{"id":21637,"date":"2014-05-06T08:39:15","date_gmt":"2014-05-06T06:39:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637"},"modified":"2014-05-06T08:39:15","modified_gmt":"2014-05-06T06:39:15","slug":"hinweise-des-tages-2121","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637#h01\">Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637#h02\">Freihandelsabkommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637#h03\">Griechenland &ndash; Zum Sein geh&ouml;rt der Widerstand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637#h04\">In der Geiz-ist-geil-Falle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637#h05\">Internationaler studentischer Aufruf  f&uuml;r eine Plurale &Ouml;konomik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637#h06\">Phantomdiskussion &bdquo;kalte Progression&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637#h07\">Wachstum f&uuml;r Alle schaffen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637#h08\">Armutsrisiko bei j&uuml;ngerer Generation deutlich h&ouml;her<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637#h09\">Katar und die Fu&szlig;ball-WM: Arbeit ohne Rechte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637#h10\">Im Stich gelassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637#h11\">Beh&ouml;rden &uuml;berwachten 50 000 Telekom-Anschl&uuml;sse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637#h12\">Wie Bildungsaufstieg gelingt und was ihn erschwert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637#h13\">Die Krise in Zeiten von Piketty<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21637&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Ukraine<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wer legte das Feuer in Odessa?<\/strong><br>\n[&hellip;] Zun&auml;chst habe eine proukrainische Gruppe ein prorussisches Camp in Odessa angegriffen, berichtet die Washington Post unter Berufung auf einen Augenzeugen. Ein Internet-Video zeigt die Vorg&auml;nge. Die Angegriffenen flohen in das Geb&auml;ude und die Verfolger warfen Brandbomben hinein.<br>\nDer ukrainische Geheimdienst machte hingegen die fr&uuml;here F&uuml;hrung des Landes f&uuml;r die Vorkommnisse in Odessa verantwortlich. Die Zusammenst&ouml;&szlig;e seien von Mitarbeitern des geflohenen Ex-Pr&auml;sidenten Viktor Janukowitsch organisiert worden, hie&szlig; es vom Geheimdienst SBU. Beweise f&uuml;r diese Behauptung gibt es aber keine.<br>\nNach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti ist f&uuml;r die Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko der t&ouml;dliche Brand in dem Geb&auml;ude in Odessa ein &ldquo;Schutz administrativer Geb&auml;ude&rdquo;. Die Agentur berichtet, Timoschenko habe den &Uuml;berfall auf das Anti-Maidan-Lager als &ldquo;friedliche Demonstration&rdquo; bezeichnet. &ldquo;In Odessa konnten wir durchhalten und uns verteidigen, weil Stadtbewohner uns halfen, als eine friedliche proukrainische Demonstration &uuml;berfallen worden war. Wir konnten auch administrative Geb&auml;ude sch&uuml;tzen&rdquo;, wird die Ukrainerin zitiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Wer-legte-das-Feuer-in-Odessa-article12763066.html\">n-tv<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Julia Timoschenko kann man bez&uuml;glich ihrer Bemerkung im Angesicht von 46 toten Menschen nur noch als durchgeknallt bezeichnen. Und solche Leute wurden und werden vom &ldquo;Westen&rdquo; nach wie vor hofiert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Comeback der Kalten Krieger verhindern!<\/strong><br>\nZwischen weiteren Sanktionen gegen Russland, wie sie Kanzlerin Angela Merkel fordert, und dem Aufbau einer milit&auml;rischen Drohkulisse scheint es keine gr&ouml;&szlig;ere Kluft (mehr) zu geben. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen fordert, der Westen m&uuml;sse klarmachen, dass &raquo;die NATO nicht nur auf dem Papier besteht&laquo;.<br>\nUnd der NATO-Generalsekret&auml;r Anders Fogh Rasmussen warnt, die russische F&uuml;hrung k&ouml;nne &raquo;nicht den geringsten Zweifel daran haben, dass wir einen Angriff auf ein Mitgliedsland&laquo;, als Beispiel nannte er Estland, &raquo;als Angriff auf uns alle betrachten.&laquo; (F.A.S, 4.5.2014) Das klingt bereits nach Kriegs-Rhetorik. Die Nachricht aus dem Stockholmer SIPRI-Institut, demzufolge im vergangenen Jahr die R&uuml;stungsausgaben gesunken sind, soll sich nicht wiederholen. Rasmussen: &raquo;Fahrt eure Verteidigungsausgaben nicht immer weiter zur&uuml;ck, dreht den Trend um und investiert Schritt f&uuml;r Schritt mehr Geld in die Verteidigung.