{"id":21513,"date":"2014-04-24T08:57:21","date_gmt":"2014-04-24T06:57:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513"},"modified":"2014-04-25T09:46:53","modified_gmt":"2014-04-25T07:46:53","slug":"hinweise-des-tages-2114","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h01\">Ukraine-Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h02\">Josef Joffe &ndash; Die R&uuml;ckkehr der Autorit&auml;ren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h03\">Von der Krise profitieren: Wie Konzerne und Kanzleien in Europas Krisenl&auml;ndern Gewinne ergattern wollen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h04\">TTIP: Regierung kennt US-Dokumente nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h05\">How Underpaid German Workers Helped Cause Europe&rsquo;s Debt Crisis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h06\">The American Middle Class Is No Longer the World&rsquo;s Richest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h07\">Deutsche Familienpolitik setzt widerspr&uuml;chliche Anreize &ndash; 3,1 Mio. Frauen in &bdquo;stiller Reserve&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h08\">Langzeitarbeitslose: Du bleibst drau&szlig;en<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h09\">6,35 Milliarden Euro R&uuml;stungsb&uuml;rgschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h10\">Wolfgang J. Koschnick:  Das Delirium Subventionorum &ndash; Gruselgeschichten aus dem Irrenhaus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h11\">Populismus: Die Irrt&uuml;mer der Linken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h12\">Drittmittel an Hochschulen &ndash; Zwischen Freigeist und Dienstleistung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h13\">Nochmals: Stra&szlig;enbau-Notopfer im Zeichen der schwarzen Null<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h14\">Br&uuml;cke nach rechts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h15\">Totalit&auml;re Feindbilder. &Uuml;ber den Islam, Antiterrorismus und Faschismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513#h16\">Zu guter Letzt: Ganz bl&ouml;der Ortsname f&uuml;r Nicht-Ortskundige<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21513&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Ukraine-Krise:<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Auferstehung West?<\/strong><br>\nPutin sei Dank: Der Westen ist zur&uuml;ck von den Toten &ndash; aber nur vor&uuml;bergehend. Auch wenn Medien und Politik schon wieder zur westlichen Wehrert&uuml;chtigung mobilisieren &ndash; unser &ldquo;Imperialismus des Universellen&rdquo; ist unrettbar am Ende.<br>\nOstern ist die Zeit der Wunder. Und die Auferstehung ist bekanntlich das gr&ouml;&szlig;te Wunder von allen. Aber der Herr, der diesmal t&auml;tig wurde, ist nur der des Kreml und seine Wunderkraft entsprechend begrenzt: Wladimir Putin hat dem Westen, der vor der Ukraine-Krise zerstritten und schwach daniederlag, neue Kraft eingefl&ouml;&szlig;t. Die NSA-Krise ist vergessen, die Nato erwacht zu neuem Leben. Dem gemeinsamen Feind sei Dank.<br>\nAber der Schein tr&uuml;gt: Die Zerstrittenheit heilt nur vor&uuml;bergehend, und die Selbstzweifel werden zur&uuml;ckkehren. Denn der Anspruch des Westens, f&uuml;r die gesamte Welt sprechen zu d&uuml;rfen, war eine historische Anma&szlig;ung. Sie beruhte nicht auf einer h&ouml;heren Moral, sondern auf der st&auml;rkeren Macht. Aber die Macht des Westens ist zerbrochen. Und sie wird nicht wieder heil. (&hellip;)<br>\nEinsicht in die eigene Begrenztheit ist eine Eigenschaft, die der Westen nur langsam lernt. Aber das ist auch kein Wunder. Die westliche Weigerung, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, aus Erfahrungen und Fehlern, ist nur scheinbar frappierend. Totalit&auml;re Ideologien neigen nicht zum Selbstzweifel &ndash; und das, was der Historiker Heinrich August Winkler &ldquo;das normative Projekt des Westens&rdquo; genannt hat, war seinem Wesen nach von Anfang an eine totalit&auml;re Ideologie: Universalismus ist totalit&auml;r&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/augstein-kolumne-auferstehung-des-westens-in-der-ukraine-krise-a-965390.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung HR:<\/strong> Die angeblich hohen moralischen Werte trug und tr&auml;gt auch der Westen lediglich selektiv und willk&uuml;rlich (je nach eigenen Vorteil bedacht) vor: So erleben wir relativ zeitnah, dass die Proteste auf dem Kiewer Maidan demnach legal und Ausdruck des ukrainischen Volkswillens w&auml;ren w&auml;hrend die Proteste in der Ostukraine lediglich von durch Russland unterst&uuml;tzte &ldquo;Separatisten&rdquo; ausgehen w&uuml;rden.<\/em><br>\n<em>Augsteins berechtigter Hinweis auf den franz&ouml;sischen Nationalkonvent von 1792 erinnert an Helmut Schmidt, der insbesondere im Umgang mit China auch die &Uuml;berzeugung vertritt, dass die Menschenrechte eine Erfindung des Westens seien.<\/em><br>\n<em>Sch&ouml;n w&auml;re es, wenn Herr Augstein die &ldquo;Spiegel&rdquo;-Redaktion von seiner Meinung &uuml;berzeugen k&ouml;nnte, denn es ist auch &ldquo;Der Spiegel&rdquo;, der den Westen medial auferstehen l&auml;sst, indem er z.B. vom NSA-Skandal ablenkt; z.B. hier:  Politik verst&auml;rkt im Visier: Verfassungsschutz <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/spionage-verfassungsschutz-warnt-vor-russischem-geheimdienst-a-965306.html\">warnt vor russischen Spionen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>USA versprechen Kiew Hilfspaket<\/strong><br>\nUS-Vizepr&auml;sident Joe Biden hat der Ukraine bei seinem Besuch in Kiew die Hilfe seines Landes zugesichert. Die USA unterst&uuml;tzten den eingeschlagenen Weg der Ukraine, sagte Biden. Er versprach der krisengesch&uuml;ttelten Ex-Sowjetrepublik politische und wirtschaftliche Unterst&uuml;tzung.<br>\nIn einer schriftlichen Erkl&auml;rung k&uuml;ndigten die USA allerdings ein Hilfspaket von 50 Millionen Dollar an. Zudem w&uuml;rden gewisse Milit&auml;rg&uuml;ter im Wert von acht Millionen Dollar wie Funkger&auml;te und Fahrzeuge &ndash; aber keine Waffen &ndash; bereitgestellt. (&hellip;)<br>\nZuvor hatten die USA Russland erneut vorgeworfen, sich an den Unruhen in der Ostukraine beteiligt zu haben. Die US-Regierung pr&auml;sentierte in Washington mehrere Fotos als &ldquo;Beweise&rdquo; daf&uuml;r, dass einige der bewaffneten K&auml;mpfer in der Ostukraine in Wahrheit russische Milit&auml;rs oder Offiziere des russischen Geheimdienstes sind.<br>\nDie Fotos seien von der Regierung in Kiew &uuml;bergeben worden, sagte US-Au&szlig;enamtssprecherin Jen Psaki. Aber auch mehrere in internationalen Medien oder im Kurznachrichtendienst Twitter ver&ouml;ffentlichte Fotos seien &ldquo;weitere Beweise f&uuml;r die Verbindung zwischen Russland und den bewaffneten Milizen in der Ostukraine&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/ukraine-usa104.html\">tagesschau.