{"id":21735,"date":"2014-05-15T14:41:08","date_gmt":"2014-05-15T12:41:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21735"},"modified":"2015-10-22T15:01:05","modified_gmt":"2015-10-22T13:01:05","slug":"darf-man-von-gleichschaltung-der-medien-sprechen-und-davon-dass-die-demokratie-hoechst-gefaehrdet-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21735","title":{"rendered":"Darf man von Gleichschaltung der Medien sprechen? Und davon, dass die Demokratie h\u00f6chst gef\u00e4hrdet ist?"},"content":{"rendered":"<p>In einem Beitrag f&uuml;r die Wochenzeitung &bdquo;Kontext&ldquo; hatte ich Anfang April im Blick auf das Netz von US-nahen Medienvertretern in Deutschland davon geschrieben, wir h&auml;tten es hier &bdquo;mit einem gut ausgekl&uuml;gelten System der Gleichschaltung zu tun&ldquo;. Siehe auch die Beitr&auml;ge in den NDS <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21147\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21155\">hier<\/a>. Daraufhin hat sich der fr&uuml;here Stuttgarter FR-Korrespondent Peter Henkel mit einer Mail bei mir beklagt. Henkel h&auml;lt die Verwendung des Begriffs Gleichschaltung f&uuml;r eine Beleidigung; Henkel meint, wir w&uuml;rden in den NachDenkSeiten dramatisieren, wir w&uuml;rden die Arbeit der Journalisten und Medien viel zu kritisch sehen. Und wenn ich schreibe, was sich bei uns an Manipulation abspiele, ruiniere den Rest an Demokratie, den wir noch haben, dann sei dies &bdquo;&ouml;dester Stammtisch&ldquo; und &bdquo;paranoid&ldquo;. Und wenn ich schreibe, &bdquo;die Oberen bestimmen mit Meinungsmache, wo es langgehen soll&ldquo;, dann sei das eine &bdquo;konspirative Scheindiagnose&ldquo;. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDa es hier um ein zentrales Thema der NachDenkSeiten und auch meiner Arbeit als Autor  (&bdquo;Meinungsmache&ldquo;, &bdquo;Die Reforml&uuml;ge&ldquo;, &bdquo;Von der Parteiendemokratie zur Mediendemokratie&ldquo;) geht, ver&ouml;ffentlichen wir den Text der Mail\/des Briefes von Peter Henkel wie auch meine Antwort in der Form eines Artikels zum Thema. Da es um ein grundlegenderes Problem geht, ist der Text lang geworden. Pardon.<\/p><p>Den Brief Henkels vom 12. April finden Sie im Anhang. Wir ver&ouml;ffentlichen ihn trotz einiger beleidigender Formulierungen. An diesem Dokument wird sichtbar, wie unkritisch und weltfremd selbst fr&uuml;her einmal ehrenwert kritische Journalisten geworden sind. Henkels Emp&ouml;rung best&auml;tigt die Feststellung von Gabriele Krone-Schmalz in ihrem <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=22VfEe1RkH8\">Interview mit ZAPP vom 16.4. 2014<\/a>. Sie meinte damals, es grenze an Selbstmord, wenn man als Journalistin oder Journalist Kollegen kritisiere.<br>\nDie Erfahrung von Frau Krone-Schmalz machen wir NachDenkSeiten Redakteure oft. Zwar profitieren viele Journalisten von unserer Arbeit. So ist sie auch angelegt. Aber viele &auml;rgern sich auch und f&uuml;hlen sich wie Peter Henkel schlecht behandelt. Ich habe das vor vier Jahren, am 30. April 2010, geballt erlebt, als ich vor einem Kreis von Medienwissenschaftlern, Medienjournalisten, Chefredakteuren und anderen wichtigen Journalisten unter anderem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=5538\">&uuml;ber Kampagnenjournalismus sprach<\/a>. <\/p><ol type=\"i\">\n<li><strong>Gleichschaltung &ndash; ein unpassender Begriff f&uuml;r eine zu beobachtende Entwicklung?<\/strong>\n<p>Was kundige und aufmerksame Beobachter quasi jeden Tag aufw&uuml;hlt, das l&auml;sst die offensichtlich abgebr&uuml;hten Journalisten vom Schlage eines Peter Henkel kalt:<br>\nWenn ich zum Beispiel des Abends im Heute Journal Claus Kleber &uuml;ber den Ukraine-Konflikt moderieren h&ouml;re und sehe, wenn ich eine halbe Stunde sp&auml;ter den Tagesthemen-Moderator Thomas Roth verfolge, dann kann ich Gleichschaltung am lebenden Objekt studieren: Der Russe ist das b&ouml;se, der Westen ist das gute. Das Schema liegt fest. Und nicht nur bei diesen &ouml;ffentlich-rechtlichen Sendern, sondern auch beim Gros der anderen Medien. Was nicht in dieses Schema passt, wird weggelassen. So zum Beispiel Informationen &uuml;ber das Engagement der USA in der Ukraine mit 5 Milliarden $ und mit Milit&auml;r und die Promotion des jetzigen Ministerpr&auml;sidenten durch die USA. Das B&ouml;se in  Moskau wird mit H&auml;hme &uuml;berzogen. Nicht berichtet wurde und wird vieles, was darauf hindeutet, dass die neue Konfrontation zwischen Ost und West von westlicher Seite angetrieben worden ist. Gabriele Krone-Schmalz berichtete in dem verlinkten Interview von einem solchen Fall: dem Verschweigen der im Assoziierungsvertrag der EU mit der Ukraine vorgesehenen milit&auml;rischen Zusammenarbeit. Davon wurde in westlichen Medien kaum berichtet, weil dies die &uuml;bliche Zuordnung von gut und b&ouml;se erschwert h&auml;tte.