{"id":21758,"date":"2014-05-19T09:10:39","date_gmt":"2014-05-19T07:10:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758"},"modified":"2015-11-09T12:01:04","modified_gmt":"2015-11-09T11:01:04","slug":"hinweise-des-tages-2130","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (HR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h01\">Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h02\">Transatlantik &ndash; Journalisten unter B&uuml;ndnisverdacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h03\">Europawahl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h04\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h05\">Verteilungs(un)gerechtigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h06\">&bdquo;Die Wut wird sich entladen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h07\">Der Niedergang Europas, der als seine Rettung beschworen wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h08\">Paul Krugman &ndash; Points of No Return  &ndash;  Punkte ohne Umkehr<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h09\">Die deutsche und europ&auml;ische Konjunktur im Fr&uuml;hjahr 2014: Gemischte Zeichen, aber keine Besserung in Euroland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h10\">Mindestlohninitiative in der Schweiz: Ein falsches Signal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h11\">Milliardenrisiken: Regierung will mit Konzernen &uuml;ber Atom-Altlasten verhandeln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h12\">Krankenkassen beklagen massiven Abrechnungsbetrug<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h13\">Offener Brief des Wissenschaftlichen Beirats von Attac an den Direktor des Instituts f&uuml;r die Zukunft der Arbeit (IZA) Professor Klaus Zimmermann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h14\">Umstrittener Deal: Gabriel bewilligt R&uuml;stungsexporte in Milliardenh&ouml;he<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h15\">Bildungsaufsteiger: Der Weg nach oben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h16\">DGB-Bundeskongress 2014 beschlie&szlig;t: Gute Bildung f&uuml;r gute Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h17\">Zur Gleichschaltung: googlet mal&hellip;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758#h18\">Sahra Wagenknecht &ndash; Ludwig Erhard: Der Kompromisslose<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21758&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Ukraine<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Ukraine-Krise: Helmut Schmidt wirft EU Gr&ouml;&szlig;enwahn vor<\/strong><br>\nHelmut Schmidt rechnet mit der EU-Au&szlig;enpolitik in der Ukraine-Krise ab. Der Altkanzler attestiert den Br&uuml;sseler Beamten Unf&auml;higkeit &ndash; und warnt vor der Gefahr eines dritten Weltkriegs.<br>\nEs sind scharfe Worte, die Altkanzler Helmut Schmidt w&auml;hlt: Er wirft Br&uuml;ssel vor, sich zu sehr in die Weltpolitik einzumischen. &ldquo;Das j&uuml;ngste Beispiel ist der Versuch der EU-Kommission, die Ukraine anzugliedern&rdquo;, sagte der Sozialdemokrat in einem Interview mit der &ldquo;Bild&rdquo;-Zeitung. Falsch sei auch, Georgien an sich zu ziehen. &ldquo;Das ist Gr&ouml;&szlig;enwahn, wir haben dort nichts zu suchen.&rdquo;<br>\nAuf die Frage, ob Schmidt, mehr au&szlig;enpolitische Zur&uuml;ckhaltung derEU fordere, antwortet er: &ldquo;Nicht von der gesamten EU, aber von den Beamten und B&uuml;rokraten in Br&uuml;ssel. Die verstehen davon zu wenig! Und sie stellen die Ukraine vor die scheinbare Wahl, sich zwischen West und Ost entscheiden zu m&uuml;ssen.&rdquo;<br>\nWeiter sagte Schmidt: &ldquo;Ich halte nichts davon, einen dritten Weltkrieg herbeizureden, erst recht nicht von Forderungen nach mehr Geld f&uuml;r R&uuml;stung der Nato. Aber die Gefahr, dass sich die Situation versch&auml;rft wie im August 1914, w&auml;chst von Tag zu Tag.&rdquo;<br>\nSchmidt meldet sich nur wenige Tage vor der Europawahl zu Wort. Zuvor hatte bereits SPD-Altkanzler Gerhard Schr&ouml;der die Ukraine-Politik des Westens kritisiert. In den vergangenen Tagen hatten etliche aktive und ehemalige SPD-Politiker bem&auml;ngelt, die EU habe die Spannungen in der Ukraine-Krise mitverursacht. (&hellip;)<br>\nSchmidt kritisiert in dem Interview mit der &ldquo;Bild&rdquo;-Zeitung auch die Bundesregierung. Die von Au&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) geplante Genfer Konferenz Mitte April sei sicher dringend geboten gewesen. &ldquo;Aber zurzeit gibt es leider niemanden, der konstruktive Vorschl&auml;ge zur Zukunft der Ukraine vorbringt&rdquo;, sagt er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/ukraine-krise-helmut-schmidt-wirft-eu-groessenwahn-vor-a-969773.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Interessant w&auml;re zu erfahren, von welcher &bdquo;OSZE-Mission&ldquo; Herr Annen, der vom German Marshall Fund (Mitglied der Atlantik-Br&uuml;cke!) gef&ouml;rdert wurde, spricht. Meint er etwa die (deutschen, dabei ein Oberst) Soldaten, die im Osten der Ukraine festgehalten wurden, wie die Verteildigungsministerin, die diese Reise auch als &bdquo;OSZE-Mission&ldquo; bezeichnete?<\/em><br>\n<em>Es kann bezweifelt werden, dass die Aktionen der Soldaten im Rahmen der OSZE geschahen. Vielmehr kann angenommen werden, dass sie lediglich auf bilateraler Basis erfolgten. Siehe dazu auch: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21632#h02\">Deutsche Milit&auml;rbeobachter in der Ukraine<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die n&uuml;tzliche Erfindung der &ldquo;Pro-Russen&rdquo;<\/strong><br>\nSeit Beginn des Ukraine-Konflikts zeigen die deutschen Medien mit dem Finger auf Moskau. Innerukrainische Erkl&auml;rungen f&uuml;r den Konflikt spielen hingegen kaum eine Rolle. Als n&uuml;tzlichste Medien-Erfindung erweisen sich dabei die &ldquo;Pro-Russen&rdquo;<br>\nDie Konfliktparteien in der Ukraine als &ldquo;pro-russisch&rdquo; und &ldquo;pro-westlich&rdquo; zu bezeichnen, hatte sich seit Beginn der Auseinandersetzung medial eingeb&uuml;rgert. Jedoch beschreiben solche Begriffe die beiden Lager mit all ihren Auspr&auml;gungen und inneren Widerspr&uuml;che nur ungen&uuml;gend und zum Teil auch falsch. So war Janukowitschs Politik lange positiv auf die EU ausgerichtet und Br&uuml;ssel galt er als legitimer Verhandlungspartner. Wohingegen die Partei Swoboda und andere rechtsradikale Gruppen lieber eine national-souver&auml;ne als eine europ&auml;isch-integrierte Ukraine wollen. Schon im Dezember 2013 konnten diese Dinge jedem Journalisten mit ein wenig Recherche klar sein.<br>\nStatt &ldquo;pro-russisch&rdquo; und &ldquo;pro-westlich&rdquo; haben sich in der Ukraine denn auch ganz andere Bezeichnungen f&uuml;r die Konfliktparteien etabliert: Euro-Maidan und Anti-Maidan. Diese Begriffe nutzen hiesigen Medien jedoch kaum, h&auml;tten sie doch zur Folge, sich genauer mit den Gruppen besch&auml;ftigen zu m&uuml;ssen.<br>\nAls Viktor Janukowitsch aus der Ukraine fl&uuml;chtete, begann ein neues Kapitel in dem Konflikt. F&uuml;r jeden ersichtlich, hatten die Euro-Maidan- und die Anti-Maidan-Bewegung nun die Rollen getauscht.[1] Die einen sitzen seitdem an den Schalthebeln der Macht, die anderen haben sich in ihren Regionen bewaffnet, &ouml;ffentliche Geb&auml;ude besetzt und Barrikaden gebaut &ndash; geradezu ein Spiegelbild der Situation von Dezember bis Februar. [2] Auch die internationalen Unterst&uuml;tzer beider Seiten drehten ihre Argumentation jeweils um 180 Grad.<br>\nDoch seit diesem Moment gilt das Ganze nicht mehr als Auseinandersetzung zweier inl&auml;ndischer Konfliktparteien, die jeweils m&auml;chtige ausl&auml;ndische Regierungen hinter sich wissen. Medien konstruieren stattdessen, dass Russland gegen die Ukraine k&auml;mpft.