{"id":21707,"date":"2014-05-14T08:57:57","date_gmt":"2014-05-14T06:57:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707"},"modified":"2014-05-14T08:57:57","modified_gmt":"2014-05-14T06:57:57","slug":"hinweise-des-tages-2127","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h01\">OECD-Wirtschaftsbericht ermutigt Deutschland zu Reformen f&uuml;r nachhaltiges Wachstum mit mehr sozialer Teilhabe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h02\">Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h03\">Brasilien vor der WM<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h04\">SPD sieht in EU-US-Freihandelsabkommen m&ouml;gliche Vorteile f&uuml;r Arbeitnehmer\/innen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h05\">Lehrpl&auml;ne von VWL-Studenten: Wir lernen Theorien, die nicht stimmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h06\">Einkommensteuer: Belastung niedriger als vor 20 Jahren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h07\">Deutschland ohne EU: Zukunftsszenario im Jahr 2015<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h08\">Wer profitiert vom Euro? &ndash; Artes kritisches Investigationsmagazin zu n&auml;chtlicher Stunde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h09\">Zweitjob, um &uuml;ber die Runden zu kommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h10\">Gewerkschaften: Schwache K&auml;mpfer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h11\">Das deutsche Energiewende-Paradox: Ursachen und Herausforderungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h12\">Gef&auml;hrliche Flucht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h13\">Breite Basis der Euroskeptiker: Aufstieg von Ukip zum Machtfaktor in Grossbritannien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h14\">Tafeln an US-Unis: Es gibt Studenten, die hungrig ins Bett gehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h15\">Kambodscha: Demokratie- und Arbeiterbewegung<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>OECD-Wirtschaftsbericht ermutigt Deutschland zu Reformen f&uuml;r nachhaltiges Wachstum mit mehr sozialer Teilhabe<\/strong><br>\nLaut Bericht verzeichnet Deutschland heute dank der Reformen des vergangenen Jahrzehnts sowohl historisch als auch international eine der niedrigsten Arbeitslosenraten. Problematisch seien jedoch der stark angewachsene Niedriglohnsektor und der hohe Anteil von Menschen in befristeten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen. Auch habe sich die stark gesunkene Arbeitslosigkeit nicht positiv auf das Armutsrisiko im Lande ausgewirkt. Insgesamt habe die Aufw&auml;rtsmobilit&auml;t von Geringverdienern sogar abgenommen.<br>\nDeutschland sollte laut Bericht danach streben, die Zweiteilung des Arbeitsmarktes in Arbeitnehmer mit unbefristeten Vertr&auml;gen, einem h&ouml;heren K&uuml;ndigungsschutz und h&auml;ufig auch einem komfortableren Gehalt und jene mit befristeten Vertr&auml;gen, wenig Schutz und geringerem Lohn zu verringern. Ein allgemeiner, von einer unabh&auml;ngigen Expertenkommission festgelegter Mindestlohn k&ouml;nnte dabei helfen. Ebenso eine Angleichung der Regeln zum Besch&auml;ftigungsschutz in befristeten und unbefristeten Vertr&auml;gen. Dar&uuml;ber hinaus fordert der Bericht Deutschland auf, die noch immer relativ weit verbreitete Langzeitarbeitslosigkeit zu bek&auml;mpfen, indem die Besch&auml;ftigungschancen f&uuml;r Betroffene durch gezielte Zusch&uuml;sse und Weiterbildungsanreize verbessert werden.<br>\nMindestens ebenso wichtig sei es aber, schon jungen Menschen gleich gute Startbedingungen f&uuml;r Bildung und Beruf zu erm&ouml;glichen. Hierzu m&uuml;sse der starke Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Sch&uuml;lerleistungen\/-perspektiven durchbrochen werden. Neben Investitionen in die fr&uuml;hkindliche Bildung, fordert der Bericht daf&uuml;r mehr Mittel f&uuml;r Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Sch&uuml;ler. Er verweist zudem darauf, dass &uuml;berproportional viele Sch&uuml;ler aus schwierigen Verh&auml;ltnissen in F&ouml;rderschulen unterrichtet werden, was ihre Aussichten auf einen guten Beruf oft beeintr&auml;chtigt. &hellip;.<br>\nEine M&ouml;glichkeit, das Wachstumspotenzial zu steigern, sieht der Bericht darin, den Faktor Arbeit weniger zu besteuern und die Sozialabgaben, vor allem f&uuml;r Geringverdiener, zu senken. Zum Ausgleich schl&auml;gt er vor, die Grundsteuern auf Immobilienbesitz nach aktualisierten Wertans&auml;tzen zu erheben und Gewinne aus dem Verkauf fremdgenutzer Immobilien nicht mehr von der Steuer zu befreien. Desweiteren pl&auml;diert er daf&uuml;r, Umverteilungsausgaben f&uuml;r Rentner aus dem allgemeinen Steueraufkommen und nicht &uuml;ber Sozialversicherungsbeitr&auml;ge zu finanzieren. Diese Ma&szlig;nahme sei besch&auml;ftigungs- und wachstumsfreundlich und k&ouml;nne die Last gleichm&auml;&szlig;iger auf alle Steuerzahler verteilen. &hellip;<br>\nAll diese Wachstumsimpulse k&ouml;nnen allerdings nur dann nachhaltig wirken, wenn die gesamte Wirtschaft besser gegen Schocks aus dem Finanzsektor gefeit ist: Deutsche Banken haben umfangreich in Derivate investiert. Zudem kann das niedrige Zinsniveau sie dazu verleiten, zus&auml;tzliche Risiken einzugehen. Die gr&ouml;&szlig;ten Banken des Landes sind au&szlig;erdem stark gehebelt, so dass es das vordringlichste Ziel der zust&auml;ndigen Stellen sein sollte, sicherzustellen, dass die Banken &uuml;ber angemessenes Eigenkapital verf&uuml;gen. Im Falle gro&szlig;er, international t&auml;tiger Banken sollte auch auf den Verschuldungsgrad (Leverage Ratio) geachtet werden. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/berlin\/presse\/wirtschaftsbericht-deutschland-2014.htm\">OECD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nat&uuml;rlich war nicht zu erwarten, dass die wirtschaftsliberale OECD erkennt, dass der &ldquo;stark angewachsene Niedriglohnsektor und der hohe Anteil von Menschen in befristeten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen&rdquo; etwas mit den viel gelobten &ldquo;Reformen des vergangenen Jahrzehnts&rdquo; zu tun hat. Neben den obligatorischen Deregulierungsforderungen gibt sich der Bericht erstaunlich sozialkritisch. Interessant die Auslassung in der Pressemitteilung des Berlin Centre. Dort steht: &ldquo;Auch habe sich die stark gesunkene Arbeitslosigkeit nicht positiv auf das Armutsrisiko im Lande ausgewirkt.&rdquo; <a href=\"http:\/\/www.keepeek.com\/Digital-Asset-Management\/oecd\/economics\/oecd-wirtschaftsberichte-deutschland-2014\/das-wirtschaftswachstum-sozial-inklusiver-gestalten_eco_surveys-deu-2014-7-de#page3\">Im Bericht selbst hei&szlig;t es<\/a>: &ldquo;Das relative Armutsrisiko und die Einkommensungleichheit sind in den vergangenen Jahren weitgehend unver&auml;ndert geblieben&rdquo; Von unver&auml;ndert kann eigentlich nicht die Rede sein, wenn man sich die Einkommensentwicklung der bestverdienenden 1 Prozent anschaut:<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140514_01.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/piketty.pse.ens.fr\/files\/capital21c\/en\/pdf\/F9.3.pdf\">Thomas Piketty [PDF &ndash; 49,6 KB]<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ukraine<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Wahnsinnigen von Odessa<\/strong><br>\nSchon lange vor dem Ausbruch der Gewalt in Odessa war die Stimmung in der s&uuml;dukrainischen Hafenstadt &auml;u&szlig;erst angespannt. Diese Reportage, entstanden einige Wochen zuvor, erz&auml;hlt von Angst und Propaganda, Nationalismus, Paranoia und Militanz. Andreas Schirra liest &ldquo;Die Wahnsinnigen von Odessa&rdquo; von Keith Gessen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/mgifs\/die_wahnsinnigen_von_odessa.mp3\">Le Monde Diplomatique [Audio &ndash; mp3]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> In der aktuellen Ausgabe der <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/.aktaus\">Le Monde Diplomatique<\/a>  ist zum Thema auch der Artikel &bdquo;Putins gro&szlig;es Spiel&ldquo; erschienen. Weitere interessante Artikel aus der aktuellen Ausgabe sind &hellip;<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Indiens bunte Partei von Na&iuml;k&eacute; Desquesnes<\/em><\/li>\n<li><em>Wer hilft wem &ndash; Afrika braucht seine eigene Entwicklung von Hakima Abbas<\/em><\/li>\n<li><em>Brief aus Oslo von Daniele Godor<\/em><\/li>\n<li><em>Das gro&szlig;e Wegwerfen von Valentin Thurn<\/em><\/li>\n<li><em>Blues, Brot und Spiele &ndash; Brasilien vor der WM von Gerhard Dilger<\/em><\/li>\n<li><em>Die politische Rechte in Lateinamerika von Grace Livingstone<\/em><\/li>\n<li><em>In Zeiten des Ernstfalls &ndash; Warum wir &Ouml;lkonzernen und anderen Klimakillern den Geldhahn zudrehen m&uuml;ssen von Rebecca Solnit<\/em><\/li>\n<li><em>Nicht Hutu, nicht Tutsi, nicht Twa &ndash; Gespr&auml;che in Ruanda &uuml;ber Herkunft und Vers&ouml;hnung von Jonas Weyrosta<\/em><\/li>\n<li><em>Das System Itorero &ndash; Ruanda belebt eine uralte kriegerische Tradition wieder von Thomas Riot<\/em><\/li>\n<li><em>Die Einsamkeit der Saudis &ndash; Das K&ouml;nigshaus in Riad misstraut sogar seinen Verb&uuml;ndeten von Alain Gresh<\/em><\/li>\n<li><em>Israel und der syrische Krieg von Asaf Hazani und Nir Boms<\/em><\/li>\n<li><em>Der Dreck von Gujarat &ndash; Indiens Musterstaat hat viele dunkle Seiten von Clea Chakraverty<\/em><\/li>\n<li><em>Jutek&ouml;nig und Pressezar &ndash; Indiens gro&szlig;e Zeitungen haben riesige Auflagen, aber unabh&auml;ngig sind sie nicht von Benjamin Fernandez<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Pepe Escobar &ndash; Der IWF zieht in der Ukraine in den Krieg<\/strong><br>\nDie erste Tranche des $17 Milliarden-Darlehens des Internationalen W&auml;hrungsfonds an die Ukraine in H&ouml;he von 3,2 Milliarden US-Dollar ist angekommen, aber wiederbeleben wird dieses Geld die ukrainische Wirtschaft keineswegs. Stattdessen, so Pepe Escobar, steht den Ukrainern ein langer, kalter Winter bevor. Russland vermag w&auml;hrenddessen ruhig abzuwarten: die Strukturanpassungen des IWF werden die Ukraine mehr als ein Krieg verw&uuml;sten; die meisten Ukrainer k&ouml;nnten am Ende sogar Russland um Hilfe bitten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.larsschall.com\/2014\/05\/10\/das-wandernde-auge-der-iwf-zieht-in-der-ukraine-in-den-krieg\/\">Asia Times via Lars Schall<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Keine Sicherheit ohne Russland&rdquo;<\/strong><br>\nGregor Gysi hat in Russland den Parlamentspr&auml;sidenten Sergej Naryschkin getroffen, um im Ukraine-Konflikt zu vermitteln. Der Linken-Fraktionschef sagte im Deutschlandfunk, dass sich Russland und der Westen um eine Deeskalation bem&uuml;hen m&uuml;ssten. &ldquo;Ohne oder gegen Russland gibt es keine Sicherheit in Europa.