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung HR:<\/strong> Soso, mal wieder sollen Fotos den Beweis liefern: Nachdem Colin Powell als US-Au&szlig;enminister dem UN-Sicherheitsrat Fotos vorlegte, die die Verbindung zwischen Saddam Hussein und Chemiewaffen belegen sollten, dienen diese Fotos offenbar einem &auml;hnlichen, durchsichtigen Zweck und es ist zu bef&uuml;rchten, dass deren Echtheit den gleichen Ma&szlig;st&auml;ben entspricht &ndash; auch wenn sie angeblich von den Machthabern in Kiew stammen, was nicht unbedingt ein Indiz f&uuml;r mehr Vertrauensw&uuml;rdigkeit darstellt.<\/em><\/p>\n<p><em>Und so sehen die Beweisfotos aus:<\/em><br>\n<em>Ukrainische Agenten nennen ihn &bdquo;den b&auml;rtigen Igor&ldquo; &ndash; und sein Bart hat ihn jetzt offenbar als russischen Soldaten in der Ost-Ukraine enttarnt!<\/em><br>\n<em>Es geht um vier Fotos, die von der ukrainischen Regierung und dem US-Au&szlig;enministerium verbreitet wurden. Und alle sollen den gleichen Mann zeigen: Ivanovich Strelkow, russischer Milit&auml;rgeheimdienstler.<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140424_01.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/krim\/der-mysterioese-bart-krieger-35657300.bild.html\">Bild.de<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Beziehungen zu Russland: Obamas neue H&auml;rte st&uuml;rzt Europa ins Dilemma<\/strong><br>\nObama will mit Putin nichts mehr zu tun haben und richtet sich auf eine Isolierung Russlands ein. Der neue US-Kurs bringt die Europ&auml;er in eine missliche Lage: Es wird immer schwerer, weiter auf Dialog mit Moskau zu setzen.<br>\nWenn US-Au&szlig;enminister John Kerry auf die EU-Au&szlig;enbeauftragte Catherine Ashton trifft, wirken die beiden wie ein eingespieltes Paar &ndash; so auch beim Krisengipfel zur Ukraine in Genf, als sie einm&uuml;tig das &Uuml;bergangsabkommen erl&auml;uterten, w&auml;hrend der russische Au&szlig;enminister Sergej Lawrow m&uuml;rrisch alleine vor die Presse trat.<br>\nDoch hinter den Kulissen ist von Harmonie nicht mehr viel zu sp&uuml;ren. Mit Sorge beobachten die Europ&auml;er eine neue Marschroute in Washington. Diese lautet: Funkstille mit Moskau. In Genf war aus der US-Delegation zu h&ouml;ren, die Skepsis gegen&uuml;ber Russland sei mittlerweile &uuml;berw&auml;ltigend gro&szlig; &ndash; und der Versuch einer Wiederbelebung der Beziehungen mit Moskau, den Ex-Au&szlig;enministerin Hillary Clinton noch 2011 mit gro&szlig;em Elan anging, geh&ouml;re endg&uuml;ltig der Vergangenheit an. &ldquo;Wir trauen Putin schlicht nicht mehr &uuml;ber den Weg&rdquo;, hie&szlig; es.(&hellip;)<br>\nDoch Obamas Kurswechsel ist auch deshalb so radikal, weil die US-Au&szlig;enpolitik l&auml;ngst wieder innenpolitisch geworden ist. Republikaner werfen seiner Regierung zu viel Verst&auml;ndnis f&uuml;r Russland vor. Und Hillary Clinton, die nach wie vor eine Pr&auml;sidentschaftskandidatur im Jahr 2016 erw&auml;gt, versucht bereits au&szlig;enpolitische Profilierung durch H&auml;rte. Die Demokratin verglich Putins Vorgehen auf der Krim gar mit der Politik Hitlers. Ein Washingtoner Clinton-Kenner sagt: &ldquo;Sie wei&szlig; genau: Als Russland-Versteherin gewinnt man bestimmt nicht die n&auml;chste Wahl.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/ukraine-obamas-harter-kurs-gegenueber-moskau-veraergert-eu-a-965408.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung HR:<\/strong> Demonstriert Obama etwa H&auml;rte gegen Putin und Russland, weil die US-Innenpolitik es erfordert?<\/em><br>\n<em>In den USA herrscht offenbar gro&szlig;es Misstrauen gegen Putin; ihm werde nicht mehr vertraut. Nach den Aff&auml;ren um WikiLeaks und den NSA-Skandalen erscheint diese Ansicht kaum oder gar nicht nachvollziehbar. Interessant ist die Frage, wen die USA &uuml;berhaupt trauen; mindestens ebenso bedeutsam d&uuml;rfte die Frage sein: Wem in der US-Regierung darf die Welt vertrauen?<\/em><br>\n<em>&ldquo;Wenn Zwei sich streiten, freut sich der Dritte&rdquo;, lautet ein Sprichwort:<\/em><br>\n<em>Wenn die Beziehungen zwischen Russland und den USA schlechter werden sollten, w&auml;re es eigentlich eine Chance f&uuml;r die EU und ihrer Mitgliedstaaten und insbesondere Deutschland, die Wege des Dialogs mit Russland zu nutzen und verst&auml;rkt auszubauen. Zu bef&uuml;rchten ist jedoch, dass insbesondere die recht neue schwarz-rote Bundesregierung diese Chance nicht nutzen wird, sondern weiter auf die &ldquo;guten Beziehungen&rdquo; zu den USA setzt und Europa (und wom&ouml;glich den Rest der Welt) in einen erneuten Kalten Krieg lenken wird.<\/em><br>\n<em>Und so wird wohl nicht die EU (und Deutschland), sondern vielleicht China der &ldquo;lachende Dritte&rdquo; sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Putins Dilemma<\/strong><br>\nDie Vereinigten Staaten befinden sich in der Er&ouml;ffnungsphase eines Kriegs gegen Ru&szlig;land. Die Politikmacher in Washington haben ihre Aufmerksamkeit vom Nahen Osten jetzt auf Eurasien gerichtet, wo sie hoffen, den ehrgeizigsten Teil ihres K&ouml;nigsplans zu verwirklichen: An der westlichen Flanke Ru&szlig;lands vorgeschobene St&uuml;tzpunkte aufzubauen, um die fortschreitende wirtschaftliche Integration zwischen Asien und Europa zu stoppen und endlich das langersehnte Ziel in Angriff zu nehmen, Ru&szlig;land zu zerst&uuml;ckeln. Das sind die Ziele der gegenw&auml;rtigen Politik. Die USA beabsichtigen ihre Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte in ganz Zentral-Asien auszubreiten,  die Kontrolle &uuml;ber lebenswichtige Resourcen und Pipeline-Trassen zu erlangen und China einzukreisen, um dessen weiteres Wachstum zu kontrollieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.counterpunch.org\/2014\/04\/23\/putins-dilemma\/\">Counterpunch<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Die Einleitung hat unser Leser und Tipp-Geber A.C. freundlicherweise &uuml;bersetzt. Der Artikel auf Counterpunch ist leider auf Englisch.