<\/p>\n<p>Nie w&uuml;rden wir behaupten und haben wir behauptet, es g&auml;be keine kritischen Stimmen unter deutschen und ausl&auml;ndischen Journalisten. Von ihnen und ihren oft gro&szlig;artigen Leistungen berichten wir in den Hinweisen des Tages und auch in gesonderten Artikeln der NachDenkSeiten regelm&auml;&szlig;ig, eigentlich t&auml;glich. Vor den Journalistinnen und Journalisten, die den Mut haben, gegen die von ihren Kollegen nachvollzogene gro&szlig;e Linie anzuschreiben und anzusprechen, ziehen wir den Hut. Deshalb trifft uns der Vorwurf von Henkel, wir w&uuml;rden die Journalisten beleidigen, nicht.<\/p><\/li>\n<li><strong>Der Kern unserer Kritik an den Medien<\/strong>\n<p>Der Kern dessen, was wir beobachten und beschreiben, ist folgender: Bei vielen wichtigen Fragen unserer Zeit in der Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik wie auch in der Innen-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik gibt es eine gro&szlig;e Linie, f&uuml;r deren Penetration das gro&szlig;e Heer der Journalistinnen und Journalisten schreiben und senden, und dann gibt es einige aufmerksame kritische Kolleginnen und Kollegen, die gegen den Strom schwimmen. Ihnen verdanken wir viel. Aber oft sind sie wie wir, die NachDenkSeiten selbst, auch nur eine Art Alibi f&uuml;r den angeblich demokratischen Disput. Und viele Journalistinnen und Journalisten der gerade von Henkel genannten und bewunderten Medien wie die Frankfurter Rundschau, Panorama, TAZ und S&uuml;ddeutsche Zeitung dienen leider der Erh&ouml;hung der Glaubw&uuml;rdigkeit des Mainstreams in ihren eigenen Bl&auml;ttern und Sendern. Peter Henkel lebt offenbar so weit weg von der Wirklichkeit, dass er diesen Mechanismus schon gar nicht mehr wahrnimmt oder versteht.<\/p>\n<p>Ich bestreite nicht, dass man dar&uuml;ber streiten kann, ob man die skizzierte Realit&auml;t mit dem Begriff Gleichschaltung richtig erfasst und ob dies statthaft ist. Ich f&uuml;r mich habe entschieden, dass ich einen Begriff, der trifft, nicht schon deshalb nicht gebrauche, weil er zur Kennzeichnung der Verh&auml;ltnisse bei &bdquo;Goebbels und Honecker&ldquo; &ndash; so die von Henkel gew&auml;hlte gleichschaltende Formulierung &ndash; gebraucht wird. &ndash; Aber ich gestehe gerne zu, dass ich niemandem den Gebrauch dieses Begriffes aufzwingen will und auch gar nicht anrate. Ich gebrauche diesen Begriff, weil er die Verh&auml;ltnisse hierzulande wie auch in anderen Teilen des Westens &ndash; und des Ostens sowieso &ndash; trifft.<\/p><\/li>\n<li><strong>Vierzehn beispielhafte F&auml;lle nahezu perfekt gelungener Gleichschaltung<\/strong>\n<ol>\n<li>Nahezu alle Medienmacher sprechen von <strong>Reformen<\/strong>, wenn sie Ver&auml;nderungen zulasten der sozialen Sicherheit, der Sozialstaatlichkeit und der gro&szlig;en Mehrheit der Menschen kennzeichnen und beschreiben wollen. Reformen sind die Ver&auml;nderungen, die die Agenda 2010 f&uuml;r uns gebracht hat, Reformen ist das, was die europ&auml;ische Union, der Internationale W&auml;hrungsfonds und die Weltbank den V&ouml;lkern Italiens, Spaniens, Griechenlands und Portugals aufgezwungen hat und aufzwingt. Damit ist in den letzten 40 Jahren eine nahezu totale Neudefinition dieses ehedem sch&ouml;nen Begriffes &bdquo;Reformen&ldquo; gelungen. Der gute Klang dieses Begriffes wird heute missbraucht und dies in einem atemberaubenden Gleichklang.<\/li>\n<li>Nahezu alle Medienmacher nennen die Finanzkrise heute <strong>Staatsschuldenkrise<\/strong>. Uie sind damit das Opfer jener Spekulanten und Banken geworden, die die Verantwortung f&uuml;r die Krise von 2007, 2008 und 2009 von den Spekulanten ablenken und den Staaten zuschieben wollen.