{"id":21465,"date":"2014-04-22T08:42:58","date_gmt":"2014-04-22T06:42:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465"},"modified":"2015-11-09T12:14:31","modified_gmt":"2015-11-09T11:14:31","slug":"hinweise-des-tages-2112","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/HR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h01\">Heribert Prantl: Wie Europa unsere Heimat werden kann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h02\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h03\">Franz&ouml;sisches Sparprogramm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h04\">Europaparlament stimmt Investorenschutz nach TTIP-Vorbild zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h05\">Schon wieder &ndash; Neues Gesch&auml;ftsmodell mit US-Immobilien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h06\">Paul Krugman: Three Expensive Milliseconds  &ndash;  Drei teure Millisekunden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h07\">Die griechische Sage vom Rendite-Wunder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h08\">&Auml;rzte-Migration: Zehntausende &Auml;rzte verlassen ihre Heimat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h09\">Versorgungswerke f&uuml;r Freiberufler: Das Ende der Super-Renten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h10\">In W&uuml;rde M&uuml;ll sammeln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h11\">Indische Textilindustrie: Im Lager unserer Sklavinnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h12\">Zu Ohren gekommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h13\">Deutschland: Abfangj&auml;ger waren startklar, eine Boeing 777 herunterzuholen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h14\">Die Deutschen sind so zufrieden wie noch nie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h15\">Gr&uuml;ne und Linke auf der Atlantik-Br&uuml;cke<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h16\">Juristisches Nachspiel wegen RTL-Beitrag: Zalando zeigt Undercover-Reporterin Lobig an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h17\">Rezensionen Thomas Piketty, Das Kapital im 21. Jahrhundert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465#h18\">Das Letzte: Oettinger und &Ouml;konomen pl&auml;dieren f&uuml;r Rente mit 70<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21465&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Heribert Prantl: Wie Europa unsere Heimat werden kann<\/strong><br>\nDie meisten Menschen wollen Europa, aber sie wollen es anders. Sie wollen ein Europa, das Arbeitslosigkeit bek&auml;mpft und ihnen die Angst vor Billigkonkurrenz nimmt.<br>\nWie eine andere, eine b&uuml;rgernahe EU aussehen k&ouml;nnte, das m&uuml;sste das Thema des Europa-Wahlkampfs sein. Europa muss Heimat werden f&uuml;r die Menschen. Europa darf nicht nur Wirtschaftsgemeinschaft sein, nicht nur Nutzgemeinschaft f&uuml;r die Industrie, sondern muss Schutzgemeinschaft werden f&uuml;r die B&uuml;rger. Das geht nicht mit Geschwurbel, das geht nur mit handfester sozialer Politik.<br>\nDesinteresse und Misstrauen haben sich in den zur&uuml;ckliegenden Europa-Wahlen in Wahlverweigerung ge&auml;u&szlig;ert. Diesmal kann es sein, dass das Misstrauen mit europafeindlichem Trara ins Parlament einzieht. Es besteht die Gefahr, dass die Nationalismen dort Raum gewinnen, dass europa-kritische und europa-feindliche Parteien ins Parlament gew&auml;hlt werden &ndash; und Europa so zur&uuml;ckgeschoben wird in eine ungute Vergangenheit, in ein Nebeneinander und Gegeneinander&hellip;<br>\nEs reicht n&auml;mlich nicht, wenn Europapolitiker mit Pathos von der Friedensgemeinschaft Europa reden. Es reicht nicht, wenn sie auf die gro&szlig;e Reisefreiheit hinweisen, auf das Europa ohne Grenzen. Erst eine kluge und f&uuml;rsorgliche Sozialpolitik macht aus der etwas sperrigen EU eine Heimat f&uuml;r die Menschen, die darin leben.Auch die St&auml;rke Europas misst sich am Wohl der Schwachen &ndash; der schwachen Staaten und der schwachen Menschen; sie misst sich am Vertrauen, das die B&uuml;rger in dieses Europa setzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/buergernahes-europa-pathos-allein-reicht-nicht-1.1938559\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Kontrolle der Zukunft<\/strong><br>\nAls Edward Snowden vor knapp einem Jahr die Machenschaften von US-amerikanischer NSA und britischem GCHQ aufdeckte, l&ouml;ste er eine weltweite Debatte &uuml;ber die bedrohliche Macht der Geheimdienste aus. Snowden hat blo&szlig;gelegt, in welchem Ausma&szlig; die F&uuml;nferbande der Geheimdienste &ndash; die &bdquo;Five Eyes&ldquo; aus den USA, Gro&szlig;britannien, Kanada, Australien und Neuseeland &ndash; die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger in aller Welt ausspionieren, in welch planetarischer Gr&ouml;&szlig;enordnung sie Daten klauen, speichern und f&uuml;r ihre Zwecke nutzen &ndash; und damit die Privatheit aller Menschen zerst&ouml;ren, die nach Art. 12 der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen gesch&uuml;tzt ist. Damit aber ist auch die Meinungsfreiheit, die Grundlage von politischer Bet&auml;tigung wie auch von Widerstand gegen die Herrschenden, im Kern bedroht und folglich auch die Demokratie.<br>\nDie Geheimdienste rechtfertigen ihre gemeingef&auml;hrlichen Machenschaften &ndash; die Wissensbeschaffung aus der planetarischen Cloud, aus den verschl&uuml;sselten Handys von Regierungschefs wie Angela Merkel oder Dilma Rousseff und aus der un&uuml;bersehbaren Masse (un)verschl&uuml;sselter E-Mails normaler B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger &ndash; mit dem fadenscheinigen Argument, es ginge um Fr&uuml;herkennung terroristischer Aktivit&auml;ten und damit um den Schutz der &ouml;ffentlichen Ordnung und Sicherheit. Doch die Bespitzelung der Welt ist mehr als ein gigantischer Datenfischzug im &bdquo;World Wide Web&ldquo; im Dienste der &bdquo;Sicherheit&ldquo;. Sie passt n&auml;mlich exakt zu den Denk- und Handlungsmustern, die das Geo-Engineering einer neuen Menschheitsepoche bestimmen. Mit sophistischen technischen Mitteln wird eine &bdquo;planetary stewardship&ldquo;[1], ein effizientes Management mit Prokura f&uuml;r den Planeten Erde eingerichtet, um nicht nur den Informationsfluss, sondern die vielf&auml;ltigen sonstigen Krisenprozesse unserer Zeit zu steuern &ndash; bei Aufrechterhaltung des herrschenden kapitalistischen Systems.