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Josef Joffe &ndash; Die R&uuml;ckkehr der Autorit&auml;ren<\/strong><br>\nNach dem Mauerfall rollte eine Demokratie-Welle durch die Welt. Nun schwingt das Pendel zur&uuml;ck. Doch Putin und Co. k&ouml;nnen den Wettbewerb der Systeme nicht gewinnen. [&hellip;]<br>\nDer Westen konnte 1989 zu Recht vom Sieg der Demokratie und Marktwirtschaft reden. Damals war er das Vorbild. Heute gibt er zumindest in der Wirtschaft kein gutes Bild ab. Er zeigt Stagnation und Energieverlust, hohe Arbeitslosigkeit und hohe Schulden. Und mehr: Der Westen scheint nicht mehr gewillt zu sein, eine liberale Weltordnung aufrechtzuerhalten. Putin hat die Schw&auml;che erkannt und in der Ukraine erfolgreich gepokert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2014-04\/autoritaer-vorbild-demokratie\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Die &ouml;konomische Komponente spielt bei der &bdquo;Systemfrage&ldquo; in der Tat eine Rolle. Als Russland zu Jelzins Zeiten (fast) so wirtschaftsliberal gef&uuml;hrt wurde, wie Josef Joffe sich dies w&uuml;nscht, bedeutete dies f&uuml;r die normale Bev&ouml;lkerung Massenarmut, Chaos und Massenarbeitslosigkeit, w&auml;hrend der Westen und einige Oligarchen das gro&szlig;e Gesch&auml;ft machten. Die Oligarchen gibt es auch heute noch und der Westen verdient ebenfalls pr&auml;chtig in Russland (au&szlig;er im Energiesektor) &ndash; Putins abgeschw&auml;chter Staatskapitalismus hat jedoch auch dazu gef&uuml;hrt, dass es den normalen Menschen deutlich besser geht und das eine echte Mittelschicht entstehen konnte. Wer will den Russen da verdenken, dass sie nicht viel von wirtschaftsliberalen Reformen halten? &Uuml;berzeugte Transatlantiker wie Joffe werden wohl nie verstehen, dass die Menschen im Zweifel lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach haben wollen und die neoliberalen M&auml;rchen vom allgemeinen Wohlstand l&auml;ngst durchschaut haben. Und nach den nackten Zahlen sind &bdquo;autorit&auml;re&ldquo; Staaten wie Russland oder China nun einmal die Systeme, in denen die Menschen im letzten Jahrzehnt am meisten am wirtschaftlichen Aufschwung partizipiert haben. Wenn Joffe und Co. die Menschen vom angels&auml;chsischen Kapitalismus begeistern wollen, m&uuml;ssen sie auch etwas bieten &ndash; Sonntagsreden allein reichen da nicht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Von der Krise profitieren: Wie Konzerne und Kanzleien in Europas Krisenl&auml;ndern Gewinne ergattern wollen<\/strong><br>\nDie Studie &bdquo;Von der Krise profitieren&rdquo; erz&auml;hlt die Geschichte von Konzernen, die mit Hilfe von Anwaltskanzleien internationale Investitionsabkommen nutzen, um Gewinne zu ergattern &ndash; indem sie Regierungen der europ&auml;ischen Krisenl&auml;nder vor internationalen Schiedsgerichten verklagen. Die Studie zeigt, wie das globale Investitions-Schutz-System in Wirtschaftskrisen w&auml;chst und gedeiht, wobei sein Nutzen sehr ungleich verteilt ist. Spekulanten, die riskante Investitionen t&auml;tigen, sind gesch&uuml;tzt, w&auml;hrend normale B&uuml;rger keinen derartigen Schutz genie&szlig;en und &ndash; durch strenge Sparpolitik in der Krise &ndash; grundlegender sozialer Rechte beraubt wurden. Lange Zeit blieben die europ&auml;ische L&auml;nder weitgehend verschont von Investor-Staat-Klagen. Aber im Kontext der weltwei- ten Finanzkrise interessieren sich Konzerne und Anw&auml;lte auf der Suche nach m&ouml;glichen Gewinnen zunehmend f&uuml;r Europa. Ein Investitions-Schutz-System, das in europ&auml;ischen Hinterzimmern konzipiert wurde und internationalen Konzernen weit- reichende M&ouml;glichkeiten einr&auml;umt, Regierungen zu verklagen, wendet sich nun zunehmend gegen seine Sch&ouml;pfer.<br>\nRechtliche Grundlage dieser Klagen sind die &uuml;ber 3000 heute g&uuml;ltigen internationalen Investitionsabkommen. Sie enthalten weitreichende Rechte zum Schutz von Privateigentum, die in Klauseln wie etwa &bdquo;gerechte und billige Behandlung&rdquo; und &bdquo;Schutz vor indirekter Enteignung&rdquo; verankert sind. Das Problem ist, dass sich solche Klauseln derart weit auslegen lassen, dass sie f&uuml;r Konzerne zum Freibrief werden, um Staaten f&uuml;r Regulierungen zu verklagen, die nach Ansicht der Investoren derzeitige oder zuk&uuml;nftige Gewinne beeintr&auml;chtigen k&ouml;nnten. Zudem gew&auml;hren Investitionsabkommen Konzernen weitreichenden Eigentumsschutz, ohne dass Staaten entsprechende Rechte zugestanden w&uuml;rden, ihre Bev&ouml;lkerung zu sch&uuml;tzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/corporateeurope.org\/sites\/default\/files\/profiting-crisis-ex-sum-de_0.pdf\">Corporate Europe Observatory [PDF &ndash; 92 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Obiger Text bezieht sich auf die deutsche Zusammenfassung der Studie der Organisationen Transnational Institute (TNI) und Corporate Europe Observatory (CEO). <a href=\"http:\/\/corporateeurope.org\/sites\/default\/files\/profiting-from-crisis_1.pdf\">&bdquo;Profiting from Crisis &ndash; How corporations and lawyers are scavenging profits from Europe&rsquo;s crisis countries&rdquo; [PDF &ndash; 942 KB]<\/a>. Die Studie zeigt zun&auml;chst einmal auf, dass bereits in den weltweiten Wirtschaftskrisen von Mexiko 1994 bis Argentinien 2001 Konzerne Staaten &uuml;ber Investor-Staat-Schiedsverfahren von Konzernen angegriffen wurden, als jene Ma&szlig;nahmen trafen, um ihre Volkswirtschaft zu retten. Weiterhin weist die Studie daraufhin, dass bereits jetzt europ&auml;ische Krisenl&auml;nder, aufgrund politischer Entscheidungen, zu denen sie von au&szlig;en gezwungen wurden, sich neben Sparpaketen und der daraus entstandenen Rezession mit zus&auml;tzlichen Schadenersatzforderungen konfrontiert sehen. Laut Studie geht es um mindestens 1,7 Milliarden Euro. Beispiele: &ldquo;In Zypern verlangt die Marfin Investment Group, ein Kapitalanleger mit Sitz in Griechenland, der in eine Reihe fragw&uuml;rdiger Kreditvergaben verwickelt war, 823 Millionen Euro Schadensersatz f&uuml;r verlorene Investitionen, nachdem Zypern gezwungen worden war, die Laiki Bank im Zuge eines Rettungspakets der EU zu verstaatlichen.&rdquo; In Spanien klagen die Commerzbank, die BayernLB, Sal. Oppenheim, die Deutsche Bank und die Hamburger Sparkasse, die in spanische Solaranlagen investiert hatten, als diese noch kr&auml;ftig durch den spanischen Staat subventioniert wurden, obwohl sich die Krise und damit eine K&uuml;rzung der Subventionen bereits abzeichnete. Es geht um 700 Millionen Euro Entsch&auml;digung. Die spanischen Solarfirmen bleiben au&szlig;en vor, denn Inl&auml;nder kommen in dem Abkommen nicht vor.<\/em><br>\n<em>Pia Eberhardt, Referentin f&uuml;r Handelspolitik bei Corporate Europe Observatory und <a href=\"http:\/\/corporateeurope.org\/de\/pressreleases\/2014\/03\/spekulative-investoren-wollen-ber-17-milliarden-euro-von-europas-krisenl-ndern\">Mitautorin der Studie sagte<\/a>: &bdquo;Schon heute nutzen spekulative Investoren Investitionsabkommen, um die knappen Staatskassen der verarmten europ&auml;ischen Krisenl&auml;nder weiter zu pl&uuml;ndern. Es w&auml;re politischer Wahnsinn, Konzernen in dem noch weiterreichenden geplanten transatlantischen Freihandelsabkommen dieselben &uuml;berzogenen Rechte einzur&auml;umen.