&rdquo;<br>\n&ldquo;Wir sind nicht einseitig. Sie (gemeint sind Union, SPD, Gr&uuml;ne, d. Red.) sehen die gesamte Verantwortung ausschlie&szlig;lich bei Russland und wir sagen, der Westen hat eine beachtliche Mitverantwortung &ndash; und das seit 1990&rdquo;, sagte der Linken-Fraktionschef. Denn der Westen habe im Kalten Krieg nicht &ldquo;aufgeh&ouml;rt zu gewinnen&rdquo; und nicht akzeptiert, dass Russland Bestandteil Europas ist. Ohne oder gegen Russland gebe es daher keine Sicherheit in Europa. Gleichzeitig nannte Gysi Russlands Annexion der Krim &ldquo;v&ouml;lkerrechtswidrig&rdquo; und kritisierte auch die Milit&auml;rparade auf der Schwarzmeerhalbinsel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ukraine-konflikt-keine-sicherheit-ohne-russland.694.de.html?dram:article_id=285179\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Brasilien vor der WM<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Gekaufte Spiele<\/strong><br>\nBevor im Juni die Fussball-WM beginnt, beging Brasilien im M&auml;rz ein trauriges Jubil&auml;um: Es j&auml;hrte sich zum 50. Mal der Beginn der Milit&auml;rdiktatur, die am 31. M&auml;rz 1964 die Macht an sich riss und 21 lange bleierne Jahre andauerte. Es sind nicht alleine die Erinnerungen, die die Milit&auml;rdiktatur pr&auml;sent werden lassen, sondern auch ihre Spuren, die bis in die Gegenwart hineinreichen.<br>\n1964 st&uuml;rzte das Milit&auml;r die amtierende Regierung, l&ouml;ste das Parlament auf, erlie&szlig; ein Parteien-Verbot, zerst&ouml;rte die Gewerkschaften und etablierte die Diktatur durch systematische Folterungen, durch das Verschwindenlassen von missliebigen Personen, z.B. indem man zuvor gefolterte Personen ins offene Meer warf: &ldquo;Aktuelle Untersuchungen konnten bislang 475 Ermordete und Verschwundene nachweisen; &uuml;ber 24.000 Personen wurden verfolgt und inhaftiert.<br>\nF&uuml;r die allermeisten Menschen in Brasilien brach eine bleierne Zeit an, die nicht enden wollte. F&uuml;r ausl&auml;ndische Investoren brach ein goldenes Zeitalter an: Der Ausbeutung von Menschen und Ressourcen waren keine Grenzen gesetzt. In den meisten westlichen Staaten verstand man diese terroristischen Umst&auml;nden als &ldquo;wirtschaftsfreundliches Investitionsklima&rdquo; unter &ldquo;stabilen&rdquo; politischen Rahmenbedingungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/big-business-crime\/gekaufte-spiele\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Blues, Brot und Spiele<\/strong><br>\nBrasilien wird einen Kampf mit sich selbst erleben, es wird sich mit anderen Mannschaften auseinandersetzen, aber auch mit seiner eigenen Unf&auml;higkeit, sich zu ver&auml;ndern und das Land zu verwalten.&rdquo; So lautet die WM-Prognose von Jos&eacute; Miguel Wisnik, dem f&uuml;hrenden Fu&szlig;balltheoretiker Brasiliens,1 die er vor Kurzem auf einer Diskussionsveranstaltung in S&atilde;o Paulo vorbrachte. &ldquo;Die Gesellschaft passt auf&rdquo;, f&uuml;gte er hinzu, und das sei ein gutes Zeichen.<br>\nEinen Monat vor Beginn der Weltmeisterschaft haben die Brasilianer den Blues. Die Wirtschaft schw&auml;chelt, die Energiepolitik steckt in der Krise. Der halbstaatliche Multi Petrobras steht wegen Korruptionsaff&auml;ren in der Kritik, ebenso zahlreiche Politiker. In den Metropolen bringt die Milit&auml;rpolizei nahezu t&auml;glich Unschuldige um.(2) Im Touristenviertel Copacabana in Rio fanden im April heftige Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Jugendlichen aus einem nahe gelegenen Armenviertel statt.<br>\nLetzten Umfragen zufolge erwarten 55 Prozent der Einheimischen durch die WM mehr Nach- als Vorteile f&uuml;r ihr Land, nur noch 36 Prozent sehen das umgekehrt. Zus&auml;tzliche Brisanz erh&auml;lt die WM dadurch, dass im Oktober Pr&auml;sidentschafts-, Gouverneurs- und Parlamentswahlen stattfinden. Ob Pr&auml;sidentin Dilma Rousseff von der sozialdemokratischen Arbeiterpartei PT ihrer Favoritenrolle gerecht werden und die Wiederwahl schaffen kann, ist noch nicht ausgemacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2014\/05\/09.mondeText1.artikel,a0041.idx,9\">Le Monde Diplomatique<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>SPD sieht in EU-US-Freihandelsabkommen m&ouml;gliche Vorteile f&uuml;r Arbeitnehmer\/innen<\/strong><br>\nDie SPD hat in einem Flugblatt Position zum drohenden EU-US-Freihandelsabkommen TTIP bezogen. Darin nennt sie f&uuml;nf Punkte, die daf&uuml;r sprechen sollen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch TTIP profitieren k&ouml;nnten. Kein einziger der f&uuml;nf Punkte kann &uuml;berzeugen.