[3] Egal ob bewaffnet oder friedlich &ndash; aus ukrainischen Regierungsgegnern werden so pauschal &ldquo;Pro-Russen&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/41\/41787\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Transatlantik &ndash; Journalisten unter B&uuml;ndnisverdacht<\/strong><br>\nPro USA und contra Putin h&auml;tten sich Journalisten verb&uuml;ndet. Der Vorwurf ging durchs Netz bis ins ZDF in die Sendung &ldquo;Die Anstalt&rdquo;. Die Kollegen zeigten auf, welche ranghohen Journalisten in welchen NATO-nahen Organisationen Mitglieder oder gar Beir&auml;te sind. Die Vorlage daf&uuml;r lieferte Uwe Kr&uuml;ger mit seinem Buch &ldquo;Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten&rdquo;. Ein Stoff, der seit der Ukraine-Krise besonders Brisanz beinhaltet. Kr&uuml;ger zeigt Mitgliedschaften und Verbindungen zu pro-westlichen B&uuml;ndnissen auf. Im Zusammenhang mit der Ukraine-Berichterstattung hat ZAPP Uwe Kr&uuml;ger dazu befragt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/zapp\/Transatlantik-Journalisten-unter-Buendnisverdacht-,transatlantiker100.html\">NDR Zapp<\/a>\n<p><strong>dazu: &ldquo;Es ist Teil meines Gesch&auml;fts&rdquo;<\/strong><br>\nDie &ouml;ffentliche Diskreditierung, befremdet Stefan Kornelius von der &ldquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&rdquo;. Aber mehr Transparenz stimmt er zu und gesteht ein, dass Journalisten hier was tun m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/zapp\/zapp7506.html\">NDR Zapp<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Europawahl<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wie wird man Kommissionspr&auml;sident? Angst vor dem dritten Mann<\/strong><br>\nAch, wenn doch alles so einfach w&auml;re, wie Martin Schulz es gerne darstellt! Der Spitzenkandidat der Sozis f&uuml;r die Europawahl wei&szlig; scheinbar ganz genau, wie man Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Kommission wird. Man muss blo&szlig; am 25. Mai die meisten W&auml;hlerstimmen auf sich vereinen, dann wird man vom Europaparlament nominiert und gew&auml;hlt &ndash; und schon darf man die beliebte Br&uuml;sseler Beh&ouml;rde f&uuml;hren! Doch ganz so einfach ist es nicht. Von einer Direktwahl des Kommissionspr&auml;sidenten ist n&auml;mlich keine Rede im EU-Vertrag von Lissabon. Auch nicht von einem Vorschlagsrecht des Parlaments. Das hat vielmehr der Europ&auml;ische Rat, also die Versammlung der 28 Staats- und Regierungschefs. Die Chefs sollen bei der Nominierung des Kommissionspr&auml;sidenten zwar den Ausgang der Europawahl &ldquo;ber&uuml;cksichtigen&rdquo; &ndash; das war&rsquo;s aber auch schon.<br>\nSchulz warnt vor einem &ldquo;Hinterzimmer-Deal&rdquo;, sein Parteichef Sigmar Gabriel sogar vor &ldquo;Volksverdummung&rdquo;. Sie f&uuml;rchten, Kanzlerin Merkel k&ouml;nne am Ende das Votum der W&auml;hler &uuml;bergehen und weder Schulz noch den konservativen Jean-Claude Juncker, sondern einen dritten Mann nominieren. Mit schnellen Entscheidungen sei nicht zu rechnen, die Nominierung k&ouml;nne noch Wochen dauern, warnte Merkel. Wie wird man eigentlich Kommissionschef? Offenbar wei&szlig; auch die Kanzlerin noch keine schl&uuml;ssige Antwort. Klar ist nur, dass sie sich das Heft nicht aus der Hand nehmen lassen will. Der Dumme k&ouml;nnte am Ende der W&auml;hler sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=hi&amp;dig=2014%2F05%2F15%2Fa0147&amp;cHash=4fc2834a51049395231435f6d8f07051\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es hat schon seine Richtigkeit, dass auf vielen Wahlplakaten einfach Frau Merkel zu sehen ist. Gegen sie l&auml;uft nichts. In einem d&uuml;rften sich Europas Regierungschefs, wie in Fall Barroso, einig sein, allzu m&auml;chtig darf er nicht werden &ndash; also ist wieder Mittelma&szlig; gefragt, wie bei den meisten Kompromisskandidaten. Die Wahl selbst ist nicht nur Volksverdummung, sondern hinsichtlich der Wahl des Kommissionspr&auml;sidenten betr&uuml;gerisch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>CDU-Plakate zur Europawahl: der blanke Hohn<\/strong><br>\n&ldquo;Gemeinsam erfolgreich in Europa&rdquo;? Ja, wer denn? Deutschland, ok. Deutschland ist immer mehr oder weniger erfolgreich, ob mit oder ohne Europa. Aber &ldquo;gemeinsam erfolgreich in Europa&rdquo;? Ja, mit wem denn? Mit Spanien vielleicht? Arbeitslosenquote 25,3 %, Jugendliche unter 25 Jahren ca. 54 % &ndash; mehr als die H&auml;lfte aller jungen Menschen ohne Job. Saisonbereinigt. Viele sehen f&uuml;r sich keinerlei Zukunft mehr in Spanien und wandern aus. Arbeitslose Tier&auml;rzte, das kam neulich im Fernsehen, schulen um und werden Sch&auml;fer. Weil Spanien jetzt wieder in gro&szlig;em Stil Landschaftspflege betreibt, mit Schafherden. Subventioniert von Br&uuml;ssel.<br>\nIn vielen anderen EU-L&auml;ndern sieht&rsquo;s ganz &auml;hnlich aus mit der Arbeitslosigkeit: Italien (12,7 \/ 42,7 %), Frankreich (10,4 \/ 23,4 %), Portugal (15,2 \/ 35,4 %). Ebenso in den Balkanstaaten. Von Griechenland reden wir erst gar nicht. Auch nicht von der viel zu hohen Staatsverschuldung in ganz Europa. Und &uuml;brigens, nur weil ein Land den Rettungsschirm nicht mehr n&ouml;tig hat, ist es nicht gleich erfolgreich. Es beginnt gerade erst wieder zaghaft, auf eigenen Beinen zu stehen. Der Staatsbankrott droht nicht mehr unmittelbar, weil man sich am Kapitalmarkt wieder Geld leihen und weitere Schulden anh&auml;ufen kann.<br>\nAlso, der ganze S&uuml;den Europas, inklusive Frankreich, kann wohl nicht gemeint sein mit  &ldquo;erfolgreich&rdquo;. Selbst in den Beneluxstaaten f&auml;ngt es bereits an zu br&ouml;ckeln. (&hellip;)<br>\nNein, die CDU will uns mit ihren Wahlplakaten f&uuml;r dumm verkaufen. Sie hat eine europ&auml;ische Entwicklung ganz wesentlich mit zu verantworten, die dem &ldquo;einen Prozent&rdquo; dient, vielleicht auch Deutschland (viele sagen, auf Kosten der anderen), aber &ldquo;den Menschen in Europa&rdquo; ganz gewiss nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/denkraum.wordpress.com\/2014\/05\/16\/cdu-plakate-zur-europawahl-der-blanke-hohn\/\">Denkraum<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.H.:<\/strong> &ldquo;Gemeinsam erfolgreich in Europa&rdquo;, das stellt die Tatsachen auf den Kopf und verleugnet die realen Verh&auml;ltnisse. Angesichts der massenhaften Verelendung weiter Teile der europ&auml;ischen Bev&ouml;lkerung ist ein solcher Werbeslogan nicht nur d&auml;mliche Spr&uuml;cheklopferei, er ist zynisch &ndash; der blanke Hohn.<\/em><br>\n<em>Die CDU will uns mit ihren Wahlplakaten f&uuml;r dumm verkaufen. Sie hat ganz wesentlich eine europ&auml;ische Entwicklung mit zu verantworten, die dem &ldquo;einen Prozent&rdquo; dient, vielleicht auch Deutschland, aber ganz gewiss nicht &ldquo;den Menschen in Europa&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die NPD vor Stra&szlig;burg<\/strong><br>\nDie Wahlen zum Europ&auml;ischen Parlament nehmen daher in den strategischen Planungen der NPD einen herausragenden Stellenwert ein. Mit einem Mandat in Stra&szlig;burg sind hohe Zuwendungen verbunden, mit denen die eigenen Unterst&uuml;tzer in Lohn und Brot gebracht werden k&ouml;nnen. Auch deshalb brachte sich der Schweriner NPD-Fraktionschef und neue Vorsitzende Udo Past&ouml;rs in Position. Der wegen &bdquo;qualifizierter Holocaustleugnung&ldquo; verurteilte Kader glaubt, dass &bdquo;in Br&uuml;ssel ein relativ erfahrener Nationalist agieren sollte&ldquo;.[2] Sein Interesse an &bdquo;dem doch recht provinziellen Parkett&ldquo; in Schwerin hat der 61j&auml;hrige inzwischen n&auml;mlich verloren. Im Landtag werden NPD-Antr&auml;ge von den demokratischen Fraktionen unisono abgeb&uuml;gelt. Au&szlig;er billigen Provokationen hat die Fraktion nichts zu bieten&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/mai\/die-npd-vor-strassburg%20\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Nicht nur die NPD verspricht sich viel. Hier in der nieders&auml;chsischen Provinz stammen gef&uuml;hlt 75% aller Wahlplakate von AfD, NPD oder den Republikanern. Die gro&szlig;en Parteien scheinen den Wahlkampf nicht so wirklich ernst zu nehmen. Die Plakate von CDU, SPD und Gr&uuml;nen sind an Belang- und Phantasielosigkeit kaum zu &uuml;berbieten und auch die Linke wiederholt vor allem lang bekannte Slogans. Das wirkt alles doch sehr blutleer. Am Ende soll sich nur niemand dar&uuml;ber echauffieren, dass die Rechtspopulisten und Rechtsextremen auch in Deutschland einen Erdrutschsieg feiern k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Rechtspopulismus ist mit der herrschenden Politik kompatibel<\/strong><br>\nWas sind die spezifischen Merkmale des Rechtspopulismus &ndash; in Abgrenzung zu Konservatismus und Liberalismus einerseits und in Abgrenzung zur extremen Rechten andererseits?