&#8223; Man muss sich vorstellen welche Dimension das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA h&auml;tte: &ldquo;75.000 Unternehmen mit Niederlassungen sowohl in der EU als auch in den USA k&ouml;nnten &uuml;ber das transatlantische Freihandelsabkommen Investoren-Klagen einleiten.&rdquo; So hei&szlig;t denn auch in der Studie: &ldquo;Europas Erfahrungen mit Unternehmen, die mit Spekulationen von der Krise profitieren, sollte uns eine Warnung sein, dass den Rechten der Unternehmen Grenzen gesetzt werden und die Rechte der Menschen an erster Stelle stehen m&uuml;ssen.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>TTIP: Regierung kennt US-Dokumente nicht<\/strong><br>\nDie Verhandlungen &uuml;ber ein Freihandelsabkommen zwischen der Europ&auml;ischen Union und den USA (TTIP) k&ouml;nnen m&ouml;glicherweise im Jahr 2015 abgeschlossen werden. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (18\/1118) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen (18\/828) mit. Darin wird einger&auml;umt, dass die Bundesregierung keinen Zugang zu den von den USA vorgelegten Verhandlungsdokumenten hat: &bdquo;Die Bundesregierung hat mehrfach darauf hingewiesen, dass dies f&uuml;r eine verantwortungsvolle Begleitung des Verhandlungsprozesses, wie es nach den EU-Vertr&auml;gen in der Handelspolitik vorgesehen ist, unzureichend ist.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2014_04\/2014_209\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>How Underpaid German Workers Helped Cause Europe&rsquo;s Debt Crisis<\/strong><br>\nTo understand a crucial reason for the European financial crisis that nearly caused a global financial collapse and threatened to undo a six-decade push toward a united Europe, you could look at a bunch of charts of bond markets and current account deficits and fiscal imbalances.<br>\nOr, you could take a look at new data compiled by LIS, a group that maintains the Luxembourg Income Study Database, that shows how income is distributed in countries around the world. It offers a surprising insight about why Europe came to the financial brink.<br>\nIn most advanced economies, the middle class made significant advances in earning power over the last few decades, even if the rich have done quite a lot better. But one major country stands out as the exception, with middle-income workers seeing no meaningful increase since the 1990s.<br>\nIt is Germany, the largest economy in Europe. And the numbers are remarkable. From 2000 to 2010, after-tax income for people in the middle of the income distribution in Germany increased 1.4 percent. Not per year. Total.\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140424_02.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140424_02_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/04\/23\/upshot\/how-underpaid-german-workers-helped-cause-europes-debt-crisis.html?_r=0\">New York Times<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> F&uuml;r NachDenkSeiten-Leserinnen und &ndash;Leser nichts Neues, aber es ist doch immer wieder erstaunlich, dass die Sicht von drau&szlig;en so ganz anders ist, als unsere Regierung uns das st&auml;ndig weiszumachen versucht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>The American Middle Class Is No Longer the World&rsquo;s Richest<\/strong><br>\nWhile the wealthiest Americans are outpacing many of their global peers, a New York Times analysis shows that across the lower- and middle-income tiers, citizens of other advanced countries have received considerably larger raises over the last three decades.<br>\nAfter-tax middle-class incomes in Canada &mdash; substantially behind in 2000 &mdash; now appear to be higher than in the United States. The poor in much of Europe earn more than poor Americans.<br>\nThe struggles of the poor in the United States are even starker than those of the middle class. A family at the 20th percentile of the income distribution in this country makes significantly less money than a similar family in Canada, Sweden, Norway, Finland or the Netherlands. Thirty-five years ago, the reverse was true.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/04\/23\/upshot\/the-american-middle-class-is-no-longer-the-worlds-richest.html\">The New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutsche Familienpolitik setzt widerspr&uuml;chliche Anreize &ndash; 3,1 Mio. Frauen in &bdquo;stiller Reserve&ldquo;<\/strong><br>\nWenn Frauen in Deutschland im gleichen Umfang wie in Schweden arbeiten k&ouml;nnten, stiege das Arbeitsangebot um rund 3,1 Millionen Vollzeitangestellte. Rein rechnerisch lie&szlig;e sich der k&uuml;nftige Fachkr&auml;ftemangel damit leicht decken. Kinderbetreuung und Ganztagsschulen werden hier allerdings im Vergleich zu Schweden erst mit rund 50 Jahren Versp&auml;tung ausgebaut. &bdquo;F&uuml;r diese Angebote fehlt das Geld hinten und vorne, weil wir in Deutschland zwei unterschiedliche Familienmodelle f&ouml;rdern&ldquo;, kritisiert Prof. Dr. Gerhard Bosch, Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universit&auml;t Duisburg-Essen (UDE).<br>\nDie Datenbank der OECD zeigt, dass wir nur 0,5 Prozent des Bruttosozialprodukts in Kinderbetreuung investieren im Vergleich zu 2,1 Prozent in D&auml;nemark, 1,7 Prozent in Schweden oder 1,2 Prozent in Frankreich. In Deutschland werde neben dem neuen Familienmodell mit zwei Verdienern nach wie vor das alte Hauptverdienermodell gef&ouml;rdert, stellt Bosch fest. Die Kombination von abgeleiteter Krankenversicherung, Ehegattensplitting, Mini-Jobs und &bdquo;Herdpr&auml;mie&ldquo; (Betreuungsgeld) setze starke Anreize, dass Frauen gar nicht oder wenn, dann nur geringf&uuml;gig arbeiteten.<br>\nDamit werden die Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse von Frauen sehr stark zerst&uuml;ckelt: Die Erwerbst&auml;tigenquote der Frauen in Deutschland ist zwischen 2001 und 2011 zwar um 9 Prozentpunkte auf 67,7 Prozent gestiegen. Weil viele aber nur in Teilzeit besch&auml;ftigt sind, sieht es umgerechnet in Vollzeitstellen wesentlich bescheidener aus: Die Quote erh&ouml;ht sich dann nur um 5,3 Prozent auf 51,8 Prozent. Eine Auswertung des sozio-&ouml;konomischen Panels durch das Institut Arbeit und Qualifikation zeigt, dass 2008 in Mini-Jobs durchschnittlich zw&ouml;lf Stunden die Woche gearbeitet wurde, die Besch&auml;ftigten aber gerne 20,8 Stunden arbeiten w&uuml;rden. &bdquo;Ob es mit dem Ausbau der Kinderbetreuung und der Ganztagsschulen, dem Elterngeld sowie familienfreundlicheren Arbeitszeiten zu einer Trendwende kommt, bleibt abzuwarten&ldquo;, meint Bosch. &bdquo;Das Erwerbsverhalten &auml;ndert sich bei den Frauen, sie wollen zunehmend erwerbst&auml;tig werden, aber landen durch Fehlanreize einer widerspr&uuml;chlichen Familienpolitik oft in der Teilzeit-Sackgasse.