<\/li>\n<li>Nahezu alle Medienmacher haben 2007 und 2008 unkritisch die Parole der Bundesregierung und der Finanzwirtschaft &uuml;bernommen, <strong>jede Bank sei systemrelevant<\/strong>. Diese Gleichschaltung kostet uns Steuerzahler vermutlich weit &uuml;ber 100 Milliarden &euro;.<\/li>\n<li>Nahezu alle Medienmacher sprechen von <strong>Sparen<\/strong>, wenn sie <strong>Austerit&auml;t<\/strong>, also das Sparenwollen meinen und zugleich darauf verzichten, den Spar-Erfolg &uuml;berhaupt zu pr&uuml;fen, geschweige denn zu messen.<\/li>\n<li>Nahezu alle Medienmacher, fast 100 %, halten bzw. hielten <strong>die Privatisierung der Altersvorsorge f&uuml;r notwendig, um damit dem demographischen Wandel<\/strong> gerecht zu werden und zu begegnen. Kleinlaut r&uuml;cken sie neuerdings von ihrem jahrelang verbreiteten Glauben an die Privatvorsorge ab. Kleinlaut und z&ouml;gerlich, weil es immer peinlicher wird, die von Unsicherheit und hohen Betriebs- und Vertriebskosten charakterisierte Riester-Rente hochzuhalten. Dem Kritiker Henkel w&auml;re anzuraten, sich das Thema Demographie und Altersvorsorge genau anzuschauen. Hier k&ouml;nnte er vieles lernen, beispielsweise &uuml;ber das Zusammenspiel von &bdquo;Wissenschaft&ldquo;, Versicherungswirtschaft, Politik und Medien beim (gelungenen) Versuch der Erosion der Leistungsf&auml;higkeit der gesetzlichen Rente. An diesem Beispiel k&ouml;nnten wir ihm auch zeigen, dass es Gleichschaltung und kritischen Journalismus nebeneinander gibt und dass wir von den NachDenkSeiten immer wieder versuchen, den kritischen Journalisten Geh&ouml;r zu verschaffen. Im konkreten Fall hat Henkels Stuttgarter Landsmann Dietrich Kraus zusammen mit dem Journalisten Ingo Blank ein Leuchtfeuer des kritischen Journalismus gez&uuml;ndet, den Fernsehfilm &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PL7B051CEEC4D8C33E\">Rentenangst<\/a>&ldquo;. Vermutlich gibt es kein anderes Medium, das so oft wie die NachDenkSeiten auf diese gro&szlig;artige Dokumentation hingewiesen hat. Aber auch dieses Werk kritischen Journalismus konnte nicht verhindern, dass bei uns die Leistungsf&auml;higkeit der gesetzlichen Rente ruiniert worden ist und Milliarden in die Privatvorsorge gesteckt worden sind und werden &ndash; weil die Gleichschaltung der Mehrheit der Medien funktioniert hat und die Szene beherrschte.<\/li>\n<li>Nahezu alle Medienmacher <strong>haben uns verschwiegen, dass der Wiederaufbau eines Ost-West-Konfliktes<\/strong> dem widersprach und widerspricht, was Westen und Osten sich 1990 zugesichert haben: den Abbau der Konfrontation und den Aufbau von Zusammenarbeit und Freundschaft auf allen Gebieten.<\/li>\n<li>Nahezu alle Medien in Deutschland haben applaudiert, als der Bundespr&auml;sident, die Bundesverteidigungsministerin und der Bundesau&szlig;enminister im Umfeld der Sicherheitskonferenz in M&uuml;nchen Ende Januar\/Anfang Februar 2014 quasi gleich lautend <strong>verk&uuml;ndeten, die Bundesrepublik m&uuml;sse mehr Verantwortung im internationalen Bereich &uuml;bernehmen, auch milit&auml;rische<\/strong>.<\/li>\n<li>Nahezu alle Medien haben uns erz&auml;hlt, <strong>niedrige L&ouml;hne und niedrige Lohnnebenkosten<\/strong> seien wichtig. Jetzt stehen sie mit staunenden Augen vor dem Desaster, dass sich die Leistungsbilanzen der V&ouml;lker Europas wegen dieser falschen Lohnpolitik gef&auml;hrlich auseinander entwickelt haben.<\/li>\n<li>Nahezu alle Medienmacher <strong>haben eine gro&szlig;e Sympathie f&uuml;r die europ&auml;ische Union und sehen der Br&uuml;sseler Kommission quasi alles nach<\/strong>, was sie an Unbill in Europa anrichtet, weil sie von einer Ideologie und nicht von einer pragmatischen Politik zum Wohle Europas angetrieben wird.<\/li>\n<li>Nahezu alle Medien haben jahrelang verk&uuml;ndet, <strong>Pisa sei eine quasi objektive Messung der Bildungsunterschiede und der Ursachen dieser Unterschiede<\/strong>. Wer dagegen anging, wer bezweifelte, was der OECD-Beauftragte Schleicher in Deutschland verk&uuml;ndete, war ein einsamer St&auml;nkerer.