{"id":21788,"date":"2014-05-21T09:16:13","date_gmt":"2014-05-21T07:16:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788"},"modified":"2014-05-21T09:34:06","modified_gmt":"2014-05-21T07:34:06","slug":"hinweise-des-tages-2132","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h01\">&Uuml;berwindung der Krise in Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h02\">Europawahl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h03\">Credit Suisse: Too big to jail<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h04\">Ulrike Herrmann: Deutsche Bank &ndash; Der sch&ouml;ne Schein der Sicherheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h05\">TTIP<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h06\">Jan van Aken: Gabriel bewilligt R&uuml;stungsexporte in Milliardenh&ouml;he<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h07\">Durchschnittliche Stundenverdienste untersucht &ndash; Enorme Spanne zwischen Branchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h08\">Sozialpolitische Chronik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h09\">Am Ende bleibt der Lebensmittelgutschein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h10\">Wenn Selbstst&auml;ndige weniger als den gesetzlich gew&uuml;nschten Mindestlohn erwirtschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h11\">&bdquo;Wege zum bezahlbaren Wohnraum&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h12\">Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h13\">Migration und Flucht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h14\">Erdogan sieht sich nach dem  Minen-Ungl&uuml;ck neu aufflammenden Protesten gegen&uuml;ber<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h15\">Putin reist nach China: Russland tr&auml;umt von Asien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h16\">Mafia-Ausstellung: Eine etwas andere italienische Reise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788#h17\">Neuseeland &ndash; alles andere als ein Wohlstandsparadies<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21788&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>&Uuml;berwindung der Krise  in Europa<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Frank Bsirske: Ein neuer Weg f&uuml;r Europa<\/strong><br>\nEuropa steckt in der schwersten Krise seit Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Union. Bis zum Fr&uuml;hjahr 2013 befand sich die EU in einer schweren Rezession, deren Folgen f&uuml;r den Arbeitsmarkt noch immer sp&uuml;rbar sind. Die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie nie. Fast 26 Millionen Menschen haben zwischen Lissabon und Athen keine Arbeit. Damit ist jeder zehnte Europ&auml;er, jede zehnte Europ&auml;erin ohne Arbeit. Am schlimmsten trifft es den S&uuml;den des Kontinents. In Spanien und Griechenland ist jeder Vierte arbeitslos&hellip;<br>\nDie EU-Kommission feiert die aktuelle wirtschaftliche Erholung als einen Erfolg der Austerit&auml;tspolitik. Haushaltsk&uuml;rzungen und so genannte Strukturreformen h&auml;tten das Vertrauen europ&auml;ischer und au&szlig;ereurop&auml;ischer Investoren in die Zukunft des &bdquo;alten&ldquo; Kontinents gest&auml;rkt. In den Krisenl&auml;ndern h&auml;tten die &bdquo;Reformen&ldquo; die preisliche Wettbewerbsf&auml;higkeit der Exportsektoren verbessert.<br>\nDiese interessengeleitete Br&uuml;sseler Diagnose sch&ouml;nt den Blick auf die Realit&auml;t. Die deutlich verbesserten Handels- und Leistungsbilanzen der Krisenl&auml;nder sind in erster Linie auf den krisenbedingten R&uuml;ckgang der Einfuhren zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Insofern sind sie keine Fr&uuml;hindikatoren bl&uuml;hender Landschaften<br>\nSinkende und stagnierende L&ouml;hne haben den privaten Konsum abgew&uuml;rgt. Darunter leidet auch die Importnachfrage. Gleichzeitig verbesserte sich die preisliche Wettbewerbsf&auml;higkeit der Exportbranchen. In allen Krisenl&auml;ndern sinken aufgrund der schwachen Lohnentwicklung &ndash; in Portugal, Spanien und Irland auch aufgrund steigender Produktivit&auml;t &ndash; die Lohnst&uuml;ckkosten (Verh&auml;ltnis der Arbeitnehmerentgelte zur Produktivit&auml;t). Wenn die Unternehmen ihre sinkenden Kosten in niedrigere Preise weitergeben, k&ouml;nnen sie ihre Produkte im Ausland g&uuml;nstiger anbieten. Entscheidend ist nun die Frage, ob die positiven oder negativen Effekte sinkender Lohnst&uuml;ckkosten f&uuml;r die Entwicklung einer Volkswirtschaft &uuml;berwiegen.<br>\nIn kleinen L&auml;ndern mit hohem Exportanteil kann die Kostensenkungsstrategie aufgehen. Der positive Wachstumsbeitrag steigender Exporte &uuml;berkompensiert die schrumpfende Binnennachfrage. In L&auml;ndern mit geringer Exportquote wie Griechenland oder Spanien schw&auml;cht jedoch der Kaufkraftentzug das Wachstum&hellip;<br>\nEin Investitions- und Aufbauprogramm f&uuml;r Europa, eine europ&auml;isch koordinierte Wohlfahrtsstaats- und Steuerpolitik, ein gemeinschaftliches Schuldenmanagement und neue Regeln f&uuml;r die Finanzm&auml;rkte w&auml;ren Aufgaben f&uuml;r eine demokratisch gew&auml;hlte supranationale Wirtschaftsregierung, die demokratisch legitimiert sein muss. Jede weitere Demokratisierung der Europ&auml;ischen Union setzt zwangsl&auml;ufig eine unmittelbare St&auml;rkung des Europ&auml;ischen Parlaments voraus&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++555fcfd8-e019-11e3-a7e1-52540066f352\">Gegenblende<\/a>\n<p><strong>Dazu auch:<\/strong><\/p><\/li>\n<li><strong>Eurozone: Wirtschaftliche Erholung braucht Investitionen<\/strong><br>\n&hellip;An anderer Stelle macht die EZB allerdings genau das Gegenteil: Als Mitglied der Troika tr&auml;gt sie zusammen mit EU-Kommission und IWF dazu bei, dass in den Krisenl&auml;ndern Staatsausgaben und L&ouml;hne gedr&uuml;ckt werden. Die Folge: Nachfrage und Wirtschaftsleistung sind eingebrochen, die Preise sinken.<br>\nUm aus der Krise herauszukommen und eine wirklich stabile wirtschaftliche Erholung zu erreichen, brauchen wir einen Kurswechsel: Die Nachfrage muss gest&auml;rkt werden, damit Unternehmen wieder Auftr&auml;ge erhalten, die Wirtschaft w&auml;chst und Arbeitspl&auml;tze geschaffen werden. Anstatt die Eurozone tiefer in die Krise und in eine Deflation &bdquo;zu sparen&ldquo; brauchen wir eine Ausweitung der Investitionen&hellip;<br>\nEin Gro&szlig;teil der bisherigen Anti-Krisenpolitik von EU-Kommission, EZB und anderen zielt darauf ab, &bdquo;Strukturreformen&ldquo; zur Steigerung der &bdquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit&ldquo; durchzusetzen. Bislang haben diese Reformen vor allem dazu beigetragen, den Druck auf Arbeitnehmerrechte und L&ouml;hne zu erh&ouml;hen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/rubriken\/europaeische-integration\/artikel\/eurozone-wirtschaftliche-erholung-braucht-investitionen-400\/\">Internationale Politik und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><strong>Audio: Aufschwung in Griechenland?<\/strong><br>\nGeht es mit Griechenland aufw&auml;rts? Hat die Athener Regierung nicht neulich nach langem wieder Staatsanleihen ausgegeben? Von Aufschwung kann keine Rede sein, sagt der Wirtschaftsexperte Jens Bastian, der in Athen lebt.<br>\nK&uuml;rzlich hat die Athener Regierung erstmals seit langem wieder Staatsanleihen auf dem Kapitalmarkt ausgegeben und einen Prim&auml;r&uuml;berschuss ihres Staatshaushaltes nach Br&uuml;ssel gemeldet. Von einem Aufschwung merken die B&uuml;rger in Athen allerdings noch nicht viel, schildert der deutsche Wirtschaftsexperte Jens Bastian, der seit etwa 17 Jahren dort lebt. Die Arbeitslosigkeit ist immer noch erschreckend hoch, viele Privathaushalte verschuldet. Viele Menschen sind in Not geraten, wissen nicht, wie sie Lebensmittel, Medikamente und Strom zahlen sollen. Bastian hat als Mitglied der internationalen Task Force die griechischen Beh&ouml;rden und Banken beraten, wie sie die internationalen Kredithilfen m&ouml;glichst effektiv verwenden k&ouml;nnen. Einiges haben die Griechen mit gro&szlig;er Opferbereitschaft mittlerweile bereits erreicht, konstatiert Bastian. Doch was dem Land immer noch fehle, seien insbesondere Arbeitspl&auml;tze und Kredite f&uuml;r kleine und mittlere Unternehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/neugiergenuegt\/redezeit\/jensbastian100.html\">WDR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Ein hoch interessantes Interview, in dem Herr Bastian auch Auskunft &uuml;ber das (&ouml;konomische) Verh&auml;ltnis Deutschland und Griechenland sowie insbesondere &uuml;ber die Fragen &ldquo;Wie sehen die Griechen die Deutschen?&rdquo; und &ldquo;Wie ist die allt&auml;gliche Situation in Griechenland?&rdquo; gibt?