<br>\nW&auml;hrend Linke und Gr&uuml;ne dankenswerterweise deutlich Position gegen TTIP beziehen, tut sich die SPD mit einer kritischen Positionierung nach wie vor schwer. Obgleich kritische Stimmen aus der Partei nicht zu &uuml;berh&ouml;ren sind und sich insbesondere an der Parteibasis Unmut breit macht, halten f&uuml;hrende Politiker\/innen der Partei daran fest, &bdquo;Chancen und Probleme&ldquo; pr&uuml;fen zu wollen.<br>\nDie SPD-Abgeordneten im Europaparlament haben nun ein Positionspapier &bdquo;Bef&uuml;rchtungen ernst nehmen &ndash; M&ouml;glichkeiten ausloten&ldquo; ver&ouml;ffentlicht, in welchem sie diese Position erneut bekr&auml;ftigt und f&uuml;nf Gr&uuml;nde nennt, weshalb Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus SPD-Sicht von TTIP profitieren k&ouml;nnten (&bdquo;Chancen f&uuml;r Arbeitspl&auml;tze und Arbeitnehmerrechte&ldquo;). Die Publikation soll wohl nicht zuletzt Argumente f&uuml;r den Europa-Wahlkampf liefern. Im Folgenden seien diese f&uuml;nf Punkte zitiert und beurteilt. Dabei beschr&auml;nke ich mich auf arbeitsrelevante Aspekte, auf kritische Anmerkungen beispielsweise aus demokratietheoretischer oder Verbrauchersicht verzichte ich:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1376\">annotazioni<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Lernt die SPD eigentlich nie?<\/em><\/p>\n<p><strong>Passend dazu: Video: Gabriel: &ldquo;Mehr Transparenz schaffen&rdquo;<\/strong><br>\nDas Freihandelsabkommen m&uuml;sse &ldquo;entmystifiziert&rdquo; werden, fordert Wirtschaftsminister Gabriel. Nur so k&ouml;nne man die Menschen &uuml;berzeugen, dass das Abkommen neben Risiken auch &ldquo;eine Menge Chancen&rdquo; biete.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/kanaluebersicht\/aktuellste\/368#\/beitrag\/video\/2152032\/Gabriel:-Mehr-Transparenz-schaffen\">ZDFmediathek<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Erneut ein Beleg f&uuml;r die Flexibilit&auml;t insbesondere des SPD-Bundesvorsitzenden Gabriel: Personen, die gegen das Freihandelsabkommen, das es zumindest bisher gar nicht gibt, unterschreiben, werden quasi f&uuml;r dumm bzw. irre erkl&auml;rt. Gabriel selber darf jedoch Chancen durch das TTIP-Abkommen erkennen. Unseri&ouml;ser geht es kaum noch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Lehrpl&auml;ne von VWL-Studenten: Wir lernen Theorien, die nicht stimmen<\/strong><br>\nKapitalistisch, einseitig, realit&auml;tsfern: Das VWL-Studium predigt Markteffizienz und ignoriert alternative Wirtschaftsmodelle, kritisieren Studenten aus 19 L&auml;ndern in einem internationalen Aufruf. Lena Kaiser, 25, erkl&auml;rt:<br>\n&ldquo;&hellip; F&uuml;r Jungforscher, die keine Anh&auml;nger der Neoklassik sind, ist es in der VWL schwierig bis unm&ouml;glich, Karriere zu machen. Denken Sie nur an die wichtigen Journals, in denen man publizieren muss: Die sind von vorne bis hinten neoklassisch. &hellip; einiges, was als Umdenken beschrieben wird, ist nur alter Wein in neuen Schl&auml;uchen. Beispielsweise ist die Verhaltens&ouml;konomik eigentlich nur eine Erweiterung und Verfeinerung des neoklassischen Modells. &hellip; &rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/vwl-studium-netzwerk-plurale-oekonomik-fordert-neue-lehrplaene-an-unis-a-968341.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Einkommensteuer: Belastung niedriger als vor 20 Jahren<\/strong><br>\nKalte Progression&ldquo; hei&szlig;t das inflationsbedingte Hineinwachsen der Steuerpflichtigen in eine h&ouml;here Progressionszone. Seit 1991 hat eine Reihe von Steuerreformen dieses Ph&auml;nomen in weiten Teilen &uuml;berkompensiert. Im Fall des ledigen Alleinverdieners liegt die durchschnittliche Lohnsteuerbelastung im Jahr 2014 f&uuml;r alle Einkommen unter der Belastung nach dem Stand des Steuerrechts von 1991. Die Autoren wundert das nicht: &bdquo;Bekanntlich wurde der Einkommensteuertarif seit 1998 bis heute permanent reformiert.&ldquo; Und mit Ausnahme der Einf&uuml;hrung der &bdquo;Reichensteuer&ldquo; gingen s&auml;mtliche Reformen immer in Richtung Entlastung. &Auml;hnliches, wenngleich in abgeschw&auml;chter Form, gilt auch f&uuml;r den verheirateten Alleinverdiener; allerdings sind hier die Entlastungen im Vergleich zu 1991 deutlich geringer. &bdquo;De facto ist die &sbquo;kalte Progression&lsquo; seit 1991 in fast allen F&auml;llen durch die Steuerpolitik deutlich &uuml;berkompensiert worden&ldquo;, fassen die Wissenschaftler die Ergebnisse ihrer Berechnungen zusammen.