<\/li>\n<li>Nahezu alle Medienmacher bewundern im Schulterschluss mit Angela Merkel und Wolfgang Sch&auml;uble unsere <strong>Export&uuml;bersch&uuml;sse<\/strong>. Sie sehen nicht, dass Export&uuml;bersch&uuml;sse ein Verzicht auf Wohlstand darstellen und dass sie au&szlig;erdem anderen L&auml;ndern unendlich viele Probleme bringen. Wir erleben gerade in der &Ouml;konomie eine Gleichschaltung auf einem wahrlich niedrigen Niveau &ouml;konomischen Verst&auml;ndnisses.<\/li>\n<li>Nahezu alle Medienmacher reden von <strong>gro&szlig;em Wachstum und von einem deutlichen Anziehen der Konjunktur und des Konsums<\/strong>, wenn vom Statistischen Bundesamt oder von der Gesellschaft f&uuml;r Konsumforschung (GfK) auch nur kleine Ver&auml;nderungen gemeldet werden. So wird auch heute wieder eine Ver&auml;nderung des Bruttoinlandsproduktes von 0,4 % im vierten Quartal des Jahres 2013 auf 0,8 % im ersten Quartal des Jahres 2014 aufgeblasen: &bdquo;Wirtschaftswachstum in Deutschland verdoppelt sich&ldquo;, meldete SpiegelOnline. Dass die berichteten Ver&auml;nderungen im Bereich von Fehlergrenzen liegen k&ouml;nnen und dass das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im Jahresvergleich mit 2,5 % ausgesprochen bescheiden ist, st&ouml;rt bei der Verk&uuml;ndung der gleichgeschalteten Botschaft &bdquo;uns allen geht es gut&ldquo; nicht.<\/li>\n<li>Nahezu alle Medienmacher reagieren <strong>geplant und aggressiv auf eine m&ouml;gliche politische Alternative zur konservativen Regierung<\/strong>, im konkreten Fall auf eine Alternative <strong>zu Frau Merkel. Rot-Rot-Gr&uuml;n wird systematisch bek&auml;mpft<\/strong>. Das beste Beispiel: die Verhinderung eines Regierungswechsels in Hessen unter der F&uuml;hrung von Andrea Ypsilanti. Damals traten die Bild-Zeitung und der Spiegel\/Spiegel online gemeinsam an, unterst&uuml;tzt vom rechten Fl&uuml;gel der SPD und seinen F&ouml;rderern bei der CDU sowie interessierten Gewerkschaftern. Peter Henkel hat ja sicher noch gute Kontakte nach Frankfurt. Unser Tipp: Recherchieren Sie doch mal, welche Rolle die genannten Medien im Zusammenspiel mit der CDU F&uuml;hrung Hessens, den rechten Sozialdemokraten und Chemiegewerkschaftern gespielt haben, um den Einfluss des Schwaben Hermann Scheer auf die Umweltpolitik des Landes Hessen zu stoppen. Sie k&ouml;nnten dabei lernen, wie gleichgeschaltet und mit welchen Methoden die Verhinderung einer politischen Alternative hierzulande abl&auml;uft.<\/li>\n<li>&Uuml;berhaupt: <strong>das TINA-Prinzip<\/strong>. Zu behaupten und diesen Glauben durchzusetzen, es g&auml;be keine Alternative zur herrschenden neoliberalen Ideologie, ist ohne weit gehende Gleichschaltung nicht denkbar.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Liste lie&szlig;e sich noch lange fortsetzen. Durchgehend gilt dabei: es hat sich eine Mehrheitswillensbildung als quasi Mehrheitsmeinung durchgesetzt. Und selbst da, wo die Vertreter der Mehrheitsmeinung, aus meiner Sicht der gleich geschalteten Mehrheitsmeinung, zugeben m&uuml;ssen, dass sie sich unendlich vertan haben, geschieht dies nicht in demokratischer Freimut, sondern in einer unendlichen Herumdruckserei:<br>\nPISA ist sogar in b&uuml;rgerlichen Kreisen zur Lachnummer geworden, ein paar Leute mehr haben erkannt, dass Export&uuml;bersch&uuml;sse nicht das Gelbe vom Ei sind, selbst die OECD bemerkt inzwischen, dass Reformen zulasten der Mehrheit nicht gerade angebracht sind; die Risiken und die mangelnde Rentabilit&auml;t der Privatvorsorge nach dem Modell der Riester-Rente sehen inzwischen ein paar mehr Leute als noch vor zwei Jahren. &ndash; Also ein bisschen etwas ist gelernt geworden. Aber die Gleichschaltung ist st&auml;rker. Zur grundlegenden Revision der Politik kommt es nicht.<\/p><\/li>\n<li><strong>Gleichschaltung kann von oben kommen und auch selbst gemacht werden.<\/strong>\n<p>Die Beeinflussung der Medien l&auml;uft heute auf subtilere Weise und mit anderen Methoden als bei Goebbels und auch bei Honecker. Und die Akteure der Beeinflussung sind nicht zentralisiert. Und die Grenzen zwischen Beeinflussung und &bdquo;Einsicht&ldquo; bzw. F&uuml;gung sind flie&szlig;end.