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Europawahl<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wahlprogramme im Verst&auml;ndlichkeits-Check: CSU formuliert am deutlichsten &ndash; AfD kaum verst&auml;ndlich<\/strong><br>\nDeutschlands Parteien verspielen gr&ouml;&szlig;tenteils die Chance, den B&uuml;rgern Europa und die eigenen politischen Ziele durch ihre Wahlprogramme im Detail dazulegen. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Verst&auml;ndlichkeits-Check des Kommunikationswissenschaftlers Prof. Dr. Frank Brettschneider von der Universit&auml;t Hohenheim. Die h&auml;ufigsten Verst&ouml;&szlig;e gegen Verst&auml;ndlichkeits-Regeln: Fremd- und Fachw&ouml;rter wie &bdquo;Drug Checking&ldquo; (Linke), Denglish wie &bdquo;Transition-Town-Bewegung&ldquo; (Gr&uuml;ne), zusammengesetzte Monsterw&ouml;rter wie &bdquo;Umsatzsteuerkarusellbetrug&ldquo; (CDU) und ungez&auml;hlte Bandworts&auml;tze mit bis zu 50 W&ouml;rtern.<br>\nCDU liegt weit vor der AfD &ndash; zumindest bei der Verst&auml;ndlichkeit<br>\nWill man die Wahlprogramme entsprechend ihres Verst&auml;ndlichkeitsindexes auflisten, ergibt sich folgende Rangfolge:\n<ul>\n<li>CSU: 13,0<\/li>\n<li>CDU: 9,5<\/li>\n<li>SPD: 8,9<\/li>\n<li>B&uuml;ndnis 90 \/ Die Gr&uuml;nen: 7,7<\/li>\n<li>FDP: 7,5<\/li>\n<li>Linke: 6,8<\/li>\n<li>Alternative f&uuml;r Deutschland: 6,4<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gleichzeitig warnen die Kommunikationswissenschaftler davor, aus der Verst&auml;ndlichkeit auch auf die politische Qualit&auml;t der Parteiprogramme zu schlie&szlig;en: &bdquo;Die von uns gemessene formale Verst&auml;ndlichkeit ist nat&uuml;rlich nicht das einzige Kriterium, von dem die G&uuml;te eines Wahlprogramms abh&auml;ngt&ldquo;, bekr&auml;ftigt Claudia Thoms, Co-Autorin der Studie am Lehrstuhl von Prof. Dr. Brettschneider. Und Co-Autorin Lucie Buttkus formuliert noch verst&auml;ndlicher: &bdquo;Unfug wird nicht dadurch richtig, dass er formal verst&auml;ndlich formuliert ist. Und unverst&auml;ndliche Formulierungen bedeuten nicht, dass der Inhalt falsch ist.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/de\/news587903\">idw<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Und wo ist Europas Regierung?<\/strong><br>\nDie Wahlen zum Europ&auml;ischen Parlament sind ein Schritt in Richtung &ldquo;Nation Europa&rdquo;. Aber das transnationale Projekt ist erst komplett, wenn die Union eine voll funktionsf&auml;hige Regierung erh&auml;lt. Und das wird dauern.<br>\nWohin w&auml;hlen wir? Demn&auml;chst wird, zwar jeweils national organisiert, eine transnationale Versammlung gew&auml;hlt. Sie nennt sich stolz Europ&auml;isches Parlament, obwohl ein richtiges Parlament als Gegen&uuml;ber eine Regierung hat, die es einsetzt, kontrolliert und notfalls zum Teufel schickt &ndash; was aber hier wegf&auml;llt. Wohin also gehen die Stimmen der W&auml;hler und der Nichtw&auml;hler? F&uuml;r die k&uuml;nftigen Lebensnotwendigkeiten, globale Regimes f&uuml;r W&auml;hrung, Handel, Sozial- und Umweltstandards, Abr&uuml;stung, Unterwerfung der Finanzindustrie &hellip; &ndash; nirgends ein Akteur namens der Europ&auml;er. Ein fatales Zusammentreffen: Die mehrheitsf&auml;hige Geringsch&auml;tzung und Verachtung der EU-Einrichtungen f&auml;llt zusammen mit einem realen Abstieg Europas. Daher die Frage: Was ist der geeignete Handlungsraum, ein Verfassungsraum im Ma&szlig;stab der global bestimmenden M&auml;chte? Diese Frage verkannt zu haben ist das Versagen der kleinstaatlich sozialisierten Eliten. &hellip;<br>\nBeklagt wird allenthalben fehlende Kontrolle, Transparenz, Mitsprache. Aber das ist nur die H&auml;lfte des Elends der Demokratie. Kontrolle nutzt nur, wenn es Instanzen gibt, die handlungsf&auml;hig sind und die, eben weil folgenschwer gehandelt wird, beides brauchen: Ansto&szlig; und Kontrolle. Wo nicht im Nahverh&auml;ltnis Aug-in-Aug beraten und beschlossen wird, gilt: ohne Regierung kein demokratischer Prozess. Was in Europas Staatlichkeit am dringendsten fehlt, ist eine gemeinschaftsweite &Ouml;ffentlichkeit, ein Parlament mit voller Zust&auml;ndigkeit, und vor allem fehlt es am Projekt &ldquo;Regierung&rdquo;. Erst eine f&ouml;derale, in den globalen Weichenstellungen einheitlich handelnde Regierung erzeugt den Ernstfall, an dem der demokratische Prozess sich transnational entz&uuml;ndet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000001390437\/Und-wo-ist-Europas-Regierung\">derStandard<\/a><\/li>\n<li><strong>F&uuml;nf gute Gr&uuml;nde, zur Europawahl zu gehen<\/strong><br>\nDer Europawahlkampf verl&auml;uft schleppend, trotz gesteigertem Interesse am EU-US-Freihandelsabkommen, trotz Spitzenkandidaten der Parteien und trotz Verelendung immer weiterer Teile des Kontinents. Europa, so scheint es, zieht einfach nicht. Und doch gibt es (mindestens f&uuml;nf) gute Gr&uuml;nde, am Sonntag zur Wahl zu gehen.\n<ol>\n<li>Nur das Europaparlament kann den Marktradikalen in Rat und Kommission von innen heraus etwas entgegensetzen&hellip;<\/li>\n<li>Echte Ver&auml;nderungen wird es nur mit anderen Mehrheiten geben&hellip;<\/li>\n<li>Europa braucht nicht weniger, sondern mehr Demokratie&hellip;<\/li>\n<li>Gewinne f&uuml;r Rechtspopulisten und extrem Rechte w&auml;ren ein falsches Signal an die Herrschenden&hellip;<\/li>\n<li>Die Europawahl ist eine Abstimmung (auch) &uuml;ber das EU-US-Freihandelsabkommen&hellip;<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1385\">annotazioni<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Credit Suisse: Too big to jail<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>USA vs. Credit SuisseDie Verschw&ouml;rer<\/strong><br>\nDie Credit Suisse hat US-B&uuml;rgern Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet und muss jetzt eine Milliardenstrafe zahlen. Die Klageschrift betitelt die Schweizer als &bdquo;Verschw&ouml;rer&ldquo;. Der Chef der Bank darf trotzdem bleiben.<br>\nDas ist der Stoff, aus dem sonst Hollywood sch&ouml;pft: Aus US-Gerichtsdokumenten, die Handelsblatt Online vorliegen, geht hervor, dass die Schweizer Gro&szlig;bank Credit Suisse, die auch in Deutschland mit zahlreichen Niederlassungen vertreten ist, einer &bdquo;Verschw&ouml;rung&ldquo; beschuldigt wird. Ausdr&uuml;cklich sprechen die Ankl&auml;ger aus dem US-Justizministerium nicht nur wie in vergleichbaren F&auml;llen von Steuerhinterziehung, sondern davon, dass sich die Credit Suisse &bdquo;unrechtm&auml;&szlig;ig, freiwillig, vors&auml;tzlich und wissentlich verschworen&ldquo; habe, um ihren Kunden zu helfen, den USA Einkommensteuern vorzuenthalten. In den Dokumenten werden die Credit Suisse und ihre Gesch&auml;fte zum &bdquo;Kriminalfall&ldquo; erkl&auml;rt&hellip;<br>\nUm den Steuerstreit zu entsch&auml;rfen, muss sie die h&ouml;chste Geldstrafe in der Schweizer Bankengeschichte zahlen. Das nach der UBS zweitgr&ouml;&szlig;te Institut des Landes willigte ein, insgesamt mehr als 2,5 Milliarden Dollar auf den Tisch zu legen, wie das US-Justizministerium in der Nacht auf Dienstag mitteilte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/banken\/usa-vs-credit-suisse-die-verschwoerer\/9917758.html\">Handelsblatt<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Diesmal ist eine Bank nicht mit einer au&szlig;ergerichtlichen Einigung ohne Schuldanerkenntnis davon gekommen. Immerhin. Wenn es jedoch eine &bdquo;Verschw&ouml;rung&ldquo; gab, warum werden dann nicht auch die &bdquo;Verschw&ouml;rer&ldquo; vor Gericht gestellt? Und werden auch die Namen derjenigen ver&ouml;ffentlicht die mit Hilfe der CS ihre Steuern hinterzogen haben?<\/em><\/p>\n<p>Siehe dazu:<\/p><\/li>\n<li><strong>Too Big to Jail? Credit Suisse Bank Pleads Guilty to Decades of Tax Evasion, But Execs Avoid Prison<\/strong><br>\nEuropean banking giant Credit Suisse has pleaded guilty to helping American clients avoid paying taxes by concealing assets in illegal, undeclared bank accounts &mdash; becoming the largest bank to plead guilty to a criminal charge in 20 years. As part of the plea deal, Credit Suisse will pay about $2.6 billion in penalties and hire an independent monitor. But the bank will not be required to turn over the names of the Americans who used the bank&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.democracynow.org\/2014\/5\/20\/too_big_to_jail_credit_suisse\">Democracy Now<\/a><\/li>\n<li><strong>Schuld und S&uuml;hne<\/strong><br>\nNach Too big to fail richtet sich der Kampf jetzt gegen Too big to jail. F&uuml;nf Jahre nach dem H&ouml;hepunkt der Finanzkrise, in der Grossbanken reihenweise mit staatlichen Mitteln gerettet werden mussten, hat die &ouml;ffentliche Meinung in den USA gedreht. Im Notfall einzuspringen, aber die Schuldigen ungeschoren davonkommen zu lassen, wird nicht mehr toleriert. Diesen Druck gibt das amerikanische Justizdepartement weiter: &laquo;Keine Bank ist zu gross, um angeklagt zu werden&raquo;, lautet das Versprechen von Justizminister Eric Holder. Dies ist ein Bruch der langj&auml;hrigen Praxis. W&auml;hrend zwei Jahrzehnten war in den USA kein systemrelevantes Finanzinstitut strafrechtlich angeklagt worden. Als zu gross galt die Gefahr des potenziellen volkswirtschaftlichen Schadens. Doch nun sollen strafrechtliche Schuldbekenntnisse wieder als juristisches Instrumentarium eingesetzt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fuw.ch\/article\/schuld-und-suhne\/\">FuW<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Als Schweizer kann Ruedi Keller vielleicht zum <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21772#h06\">Schuldbekenntnis der Credit Suisse<\/a> vielleicht nichts anderes sagen, als dass die Bank zur falschen Zeit am falschen Ort st&uuml;nde. Die CS steht zwar nicht wegen ihrer Gesch&auml;ftspraktiken zur Finanzkrise vor Gericht, aber die Unterst&uuml;tzung zur Steuerflucht bleibt ein gravierender Rechtsversto&szlig;. Der Beweis, dass die USA &ldquo;Too big to jail&rdquo; nicht mehr duldet, wird erst dann erbracht, wenn auch US-Banken verurteilt werden. Hier haben sich die USA bisher bei ihren Gro&szlig;banken auf Geldstrafen beschr&auml;nkt, die diese anscheinend locker verkraftet haben. &ndash; Das &auml;ndert aber nichts daran, dass anscheinend die Emp&ouml;rung in Deutschland noch nicht so gro&szlig; ist, dass die deutsche Justiz mit &ldquo;Too big to jail&rdquo; aufr&auml;umt.