<br>\nZudem m&uuml;sse sich der Gesetzgeber dar&uuml;ber im Klaren sein, dass ein Ausgleich der &bdquo;kalten Progression&ldquo; fiskalisch sehr teuer w&auml;re, geben Rietzler, Teichmann und Truger zu bedenken. W&uuml;rde er den Einkommensteuertarif j&auml;hrlich an die Inflationsrate anpassen, so m&uuml;sste bei einer Inflationsrate von zwei Prozent mit stetig steigenden Aufkommensverlusten von zus&auml;tzlich drei Milliarden Euro f&uuml;r jedes Jahr gerechnet werden. Bei einer solchen &Auml;nderung im Jahr 2015 w&uuml;rden die &ouml;ffentlichen Haushalte bereits 2018 zw&ouml;lf Milliarden Euro weniger einnehmen. &bdquo;Werden Korrekturen am Einkommensteuertarif angestrebt, so sollten diese in der jetzigen Situation nicht automatisch, sondern nur in einzeln zu verabschiedenden Reformschritten durchgef&uuml;hrt und vollst&auml;ndig gegenfinanziert werden&ldquo;, empfehlen die Forscher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/47054_47072.htm\">B&ouml;ckler Impuls<\/a>\n<p><strong>IMK-Steuersch&auml;tzung 2014-2018. Mehreinnahmen verantwortungsvoll nutzen &ndash; mit R&uuml;ckschl&auml;gen rechnen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_93_2014.pdf\">IMK [PDF &ndash; 1.7 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutschland ohne EU: Zukunftsszenario im Jahr 2015<\/strong><br>\nWas w&auml;re, wenn Deutschland aus dem Euro aussteigt und die EU verl&auml;sst? Gemeinsam mit Wirtschaftsexperten hat WISO ein spannendes Zukunftsszenario entwickelt, bei dem der Zuschauer die dramatischen Konsequenzen eines deutschen EU-Austritts hautnah miterleben kann. In Form einer Sondersendung berichten unsere Reporter und Korrespondenten dar&uuml;ber, wie sich die Eurokrise innerhalb von zw&ouml;lf Monaten so zuspitzt, dass die Bundesregierung sich gezwungen sieht, das deutsche Parlament &uuml;ber einen Verbleib in der EU abstimmen zu lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/2150106\/Was-waere-wenn%253F-Deutschland-ohne-EU#\/beitrag\/video\/2150106\/Was-waere-wenn%253F-Deutschland-ohne-EU\">WISO<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wer profitiert vom Euro? &ndash; Artes kritisches Investigationsmagazin zu n&auml;chtlicher Stunde<\/strong><br>\nDie Vox Pop-Ausgabe vom 12. Mai 2014 zog Bilanz &uuml;ber den Euro. &bdquo;Wer hat 12 Jahre nach seiner Einf&uuml;hrung von der Einheitsw&auml;hrung profitiert?&ldquo;, so die brisante Fragestellung. Hier einige Ausz&uuml;ge, die auch in Deutschland das Licht des Tages verdienen und nicht wenigen Nachteulen vorbehalten bleiben sollten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/denkraum.wordpress.com\/2014\/05\/13\/wer-profitiert-vom-euro-artes-kritisches-investigationsmagazin-zu-nachtlicher-stunde\/\">Denkraum<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Interessant, dass die Sendung im franz&ouml;sischen Fernsehen zur besten Sendezeit erschien und bei uns in der Nacht zum Montag (2:45 Uhr), mit einer Wiederholung tags darauf um 6:15 Uhr. Eine ziemlich eurokritische Sendung inklusive Hans-Werner Sinn, die aber auch informativ ist. Oder wussten Sie, dass der 2014 erfolgte Beitritt Lettlands zur Eurozone auf massiven Druck schwedischer Banken und Politiker zustande kam, <a href=\"http:\/\/denkraum.wordpress.com\/2014\/05\/13\/lettischer-wirtschaftsminister-skandinavische-banken-erzwangen-eurobeitritt-lettlands\/\">so zumindest der lettische Wirtschaftsminister Vjaceslavs Dombrovskis<\/a>. Oder wussten Sie um die Lobbyarbeit der &bdquo;Vereinigung f&uuml;r die Europ&auml;ische W&auml;hrungsunion&ldquo; &ldquo;Association for the Monetary Union of Europe), welche Spitzenmanager wie Francois Xavier Ortoli, ehemaliger Pr&auml;sident der EU-Kommission, heute Chef von &bdquo;Total&ldquo;; Hilmar Kopper, Vorstandschef der Deutschen Bank, oder Giovanni Agnelli, Fiat-Chef vereinte. V&ouml;llig ausgeblendet bleibt die politische Seite, so z.B. die Hoffnung Mitterrands, das wiedervereinigte Deutschland in den Euroraum einzubinden und die Abh&auml;ngigkeit von der m&auml;chtigen Bundesbank aufzuheben. &ndash; Die Sendung ist noch <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/guide\/de\/051476-016\/vox-pop\">hier auf arte zu sehen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Zweitjob, um &uuml;ber die Runden zu kommen<\/strong><br>\nIn den vergangenen zehn Jahren haben immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine geringf&uuml;gige Nebenbesch&auml;ftigung aufgenommen. Sie &uuml;bten also zus&auml;tzlich zu einem sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis einen Zweitjob aus, auf den sie keine Steuern und Sozialabgaben entrichten mussten &ndash; monatlicher H&ouml;chstverdienst: inzwischen 450 Euro. Von 2004 bis 2013 stieg die Zahl der Neben-Minijobber von 1,66 auf 2,59 Millionen. Warum das so ist, haben die Berliner Sozialforscherin Tanja Schmidt und Dorothea Voss von der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung untersucht. Sie werteten daf&uuml;r Daten des Sozio-oekonomischen Panels der Jahre 2004 bis 2011 aus. &hellip;<br>\nSowohl das Gesundheits- und Sozialwesen als auch den Bildungssektor nennen die beiden Forscherinnen &bdquo;besonders auff&auml;llige Branchen im Geschehen um Neben-Minijobs&ldquo;. Hier &uuml;ben viele Neben-Minijobber den gleichen Beruf in Haupt- und Nebent&auml;tigkeit aus. Daher sei zu untersuchen, inwieweit der steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus von Minijobs eine problematische Aufspaltung von Arbeitszeitvolumen in sozialversicherungspflichtige und geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung beschleunigt &ndash; gerade bei den gesellschaftlich notwendigen Dienstleistungen. In den betroffenen Branchen werde es bei einer gleichzeitigen Ausweitung von Teilzeit und geringf&uuml;giger Besch&auml;ftigung immer schwieriger, mit einem einzigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis ein existenzsicherndes und ausreichend sozial absicherndes Einkommen zu erzielen. &bdquo;Auch weil der Neben-Minijob mit Blick auf die erworbenen Anspr&uuml;che an das soziale Sicherungssystem Nachteile gegen&uuml;ber einer sozialversicherungspflichtigen Besch&auml;ftigung aufweist, ist die geringf&uuml;gige Nebenbesch&auml;ftigung insbesondere f&uuml;r Frauen daher ein prek&auml;rer Pfad.