&laquo;<br>\nAlso keine Entschuldungspolitik bei R&uuml;stungsprogrammen mehr. Der Fiskalpakt soll ausschlie&szlig;lich in den Feldern der Sozialpolitik, der &ouml;ffentlichen Besch&auml;ftigung und des Ausverkaufs &ouml;ffentlicher Unternehmen umgesetzt werden. Das w&auml;re doch mal Stoff f&uuml;r Reportagen: Warum hat man f&uuml;r die Bek&auml;mpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa nur einen Bruchteil der Mittel, die nun f&uuml;r Aufr&uuml;stung und Milit&auml;rpr&auml;senz locker gemacht werden sollen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/comeback-der-kalten-krieger-verhindern\/\">Sozialismus aktuell<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Notwendig sind nicht Sanktionen und aufmarschierendes Milit&auml;r, sondern Kommunikation: Politische Gespr&auml;che. Zurecht hat der ehemalige Bundeswehr-Generalinspekteur und Vorsitzende des Nato-Milit&auml;rausschusses, Herr Kujat, zum Beispiel auf den Nato-Ru&szlig;land-Rat hingewiesen. Der ist u.a. zur friedlichen Beilegung von Problemen gegr&uuml;ndet worden. Weshalb auch die deutsche Bundesregierung sich nicht f&uuml;r ein Treffen auf dieser Ebene stark macht, bleibt r&auml;tselhaft. Die Politik der gegenw&auml;rtigen Bundesregierung bleibt daher -leider- auch auf dem Gebiet der Au&szlig;enpolitik dilettantisch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Zerrissen nach allen Seiten<\/strong><br>\n&ldquo;Es war Reinigung, Befreiung, was wir empfanden, und eine ungeheure Hoffnung.&rdquo; &ndash; Nicht nur Thomas Mann verkl&auml;rte den Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 als &ldquo;Gro&szlig;en Krieg&rdquo;. Er fiel in eine Phase au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Vitalit&auml;t und der Gr&uuml;ndung von Avantgarde-Bewegungen in den K&uuml;nsten und beeinflusste mehr als jeder andere Konflikt das Werk der K&uuml;nstler, die ihn erlebten.<br>\nAvantgarde-Bewegungen wie der Expressionismus und der Kubismus waren entstanden, K&uuml;nstlervereinigungen wie &ldquo;Die Br&uuml;cke&rdquo; und &ldquo;Der Blaue Reiter&rdquo; gegr&uuml;ndet. Selbst K&auml;the Kruse staffierte ihre kindlich-lebensechten Stoffpuppen als stramme &ldquo;Potsdamer Soldaten&rdquo; in den Uniformen der kriegf&uuml;hrenden Staaten aus. Wer heute verstehen will, &ldquo;wie die Herzen &hellip; sogleich in Flammen standen, als jetzt Krieg wurde&rdquo;, muss sich die Zeit vor hundert Jahren vergegenw&auml;rtigen.<br>\nDer Dadaist Walter Serner beschrieb den Krieg als eine Reaktion auf das umgehende &ldquo;Gespenst der Langeweile&rdquo;. Doch im Gegensatz zu vielen K&uuml;nstlern wich die gro&szlig;e Begeisterung f&uuml;r diesen Krieg in der Bev&ouml;lkerung schnell einer nicht minder starken Ern&uuml;chterung . Der britische Historiker Christopher Clark provoziert mit seinem gerade erschienen Werk &ldquo;Die Schlafwandler&rdquo; ein neues Nachdenken &uuml;ber die Komplexit&auml;t der europ&auml;ischen Vorkriegspolitik. 70 Millionen Soldaten standen in Europa, Afrika, Asien und den Weltmeeren unter Waffen. 17 Millionen Menschen starben unter erb&auml;rmlichen Umst&auml;nden. Wer &uuml;berlebte, trug seine Narben, k&ouml;rperlich und seelisch sein Leben lang. Erich Maria Remarque hat mit seinem Buch &ldquo;Im Westen nichts Neues&rdquo;, zehn Jahre nach seinen eigenen Kriegserlebnissen, einer verlorenen Generation ein bis heute ersch&uuml;tterndes Denkmal gesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/zerrissen-nach-allen-seiten.1024.de.html?dram:article_id=279116\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Unser Leser U.S. schreibt dazu:<\/strong> Am 05.04.2014 bin ich zuf&auml;llig im Deutschlandradio auf die Lange Nacht: &ldquo;Kunst und Grauen im 1. Weltkrieg&rdquo; gesto&szlig;en. Ich war fasziniert vom Niveau dieser Sendung. Ungef&auml;hr von Minute 39 bis 55 gibt es dort einen Beitrag von Kai L&uuml;ckemeier &uuml;ber die Propagandamaschinerie der Presse, die freiwillige Gleichschaltung und die Stimmungsbeeinflussung der Bev&ouml;lkerung vor allem gegen Russland vor dem ersten Weltkrieg. Es ist entsetzlich, was berichtet wird. Was Meinungsmache und Gleichschaltung anrichten k&ouml;nnen, wird auf eindr&uuml;ckliche Weise beschrieben. Angesichts dieses Beitrages finde ich die derzeitige Berichterstattung &uuml;ber die Ukraine und Russland in unseren Leitmedien noch bedr&uuml;ckender, ja be&auml;ngstigend.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Union in der Ukraine-Krise: Merkels au&szlig;enpolitische Irrlichter<\/strong><br>\nDie von CSU-Vize Gauweiler ausgel&ouml;ste Debatte um den Ukraine-Einsatz von Milit&auml;rbeobachtern wirft ein Schlaglicht auf die Au&szlig;enpolitik der Union. Von einer klaren Linie ist man weit entfernt. Hinter der Kanzlerin bietet die Union ein irritierendes Bild.<br>\nEs ist noch nicht allzu lange her, da galt in der deutschen Au&szlig;enpolitik eine Gewissheit: Die gl&uuml;hendsten Transatlantiker fanden sich meistens bei CDU und CSU. Allen voran die Kanzler der CDU, insbesondere Helmut Kohl, wussten: Ohne Washington geht es nicht. Daf&uuml;r hat sich die Partei auch gerne verbal verpr&uuml;geln lassen, vornehmlich von der politischen Linken.<br>\nDer Br&uuml;ckenschlag mit Amerika war, neben der Europapolitik, &uuml;ber Jahrzehnte ein Markenzeichen ihrer Au&szlig;enpolitik. Schon lange vor der Ukraine-Krise sind solche Gewissheiten ins Wanken geraten &ndash; der Irak-Krieg, die NSA-Aff&auml;re, auch in der Union f&auml;llt es vielen schwer, Washingtons Kurs noch zu verteidigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/merkel-und-die-ukraine-cdu-und-csu-aussenpolitiker-ohne-kompass-a-967563.