{"id":2175,"date":"2007-03-13T17:25:06","date_gmt":"2007-03-13T16:25:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2175"},"modified":"2016-01-10T13:58:30","modified_gmt":"2016-01-10T12:58:30","slug":"siemens-hat-moglicherweise-nicht-nur-betriebsrate-gekauft-sondern-im-interesse-der-insm-auch-marode-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2175","title":{"rendered":"Siemens hat m\u00f6glicherweise nicht nur Betriebsr\u00e4te gekauft, sondern im Interesse der INSM auch marode Unternehmen."},"content":{"rendered":"<p>Die S&uuml;ddeutsche Zeitung meldet am 13.3.: &bdquo;Siemens soll Betriebsr&auml;te gekauft haben\/Staatsanwaltschaft ermittelt.&ldquo; Die Zusammenfassung dieser Meldung folgt im Anhang. Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang, weil die Zahlungen von vermutlich 14,75 Millionen Euro dem Aufbau einer gewerkschaftlichen Gegenorganisationen gedient haben sollen.<br>\nMir f&auml;llt bei dieser Gelegenheit ein Vorgang ein, der 6 1\/2 Jahre zur&uuml;ckliegt, und im Dunkeln liegt. Damals hat Siemens 3% eines maroden Unternehmens, der Brokat AG, f&uuml;r 140 Millionen DM, also f&uuml;r rund 72 Millionen &euro; erworben.<br>\n<!--more--><br>\nDie Brokat AG war eines der so genannten Start-up-Unternehmen der New Economy, das beim B&ouml;rsenboom 1999\/2000 ordentlich Kasse gemacht hatte, dann vermutlich aber schon mit Beginn des Kursverfalls und, weil sich seine Produkte als ziemlich unn&uuml;tz erwiesen, im Jahr 2000 in finanzielle Schwierigkeiten kam. Just in dieser Zeit tauchte der Boss der Brokat AG, Stefan R&ouml;ver, mit einem Streitgespr&auml;ch mit Berthold Huber von der IG-Metall in der Vorstellungsbrosch&uuml;re der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft auf. In dieser Brosch&uuml;re wurde R&ouml;ver als vorbildlicher Start-up-Unternehmer gefeiert. Die Brosch&uuml;re wurde auf der Pressekonferenz zum Start der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft am 12.10.2000 pr&auml;sentiert &ndash; der Brokat AG Chef zusammen mit dem Kuratoriumsvorsitzenden Tietmeyer und anderen Gr&ouml;&szlig;en der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, delikat.<br>\nNach dieser Starthilfe f&uuml;r die INSM verschwand R&ouml;ver wie auch sein Unternehmen Brokat AG ziemlich schnell von der Bildfl&auml;che.<br>\nWie man in dieser Phase des Jahres 2000 f&uuml;r 3% eines Unternehmens, das erkennbar vom Tod gezeichnet war, 72 Millionen &euro; zahlen kann, ist mir bis heute ein R&auml;tsel. Vielleicht kann die Staatsanwaltschaft dies zusammen mit den Zahlungen an den Vorsitzenden der Gegen-Gewerkschaft AUB kl&auml;ren. Mein Verdacht: Auch die 72 Millionen f&uuml;r 3% der Brokat AG k&ouml;nnte den Tatbestand der Veruntreuung zu Lasten von Siemens-Mitarbeitern und -Aktion&auml;ren erf&uuml;llen.<br>\nEs w&auml;re dabei auch zu kl&auml;ren, ob damals die Siemens AG, die ja Teil des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie ist, der vom gleichen Verband gegr&uuml;ndeten INSM aus der Patsche helfen wollte. Ein teurer Liebesdienst w&auml;re das.