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu passt:<\/strong><\/p><\/li>\n<li><strong>Alle wussten, was die Banker taten<\/strong><br>\nRoger Federer ist Botschafter der CS. Botschafter wof&uuml;r? F&uuml;r Leistung, Erfolg, Fairness? Oder f&uuml;r faule Tricksereien und Beihilfe zu Steuerbetrug? Was immer sich Federer dabei denkt, er tut nur das, was andere auch tun: wegschauen und kassieren. Der Vergleich in den USA richtet sich nicht alleine gegen die Credit Suisse. (CSGN 26.32 0.96%)&nbsp; Es ist die Abrechnung mit dem System Schweiz, das &uuml;ber Jahrzehnte fragw&uuml;rdige bis kriminelle Gelder ins Land lotste &ndash; mit dem Segen des politischen und gesellschaftlichen Establishments. Alle haben es gewusst. Die meisten haben mitgespielt. Viele haben mitprofitiert. Die Banker erledigten die Drecksarbeit. Politiker durch fast alle Parteien gaben ihnen R&uuml;ckendeckung.<br>\nZum Stillschweigekartell darf sich neben der Politik und dem Sport auch die Kulturszene z&auml;hlen. Vom Z&uuml;rcher Opernhaus &uuml;ber das Lucerne Festival, das Kunstmuseum Basel bis zum Zurich Film Festival &ndash; sie und viele mehr h&auml;ngen am Tropf der Credit Suisse. Geld stinkt nicht, also kassieren sie. Dass Rohner und Dougan abgel&ouml;st geh&ouml;ren, ist allen klar &ndash; ausser den beiden selbst. Mit den Fingern auf die b&ouml;sen Buben zu zeigen, ist aber zu billig, nachdem das Land ihr Gesch&auml;ftsmodell &uuml;ber all die Jahre gedeckt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wirtschaft\/unternehmen-und-konjunktur\/Alle-wussten-was-die-Banker-taten\/story\/22027216\">Tages-Anzeiger<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ulrike Herrmann: Deutsche Bank &ndash; Der sch&ouml;ne Schein der Sicherheit<\/strong><br>\nEs klingt gut: Die Deutsche Bank gibt neue Aktien aus. Bisher operiert das Institut wie ein gigantischer Hedgefonds und spekuliert mit fremdem Geld. Mit minimalem Aktienkapital will man maximale Gewinne einfahren. Falls Verluste eintreten, darf der Steuerzahler haften. Jetzt wird angeblich der &ldquo;Kulturwandel&rdquo; eingeleitet, von dem die beiden Chefs Jain und Fitschen seit zwei Jahren sprechen: 8 Milliarden Euro Eigenkapital will sich die Bank besorgen. Diese Summe wirkt stattlich &ndash; und ist l&auml;cherlich. Denn die Bilanzsumme der Deutschen Bank betr&auml;gt 1.637 Milliarden Euro. Umgerechnet bedeutet dies: Auch k&uuml;nftig wird das Eigenkapital nur 3,5 Prozent der Bilanzsumme ausmachen. Dies ist zu wenig, um Verluste aufzufangen.<br>\nEs handelt sich also um Kosmetik, weswegen ein Seitenaspekt zur eigentlichen Nachricht mutierte: Das K&ouml;nigreich Katar steigt bei der Deutschen Bank ein und wird 1,75 Milliarden Euro beisteuern. Es erscheint wie ein perfektes Symbol der Globalisierung, wenn sich &Ouml;lscheichs ausgerechnet bei jener Bank engagieren, f&uuml;r die es stets lukrativ war, ihr Deutschsein bereits im Titel zu tragen. Doch mit oder ohne Scheich: Die Deutsche Bank ist l&auml;ngst keine &ldquo;deutsche&rdquo; Bank mehr. So global wie ihr Gesch&auml;ft sind ihre Aktion&auml;re, die zu 50 Prozent aus dem Ausland stammen. Interessant ist eine andere Statistik: Die Aktion&auml;re der Deutschen Bank sind meist &ldquo;institutionelle Anleger&rdquo; &ndash; also oft andere Banken und Fonds. Es ist ein Teufelskreis: Nur Eigenkapital kann Banken vor einem Bankrott sch&uuml;tzen. Aber wenn dieses Eigenkapital von anderen Banken und Fonds stammt, dann springt die Krise trotzdem von einer Bank zur n&auml;chsten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F05%2F20%2Fa0080&amp;cHash=8cca8d4e9525ce5d60d36adff3be3712\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>TTIP<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Aktion: TTIP-Werbung der Bertelsmann-Stiftung stoppen<\/strong><br>\nDie Bertelsmann-Stiftung wirbt massiv f&uuml;r ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (TTIP). Zugleich ist der Bertelsmann-Konzern selbst m&ouml;glicher Nutznie&szlig;er des TTIP und unterst&uuml;tzt Lobbygruppen, die sich f&uuml;r das Freihandelsabkommen einsetzen. Die Stiftung verletzt damit ihren eigenen Grundsatz, nicht zu Handlungs- und Gesch&auml;ftsfeldern des Bertelsmann-Konzerns zu arbeiten.<br>\nIn diesen Tagen hat eine TTIP-Werbetour der Bertelsmann-Stiftung durch die USA begonnen. Das ist eine gute Gelegenheit, gegen die TTIP-Werbung der Stiftung zu protestieren.<br>\nFordern Sie den Vorsitzenden der Bertelsmann-Stiftung auf, das Engagement der Bertelsmann-Stiftung zum Thema TTIP zu beenden! Unterzeichnen Sie jetzt unseren offenen Brief.<br>\nHintergrund<br>\nDie Bertelsmann-Stiftung wirbt seit langem f&uuml;r ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU. Sie hat Studien ver&ouml;ffentlicht, bei deren Vorstellung einseitig die positiven wirtschaftlichen Effekte betont wurden. Der US-Ableger der Stiftung hat gerade eine TTIP-Werbetour in den USA gestartet. Finanziert und beauftragt ist die Stiftung f&uuml;r diese Tour &ndash; auch TTIP Roadshow genannt &ndash; von der EU-Kommission.\n<p>TTIP betrifft zugleich die Gesch&auml;ftsfelder des Bertelsmann-Konzerns. Die Stiftung ist selbst die Haupteigent&uuml;merin des Unternehmens und personell eng damit verbunden. Bertelsmann ist als internationales Medien- und Dienstleistungsunternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks sehr aktiv (in den USA etwa durch Penguin Random House). Sowohl die Liberalisierung von Dienstleistungen als auch die St&auml;rkung von geistigen Eigentumsrechten sind f&uuml;r ein global agierendes Medienunternehmen interessant. Bertelsmann ist also selbst ein m&ouml;glicher Nutznie&szlig;er von TTIP. In einer Stellungnahme hat das Unternehmen uns gegen&uuml;ber den Start der TTIP-Verhandlungen begr&uuml;&szlig;t. Der Konzern unterst&uuml;tzt auch seit Jahren als Mitglied das Transatlantic Policy Network, eine Lobbygruppe, die sich intensiv f&uuml;r ein transatlantisches Freihandelsabkommen einsetzt.<br>\nDie Vermischung der Stiftungsaktivit&auml;ten mit dem Unternehmensinteresse ist hochproblematisch.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/2014\/05\/aktion-ttip-werbung-der-bertelsmann-stiftung-stoppen\/\">LobbyControl<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Bertelsmann Stiftung erkl&auml;rte gegen&uuml;ber LobbyControl, dass man streng darauf achte, dass es nicht zu &Uuml;berschneidungen von Handlungs- und Gesch&auml;ftsfeldern zwischen Bertelsmann AG und Stiftung komme.<\/em><br>\n<em>Das mag formal korrekt sein, ist allerdings ziemlich lebensfremd. So war etwa der fr&uuml;here Vorsitzender des Vorstands der Bertelsmann Stiftung Gunter Thielen gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzende der Bertelsmann AG. Die Gattin des Stiftungsgr&uuml;nders Reinhard Mohn und Oberhaupt der Eigent&uuml;merfamilie, Liz Mohn, ist stellvertretende Vorsitzende des Vorstands und des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung und gleichzeitig &ndash; so testamentarisch verf&uuml;gt &ndash; Aufsichtsratsmitglied der Bertelsmann SE &amp; Co. KGaA und Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Dar&uuml;ber hinaus ist Liz Mohn Mitglied der Verwaltungsgesellschaft, <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-2A23B92F-0ADFD310\/bst\/hs.xsl\/9913_10138.htm\">die die Stimmrechte in der Hauptversammlung der Bertelsmann SE &amp; Co. KGaA aus&uuml;bt<\/a>.  <\/em><br>\n<em>Auch Dr. Brigitte Mohn ist Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung und gleichzeitig Gesellschafterin der Bertelsmann SE &amp; Co. KGaA sowie der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbh (BVG).