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Und weiter geht&rsquo;s. Das irritierende f&uuml;r Journalistendarsteller wie Weiland ist wohl, dass es selbst in der Union noch Menschen gibt, die ihren Verstand benutzen und deren Denken, trotz aufopferungsvoller Bem&uuml;hungen der Mainstreamjournaille, noch nicht gleichgeschaltet ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ukraine-Krise: &ldquo;Blindheit und Taubheit&rdquo; gegen&uuml;ber Russland bringen Europa nicht weiter<\/strong><br>\nHermann Winkler (CDU), Sprecher der ostdeutschen Abgeordneten im Europaparlament, warnt eindringlich vor weiteren Wirtschaftssanktionen gegen Russland. Im Gespr&auml;ch mit unserem Portal verdeutlicht Winkler, warum sich Europa dringend aus dem Schatten der USA l&ouml;sen und ein Grundverst&auml;ndnis f&uuml;r Russland entwickeln muss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/web.de\/magazine\/nachrichten\/ausland\/ukraine-krise\/18906402-ukraine-krise-blindheit-taubheit-gegenueber-russland-europa.html\">Web.de<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Freihandelsabkommen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Verhandlungen unter Lobbyisten<\/strong><br>\nDass es beim viel diskutierten Freihandelsabkommen mit den USA auch um Verbraucherschutz gehen sollte, f&auml;llt der Politik erst kurz vor der Europawahl ein.<br>\nDas hatten sich die Freihandelsfans in der Generaldirektion Handel der EU-Kommission anders vorgestellt. Das geplante Freihandelsabkommen TTIP wird zerrieben zwischen den M&uuml;hlsteinen des Europa-Wahlkampfes. Alle kochen ihr S&uuml;ppchen &ndash; die einen mit Chlorh&uuml;hnern, die anderen mit rechts-nationalistischen Parolen und die dritten mit platten Beschwichtigungsformeln &agrave; la &ldquo;Standards werden selbstverst&auml;ndlich niemals abgesenkt.&rdquo; Beeindruckend, wie griffig das Thema Freihandel geworden ist. In den 1990er Jahre waren die Verhandlungen im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO noch Spezialistenwissen, das nur eine Handvoll Experten in den Regierungen, die Globalisierungskritiker von ATTAC und ein paar aufgeweckte Europa- und Bundestagsabgeordnete durchschauten. Heute liefert TTIP dagegen Stoff f&uuml;r Kabarettisten und Karnevalisten &ndash; man k&ouml;nnte oftmals lachen, best&auml;nde nicht die Gefahr, das Thema treibe den Rechtsextremen und ihren Ausgrenzungsforderungen die W&auml;hler zu.<br>\nAn dem Schlamassel ist die Politik selbst Schuld &ndash; besser gesagt: jene Wirtschafts- und Handelsministerien, die meinen, es reiche, solche Verhandlungen und das Abkommen im Verbund mit gro&szlig;en Industrieunternehmen und Wirtschaftsverb&auml;nden vorzubereiten. Verbraucher haben l&auml;ngst begriffen, dass auch ihre Interessen in der WTO und bei TTIP verhandelt werden. B&uuml;rger wissen mittlerweile, dass auch Alltagsthemen wie &ldquo;wer darf zu welchen Bedingungen die Wasserversorgung betreiben&rdquo; Bestandteil des Pokers werden k&ouml;nnen. Und Steuerzahler m&ouml;chten nicht daf&uuml;r b&uuml;&szlig;en, wenn k&uuml;nftige Handelspartner die Klagem&ouml;glichkeiten der ausl&auml;ndischen Investoren juristisch nicht ordentlich eingegrenzt haben und Regierungen in der Folge wegen neuer Umwelt- oder Verbraucherschutzgesetze von diesen Investoren auf Schadenersatz verklagt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/freihandelsabkommen-verhandlungen-unter-lobbyisten.720.de.html?dram:article_id=284505\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Europa vor Gericht<\/strong><br>\nEs ist ein Vorgeschmack auf das, was die transatlantischen Freihandelsabkommen bringen k&ouml;nnten: Europ&auml;ische Regierungen wurden im vergangenen Jahr deutlich &ouml;fter von Unternehmen vor internationale Schiedsgerichte gezerrt als zuvor. Das geht aus Zahlen der Handelsbeh&ouml;rde der Vereinten Nationen (UNCTAD) zu den umstrittenen Klagen zum Investitionsschutz hervor. 2013 starteten Investoren demnach 57 neue Klagen. 24 davon wurden gegen EU-Staaten er&ouml;ffnet, doppelt so viele wie im Vorjahr. Die Firmen fordern bis zu einer Milliarde Dollar Schadensersatz &ndash; pro Fall.<br>\nDie Klauseln zum Investitionsschutz sind einer der gr&ouml;&szlig;ten Streitpunkte in den aktuellen Verhandlungen &uuml;ber Freihandelsvertr&auml;ge der EU mit den USA und Kanada. Schon heute k&ouml;nnen ausl&auml;ndische Unternehmen dank mehr als 2000 Investment-Abkommen Staaten vor Schiedsgerichte bringen, wenn sie sich um ihre Investitionen gebracht &ndash; also: enteignet &ndash; f&uuml;hlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/investitionsschutz-im-freihandelsabkommen-ttip-europa-vor-gericht-1.1947266\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Widerstand muss nicht nur aus den Parteien kommen<\/strong><br>\nFreihandelsabkommen TTIP w&uuml;rde Machtausweitung des weltweiten Kapitals in Europa und den USA bedeuten. Ein Gespr&auml;ch mit Rudolf Hickel<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/05-05\/032.