<br>\nPhillip Becher: Wenn man den Rechtspopulismus als politische Bewegung von anderen Str&ouml;mungen abgrenzen will, l&auml;sst sich zun&auml;chst einmal festhalten, worin diese b&uuml;rgerlichen Ideengeb&auml;ude &uuml;bereinstimmen. Konservatismus und Rechtspopulismus halten beide Ungleichheiten zwischen Menschen f&uuml;r eine nat&uuml;rliche Sache und erachten hierarchische Strukturen demnach als positiv. W&auml;hrend Konservative vor diesem Hintergrund jedoch ein positives Verst&auml;ndnis von &bdquo;Elite&ldquo; haben, grenzen sich Rechtspopulisten strikt von den politischen und gesellschaftlichen F&uuml;hrungsgruppen ab. Diesen wird dann vorgeworfen, sich von dem Volk, als dessen einzig wahre Interessensvertretung der Rechtspopulismus sich geriert, entfernt zu haben. Hierbei werden unter dem &bdquo;Eliten&ldquo;-Begriff zumeist ziemlich unterschiedliche Akteure eingeordnet: Die etablierten Politiker ebenso wie Gewerkschaftsfunktion&auml;re und manchmal auch Wirtschaftsbosse &ndash; also Akteure mit zum Teil sehr verschiedenen oder sogar gegens&auml;tzlichen Interessen. Diese Kritik ist aber keine egalit&auml;re. Vielmehr ist man in der Regel der Auffassung, als rechtspopulistische Formation selbst die &bdquo;bessere&ldquo; Elite stellen zu k&ouml;nnen.<br>\nDas Verh&auml;ltnis von Abgrenzung und &Uuml;bereinstimmung zum Liberalismus l&auml;sst sich ganz &auml;hnlich bestimmen. Der Rechtspopulismus ist liberal, insoweit man seine Favorisierung neoliberaler Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle in Rechnung stellt. Er ist antiliberal, wenn man sich anschaut, wie er gesellschaftliche Probleme l&ouml;sen will. Die im Allgemeinen &ndash; ob nun zu Recht oder zu Unrecht sei an dieser Stelle mal dahingestellt &ndash; mit dem Liberalismus verbundenen Freiheitsrechte rangieren in seiner Werteskala entweder weit hinter der Forderung nach &bdquo;law and order&ldquo;, oder sie werden als nicht universell verstanden. Ein Beispiel liefert das Grundrecht der Religionsfreiheit und die anhaltende rechtspopulistische Agitation gegen den Bau und die architektonische Gestaltung muslimischer Gottesh&auml;user.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1368\">annotazioni<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Der Brief an die Kanzlerin<\/strong><br>\nIm Juli 2013 erhielt Angela Merkel einen offenen Brief, den die Schriftstellerin Juli Zeh gemeinsam mit &uuml;ber 30 Autoren verfasst hatte. Dieser Brief wurde von 67.407 Menschen unterschrieben. Sie forderten die Kanzlerin darin auf, den &ldquo;gr&ouml;&szlig;ten Abh&ouml;rskandal in der Geschichte der Bundesrepublik&rdquo; nicht hinzunehmen. Eine Antwort hat Juli Zeh bis heute nicht bekommen. Weder auf ihren Brief noch auf den Aufruf gegen die Massen&uuml;berwachung durch die NSA, den &uuml;ber tausend Autoren aus aller Welt unterzeichnet haben. Nun schickt Juli Zeh der Kanzlerin eine Mahnung und fragt: &ldquo;Warum schweigen Sie, Frau Merkel?&rdquo;<br>\nLetztes Jahr habe ich Ihnen schon einmal geschrieben. Mein Brief reagierte auf die Enth&uuml;llungen Edward Snowdens und stellte die Frage, wie Ihre Strategie f&uuml;r ein digitales Zeitalter aussehe, in dem die Freiheitsrechte der B&uuml;rger mit F&uuml;&szlig;en getreten und Grundprinzipien der Demokratie auf den Kopf gestellt werden. Gefolgt wurde dieser Brief von einem internationalen Appell, der von rund tausend Schriftstellern aus &uuml;ber achtzig L&auml;ndern unterzeichnet wurde und einen Schutz der pers&ouml;nlichen Freiheit im Kommunikationszeitalter fordert.<br>\nSeitdem sind Monate vergangen, und ich habe von Ihnen keine ernst zu nehmende Antwort vernommen. Wir erleben einen Epochenwandel, der aufgrund seiner politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Implikationen mit der industriellen Revolution verglichen werden kann. Ihr Schweigen dazu, Frau Merkel, ist das Schweigen der m&auml;chtigsten Frau Europas. Es schrillt in den Ohren wie das Ger&auml;usch von Fingern&auml;geln auf einer Schiefertafel.<br>\nKann es wirklich sein, dass Sie die Tragweite des Problems nicht erfassen? Es geht nicht nur um Ihr Handy. Es geht nicht einmal &ldquo;nur&rdquo; um die Aktivit&auml;ten der NSA, auch nicht &ldquo;nur&rdquo; um das Verh&auml;ltnis Deutschlands zu Amerika oder darum, ob Snowden im Untersuchungsausschuss geh&ouml;rt werden soll oder nicht. Wir haben es mit Technologien zu tun, die unsere Lebensrealit&auml;t bis in den tiefsten Kern des humanistischen Menschenbilds ver&auml;ndern. Es geht also um die Frage, wie wir in Deutschland und Europa in den n&auml;chsten f&uuml;nfzig Jahren leben wollen. (&hellip;)<br>\nFrau Merkel, ich wiederhole meine Frage. Antworten Sie nicht mir, antworten Sie Ihrem Volk: Wie sieht Ihre Strategie aus?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/21\/juli-zeh-offener-brief-an-merkel\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><strong>NSA-Aussp&auml;hung: Die DDR wusste fr&uuml;hzeitig Bescheid<\/strong><br>\nWie umfassend die NSA ihre Alliierten nach dem jeweiligen Stand der Technik ausspionierte, wie selektiv die Amerikaner mit ihren deutschen Kollegen vom BND umgingen, war dem ostdeutschen Ministerium f&uuml;r Staatssicherheit seit 1985 bekannt.<br>\nDie NSA-&Uuml;berwachung deutscher Telekommunikation hat eine lange Tradition. Auf einer von der Wau Holland-Stiftung und von Reporter ohne Grenzen in Berlin veranstalteten Podiumsdiskussion mit dem ehemaligen NSA-Technikchef William Binney vertrat Klaus Eichner diese Ansicht. Der ehemals f&uuml;r das Treiben der NSA und CIA zust&auml;ndige Chefanalytiker des Ministeriums f&uuml;r Staatssicherheit (MfS) berichtete, wie eine &ldquo;Quelle&rdquo; ihm 1985\/1986 die sogenannte NSAR-Liste zuspielte, die das ganze Ausma&szlig; der &Uuml;berwachung der Alliierten durch die NSA dokumentierte.<br>\nAuf der Podiumsdiskussion berichtete zun&auml;chst William Binney wie bei seinem Auftritt auf dem Europ&auml;ischen Datenschutztag, wie die NSA die Telekommunikation &uuml;berwacht. Seine Anmerkungen wurden von John Goetz (Geheimer Krieg) und Holger Stark (Der NSA Komplex) erg&auml;nzt. (&hellip;)<br>\nStasi-Abteilungsleiter Klaus Eichner erz&auml;hlte von den &ldquo;NSA Requirements&rdquo; aus dem Jahre 1982, einer 4000 Seiten umfassenden Liste mit Beschreibungen all der Personen und Institutionen, die f&uuml;r die NSA informationsm&auml;&szlig;ig von Bedeutung waren. Diese &ldquo;Bestell-Liste&rdquo; der NSA umfasste rund 30.000 &ldquo;Einzelposten&rdquo;, was f&uuml;r Frankreich 50, f&uuml;r Deutschland 35 Seiten an &ldquo;Bestellungen&rdquo; ergab. &ldquo;Es wurde niemand ausgespart, auch die eigenen Freunde nicht&rdquo;. Eichner sah sogar eine Parallele zum Fall Snowden: Die Quelle war ein technischer Fernmeldeaufkl&auml;rer der Bundeswehr mit relativ niedrigem Dienstgrad. Beim MfS war man sehr erstaunt, dass eine solche Person Zugriff auf ein derart brisantes Verzeichnis hatte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/NSA-Ausspaehung-Die-DDR-wusste-fruehzeitig-Bescheid-2192038.html\">heise online<\/a><\/li>\n<li><strong>Gabriel heuchelt wieder: Gegen Google aber nicht gegen die NSA<\/strong><br>\nWas hat Sigmar Gabriel im Wahlkampf zur NSA-Aff&auml;re nicht alles von sich gegeben. Er hat Merkel als Marionette amerikanischer Geheimdienste bezeichnet und u.a. auch eine Vernehmung Snowdens gefordert. Kaum an der Macht, versucht er das zu praktizieren, was die Politik in der Vor-Snowden-&Auml;ra stets getan hat. Man tut so, als ginge es ausschlie&szlig;lich um amerikanische Konzerne wie Google &amp; Co. Von den Geheinmdiensten ist keine Rede mehr. Diese Camouflage hat mehrere Vorteile. Man kann vom eigenen politischen Versagen ablenken und muss der amerikanischen Politik, der sich ein Gabriel ganz offenbar nicht ansatzweise gewachsen sieht, nicht die Stirn bieten. Mit den m&auml;chtigen eigenen Geheimdiensten wie dem BND muss man sich ebenfalls nicht anlegen.<br>\nIn einem heuchlerischen Beitrag in der FAZ wettert Gabriel gegen amerikanische Unternehmen und erw&auml;hnt die NSA noch nicht einmal. Wie kann man es &uuml;berhaupt wagen, sich expressis verbis auf Leute wie Juli Zeh oder Sascha Lobo zu berufen, wenn man gleichzeitig die fl&auml;chendeckende &Uuml;berwachung durch Geheimdienste weltweit gezielt ausblendet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.internet-law.de\/2014\/05\/gabriel-heuchelt-wieder-gegen-google-aber-nicht-gegen-die-nsa.html\">Internet-Law<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Verteilungs(un)gerechtigkeit<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Aktuelle Daten und Analysen zur wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheit<\/strong><br>\nder &Ouml;konom Thomas Piketty und der neue L&auml;nderbericht der OECD haben die Debatte &uuml;ber wirtschaftliche und soziale Ungleichheit neu belebt. Die Hans-B&ouml;ckler-Stiftung forscht seit vielen Jahren zu diesen Themen.<br>\nAktuelle Daten und Analysen finden Sie &uuml;ber die folgenden Links. Sie f&uuml;hren zu Pressemitteilungen oder Artikeln aus unserem Infodienst B&ouml;ckler Impuls.