<\/em><br>\n<em>Es ist lebensfremd, dass eine Stiftung, die mehr als drei Viertel der Kapitalanteile der AG h&auml;lt und dabei gleichzeitig personell eng verflochten ist, keinen Einfluss auf die AG aus&uuml;ben w&uuml;rde. <\/em><br>\n<em>Nach dem Tod des Firmenpatriarchen titelte die FAZ: &bdquo;Alle Macht f&uuml;r Liz Mohn und ihre Kinder&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Was die Bertelsmann-Stiftung macht, ist nur eine Seite im ganzen Vorgang. Etwas zu kurz kommt die Kommission, die z.B. diese TTIP-Roadshow der Bertelsmann-Stiftung finanziert. Der Witz ist doch der, dass eine jeder demokratischer Kontrolle entzogene lobbyges&auml;ttigte Kommission ein Projekt vorantreiben darf, ohne dass vorher in den Mitgliedsstaaten, in den Parlamenten, in der Wissenschaft und den Medien &uuml;ber Sinn und Zweck dieser Veranstaltung diskutiert wird &ndash; und zwar &uuml;ber einen angemessenen l&auml;ngeren Zeitraum. Leider hat dieses Verfahren Tradition. Auch beim Binnenmarktprojekt und der W&auml;hrungsunion wurde kein B&uuml;rger gefragt. Die Parlamente durften am Ende diese Projekte absegnen. Nachweislich hatten die meisten Parlamentarier kaum Kenntnisse zu dem, wor&uuml;ber sie abstimmten. Da ist einem die Schweiz doch sehr sympathisch. Auch wenn viele Entscheidungen eher konservativ zur&uuml;ckhaltend ausfallen, die Referenden zwingen Politik und Wirtschaft, dem W&auml;hler darzulegen, worum es geht. Die Kommission verweist gerne auf die von ihr in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Gutachten. Nur, die zum Binnenmarkt und zum Euro abgegebenen Gutachten wurden allesamt von der Realit&auml;t widerlegt. Sollte es nicht vielleicht damit zu tun haben, dass diese Gutachten letztlich Auftragsarbeiten waren. (Wer m&ouml;chte schon den gegenw&auml;rtigen und eventuell zuk&uuml;nftigen Geldgeber verprellen). Die TTIP-Roadshow erinnert doch allzu sehr an das Vorgehen der Kommission im Vorfeld der W&auml;hrungsunion, als sie an den Universit&auml;ten zuhauf wohldotierte Vortr&auml;ge zum Euro vergab &ndash; Hauptsache sie waren pro Euro. <\/em><br>\n<em>Aber selbst die von der Kommission in Auftrag gegebene Studie beim Londoner Centre for Economic Policy Research weist bei genauem Betrachten positive Effekte in einem fraglichen Messbarkeitsbereich auf. So soll durch das Freihandelsabkommen in der EU ein kontinuierliches h&ouml;heres Wirtschaftswachstum von rund 0,5 Prozent pro Jahr m&ouml;glich sein &ndash; ab 2029. Auf einer von der Kommission eigens eingerichteten Website f&uuml;r die B&uuml;rger, Fragen und Antworten zu TTIP, hei&szlig;t es: &ldquo;Der Studie zufolge beliefe sich der Profit f&uuml;r die Wirtschaft der EU auf 119 Mrd. EUR pro Jahr &ndash; dies entspricht einem j&auml;hrlichen Zusatzeinkommen von 545 EUR f&uuml;r den durchschnittlichen EU-Haushalt.&rdquo; Was hei&szlig;t das konkret: Das Einkommen f&uuml;r eine vierk&ouml;pfige Familie erh&ouml;ht sich in einen Zeitraum von 10 Jahren um 4,54 EUR. Toll! Dabei ist gar nicht ber&uuml;cksichtigt, wie sich dieses zus&auml;tzliche Einkommen sozial und regional verteilt. Was hei&szlig;t das, wenn Gabriel Felbermayr, Leiter des Bereichs Au&szlig;enhandel im Ifo-Institut meint, die europ&auml;ische &bdquo;Zollunion w&uuml;rde in gewisser Weise entwertet.&ldquo; Felbermayr rechnet damit, dass das Handelsvolumen zwischen Deutschland und den s&uuml;dlichen Eurol&auml;ndern um 30 Prozent sinken w&uuml;rde, das mit Frankreich um 23 Prozent. Der Handel zwischen Deutschland und Amerika w&uuml;rde sich dagegen fast verdoppeln. &ndash; Nur eines steht fest: Bestimmte Konzerne (der deutsche Mittelstand lehnt interessanterweise das Abkommen ab), das Kapital gewinnt, wie schon im Binnenmarkt. Wie schreibt Michael Knigge auf der Deutschen Welle in &ldquo;EU und USA wollen die ganz gro&szlig;e L&ouml;sung&rdquo;: Da Freihandelsabkommen &ldquo;w&uuml;rde aufgrund der Gr&ouml;&szlig;e der M&auml;rkte eine transatlantische Vereinheitlichung der Industriestandards und Zulassungsverfahren diese Regeln faktisch zum Weltstandard machen&rdquo;. Welch eine Verlockung!?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu passt die gestern von der Bundesregierung eingestellte Website:<\/strong><\/p><\/li>\n<li><strong>Freihandelsabkommen EU-USA: TTIP richtig verstehen<\/strong><br>\nSeit Mitte Juni 2013 verhandeln die EU und die USA &uuml;ber ein Freihandelsabkommen. Offiziell hei&szlig;t das Abkommen &ldquo;Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft&rdquo; (TTIP). Und das nicht ohne Grund. Der EU und den USA geht es um mehr als nur den Abbau von Warenz&ouml;llen. F&uuml;r Bundeskanzlerin Merkel ist das Abkommen ein &ldquo;Beitrag des 21. Jahrhunderts&rdquo; zur Weiterentwicklung der deutsch-amerikanischen Freundschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundesregierung.de\/Content\/DE\/Infodienst\/2014\/05\/2014-05-20-ttip\/2014-05-20-ttip-richtig-verstehen.html?nn=539856\">Die Bundesregierung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers B.M:<\/strong> Wieder wird mit vielen Detailinformationen am Kern der Kritik vorbeiargumentiert. Neben den warmen Worten von der Titelseite wird mit 29 Links so viel Informationsstaub aufgewirbelt, dass Transparenz garantiert unm&ouml;glich ist. &bdquo;F&uuml;r Bundeskanzlerin Merkel ist das Abkommen ein &bdquo;Beitrag des 21. Jahrhunderts&ldquo; zur Weiterentwicklung der deutsch-amerikanischen Freundschaft.&ldquo; hei&szlig;t es da und &bdquo;Ziel eines erfolgreich verhandelten TTIP-Abkommens ist ein transatlantischer Marktplatz, der den Handel zwischen Europa und den USA vereinfacht und weltweit Ma&szlig;st&auml;be setzt. Das hohe Schutzniveau in der EU steht nicht zur Debatte.&ldquo; Dieses Abkommen hat weder mit dem angestaubten Marktplatz Europa noch mit dem Schutzniveau in Europa zu tun. Es geht nur um Handel und Investitionen von privaten Marktteilnehmern und deren Ziele haben nichts mit der Gesellschaft oder sozialen Ma&szlig;st&auml;ben zu tun. Handel und Investitionen haben mit Profit und dessen Maximierung zu tun, bekanntlich Ziele, die sich bestens in einer marktkonformen Demokratie erreichen lassen. Warum taucht das nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) und seine Folgen wohl nirgends in den Premium-Medien des Mainstreams auf? K&ouml;nnte es sein, dass auch der angeblich unwissende B&uuml;rger ganz einfach eins und eins zusammenz&auml;hlte und Nein sagen w&uuml;rde? Wo Mist draufsteht und was nach Mist stinkt, da ist mit 100%iger Sicherheit auch Mist drin! &ndash; Also: wer lesen und\/oder riechen kann, wei&szlig; was sich hinter TTIP verbirgt: ein gro&szlig;er Haufen Mist!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wer sich die Texte vornimmt, k&ouml;nnte diese endlos auseinandernehmen. Hier nur kurz die Frage: Warum ist das Abkommen ein &ldquo;Beitrag des 21. Jahrhunderts&rdquo; zur Weiterentwicklung der deutsch-amerikanischen Freundschaft&rdquo;? Sprechen wir nicht von einem Projekt, das der ganzen Europ&auml;ischen Union zugutekommen soll? Also bitte, wenn schon, dann &ldquo;europ&auml;isch-amerikanische Freundschaft.&rdquo; Deutsch\/Amerikanisch, mein Gott, wie verr&auml;terisch. D&uuml;mmer kann man nicht klar machen, dass es vorrangig um deutsche Interessen, pr&auml;ziser um die Interessen des deutschen Kapitals geht.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Jan van Aken: Gabriel bewilligt R&uuml;stungsexporte in Milliardenh&ouml;he<\/strong><br>\nAm 15. Mai 2014 hat der Staatssekret&auml;r des Bundeswirtschaftsministeriums, Stefan Kapferer, in seiner Antwort auf die Anfrage von Jan van Aken Zahlen zu R&uuml;stungsexporten im Jahre 2014 mitgeteilt:\n<ul>\n<li>Vom 1.1. &ndash; 30.4.2014 wurden Einzelgenehmigungen im Gesamtwert von 1,177 Mrd. Euro f&uuml;r R&uuml;stungsexporte erteilt.<\/li>\n<li>Im Vergleichszeitraum 2013 waren es 1,533 Mrd. Euro, es gab also einen R&uuml;ckgang um 23 %.<\/li>\n<li>Der Anteil der R&uuml;stungsexporte in Drittl&auml;nder ist massiv gestiegen, von 34% im Vorjahreszeitraum auf jetzt 55 %.<\/li>\n<li>Unter den Top 10 Empf&auml;ngerl&auml;ndern finden sich 5 Drittl&auml;nder: Singapur (Platz 1), Korea (3), Brunei (4), Saudi Arabien (8), Algerien (9).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine Hochrechnung auf die Gesamtzahlen 2014 scheint nur schwer m&ouml;glich zu sein. Ein Blick auf die Zahlen von 2013 zeigt, dass der Wert der Exporte im gesamten Jahr mit 5,8 Mrd. weit &uuml;ber dem Wert lag, der sich aus den ersten vier Monaten errechnet h&auml;tte. Ob dies Zufall ist oder strukturelle Ursachen hat, l&auml;sst sich nicht einsch&auml;tzen.<br>\nIn der Antwort des Bundesministeriums f&uuml;r Wirtschaft hei&szlig;t es, dass der &bdquo;weitaus &uuml;berwiegende Teil der erteilten Genehmigungen &hellip; auf Entscheidungen der jeweiligen Bundesregierungen aus den vergangenen Jahren&ldquo; zur&uuml;ckgehen w&uuml;rde.