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Griechenland &ndash; Zum Sein geh&ouml;rt der Widerstand<\/strong><br>\nKarkowsky: Sie h&ouml;ren den griechischen Philosophen Costas Douzinas zu seinem Buch &ldquo;Philosophie und Widerstand in der Krise&rdquo;. Herr Douzinas, in Ihren Texten schreiben Sie starke Worte, um die Situation zu analysieren, unter anderem lese ich da, dass aus Griechenland ein biopolitisches Versuchslabor gemacht wurde f&uuml;r eine postapokalyptische Menschheit. Wie haben Sie das gemeint?<br>\nDouzinas: Na ja, dazu br&auml;uchte ich wohl eine halbe Stunde, um das angemessen zu erkl&auml;ren. Fassen wir es ganz knapp zusammen: Biopolitik ist ein theoretisch-philosophisches Konzept, das davon ausgeht, dass Macht nicht nur &uuml;ber Ideen, Gedanken und Ratio sich verk&ouml;rpert &uuml;ber die letzten 50 Jahre, sondern dass sie eben auch ausge&uuml;bt wird durch eine Disziplinierung, durch eine Steuerung der einzelnen Menschen, durch eine Verhaltenskontrolle, insbesondere durch das Bestreben, Gl&uuml;ck, Gesundheit und Erfolg zu erlangen. Die Art, wie Gl&uuml;ck, Gesundheit und Erfolg erlangt werden kann, soll dann durch die Macht gesteuert werden. Das haben wir wirklich ganz umf&auml;nglich erlebt, dass man versucht, durch politische Heilserwartungen derartige Kontrolle &uuml;ber die Menschen auszu&uuml;ben. Wir sehen das in den verschiedenen Ma&szlig;nahmen, die auf die Bev&ouml;lkerung auferlegt werden zum Thema Gesundheit, Hygiene, Sozial- und Wirtschaftspolitik. Man soll ein gesunder, arbeitsf&auml;higer Mensch werden, Wohlstand wird angestrebt. Das haben wir in allen EU-L&auml;ndern, in Griechenland, aber auch in Gro&szlig;britannien gesehen. Konsum ist angesagt. Man appelliert an die W&uuml;nsche und Bestrebungen, an das Lustverlangen der Menschen, kaufe, leihe Geld und du wirst gl&uuml;cklich werden.<br>\nDas ist die Parole in Zeiten der Hochkonjunktur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/griechenland-zum-sein-gehoert-der-widerstand.954.de.html?dram:article_id=284504\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Dass Griechenland, das Freiluftlabor des Neoliberalismus ist kann man wohl so unterschreiben. Immerhin muss man der Troika und der deutschen Regierung als wesentliche Antreiberin der Aust&auml;rit&auml;tspolitik einen gewissen Humanismus zugestehen. Die USA installierten 1973 in Chile noch eine brutale Milit&auml;rdiktatur f&uuml;r ihr wirtschaftspolitisches Experiment.<\/em><br>\n<em>Zu erg&auml;nzen w&auml;re noch, dass durch die aberwitzige Austerit&auml;tspolitik, die &ouml;ffentliche Gesundheitsversorgung fast v&ouml;llig zusammengebrochen ist, ablesbar in einer inzwischen signifikant erh&ouml;hten Sterberate, dass die Jugendarbeitslosigkeit &uuml;ber 50 Prozent betr&auml;gt, dass sich Griechenland mit einem Exodus der jungen und gut ausgebildeten Menschen konfrontiert sieht, dass letztendlich die von EU-Kommission , EZB (hier wesentlich durch die Bundesregierung gesteuert) und EWF oktroyierte Politik ein v&ouml;llig verw&uuml;stetes Land zur&uuml;ck l&auml;sst.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>In der Geiz-ist-geil-Falle<\/strong><br>\nEine Deflation beschert nunmehr acht Mitgliedsstaaten fallende Preise, weniger Wachstum und auch steigende Schulden<br>\nDer Deutschen liebste Obsession, das Schreckgespenst Inflation, gl&auml;nzt durch Abwesenheit. In diesem Fr&uuml;hjahr ist die offizielle Inflationsrate in der Eurozone auf 0,5 Prozent abgesackt, so tief wie seit dem Scheitelpunkt der Finanzkrise im November 2009 nicht mehr. Vor gut einem Jahr lag sie noch bei 1,7 Prozent, also in der N&auml;he des offiziellen Inflationsziels der EZB von zwei Prozent glatt. Seit dem Winter 2011\/12 h&auml;lt sich die Geldentwertung in Grenzen und das sp&uuml;rbar.<br>\nDieser Befund klingt nach einer guten Nachricht &ndash; trotz einer von der EZB ausgel&ouml;sten Geldschwemme und steigender Staatsschulden bei etlichen Eurostaaten kommt die Inflation nicht in Trab. Nach der in Deutschland bestgeglaubten &ouml;konomischen Irrlehre m&uuml;sste sie l&auml;ngst galoppieren. Weil das nicht einmal im Ansatz stattfindet, lautet die weniger gute Nachricht f&uuml;r die Eurozone: Der Eurokurs steigt auf den internationalen Devisenm&auml;rkten wie schon lange nicht mehr. Fast 1,40 Dollar m&uuml;ssen inzwischen f&uuml;r einen Euro bezahlt werden, fast so viel wie vor Ausbruch der Finanzkrise im Sp&auml;tsommer 2008. Das verbilligt Importe in die L&auml;nder der Gemeinschaftsw&auml;hrung, nimmt aber den Krisenstaaten S&uuml;deuropas die Aussicht, sich durch vermehrte Ausfuhren aus der Aff&auml;re zu ziehen. F&uuml;r Deutschlands Exportindustrie, die seit jeher nicht mit Billigpreisen, sondern mit Spitzenqualit&auml;t konkurrieren will, ist das nur l&auml;stig, gef&auml;hrlich weniger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/in-der-geiz-ist-geil-falle\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Internationaler