<br>\nEs folgen ein paar praktische Beispiele f&uuml;r die Methoden der Beeinflussung:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Personalpolitik<\/strong>. Selbst politisch blinden Beobachtern f&auml;llt inzwischen auf, wie professionell Angela Merkel und ihre CDU nicht nur in privaten Medien sondern in den &ouml;ffentlich-rechtlichen, beispielsweise beim ZDF, Personalpolitik gemacht haben. Die der Union nahestehenden Medienkonzerne haben das in ihrem Bereich inzwischen &auml;hnlich besorgt. Chefredakteure sind heute weit mehr als zu Henkels Glanzzeiten als Korrespondent der FR auf Linie gebracht. &ndash; Zur Personalpolitik k&ouml;nnte man auch noch das Eingreifen von Schl&auml;gertrupps zum Zwecke der Beseitigung des Chefs des ukrainischen Fernsehens aus dem Amt z&auml;hlen. Bei uns geht das um vieles subtiler und friedlicher vor sich.<\/li>\n<li><strong>Der Einsatz von Spindoktoren<\/strong>. Das gab es zwar immer schon aber um vieles weniger ausgepr&auml;gt als heute.<\/li>\n<li><strong>Gespr&auml;che der Regierungsspitze<\/strong> mit Chefredakteuren. Das beste Beispiel daf&uuml;r war die Verst&auml;ndigung darauf, dass in Deutschland alle Banken systemrelevant seien. Das ist im Oktober 2008 von Angela Merkel und ihrem damaligen Finanzminister Steinbr&uuml;ck im Gespr&auml;ch mit den wichtigsten Chefredakteuren arrangiert worden.<\/li>\n<li><strong>Freundschaftsb&uuml;nde, im konkreten Fall Frauenb&uuml;nde<\/strong>. Angela Merkel pflegt die Freundschaften mit Friede Springer, Liz Mohn von Bertelsmann, Alice Schwarzer von Emma. Damit erfasst sie schon ein weites Feld der deutschen Medien.<\/li>\n<li><strong>Public Relations oder Die Rolle von PR und die Naivit&auml;t des Journalisten vom Typ Henkel<\/strong>. Der fr&uuml;here Korrespondent der Frankfurter Rundschau Peter Henkel schreibt so, als g&auml;be es Public Relations nicht. Dabei wissen wir, dass die bezahlte PR heute die Print- und die elektronischen Medien wesentlich beeinflussen. Wahrscheinlich will der fr&uuml;here Stuttgarter FR-Korrespondent Henkel auch nicht wissen, inwieweit sein Blatt schon vor 45 Jahren von Public Relations beeinflusst war. Der Zufall will es, dass ich damals, 1969, vom Bonner Wirtschaftskorrespondenten seines Blattes erfuhr, dass das Schreiben von Artikeln und Kommentaren f&uuml;r die Frankfurter Rundschau und die anderen Bl&auml;tter nur den geringeren Teil des Einkommens ausmachte. Mehr lief bei vielen Wirtschaftskorrespondenten &uuml;ber Texte f&uuml;r Brosch&uuml;ren und Jahresberichte f&uuml;r Verb&auml;nde und gro&szlig;e Unternehmen und auch das Bundespresseamt. &Uuml;ber den Sparkassenverband zum Beispiel las man deshalb wenig Kritisches in den Bl&auml;ttern dieser Kollegen. &ndash; Es gibt unendlich viele F&auml;lle von Public-Relations-Kampagnen, die die Politik bestimmten bzw. schmierten. So zum Beispiel die von Public Relations Agenturen gefertigten Filme &uuml;ber angebliche Vergehen irakischer Soldaten an Neugeborenen in Kuwait. Damit wurde der erste Irakkrieg in den USA innenpolitisch abgesichert. Der Eintritt Deutschlands in den Kosovo Krieg wurde bei uns mit einer wahren Orgie von Medienauftritten des damaligen deutschen Verteidigungsministers Rudolf Scharping und des NATO-Sprechers Shea begleitet.\n<p>Der ehemalige Korrespondent der Frankfurter Rundschau Henkel hat offenbar nicht wahrgenommen, dass Honeckers Machtapparat zum einen oder zum andern das PR-Geld und die PR-Aktivit&auml;ten der Finanzwirtschaft, der Verb&auml;nde, der Bundesbank, der NATO oder der EU in der Wirkung das Gleiche, in den Methoden formal unterschiedlich sind. Mit Wirkung ist gemeint, dass diese verschiedenen Interessen mit ihren Methoden die ver&ouml;ffentlichte Meinung, Teile der &ouml;ffentlichen Meinung und damit auch die politischen Entscheidungen weit gehend bestimmen k&ouml;nnen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Begleitende Werbemittel machen Meinung<\/strong>. Beispielhaft daf&uuml;r war eine massive Kampagne der Versicherungswirtschaft und der Banken f&uuml;r die kommerzielle Gesundheits- und Altersvorsorge im Wahlkampf 1998. Die Finanzwirtschaft hat soviel Geld ausgegeben, dass Medienkonzerne davon beeindruckt sein mussten, jedenfalls damals schon eine Bei&szlig;hemmung lernten im Umgang mit der Propaganda f&uuml;r die Privatvorsorge. &ndash; &Auml;hnliches ist zeitlich parallel auch mit der Werbung f&uuml;r das Engagement einer breiteren &Ouml;ffentlichkeit in Aktien und an den B&ouml;rsen passiert. Die Finanzwirtschaft hat damals massiv f&uuml;r den Aktienkauf geworben, unterst&uuml;tzt von einzelnen Aktionen der an die B&ouml;rse gehenden Unternehmen. Typisch und begleitet von verlustreicher Erfahrung von begeisterten Aktienk&auml;ufern war die Kampagne zur Privatisierung der Telekom mit dem Schauspieler Krug. Der Hype um die angebliche New Economy hatte die Dimension und den Charakter einer Gleichschaltung. Selbst im privaten Bereich musste man sich rechtfertigen, wenn man den Wahnsinn des Aktienkaufs nicht mitgemacht hat.