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/april\/die-kontrolle-der-zukunft\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Der NSA-Komplex&rdquo;: Das Goldene Zeitalter der Spionage: Heute<\/strong><br>\nDie Journalisten Marcel Rosenbach und Holger Stark zeichnen in ihrem Buch &bdquo;Der NSA-Komplex&ldquo; das emp&ouml;rende Gesamtbild des Abh&ouml;rskandals nach. Und sie arbeiten die deutsche Rolle in der Massen&uuml;berwachung heraus.<br>\nDass &bdquo;Der NSA-Komplex&ldquo; kein Sachbuch ist wie jedes andere, zeigt sich nicht unbedingt daran, dass es kurz nach Erscheinen schon auf den Bestsellerlisten steht. Sondern daran, dass es im &bdquo;Spiegel&ldquo; der Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maa&szlig;en pers&ouml;nlich rezensierte. Daran, dass die Opposition es im NSA-Untersuchungsausschuss als wichtige Hilfe f&uuml;r die gerade laufende Zeugensuche nennt. Und daran, dass der Gr&uuml;ne Christian Str&ouml;bele die Bundesregierung noch am Tag der Ver&ouml;ffentlichung des 400-Seiten-Werks damit konfrontieren wollte.<br>\nDabei machen nicht die unbekannten Fakten &ndash; die das Buch auch enth&auml;lt &ndash;, die Wucht des zweiten gemeinsamen Werks der &bdquo;Spiegel&ldquo;-Journalisten Marcel Rosenbach und Holger Stark aus. Es ist das Gesamtbild der NSA-Aff&auml;re, das entsteht und das Zeug hat, die Deutschen jenseits des Polit-Betriebs endlich aufzur&uuml;tteln.<br>\nRosenbach und Stark geh&ouml;ren zur Handvoll Journalisten weltweit, die Einblick in die vom Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden enth&uuml;llten Dokumente sowie Kontakt zu ihm hatten. Zudem haben sie ein knappes Jahr lang akribisch alle weiteren Informationen ausgewertet, die Licht auf die Machenschaften der National Security Agency werfen &ndash; und darauf, wie Snowden und seine medialen Helfer sie an die &Ouml;ffentlichkeit brachten. Wo sie selbst dazu beitrugen, erlauben sie nun zeitgeschichtlich relevante, vor allem aber spannende Blicke hinter die Kulissen: Wenn sie etwa haarklein nacherz&auml;hlen, wie sie die Aussp&auml;hung des Merkel&rsquo;schen Kanzlerhandys durch die NSA aufdeckten, kommt fast Watergate-Feeling auf. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, wird das &bdquo;Spiegel&ldquo;-Team daf&uuml;r im Mai den Nannen-Preis enthalten, den kleinen Bruder des Pulitzers, den ihre US-Kollegen in Amerika gerade f&uuml;r die Snowden-Enth&uuml;llungen gewannen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/literatur\/sachbuch--der-nsa-komplex--das-goldene-zeitalter-der-spionage--heute,1472266,26884950.html\">FR<\/a>\n<p>Marcel Rosenbach\/Holger Stark<br>\nDer NSA-Komplex<br>\nEdward Snowden und der Weg in die totale &Uuml;berwachung.<br>\nDVA, M&uuml;nchen 2014. 384 S.<br>\nISBN: 978-3-421-04658-1<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Franz&ouml;sisches Sparprogramm<\/strong><br>\nDas Sparprogramm der neuen franz&ouml;sischen Regierung k&ouml;nnte bei der Abstimmung in der Nationalversammlung scheitern, sagte der Politikwissenschaftler Henri Menudier im Deutschlandfunk. Dann werde es wohl zu Neuwahlen kommen. Doch das k&ouml;nne nicht im Interesse der Sozialisten sein, deshalb sei die Gefahr eines Scheiterns nicht sehr hoch.<br>\nDer franz&ouml;sischen Regierung unter dem neuen Premierminister Manuel Valls gehe es vor allem ums Sparen, denn er wisse, dass in dieser schwierigen Situation nun Taten folgen m&uuml;ssten. Die H&ouml;he der Sparma&szlig;nahmen sei dann aber schon &uuml;berraschend gewesen und die Proteste in der Bev&ouml;lkerung dementsprechend gro&szlig;, sagte der Politikwissenschaftler Henri Menudier im DLF.<br>\nDoch auch die EU-Kommission in Br&uuml;ssel habe gefordert, dass Frankreich einen Sparplan auf den Weg bringen m&uuml;sse, nachdem die L&auml;nder in S&uuml;deuropa ihre Reformen durchgesetzt h&auml;tten. Der Druck auf die neue Regierung in Paris sei deshalb gro&szlig; gewesen.<br>\nAm 23. April werde das Sparprogramm von der Regierung verabschiedet, eine Woche sp&auml;ter dann von der Nationalversammlung. &ldquo;Hier werden wir sehen, ob die Regierung eine Mehrheit bekommt. Und da gibt es zwei M&ouml;glichkeiten. Wenn es eine Mehrheit bekommt, dann wird das Programm durchgesetzt. Wenn es keine Mehrheit bekommt, dann wird das wahrscheinlich bedeuten: Aufl&ouml;sung der Nationalversammlung und Neuwahlen.&rdquo; In letzterem Fall werde es also eine &ldquo;Periode der politischen Unruhen&rdquo; in Frankreich geben.<br>\nQuelle; <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/franzoesisches-sparprogramm-bei-einem-scheitern-droht-eine.694.de.html?dram:article_id=283169\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> &bdquo; &hellip; die EU-Kommission in Br&uuml;ssel habe gefordert, dass Frankreich einen Sparplan auf den Weg bringen m&uuml;sse, nachdem die L&auml;nder in S&uuml;deuropa ihre Reformen durchgesetzt h&auml;tten. Der Druck auf die neue Regierung in Paris sei deshalb gro&szlig; gewesen.&ldquo; Die aberwitzige Austerit&auml;tspolitik, wesentlich angetrieben durch Deutschland, wird also unvermindert fortgesetzt. Und das, obwohl immer mehr Stimmen vor einer europaweiten Deflation warnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Europaparlament stimmt Investorenschutz nach TTIP-Vorbild zu<\/strong><br>\nEuropa und die USA verhandeln seit 2013 &uuml;ber das neue transatlantische Freihandelsabkommen TTIP. Damit diese Verhandlungen trotz Europawahlen weitergehen k&ouml;nnen, hat das EU-Parlament einer Neuregelung von Investor-Staat-Streitigkeiten zugestimmt.<br>\nGegen die Stimmen der Gr&uuml;nen und Linken hat das Europaparlament in Stra&szlig;burg einer Regelung der finanziellen Zust&auml;ndigkeit bei Investor-Staat-Streitigkeiten vor Schiedsgerichten zugestimmt. Wenige Wochen vor den anstehenden Europawahlen ist damit der Weg frei f&uuml;r weitere Verhandlungen und Gespr&auml;che zum geplanten Freihandelsabkommen.<br>\nDie Regelung der Investor-Staat-Streitigkeiten (ISDS) gilt als eine der wichtigsten Bestandteile des geplanten Freihandelsabkommens. Eine Regelung auf europ&auml;ischer Seite ist eine Voraussetzung f&uuml;r die Fortf&uuml;hrung der Konsultationen. Schlie&szlig;lich sollen europ&auml;ische und US-Konzerne gleicherma&szlig;en das Recht haben, gegen missliebige Gesetze auf dem jeweils anderen Kontinent zu klagen.