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iaq.uni-due.de\/aktuell\/presse\/2014\/140422.php\">IAQ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Langzeitarbeitslose: Du bleibst drau&szlig;en<\/strong><br>\nLangzeitarbeitslos&rdquo; ist, wer &ldquo;ein Jahr und l&auml;nger arbeitslos&rdquo; ist, so regelt es Paragraf 18 im Dritten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB III). Schon rein sprachlich sendet der Begriff ein Alarmsignal an Erwerbslose ebenso wie an ihre Umwelt: &ldquo;Langzeitarbeitslos&rdquo;, das klingt wie &ldquo;Ladenh&uuml;ter&rdquo; oder &ldquo;Brot vom Vortag&rdquo;. Es scheinen Bilder von Menschen auf, die viele Jahre aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sind, die ihre beruflichen Kompetenzen l&auml;ngst verloren haben, die am Rande der Gesellschaft stehen &ndash; Charakterisierungen, die f&uuml;r einen Teil derjenigen zutreffen m&ouml;gen, die statistisch als Langzeitarbeitslose erfasst werden, aber keineswegs f&uuml;r alle. Das Ladenh&uuml;ter-Image sch&uuml;rt Ressentiments: Langzeitarbeitslose &ndash; nein danke! 67 Prozent der Betriebe, die keine Erfahrung mit der Besch&auml;ftigung von &ldquo;Langzeitarbeitslosen&rdquo; haben, sind nicht bereit, bei der Besetzung freier Stellen BewerberInnen in Betracht zu ziehen, die mehr als ein Jahr lang ohne Job waren. Vorurteile zementieren den Unterschied, tats&auml;chliche Erfahrungen sprechen eine andere Sprache: Die H&auml;lfte der Betriebe, die Langzeitarbeitslose bei Einstellungen ber&uuml;cksichtigen, bewertet deren Zuverl&auml;ssigkeit und Arbeitsmotivation als gut oder sehr gut. &ndash; Die ge&uuml;bte Gleichsetzung von &ldquo;Langzeitarbeitslosigkeit&rdquo; mit &ldquo;Minderleistung&rdquo; hat mentale Besch&auml;ftigungsbarrieren entstehen lassen, die unverz&uuml;glich abgebaut werden m&uuml;ssen. Das Bundesarbeitsministerium allerdings setzt die problematische Zweiteilung fort, ja: Die Trennung zwischen erstem und zweitem Jahr der Arbeitslosigkeit wird weiter vertieft. &ldquo;Rentenpaket&rdquo; und &ldquo;Tarifpaket&rdquo; vers&auml;umen die Chance, diskriminierende Regelungen f&uuml;r &ldquo;Langzeitarbeitslose&rdquo; abzuschaffen und f&uuml;gen, nicht nur im Mindestlohngesetz, neue Diskriminierungen hinzu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F04%2F24%2Fa0162&amp;cHash=c95dd5bbf2d447a3a17b8aeb7a18790a\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So &uuml;berzeugend Eva M. Welskop-Deffaa vom Ver.di-Bundesvorstand (Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik) und Mitglied im Verwaltungsrat der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit argumentiert, die Bundesregierung hat ganz andere Pl&auml;ne und wird von der BA unterst&uuml;tzt. Beziehern von Arbeitslosengeld II sollen die Zuwendungen komplett gestrichen werden, wenn sie wiederholt Termine beim Jobcenter nicht wahrnehmen. Bisher wurde in solchen F&auml;llen zwar gek&uuml;rzt (30 Prozent), aber nicht komplett gestrichen. BA-Vorstand Heinrich Alt zu den Planungen. &bdquo;Wir neigen in Deutschland dazu, jedem Einzelfall gerecht werden zu wollen&ldquo;, sagte Alt der &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung. Das mache Hartz IV viel zu b&uuml;rokratisch. Ziel m&uuml;sse es sein, das Leistungsrecht zu vereinfachen, um mehr Zeit daf&uuml;r zu haben, die Menschen in Ausbildung und Besch&auml;ftigung zu bringen. &bdquo;Wenn wir es einfacher machen wollen, wird es sicher auch wieder etwas ungerechter werden&ldquo;, <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/regierung-plant-hartz-iv-reform-wer-schwaenzt-geht-leer-aus\/9795858.html\">r&auml;umte Alt ein<\/a>. &bdquo;Aber wenn wir nicht bereit sind zu etwas mehr Ungleichheit, wird das System so komplex bleiben.&ldquo; &ndash; Wie sch&ouml;n, das Motto k&ouml;nnte lauten: Mehr F&ouml;rderung durch mehr Forderung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>6,35 Milliarden Euro R&uuml;stungsb&uuml;rgschaften<\/strong><br>\nSeit Beginn der vergangenen Legislaturperiode bis Ende Januar 2014 sind Exportkreditgarantien f&uuml;r 13 R&uuml;stungsprojekte genehmigt worden. Darunter waren Hermesdeckungen f&uuml;r U-Boote f&uuml;r &Auml;gypten und Israel sowie Fregatten f&uuml;r Algerien. Die Gesamtsumme der Exportkreditgarantien bel&auml;uft sich auf 6,35 Milliarden Euro. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (18\/1174) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18\/670) hervor.<br>\nWie die Regierung weiter mitteilt, gab es seit Beginn der vergangenen Legislaturperiode bis Ende Januar 2014 insgesamt 15 Termine von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der R&uuml;stungsindustrie oder Termine mit Beteiligung der R&uuml;stungsindustrie. Dazu z&auml;hlen auch Reisen der Bundeskanzlerin wie 2010 in die T&uuml;rkei oder 2011 nach Nigeria, an denen Vertreter der R&uuml;stungsindustrie teilnahmen, legt die Bundesregierung dar. Weitere acht Termine mit Beteiligung der R&uuml;stungsindustrie hatten der Chef des Bundeskanzleramtes und der Staatsminister. Auf 58 Termine kommt das Bundeswirtschaftsministerium, auf 22 das Ausw&auml;rtige Amt. Zu den Terminen des Ausw&auml;rtigen Amts z&auml;hlt unter anderem die Teilnahme von Au&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier an einem Neujahrskonzert, an dem auch drei Vertreter der R&uuml;stungsindustrie teilnahmen. Sechs Termine nennt das Bundesfinanzministerium und 99 das Bundesverteidigungsministerium. Au&szlig;erdem werden in der Antwort zahlreiche Veranstaltungen der R&uuml;stungsindustrie aufgef&uuml;hrt, an denen Vertreter der Bundesregierung teilnahmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2014_04\/2014_210\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das R&uuml;stungsgesch&auml;ft l&auml;uft offenbar wie &bdquo;geschmiert&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wolfgang J. Koschnick:  Das Delirium Subventionorum &ndash; Gruselgeschichten aus dem Irrenhaus<\/strong><br>\nEuro. Spitzenreiter beim Einstreichen des Geldsegens aus den Agrart&ouml;pfen sind Frankreich (10 Milliarden) und Spanien (7,5 Milliarden). Daf&uuml;r zahlt jeder B&uuml;rger und jede B&uuml;rgerin in der EU pro Jahr etwa 100 Euro in den Agrarhaushalt der Gemeinschaft.<br>\nIn Deutschland kassiert nur ein Prozent der Gro&szlig;betriebe 30 Prozent der EU-Agrarmittel, die nach Deutschland flie&szlig;en. 75 Prozent der kleinen Landwirte m&uuml;ssen sich mit 30 Prozent zufrieden geben. Dabei kommt es schon mal vor, dass f&uuml;r riesige Fl&auml;chen, die &uuml;berhaupt nicht bewirtschaftet werden, hohe Summen ausgezahlt werden. Die Subventionsbezieher m&uuml;ssen n&auml;mlich keinerlei Leistungsnachweis daf&uuml;r erbringen, was sie mit den Direktzahlungen machen.