<br>\nAm Ende der Texte gibt es meist einen Link zu den vollst&auml;ndigen Studien, die von der Stiftung erstellt oder gef&ouml;rdert wurden.<br>\nVerm&ouml;gen: Jeder Vierte hat nichts. Zusammen mit &Ouml;sterreich weist Deutschland im Euroraum die h&ouml;chste Ungleichheit bei der Verm&ouml;gensverteilung auf. 28 Prozent der Bev&ouml;lkerung haben netto nichts oder <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/45167_46058.htm\">sind sogar im Minus<\/a>.<br>\nReall&ouml;hne: Nur Tarifbesch&auml;ftigte im Plus. Die Bruttol&ouml;hne in Deutschland liegen real immer noch niedriger als im Jahr 2000. <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pm_ta_2014_02_25.pdf\">St&auml;rker entwickelt haben sich die Tarifl&ouml;hne, vor allem aber die Gewinn- und Verm&ouml;genseinkommen [PDF &ndash; 95.2 KB]<\/a>.<br>\nEinkommensverteilung: Der Abstand zwischen hohen und niedrigen Einkommen ist zuletzt wieder gewachsen. Und auch an der vermeintlichen Entspannung in der zweiten H&auml;lfte der 2000er-Jahre gibt es Zweifel, zeigt der <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/44681_44811.htm\">aktuelle WSI-Verteilungsbericht<\/a>.<br>\nNiedrigl&ouml;hne: Knapp ein Viertel der Besch&auml;ftigten arbeitet im Niedriglohnsektor. <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pm_ta_2014_02_06.pdf\">Tarifvertr&auml;ge sch&uuml;tzen: 90 Prozent der tariflichen Lohn- und Gehaltsgruppen liegen oberhalb von 8,50 Euro [PDF &ndash; 257 KB]<\/a>.<br>\nArmut: Bundesweit leben 18,9 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter der Armutsschwelle. Erstmals haben WSI-Forscher die Daten f&uuml;r 39 einzelne Regionen in der Bundesrepublik <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/45361_45379.htm\">detailliert ausgewertet<\/a>.<br>\nNoch mehr wissenschaftliche Befunde auf <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/verteilung.htm\">unserer Themenseite im Netz<\/a>.<br>\nQuelle: Pressemitteilung der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/li>\n<li><strong>Nie waren Gro&szlig;britanniens Reiche verm&ouml;gender<\/strong><br>\nDie 1000 reichsten Briten besitzen gemeinsam rund 637 Milliarden Euro &ndash; und damit doppelt so viel wie noch vor f&uuml;nf Jahren. Neben Gesch&auml;ftsleuten z&auml;hlen auch die Beckhams, Jamie Oliver und die Queen zu den Superverm&ouml;genden&hellip;<br>\nInsgesamt konnten die reichen Briten ihr Verm&ouml;gen im vergangenen Jahr noch einmal deutlich vermehren: Sie besitzen zusammen 518,975 Milliarden Pfund, das sind umgerechnet rund 637 Milliarden Euro &ndash; und 15,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Und im Vergleich zu 2009 hat sich ihr Verm&ouml;gen sogar verdoppelt. Erst vor einer Woche war bekanntgeworden, dass Gro&szlig;britannien das Land mit dem weltweit h&ouml;chsten Superreichen-Anteil der Bev&ouml;lkerung ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/reiche-in-grossbritannien-queen-beckhams-jamie-oliver-auf-der-liste-a-970080.html%20\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>The Origins of Inequity<\/strong><br>\nMuch has been written over the past year about the growing income inequality in America, and how the wealthiest 1% households have accrued 95% of all the national income gains in the US economy since the June 2009 so-called economic &lsquo;recovery&rsquo; officially began.<br>\nLiberal economists like Paul Krugman, Robert Reich, James Galbraith and others have writing numerous books and countless newspaper columns on the subject over the past year. They have finally discovered in recent years the sad fact of accelerating income inequality in America, a developing trend that has been in progress for decades, at least since the early 1980s. Actually, theirs has been less a &lsquo;discovery&rsquo; than a re-reporting of work on the subject done by others.<br>\nWhile liberal economists have been reporting on income inequality, they have yet to explain why and how the growing concentration of income, and consequently wealth, in the hands of the 1% has been occurring and, indeed, why that inequality has been accelerating now after more than three decades. As the data conclusively show, the 95% of all income growth accruing to the wealthiest 1% households since 2009,noted above, represents an acceleration, from 65% of all income gains accruing to the 1% during the Bush years, 2001-08, and 45% during the Clinton years, 1993-2000.<br>\nWhile no doubt of value in itself, it is one thing to cite data that shows the irrefutable trend of income and wealth concentration; it is another to explain how and why that concentration has occurred and who is responsible for it&mdash;a responsibility that lies not with mystical categories like &lsquo;the market&rsquo; or &lsquo;globalization&rsquo; but with real individuals and policymakers in both business and government for the past 30 years. (&hellip;)<br>\nThe discovery of inequality was initially given its major boost more than a decade ago in the then pioneering work of Emmanual Saez, a French economist transplanted more than a decade ago to the University of California, Berkeley. Saez back in 2002 was the first to begin reporting the facts about growing income inequality in the U.S. since the early 1980s, based on previously unavailable data from the Internal Revenue Service. Prior to Saez&rsquo;s work, other official sources of government data from the Bureau of Labor Statistics, Commerce Dept., Federal Reserve and Congressional Budget Office were, and still remain, notoriously limited and incomplete with regard to accurately estimating capital incomes. Of course, with regard to Krugman and others, better late than never to have &lsquo;discovered&rsquo; inequality. But Saez is the real economist hero&mdash;not Krugman, Reich &amp; company&mdash;having revealed for more than a decade now the more accurate (although in some ways still limited) facts about growing income inequality in America.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.counterpunch.org\/2014\/05\/13\/the-origins-of-inequity\/\">counterpunch<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>&bdquo;Die Wut wird sich entladen&ldquo;<\/strong><br>\nPhilippe Legrain beriet EU-Kommissionspr&auml;sident Barroso zum Beginn der Krise. Die Kommission hatte keine Ahnung und folgte Merkel blind, sagt er heute.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Ex-Kommissionsberater-ueber-Eurokrise\/!138615\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Der Niedergang Europas, der als seine Rettung beschworen wird<\/strong><br>\nDie marktliberalen Eliten fahren die Eurozone wirtschaftlich und sozial gegen die Wand. Umso schlimmer die Auswirkungen ihrer Politik sp&uuml;rbar werden, umso aggressiver fordern sie Ma&szlig;nahmen um den Niedergang des Kontinents zu verhindern. Doch ein Vergleich mit den USA zeigt: Nichts tr&auml;gt mehr zum Niedergang der EU bei als genau diese Ma&szlig;nahmen.<br>\nVor 100 Jahren hatte Europa im globalen Vergleich den gr&ouml;&szlig;ten Entwicklungsvorsprung. Zwei Weltkriege schw&auml;chten seine politische, kulturelle und &ouml;konomische Weltdominanz erheblich. Im Jahr 1945 lag Europa darnieder, die USA erzeugten nach Angaben des Historikers Eric Hobsbawm beinahe zwei Drittel der weltweiten Industrieproduktion. Bis in die fr&uuml;hen 1980er-Jahre legten besonders die kontinentaleurop&auml;ischen Staaten einen erstaunlichen Aufholprozess hin: 1982 erreichten die zw&ouml;lf urspr&uuml;nglichen Mitglieder der Eurozone eine Wirtschaftsleistung pro Kopf, die bei 76 Prozent des US-Wohlstandsniveaus lag. Die USA und Gro&szlig;britannien entwickelten sich weniger dynamisch, und gerieten gegen&uuml;ber Kontinentaleuropa und Japan ins Hintertreffen.<br>\nEnde der 1970er und Anfang der 1980er-Jahre begannen die Regierungen in den USA und Europa mit neuen Formen der &ouml;konomischen Steuerung zu experimentieren. Die Wirtschaftspolitik war inspiriert vom Paradigma des Monetarismus Milton Friedmans. Dieser Kurswechselbedeutete laut dem &Ouml;konomen Engelbert Stockhammer eine bewusste &bdquo;Verschiebung der Priorit&auml;ten hin zu Preisstabilit&auml;t auch auf Kosten von Massenarbeitslosigkeit.&ldquo; Jenseits des Atlantiks blieb der Monetarismus allerdings nur eine Episode. Mitte der 1980er-Jahre kam es in den USA zu einer moderaten Abkehr, kurz darauf zu einem deutlichen Bruch. Europa hat sich allerding mit dem Monetarismus &ndash; mit den Worten den &Ouml;konomen Heiner Flassbeck &ndash; &bdquo;auf eine langwierige und folgenreiche Partnerschaft eingelassen&ldquo;.