<br>\nDie nun vom Parlament abgestimmte Vorlage der Europ&auml;ischen Kommission legt fest, wie ein Mitgliedstaat oder die Kommission in einem Verfahren als Beklagte in die Pflicht genommen wird und die dann m&ouml;glichen Schadensersatzanspr&uuml;che bezahlt. Au&szlig;erdem bekommt die Europ&auml;ische Kommission das Recht, einen Mitgliedsstaat anzuweisen, einen Vergleich mit einem klagenden Investor zu akzeptieren.<br>\nF&uuml;r die Regelung stimmten Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberale, dagegen stimmten die Gr&uuml;nen und die Linken. Ein hilfsweise vorgebrachter Antrag, wegen der Ende M&auml;rz eingeleiteten &ouml;ffentlichen Konsultation die Abstimmung zu verschieben, wurde abgelehnt.<br>\nEin bekanntes Beispiel f&uuml;r ein ISDS-Verfahren ist die Klage des Pharmakonzerns Eli Lilly gegen Kanada im Rahmen des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA. Weil Kanada ein Patent von Eli Lilly nicht anerkannte, macht der Konzern einen Schadensersatz von 500 Millionen US-Dollar f&uuml;r entgangene Gewinne aus dem Verkauf von Medikamenten geltend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Europaparlament-stimmt-Investorenschutz-nach-TTIP-Vorbild-zu-2173345.html\">heise.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers U.D.:<\/strong> Diese Entscheidung des Europaparlament ist aus zwei Gr&uuml;nden bemerkenswert: <\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>Das alte Parlament legt den neuen EU-Abgeordneten auf eine Linie fest, die sie m&ouml;glicher Weise nicht wollen, da Einzelheiten des TIPP-Abkommens weder ausgehandelt, noch bereits ausgehandelte Punkte unbekannt sind.<\/em><\/li>\n<li><em>Es werden strittige Bereiche festgeschrieben, obwohl sie nicht erforderlich sind, da die Rechtssysteme in der EU und USA vorhanden sind, aber durch ein Schiedsgericht ohne jede Revisionsm&ouml;glichkeit, jedoch mit verbindlicher Anweisung der EU-Kommission an die EU-Staaten einen Vergleich zu akzeptieren. Hier wird der Kommission ein Recht zuerkannt, dass bisher unbekannt war.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Schon wieder &ndash; Neues Gesch&auml;ftsmodell mit US-Immobilien<\/strong><br>\nDie Preise f&uuml;r Eigenheime steigen! Die Baukonjunktur springt wieder an! Die Krise ist &uuml;berwunden! Seit einiger Zeit bejubeln die Medien in den USA die wundersame Wiederauferstehung der Immobilienm&auml;rkte. Was sich hinter dem ganzen Tamtam verbirgt, erf&auml;hrt man nicht. In der Branche breitet sich seit knapp zwei Jahren eine komplett neue Strategie des schnellen Reichtums aus.<br>\nHeimlich, still und leise haben Hedgefonds und Private-Equity-Unternehmen inzwischen ein wahres Imperium von Mietimmobilien angeh&auml;uft. In Atlanta schnappen sie sich viktorianische Anwesen aus dem 19. Jahrhundert, in Chicago verklinkerte Bungalows und in Phoenix, Arizona, Villen im spanischen Kolonialstil. Insgesamt haben diese zahlungskr&auml;ftigen Investoren mehr als 200 000 kosteng&uuml;nstige, vorwiegend zwangsversteigerte H&auml;user aufgekauft.<br>\nDie an der Wall Street ausgel&ouml;ste Immobilienkrise hat seit Herbst 2007 mehr als 10 Millionen Menschen um ihr Wohneigentum gebracht. Dadurch ist ein paradoxes Problem entstanden: W&auml;hrend Millionen leerstehender H&auml;user, die in Bankbesitz &uuml;bergegangen sind, die Vorst&auml;dte verwaisen lassen und die Kriminalit&auml;tsrate in die H&ouml;he treiben, sind Millionen obdachlos gewordener US-B&uuml;rger auf der Suche nach einer sicheren Unterkunft.<br>\nZum Gl&uuml;ck hat man an der Wall Street jetzt eine L&ouml;sung gefunden: Die neuen Investoren bieten den ehemaligen Eigent&uuml;mern die Chance, in ihre zwangsverkauften H&auml;user zur&uuml;ckzuziehen &ndash; als Mieter. Als Vehikel dient dabei ein neuer Typ verbriefter Wertpapiere, der allerdings das ganze Konzept in die Luft sprengen k&ouml;nnte. Wie schon einmal.<br>\nSeit Beginn des neuen Kaufrauschs hat kein Unternehmen mehr H&auml;user erworben als das gr&ouml;&szlig;te Private-Equity-Unternehmen der Welt: die Blackstone Gruppe. &Uuml;ber ihre Tochterfirma &ldquo;Invitation Homes&rdquo; hat sie bei Zwangsversteigerungen, &uuml;ber lokale Makler und direkt von den Banken massenweise H&auml;user aufgekauft. In Atlanta hat Invitation Homes auf einen Schlag 1 400 H&auml;user erworben. Bis November 2013 hat Blackstone insgesamt 7,5 Milliarden Dollar f&uuml;r 40 000 zumeist zwangsversteigerte Objekte im ganzen Land ausgegeben, macht seit Oktober 2012 pro Wo-che 100 Millionen Dollar. Vor Kurzem k&uuml;ndigte das Unternehmen an, man werde sich auf diesem Gebiet auch international engagieren. Als Einstiegsmarkt ist Spanien vorgesehen, wo Zwangsversteigerungen zum Alltag geh&ouml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2014\/04\/11.mondeText1.artikel,a0007.idx,0\">le monde diplomatique<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Paul Krugman: Three Expensive Milliseconds  &ndash;  Drei teure Millisekunden<\/strong><br>\nVor vier Jahren strich New Jerseys Gouverneur Chris Christie abrupt Amerikas gr&ouml;&szlig;test und wohl bedeutendstes Infrastrukturprojekt, einen dringend gebrauchten neuen Tunnel unter dem Hudson River. Wie viele andere Leute schreibe ich das seinen Pr&auml;sidentschaftsabsichten zu und glaube, dass er damit die Gunst der republikanischen W&auml;hlerschaft gewinnen wollte, die ja den Staat und &ouml;ffentliche Verkehrsmittel hasst.<br>\nW&auml;hrend nun aber ein Tunnel gestrichen wurde, wurde ein anderer gerade fertig, Spread Networks war beinahe am Ende seiner Bohrung durch die Allegheny Berge von Pennsylvania. Im Spread Tunnel sollten allerdings keine Passagiere bef&ouml;rdert werden und auch keine Fracht; Er war f&uuml;r ein Faserkabel da, das eine Ersparnis von drei Millisekunden  &ndash;  drei Tausendsteln einer Sekunde  &ndash;  in der Datenkommunikationszeit zwischen den Terminhandelsm&auml;rkten Chicagos und der New Yorker B&ouml;rse bringen sollte. Und die blo&szlig;e Tatsache, dass dieser Tunnel gebaut wurde, der Eisenbahntunnel jedoch nicht, sagt eine Menge dar&uuml;ber aus, was im heutigen Amerika falsch l&auml;uft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/04\/14\/opinion\/krugman-three-expensive-milliseconds.html?