<\/li>\n<li><strong>Netze von unter Einfluss stehenden Journalisten, konkret unter dem Einfluss der USA<\/strong>. Davon hatten wir in den NachDenkSeiten auf der Basis der Studien von Uwe Kr&uuml;ger berichtet. Siehe dazu die schon zuvor genannten Links <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21147\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21155\">hier<\/a>. Das Netz h&auml;lt. Die Mehrheit der deutschen Medien berichtet zum Beispiel auch vier Tage nach Bekanntwerden der Information, dass der ehemalige amerikanische Pr&auml;sident Nixon und sein Sicherheitsberater Kissinger Willy Brandt 1973 den Tod gew&uuml;nscht haben (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/140515_kissinger.pdf\">Siehe die Meldung im Spiegel [PDF &ndash; 479 KB]<\/a>), nicht &uuml;ber diesen Vorgang, obwohl er eigentlich sehr aktuell w&auml;re: So geht die politische F&uuml;hrung in den USA mit Politikern befreundeter L&auml;nder um, die ihnen nicht passen. <\/li>\n<li><strong>Gleichschaltung durch Gruppenzugeh&ouml;rigkeit<\/strong>. Die f&uuml;hrenden Journalistinnen und Journalisten, die Talkmaster und die Chefs der Medienkonzerne kommen inzwischen alle aus den gleichen Schichten. Das war tendenziell auch fr&uuml;her so, aber es gab tendenziell mehr kritischem Geist auch in den &bdquo;gehobenen St&auml;nden&ldquo;. Mit wachsendem Abstand zum Zweiten Weltkrieg und der Hitler Diktatur hat die radikal demokratische und kriegsfeindliche Grundeinstellung mancher aus diesen Kreisen abgenommen. Die Gruppenzugeh&ouml;rigkeit und die Interessen der Gruppe, der Oberschicht, schlagen deshalb mehr zu Buche. Die Arbeitnehmerschaft und ihre betriebliche Realit&auml;t kommen in den deutschen Medien nur noch wenig vor. Auch das ist eine Art von Gleichschaltung, eben die Konzentration auf die Interessen der Eliten und der &bdquo;gehobenen Schichten&ldquo;. Gerade die Frankfurter Rundschau hat &uuml;brigens fr&uuml;her Wesentliches zur besseren Kenntnis der betrieblichen Wirklichkeit aus der Sicht von Lohnabh&auml;ngigen und Gewerkschaften geleistet. Fehlt dem Peter Henkel das heute nicht? &ndash; Richtig deprimierend finde ich die Kritik Henkels an der Erkenntnis, dass die &bdquo;Oberen&ldquo; mit Meinungsmache bestimmen k&ouml;nnen, wo es politisch langgehen soll. Das ist eine so fundamentale Erkenntnis der heutigen Realit&auml;t, dass einem wirklich Zweifel kommen, ob der Peter Henkel noch willens ist, die Wirklichkeit wahrzunehmen. <\/li>\n<\/ol>\n<p>An den genannten Beispielen wurde sichtbar, wie vielf&auml;ltig die Methoden der Einflussnahme sind, und es wurde auch sichtbar, dass vieles ohne Kommando und ohne permanente Steuerung abl&auml;uft.<\/p><\/li>\n<li><strong>Noch etwas bleibt anzumerken: Die Gleichschaltung ist nie total. In den meisten F&auml;llen reicht es zur Durchsetzung von wirtschaftlichen und politischen Interessen, wenn die daf&uuml;r n&uuml;tzliche Meinungsbildung vorherrschend ist und die kritische Begleitung quasi zum Zierrat wird.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Beneidenswerter Peter Henkel<\/strong>\n<p>Ihm ist es gelungen, von wesentlichen Ver&auml;nderungen, die an der Substanz unserer Demokratie zehren, nicht bedr&auml;ngt worden zu sein: <\/p>\n<ul>\n<li>Nicht von der Konzentration der Medien,<\/li>\n<li>nicht von den vielen Monopolstrukturen in gro&szlig;en Regionen unserer Republik, Vielfalt ist der Einfalt gewichen,<\/li>\n<li>nicht von der Kommerzialisierung der elektronischen Medien und der Auswirkung der Kommerzialisierung auf die &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien,<\/li>\n<li>nicht von der weitgehenden Vermischung der Richtung von ehedem konservativ gepr&auml;gten Medienkonzernen wie etwa Springer und Bauer und den ehedem linksliberal gepr&auml;gten wie