<br>\nTatsache ist aber, dass all diese R&uuml;stungsexport-Genehmigungen im Wert von insgesamt 1,177 Mrd. Euro erst in diesem Jahr, unter Sigmar Gabriel erteilt wurden. Es hei&szlig;t w&ouml;rtlich in der Antwort: Es &bdquo;wurden seit dem 1. Januar 2014 Einzelgenehmigungen f&uuml;r die Ausfuhr von R&uuml;stungsg&uuml;tern wie folgt erteilt.&ldquo; Es geht hier nicht um tats&auml;chliche Lieferungen (die evtl. auf &auml;lteren Genehmigungen beruhen), sondern einzig und allein um jetzt erteilte Genehmigungen.<br>\nWorauf sich das Ministerium bezieht, wenn es auf fr&uuml;here Entscheidungen verweist, bleibt unklar, denn diese Entscheidungen wurden jetzt von Gabriel bzw. unter ihm gef&auml;llt. M&ouml;glicherweise sind hier fr&uuml;her erteilte Zusagen auf informelle Voranfragen gemeint. Diese haben aber keinen rechtsverbindlichen Charakter. Genau diese Frage war auch k&uuml;rzlich Thema beim Bundesverfassungsgericht. Wenn Sigmar Gabriel jetzt die Rechtsauffassung vertritt, Entscheidungen &uuml;ber Voranfragen w&uuml;rden ihn rechtlich binden, sagt er genau das Gegenteil von dem, was de Maziere am 15. April in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem BVerfG gesagt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/nachrichten\/gabriel-bewilligt-ruestungsexporte-milliardenhoehe\/\">Linksfraktion<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Durchschnittliche Stundenverdienste untersucht &ndash; Enorme Spanne zwischen Branchen<\/strong><br>\nJe nach Wirtschaftszweig verdienen Besch&auml;ftigte in Deutschland sehr unterschiedlich: In den Hochlohnbranchen &ndash; Energieversorgung oder Finanz- und Versicherungsdienstleistungen &ndash; liegen die Brutto-Stundenentgelte mehr als doppelt so hoch wie im Niedriglohnbereich, etwa im Gastgewerbe, Verkehr oder in der Lagerhaltung. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universit&auml;t Duisburg-Essen. Ein extremes Beispiel: Finanz- und Versicherungsdienstleister verdienen durchschnittlich 37,08 Euro pro Stunde; das ergaben Daten aus der Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2013. Im Gastgewerbe sind es hingegen nur 12,63 Euro. In allen Wirtschaftszweigen erhalten die Frauen deutlich weniger als die M&auml;nner. Die Spanne in der Finanz- und Versicherungsbranche ist besonders gro&szlig;: Hier bekommen Frauen nur 68,6 Prozent der M&auml;nnerverdienste.<br>\n&bdquo;Die enorme Spannweite l&auml;sst sich nur teilweise durch unterschiedliche Qualifikationen und T&auml;tigkeitsanforderungen erkl&auml;ren&ldquo;, stellt Prof. Dr. Gerhard B&auml;cker fest. Eine zentrale Rolle spielten die Wirtschaftskraft einzelner Branchen wie auch institutionelle Faktoren, z.B. Tarifvertr&auml;ge. Erfassen diese nur wenige Besch&auml;ftigte und Betriebe in einem Wirtschaftsbereich oder enthalten sie lediglich Minimalkompromisse, dann sind geringere L&ouml;hne und eine Ausbreitung des Niedriglohnsektors wahrscheinlich &ndash; wie im Dienstleistungsbereich zu beobachten. &bdquo;Dies kann zu gro&szlig;en Unterschieden zwischen gewerkschaftlich gut und weniger gut organisierten Branchen f&uuml;hren&ldquo;, warnt B&auml;cker.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/de\/news587225\">iwd<\/a>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140521_1.png\" alt=\"\" title=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Einkommen-Armut\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbIII2_Grafik_Monat_05_2014.pdf\">Sozialpolitik Aktuell [PDF &ndash; 106 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Sozialpolitische Chronik<\/strong><br>\nJohannes Steffen hat seine Sozialpolitische Chronik um einige seit September vergangenen Jahres in Kraft getretene gesetzliche &Auml;nderungen erg&auml;nzt; eine &Uuml;bersicht sowie das PDF-Gesamtdokument finden sich <a href=\"http:\/\/www.portal-sozialpolitik.de\/uploads\/sopo\/pdf\/Sozialpolitische-Chronik.pdf\">hier [PDF &ndash; 1,1 MB]<\/a>.\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> F&uuml;r alle, die sich &uuml;ber die &Auml;nderungen auf dem Feld der Arbeitslosenversicherung, der Rentenversicherung, der Krankenversicherung, der Pflegeversicherung, der Sozialhilfe und der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitssuchende interessieren, ein ganz wichtiges Dokument.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Am Ende bleibt der Lebensmittelgutschein<\/strong><br>\nWer Arbeit ablehnt, bekommt Hartz IV gestrichen. Das trifft vor allem unter 25-J&auml;hrige. Die Anzahl der Sanktionen ist zuletzt sogar deutlich gestiegen. Verfassungsrechtler kritisieren die Regelung&hellip;<br>\nWer unter 25 Jahre alt und erwerbsf&auml;hig ist, aber Arbeitslosengeld II (Hartz IV) bezieht, darf sich nicht vor der Arbeit dr&uuml;cken. Lehnt der junge Mann oder die junge Frau einen Job ab oder verweigert etwa eine Fortbildung, kann das Jobcenter sofort den Regelsatz von monatlich bis zu 391 Euro streichen. Bei der zweiten gravierenden Pflichtverletzung gibt es auch kein Geld mehr f&uuml;r Unterkunft und Heizung. Diese versch&auml;rften Sanktionen, die nur f&uuml;r unter 25-J&auml;hrige gelten, laufen drei Monate. Bei &auml;lteren Hartz-IV-Empf&auml;ngern werden die Leistungen schrittweise gek&uuml;rzt, bis das ALG II ganz wegfallen kann. Im Notfall gibt es dann auf Antrag Lebensmittelgutscheine im Wert von maximal 196 Euro, also der H&auml;lfte des Regelsatzes. Auch die Abschl&auml;ge f&uuml;r Stromzahlungen &uuml;bernimmt das Jobcenter &ndash; wenn eine Stromsperre droht&hellip; Danach wurden im Durchschnitt des vergangenen Jahres 8900 Anspruchsberechtigten Hartz IV komplett gestrichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/streichung-von-hartz-iv-am-ende-bleibt-der-lebensmittelgutschein-1.1962684\">SZ<\/a><\/li>\n<p><em><strong>Anmerkung H.Q.:<\/strong> Hierzu ein kleines Beispiel:<\/em><br>\n<em>Frau W. lebt mit ihrem 22j&auml;hrigen Sohn, beide ALG 2 Empf&auml;nger,  alleine in einer kleinen Wohnung, welche aber nach seinem Auszug vom Amt als zu gro&szlig; und teuer angesehen w&uuml;rde. Also bleibt der Sohn noch etwas dort wohnen. Sie selber erh&auml;lt ca. 480 &euro; Witwenrente.<\/em><br>\n<em>Der Sohn selber verf&uuml;gt &uuml;ber einen schlechten Hauptschulabschluss der der Klasse 9, eine Ausbildung hat er bis dato nur halbherzig auf Druck des JCs hin gesucht, ein konkretes Ausbildungsplatzangebot lehnt er ab, er wolle lieber arbeiten, statt Ausbildung. Seine Mutter hat auf sein Verhalten keinen Einfluss mehr, Arbeitsangeboten kommt der Sohn nicht nach, er zieht das Leben in seiner Clique in einem sozialen Brennpunkt vor.<\/em><br>\n<em>Seitens des JCs wird er nun per Eingliederungsvereinbarung gezwungen, da er sie nicht unterschreiben konnte, weil er zu den Terminen nicht erscheint, wurde sie ihm als Verwaltungsakt zugeschickt, ist also rechtlich g&uuml;ltig, an einer Ma&szlig;nahme zur Vermittlung in Arbeit teilzunehmen.<\/em><br>\n<em>Die Ma&szlig;nahme tritt er nicht an, nicht nur, weil er zum Arbeiten keine Zeit hat, sondern weil er sich sonst in seiner Clique vollkommen l&auml;cherlich machen w&uuml;rde.<\/em><br>\n<em>Sein Arbeitsvermittler streicht ihm daraufhin, s. &sect;30, SGB2,  die Regelleistung.<\/em><br>\n<em>Was passiert jetzt?<\/em><br>\n<em>Der Bedarfsgemeinschaft, also Frau W und ihrem Sohn, steht nach dem SGB2  Folgendes zu:<\/em><br>\n<em>391 &euro; f&uuml;r Frau W<\/em><br>\n<em>296 &euro; f&uuml;r ihren Sohn<\/em><br>\n<em>490 &euro; Grundmiete, je nach Stadt<\/em><br>\n<em>65 &euro; Heizkosten, je nach Stadt<\/em><br>\n<em>15 &euro; Warmwasserkosten, dezentrale Aufbereitung<\/em><\/p>\n<p><em>1227 &euro; komplett. Kindergeld bekommt der Sohn nicht mehr, da &uuml;ber 18 und nicht ausbildungsplatzsuchend.<\/em><br>\n<em>Das w&uuml;rde sich dann so lesen:<\/em><br>\n<em>Regelsatz Frau W: 391 &euro;<\/em><br>\n<em>Anteil KDU (Miete): 245 &euro;<\/em><br>\n<em>Anteil Heizkosten: 32,50 &euro;<\/em><br>\n<em>Anteil Ww: 8,75 &euro;<\/em><\/p>\n<p><em>Regelsatz Sohn: 296 &euro;<\/em><br>\n<em>Anteil KDU (Miete): 245 &euro;<\/em><br>\n<em>Anteil Heizkosten: 32,50 &euro;<\/em><br>\n<em>Anteil Ww: 6,25 &euro;<\/em><\/p>\n<p><em>Von den 1227 &euro; werden allerdings die 480 &euro; Witwenrente, um 30 &euro; Versicherungspauschale bereinigt, also 450 &euro;, abgezogen.<\/em><br>\n<em>Das liest sich dann wie folgt:<\/em><br>\n<em>Regelsatz Frau W: 0 &euro;<\/em><br>\n<em>Regelsatz Sohn:  237 &euro;<\/em><\/p>\n<p><em>Gestrichen werden die 237 &euro; des Sohnes, Frau W muss ihren Sohn dann von den 450 &euro; &ndash; sie verwendet die 30 &euro; f&uuml;r Versicherungen &ndash; f&uuml;r 3 Monate  mitern&auml;hren. Es k&ouml;nnen (!), nicht m&uuml;ssen, Lebensmittelgutscheine in H&ouml;he von 48 % der Regelleistung des Sohnes, durch das JC gegeben werden.