_r=0\">New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die griechische Sage vom Rendite-Wunder<\/strong><br>\nAnleihen des griechischen Staates gingen letzte Woche auf den Kapitalm&auml;rkten weg wie frische Br&ouml;tchen und dazu f&uuml;r einen verbl&uuml;ffend tiefen Zinssatz f&uuml;r das Land. Leider ist das dennoch kein gutes Zeichen &ndash; weder f&uuml;r Griechenland, die Eurozone,  noch f&uuml;r die Kapitalm&auml;rkte. &ndash; Die deutlich gesunkenen Zinskosten f&uuml;r die Peripheriel&auml;nder der Eurozone sind nicht Ausdruck f&uuml;r eine entsprechende Lageverbesserung, sondern vielmehr f&uuml;r sich erneut abzeichnende &Uuml;bertreibungen an den Kapitalm&auml;rkten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.tagesanzeiger.ch\/nevermindthemarkets\/index.php\/34609\/die-griechische-sage-vom-rendite-wunder\/\">Never Mind the Markets<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auch die NachDenkSeiten haben bereits das griechische Wunder kritisch gew&uuml;rdigt, aber es kann nicht oft genug die Verk&uuml;ndigungen des politischen Mainstream angegangen werden. Markus Diem Meier geht in einem l&auml;ngeren, aber lesenswerten Beitrag mit sch&ouml;nen Grafiken dem &ldquo;Wunder&rdquo; auf den Grund.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&Auml;rzte-Migration: Zehntausende &Auml;rzte verlassen ihre Heimat<\/strong><br>\nSven L&ouml;ffler bereut seine Entscheidung nicht. &bdquo;24-Stunden-Schichten, &Uuml;berstunden, schlechte Arbeitsorganisation, Kostendruck &ndash; das alles wollte ich nicht&ldquo;, sagt der deutsche Chirurg und schw&auml;rmt von seiner Arbeit in einem Krankenhaus in S&uuml;dnorwegen. &bdquo;Ich habe geregelte Arbeitszeiten, zufriedene Patienten und meine Familie hat etwas von mir&ldquo;, berichtet der 41-J&auml;hrige. Und zus&auml;tzlich habe er sogar noch die M&ouml;glichkeit, regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r das Internationale Rote Kreuz bei Hilfseins&auml;tzen mitzumachen . &bdquo;Ich will nicht mehr zur&uuml;ck&ldquo;, so das Fazit des jungen Mediziners.<br>\nSo wie L&ouml;ffler verlassen j&auml;hrlich mehrere Tausend &Auml;rzte Deutschland. Zwischen 2007 und 2012 wanderten 16.882 Mediziner aus. Das ergibt die Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linkspartei im Bundestag, die der Berliner Zeitung vorliegt. Zwar zogen auch Mediziner aus dem Ausland zu. Doch unterm Strich verliert Deutschland Jahr f&uuml;r Jahr &Auml;rzte, die hierzulande eigentlich dringend ben&ouml;tigt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft\/aerzte-migration-zehntausende-aerzte-verlassen-ihre-heimat,10808230,26855254.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Versorgungswerke f&uuml;r Freiberufler: Das Ende der Super-Renten<\/strong><br>\nRund 40.000 Anw&auml;lte sollen wie gew&ouml;hnliche Arbeitnehmer in die Rentenversicherung einzahlen. Ein &uuml;berf&auml;lliger Schritt, sagen die einen. Eine Fehlentscheidung, schimpfen die anderen. Droht Freiberuflern die Staatsrente?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/vorsorge-versicherung\/altersvorsorge-sparen\/versorgungswerke-fuer-freiberufler-das-ende-der-super-renten-seite-all\/9746308-all.html\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>In W&uuml;rde M&uuml;ll sammeln<\/strong><br>\nNie mehr im K&uuml;bel nach Flaschen w&uuml;hlen: Initiativen fordern &raquo;Pfandringe&laquo; f&uuml;r Abfallbeh&auml;lter. SPD und Gr&uuml;ne wollen teure Neuerung in mehreren St&auml;dten durchsetzen<br>\nSeit Inkrafttreten der Agenda 2010 unter der Bundesregierung von SPD und Gr&uuml;nen ist die Armut in der Bundesrepublik rasant gestiegen. Immer mehr Menschen sammeln die Reste der Wegwerfgesellschaft, um &uuml;ber die Runden zu kommen. Pro Pfandflasche oder -dose gibt es bei R&uuml;ckgabe acht, 15 oder 25 Cent. Seit gut zwei Jahren machen sich in einigen St&auml;dten vor allem Sozialdemokraten und Gr&uuml;ne daf&uuml;r stark, da&szlig; Betroffene nicht zu tief im Abfall &raquo;graben&laquo; m&uuml;ssen. Sie setzen sich f&uuml;r die Installation sogenannter Pfandringe an Abfallbeh&auml;ltern ein. Das sind kranzf&ouml;rmige Metallvorrichtungen, die um M&uuml;lleimer geh&auml;ngt werden. Leergut kann hineingestellt werden und ist so f&uuml;r Flaschensammler leichter greifbar. Das sei gut f&uuml;r die Umwelt und menschenw&uuml;rdiger f&uuml;r diejenigen, die auf die Einnahmen aus dem Recycling angewiesen sind, appellieren mehrere Initiativen im Internet unter dem Motto &raquo;Pfand geh&ouml;rt daneben&laquo;. (&hellip;)<br>\nDie ersten Exemplare produzierte dann auch die Arbeitsloseninitiative &raquo;Jack in the Box&laquo; in Ketz&rsquo; Heimat K&ouml;ln-Ehrenfeld. Seit dem vergangenen Wochenende h&auml;ngen dort die ersten zehn Beh&auml;ltnisse. Der Designer selbst brachte sie zusammen mit SPD-Bezirksrat Andreas P&ouml;ttgen an &ouml;ffentlichen Abfallk&uuml;beln an. Dar&uuml;ber berichtete unter anderem der regionale Fernsehkanal Center-TV. Zun&auml;chst hatten die Ehrenfelder Sozialdemokraten nach eigenen Angaben monatelang vergeblich versucht, das &raquo;Projekt&laquo; politisch durchzusetzen. Gescheitert sei es an unklaren Zust&auml;ndigkeiten und fehlenden Finanzen. So koste jedes individuell angepa&szlig;te St&uuml;ck etwa 300 Euro. Mit Spenden habe die SPD die zehn Ringe schlie&szlig;lich erworben und der K&ouml;lner Abfallwirtschaft geschenkt, lobte der Ortsverein der Partei zu Wochenbeginn in einer Mitteilung.<br>\nDer K&ouml;lner Stadtrat Berthold Bronisz (Die Linke) gei&szlig;elt das Projekt in einer Erkl&auml;rung hingegen als &raquo;eine Methode, die &auml;hnlich wie Tafeln die Armut weiter verfestigt&laquo;. &raquo;Es hat schon was, wenn eine Partei, die Millionen Menschen in materielle Not zwingt, sich als deren Anwalt aufspielt und den Pfandring als ultimative Waffe gegen Armut ins Spiel bringt&laquo;, findet Bronisz. Die Ma&szlig;nahme &auml;ndere nichts daran, da&szlig; Hartz-IV-Bezieher, Obdachlose und andere Mittellose sozial gedem&uuml;tigt und von Beh&ouml;rden drangsaliert w&uuml;rden. &raquo;Wer daf&uuml;r ist, Armut zu verringern, mu&szlig; daf&uuml;r sorgen, da&szlig; Renten, Regels&auml;tze und L&ouml;hne auf ein menschenw&uuml;rdiges Niveau steigen&laquo;, so Bronisz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/04-19\/027.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung HR:<\/strong> Es kann der Eindruck entstehen, dass die kommunalen Funktion&auml;re von SPD und Gr&uuml;nen das Elend, das ihre eigenen Partei&rdquo;freunde&rdquo; (u.a. Joschka Fischer, Renate K&uuml;nast und J&uuml;rgen Trittin sowie Wolfgang Clement, Franz M&uuml;ntefering und Gerhard Schr&ouml;der) und deren Gesetzgebung auf Bundesebene (Stichwort: Hartz 1-4) vielen Menschen zugef&uuml;gt haben, nicht mehr ansehen m&ouml;chten. Wahre Hilfe sieht anders aus: Wer in Not geratenen Menschen (und nicht etwa Designern) helfen m&ouml;chte, sollte nicht lediglich daf&uuml;r sorgen, dass sie eventuell leichter an Pfand kommen, sondern sich f&uuml;r die &Auml;nderung\/Verbesserung der entsprechenden Gesetze einsetzen.