<br>\nDas ist genau der Punkt, ab dem der alte Kontinent den Anschluss an die US-Entwicklung verloren hat. Nach einem ersten Einbruch schien sich der Konvergenzprozess Ende der 1980er-Jahre wieder einzustellen. Nach 1991 ging es jedoch tendenziell bergab, sodass heute das BIP pro Kopf der Euro-12 sogar unter 70 Prozent des US-Werts liegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/der-niedergang-europas-der-als-seine-rettung-beschworen-wird\">Arbeit &amp; Wirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Paul Krugman &ndash; Points of No Return  &ndash;  Punkte ohne Umkehr<\/strong><br>\nZwei unabh&auml;ngig voneinander und mit unterschiedlichen Methoden arbeitende Forschungsteams sind k&uuml;rzlich zu demselben beunruhigenden Ergebnis gekommen: Der westantarktische Eisschild ist dem Untergang geweiht. Das Abgleiten des Schilds ins Meer und der folgliche starke Anstieg des Meeresspiegels wird wahrscheinlich langsam vonstatten gehen. Aber er ist irreversibel. Selbst wenn wir sofort drastische Ma&szlig;nahmen zur Begrenzung der Erderw&auml;rmung ergriffen, dieser spezielle Prozess der Umweltver&auml;nderung hat einen Punkt erreicht, von dem es kein Zur&uuml;ck gibt.<br>\nDer Senator Marco Rubio &ndash;  desses Staat nun zu einem guten Teil zum Untergang in den Wellen verdammt ist  &ndash;  hat sich jetzt aber zum Klimawandel ge&auml;u&szlig;ert. Einige Leser erinnern sich vielleicht, dass Mr. Rubio 2012 auf die Frage, wie alt seiner Meinung nach die Erde wohl sei, mit &ldquo;Mann, ich bin doch kein Wissenschaftler&rdquo; antwortete. Dieses Mal aber erkl&auml;rte er zuversichtlich, dass der &uuml;berw&auml;ltigende wissenschaftliche Konsens &uuml;ber den Klimawandel falsch sei, wenngleich er in einem sp&auml;teren Interview keine Gr&uuml;nde f&uuml;r seine Skepsis angeben konnte.<br>\nWie der Senator solch eine Erkl&auml;rung abgeben konnte? Das liegt wohl daran, dass die intellektuelle Evolution seiner Partei (oder, vielleicht zutreffender, ihre Devolution) genau wie dieser Eisschild einen Punkt ohne Umkehr erreicht hat, bei dem das treue Festhalten an falschen Glaubenss&auml;tzen zum entscheidenden Erkennungszeichen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/05\/16\/opinion\/krugman-points-of-no-return.html\">New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die deutsche und europ&auml;ische Konjunktur im Fr&uuml;hjahr 2014: Gemischte Zeichen, aber keine Besserung in Euroland<\/strong><br>\nWir haben uns entschlossen, die Konjunkturberichte, die wir sonst in kleinen St&uuml;cken getrennt ver&ouml;ffentlicht haben, immer zur Monatsmitte zusammenzufassen, weil man dadurch &ndash; auch hinsichtlich der Entwicklung in Europa &ndash; leichter den &Uuml;berblick beh&auml;lt &uuml;ber das, was aktuell von Bedeutung ist und welches Gesamtbild sich daraus ergibt.<br>\nGestern meldete das Statistische Bundesamt, dass nach seiner ersten Sch&auml;tzung die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal um 0,8 Prozent gewachsen ist (vgl. Abbildung 1).<br>\nDas sieht erfreulich aus. Das Bundesamt relativiert diese Zahl jedoch: &bdquo;Bei diesem kr&auml;ftigen Wachstum zum Jahresbeginn spielte allerdings auch die extrem milde Witterung eine Rolle&ldquo;, ist im vierten Satz der Pressemitteilung zu lesen. Das Wetter d&uuml;rfte also die Bauinvestitionen gest&uuml;tzt haben. Die Inlandsnachfrage war zum ersten Mal seit langer Zeit sp&uuml;rbar erh&ouml;ht, was zu den Ums&auml;tzen des realen Einzelhandels in den ersten drei Monaten passt (vgl. Abbildung 2) &ndash; wir waren darauf bereits vor einem Monat kurz eingegangen.<br>\nGestern gab es von Eurostat auch eine erste Sch&auml;tzung f&uuml;r die saisonbereinigte Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts in der Eurozone (vgl. Abbildung 3).<br>\nSollte sich die ver&ouml;ffentlichte Wachstumsrate von 0,2 Prozent f&uuml;r die Europ&auml;ische W&auml;hrungsunion (EWU) im ersten Quartal 2014 best&auml;tigen &ndash; f&uuml;r einige kleinere L&auml;nder liegen offenbar noch keine Daten vor &ndash;, gleicht diese Meldung einer Katastrophe f&uuml;r die anderen L&auml;nder der Eurozone. Denn bei einer Wachstumsrate von 0,8 Prozent f&uuml;r Deutschland, das ja innerhalb der Eurozone f&uuml;r mehr als ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts steht, bedeutet das rein rechnerisch, dass die &uuml;brigen L&auml;nder zusammen genommen gerade mal eine Null beim Wachstum zustande gebracht haben, also nicht &uuml;ber die Stagnation hinausgekommen sind &ndash; und das bei fast 17 Millionen Arbeitslosen bzw. einer Arbeitslosenquote von &uuml;ber 12 Prozent dort.<br>\nAusweislich der Sch&auml;tzung von Eurostat war jedenfalls Stagnation angesagt in Frankreich, das die geringe Belebung im vierten Quartal 2013 (+0,2 Prozent) nicht fortsetzen oder gar steigern konnte. Und Italien hat mit -0,1 Prozent das ohnehin d&uuml;rftige Plus vom Vorquartal (+0,1 Prozent) schon wieder verloren. Von einer wirklichen Besserung der Lage in der Eurozone ausschlie&szlig;lich Deutschlands kann keine Rede sein.<br>\nUnd selbst aus der Zahl f&uuml;r Deutschland kann man nicht sicher auf eine durchgreifende Belebung hierzulande schlie&szlig;en. Denn die Einkommensverh&auml;ltnisse der Mehrheit der Menschen haben sich nicht in einer Weise verbessert bzw. werden das in naher Zukunft angesichts der getroffenen Lohnvereinbarungen auch nicht so tun, dass man blind auf einen anhaltenden Schwung beim privaten Verbrauch z&auml;hlen k&ouml;nnte (jedenfalls nicht ohne eine Senkung der Sparquote der privaten Haushalte). Dar&uuml;ber hinaus l&auml;sst die Schuldenbremse den &ouml;ffentlichen Konsum wie die &ouml;ffentlichen Investitionen nicht aus ihrem starren Korsett. Abgesehen von Witterungseffekten mag der Wunsch nach Betongold als Reaktion auf die Eurokrise in Verbindung mit den extrem niedrigen Zinsen den Bauinvestitionen auf die Spr&uuml;nge geholfen haben und auch noch in naher Zukunft eine gewisse Rolle spielen.<br>\nDoch schon im M&auml;rz &ndash; das ist der letzte verf&uuml;gbare Berichtsmonat &ndash; ist der von uns am meisten beachtete Indikator f&uuml;r die laufende monatliche Entwicklung in Deutschland, die Auftragseing&auml;nge in der Industrie, erheblich zur&uuml;ckgegangen (vgl. Abbildung 4).<br>\nDie Auftr&auml;ge aus dem Ausland sind deutlich gesunken, die Inlandsauftr&auml;ge leicht. Obwohl man einen einzelnen Monat nicht &uuml;berbewerten sollte, versetzt das den Hoffnungen auf eine rasche Belebung in Deutschland und in Europa einen kr&auml;ftigen D&auml;mpfer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/die-deutsche-und-europaeische-konjunktur-im-fruehjahr-2014-gemischte-zeichen-aber-keine-besserung-in-euroland\/\">flassbeck-economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Mindestlohninitiative in der Schweiz: Ein falsches Signal<\/strong><br>\nNicht einmal jeder Vierte in der Schweiz hat Ja gesagt zur Einf&uuml;hrung eines Mindestlohns von 4000 Franken in der Schweiz. Die &uuml;berdeutliche Ablehnung ist ein fatales Signal&hellip;<br>\nDie Angstmacherei der Wirtschaft hat verfangen: Bei einer Annahme der Initiative w&uuml;rden Arbeitspl&auml;tze abgebaut, Firmen vernichtet oder zum Abwandern gezwungen, die Berufslehre auf einen Schlag unattraktiv&hellip;<br>\nMag sein, dass die abgelehnte Initiative zu viel Angriffsfl&auml;che bot, weil sie den wirtschaftlichen Unterschieden in den verschiedenen Regionen zu wenig Rechnung trug. Vermutlich w&auml;re aber auch jeder andere Vorsto&szlig; zur Einf&uuml;hrung eines Mindestlohns verworfen worden. Wenn es um die Verbesserung von Arbeitsbedingungen geht, &uuml;ben sich die Schweizer in Bescheidenheit. Eher sind wir bereit zu glauben, dass die l&auml;ngst ins Perverse gekletterten Gewinne von Konzernen und Aktion&auml;ren die Grundlage f&uuml;r den relativen Wohlstand in der Schweiz sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tageswoche.ch\/de\/2014_20\/schweiz\/658736\/Ein-falsches-Signal.htm\">Tages Woche<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Milliardenrisiken: Regierung will mit Konzernen &uuml;ber Atom-Altlasten verhandeln<\/strong><br>\nNur wenige Tage ist es her, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel noch gegen die einseitige &Uuml;bernahme des Milliardenrisikos aus dem Atomgesch&auml;ft aussprach. Nach Informationen des SPIEGEL hat die Bundesregierung allerdings angek&uuml;ndigt, mit den Energiekonzernen &uuml;ber die R&uuml;ckstellungen f&uuml;r den R&uuml;ckbau der deutschen Atomkraftwerke zu verhandeln. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Gr&uuml;nen hervor.<br>\nDie Energieriesen E.on, RWE und EnBW favorisieren derzeit eine L&ouml;sung, bei dem sie die Milliarden, die sie f&uuml;r den Atomausstieg zur&uuml;ckgelegt haben, in einen Fonds einzahlen. Alles was dar&uuml;ber hinausgeht &ndash; Risiken, Mehrkosten &ndash; soll demnach der Bund &uuml;bernehmen.<br>\nDiese Pl&auml;ne stie&szlig;en auf Emp&ouml;rung. Auch die Kanzlerin schien sich von dem Modell zu distanzieren: &ldquo;Im Grundsatz muss es dabei bleiben, dass die Unternehmen die Verantwortung f&uuml;r die Entsorgung von Atomm&uuml;ll tragen&rdquo;, sagte Merkel noch am Freitag der &ldquo;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&rdquo;. Doch der Anfrage zufolge will die Bundesregierung nun &ldquo;&uuml;ber die Realisierung der rechtlichen Verpflichtungen&rdquo; mit den Konzernen &ldquo;Gespr&auml;che f&uuml;hren&rdquo;.<br>\nSo scheint das Bundeswirtschaftsministerium von Sigmar Gabriel (SPD) selbst nicht sicher zu sein, ob die AKW-Betreiber das Geld f&uuml;r den milliardenteuren Abriss der Atomkraftwerke und die Lagerung der radioaktiven Abf&auml;lle &uuml;berhaupt aufbringen werden. Das Ministerium &auml;u&szlig;erte lediglich die &ldquo;Erwartung&rdquo;, dass die Kosten f&uuml;r die nukleare Entsorgung von den Verursachern getragen w&uuml;rden. &ldquo;Im Hause Gabriel scheint man nun auch skeptisch zu sein, ob mit dem Geld noch zu rechnen ist&rdquo;, kommentierte der Gr&uuml;nen-Abgeordnete Oliver Krischer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/atomstiftung-regierung-will-mit-konzernen-ueber-akw-rueckbau-verhandeln-a-970005.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Na also, geht doch. Wir schrieben hier ja bereits letzte Woche: &bdquo;Man darf ziemlich sicher sein, dass dies in der &bdquo;marktkonformen&ldquo; Demokratie auch bei den Energiekonzernen schon funktionieren wird. &hellip;. Nat&uuml;rlich erst wenn etwas Gras &uuml;ber die Angelegenheit gewachsen ist.&ldquo; Dass die Bundesregierung so schnell vor den Konzerninteressen einknickt &uuml;berrascht dann doch. In der sch&ouml;nen neoliberalen Welt gibt es offenbar kein unternehmerisches Risiko mehr, Banken und Konzerne d&uuml;rfen sich mittlerweile ganz nach Lust und Laune aus den &ouml;ffentlichen Kassen selbst bedienen. Das Gute dabei, dann kann man wieder &uuml;ber die wachsende Staatsverschuldung herziehen und K&uuml;rzungen bei den Sozialausgaben einfordern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Krankenkassen beklagen massiven Abrechnungsbetrug<\/strong><br>\nSachsen-Anhalts Krankenkassen beklagen einen massiven Abrechnungsbetrug. Einer Umfrage zufolge betrifft das vor allem gef&auml;lschte Rezepte, unn&ouml;tige Operationen und erfundene Rechnungen. Die Kassen forderten deshalb im vergangenen Jahr von Krankenh&auml;usern, Pflegediensten, &Auml;rzten und Apothekern Schadensersatz in Millionenh&ouml;he. Die Summe war den Angaben zufolge f&uuml;nf Mal h&ouml;her als im Jahr davor. (&hellip;)<br>\nBetrug findet der Umfrage zufolge in allen Bereichen statt: In einem Krankenhaus in Sachsen-Anhalt wurden beispielsweise Operationen schlichtweg erfunden &ndash; und teuer der IKK in Rechnung gestellt, wie die Krankenkasse mitteilte. Finanziell gesehen entstand nach einer bundesweiten Auswertung der gr&ouml;&szlig;te Betrugsschaden allerdings im Bereich der Apotheken. Allein der KKH entstand durch gef&auml;lschte und &uuml;berteuerte Rezepte im vergangenen Jahr ein Verlust von 1,6 Millionen Euro. Bei ambulanten Pflegediensten machte die Krankenkasse Sch&auml;den von insgesamt 144.000 Euro geltend.<br>\nAuf dem R&uuml;cken der Versicherten<br>\nLaut dem KKH-Verwaltungsratsvorsitzenden Hans-J&uuml;rgen M&uuml;ller ist die Dunkelziffer der Betrugsf&auml;lle und -summen vermutlich viel h&ouml;her. Letztendlich finde der Abrechnungsbetrug auf dem R&uuml;cken der Versicherten statt, sagte M&uuml;ller. Denn die Kassen m&uuml;ssten Ausf&auml;lle durch h&ouml;here Versicherungsbeitr&auml;ge weitergeben. In Sachsen-Anhalt gibt es nach Angaben des Verbands der Ersatzkassen insgesamt rund 2,1 Millionen gesetzlich Versicherte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/m.mdr.de\/nachrichten\/abrechnungsbetrug-krankenkassen-sachsen-anhalt100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html#mobilredirect\">MDR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> F&uuml;r die Verantwortlichen in den Krankenh&auml;usern bieten die momentanen Regelungen eine Steilvorlage zum Betrug, da die Krankenkassen in allen F&auml;llen, in denen sie den Betrug nicht zweifelsfrei anhand der Akten belegen k&ouml;nnen, den Krankenh&auml;usern die Kosten f&uuml;r die &Uuml;berpr&uuml;fung des jeweiligen Falls &bdquo;erstatten&ldquo; m&uuml;ssen. Gepr&uuml;ft wird freilich nicht von externen Fachleuten, sondern von den Krankenh&auml;usern selbst. Und selbst wenn ein Betrug zweifelsohne nachweisbar ist, kommen die T&auml;ter mit einem geringen Aufschlag davon. So verhindert man keinen Betrug. Da stellt sich die Frage, warum die &bdquo;Betr&uuml;ger&ldquo; nicht strafrechtlich verfolgt werden? Offenbar ist der &bdquo;massive Abrechnungsbetrug&ldquo; politisch durchaus gewollt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Offener Brief des Wissenschaftlichen Beirats von Attac an den Direktor des Instituts f&uuml;r die Zukunft der Arbeit (IZA) Professor Klaus Zimmermann<\/strong><br>\nDie Unterzeichner fordern Professor Zimmermann auf, auch sie zu verklagen, sollte er seine Klage gegen Dr. Werner R&uuml;gemer und die Neue Rheinische Zeitung vor der Pressekammer des Landgerichts Hamburg aufrecht erhalten. Dr. R&uuml;gemer hatte das von Professor Zimmermann geleitete Institut wegen seiner Lobby-T&auml;tigkeit kritisiert und die f&uuml;r ein wissenschaftliches Institut gebotene Unabh&auml;ngigkeit in Frage gestellt.<br>\nDer Artikel &ldquo;Die unterwanderte Demokratie&rdquo; von Werner R&uuml;gemer erschien im August 2013 in den &ldquo;Bl&auml;ttern f&uuml;r deutsche und internationale Politik&rdquo;. Eine um die strittigen Passagen gek&uuml;rzte Version k&ouml;nnen Sie <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2013\/august\/die-unterwanderte-demokratie\">hier nachlesen<\/a>.<br>\nWeitere Erl&auml;uterungen zu dem Fall sind <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21447\">folgendem Beitrag Werner R&uuml;gemers auf den &ldquo;Nachdenkseiten&rdquo; zu entnehmen<\/a>.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac-netzwerk.de\/fileadmin\/user_upload\/Gremien\/Wissenschaftlicher_Beirat\/Attac-Ru__gemer-Zimmermann.pdf\">Attac [PDF &ndash; 59.9 KB]<\/a> <\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Umstrittener Deal: Gabriel bewilligt R&uuml;stungsexporte in Milliardenh&ouml;he<\/strong><br>\nDie Empf&auml;nger sind Singapur, Saudi-Arabien, Algerien: Sigmar Gabriel hat nach SPIEGEL-Informationen umfangreiche R&uuml;stungsexporte in umstrittene Drittl&auml;nder genehmigt. Der Gesamtwert der Lieferungen betrug mehr als eine Milliarde Euro.<br>\nSigmar Gabriel ist f&uuml;r seine Kritik am Waffenhandel mit umstrittenen Empf&auml;ngerl&auml;ndern bekannt. Doch nach SPIEGEL-Informationen hat der SPD-Wirtschaftsminister in den ersten Monaten seiner Amtszeit selbst umfassende R&uuml;stungsexporte in diese L&auml;nder vorbereitet.<br>\nZwischen Januar und April dieses Jahres erteilte der Vizekanzler demnach Ausfuhrgenehmigungen im Gesamtwert von knapp 1,2 Milliarden Euro. Dies geht aus einem Schreiben seines Ministeriums an den Linken-Abgeordneten Jan van Aken vom 15. Mai hervor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum reduzierten sich damit die Genehmigungen zwar um rund ein Viertel. Allerdings stiegen die Bewilligungen f&uuml;r Exporte an jene kritischen Drittl&auml;nder, die nicht der EU oder der Nato angeh&ouml;ren, auf 649 Millionen Euro.<br>\nSpitzenreiter unter den Empf&auml;ngerl&auml;ndern der Exporte ist Singapur, auch Saudi-Arabien sowie das nordafrikanische Algerien geh&ouml;ren zu den Top Ten der Hauptprofiteure. Bei dem Export nach Singapur handelt es sich demnach um gebrauchte &ldquo;Leopard 2&rdquo;-Kampfpanzer aus Best&auml;nden der Bundeswehr.<br>\nGabriel hatte zuletzt mehrfach angek&uuml;ndigt, Exporte von Waffen und Kriegsger&auml;t in Zukunft restriktiver handhaben zu wollen. Noch Anfang Januar hatte er Altkanzler Helmut Schmidt beigepflichtet, es sei eine Schande, dass Deutschland zu den gr&ouml;&szlig;ten Waffenexporteuren der Welt geh&ouml;re. &ldquo;Ich bin f&uuml;r eine restriktive Haltung beim Waffenexport.