<br>\nSo ist einer der gr&ouml;&szlig;ten Bezieher von Agrarsubventionen der Essener Energiekonzern RWE, der mit Schaufelradbaggern Braunkohle f&ouml;rdert und die Fl&auml;chen danach wieder begr&uuml;nt. Mit 10.000 ha, die nach Abbau der Bodensch&auml;tze zu Landwirtschaftsfl&auml;che mutiert sind, z&auml;hlt RWE zu den gr&ouml;&szlig;ten Bauern Deutschlands (Jahresgewinn 6,8 Milliarden Euro). Die EU-Zahlungen summierten sich von 2002 bis 2006 auf &uuml;ber 2,1 Millionen Euro.<br>\nNoch kurioser sind F&ouml;rdergelder f&uuml;r globale Nahrungsmittelkonzerne wie Nestl&eacute;, dessen Betriebsgewinn 2013 bei 6,5 Milliarden Euro lag: Er bezieht dennoch mehrere Millionen Euro von der EU, weil der Konzern von EU-Bauern Zucker und Milch kauft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/41\/41557\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Populismus: Die Irrt&uuml;mer der Linken<\/strong><br>\nDie bisherigen Artikel in diesem ipg-Schwerpunkt zum Rechtspopulismus haben die wachsenden Stimmanteile f&uuml;r rechtspopulistische Parteien im Wesentlichen als Alarmzeichen interpretiert: Als &ldquo;politischen Hilferuf&rdquo; sich marginalisiert f&uuml;hlender Menschen (Laurent Baumel), als &ldquo;Zeichen&rdquo; f&uuml;r eine zunehmende Unzufriedenheit mit zentralen gesellschaftlichen und &ouml;konomischen Entwicklungen (Anthony Painter), als Artikulation einer wachsenden Besorgnis gegen&uuml;ber Art und Geschwindigkeit der europ&auml;ischen Integration (Andr&eacute; Gerrits).<br>\nDiese Interpretationen sind richtig und entsprechend wichtig. Denn allzu lange hat es sich die Linke bei der Interpretation des Wachstums populistischer Bewegungen viel zu einfach gemacht. Sie hat die durch den Populismus artikulierte Unzufriedenheit niemals wirklich ernst genommen, sondern mit p&auml;dagogisierender Arroganz bei Seite gewischt. Die Auseinandersetzung mit den Argumenten der Populisten wurde schlicht verweigert. Diese Haltung n&uuml;tzt nur einer Seite: Den Rechtspopulisten, die von Wahl zu Wahl st&auml;rker werden und immer tiefer in W&auml;hlerschichten der linken Mitte einbrechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/schwerpunkt-des-monats\/populismus-in-europa\/artikel\/detail\/populismus-die-irrtuemer-der-linken-363\/\">Internationale Politik und Gesellschaft (IPG)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Drittmittel an Hochschulen &ndash; Zwischen Freigeist und Dienstleistung<\/strong><br>\nImmer &ouml;fter nehmen die deutschen Hochschulen private Gelder an &ndash; um die Forschung, aber auch die Ausbildung der Nachwuchsakademiker zu finanzieren. F&uuml;r viele Studenten eine fragw&uuml;rdige Entwicklung. Denn nicht immer ist klar, wie viel Einfluss Unternehmen so auf die Lehre nehmen&hellip;.<br>\nKaum eine Hochschule in Deutschland legt komplett offen, welches Unternehmen wie viel Geld f&uuml;r welche Dienstleistung oder Kooperation bezahlt.<br>\nDabei wird unternehmensfinanzierte Forschung immer wichtiger. Der Stifterverband f&uuml;r die deutsche Wissenschaft sch&auml;tzt, dass es aktuell deutschlandweit rund 1000 Stiftungslehrst&uuml;hle an Hochschulen gibt: Professoren, die nicht vom Staat, sondern von Firmen bezahlt werden &ndash; was die Frage aufwirft, wie viel Einfluss sich die Geldgeber damit auf die Inhalte der Forschung und der Lehre sichern&hellip;<br>\nOhne die 6,3 Milliarden Euro, die die deutschen Unis und Fachhochschulen im Jahr 2011 als Drittmittel einwarben, w&auml;re der Betrieb der Hochschulen gar nicht mehr m&ouml;glich.<br>\nAndere Quellen sprechen sogar von deutlich &uuml;ber zehn Milliarden Euro pro Jahr, die deutsche Konzerne in die Auftragsforschung stecken. Mittlerweile kommt damit durchschnittlich jeder vierte Euro in den Uni-Haushalten aus Drittmitteln &ndash; externe Geldgeber werden an den Hochschulen also immer wichtiger&hellip;<br>\nDer Trend zur unternehmerischen Hochschule, wie er in den letzten zehn oder 15 Jahren verfolgt wurde, sei gef&auml;hrlich, warnt Wolfgang Lieb, der mittlerweile die kritische Internetplattform Nachdenkseiten betreibt. Wenn heutige Uni-Vertreter und Wissenschaftspolitiker &uuml;ber Hochschulen sprechen, gehe es normalerweise nicht mehr um Erkenntnis, Wahrheitssuche oder die Freiheit der Wissenschaft.<br>\n&ldquo;Wie aus einem Redenschreib-Generator, bis zum &Uuml;berdruss, tauchen immer wieder folgende Stichworte auf: Wettbewerb, Autonomie, Exzellenz, Internationalit&auml;t, effektives Management, Wirtschaftlichkeit, zus&auml;tzliche Finanzierungsquellen angesichts knapper &ouml;ffentlicher Kassen, selbstverst&auml;ndlich darf Marketing nicht fehlen.&rdquo;<br>\nDadurch, so Wolfgang Lieb, habe sich bereits das gesamte Selbstverst&auml;ndnis der Universit&auml;ten und Fachhochschulen ge&auml;ndert.<br>\n&ldquo;Die Qualit&auml;t einer Hochschule bestimmt sich nicht mehr aus ihrer wissenschaftlichen Anerkennung innerhalb der scientific community, sondern in der unternehmerischen Hochschule erweist sich die Qualit&auml;t in der Konkurrenz mit ihresgleichen. Die Qualit&auml;t der Forschung l&auml;sst sich aus der erfolgreichen Konkurrenz um Marktanteile bei den Forschungsmitteln, n&auml;mlich der H&ouml;he der Drittmitteleinwerbung &ndash; also an handfestem Kapital messen.&rdquo;<br>\nMit anderen Worten: Der Beste ist, wer die meisten Geldgeber in der Wirtschaft findet. Damit aber, sagt Wolfgang Lieb, habe sich die Hochschule verkauft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/drittmittel-an-hochschulen-zwischen-freigeist-und.724.de.html?dram:article_id=283064\">DLF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21505#h17\">Nochmals: Stra&szlig;enbau-Notopfer im Zeichen der schwarzen Null<\/a><\/strong><br>\nDazu eine Anmerkung B.G.: ich schreibe euch zum Punkt 17 der Hinweise des Tages (v.23.04).<br>\nEs geht um die Diskussion, die seit dem Wochenende gef&uuml;hrt um die Vorschl&auml;ge von MP Albig, wie die Kosten f&uuml;r den Erhalt und Ausbau der Stra&szlig;en finnanziert werden soll.<br>\nDie Phantasielosigkeit und Schlichtheit dieser Debatte fordert eine Widerrede geradezu heraus. Zwei Dinge noch vorweg:<br>\nIch geh&ouml;re, glaube ich, mit meinen 32 Jahren noch zu oft genannten Gruppe der &ldquo;nachfolgenden Generation&rdquo;. Ihr wird ja in heuchlerisch- sorgender Manier ein Wille unterstellt, aus dem handfeste Forderungen an die Politik abgeleitet werden, der sich f&uuml;r manche Leute aber im Hier und Jetzt bereits ganz schn&ouml;de auszahlt. Wie praktisch, nicht wahr? Und eines noch: Ich besitze ein Auto, das ich gelegentlich nutze.