<\/em><br>\n<em>Schlecht recherchiert hat die &ldquo;jW&rdquo; jedoch:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li><em>dass Cloppenburg eine Nachbarstadt Bambergs sei. Cloppenburg liegt jedoch nicht in Bayern, sondern im nordwestlichen Niedersachsen, worauf der Name der erw&auml;hnten Zeitung hindeutet;<\/em><\/li>\n<li><em>hei&szlig;en die jungen Mitglieder der SPD JungsozialistInnen und (zumindest immer noch) nicht &ldquo;Junge Sozialdemokraten&rdquo;, was im Erst-Artikel korrekt angegeben ist: <a href=\"http:\/\/www.nwzonline.de\/cloppenburg\/politik\/spd-beantragt-testlauf-fuer-pfandringe_a_13,6,1103969515.html\">SPD beantragt Testlauf f&uuml;r Pfandringe<\/a>.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Indische Textilindustrie: Im Lager unserer Sklavinnen<\/strong><br>\nDie H&ouml;lle der Textilindustrie liegt nicht nur in Bangladesch. Auch in Indien werden Frauen und M&auml;dchen ausgebeutet. Divya war nicht in Haft. Sie war keine Leibeigene. Divya hatte nur eine einzige falsche Unterschrift geleistet. Sich blenden lassen vom L&auml;cheln der roten Lippen der Nachbarin, von deren glitzernden Ohrringen, vom Versprechen, bald wie sie einen Fernseher f&uuml;r die Familie kaufen zu k&ouml;nnen. &bdquo;Das wirst du alles haben, wenn du bei uns in der Spinnerei anf&auml;ngst&ldquo;, versprach die Nachbarin. &bdquo;Bald wirst du im Glamour leben, so wie die Filmstars.&ldquo; Divya unterzeichnete einen Arbeitsvertrag. In Wirklichkeit landete Divya im organisierten System der Ausbeutung in der indischen Garn- und Stoffindustrie. &bdquo;Sumangali&ldquo; hei&szlig;t es. Auf Tamil bedeutet das Wort &bdquo;sch&ouml;ne Braut&ldquo;. Die jungen Frauen aber, die unter Sumangali arbeiten, werden niemals sch&ouml;ne Br&auml;ute werden, sosehr sie es sich auch w&uuml;nschen. Sie k&ouml;nnen froh sein, wenn sie &uuml;berleben. Hinter dem wohlklingenden Namen verbirgt sich ein Regime vieler Spinnereibetriebe im s&uuml;dindischen Textilstaat Tamil Nadu, das junge Frauen bricht, damit wenige ihren Gewinn mehren. Seine Zutaten sind Tradition, Unwissen und blindes Vertrauen auf der einen Seite, Unmenschlichkeit, Gier und der Wille zur Ausbeutung auf der anderen. W&auml;hrend die Welt ihre Augen auf die katastrophalen Zust&auml;nde in den Textilfabriken von Bangladesch richtet, segeln die indischen Garnlieferanten und Stoffhersteller weitgehend unter dem Radar kritischer Verbraucher im Westen. Die s&uuml;dindischen Fabrikanten wissen das zu nutzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/indische-textilindustrie-im-lager-unserer-sklavinnen-12898997.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Zu Ohren gekommen<\/strong><br>\nNeulich &uuml;berflog ich einen Artikel bei &raquo;Focus Online&laquo;. Es ging um Steuerverschwendung und schon im ersten Absatz wurde der &raquo;Bund der Steuerzahler&laquo; genannt. Weiter hinten stand dann: &raquo;&hellip; Urteil des BdSt &hellip;&laquo; Ich fragte mich, was das das f&uuml;r ein Organ ist. Und in welcher Kammer f&auml;llt es Urteile? Aber der &raquo;Focus&laquo; erkl&auml;rte nat&uuml;rlich alles. Schon weiter oben hatte er das K&uuml;rzel erl&auml;utert. Als er schrieb &raquo;Bund der Steuerzahler&laquo;, setzte er es dahinter in Klammern. Wikipedia best&auml;tigte, dass es sich offenbar um die &uuml;bliche Abk&uuml;rzung handelt. Die Recherche per Suchmaschine ergab, dass es nicht besonders oft von Medien verwendet wird.<br>\nDieses &raquo;BdSt&laquo; l&auml;sst den Betrachter im ersten Augenblick annehmen, hier handle es sich um etwas hochgradig Staatliches, um eine offizielle Stelle gar. Und wenn die ein Urteil f&auml;llt, dann muss daran doch etwas sein. BdSt: das liest sich irgendwie wie StGB oder BVerfG, wie ein Verfassungsorgan oder wenigstens eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts. Dabei handelt es sich nur um einen eingetragenen Verein, der als Lobbyverband wirkt. Aber diese Anordnung von Gro&szlig;- und Kleinbuchstaben, wie man sie hierzulande offiziellen Stellen und Institutionen verleiht, macht amtlich und leitet die allgemeine Amtsgl&auml;ubigkeit auf diese Privateinrichtung um. Auch ohne K&uuml;rzel glauben ja viele, der &raquo;Bund der Steuerzahler&laquo; sei eine amtliche Einrichtung, die von amtshalber Verlautbarungen herausgibt. Aber mit dem K&uuml;rzel glaubt man es eben noch fester und gibt sich eine Autorit&auml;t, die ein eingetragener Verein gar nicht haben d&uuml;rfte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.de\/2014\/04\/zu-ohren-gekommen.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Deutschland: Abfangj&auml;ger waren startklar, eine Boeing 777 herunterzuholen<\/strong><br>\nEine Boeing 777 &uuml;ber Deutschland hatte 22 Minuten lang keinen Funkkontakt. Fluglotsen alarmierten die Luftwaffe, die aber nicht zum Einsatz kam, weil sich die Piloten gerade noch rechtzeitig meldeten. F&uuml;r einen Abschuss h&auml;tte es keine rechtliche Grundlage gegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/weltspiegel\/deutschland-abfangjaeger-waren-startklar-eine-boeing-777-herunterzuholen\/9744514.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die Deutschen sind so zufrieden wie noch nie<\/strong><br>\nschreibt Spiegel online und verweist auf eine von ihm bei Infratest dimap in Auftrag gegebene Umfrage&hellip;<br>\nUnd wenn ein anderes Ergebnis wie folgt lautet: &ldquo;Zugleich w&uuml;nscht sich eine Mehrheit der Befragten (&uuml;ber 60 Prozent) eine Politik, die sich darauf konzentriert &acute;mehr Vorsorge f&uuml;r die kommende Generation&acute; zu treffen. 22 Prozent dagegen w&uuml;nschen sich eine Politik, die &acute;mehr Zufriedenheit der Menschen in der Gegenwart anstrebt&acute;.