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/ruestungsexporte-in-umstrittene-empfaengerlaender-von-gabriel-vorbereitet-a-969983.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Vorausgesetzt diese &bdquo;Spiegel&ldquo;-Information stimmt, w&auml;re es erneut ein Beleg f&uuml;r die Flexibilit&auml;t des SPD-Bundesvorsitzenden. Die NachDenkSeiten hatten mehrfach &uuml;ber Gabriels sehr variable Ansichten berichtet; u.a. hier: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21684#h09\">Deutschlands Gesch&auml;ft mit dem Tod<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21707#h04\">SPD sieht in EU-US-Freihandelsabkommen m&ouml;gliche Vorteile f&uuml;r Arbeitnehmer\/innen<\/a>. Macht sich Herr Gabriel angesichts seiner offensichtlichen Anpassungsf&auml;higkeiten keine Sorgen &uuml;ber seine Glaubw&uuml;rdigkeit?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bildungsaufsteiger: Der Weg nach oben<\/strong><br>\nWarum haben manche Leute auch bei schlechten Startchancen Erfolg im Bildungssystem, andere nicht? Wissenschaftler suchen nach Antworten, von denen P&auml;dagogen und Politiker lernen k&ouml;nnen. Was macht am Ende den Erfolg aus? El-Mafaalani hat beobachtet, dass Bildungsaufsteiger die Motivation f&uuml;r ein Studium selbst entwickeln m&uuml;ssen. W&auml;hrend in Akademikerhaushalten Bildung ein Wert an sich ist, m&uuml;ssen Aufsteiger erst erkennen, dass der Weg sich lohnen kann. Die Eltern reagieren dann oft skeptisch. Den Milieuwechsel ganz allein zu vollziehen sei daher kaum m&ouml;glich, sagt der Politik-Professor: &bdquo;Alle Interviewten hatten einen sozialen Paten. Jemanden, der ihnen das Selbstvertrauen gegeben hat, dass sie das auch schaffen k&ouml;nnen.&ldquo; In der Regel seien das reine Zufallsbegegnungen: Eltern von Schulfreunden, Nachbarn, Vorgesetzte, Parteifreunde.<br>\nEntscheidend sei, so ihr Kollege El-Mafaalani, aber auch, dass die jungen Menschen selbst entscheiden, an sich zu arbeiten, sich zu ver&auml;ndern &ndash; oft in einer emotionalen Krise. Einen konkreten Masterplan f&uuml;r den sozialen Aufstieg h&auml;tten seine Interviewpartner aber nicht gehabt: &bdquo;Ziel war nicht das Ende der sozialen Leiter, sondern immer die n&auml;chste Sprosse.&ldquo; Gefragt, ob man f&uuml;r den sozialen Aufstieg auch eine besondere Pers&ouml;nlichkeitsstruktur braucht, ist er vorsichtig. Nach seinen Studien entscheidet nicht unbedingt der Charakter &uuml;ber den Aufstieg &ndash; aber der Aufstieg ver&auml;ndert den Charakter. Denn zu einem Aufstieg in die Elite braucht man eine &bdquo;enorme Trennungskompetenz&ldquo;, wie er feststellt. Das alte Umfeld reagiert skeptisch bis ver&auml;rgert auf die Ver&auml;nderungen. Oft wird den Aufsteigern gar Verrat vorgeworfen. Familie und Freunde erkennen den geliebten Menschen einfach nicht mehr wieder.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/46892_46898.htm\">Magazin Mitbestimmung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Aladin El-Mafaalani spricht davon, dass den Aufsteigern aufgrund ihres ver&auml;nderten Verhaltens Verrat vorgeworfen wird. Diese Reaktion mag in manchen F&auml;llen zutreffen, ich pers&ouml;nlich habe eher das Gegenteil beobachtet: Den Stolz der Eltern und auch der Freunde &ndash; aber diese Beobachtung ist halt subjektiv und nicht wissenschaftlich gest&uuml;tzt. Wenn es denn zur Entfremdung kommt, liegt dies eher bei den Aufsteigern selbst, die sich von ihrem alten Umfeld distanzieren. Allerdings sollte man ber&uuml;cksichtigen, dass El-Mafaalani sog. &ldquo;Extremaufsteiger&rdquo; untersucht hat, &ldquo;die in einem bildungsfernen Elternhaus aufgewachsen sind und sich selbst &uuml;ber akademische Bildung in einer beruflichen Spitzenposition etabliert haben.&rdquo; Die Distanzierung erfolgt &ldquo;nicht nur &auml;u&szlig;erlich, sondern auch innerlich vom Herkunftsmilieu &ndash; ich bezeichne das als Habitustransformation&rdquo; so <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/HoPo\/art-1634-extremaufsteiger.php\">El-Mafaalani in einem Interview mit Jens Wernicke<\/a>. Dabei es geht nicht so sehr um eine pers&ouml;nliche Entscheidung des Aufsteigers, sondern um einen quasi zwangsl&auml;ufigen Anpassungsmechanismus. El-Mafaalani spitzt zu: &bdquo;F&uuml;r den Aufstieg m&uuml;ssen gerade die extremen Bildungsaufsteiger die Loyalit&auml;t zu ihrem alten Milieu weitgehend aufk&uuml;ndigen. Sonst geht es nicht.&ldquo; Leider kann diese Aufk&uuml;ndigung der Loyalit&auml;t nicht nur f&uuml;r die pers&ouml;nliche Umgebung Konsequenzen haben, sondern weit dar&uuml;ber hinaus.<\/em><\/p>\n<p><em>Als entscheidende Wende in der bundesrepublikanischen Gesellschaft wird h&auml;ufig auf den Sieg des Neoliberalismus hingewiesen, der sich auch in den K&ouml;pfen urspr&uuml;nglich linker\/alternativer Politiker und Gewerkschafter festsetzte. Man kann zwar Neoliberalismus sagen, aber entscheidend ist, dass das Kapital (auch durch seine wissenschaftlichen, politischen wie auch publizistischen Dienstleister) fast auf ganzer Linie gesiegt hat, dass es sich kl&uuml;ger angestellt hat. Dazu muss man nicht nach gro&szlig;artigen machiavellistischen Pl&auml;nen zu suchen. Das Kapital ist ganz offen vorgegangen, wie z.B. in der ganzen Gesetzgebung (im Wesentlichen Wettbewerbsrecht) um das europ&auml;ische Binnenmarktprojekt ersichtlich ist. Aber warum haben in den f&uuml;hrenden K&ouml;pfen der linken Institutionen nicht alle Alarmglocken gel&auml;utet?  Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass die Spitzen der klassischen Linken, der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften, nicht einfach durch neoliberales Gedankengut angekr&auml;nkelt waren, sondern dass ihr &ldquo;Verrat&rdquo; an der Arbeiterschaft  im Sinne El-Mafaalanis in der Realisierung einer &bdquo;enormen Trennungskompetenz&ldquo; liegt, die f&uuml;r ihren Aufstieg erforderlich war. Das Verhalten von Leuten wie Steink&uuml;hler, Schr&ouml;der, M&uuml;ntefering bis Fischer l&auml;sst sich dann als zwar extremes, aber klassisches Aufsteigersyndrom erkl&auml;ren. Geradezu augenf&auml;llig ist der Fall Gerhard Schr&ouml;der. &bdquo;Dass Schr&ouml;der als Genosse der Bosse galt, war ihm offensichtlich nicht peinlich&ldquo;, sagt El-Mafaalani. &bdquo;Er schien sich darin zu gefallen.&ldquo; Sch&ouml;n w&auml;re es, wenn es nur um Brioni-Anz&uuml;ge ginge. Dieser ungeheure Drang mit dazuzugeh&ouml;ren, hat zur Folge, dass man sich nicht nur dem &auml;u&szlig;eren Erscheinungsbild der da oben anpasst, sondern sich auch ihrer Gedankenwelt anpasst. Es war Peter von Oertzen, der sich gegen Ende seines Lebens ziemlich ungeschminkt zu Schr&ouml;der &auml;u&szlig;erte: &ldquo;Schr&ouml;der tickt ganz einfach, er will von den feinen, den reichen, den m&auml;chtigen Leuten anerkannt werden. Er ist ein aufstiegss&uuml;chtiger Plebejer voll schrecklicher Minderwertigkeitskomplexe. &hellip; das Projekt &lsquo;Sozialdemokratie&rsquo; ist nun erledigt. Man kann nicht gleichzeitig Gott dienen und dem Mammon. Schr&ouml;der glaubt, wenn ein Vorstandsvorsitzender nett zu ihm ist, hat er den Klassenkampf gewonnen. Der spinnt, das ist eine l&auml;cherliche Einsch&auml;tzung der realen Machtverh&auml;ltnisse.&rdquo; Die Frage ist nat&uuml;rlich, wie konnten solche Leute an die Spitze kommen. F&uuml;r El-Mafaalani liegt eine m&ouml;gliche Erkl&auml;rung darin, &ldquo;dass der Anpassungsdruck umso gr&ouml;&szlig;er ist, je undurchl&auml;ssiger die Gesellschaft ist.&rdquo; Aber dies ist nur die eine Seite. Zeitgeschichtlicht d&uuml;rfte sicherlich die folgenschwere Fehleinsch&auml;tzung Oskar Lafontaines zu nennen sein, aber auch die Basis muss verlockt, angekr&auml;nkelt sein von den &auml;u&szlig;erlichen Attributen der &ldquo;feinen Gesellschaft&rdquo;. Warum kann die Basis auch heute allzu h&auml;ufig nicht unterscheiden, welcher ihrer Aufsteiger vom Willen beseelt ist, die Gesellschaft zum Besseren zu gestalten oder wer da einfach seinem ganz privaten Ehrgeiz folgt?