studentischer Aufruf  f&uuml;r eine Plurale &Ouml;konomik<\/strong><br>\nDie Weltwirtschaft befindet sich in einer Krise. In der Krise steckt aber auch die Art, wie &Ouml;konomie an den Hochschulen gelehrt wird, und die Auswirkungen gehen weit &uuml;ber den universit&auml;ren Bereich hinaus. Die Lehrinhalte formen das Denken der n&auml;chsten Generation von Entscheidungstr&auml;gern und damit die Gesellschaft, in der wir leben. Wir, 40 Vereinigungen von Studierenden der &Ouml;konomie aus 19 verschiedenen L&auml;ndern, sind der &Uuml;berzeugung, dass es an der Zeit ist, die &ouml;konomische Lehre zu ver&auml;ndern. Wir beobachten eine besorgniserregende Einseitigkeit der Lehre, die sich in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch versch&auml;rft hat. Diese fehlende intellektuelle Vielfalt beschr&auml;nkt nicht nur Lehre und Forschung, sie behindert uns im Umgang mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts &ndash; von Finanzmarktstabilit&auml;t &uuml;ber Ern&auml;hrungssicherheit bis hin zum Klimawandel. Wir ben&ouml;tigen einen realistischen Blick auf die Welt, kritische Debatten und einen Pluralismus der Theorien und Methoden. Durch die Erneuerung der Disziplin werden R&auml;ume geschaffen, in denen L&ouml;sungen f&uuml;r gesellschaftliche Probleme gefunden werden k&ouml;nnen.<br>\nVereint &uuml;ber Grenzen hinweg rufen wir zu einem Kurswechsel auf. Wir ma&szlig;en es uns nicht an, die endg&uuml;ltige Richtung zu kennen, sind uns aber sicher, dass es f&uuml;r Studierende der &Ouml;konomie wichtig ist, sich mit unterschiedlichen Perspektiven und Ideen auseinanderzusetzen. Pluralismus f&uuml;hrt nicht nur zur Bereicherung von Lehre und Forschung, sondern auch zu einer Neubelebung der Disziplin. Pluralismus hat den Anspruch, die &Ouml;konomie wieder in den Dienst der Gesellschaft zu stellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.isipe.net\/home-de\">ISIPE<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wir hatten gestern auf diesen Aufruf hingewiesen ihn aber nicht verlinkt. Das holen wir hiermit nach.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Phantomdiskussion &bdquo;kalte Progression&ldquo;<\/strong><br>\nEs gibt Stimmen, die behaupten, es sei ungerecht und leistungsfeindlich, dass bei einem linear-progressiven Steuertarif Bruttoeinkommenszuw&auml;chse in H&ouml;he der Inflationsrate bei unteren und mittleren Einkommensbeziehern (20.000 bis 50.000 Euro zu versteuerndem Einkommen p.a.) zu einer h&ouml;heren<br>\nGrenz- und Durchschnittsbesteuerung f&uuml;hren w&uuml;rden, obwohl die Kaufkraft des Steuerpflichtigen nicht gestiegen sei. Diese sogenannte &bdquo;kalte Steuerprogression&ldquo; trifft aber nicht nur die unteren und mittleren Einkommensbezieher, sondern genauso die h&ouml;heren Einkommen, die Gewinn-, Zins-, Miet- und Pachtempf&auml;nger. Sie alle haben &ndash; relativ gleich &ndash; real (preisbereinigt) durch Inflation weniger an Kaufkraft. Auch die Steuereinnahmen des Staates sind bei auftretender Inflation real weniger wert. Und was sollen erst die Millionen von Sparern sagen, die bei einem sogar negativen Realzins, also einem realen Verm&ouml;gensverlust, ihre Nominalzinsen noch versteuern m&uuml;ssen. Nur die Schuldner freuen sich, sie m&uuml;ssen bei Inflation weniger von ihrer nominalen Schuld real zur&uuml;ckzahlen, wenn der Gl&auml;ubiger die Inflationsrate im geforderten Nominalzins zu niedrig angesetzt bzw. antizipiert hat. Was lehrt uns das? In der &Ouml;konomie gilt immer nur das Nominalwertprinzip. Ein Euro ist ein Euro. Die Banken und alle Unternehmen und auch der Staat bilanzieren nach diesem Prinzip. Und das ist auch richtig so! Warum sollten beispielsweise ansonsten Unternehmer nicht ihr Sachanlageverm&ouml;gen, also ihren Kapitalstock, wie heute nur zu origin&auml;ren Anschaffungs- und Herstellungskosten bewerten d&uuml;rfen und nicht zu erwarteten Wiederbeschaffungspreisen? Dies w&uuml;rden sie nat&uuml;rlich gerne machen, weil dadurch ihre reale zu versteuernde Gewinnbasis sinkt und sie dann weniger Steuern zahlen m&uuml;ssten. W&uuml;rde der Staat bei den nominalen Steuereinnahmen, wie auch immer, jeweils einen Inflationsausgleich beim Auftreten einer sogenannten &bdquo;kalten Progression&ldquo; herbeif&uuml;hren &ndash; dies m&uuml;sste er dann aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden<br>\nbei allen Steuerpflichtigen machen &ndash; so w&auml;re er in K&uuml;rze auf der Ausgabenseite so gut wie handlungsunf&auml;hig, was er &uuml;brigens heute aufgrund von massiven Steuersenkungen in der Vergangenheit, auch f&uuml;r untere und mittlere Einkommen, schon l&auml;ngst ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spw.de\/data\/201_bontrup.pdf\">spw [PDF &ndash; 95 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Den Beitrag von Hans-J. Bontrup zur kalten Progression halte ich f&uuml;r irref&uuml;hrend, auch wenn er dabei auch sinnvolle Vorschl&auml;ge macht. <\/em><br>\n<em>Erstens, ja, Einkommen &uuml;ber 50.000 Euro werden von der kalten