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/47054_47069.htm\">B&ouml;ckler Impuls<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Bedauerlicherweise ist die Originalstudie (&ldquo;Arbeitsmarkt- und geschlechtsdifferenzielle Einflussfaktoren f&uuml;r die Ausuebung einer geringfuegigen Nebenbeschaeftigung&rdquo;) kostenpflichtig. W&auml;hrend es relativ plausibel ist, dass viele &ouml;konomisch schlechter gestellte Frauen nach einer Trennung vom Ehepartner einen Neben-Minijob aufnehmen m&uuml;ssen, h&auml;tte man doch etwas pr&auml;ziser erfahren, wie viele Frauen nach der Trennung einen Nebenjob n&ouml;tig haben. Genauso w&auml;re die Kenntnis absoluter Zahlen w&uuml;nschenswert, um z.B. beurteilen zu k&ouml;nnen, ob der h&ouml;here Anteil von M&auml;nnern mit Zweitjob (gegen&uuml;ber Frauen) mit hohen Einkommen nicht eher ein Randph&auml;nomen ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Gewerkschaften: Schwache K&auml;mpfer<\/strong><br>\nDie Gewerkschaften stehen nicht so gut da, wie der neue DGB-Chef Reiner Hoffmann meint. &ndash; Gerade der Mindestlohn ist richtig und wichtig, er ist aber kein Zeichen f&uuml;r die St&auml;rke der Gewerkschaften. Lohnpolitik ist ihr Kerngesch&auml;ft, sie sind daf&uuml;r zust&auml;ndig, zusammen mit den Arbeitgebern die Einkommen der Arbeitnehmer auszuhandeln. Die Gewerkschaften haben &uuml;ber Jahrzehnte darauf bestanden, dass sich der Staat aus der Lohnpolitik herauszuhalten hat. Das Ergebnis: In Deutschland haben sich die Einkommen seit Mitte der 1990er Jahre stark auseinanderentwickelt, die Geh&auml;lter der Besserverdienenden sind gestiegen, die Reall&ouml;hne von Geringverdienern &uuml;ber Jahre gesunken. Heute gibt es vier Millionen Besch&auml;ftigte, die weniger als sieben Euro pro Stunde erhalten, bei einem Vollzeitjob sind das rund 1100 Euro im Monat. Der Mindestlohn ist n&ouml;tig, weil die Gewerkschaften zu schwach waren und zu schwach sind, um die Ausbreitung von Niedrigstl&ouml;hnen zu verhindern. &hellip; Erst in j&uuml;ngster Zeit ist es den Organisationen der Besch&auml;ftigten gelungen, etwas h&ouml;here Tarifabschl&uuml;sse durchzusetzen. Die Bedingungen daf&uuml;r sind gut, die deutsche Wirtschaft ist relativ stark. Umso erstaunlicher ist die Bescheidenheit der DGB-Spitze. Das Gehalt eines Arbeitnehmers solle zumindest den Lebensunterhalt gew&auml;hrleisten, hei&szlig;t es in ihrem Leitantrag zum Thema Arbeit. Denn: &bdquo;Jeder Mensch hat das Recht auf ein Einkommen aus Arbeit, das ihm ein Leben in W&uuml;rde erm&ouml;glicht.&ldquo; Mit Verlaub: Dass die W&uuml;rde des Menschen unantastbar ist, steht bereits im Grundgesetz. Von Erwerbsarbeit als Voraussetzung f&uuml;r ein Leben in W&uuml;rde ist dort nicht die Rede.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/gewerkschaften-schwache-kaempfer,1472602,27106368.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Das deutsche Energiewende-Paradox: Ursachen und Herausforderungen<\/strong><br>\nDeutschland sieht sich gegenw&auml;rtig einem &bdquo;Energiewende-Paradox&ldquo; ausgesetzt: Trotz eines zunehmenden Anteils erneuerbarer Energiequellen steigen gleichzeitig die Treibhausgasemissionen. Da der R&uuml;ckgang der Stromproduktion aus Kernenergie vollst&auml;ndig von einer erh&ouml;hten Erzeugung aus Erneuerbaren Energien ausgeglichen wird, liegt der Grund f&uuml;r dieses Paradox nicht im Atomausstieg. Vielmehr wird es durch einen Brennstoffwechsel der Kraftwerke von Gas hin zu Kohle verursacht.<br>\nAufgrund der aktuellen Marktbedingungen dr&auml;ngen deutsche Kohlekraftwerke die Gaskraftwerke sowohl inner- halb Deutschlands als auch in den Nachbarl&auml;ndern aus dem Markt. Seit 2010 sind die Kohle-und CO 2 -Preise gesunken, w&auml;hrend die Gaspreise gestiegen sind. Dementsprechend sind (neue und alte) Kohlekraftwerke in Deutschland in der Lage, zu niedrigeren Kosten als Gaskraftwerke in Deutschland und in den benachbarten Stromm&auml;rkten zu produzieren. Dies hat zu Rekordexportniveaus und steigenden CO 2 -Emissionen in Deutschland gef&uuml;hrt.<br>\nUm die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen, muss der Anteil der Kohle im deutschen Stromsystem von aktuell 45 Prozent auf 19 Prozent im Jahr 2030 sinken. Ein solcher R&uuml;ckgang in der Erzeugung aus Braunkohle- und Steinkohlekraftwerken um 62 beziehungsweise 80 Prozent in den n&auml;chsten 15 Jahren sowie der Anstieg des Anteils von Erdgas auf 22 Prozent sind Voraussetzung f&uuml;r das Erreichen der Ziele der deutschen Bundesregierung f&uuml;r 2030.