<\/em><br>\n<em>Wird bei einer 2. Sanktion, dem Sohn ist es egal, er pennt sowieso meistens bei der Freundin, zum Essen kommt er nach Hause, auch noch sein Mietkostenanteil gestrichen, muss Frau W sich und ihren Sohn von 450 &euro; plus 286 &euro; ern&auml;hren sowie die Miete zahlen, es gibt keine Lebensmittelgutscheine mehr.<\/em><br>\n<em>Also 1227 &euro; Existenzminimum dem 736 &euro; in Geld gegen&uuml;ber stehen.<\/em><br>\n<em>Nachdem sie das zweite Mal die Miete nicht komplett &uuml;berwiesen hat, droht der Vermieter mit R&auml;umungsklage.<\/em><br>\n<em>Das ist die Realit&auml;t von Hartz 4. Um den Sohn zu packen, werden die Eltern massiv unter Druck gesetzt. In welchem Verh&auml;ltnis steht das zu dem Prinzip der Sozialhilfe, dass Hilfebed&uuml;rftige aktiv dabei mithelfen m&uuml;ssen, von staatlichen Leistungen unabh&auml;ngig zu werden?<\/em>\n<\/p><li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wenn Selbstst&auml;ndige weniger als den gesetzlich gew&uuml;nschten Mindestlohn erwirtschaften<\/strong><br>\nDie Einkommen von Selbstst&auml;ndigen unterscheiden sich deutlich &ndash; teilweise reichen sie nicht aus, um den Lebensunterhalt bestreiten zu k&ouml;nnen. Rund 3 % der Selbstst&auml;ndigen nehmen daher staatliche Leistungen auf der Basis des SGB II in Anspruch. Laut Bundesagentur f&uuml;r Arbeit z&auml;hlten 126.985 Selbstst&auml;ndige im Jahr 2013 zu diesen sogenannten &ldquo;Aufstockern&rdquo;, wobei ihr durchschnittlicher Stundenverdienst nach Berechnungen des Instituts f&uuml;r Mittelstandsforschung (IfM) Bonn bei 6,70 &euro; netto lag. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 geh&ouml;rten zu dieser Gruppe nur 72.171 Personen. K&ouml;nnen Selbstst&auml;ndige nicht von ihrer T&auml;tigkeit leben, liegt dies nach Untersuchungen des IfM-Bonn nicht nur daran, dass es keine ausreichende Marktnachfrage nach dem jeweiligen Produkt- oder Leistungsangebot gibt. Vielmehr sind auff&auml;llig viele Selbstst&auml;ndige, die auf Grundsicherung angewiesen sind, in den Wirtschaftsbereichen zu finden, die besonders vom Strukturwandel betroffenen sind. Hierzu z&auml;hlen sowohl der distributive Sektor als auch Kunst und Kultur, Erziehung, Unterricht, Pflege und Betreuung. &ldquo;Auch Ausgliederungen in der Privatwirtschaft f&uuml;hren h&auml;ufig zu einer Verlagerung der Risiken auf schw&auml;chere Schultern &ndash; was beispielsweise bei den kleinen Selbstst&auml;ndigen im Medienbereich und im Logistiksektor zu unsicheren und niedrigeren Einkommen f&uuml;hrt&rdquo;, berichtet die Pr&auml;sidentin des IfM Bonn Prof. Dr. Friederike Welter. &ldquo;Die Auswertungen haben auch gezeigt, dass Selbstst&auml;ndige erst nach gut 3 bis 5 Jahren selbstst&auml;ndiger T&auml;tigkeit staatliche Unterst&uuml;tzung beantragen. Dies spricht daf&uuml;r, dass ihnen bei ihrem Start zun&auml;chst ausreichend finanzielle Reserven zur Verf&uuml;gung stehen. Diese werden jedoch mit der Zeit aufgebraucht. Dagegen haben wir keine Hinweise darauf gefunden, dass speziell Gr&uuml;ndungen aus der Arbeitslosigkeit in die Erwerbsarmut f&uuml;hren.&rdquo; Daneben k&ouml;nnen aber auch pers&ouml;nliche Lebensumst&auml;nde und Schicksalsschl&auml;ge miturs&auml;chlich sein, wenn Selbstst&auml;ndige nicht von ihrer Arbeit leben k&ouml;nnen. So finden sich unter den Aufstockern zahlreiche Hauptverdiener, die zugleich Kinder betreuen oder gesundheitlich erheblich eingeschr&auml;nkt sind: Der IfM-Studie zufolge kommen 31 % der Leistungsbezieher auf eine w&ouml;chentliche Arbeitszeit von maximal 10 Stunden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/de\/news586709\">iwd<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>&bdquo;Wege zum bezahlbaren Wohnraum&ldquo;<\/strong><br>\nDr. Anja Szypulski, Fakult&auml;t Raumplanung, TU Dortmund<br>\nVortrag auf der 24. Konferenz<br>\n&ldquo;F&uuml;r mehr soziale Gerechtigkeit in der Region&rdquo;,<br>\nOsnabr&uuml;ck 26. April 2014<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kooperationsstelle-osnabrueck.de\/fileadmin\/user\/Aktivitaeten\/Sozialkonferenzen\/24._OSK\/Vortrag_Szypulski-Bezahlbarer_Wohnraum.pdf\">Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften in Osnabr&uuml;ck [PDF &ndash; 803 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Der Vortrag von Frau Dr. Szypulski war sehr interessant. Vorhandene Ankn&uuml;pfungspunkte bezogen auf die konkrete Situation in Osnabr&uuml;ck sind jedoch in den anschlie&szlig;enden kleinen Diskussionsrunden zu selten genutzt worden.<\/em><br>\n<em>Stattdessen konnten die interviewten Gespr&auml;chsg&auml;ste ihre Projekte mehr oder weniger unkritisch vortragen. Auff&auml;llig war das insbesondere im Umgang mit dem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Osnabr&uuml;cker Jobcenters, da Nachfragen &ndash; angeblich aus Zeitmangel &ndash; kaum zugelassen wurden. Dann h&auml;tten jedoch die Fragen des Interviewers deutlich kritischer sein m&uuml;ssen.<\/em><br>\n<em>Erschwert worden ist die soziale Wohnraumsituation in Osnabr&uuml;ck:<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>Durch den Verkauf der Osnabr&uuml;cker Wohnungsbaugesellschaft (OWG) vor einigen Jahren; siehe dazu u.a. hier: Verkauf der OWG erfolgte <a href=\"http:\/\/www.osnabrueck.de\/76477.asp\">gegen die Stimmen von SPD und GR&Uuml;NEN<\/a> sowie <a href=\"http:\/\/www.noz.de\/archiv\/vermischtes\/artikel\/111722\/kuchenstucke-kommen-auf-den-markt;\">Kuchenst&uuml;cke kommen auf den Markt<\/a>.<\/em><\/li>\n<li><em>Inzwischen ist relativ viel Bauland f&uuml;r Wohnraum mittlerer bzw. h&ouml;herer Preislagen geschaffen worden. Auf die sinngem&auml;&szlig;e Frage wie er denn dazu stehe antwortete der amtierende Vorstand f&uuml;r St&auml;dtebau, Otte, -recht lapidar- dass er zu der Zeit noch nicht im Amt gewesen sei.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Wo und wie nun bezahlbarer Wohnraum insbesondere f&uuml;r finanziell Schwache in Osnabr&uuml;ck geschaffen werden kann, blieb weiterhin offen. Die Stadt arbeite derzeit an einem entsprechenden Handlungskonzept.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Ukraine<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>&bdquo;Der Antagonismus wird bleiben&ldquo;<\/strong><br>\nDer Konflikt w&auml;re sicherlich vermeidbar gewesen. Der grunds&auml;tzliche Fehler aller Beteiligten lag darin, dass sich im vergangenen Jahr die Annahme durchsetzte, die Ukraine m&uuml;sse sich zwischen der EU und dem Assoziationsabkommen einerseits und Russland und der Eurasischen Zollunion andererseits entscheiden&hellip;<br>\nEine Beilegung der Krise ist prinzipiell m&ouml;glich. Und ich hoffe, dass dies bald geschieht. Daf&uuml;r muss die Ukraine jedoch ihr politisches System &auml;ndern &ndash; hin zu einer st&auml;rkeren Dezentralisierung. Die  politische Macht muss breit gestreut sein. Interessensgruppen m&uuml;ssen daran gehindert werden, anderen ihre Entscheidungen aufzuzwingen. Sowohl Janukowitsch als auch seine Nachfolger haben diesen Fehler begangen. Sie haben versucht, das gesamte Land, nach den Interessen einer kleinen Gruppe zu regieren&hellip;<br>\nEine Auss&ouml;hnung zwischen dem Westen und Russland wird es kurzfristig nicht geben. Die USA und Russland befinden sich wieder in der Stimmung des Kalten Krieges. Das kommt in einer gegenseitigen Containment-Politik zum Ausdruck&hellip;<br>\nDeutschland kann aktiver seine eigenen Interessen vertreten. Es liegt eindeutig in Deutschlands Interesse, besondere Beziehungen zu Russland zu unterhalten. Berlin wird zuk&uuml;nftig mit gro&szlig;en Herausforderungen konfrontiert werden, weniger durch die Ukrainekrise, als vielmehr durch die Transformation Europas, in dem Deutschland momentan leider das einzige Land ist, das aktiv gestalten kann. Weder Frankreich, noch Gro&szlig;britannien oder ein anderer Staat sind dazu in der Lage. Die deutsche Politik ist zwar nicht gerade erpicht darauf &ndash; und auch nicht bereit &ndash; diese Last zu tragen, aber sie hat keine andere Wahl. In dieser Hinsicht sind gute Beziehungen zu Russland eine der S&auml;ulen, auf denen die deutsche F&uuml;hrungsrolle in Europa basieren sollte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/kommentar\/artikel\/der-antagonismus-wird-bleiben-397\/\">Internationale Politik und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><strong>Anspruch und Wirklichkeit amerikanischer Macht<\/strong><br>\nIn Washington ist die Ukraine-Krise auch ein Anlass, sich mit Zustand und Wahrnehmung amerikanischer Macht und der globalen Rolle der USA auseinanderzusetzen. Die Entwicklung wird dabei von vielen, insbesondere aber den Kritikern Pr&auml;sident Obamas, als schmerzliche Demonstration der Grenzen amerikanischen Einflusses wahrgenommen. Denn die amerikanische (Vor)Macht habe den Konflikt weder verhindern, noch bislang beenden k&ouml;nnen&hellip;<br>\n&bdquo;Das gesamte Modell unserer globalen F&uuml;hrungsrolle steht auf dem Spiel&rdquo;, erkl&auml;rte US-Au&szlig;enminister John Kerry auf einer