Progression betroffen &ndash; bis zu 60.000 Euro. Ab 60.000 Euro verringert sich der Effekt der kalten Progression, da der Anteil des Einkommens innerhalb der Progressionszone bei steigendem Einkommen immer geringer wird. <\/em><br>\n<em>Die kalte Progression f&uuml;hrt dazu, dass immer mehr Menschen den Spitzensteuersatz zahlen und immer weniger nur Einkommen innerhalb der Progressionszone haben, bis irgendwann in ferner Zukunft kaum jemand progressiv besteuert wird, und dann hat Prof. Kirchhof posthum quasi seine Flat-Tax. Klar, das dauert noch einige Jahrzehnte. Aber die Progressionszone &ndash; trotz mehrerer &Auml;nderungen der Steuers&auml;tze &ndash; ist seit Jahrzehnten der Inflation nicht angepasst worden. Als ich vor 24 Jahren nach Deutschland kam, setzte bei 120.000 DM den Spitzensatz von 53 Prozent ein. Heute setzt der Spitzensatz von 42 Prozent bei 60.000 Euro ein, also eine leichte Absenkung durch die Abrundung nach der Einf&uuml;hrung des Euro.<\/em><br>\n<em>Seine Ausf&uuml;hrungen &uuml;ber die fehlende verteilungsneutrale Erh&ouml;hung des Einkommens der Besch&auml;ftigten zeigen einen tats&auml;chlichen Missstand auf, tun aber im Bezug auf die kalte Progression nichts zur Sache. Auch das Argument, der Staat w&uuml;rde schlie&szlig;lich auch von der Inflation betroffen und daher eine entsprechende Erh&ouml;hung der Einnahmen brauche, ist irref&uuml;hrend, denn der Staat bekommt diese erh&ouml;hten Einnahmen, wenn das Einkommen der Steuerzahler wegen der Inflation steigt. Aber mit der kalten Progression steigen die Einnahmen von diesen Steuerzahlern mehr als die Inflationsrate, ohne dass ihr Einkommen mehr als die Inflationsrate gestiegen ist. Das ist eine automatische Erh&ouml;hung des Steuersatzes bei gleichbleibendem Realeinkommen, die am St&auml;rksten Einkommen unter 60.000 Euro (120.000 bei Verheirateten) trifft.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung JB:<\/strong> Bei der kalten Progression geht es ja nicht darum, dass ein Steuerzahler von Jahr zu Jahr mehr Steuern bezahlen muss. Dies ist vollkommen normal, solange es Inflation und steigende Nominall&ouml;hne gibt. Kalte Progression hei&szlig;t vor allem, dass der Grenzsteuersatz steigt. Und hier kommt eine deutsche Besonderheit zu tragen. Da die L&ouml;hne in den letzten Jahrzehnten im Schnitt kaum st&auml;rker als die Inflation gestiegen sind, haben die Menschen real nicht mehr in der Tasche. Daher spricht man ja auch von stagnierenden Realeinkommen. Wenn diese stagnierenden Einkommen nun von Jahr zu Jahr mit einem h&ouml;heren Steuersatz besteuert werden, haben wir eine kalte Progression. Da es einen Spitzensteuersatz gibt, an dem die Progression im Tarifverlauf stoppt, betrifft dies &ndash; anders als Bontrup suggeriert &ndash; jedoch vor allem die Normalverdiener und eben nicht die &bdquo;h&ouml;heren Einkommen&ldquo;, die ihre steigenden Einkommen mit dem Spitzensteuersatz als Grenzsteuersatz versteuern m&uuml;ssen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Wachstum f&uuml;r Alle schaffen<\/strong><br>\nSoziale Ungleichheit untergr&auml;bt das Wohl der Menschen, sie behindert das Wirtschaftswachstum und ist doch in vielen L&auml;ndern so stark ausgepr&auml;gt wie seit Jahrzehnten nicht. Politische Ma&szlig;nahmen mit dem Ziel, die Schere zwischen Arm und Reich zu schlie&szlig;en, werden nur erfolgreich sein, wenn sie neben der Einkommensverteilung auch den Zugang zu guter Bildung, zu Gesundheit und &ouml;ffentlichen Infrastrukturen ber&uuml;cksichtigen. Das geht aus einem OECD Bericht mit dem Titel &bdquo;All on Board: Making Inclusive Growth Happen&ldquo; hervor, der heute in Paris vorgestellt wurde.<br>\nDem Bericht zufolge profitierten vom Wachstum der vergangenen Jahre vor allem die ohnehin schon Wohlhabenden. Das durchschnittliche Einkommen der obersten zehn Prozent lag 2010 in den OECD-L&auml;ndern beim 9,5-Fachen dessen, was die untersten zehn Prozent erhielten. Vor 25 Jahren kamen die Reichsten nur auf sieben Mal so viel. Dieser Trend tritt vor allem in den englischsprachigen L&auml;ndern hervor: In den Vereinigten Staaten etwa floss knapp die H&auml;lfte des zwischen 1978 und 2007 erzielten Einkommenszuwachses auf die Konten des reichsten Prozent der Bev&ouml;lkerung. In Kanada waren es immerhin noch 37 Prozent, in Australien und Gro&szlig;britannien 20 Prozent. Seit der Finanzkrise ist die Kluft zwischen Arm und Reich sogar noch schneller gewachsen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/berlin\/presse\/inklusives-wachstum.htm\">OECD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Armutsrisiko bei j&uuml;ngerer Generation deutlich h&ouml;her<\/strong><br>\nDas Rentensystem Deutschlands funktioniert auf Kosten der j&uuml;ngeren Generation. Das konstatiert eine bislang unver&ouml;ffentlichte Studie des unabh&auml;ngigen Berlin-Instituts f&uuml;r Bev&ouml;lkerung und Entwicklung, die dem SPIEGEL vorliegt. Die demografische Entwicklung f&uuml;hre dazu, dass k&uuml;nftige Erwerbsgenerationen &ldquo;nicht nur mehr in die Rentenkassen einzahlen und l&auml;nger arbeiten m&uuml;ssen, sie werden sich auch mit bescheideneren Renten abfinden m&uuml;ssen&rdquo;, hei&szlig;t es darin.