<br>\nNun aber zu meinen Anmerkungen:\n<ol>\n<li>Es wird in diesem Zusammenhang abermals &ndash; und meist unwidersprochen! &ndash; kolportiert, die Autofahrer w&uuml;rden mit allen direkten und indirekten Abgaben bereits jetzt &uuml;ber geb&uuml;hr belastet. Au&szlig;erdem w&uuml;rden alle diese Einnahmen ausreichen, die (Stra&szlig;en-) Verkehrswege zu finanzieren. Leider w&uuml;rden die Kfz- und Mineral&ouml;lsteuer zweckentfremdet (sic!). Diese Behauptungen sind unzutreffend. Sie sind schlicht ein Mythos, der von der Autoverkehrslobby seit Jahrzehnten benutzt wird. Zur Widerlegung m&ouml;chte ich dazu auf S. 64 eines Dossiers des Umweltbundesamtes verweisen. Es befasst sich u.a. <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/publikation\/long\/4364.pdf\">mit den ganzen Kosten des Verkehrs [PDF &ndash; 5.1 MB]<\/a>. Sehr nachvollziehbar und bisher unwiderlegt steht dort, dass alle Beitr&auml;ge der deutschen Autofahrer eben nicht &ldquo;kostendeckend&rdquo; sind. Vielmehr zahlt die Allgemeinheit f&uuml;r alle Kosten, die durch Stra&szlig;enverkehr entstehen. Dazu z&auml;hlen eben v.a. Unfall- und Umweltkosten (sog. <a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/gesellschaft\/umwelt\/dossier-umwelt\/61374\/externe-kosten\">externe Kosten<\/a>). Lobbyverb&auml;nde (u.a. der ADAC) leisten Widerst&auml;nde gegen Versuche, diesen Teil der Verkehrskosten nach dem Verursacherprinzip anzurechnen. Das w&uuml;rde letztlich mit Sicherheit dazu f&uuml;hren, Kfz- und Mineral&ouml;lsteuer entsprechend zu erh&ouml;hen.<br>\ndieser wichtige Aspekt kommt in der o.g. Debatte (mal wieder) nicht vor.<\/li>\n<li>Problematisch an der Richtung dieser Debatte ist doch, dass Verkehrspolitik ganz wesentlich auf den Stra&szlig;enverkehr reduziert wird. Zugleich wird damit (mal wieder) negiert, dass wir (als Gesellschaft) das Niveau des heutigen Autoverkehrs nicht einfach halten und in den n&auml;chsten Jahren fortf&uuml;hren k&ouml;nnen. Selbst die Absicht, den Autoverkehr schrittweise auf elektrischen Antrieb umzustellen, verl&auml;uft (mal wieder) im Sande. Das liegt weniger an einem Mangel an ernstgemeinten Versuchen, als vielmehr daran, dass es ganz einfach nicht &ouml;konomisch und erst recht nicht &ouml;kologisch ist, in kleine, selten genutzte Transporteinheiten teure und kostbare Rohstoffe zu verbauen. Die Frage der Bereitstellung der ben&ouml;tigten Energie lasse ich hier au&szlig;en vor.<\/li>\n<li>&Uuml;ber die Finanzierungsprobleme der umweltvertr&auml;gliche(re)n Verkehrstr&auml;ger Eisenbahn, Stadtbahn, Bus, Schiff will diese Debatte scheinbar auch kein Erkenntnisgewinn erzielen. Dabei stehen hier bereits in dieser Legislatur Verhandlungen und m&ouml;glicherweise Ergebnisse an. Gravierende Auswirkungen d&uuml;rfte es  vor allem f&uuml;r die &uuml;ber eine Milliarde BenuterInnen geben, die die &ouml;ffentlichen Verkehrsmittel in Deutschland inzwischen j&auml;hrlich bef&ouml;rdern. Ich m&ouml;chte hierzu <a href=\"http:\/\/www.vdv.de\/140206-pm-gvfg-und-finanzierung.pdfx?forced=true\">auf eine Pressemeldung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen verlinken [PDF &ndash; 91 KB]<\/a>. <\/li>\n<li>Es gab in der zur&uuml;ckliegenden Zeit zwei wichtige Kommissionen: Die &ldquo;Daehre- Kommission&rdquo; hat 2012 den Bedarf f&uuml;r Erhalt und Ausbau aller (!) Verkehrswege in Deutschland <a href=\"http:\/\/www.vdv.de\/bericht-daehre-kommission-dezember-2012.pdfx?forced=true\">ermittelt [PDF &ndash; 3.4 MB]<\/a>. Und es gab j&uuml;ngst die &ldquo;Bodewig- Kommission&rdquo;, die untersuchte, <a href=\"http:\/\/www.verkehrsministerkonferenz.de\/VMK\/DE\/termine\/sitzungen\/13-10-02-sonder-vmk\/13-10-02-beschluss.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1\">wie dieser Bedarf finanziert werden kann [PDF &ndash; 68.6 KB]<\/a>. Ich gestehe zu, dass diese Feinheiten nicht unbedingt einfach verst&auml;ndlich sind. Es d&uuml;rfte aber f&uuml;r ge&uuml;bte JournalistInnen nicht so schwer sein, die wichtigen Fakten und Schlussfolgerungen f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit aufzubereiten?! <\/li>\n<li>Der Blogeintrag von Andr&eacute; Tautenhahn, zu dem der Link zu Punkt 17 der Hinweise des Tages f&uuml;hrt, wird gut dargelegt, wie fahrl&auml;ssig und idiotisch die Fixierung der herrschenden Politik auf &ldquo;Haushaltskonsolidierung&rdquo; und &ldquo;Schuldenbremse&rdquo; sind. Da sein Blick in diesem Beitrag aber leider auch zu sehr auf die Stra&szlig;e gehaftet ist, m&ouml;chte ich mit den vorstehenden Bemerkungen ein paar Erg&auml;nzungen liefern.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Br&uuml;cke nach rechts<\/strong><br>\nDer Kopp-Verlag in der Bischofsstadt Rottenburg am Neckar ist f&uuml;r die einen ein Hort der Spinner, f&uuml;r die anderen ein Grenzg&auml;nger auf rechts au&szlig;en. Seine Gegner sagen, er verbreite Geschichtsrevisionismus und Nazipropaganda. Verlagschef Jochen Kopp sagt, er verkaufe &ldquo;unterdr&uuml;ckte Wahrheiten&rdquo;&hellip;<br>\n&ldquo;In jeder Meinung, und sei sie noch so abstrus, kann immer ein K&ouml;rnchen Wahrheit stecken&rdquo;, sagt er. Das ist seine Verlagsphilosophie.<br>\nNur wenn man ihn fragt, ob es den Holocaust gegeben hat, sagt er: &ldquo;Dazu gibt es in Deutschland eine gesetzlich festgeschriebene Meinung. Als gesetzestreuer B&uuml;rger teile ich diese selbstverst&auml;ndlich.&rdquo;..<br>\nSeitdem schart er diejenigen um sich, die er schon immer gern mochte: &ldquo;Autoren abseits des Mainstreams.&rdquo; Die gesellschaftlich, wissenschaftlich, politisch Ge&auml;chteten. &ldquo;Auch die, denen Linke Rechtsextremismus vorwerfen, obwohl sie nur eine andere Meinung haben&rdquo;, sagt Jochen Kopp. Denen m&ouml;chte er &ldquo;eine Stimme geben&rdquo;.<br>\nEin gut ausgebautes Netzwerk an Rechtspopulisten<br>\nJan van Helsing beispielsweise, mit Klarnamen Jan Udo Holey. 1996 ermittelte die Staatsanwaltschaft Mannheim wegen Volksverhetzung gegen Holey. Im Verfassungsschutzbericht 2004 wird er als &ldquo;rechtsextremistischer Esoteriker&rdquo; bezeichnet, einige seiner B&uuml;cher werden verboten. Kopp Online widmete ihm mindestens zweimal Platz auf der Homepage&hellip;<br>\nJochen Kopps Vorzeigeautoren und sein ganzer Stolz sind Wilhelm Hankel, Wilhelm N&ouml;lling, Karl Albrecht Schachtschneider, Dieter Spethmann und Joachim Starbatty, Personal aus dem Dunstkreis der Partei Alternative f&uuml;r Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/macht-markt\/160\/bruecke-nach-rechts-2147.html\">Kontext:Wochenzeitung<\/a> \n<p><em>Hinweis: In der neuen Ausgabe von Kontext:Wochenzeitung u.a.:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Der versteckte Regierungschef: Winfried Kretschmann ist der erste und  einzige gr&uuml;ne Regierungschef. Er ist beliebt wie nur wenige Politiker und sein Landesverband ist m&auml;chtig stolz auf ihn. Und doch f&uuml;hrt der MP bei den Gr&uuml;nen selbst in Wahlk&auml;mpfen  ein Schattendasein. <\/em><\/li>\n<li><em>Fehlgeburt S 21: Zeitgleich mit der Umwandlung der Bundesbahn in eine Aktiengesellschaft wurde im Jahr 1994 auch das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 verk&uuml;ndet. Zum Doppeljubil&auml;um ein Interview mit dem ehemaligen Bahnmanager Karl-Dieter Bodack &uuml;ber die Zukunft des Tiefbahnhofs. Dazu auch unser Editorial F&uuml;rsten der Finsternis.