Tagung zum 10. Jahrestag der NATO- und EU-Osterweiterung in Washington Ende April&hellip;<br>\nDoch die Realit&auml;t eingeschr&auml;nkter Macht (von Pr&auml;sident Obama weit bereitwilliger akzeptiert als von der Mehrheit in Washington) ist derzeit f&uuml;r viele Akteure in der US-Politik nur schwer ertr&auml;glich. Dabei geht der Selbstanspruch umfassender Verantwortung f&uuml;r die Gestaltung globaler Politik eine ungute Verbindung ein mit der Verunsicherung in Folge von Terroranschl&auml;gen, erfolglosen Kriegen im Irak und Afghanistan, einer katastrophalen Finanzkrise und der sichtbaren Verschiebung &ouml;konomischer Macht nach Asien. Amerika sieht sich umgeben von endlosen Krisen &ndash; ohne eine klare Vision eigener Priorit&auml;ten&hellip;<br>\nSelbst f&uuml;r Unterst&uuml;tzer des Pr&auml;sidenten wie Anne Marie Slaughter (ehemals Leitern des Planungsstabs im Au&szlig;enministerium und nun Pr&auml;sidentin der New America Foundation) beginnen erfolgreiche Bem&uuml;hungen, Putin zu stoppen, oft in Syrien&hellip;<br>\nObama sei angetreten, um Kriege zu beenden, nicht um sie zu beginnen. Aber, so die in Washington vielfach geteilte Annahme, &bdquo;wenn die USA auf Kugeln mit Worten antworten, werden Tyrannen ihre eignen Schl&uuml;sse ziehen, und das gilt auch f&uuml;r Verb&uuml;ndete&ldquo;. Die USA m&uuml;ssten bereit sein, &bdquo;die volle Verantwortung der Macht zu schultern&ldquo;. Ein Milit&auml;rschlag in Syrien &bdquo;w&uuml;rde den dortigen B&uuml;rgerkrieg m&ouml;glicherweise nicht beenden, aber er k&ouml;nnte den Ausbruch eines neuen B&uuml;rgerkriegs in der Ukraine verhindern&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/schwerpunkt-des-monats\/europaeische-ostpolitik\/artikel\/detail\/anspruch-und-wirklichkeit-amerikanischer-macht-399\/\">Internationale Politik und Gesellschaft<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Damit kein Missverst&auml;ndnis aufkommt: Wir weisen auf diesen Beitrag nicht hin, weil wir Verst&auml;ndnis f&uuml;r die inneramerikanische Debatte h&auml;tten, sondern im Gegenteil, um darzustellen, wie gro&szlig;machts&uuml;chtig und wie martialische die politische Debatte in den USA anl&auml;sslich der Ukraine-Krise verl&auml;uft.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Nato-Chef will Verteidigungspl&auml;ne &uuml;berarbeiten<\/strong><br>\nNeue Verteidigungspl&auml;ne, mehr Man&ouml;ver und &ldquo;angemessene Stationierungen&rdquo;: Die Nato muss nach den Worten ihres Generalsekret&auml;rs Anders Fogh Rasmussen auf eine &ldquo;v&ouml;llig neue Sicherheitslage in Europa&rdquo; reagieren. Entscheidungen sollen Anfang September beim Nato-Gipfel in Wales fallen, wie Rasmussen am Montag vor Journalisten in Br&uuml;ssel sagte.<br>\nMehr als 20 Jahre lang habe die Nato-Verteidigungsplanung auf der Annahme gegr&uuml;ndet, dass von Russland keine unmittelbare Bedrohung ausgehe. &ldquo;Aber jetzt haben wir die russische Doktrin erlebt, dass Russland sich das Recht nimmt, in anderen L&auml;ndern zu intervenieren, um die Interessen russischsprechender Gruppen zu sch&uuml;tzen&rdquo;, sagte Rasmussen weiter. &ldquo;Also m&uuml;ssen wir unsere Verteidigungsplanung aktualisieren, neue Verteidigungspl&auml;ne machen, mehr &Uuml;bungen haben und auch angemessene Stationierungen pr&uuml;fen.&rdquo; Es gehe darum, &ldquo;eine unberechenbarere Sicherheitslage zu ber&uuml;cksichtigen&rdquo;.<br>\nRasmussen forderte, die Nato-Staaten m&uuml;ssten den Trend sinkender Verteidigungsausgaben stoppen. &ldquo;In den vergangenen f&uuml;nf Jahren hat Russland seine Verteidigungsausgaben um zehn Prozent j&auml;hrlich erh&ouml;ht. Gleichzeitig haben wir drastische K&uuml;rzungen vor allem bei europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten gesehen, teilweise bis zu 40 Prozent. Wir k&ouml;nnen angesichts der neuen Sicherheitslage nicht so weitermachen.&rdquo; Er sei zuversichtlich, dass alle Regierungen dies einsehen: &ldquo;Unsicherheit ist sehr viel teurer.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/nato-rasmussen-fordert-neue-verteidigungsplaene-a-970345.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wer noch Zweifel an der interessengelenkten Versch&auml;rfung des Konfliktes mit Russland hatte, sollte diese nun ausger&auml;umt sehen. Kraus-Maffai &amp; Co werden sich angesichts solcher Statements die H&auml;nde reiben (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21772#h13\">und manch anderer wohl auch<\/a>). Und dies zeigt, dass zumindest Teile der &ouml;konomischen Eliten offenbar bereit sind einen Krieg zu riskieren, wenn es um ihre Rendite geht. Und wo die Mittel f&uuml;r gesteigerte R&uuml;stungsausgaben herkommen, kann man sich schon jetzt ausmalen, dann m&uuml;ssen halt wieder die Sozialbudgets gek&uuml;rzt werden.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Migration und Flucht<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>OECD-Ranking: Deutschland ist zweitbeliebtestes Einwanderungsland<\/strong><br>\nDeutschland ist f&uuml;r Zuwanderer erstmals attraktiver als Kanada und Australien. Laut der Industriel&auml;nderorganisation OECD kamen 2012 rund 400.000 dauerhafte Migranten in die Bundesrepublik. Nur die USA konnten diese Zahl toppen.<br>\nDeutschland ist zu einem der attraktivsten Zuwanderungsl&auml;nder der Welt geworden. Zum ersten Mal belegt die Bundesrepublik den zweiten Platz der beliebtesten Einwanderungsstaaten innerhalb des Industriel&auml;nderklubs OECD &ndash; unmittelbar hinter den USA. Damit hat Deutschland klassische Migrationsziele wie Kanada und Australien deutlich hinter sich gelassen, ebenso wie alle anderen europ&auml;ischen L&auml;nder. Das geht aus der am Dienstag ver&ouml;ffentlichten OECD-Untersuchung &ldquo;Migration Policy Debates: Is migration really increasing?&rdquo; hervor (<a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/berlin\/Is-migration-really-increasing.pdf\">hier im PDF-Format [PDF &ndash; 604 KB]<\/a>). 2009 hatte Deutschland in dieser Statistik lediglich den achten Platz belegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/oecd-deutschland-rueckt-auf-platz-zwei-der-zuwanderungsstaaten-a-970465.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung K.H.:<\/strong> Spiegel-Online und Zahlen ist so eine Sache. Aber es musste wohl eine Jubelmeldung her, also: &bdquo;OECD-Ranking: Deutschland ist zweitbeliebtestes Einwanderungsland&ldquo;. Und in der Tat ist der Anstieg der &bdquo;dauerhaften Migranten&ldquo; um 38 Prozent bemerkenswert, und Deutschland hat auch ein paar Pl&auml;tze gut gemacht. Aber ist es wirklich &uuml;berraschend, dass nach Deutschland absolut mehr Menschen einwandern als nach Belgien, &Ouml;sterreich oder in die Schweiz? Wohl kaum. Und siehe da: Wenn man die Migration in Relation zur Einwohnerzahl setzt, dann belegt Deutschland den 13 Platz &ndash; von 23 Staaten, die der Spiegel ausweist. Das ist dann nur noch m&auml;&szlig;ig gut. Die vorderen Pl&auml;tze belegen dann &uuml;brigens die Schweiz (mit Abstand), Norwegen und Australien.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Vor dem Sommer der Fl&uuml;chtlinge<\/strong><br>\nDie Zahl von Menschen, die unerlaubt nach Europa einreisen, nimmt stark zu. 2013 wurden nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex an den Au&szlig;engrenzen 107.000 Fl&uuml;chtlinge aufgegriffen &ndash; rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr, aber deutlich weniger als im Jahr des Arabischen Fr&uuml;hlings 2011. In diesem Jahr d&uuml;rften es allerdings erneut deutlich mehr werden: Seit Januar registrierte Frontex rund 42.000 illegale Grenz&uuml;bertritte. Die meisten von ihnen wurden in Richtung Italien auf dem Mittelmeer aufgegriffen. &ldquo;Wir gehen davon aus, dass im Sommer sehr hohe Zahlen erreicht werden&rdquo;, sagte der stellvertretende Direktor der EU-Grenzschutzbeh&ouml;rde Frontex, Gil Arias-Fern&aacute;ndez, am Mittwoch in Br&uuml;ssel. Grund f&uuml;r den Zuwachs sind nach Angaben der Grenzschutzagentur die schlechten Lebensbedingungen in vielen afrikanischen L&auml;ndern sowie Konflikte wie der in Syrien.