<br>\nUngleichheit entstehe schon dadurch, dass zwar die jeweilige Generation aller Erwerbst&auml;tigen per Umlagesystem die Renten finanziert. Dagegen bleiben aber &ldquo;die Kosten f&uuml;r Kindererziehung und -betreuung nach wie vor weitgehend an den Familien h&auml;ngen&rdquo;, wie das Institut feststellt. Das Armutsrisiko sei denn auch &ldquo;in den j&uuml;ngeren Altersgruppen deutlich h&ouml;her als in den &auml;lteren&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/armutsrisiko-ist-bei-juengerer-generation-deutlich-hoeher-a-967467.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers T.G.:<\/strong> Kein Wort &uuml;ber die Rentenpolitik der letzten Jahre, die daf&uuml;r verantwortlich ist.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Aha, nicht die zunehmende Verm&ouml;genskonzentration in den H&auml;nden weniger, sondern die umlagefinanzierte Rentenversicherung ist Schuld an der zunehmenden sozialen Polarisierung. Darauf muss man erst einmal kommen. Nat&uuml;rlich wird das Berlin-Instituts f&uuml;r Bev&ouml;lkerung als &bdquo;unabh&auml;ngig&ldquo; bezeichnet, es darf aber getrost in die Kategorie neoliberaler Think Tank eingeordnet werden.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1077\">Zum Berlin-Institut f&uuml;r Bev&ouml;lkerung und Entwicklung und zu Kaufmann in der SZ<\/a><\/strong><\/li>\n<li><strong><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=246\">Gerd Bosbach: Achtung: Falschmeldungen unterwegs!!!<\/a><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Katar und die Fu&szlig;ball-WM: Arbeit ohne Rechte<\/strong><br>\nTeils menschenverachtende Arbeitsbedingungen herrschen auf den Baustellen der Stadien f&uuml;r die Fu&szlig;ball-Weltmeisterschaft (WM) in Katar. Nach dem Willen des Weltfu&szlig;ballverbandes FIFA soll das gr&ouml;&szlig;te Sportereignis auf diesem Globus 2022 in dem W&uuml;stenstaat ausgetragen werden.<br>\nS&uuml;dafrika, das Land richtete 2010 die WM aus, ist von der &ouml;ffentlichen Kritik noch einigerma&szlig;en verschont worden. Zu gro&szlig; war die Freude, dass der Staat das Turnier nur 16 Jahre nach dem Ende der Apartheid ausrichten und der Welt pr&auml;sentieren konnte, wie viel er in dieser verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig kurzen Zeit bereits erreicht hatte. Nur am Rande berichteten die Medien &uuml;ber Zwangsumsiedlungen in S&uuml;dafrika und die Proteste dagegen. Das Ergebnis: Die Kehrseite des Gro&szlig;ereignisses ist in der &Ouml;ffentlichkeit in Deutschland kaum wahrgenommen worden. Bekannter ist dagegen die Kampagne zur WM in Katar. Anf&auml;nglich machte sich die Kritik an der Hitze fest, die das Fu&szlig;ballspielen im Sommer erschweren w&uuml;rde. Die Stadien, das machten Experten deutlich, wiesen eine schlechte &Ouml;kobilanz aus, weil immense K&uuml;hlma&szlig;nahmen notwendig seien, damit die Fu&szlig;ballspiele ausgetragen werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1356\">annotazioni<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Im Stich gelassen<\/strong><br>\n1134 Menschen starben vor einem Jahr beim Einsturz einer N&auml;herei in Bangladesch, in der auch Kleidung f&uuml;r den deutschen Markt hergestellt wurde. Danach hie&szlig; es: Alles muss besser werden. Aber getan hat sich kaum etwas. Bis heute k&auml;mpfen &Uuml;berlebende und Angeh&ouml;rige der Opfer von Rana Plaza um Entsch&auml;digung und ihre W&uuml;rde.<br>\nDa sitzen sie, die Gl&uuml;cklichen. Sie sind jung, sie atmen, sie leben &ndash; aber sie kotzen auf dieses Leben. Ihre Rollst&uuml;hle quietschen, wenn sie durch den Garten des Center for the Rehabilitation of the Paralized (CRP) in Savar fahren. Es klingt wie das Wimmern liebestoller Kater. Rehana Khatun sitzt in einem Rollstuhl, der zwei Fu&szlig;st&uuml;tzen hat. Nur: Sie hat keinen Fu&szlig; mehr, den sie draufstellen k&ouml;nnte.<br>\nAm 24. April vor einem Jahr sa&szlig; sie nicht weit von hier an einer N&auml;hmaschine im Rana Plaza. Dort, wo eine Menge Billigketten ihre Kleider produzieren lassen. Zwei Beine, zwei Arme, 8000 Taka im Monat, 75 Euro. Damals lag das Leben vor ihr, sie war eine Frau mit Job, vom Helfer zur N&auml;herin aufgestiegen. Wenn es in diesem Land &uuml;berhaupt ein gutes Leben f&uuml;r Frauen gibt, dann war ihres nahe dran.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/41852\/Im-Stich-gelassen\">SZ-Magazin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Hinsichtlich der Thematik sollte es gen&uuml;gen, beim n&auml;chsten Einkauf, einfach noch einmal diesen Satz zu reflektieren: &bdquo;1134 Menschen starben vor einem Jahr beim Einsturz einer N&auml;herei in Bangladesh, in der auch Kleidung f&uuml;r den deutschen Markt hergestellt wurde.&ldquo;<\/em><br>\n<em>Und, wie man auch immer zur Katholischen Kirche und dem Papst stehen mag, aber der Feststellung aus  dem Lehrschreiben &bdquo;Evangelii Gaudium&ldquo; des aktuellen Papstes Franziskus, ist in diesem Zusammenhang nichts hinzu zuf&uuml;gen: &bdquo;Diese Wirtschaft t&ouml;tet.