&rdquo; Dann zeigt dies, wie erfolgreich Politik und Medien und leider auch die herrschende &ldquo;Wissenschaft&rdquo; der Bev&ouml;lkerung den Kopf gewaschen haben. Deren zentrale Botschaften lauten sp&auml;testens seit dem Amtsantritt Schr&ouml;ders 1998 bis heute durchg&auml;ngig, dass wir uns unsere sozialen Sicherungssysteme nicht l&auml;nger leisten k&ouml;nnten, die L&ouml;hne zu hoch seien und die Wettbewerbsf&auml;higkeit gef&auml;hrdeten, die jetzt lebenden Generationen auf Kosten der kommenden leben w&uuml;rden. All das ist, was den Inhalt der Botschaften anbelangt, primitivster Tobak und ein geistiges Armutszeugnis der selbst ernannten und gew&auml;hlten &ldquo;Eliten&rdquo;, was jedoch die politische und mediale Wucht anbelangt, h&ouml;chst professionell und mit riesigen Finanzmitteln finanziert. Man denke nur an die Bertelsmann-Stiftung und die Initiative Neue soziale Marktwirtschaft, aber auch an die einschl&auml;gigen Medien von der &ldquo;Bild&rdquo; bis zum &ldquo;Deutschlandfunk&rdquo;, deren redaktionelle Mehrheit diesem Tobak entweder aus Dummheit aufgesessen ist oder als Besserverdienende jene Standpunkte aus Eigeninteresse vertreten. L&auml;ngst haben weiteste Kreise der Politik das selbst&auml;ndige Denken und das begr&uuml;ndete Interesse am Allgemeinwohl und sozialem Ausgleich aufgegeben und sich, aus &Uuml;berzeugung oder um ihre eigene politische Karriere nicht zu gef&auml;hrden, zu Handlangern einzelwirtschaftlicher Interessen finanzstarker und entsprechend einflussreicher Unternehmen und Verb&auml;nde gemacht und die Menschen in Deutschland mit Ausnahme weniger, von den entsprechenden Gesetzgebungen profitierender Menschen, zu einer falschen Bescheidenheit erzogen. Nichts kann diese falsche Bescheidenheit vielleicht besser veranschaulichen, als die Entwicklung der Wirtschaftsleistung auf der einen Seite und der Entwicklung des durchschnittlichen Reallohns je Besch&auml;ftigten auf der anderen Seite&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2014\/04\/zur-infratest-dimapspiegel-umfrage-kein-grund-zur-zufriedenheit\/\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Gr&uuml;ne und Linke auf der Atlantik-Br&uuml;cke<\/strong><br>\nDer 1952 gegr&uuml;ndete Verein Atlantik-Br&uuml;cke e.V. bietet wohl das bedeutendste Berliner Parkett, auf dem sich die deutschen und US-amerikanischen M&auml;chtigen in diskreter Atmosph&auml;re begegnen. An die 500 Personen aus Politik, Wirtschaft und Milit&auml;r pflegen bei exklusiven Veranstaltungen den Austausch von Informationen und Interessen.<br>\n&ldquo;Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben&rdquo;, res&uuml;mierte einst Arend Oetker, damaliger Vorstands-Chef der Atlantik-Br&uuml;cke. Die findet man in der Schwesterorganisation American Council on Germany. Gute Kontakte zur US-Oligarchie suchten wohl auch Politiker von B&uuml;ndnis90\/Die Gr&uuml;nen und Linkspartei, welche sich &uuml;ber die denkbar konservative Br&uuml;cke f&uuml;hren lie&szlig;en.<br>\nDie Gr&uuml;ndungslegende der eher &ouml;ffentlichkeitsscheuen Atlantik-Br&uuml;cke besagt, besonnene Deutsche wie Eric Warburg und Gr&auml;fin Marion D&ouml;nhoff h&auml;tten durch ihr Engagement im Nachkriegsdeutschland die industrielle Demontage durch die US-Besatzer gestoppt und durch intensive Kontaktpflege f&uuml;r beide Seiten Vorteile erzielt. Tats&auml;chlich allerdings d&uuml;rfte die Initiative eher von Washington ausgegangen sein. Der Diplomat und Anwalt Allen Dulles, der das Au&szlig;enhandelsgesch&auml;ft der Wallstreet betreute und den US-Geheimdienst CIA aufbaute und schlie&szlig;lich leitete, hatte als routinierter Gesellschaftsl&ouml;we daf&uuml;r pl&auml;diert, im Nachkriegseuropa gezielt die Eliten anzusprechen und zu umschmeicheln, um &uuml;ber diese US-Interessen in &Uuml;bersee durchzusetzen.<br>\nDie Atlantik-Br&uuml;cke wird erg&auml;nzt von gastfreundlichen wie CIA-nahen Think Tanks wie dem ber&uuml;chtigten Aspen Institut und eben den sagenumwobenen (aber nun einmal realen) Bilderbergern, deren elit&auml;re Mitglieder sich mit Atlantikbr&uuml;cklern &uuml;berschneiden.<br>\nDie N&auml;he zur CIA wird nicht einmal verhehlt, verleiht die Atlantik-Br&uuml;cke doch ganz offiziell den Vernon Walters Award &ndash; gewidmet einem stellvertretenden CIA-Direktor, der in denkbar schmutzige Staatsreiche wie im Iran (1954), in Brasilien (1964) und Chile (1973) involviert war und in den 1960er Jahren Subversion gegen Gewerkschaften in Italien betrieben hatte. Den &ouml;stlichen Geheimdiensten galt der geschworene Kommunistenhasser Walters als der Drahtzieher schlechthin. Erst k&uuml;rzlich wurden zum 50. Jahrestag Akten &uuml;ber Walters klandestine Aktivit&auml;ten beim Staatsstreich in Brasilien von 1964 freigegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/41\/41551\/1.html\">heise.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Gerade vor dem Hintergrund der einseitigen Berichterstattung in Richtung Russland, darf man nicht vergessen dass sich im Dunstkreis der Atlantik Br&uuml;cke und anderer transatlantischer Netzwerkorganisationen nicht nur Politiker und Vertreter der herrschenden Eliten tummeln, sondern auch Journalisten der meinungsbildenden und -machenden Schl&uuml;sselmedien.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Juristisches Nachspiel wegen RTL-Beitrag: Zalando zeigt Undercover-Reporterin Lobig an<\/strong><br>\nMit versteckten Kameraaufnahmen deckte die 21-j&auml;hrige RTL-Reporterin Caro Lobig Missst&auml;nde im Erfurter Logistik-Lager von Zalando auf. Die Undercover-Reportage bleibt jedoch nicht ohne Folgen: Das Versandhaus erstatte Anzeige gegen die Journalistin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/unternehmen\/nach-tv-bericht-zalando-zeigt-undercover-reporterin-lobig-an_id_3776961.html\">Focus<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Rezensionen Thomas Piketty, Das Kapital im 21. Jahrhundert<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&ldquo;So wie jetzt kann Kapitalismus nicht funktionieren&rdquo;<\/strong><br>\netzt hat einer aus der Mitte der Zunft zum richtig gro&szlig;en Schlag ausgeholt. Thomas Piketty lehrt im Tempel der franz&ouml;sischen Wissenschaft, der &bdquo;Ecole des Hautes &Eacute;tudes en Sciences Sociales&ldquo; und hat an einer Eliteschmiede studiert. Sein Buch &bdquo;Das Kapital im 21. Jahrhundert&ldquo; wird, erst recht seit es k&uuml;rzlich auf Englisch herauskam, hymnisch besprochen&hellip;<br>\nPiketty und sein Team haben weltweit Wirtschaftsdaten zusammengetragen, jahrhundertealte Steuerlisten ausgewertet und dabei ein Muster gefunden: Verm&ouml;gen wachsen immer und &uuml;berall schneller als die Wirtschaftsleistung, wer Grund und Aktien besitzt, h&auml;lt stets die auf wachsenden Abstand, die arbeiten m&uuml;ssen, um zu leben. Alle bis auf das obere eine Prozent w&uuml;rden so immer &auml;rmer, wir seien bereits ins vordemokratische 19. Jahrhundert zur&uuml;ckgefallen: &bdquo;Unter den aktuellen Bedingungen kann Kapitalismus nicht funktionieren.