n<li><em>Um Kindern mit hoher Lernlust entgegen zu kommen, sollten ihnen zus&auml;tzliche Angebote gemacht werden, damit sie sich weniger langweilen. Auch sollten mehr M&ouml;glichkeiten des schnelleren Schulbesuchs und des &Uuml;berspringens von Klassen angeboten werden.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Ich m&ouml;chte aus Anlass der Diskussion &uuml;ber G8 anregen, die Schulf&auml;cher in &ldquo;Leistungsf&auml;cher&rdquo; und &ldquo;Lernf&auml;cher&rdquo; zu unterteilen. Die Aufteilung zwischen Leistungs- und Lernf&auml;chern darf nicht starr sein. Beispiel: Englisch kann in das Leistungsfach &ldquo;Wortschatz, Grammatik und Sprachgewandtheit&rdquo; sowie das Lernfach &ldquo;Landeskunde und -kultur&rdquo; aufgeteilt werden.<br>\nIn den Leistungsf&auml;chern sollten Leistungsanforderungen der Arbeitswelt ge&uuml;bt und mit Pr&uuml;fungen abgeschlossen werden, f&uuml;r die sich die Sch&uuml;ler dann anmelden k&ouml;nnen, wenn sie sich bereit dazu f&uuml;hlen.<br>\nIn den Lernf&auml;chern sollen die Pers&ouml;nlichkeit der Sch&uuml;ler gebildet und moral-demokratische Kompetenzen gef&ouml;rdert werden. Dort sollten alle Sch&uuml;ler gemeinsam in einem l&auml;nger bestehenden Gruppenverbund lernen, damit auch Gelegenheiten zur Entwicklung sozialer F&auml;higkeiten und Strukturen bestehen.<\/em> <\/p>\n<p><em>Eine solche Aufteilung h&auml;tte gro&szlig;e Vorteile:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Sie vereint die Ziele der beruflichen Ausbildung und der Bildung der Pers&ouml;nlichkeit. Das eine muss nicht auf Kosten des anderen gehen.<\/em><\/li>\n<li><em>Das Leistungsfach kann auch durch Selbstlernen oder medial unterrichtet werden. [Das Lernfach nicht, da der direkte Austausch zwischen Lehrpersonen und Sch&uuml;lern essentiell f&uuml;r den Erwerb von umfassenden Kompetenzen (Wissen verstehen, anwenden und verantworten) ist.<\/em><\/li>\n<li><em>Das Leistungsfach kann individuell gestaltet werden. Die Sch&uuml;ler k&ouml;nnen w&auml;hlen, welche Leistungen sie (im Hinblick auf ihre Karriereplanung) erbringen und nachweisen m&ouml;chten und wie schnell sie dies tun m&ouml;chten. [Der Aufbau sozialer Strukturen setzt pers&ouml;nliches Kennenlernen und stabile soziale Interaktionen voraus, weshalb hier eine feste Organisations- und Zeitstruktur notwendig sind.]<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Kabarett direkt &ndash; Hagen Rether (drei Stunden Livemitschnitt)<\/strong><br>\nHagen Rether exklusiv auf &Ouml;1 mit &ldquo;Liebe&rdquo; (live aus dem Wiener Konzerthaus),<br>\nModeration: Doris Glaser<br>\n&ldquo;Hagen Rether ist zynisch, respektlos, politisch absolut unkorrekt und fabelhaft.&rdquo; So beschreibt das &ldquo;Hamburger Abendblatt&rdquo; den deutschen Kabarettisten, der 1969 in Bukarest geboren wurde und seit 1973 in Deutschland lebt. Auf der B&uuml;hne war Rether zuerst als Pianist zu erleben. Seit 2003 tourt er mit seinem Soloprogramm &ldquo;Liebe&rdquo;, einem Work-in-progress-Programm, das er regelm&auml;&szlig;ig aktualisiert und variiert.<br>\nKompromisslos in der Analyse, sind es vornehmlich gesellschaftspolitische Themen, die Hagen Rether bewegen. Der mit Preisen hochdekorierte Kabarettist am Klavier tarnt sich vordergr&uuml;ndig als Charmeur. Im Plauderton bietet er seinem Publikum b&ouml;se Wahrheiten &uuml;ber Medien, Kapital und Kirche &ndash; genau beobachtet und ohne R&uuml;cksicht auf Glaubenss&auml;tze oder politische Korrektheit. Die Welt wird immer komplizierter, und vor diesem Hintergrund enttarnt Rether gnadenlos die Verk&auml;ufer und Verkauften im immerw&auml;hrenden Spiel um Macht, Einfluss und Verblendung.<br>\n&ldquo;Sind Sie auch so froh, dass sie bei den Guten sind?&rdquo;, fragt Hagen Rether das Publikum immer wieder in ganz sanftem, scheinbar beil&auml;ufigen Ton. Ganz entspannt sitzt er auf der B&uuml;hne, ein gro&szlig;er, schlanker Mann in einem eleganten Anzug, die dunklen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden. Der Konzertfl&uuml;gel kommt erst sp&auml;ter ins Spiel. Auf dem Klavier liegen die immer gleichen Requisiten: Bananen und ein Baseball-Schl&auml;ger. &ldquo;Der Schl&auml;ger ist ein Versprechen, das bisher noch nicht eingel&ouml;st wurde. Ich warte noch drauf, ich hab ihn noch nicht verwenden m&uuml;ssen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/oe1.orf.at\/programm\/369068\">OE1<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Um den Audiobeitrag zu h&ouml;ren, m&uuml;ssen Sie auf das gro&szlig;e Bild von Hagen Rether (mit der kleinen Wiedergabetaste) klicken.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(OP\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-21432","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21432","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21432"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21432\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28595,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21432\/revisions\/28595"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21432"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21432"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21432"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}