Spiegel, Zeit, S&uuml;ddeutscher Zeitung, Stern und anderen Gruner+Jahr-Medien etc.,<\/li>\n<li>nicht von PR,<\/li>\n<li>und nicht vom Verlust an kritischer Substanz in den Reihen seiner Kolleginnen und Kollegen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die beneidenswerte F&auml;higkeit zur selektiven Wahrnehmung macht die Debatte mit Peter Henkel schwierig. Wenn ein Journalist nicht einmal den Verlust an kritischen Medien und an ihrer Distanz zum politischen Geschehen wahrnimmt, wenn er Sorgen um die demokratische Willensbildung so abkanzelt, wie Peter Henkel das tut, dann kann man sich mit ihm nur schwer verst&auml;ndigen. Das ist schade, aber offenbar die Wirklichkeit.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Anhang:<\/strong><br>\n<strong>Brief von Peter Henkel vom 12.4.2014 an Albrecht M&uuml;ller:<\/strong><\/p><p>peter henkel<br>\nstuttgart<\/p><blockquote><p>\n<em>Lieber Albrecht M&uuml;ller,<\/em><\/p>\n<p><em>vielleicht erinnern Sie sich noch an den einstigen  Korrespondenten der Frankfurter Rundschau. Auch wenn nicht, m&ouml;chte ich mich mit einer wahrscheinlich nicht sehr aussichtsreichen, aber doch dringenden Bitte an Sie wenden. Dies in dem Bewusstsein, dass Sie und die nachdenkseiten alles in allem eine wichtige und wertvolle Stimme in unserer Medienlandschaft sind.<\/em><\/p>\n<p><em>Anlass meiner Bitte sind Ihr j&uuml;ngster Artikel in kontext und Ihre einschl&auml;gigen Betrachtungen zu den Medien auf den nds.  Lieber Herr M&uuml;ller, was Sie da schreiben, ist im Kern falsch. Und es bef&ouml;rdert diese fatale Medienphobie, der man auf Schritt und Tritt begegnet und die bei vielen Zeitgenossen l&auml;ngst mit einer irrationalen Politik- und Demokratieverachtung einhergeht. <\/em><\/p>\n<p><em>Scharf formuliert lie&szlig;e sich auch sagen: Sie selber  verk&ouml;rpern diese Phobie. Denn Sie halten es leider f&uuml;r angemessen, von einem &ldquo;ausgekl&uuml;gelten System der Gleichschaltung&rdquo; zu schreiben. Das ist abwegig. Der linke Sektor ist unterbesetzt, das ist leider wahr; aber was hat das mit Gleichschaltung zu tun? Sie ziehen sich unvermeidlich den Vorwurf zu, gewollt oder fahrl&auml;ssig Parallelen heraufzubeschw&ouml;ren, die keine sind. Die Letzten, die mediale Gleischschaltung in Deutschland organisierten, waren Goebbels und Honecker &ndash; warum, lieber Herr M&uuml;ller, belegen Sie unsere heutigen medialen Zust&auml;nde mit einem Begriff f&uuml;r Verh&auml;ltnisse, in denen es tats&auml;chlich nur uniforme Meinungen und Nachrichten gibt, d.h. Abweichungen von der vorgegebenen engen Linie von vornherein unm&ouml;glich gemacht oder bestraft werden? Wollen Sie denn ernsthaft behaupten, wir h&auml;tten solche Verh&auml;ltnisse, trotz nds und taz und frontal 21 und Panorama und Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik und S&uuml;ddeutsche Zeitung (ja, auch die geh&ouml;rt hierher) und Frankfurter Rundschau und Urban Priol und den Stammpl&auml;tzen, die Gysi und  Wagenknecht und Dirk M&uuml;ller in Talkshows vor einem Millionenpublikum innehaben?  <\/em><\/p>\n<p><em>Und weil zur Gleichschaltung zwei Seiten geh&ouml;ren &ndash; die, die sie verordnen, und die, die sie mit sich machen lassen  -, nenne ich diesen Begriff eine ebenso haltlose wie unversch&auml;mte Beleidigung von einigen tausend journalisten ist, die diesen abwegigen und ehrabschneidenden Vorwurf nicht verdient haben. ein vorwurf &uuml;brigens, der so tut, als seien  Menschen (und speziell Journalisten) mit anderen Ansichten als den eigenen schon deshalb wahlweise entweder dumm oder korrupt oder beides. So zeigen sich Blindheit und Hybris.      <\/em><\/p>\n<p><em>Ihre dramatiserenden und generalisierenden Texte, lieber Albrecht M&uuml;ller, leisten keineswegs durchg&auml;ngig Erhellendes, sondern zu oft das Gegenteil: Wenn sie verfinsternde Fantasien befeuern. &ldquo;Konservative Denkfabriken mit angeschlosssenen Medien&rdquo; &ndash; &ldquo;die Oberen bestimmen mit Meinungsmache, wo es langgehen soll&rdquo; &ndash; das sind Beispiele f&uuml;r konspirative Scheindiagnosen,  deren Entlarvungsinteresse alles andere &uuml;bersteigt. Und keinen erkennbaren Wert mehr darauf legen, dem beurteilten Gegenstand leidlich gerecht zu werden. Daran &auml;ndert auch der Umstand nichts, dass