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.agora-energiewende.de\/fileadmin\/downloads\/publikationen\/Analysen\/Trends_im_deutschen_Stromsektor\/Analyse_Energiewende_Paradox_web.pdf\">Agora Energiewende [PDF &ndash; 1.3 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> L&auml;sst man einmal au&szlig;en vor, dass Klimapolitik immer einen globalen Bezug hat, wird hier schl&uuml;ssig erkl&auml;rt, warum in Deutschland die erneuerbare Energie so zugelegt hat, aber der CO2-Aussto&szlig; eben auch. Der L&ouml;sungsvorschlag irritiert etwas bzw. k&ouml;nnte konkreter ausfallen: &ldquo;Um die von der Regierung erkl&auml;rten Klimaziele zu erreichen, stehen damit zwei Optionen zur Verf&uuml;gung: Die erste Option umfasst eine rasche &bdquo;Reparatur&ldquo; des europ&auml;ischen Emissionshandelssystem, die letztlich die (hohen) Preissignale liefern kann, die notwendig sind, um einen Brennstoffwechsel im Stromsektor herbeizuf&uuml;hren. Die zweite Option umfasst die Implementierung weiterer Strategien und Ma&szlig;nahmen, die den Emissionshandel erg&auml;nzen. Gemeinsam w&auml;ren diese dann in der Lage, die Rolle von Kohle und Gas im Stromsektor zu adressieren.&rdquo; Die L&ouml;sung soll schon wieder der Emissionshandel, der zum Flop wurde, weil die Nationalstaaten allzu gener&ouml;s viele Zertifikate frei an die Unternehmen weitergereicht haben. Wie sollte die &ldquo;Reparatur&rdquo; des Emissionshandels aussehen. Und was ist unter der &ldquo;Implementierung weiterer Strategien und Ma&szlig;nahmen&rdquo; zu verstehen. Eine sch&ouml;ne Analyse, aber schwammige L&ouml;sungsvorschl&auml;ge.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gef&auml;hrliche Flucht<\/strong><br>\nSomalia gilt als Paradebeispiel f&uuml;r einen gescheiterten Staat. Beherrscht von Warlords, Piraten und Islamisten liegt das Land am Boden. In der Hauptstadt Mogadischu sitzen viele junge Somalier auf gepackten Koffern und warten auf ihre Chance zur Flucht nach Saudi-Arabien oder Europa. Daf&uuml;r setzen sie alles aufs Spiel, ihr gesamtes Hab und Gut, sogar ihr Leben. Drehscheibe der Route nach Europa ist Nairobi. Dort organisieren dubiose Schlepperbanden die gef&auml;hrliche Reise per Lastwagen, per Flugzeug oder per Schiff.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?feature=player_detailpage&amp;v=TcUlnuYS34w\">ZDFinfo via You Tube<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Film von J&ouml;rg Brase vermittelt eindr&uuml;cklich, unter welchem Druck die Fl&uuml;chtlinge stehen, die im Bewusstsein, dass sie unterwegs sterben k&ouml;nnen, dennoch die Flucht wagen. Das im Film beschriebene Waschen der Finger, d.h. das vors&auml;tzliche Ver&auml;tzen der Finger, um zu verschleiern, dass man bereits in einem anderen EU-Land erfasst wurde, <a href=\"http:\/\/www.juraforum.de\/recht-gesetz\/kein-asyl-wegen-veraenderter-fingerkuppen-451190\">f&uuml;hrt zur Einstellung des Asylverfahrens und Abschiebung<\/a>. Inzwischen hat das Bundesinnenministerium die Abschiebung von Fl&uuml;chtlingen nach Griechenland generell ausgesetzt hat. Aber auch bei Fl&uuml;chtlingen &uuml;ber Italien haben mittlerweile viele deutsche Gerichte entschieden, dass sie nicht in die <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!123261\/\">unzumutbaren italienischen Zust&auml;nde zur&uuml;ckgeschickt werden k&ouml;nnen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Breite Basis der Euroskeptiker: Aufstieg von Ukip zum Machtfaktor in Grossbritannien<\/strong><br>\nNichts pr&auml;gt die gegenw&auml;rtige britische Politik so stark wie der ph&auml;nomenale Aufstieg der United Kingdom Independence Party (Ukip). Die 1993 von einigen Intellektuellen aus Protest gegen den Maastricht-Vertrag gegr&uuml;ndete Splitterpartei, die noch nie einen Abgeordneten ins Parlament entsandte und bei der letzten Unterhauswahl lediglich auf 3 Prozent der Stimmen kam, geniesst eine riesige Medienpr&auml;senz. Die Partei treibt die Konservativen unter dem wankelm&uuml;tigen Premierminister David Cameron vor sich her und k&ouml;nnte nicht nur die bevorstehende Europawahl gewinnen, sondern in einem Jahr auch die n&auml;chste Unterhauswahl entscheiden. Die Macht von Ukip gr&uuml;ndet kaum in ihrer noch fragilen Organisation, sondern in ihrem Potenzial. Sie ist in den letzten zwei Jahren konsistent auf W&auml;hleranteile zwischen 10 und 20 Prozent geschnellt; sie w&auml;re damit die drittgr&ouml;sste Partei. Die Angst vor Ukip diktiert bereits heute Teile der politischen Agenda der Konservativen und der Regierungskoalition.