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Beh&ouml;rden &uuml;berwachten 50 000 Telekom-Anschl&uuml;sse<\/strong><br>\nEine Million IP-Adressen, 50 000 Anschl&uuml;sse: Die Telekom verr&auml;t erstmals, in welchem Umfang Sicherheitsbeh&ouml;rden ihre Kunden aushorchen. Auch ein kleinerer Anbieter will sich mit Transparenz profilieren.<br>\nDie Deutsche Telekom hat erstmals ver&ouml;ffentlicht, wie oft Justiz- und Sicherheitsbeh&ouml;rden im vergangenen Jahr Daten ihrer Nutzer abgefragt haben. 49 796 Anschl&uuml;sse wurden demnach &uuml;berwacht. Insgesamt betreibt die Telekom mehr als 21 Millionen Festnetz-, 38 Millionen Handy- und zw&ouml;lf Millionen Breitband-Anschl&uuml;sse.<br>\nZudem &uuml;bermittelte der Konzern den Beh&ouml;rden 436 331 Verbindungsdatens&auml;tze. Das sind Daten, die Informationen &uuml;ber Telefonate oder Internet-Surfen verraten, nicht aber den ausgetauschten Inhalt. Fast eine Million Mal wurden die Inhaber von IP-Adressen ermittelt. Diese werden allerdings nicht von Strafverfolgungsbeh&ouml;rden abgefragt, sondern meist von Gerichten w&auml;hrend Urheberrechtsprozessen, oft geht es um illegale Downloads von Filmen, Musik oder Spielen.<br>\nAmerikanische IT-Konzerne wie Facebook ver&ouml;ffentlichen seit l&auml;ngerem in ihren Transparenzberichten, welche Beh&ouml;rden aus welchen L&auml;ndern was bei ihnen abfragten. Von Google wollten deutsche Beh&ouml;rden 2013 Daten von etwa 6000 Nutzern, bei Facebook waren es etwa 4000.<br>\nDie Telekom hatte sich bisher immer geweigert, Zahlen herauszugeben &ndash; mit Verweis auf das so genannte G-10-Gesetz, eine der wichtigsten rechtlichen Grundlagen der Telekommunikations&uuml;berwachung in Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/nsa-untersuchungsausschuss-halte-die-befragung-von-snowden.694.de.html?dram:article_id=284406\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Wie Bildungsaufstieg gelingt und was ihn erschwert<\/strong><br>\nDas Thema &bdquo;Arbeiterkinder an Hochschulen&ldquo; ist immer wieder Thema. Da geht es dann um Stipendien, Quoten, Benachteiligung, Chancengleichheit, Bildungsbarrieren oder Studieren ohne Abitur. Eher selten wurde der Fokus darauf gerichtet, welche Strapazen erfolgreiche &bdquo;Bildungsaufsteiger&ldquo; &uuml;ber sich ergehen lassen mussten, um &bdquo;trotz allem&ldquo; dennoch &bdquo;erfolgreich&ldquo; zu sein. Studis Online sprach hierzu mit Prof. Aladin El-Mafaalani, der sich zuletzt in einer von der Konrad-Adenauer-Stiftung herausgegebene Studie mit &bdquo;Extremaufsteigern&ldquo; besch&auml;ftigt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/art-1634-extremaufsteiger.php\">Studis Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die Krise in Zeiten von Piketty<\/strong><br>\nIm Mittelalter legitimierte der liebe Gott die Herrschaft von Menschen &uuml;ber Menschen. Seit 1789 herrscht, so die b&uuml;rgerliche Erz&auml;hlung, die Vernunft. Die Wissenschaften stellt die Politik auf ein rationales Fundament. Auch viele Linke hoffen f&uuml;r die Durchsetzung der &raquo;richtigen Politik&laquo; auf den &raquo;zwanglosen Zwang des besseren Arguments&laquo; (Habermas). Deshalb kommt das neue, &uuml;ber 600 Seiten starke Buch des franz&ouml;sischen &Ouml;konomen Thomas Piketty gerade richtig. Das mit Grafiken gespickte Buch &raquo;Capital in the Twenty-First Century&laquo; erschien vor ein paar Tagen in englischer &Uuml;bersetzung (das franz&ouml;sische Original erschien bereits letztes Jahr; die deutsche &Uuml;bersetzung ist f&uuml;r 2015 angek&uuml;ndigt). Es entfachte nicht nur in den USA ein Feuerwerk an Kommentaren und eine hitzige Debatte, nachdem u.a. die Nobelpreistr&auml;ger Paul Krugman und Joseph Stiglitz Piketty medienwirksam protegierten. Krugman und Stiglitz meldeten sich in den letzten Jahren &ouml;fters zu Wort und kritisierten Deutschlands Austerit&auml;tskurs und Obamas Einknicken vor den Interessen der Wall Street.<br>\nWas sagt nun Thomas Piketty? Anhand einer erdr&uuml;ckenden Menge empirischen Materials zeigt er, dass die Ungleichheit zunehme, wenn die Einkommen aus Kapital (r) das Wirtschaftswachstum (g) &uuml;bersteigen. Auf eine Formel gebracht: r&gt;g. Diese Entwicklung habe sich sogar versch&auml;rft, die Ungleichheit zugenommen, und zwar derart, dass sie die kapitalistische Wirtschaftsweise selbst untergrabe. &Auml;hnliches stellte vor ein paar Wochen eine IWF-Studie heraus: Ungleichheit schade dem Wirtschaftswachstum. Wie der IWF, so viel ist sicher, will auch Piketty den Kapitalismus vor allem vor sich selbst retten. Trotzdem erhoffen sich viele Linke politische Konsequenzen von seinem Buch, schlie&szlig;lich zeigt es empirisch abgesichert, was die Linke schon immer sagt: Die Armen werden &auml;rmer, die Reichen reicher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/931890.die-krise-in-zeiten-von-piketty.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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