<\/em><\/li>\n<li><em>Seelenlose Stadt: Shoppingmalls auf der gr&uuml;nen Wiese lassen die Innenst&auml;dte verwaisen: So lautete in den 1970er Jahren die Kritik. Heute entstehen Einkaufspal&auml;ste in Deutschland fast nur noch in Stadtzentren. Doch die Stadt selbst beginnt sich nach dem Prinzip der Shoppingmall zu verwandeln. <\/em><\/li>\n<li><em>Parteispende, n&ouml; danke: Der Stuttgarter Autobauer Daimler verschenkt wieder viel Geld an Parteien. Leer geht dagegen die gr&ouml;&szlig;te Oppositionspartei im Bundestag aus: die Linke. Wir fragen deren Bundesvorsitzenden Bernd Riexinger, was seine Partei falsch macht.<\/em><\/li>\n<li><em>Panzer statt Pofalla: Die Petition, die die Deutsche Bahn im Fall von Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla an den eigenen Ethikkodex erinnert, endet bald. Inzwischen gibt es Nachahmer: Die &ldquo;Bild&rdquo;-Zeitung hat ebenfalls eine Petition gestartet, wenn auch mit v&ouml;llig anderer Zielsetzung. <\/em><\/li>\n<li><em>Die Journalistin ist frei geboren: Ein Heer von Journalistinnen und Journalisten schreibt frei und lebt prek&auml;r. Unsere Autorin ist eine von ihnen. Was macht das mit ihr? Und was mit dem Journalismus?<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Kontext:Wochenzeitung am Samstag als Beilage zur taz<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Totalit&auml;re Feindbilder. &Uuml;ber den Islam, Antiterrorismus und Faschismus<\/strong><br>\nWer die These aufstellt, der Islam habe eine quasi religionsgenetische N&auml;he zum Faschismus, kann sich der Aufmerksamkeit sicher sein, umso mehr, wenn er oder sie selbst muslimischer Herkunft ist. Das echte Leben wirft hingegen in diesen Wochen zwischen der Pr&auml;sidentschaftswahl in Algerien und jener in &Auml;gypten eher folgende Frage auf: Wann &uuml;berschreitet der Antiislamismus, auch Antiterrorismus genannt, die Grenze zum Faschismus? Den Spie&szlig; derart herumzudrehen ist keine Provokation um der Provokation willen. Was in &Auml;gypten geschieht, wo die Muslimbr&uuml;der zur Vorlage f&uuml;r ein totalit&auml;res Feindbild wurden, verlangt nach Analyse und nach Begriffen. Solange es um religi&ouml;s verbr&auml;mte Untaten geht, schrauben sich die Worte leicht hoch. Doch sie werden seltsam kraftlos bei der Bezeichnung s&auml;kularer Unterdr&uuml;ckung in muslimischen L&auml;ndern. Wie also soll man &Auml;gyptens neues Antiterrorgesetz nennen? Es arbeitet mit einer beispiellos umfassenden Definition: Jedwede St&ouml;rung der &ldquo;&ouml;ffentlichen Ordnung&rdquo;, schon das Beschmieren eines Denkmals kann ein terroristischer Akt sein. Ein Willk&uuml;rgesetz f&uuml;r einen repressiven Milit&auml;rstaat &ndash; mit bereits 16.000 Verhafteten, mit Journalisten im Anklagek&auml;fig vor Gericht, mit 500 Todesurteilen in einem zweist&uuml;ndigen Schauprozess. Und mit Entzug des passiven Wahlrechts f&uuml;r die Muslimbr&uuml;der. Die Gener&auml;le am Nil missachten alle Lehren aus dem algerischen Trauma. Das begann vor 22 Jahren, als ein Fl&uuml;gel der Armee den Abbruch von Wahlen erzwang, um den Sieg der Islamisten zu verhindern. Heute wirkt der sieche Bouteflika, Mann des Milit&auml;rs, Pr&auml;sidentendarsteller ohne Ton, wie das Symbol einer fortgesetzten Trag&ouml;die. &ndash; Wie es zu &Auml;gyptens Absturz in die Milit&auml;rautokratie kam, wird von Legenden vernebelt. Die US-amerikanischen Nahost-Experten Shadi Hamdi und Meredith Wheeler untersuchten die Regierungszeit von Mohammed Mursi j&uuml;ngst anhand von Parametern, die in der Politikwissenschaft &uuml;blich sind, um die Entwicklung von &Uuml;bergangsgesellschaften nach dem Sturz autokratischer Regime zu bewerten. Der Befund: Im globalen Ma&szlig;stab sei Mursi, trotz Anma&szlig;ung und Inkompetenz, eher Durchschnitt gewesen; auf der Skala zwischen Demokratie und Autokratie habe das Mursi-&Auml;gypten keineswegs am unteren Ende rangiert. Der Putsch, sagen die Forscher, sei legitimiert worden &ldquo;durch eine grundlegende Fehldeutung und Verzerrung dessen, was vorher geschah&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F04%2F23%2Fa0099&amp;cHash=a060d5ec1031d8497dc6cf4e920ab484\">taz<\/a>\n<p>Dazu den Aufsatz von Shadi Hamdi und Meredith Wheeler: <strong><a href=\"http:\/\/www.theatlantic.com\/international\/archive\/2014\/03\/was-mohammed-morsi-really-an-autocrat\/359797\/\">Was Mohammed Morsi Really an Autocrat?<\/a><\/strong>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Ganz bl&ouml;der Ortsname f&uuml;r Nicht-Ortskundige<\/strong><br>\nKlitzekleines Problem mit diesem Artikel aus der gestrigen Ausgabe der &ldquo;Bild&rdquo;-Stuttgart: Es gab ein Feuer in Altenheim. Nicht im Altenheim.<br>\nAltenheim ist ein Ortsteil von Neuried bei Offenburg. Und da hat es gebrannt. In einer Wohnung und angrenzenden Geb&auml;uden: Scheune, Mosterei und Werkstatt. Nicht im Altenheim. In Altenheim.<br>\nUnd obwohl, zugegeben, die &Uuml;berschrift der Polizeimeldung, die einfach &ldquo;Feuer in Altenheim&rdquo; lautet, f&uuml;r sich gelesen mehrdeutig ist, ist es schon schwerer zu erkl&auml;ren, wie die &ldquo;Bild&rdquo; dann zu der falsch verstandenen Meldung gleich ein passendes Detail berichten kann:<br>\n&bdquo;Feuerwehrm&auml;nner holten die Senioren aus ihren Zimmern, l&ouml;schten.&ldquo;<br>\nAber vermutlich ist das L&uuml;ckenausf&uuml;llalltag bei &ldquo;Bild&rdquo;. Muss ja so gewesen sein. Wenn es im Altenheim gebrannt h&auml;tte. Und nicht blo&szlig; in Altenheim.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/56673\/ganz-bloeder-ortsname-fuer-nicht-ortskundige\/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+bildblog+%28BILDblog%29\">Bildblog<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung L.H.:<\/strong> So etwas nennt man dann wohl kreativen Journalismus. Da wird mit frei erfundenen &ldquo;Fakten&rdquo; der vermeintliche Tatsachenbericht untermauert. Zu dumm nur, dass es so grandios daneben ging.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-21513","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21513"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21513\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21531,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21513\/revisions\/21531"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}