<\/em><\/p>\n<p><em>Sicherlich wird Geschichte in der Hauptsache nicht von Personen geschrieben, aber ich bin geneigt, den immer noch anhaltenden Niedergang der Sozialdemokratie ganz wesentlich einer bestimmten, ungl&uuml;cklichen Personenkonstellation zuzuschreiben: Die klassische &ldquo;Linke&rdquo;, die Sozialdemokratie ist am &ldquo;Verrat&rdquo; durchgeknallter, sich als Realpolitiker gerierenden, Aufsteiger zerbrochen und hat bis heute die Kraft verloren, eine glaubw&uuml;rdige gesellschaftliche Alternative  zu entwickeln. Dabei waren am Ende der Kohl-&Auml;ra viele W&auml;hler bereit, zumindest den Versuch mitzutragen, das Kapital wieder st&auml;rker in Pflicht zu nehmen. &ndash; Ungl&uuml;cklich nenne ich diese Konstellation, weil der Elitenforscher Michael Hartmann &ndash; ich verdanke diesen Hinweis Jens Wernicke &ndash; festgestellt hat, dass &ldquo;die wenigen Arbeiterkinder, die es ganz nach oben geschafft haben, immer noch relativ nah dran an der Meinung der Bev&ouml;lkerung [seien]. Sie finden die sozialen Unterschiede immerhin auch zu gut 61 Prozent ungerecht. Bei den Elitenangeh&ouml;rigen, die stattdessen in gut b&uuml;rgerlichen oder gar gro&szlig;b&uuml;rgerlichen Verh&auml;ltnissen aufgewachsen sind, sieht es dagegen vollkommen anders aus. Die Gro&szlig;b&uuml;rgerkinder halten die soziale Ungleichheit sogar mit einer <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/39\/39358\/1.html\">Mehrheit von mehr als zwei zu eins f&uuml;r gerecht<\/a>.&rdquo; In der Gesamtheit halten knapp drei Viertel der Bev&ouml;lkerung die sozialen Unterschiede hierzulande f&uuml;r ungerecht. Insofern ist es ein Ungl&uuml;ck, dass ausgerecht eine besonders angepasste Personenkonstellation nach der Kohl-&Auml;ra die Geschicke der SPD und Deutschlands bestimmte. &ndash; (Die Arbeit von Aladin El-Mafaalani ist <a href=\"http:\/\/www.kas.de\/wf\/doc\/kas_36606-544-1-30.pdf\">hier [PDF &ndash; 1.5 MB]<\/a> herunterzuladen)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>DGB-Bundeskongress 2014 beschlie&szlig;t: Gute Bildung f&uuml;r gute Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe<\/strong><br>\nDer DGB hat am heutigen Mittwoch auf seinem 20. Bundeskongress einstimmig die Leitlinien der gewerkschaftlichen Bildungspolitik f&uuml;r die kommenden vier Jahre beschlossen. &bdquo;F&uuml;r uns ist Bildung ein Menschenrecht und Grundpfeiler der Demokratie. Sie muss kulturelle, demokratische und soziale Teilhabe f&uuml;r alle sichern&rdquo;, betonte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. Stattdessen zementiere das deutsche Bildungswesen die soziale Auslese. &bdquo;Deutschland ist weit davon entfernt, gleiche Bildungschancen unabh&auml;ngig von der sozialen Herkunft zu garantieren&rdquo;, so Hannack weiter.<br>\nGenau das wollen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften &auml;ndern. In seinem Leitantrag spricht sich der DGB unter anderem f&uuml;r einen Rechtsanspruch auf Ganztagskrippenplatz und Ganztagsschulplatz, f&uuml;r eine Ausbildungsgarantie sowie eine bessere Ausstattung von Hochschulen und die Einf&uuml;hrung eines Weiterbildungsgesetzes aus. Auch will der DGB die Trennung zwischen beruflicher und akademischer Bildung &uuml;berwinden und ein gemeinsames Leitbild moderner Beruflichkeit entwickeln.<br>\nZum DGB-Beschluss 2014: <a href=\"https:\/\/schule.dgb.de\/++co++1f4d9c8e-db6b-11e3-a1a9-52540023ef1a\">Gute Bildung f&uuml;r gute Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe [PDF &ndash; 297 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Zur Gleichschaltung: googlet mal&hellip;<\/strong><br>\n&hellip; &ldquo;neben regierungschef arseni jazenjuk und dem deutschen diplomaten wolfgang ischinger versammelten sich&rdquo;.<br>\nDie haben alle denselben Text. Das sind unsere &ldquo;Qualit&auml;tsmedien&rdquo;. Ich denke, Albrecht M&uuml;ller hat v&ouml;llig recht. Man darf nicht nur, man muss, ja man kann gar nicht mehr anders als von Gleichschaltung der Medien sprechen. Der Text ist von der dpa-infocom, einer Tochter der Deutschen Presseagentur (dpa). Diese Firma stellt sich wie folgt auf ihrer Homepage vor:<br>\nDie dpa-infocom GmbH ist eine Tochter der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH und spezialisiert auf multimediale Informations-Dienstleistungen. dpa-infocom entwickelt und produziert ma&szlig;geschneiderte Inhalte und L&ouml;sungen f&uuml;r das Internet, den Mobilfunk und Printangebote. Dabei verbindet die dpa-infocom die Basisformate der dpa-Gruppe zu multimedialen &ldquo;ready-to-publish&rdquo;-Produkten. Sport-Daten und Info-Grafiken bieten &ldquo;standalone&rdquo; oder integriert nachrichtliche Mehrwertangebote.<br>\nSprich: diese Firma schreibt den Artikel, liefert Grafiken, Fotos, Filme. Und alle &ldquo;Qualit&auml;tsmedien&rdquo; bringen exakt dasselbe. Was hier steht, wird zur Wahrheit, weil es aus allen Kan&auml;len gleichzeitig schallt. Fast niemand erf&auml;hrt mehr von einer anderen Darstellung.<br>\nGesch&auml;ftst&uuml;chtig sind sie ja, die Neoliberalen. Denn statt diese Propagandakan&auml;le finanzieren zu m&uuml;ssen, lassen sie sich auch noch von den &ldquo;Qualit&auml;tsmedien&rdquo; daf&uuml;r bezahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.auchdieserschwachsinnmussinsinternet.de\/2014-05\/s1400362122\">&gt;b`s weblog<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Sahra Wagenknecht &ndash; Ludwig Erhard: Der Kompromisslose<\/strong><br>\nLudwig Erhard wollte Wohlstand f&uuml;r alle. Zu viel wirtschaftliche Macht hielt er f&uuml;r gef&auml;hrlich. Banken h&auml;tte er nicht mit Milliarden gerettet. Aus unserer Serie &bdquo;Die Weltverbesserer&ldquo;.<br>\nMarktgl&auml;ubige nehmen ihn gern f&uuml;r sich in Haftung, als einen, der dem Staat wenig und dem Markt nahezu alles zugetraut habe. Spiegelbildlich dazu galt er in der politischen Linken lange als b&auml;rbei&szlig;iger Gewerkschaftsfeind. Tats&auml;chlich ist Ludwig Erhard weit vielschichtiger als das teils verkl&auml;rende, teils entstellende Bild, das gew&ouml;hnlich von ihm gezeichnet wird. Ja, Erhard war entschiedener Anh&auml;nger eines marktbasierten Leistungswettbewerbs, der die Unternehmen durch harte Konkurrenz zu Innovation, steigender Produktivit&auml;t und verbesserter Qualit&auml;t zwingt. Mit dieser Perspektive betrieb er 1947 die Aufhebung der Preisbindung und das Ende der Zwangsbewirtschaftung. (&hellip;)<br>\nAber anders als die Marktgl&auml;ubigen unserer Tage hatte Ludwig Erhard begriffen, dass M&auml;rkte nur unter ganz bestimmten Bedingungen im gew&uuml;nschten Sinne funktionieren und es origin&auml;re Aufgabe des Staates ist, diese Bedingungen &ndash; auch im Konflikt mit dem Unternehmerlager &ndash; abzusichern. Denn Erhard wusste, &bdquo;den Gegenpol der wirtschaftlichen Freiheit stellt die Auspr&auml;gung wirtschaftlicher Macht dar&ldquo;. Deshalb sei &bdquo;gesetzlich sicherzustellen, dass die Vorz&uuml;ge der Wettbewerbswirtschaft nicht durch historisch erwiesene Nachteile einer bedenklichen Machtkonzentration aufgewogen werden&ldquo;. (&hellip;)<br>\nEine Politik, die marode Banken und ihre abstrusen Gesch&auml;ftsmodelle unverdrossen mit Milliarden subventioniert oder Familien und Mittelstand zwingt, die Energierechnung profitabler Konzerne mitzubezahlen, sollte sich jedenfalls nicht auf Ludwig Erhard berufen, dem ein von Lobbyisten gekaperter Nachtw&auml;chterstaat ein Graus war. 1951 legte Ludwig Erhard dem Bundeskabinett ein Kartellgesetz vor, das solche Fehlentwicklungen verhindern sollte. 1957, am Ende eines &bdquo;Siebenj&auml;hrigen Krieges&ldquo; wie der &bdquo;Spiegel&ldquo; damals titelte, verabschiedete der Bundestag ein &bdquo;Gesetz gegen Wettbewerbsbeschr&auml;nkungen&ldquo;, das nur noch ein Schatten des Erhardschen Entwurfes war. (&hellip;)<br>\nObwohl Ludwig Erhard berechtigte Forderungen der Gewerkschaften oft ziemlich br&uuml;sk zur&uuml;ckwies, hatte er eine klare Meinung vom Sinn der sozialen Marktwirtschaft: &bdquo;Der Tatbestand der sozialen Marktwirtschaft ist vielmehr nur dann als voll erf&uuml;llt anzusehen, wenn entsprechend der wachsenden Produktivit&auml;t echte Reallohnsteigerungen m&ouml;glich werden.&ldquo;<br>\nNach Agenda 2010 klingt das nicht, und ein Land, in dem die Reall&ouml;hne heute unterhalb des Niveaus des Jahres 2000 liegen und ein Viertel aller Besch&auml;ftigten in unsicheren Jobs f&uuml;r Niedrigl&ouml;hne schuftet, wandelt ganz sicher nicht auf den Spuren eines Ordnungspolitikers, der angetreten war, &bdquo;&uuml;ber eine breitgeschichtete Massenkaufkraft die alte konservative soziale Struktur&ldquo; &ndash; n&auml;mlich eine d&uuml;nne Oberschicht und eine breite Unterschicht &ndash; &bdquo;endg&uuml;ltig zu &uuml;berwinden&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/die-weltverbesserer\/ludwig-erhard-der-kompromisslose-12933218.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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