es Situationen und Vorg&auml;nge gibt, auf die Ihre Beschreibung mehr oder weniger zutrifft. Nur machen Sie daraus einen riesigen Wandteppich. Vor ihm versammeln sich in freudiger Erregung alle, die schon immer gewusst haben, dass deutsche Redaktionsstuben ein Exerzierplatz sind f&uuml;r Opportunisten, Heuchler, Schleimschreiber und  gekaufte Kriegstreiber, die von morgens bis abend schwindeln, unterdr&uuml;cken und manipulieren. <\/em><\/p>\n<p><em>Diesem Irrsinn, lieber Herr M&uuml;ller, liefern Sie Nahrung. Und ganz nebenbei selber einen klaren Fall von Manipulation. Es gebe da, schreiben Sie, eine &ldquo;Meldung&rdquo; der Telekom in deren Unternehmensorgan im Netz: &ldquo;Wladimir Putin will auch Finnland und Georgien annektieren.&rdquo; Womit Sie, lieber Herr M&uuml;ller, ja zeigen wollen, welche  Propagandal&uuml;gen &uuml;ber Putin in Umlauf gesetzt werden. Was aber steht dort tats&auml;chlich? Die Dachzeile lautet: &ldquo;Schlimme Vermutung&rdquo;, und sogleich im Vorspann wird das nun Folgende als &ldquo;Gedankenspiele&rdquo; eines Putin-Kritikers bezeichnet. So etwas deuten Sie um zu einer &ldquo;Meldung&rdquo; der Telekom? Das ist Falschm&uuml;nzerei durch das kritische medium nachdenkseiten. Was w&uuml;rden Sie sagen, wenn ich in einer derartigen Irref&uuml;hrung ein Symptom s&auml;he von fehlender Redlichkeit und Kompetenz der nds,  der Linken in der BRD &uuml;berhaupt, wom&ouml;glich von deren Fernsteuerung durch Moskau? <\/em><\/p>\n<p><em>Den Vogel schie&szlig;en Sie aber hiermit ab: &ldquo;Was sich da abspielt, ruiniert den Rest an Demokratie, den wir noch haben.&rdquo; Das ist &ouml;dester Stammtisch ohne jedes Augenma&szlig; und hat mit seri&ouml;ser linker Kritik an den realen Zu- und Missst&auml;nden der deutschen Gesellschaft von 2014 nichts mehr zu tun. Es ist, sorry, lieber Herr M&uuml;ller, paranoid.<\/em><\/p>\n<p><em>Und nun die vermutlich erfolglose Bitte: Tun Sie was gegen diese obsessive Medienver&auml;chtlichmachung, Ihre eigene wie die unz&auml;hliger Mitb&uuml;rger. Sie ist in dieser oft hasserf&uuml;llten Radikalit&auml;t unbegr&uuml;ndet und auf die Dauer hochgef&auml;hrlich. Wie weit sie schon gediehen ist in diesem unserem Lande, zeigen einige hundert youtube-Kommentare zu dem (wohlgemerkt: inakzeptablen) ZDF-Interview von Claus Kleber mit Joe Kaeser &uuml;ber dessen Besuch bei Putin. Was sich da entl&auml;dt an Brutalit&auml;t, Dummheit und Uniformit&auml;t, macht schaudern. Und ist eine Aufforderung (auch an Albrecht M&uuml;ller), dem entgegenzutreten &ndash; es ist mindestens so alarmierend wie die N&auml;he einer Handvoll Journalisten zur Deutsch-Atlantischen Gesellschaft.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit den besten Gr&uuml;&szlig;en<\/em><\/p>\n<p><em>Ihr<\/em><br>\n<em>Peter Henkel<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Beitrag f&uuml;r die Wochenzeitung &bdquo;Kontext&ldquo; hatte ich Anfang April im Blick auf das Netz von US-nahen Medienvertretern in Deutschland davon geschrieben, wir h&auml;tten es hier &bdquo;mit einem gut ausgekl&uuml;gelten System der Gleichschaltung zu tun&ldquo;. Siehe auch die Beitr&auml;ge in den NDS <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21147\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21155\">hier<\/a>. Daraufhin hat sich der fr&uuml;here Stuttgarter FR-Korrespondent<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21735\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,126,41,11],"tags":[1544,244],"class_list":["post-21735","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-erosion-der-demokratie","category-medienanalyse","category-strategien-der-meinungsmache","tag-kampagnenjournalismus","tag-vierte-gewalt"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21735","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21735"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21735\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21757,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21735\/revisions\/21757"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21735"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21735"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21735"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}