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/kapitalismus-kritiker-thomas-piketty-so-wie-jetzt-kann-kapitalismus-nicht-funktionieren\/9784994.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Paul Krugman: Why We&rsquo;re in a New Gilded Age<\/strong><br>\nThe result has been a revolution in our understanding of long-term trends in inequality. Before this revolution, most discussions of economic disparity more or less ignored the very rich&hellip;<br>\nBut even those willing to discuss inequality generally focused on the gap between the poor or the working class and the merely well-off, not the truly rich&mdash;on college graduates whose wage gains outpaced those of less-educated workers, or on the comparative good fortune of the top fifth of the population compared with the bottom four fifths, not on the rapidly rising incomes of executives and bankers.<br>\nIt therefore came as a revelation when Piketty and his colleagues showed that incomes of the now famous &ldquo;one percent,&rdquo; and of even narrower groups, are actually the big story in rising inequality. And this discovery came with a second revelation: talk of a second Gilded Age, which might have seemed like hyperbole, was nothing of the kind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nybooks.com\/articles\/archives\/2014\/may\/08\/thomas-piketty-new-gilded-age\/?insrc=hpma\">The New York Review of Books<\/a><\/li>\n<li><strong>James K. Galbraith Kapital for the Twenty-First Century?<\/strong><br>\nAlthough Thomas Piketty, a professor at the Paris School of Economics, has written a massive book entitled Capital in the Twenty-First Century, he explicitly (and rather caustically) rejects the Marxist view. He is in some respects a skeptic of modern mainstream economics, but he sees capital (in principle) as an agglomeration of physical objects, in line with the neoclassical theory. And so he must face the question of how to count up capital-as-a-quantity.<br>\nHis approach is in two parts. First, he conflates physical capital equipment with all forms of money-valued wealth, including land and housing, whether that wealth is in productive use or not. He excludes only what neoclassical economists call &ldquo;human capital,&rdquo; presumably because it can&rsquo;t be bought and sold. Then he estimates the market value of that wealth. His measure of capital is not physical but financial.<br>\nThis, I fear, is a source of terrible confusion. Much of Piketty&rsquo;s analysis turns on the ratio of capital&mdash;as he defines it&mdash;to national income: the capital\/income ratio. It should be obvious that this ratio depends heavily on the flux of market value. And Piketty says as much. For example, when he describes the capital\/income ratio plummeting in France, Britain, and Germany after 1910, he is referring only in part to physical destruction of capital equipment. There was almost no physical destruction in Britain during the First World War, and that in France was vastly overstated at the time, as Keynes showed in 1919. There was also very little in Germany, which was intact until the war&rsquo;s end&hellip;.<br>\nIn sum, Capital in the Twenty-First Century is a weighty book, replete with good information on the flows of income, transfers of wealth, and the distribution of financial resources in some of the world&rsquo;s wealthiest countries. Piketty rightly argues, from the beginning, that good economics must begin&mdash;or at least include&mdash;a meticulous examination of the facts. Yet he does not provide a very sound guide to policy. And despite its great ambitions, his book is not the accomplished work of high theory that its title, length, and reception (so far) suggest.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dissentmagazine.org\/article\/kapital-for-the-twenty-first-century\">Dissent<\/a><\/li>\n<li><strong>Rendite schl&auml;gt Wachstum <\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/buch-ueber-kapitalismus-kapitalrendite-schlaegt-wirtschaftswachstum-1.1940636\">SZ<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung J.D.:<\/strong> Ich habe angefangen, &ldquo;Capital in the 21st Century&rdquo; zu lesen, und ich habe nicht den Eindruck, dass Piketty die Werke von Marx, Ricardo oder Malthus herabsetzen will. Er weist vielmehr darauf hin, dass in diesen Werken gro&szlig;e Vorarbeiten geleistet wurden, die jedoch daran kranken, dass sich ihre Autoren auf ihre Intuition verlassen mussten, da eineverl&auml;ssliche Datenbasis ihnen nicht zur Verf&uuml;gung stand. Und Kuznets wird nur insofern &ldquo;auf den M&uuml;ll der Geschichte gelegt&rdquo; als das Piketty sagt, dass die Entwicklung im Kapitalismus seit den Datenerhebungen Kuznets sich wieder hin zu gr&ouml;&szlig;erer Ungleichheit gedreht habe. Kuznets konnte diese Entwicklung nicht vorhersehen, hat aber mit seiner Datensammlung etwas Wichtiges und damals auch Einzigartiges geleistet. Das einzige was Piketty Kuznets vorwirft ist, dass dieser in seinen sp&auml;teren Vortr&auml;gen die voraussichtliche zuk&uuml;nftige Entwicklung weniger vorsichtig formuliert hat, wie in seinem Hauptwerk.<\/em><br>\n<em>Schon an dieses Behauptungen des Autors Thomas Steinfeld kann man ablesen, dass er Thomas Picketty als arrogant und als einen Schw&auml;tzer darstellen m&ouml;chte. Dies auch, wenn er darauf hinweist, dass die im Werk benutzten Daten aus dessen &ldquo;eigener&rdquo; Datenbank &ldquo;World Top Income Database&rdquo; kommen, die er &ldquo;sammeln mit modernem technischen Ger&auml;t auswerten lie&szlig;&rdquo; (man beachte das Passiv). H&auml;tte Piketty also etwa auf die Hilfe der Technik verzichten sollen? W&auml;re er dann f&uuml;r Steinfeld glaubw&uuml;rdiger? Wie bitte sch&ouml;n, werden umfangreiche Daten denn heute in Wissenschaft und Wirtschaft ausgewertet als mit Computerunterst&uuml;tzung?<\/em><\/p>\n<p><em>Nat&uuml;rlich ahnt der Durchschnittsb&uuml;rger, dass sich das Geld bei nur einigen wenigen sammelt. Und es gab auch schon viele Studien, die dies f&uuml;r die aktuelle Entwicklung best&auml;tigten. Wie sich aber die Entwicklung auf lange Sicht verh&auml;lt, dies herauszustellen ist Pikettys Verdienst.<\/em><br>\n<em>Darum geht es auch in &ldquo;Capital in the 21st Century&rdquo;. Die Ausgangsformel ist dabei nicht r &gt; g, wie Steinfeld behauptet &ndash; dies ist nur eine Relation und keine Formel. Die Ausgangsformel ist vielmehr das Kapital-\/Einkommensverh&auml;ltnis alpha = r * beta. Anhand dieser Formel werden dann Konvergenz und Divergenz von Output und Einkommen innerhalb und zwischen Volkswirtschaften erkl&auml;rt.