<br>\nDie Politikwissenschafter Matthew Goodwin und Robert Ford haben gezeigt, wie sich die Basis von Ukip seit Beginn dieses Jahrzehnts von einer marginalen Fraktion konservativer Euroskeptiker zur Massenbewegung der &laquo;Zur&uuml;ckgebliebenen&raquo; ausgeweitet hat. Weil die Klasse der Unqualifizierten und der Arbeiter stetig schrumpfte, haben sich Tories wie Labour zusehends auf die gut ausgebildete Mittelklasse konzentriert. Dieser wahltaktisch rationale Schachzug hat Tony Blair um die Jahrtausendwende drei Wahl-Triumphe eingebracht. Die &laquo;Zur&uuml;ckgebliebenen&raquo; wurden einfach ignoriert. Erst mit Ukip, die das Potenzial in den letzten Jahren entdeckte und mit politischen Angeboten wie dem Kampf gegen die Immigration oder der Verteidigung traditioneller Werte gezielt erschloss, haben sie wieder eine politische Vertretung und Macht. Statistisch findet Ukip den gr&ouml;ssten Zuspruch bei Schulabg&auml;ngern ohne Berufsausbildung und bei &uuml;ber 57-j&auml;hrigen weissen M&auml;nnern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/international\/auslandnachrichten\/aufstieg-von-ukip-zum-machtfaktor-in-grossbritannien-1.18301129\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> In Deutschland ruhen sich die etablierten Parteien auf dem soziologisch gest&uuml;tzten Faktum aus, dass die &ldquo;Zur&uuml;ckgebliebenen&rdquo; hierzulande nicht w&auml;hlen gehen. Gro&szlig;britannien zeigt, dass es Deutschland nur an intelligenten, charismatischen Politikern fehlt, die sich als &ldquo;Identifikationsfigur&rdquo; all jener anbieten, &ldquo;die mit den Zw&auml;ngen der heutigen Zeit nicht so zurechtkommen.&rdquo; Und dann gnade uns Gott, was die etablierten Parteien alles anstellen werden, um diese au&szlig;en vor gelassene soziale Schicht wieder einzufangen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Tafeln an US-Unis: Es gibt Studenten, die hungrig ins Bett gehen<\/strong><br>\n&ldquo;Es gibt tats&auml;chlich Studenten, die hungrig ins Bett gehen oder nicht wissen, was sie morgen essen sollen&rdquo;, sagt Nate Smith-Tyge. Er ist Leiter der Studententafel an der MSU-Universit&auml;t im Staat Michigan. 30 bis 40 ehrenamtlich engagierte Studenten verteilen hier alle zwei Wochen Essenspakete an bed&uuml;rftige Kommilitonen. &Uuml;ber die Theke gehen dann unter anderem Brot, Nudeln und Fr&uuml;chte &ndash; alles finanziert durch Spenden. &ldquo;Wir bitten die Leute darum, alles mitzunehmen, was sie brauchen &ndash; aber nicht mehr, als sie brauchen&rdquo;, sagt Smith-Tyge. Das funktioniere in der Regel auch gut. Er hofft dennoch, dass diese Form der sozialen Hilfe keine Dauerl&ouml;sung wird. Mehr als 4000 Studenten versorgt die Tafel so j&auml;hrlich, bis zu 300 allein bei einer einzelnen Essensausgabe &ndash; und sie ist mittlerweile nicht mehr allein. &ldquo;Langsam realisieren auch andere Universit&auml;ten, dass immer mehr Studenten nicht wissen, wo sie ihre n&auml;chste Mahlzeit herbekommen&rdquo;, sagt Smith-Tyge. An mehr als 120 US-Hochschulen gebe es mittlerweile Studententafeln, zum Beispiel an der University of Missouri im Mittleren Westen der USA oder an der Oregon State University an der Westk&uuml;ste &ndash; noch vor f&uuml;nf Jahren habe es bundesweit gerade einmal neun Studententafeln gegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/wunderbar\/studienfinanzierung-in-den-usa-tafeln-fuer-arme-studenten-a-968548.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Die USA sind nicht allein, zeigt der Hinweis: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21129#h11\">Mit Kartoffeln und Kohl durchs Studium<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Kambodscha: Demokratie- und Arbeiterbewegung<\/strong><br>\nVortrag und Diskussion mit Benedikt Frank<br>\nDonnerstag, 22. Mai, 20 Uhr<br>\nIm Allerweltshaus, K&ouml;rnerstr. 77, K&ouml;ln-Ehrenfeld, Eintritt: &bdquo;Spende f&uuml;r Kambodscha&ldquo;<br>\nDie N&auml;herinnen unserer Kleidung in Kambodscha k&auml;mpfen gerade um einen menschenw&uuml;rdigen Lohn und sind dabei aktuell die Spitze der kambodschanischen Bewegung f&uuml;r Menschenrechte und Demokratie. Seit 1991 ist Kambodscha im W&uuml;rgegriff der CPP und des (vermutlich nie wirklich gew&auml;hlten) Ministerpr&auml;sidenten Hun Sen. Blutiger H&ouml;hepunkt der aktuellen Auseinandersetzung: Am 04.01.14 werden in Phnom Penh 5 Menschen erschossen, viele verletzt und Hunderte verhaftet. Nicht nur in der Arbeitswelt stehen gerade Umw&auml;lzungsprozesse in Kambodscha statt. Wohin die Reise geht ist noch nicht klar, aber es k&ouml;nnten gro&szlig;e und gute Ver&auml;nderungen anstehen, aber auch blutige Niederschlagung und Festigung der bestehenden politischen Strukturen. Klar ist: Es ist eine hei&szlig;e Zeit. Kambodscha ver&auml;ndert sich rasant. In den letzten 15 Jahren haben dort Ver&auml;nderungen stattgefunden, die andere L&auml;nder in 100 Jahren nicht machen. Es ist dort eine Generation herangewachsen, die nichts mit dem Bild zu tun hat, der im Westen vermitteltet wird, des &ldquo;vom Krieg zerrissenem Kambodschaner&rdquo;, der geb&uuml;ckt durch 100 Jahre starke Unterdr&uuml;ckung verlernt hat, aufrecht zu gehen. Dort sind -besonders junge- Menschen, die aufstehen, und die Situation nicht mehr hinnehmen wollen, wie ihre V&auml;ter und M&uuml;tter zuvor &ldquo;verbrannt&rdquo; zu werden und die es nicht mehr aushalten wollen, dass alles weiter geht wie bisher. Eine mutige, neugierige und offene und vernetzte Generation ist heran gewachsen. Die besten Voraussetzungen f&uuml;r eine Revolution?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.aussengedanken.de\/kambodscha-demokratie-und-arbeiterbewegung\/\">Aussengedanken<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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