<\/p><p>Vielleicht gibt es unter unseren Lesern rechtskundige Zeitgenossen\/innen, die die Staatsanwaltschaft mit einem juristisch einwandfreien Hinweis versehen k&ouml;nnen. <\/p><p>Anhang:<br>\n<strong>Zusammenfassung der Meldung in der S&uuml;ddeutschen Zeitung: Siemens soll Betriebsr&auml;te gekauft haben\/Staatsanwaltschaft ermittelt <\/strong><br>\nDies ist die Titelschlagzeile heute (13. M&auml;rz 07) auf der ersten Seite der S&uuml;ddeutschen Zeitung. Die Fahnder pr&uuml;fen, ob sich der Konzern mit Millionenzahlungen so das Wohlwollen eines Arbeitnehmerverbands sicherte. Die Steuerfahnder und Staatsanw&auml;lte aus N&uuml;rnberg hegen den Verdacht, dass die daf&uuml;r Verantwortlichen bei Siemens die Zahlungen veranlasst haben, um sich das Wohlwollen von Schelsky (AUB) und dessen Organisation zu sichern. Sie gehen davon aus, dass ein Gro&szlig;teil des Geldes von Schelsky, der Vorsitzender dieser &ldquo;gelben Gewerkschaft&rdquo; Arbeitsgemeinschaft Unabh&auml;ngiger Betriebsangeh&ouml;riger (AUB) ist, an die AUB weitergeflossen ist. Dieses Geld k&ouml;nnte dazu gedient haben, nicht nur Mitglieder zu werben, sondern auch f&uuml;r den Wahlkampf bei Betriebsratswahlen. Dies w&auml;re eine unzul&auml;ssige Beeinflussung von diesen Wahlen und w&auml;re somit ein Versto&szlig; gegen das Betriebsverfassungsgesetz. Die AUB tritt als Konkurrent zur IG Metall auf und stellt 19 000 Betriebsr&auml;te in Deutschland. Allein zwischen 2002 und 2004 sollen von Siemens &uuml;ber Schelsky 2,5 Millionen an die AUB geflossen sein. Nach eigenen Angaben ist die AUB &ndash; mit diesen Mitteln &ndash; &ldquo;die erfolgreichste Arbeitnehmerorganisation neben dem DGB mit seiner IG Metall&rdquo; geworden.<br>\nDer Kommentar in der S&uuml;ddeutschen (Wirtschaftsteil) findet es zwar im Prinzip gut, dass die Arbeitnehmerorganisation IG Metall, weil sie sich nicht nur an den betrieblichen Erfordernissen orientiere, <strong>Konkurrenz<\/strong> bekommen hat, aber die direkte oder indirekte Finanzierung durch das Firmenmanagement richte doch Schaden &uuml;ber den Tag hinaus an und entziehe solchen Organisationen als U-Boot des Arbeitgeberlagers jegliche Legitimation&hellip; Dabei wird nicht vers&auml;umt gleichzeitig auch noch auf den Fall VW hinzuweisen, (wo der &ldquo;gekaufte&rdquo; Betriebsrat ja bekanntlich auch noch Mitglied der IG Metall war&hellip;) ohne in den Blick zu nehmen, wie anders doch dieser Fall gelagert ist (keine systematische Finanzierung einer Organisation, sondern pers&ouml;nliche Vorteile f&uuml;r einzelne Personen&hellip;)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die S&uuml;ddeutsche Zeitung meldet am 13.3.: &bdquo;Siemens soll Betriebsr&auml;te gekauft haben\/Staatsanwaltschaft ermittelt.&ldquo; Die Zusammenfassung dieser Meldung folgt im Anhang. Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang, weil die Zahlungen von vermutlich 14,75 Millionen Euro dem Aufbau einer gewerkschaftlichen Gegenorganisationen gedient haben sollen.<br \/> Mir f&auml;llt bei dieser Gelegenheit ein Vorgang ein, der 6 1\/2 Jahre zur&uuml;ckliegt, und im<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2175\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[109,128,127],"tags":[1020,569],"class_list":["post-2175","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gewerkschaften","category-insm","category-lobbyismus-und-politische-korruption","tag-betriebsraete","tag-siemens"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2175","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2175"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2175\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30114,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2175\/revisions\/30114"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2175"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2175"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}