<\/em><\/p>\n<p><em>Alles in allem ist dies wieder ein sehr tendenzi&ouml;ser Artikel &uuml;ber &ndash; oder besser gegen &ndash; ein Buch, dass sich kritisch mit der Ungleichheit der Wohlstandsverteilung innerhalb und zwischen Volkswirtschaften auseinandersetzt. Auf der einen Seite wird kritisiert, dass es nur eine Aufz&auml;hlung von Fakten bzw. Statistiken ist, auf der anderen Seite, dass Piketty nur schwache Probleml&ouml;sungen pr&auml;sentiert (&ldquo;Utopie&rdquo;). Nat&uuml;rlich darf nicht fehlen, dass Piketty bei der Wahl 2007 in Frankreich die Sozialisten unterst&uuml;tzt hat (&ldquo;sozialistischer Utopist&rdquo;). Statt sich also mit den Fakten, die Piketty in seinem Buch pr&auml;sentiert, auseinander zu setzen, wird personalisiert. Die Person Thomas Piketty wird in ein m&ouml;glichst schlechtes Licht ger&uuml;ckt und als &Uuml;berheblich und als Utopist bezeichnet, der seine im Buch pr&auml;sentierten Daten durch moderne technische Ger&auml;te auswerten lie&szlig; &ndash; somit also nach Meinung Steinfelds keine Eigenleistung erbrachte.  Die Fakten darin sind dem Durchschnittsb&uuml;rger schon l&auml;ngst bekannt und L&ouml;sungen werden auch nicht pr&auml;sentiert, so dass es sich gar nicht lohnt, &ldquo;Capital of the 21st Century&rdquo; zu lesen.<\/em><br>\n<em>Was weiterhin auff&auml;llt sind Verdrehungen von Aussagen im Buch oder gleich eine vollkommen falsche Wiedergabe. Bezeichnend f&uuml;r die Priorit&auml;t der Wirtschaftswissenschaften in der SZ-Redaktion (und nicht nur dort) ist auch, dass die Rezession zu diesem Buch nicht von einem studierten Wirtschaftswissenschaftler vorgenommen wurde. Thomas Steinfeld studierte Germanistik und Musikwissenschaften. Unter seinen, in seiner Vita angegebenen, von ihm verfassten B&uuml;chern ist keines, bei denen ich einen wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund erkennen kann.<\/em><\/p>\n<p><em>Capital in the Twenty-First Century by Thomas Piketty, translated from the French by Arthur Goldhammer <\/em><br>\n<em>Belknap Press\/Harvard University Press, 685 pp.<\/em><br>\n<em>ISBN: 978-0674430006<\/em><\/p>\n<p><em>Piketty hat viele seiner &ouml;konomischen Daten <a href=\"http:\/\/piketty.pse.ens.fr\/en\/\">auf seiner Webseite ver&ouml;ffentlicht<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Letzte: Oettinger und &Ouml;konomen pl&auml;dieren f&uuml;r Rente mit 70<\/strong><br>\nNoch in diesem Jahr soll die Rente mit 63 in Kraft treten. Der deutsche EU-Kommissar G&uuml;nther Oettinger (CDU) h&auml;lt das Vorhaben seiner eigenen Partei f&uuml;r einen schweren Fehler &ndash; und spricht sich stattdessen f&uuml;r eine Verl&auml;ngerung der Lebensarbeitszeit aus.<br>\n&ldquo;Wir haben einen Fachkr&auml;ftemangel und m&uuml;ssen in den n&auml;chsten Jahren &uuml;ber die Rente mit 70 sprechen&rdquo;, sagte Oettinger der &ldquo;Welt&rdquo;. &ldquo;Wir m&uuml;ssen Menschen mit beruflicher Weiterbildung fit machen f&uuml;r eine l&auml;ngere Lebensarbeitszeit.&rdquo;<br>\nUnion und SPD hatten sich in den Koalitionsverhandlungen auf die Einf&uuml;hrung der Rente mit 63 geeinigt. Bislang konnten lediglich Versicherte, die mindestens 45 Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert waren, mit 65 Jahren ohne Abschl&auml;ge in Rente gehen. Zuk&uuml;nftig sollen Versicherte nach 45 Jahren bereits mit 63 abschlagsfreie Altersbez&uuml;ge erhalten.<br>\nOettinger sagte, die Rente mit 63 sei auch ein &ldquo;falsches Signal&rdquo; nach au&szlig;en. &ldquo;Wir muten den Griechen mehr Arbeit bei schlechterem Gehalt zu. Die wundern sich jetzt, dass die Deutschen in die andere Richtung unterwegs sind&rdquo;, sagte er. W&auml;hrend der europ&auml;ischen Schuldenkrise hatten viele Euro-Staaten, darunter auch Griechenland, das Renteneintrittsalter erh&ouml;ht.<br>\n&Ouml;konomen unterst&uuml;tzen Oettingers Forderung. &ldquo;Es ist richtig, dass sich EU-Kommissar Oettinger die Forderung nach einem allgemeinen Renteneintritt ab 70 zu eigen gemacht hat&rdquo;, sagt Klaus Zimmermann, Chef des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). &ldquo;Mit der Rentenparty, die die deutsche Bundesregierung gerade auf Kosten der jungen Generation vorbereitet, gibt Deutschland in Europa seinen Anspruch auf F&uuml;hrung in rentenpolitischen Zukunftsfragen auf.&rdquo;<br>\nAuch wenn die Rente mit 70 erst in einigen Jahrzehnten Realit&auml;t werden w&uuml;rde, k&ouml;nnte dies Europa vor vielen Belastungen und schmerzlichen Anpassungsprozessen &ndash; wie etwa den ruin&ouml;sen Kampf um Fachkr&auml;fte &ndash; bewahren, sagte der Arbeitsmarktexperte Zimmermann. &ldquo;Die Rente mit 70 ist ein wichtiges europ&auml;isches Projekt, das auch vom neuen Europ&auml;ischen Parlament ernst genommen werden muss.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article127137875\/Oettinger-und-Oekonomen-plaedieren-fuer-Rente-mit-70.html\">Die Welt<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die Statements Oettingers illustrieren wieder einmal wie v&ouml;llig abgehoben Politiker von der gesellschaftlichen Realit&auml;t sind. Wie kann man immer noch vom &bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo; schwadronieren? Dass die wissenschaftlichen Mietschreiberlinge der herrschenden Eliten, wie das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA), so etwas verbreiten sollte nicht weiter verwundern. Fakt ist jedoch es gibt keinen  Fachkr&auml;ftemangel in Deutschland. Es sei denn man betrachtet eine Situation in der sich anstatt 200 nur 20 Kandidaten auf eine ausgeschriebene Stelle bewerben bereits als Fachkr&auml;ftemangel. Wir wissen nat&uuml;rlich nicht &uuml;ber welche Metainformationen Oettinger im Raumschiff Br&uuml;ssel verf&uuml;gt? Aber g&auml;be es wirklich einen Fachkr&auml;ftemangel m&uuml;ssten die Unternehmen sich ja gerade auch um Menschen mit 20 und mehr Jahren Berufserfahrung reisen. Die Arbeitsmarktrealit&auml;t vor Ort sieht aber so aus, dass gerade Arbeitnehmer ab Ende 40 und Anfang 50 bei Stellensuche aus der Arbeitslosigkeit heraus faktisch keine Chance mehr haben eine ad&auml;quate Stelle zu finden. Wie kann man da von einer Rente ab 70 daher reden?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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