<br>\nTeil der Frontex-Strategie ist es, die Fl&uuml;chtlinge mittelfristig m&ouml;glichst schon in den Herkunfts- oder Transitregionen aufzuhalten. Wie jetzt aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht, werden dabei die Staaten Nord- und Westafrikas st&auml;rker in die europ&auml;ische Migrationskontrolle eingebunden als bislang bekannt. Mit Tunesien, Libyen, &Auml;gypten und Marokko handelt Frontex derzeit &ldquo;Arbeitsabkommen&rdquo; aus. Mit ihnen und einer Reihe weiterer afrikanischen Staaten hat Frontex die Africa Frontex Intelligence Community (Afic) aufgebaut. In Rahmen dieser Analyseplattform werden unter anderem gemeinsame Lagebilder erstellt. Darin werden die Migrationsrouten in 23 afrikanische L&auml;nder, darunter selbst Kongo oder Kamerun, detailliert nachgezeichnet. &ldquo;Mit diesen Risikoanalysen &uuml;bernimmt die Agentur quasi geheimdienstliche T&auml;tigkeiten&rdquo;, sagt der Linken-Abgeordnete Andrej Hunko. &ldquo;Seit Jahren werden die L&auml;nder nord- und westafrika zu Br&uuml;ckenk&ouml;pfen der europ&auml;ischen Migrationsbek&auml;mpfung aufgebaut. In Tunesien etwa war Bewegungsfreiheit eine zentrale Forderung der Revolution. Doch heute helfen deutsche Polizisten dabei, diese zu unterbinden&rdquo;, so Hunko. Das sei &ldquo;eine sch&auml;bige Antwort auf den Arabischen Fr&uuml;hling&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=hi&amp;dig=2014%2F05%2F16%2Fa0073&amp;cHash=5c03efc1319c239fee8caad53a6da350\">taz<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist besch&auml;mend, dass nach dem Beschluss vor 14 Monaten, 5.000 syrische Fl&uuml;chtlinge aufzunehmen, erst letzten Donnerstag die letzten dieses Kontingents eintreffen konnten. Das n&auml;chste 5.000er-Kontingent wurde davon abh&auml;ngig gemacht, dass sich hiesige Verwandte an den Aufnahmekost beteiligten. <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F05%2F15%2Fa0161&amp;cHash=5154aa9c701eab444bc56f815cf68156\">Praktisch keiner konnte kommen<\/a>. Armselig! Inhuman, aber auch nicht auf der H&ouml;he der Zeit. &ndash; Alfred Pfabigan ist beim St&ouml;bern in alten B&uuml;cherbest&auml;nden auf einen Aufsatz von Umberto Eco gesto&szlig;en und war &ldquo;sprachlos &uuml;ber die knappe Lakonie, mit der Eco 1990 &ndash; 1 9 9 0 &ndash; den ganzen Migrationsdiskurs verworfen und einfach diagnostiziert hat, dass wir in einem Zeitalter der V&ouml;lkerwanderung leben.&rdquo; Lesen sie selbst:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ratlos in Zeiten der V&ouml;lkerwanderung<\/strong><br>\n&ldquo;Einwanderung&rdquo; &ndash; ein &ldquo;h&uuml;bscher Euphemismus&rdquo; &ndash; liege vor, &ldquo;wenn einige hunderttausend B&uuml;rger eines &uuml;berv&ouml;lkerten Landes sich aufmachen, in einem anderen Land zu leben &ndash; zum Beispiel die Italiener in Australien&rdquo;. Das k&ouml;nne man regeln, mit Zuwanderungsgesetzen, mit Ausweisungen gegen jene, die gegen Gesetze versto&szlig;en &ndash; eine V&ouml;lkerwanderung hingegen sei ein Naturereignis, &ldquo;ein weiteres Kapitel in der Geschichte des Planeten, der die Kulturen seit jeher im Gefolge gro&szlig;er Migrationsstr&ouml;me entstehen und vergehen sah&rdquo;. Die r&ouml;mischen Kaiser h&auml;tten Z&auml;une und W&auml;lle errichtet, ihre Legionen &ndash; das sind im Zeitalter der Soft Powers Entwicklungshelfer &ndash; in die Auswanderungsl&auml;nder gesandt, Vertr&auml;ge geschlossen, versucht, die illegalen Niederlassungen zu disziplinieren, das B&uuml;rgerrecht auf alle Untertanen des Reichs ausgedehnt, das sei alles erfolglos geblieben: Am Ende bildeten sich die r&ouml;misch-barbarischen Reiche, und die seien die Keimzelle unserer heutigen europ&auml;ischen L&auml;nder. Und in die Territorien des Nordens, die von den Nachfolgern der Barbaren bewohnt werden, ziehe eben der versteppende und verhungernde S&uuml;den. Und zwar nicht mit jener Gewalt des Einfalls der Germanen ins R&ouml;mische Reich und auch nicht mit der Heftigkeit der islamischen Expansion zu Beginn des Islams. Nein, &ldquo;diskrete, unterw&uuml;rfige Gr&uuml;ppchen&rdquo; k&auml;men und w&uuml;rden in einigen Jahrzehnten eine &ldquo;neue ethnische Mischung in den Ziell&auml;ndern&rdquo; bewirken &ndash; &ldquo;so wie einst in Sizilien eine nicht sehr gro&szlig;e Anzahl von Normannen einen blonden und blau&auml;ugigen Menschenschlag hinterlassen hat&rdquo;. Und dann schlie&szlig;t er: &ldquo;Die gro&szlig;en Wanderungen h&ouml;ren nicht auf. Was sich da vor unseren Augen abzeichnet, ist einfach eine neue Phase der afro-europ&auml;ischen Kultur.&rdquo; &hellip; der Mann hat vor 25 Jahren einen Trend erkannt, den zwar manche heute noch leugnen, der sich aber verst&auml;rkt hat. Und er hat einen Weg gefunden, diese unheilige Trias im Diskurs &uuml;ber massenhafte Zuwanderung zu umgehen: die der Apostel der humanit&auml;ren Verpflichtung, die der Kaufleute mit ihrer Notwendigkeit von Zuwanderung zur Stabilisierung maroder Sozialsysteme und die der Blutfetischisten, die &uuml;ber Umvolkung klagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1399462404070\/Ratlos-in-Zeiten-der-Voelkerwanderung\">derStandard<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>&ldquo;Kein Ungl&uuml;ck, sondern ein Massaker&rdquo; &ndash; Erdogan sieht sich nach dem<\/strong><br>\nMinen-Ungl&uuml;ck neu aufflammenden Protesten gegen&uuml;ber<br>\nNach dem Erfolg der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP bei den t&uuml;rkischen Parlamentswahlen war es ruhig um die Protestbewegung in der T&uuml;rkei geworden, die im letzten Jahr Ministerpr&auml;sident Erdogan herausforderte. Auch den Machtkampf mit der G&uuml;len-Bewegung schien die t&uuml;rkische Regierung f&uuml;r sich entschieden zu haben. Zahlreiche Staatsanwalte und Polizisten, die gegen den Erdogan-Clan wegen Korruption ermittelten, waren versetzt worden. Und nun gehen wieder tausende Menschen in t&uuml;rkischen St&auml;dten auf die Stra&szlig;e und liefern sich Stra&szlig;enschlachten mit der Polizei&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Kein-Unglueck-sondern-ein-Massaker-2192549.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Putin reist nach China: Russland tr&auml;umt von Asien<\/strong><br>\nJe h&auml;rter der Konflikt mit dem Westen wird, umso mehr wendet sich Russland dem Osten zu. Die Beziehungen des Kremls zu China, dem zweiten Schwellenland mit Veto-Macht im UN-Sicherheitsrat, sind zwar auch nicht frei von Unstimmigkeiten, aber immerhin besteht hier eine Chance, dass Putin Fortschritte vermelden kann &ndash; und sei es nur auf wirtschaftlichem Gebiet. Die Forderung nach mehr Gesch&auml;ften mit Asien und China geh&ouml;rt seit Wochen, seit man sich vom Westen missverstanden und bedr&auml;ngt f&uuml;hlt, zum Standardrepertoire im Moskauer Politbetrieb. Eine intensivere Verflechtung von Privatunternehmen l&auml;sst sich zwar nicht mit der Unterschrift von Staatschefs verordnen, aber was sich in Abkommen regeln l&auml;sst, sind die Beziehungen zwischen Staatskonzernen. So ist es m&ouml;glich, dass bei Putins Besuch in Schanghai neue R&uuml;stungsgesch&auml;fte genauso vorbereitet werden wie ein Ausbau von Rohstofflieferungen, etwa zus&auml;tzliche Erd&ouml;lverk&auml;ufe der staatlich kontrollierten Rosneft . Als Durchbruch k&ouml;nnte man es sogar bezeichnen, wenn sich Gazprom mit CNPC auf den Lieferpreis f&uuml;r Erdgas einigen w&uuml;rde. Ab 2018 m&ouml;chte der russische Konzern &uuml;ber eine noch zu bauende Pipeline 38 Mrd. m&sup3; ins energiehungrige China liefern: In vielen Abkommen wurde alles daf&uuml;r geregelt &ndash; bis auf den entscheidenden Punkt, den Preis. Nun hat China etwas geopolitischen R&uuml;ckenwind, um Gazprom Zugest&auml;ndnisse abzuringen: Es w&auml;re ein politisches Signal, wenn tats&auml;chlich die Unterschrift unter diesen Vertrag und nicht nur unter ein weiteres vorbereitendes Abkommen gesetzt w&uuml;rde. Auch f&uuml;r Gazprom w&auml;re das ein wichtiger Schritt, der aber keine strategische Wende bedeutet: 2013 lieferte der Konzern nach Europa immerhin 163 Mrd. m&sup3; Erdgas.<br>\nFalls Russland demn&auml;chst mehr Erd&ouml;l und Erdgas in den Osten liefern sollte, zementiert das allerdings auch die Ungleichgewichte in seiner Handelsstruktur. Diese Schieflage gegen&uuml;ber China ist &auml;hnlich ausgepr&auml;gt wie im Handel mit Europa. In den vergangenen Jahren schwankte der Anteil der Erd&ouml;lprodukte an allen russischen Ausfuhren ins Reich der Mitte zwischen 50% und 60%. Zu den Importen geh&ouml;rten hingegen zwischen 30% und 40% Maschinen und Technik. Russland k&ouml;nnte seine Rolle als zentraler Rohstofflieferant also ausbauen, aber die Wertsch&ouml;pfung f&auml;nde wieder woanders statt. Um daran etwas zu &auml;ndern, kann Moskau nicht im Ausland auf die Suche gehen, sondern muss bei der Wettbewerbsf&auml;higkeit der eigenen Industrie ansetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/wirtschafts-und-finanzportal\/russland-traeumt-von-asien-1.18304920?extcid=Newsletter_19052014_Top-News_am_Morgen\">NZZ<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Verschiedentlich wird die Hinwendung Russland zu China als selbstverst&auml;ndliche Alternative zur Westpolitik dargestellt. Zumindest die Chinesen haben sich bisher mit den offenen Armen schwer getan. Russland verhandelt mit China seit &uuml;ber 20 Jahren &uuml;ber Gaslieferungen. Bis zuletzt wurde &uuml;ber den Preis gefeilscht. Der Bau eine Pipeline wurde Herbst letzten Jahres deswegen von Gazprom gestoppt. Selbst wenn jetzt anl&auml;sslich Putins Besuch der auf 30 Jahre lautende Liefervertrag (38 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr) besiegelt wird, wird es dauern bis das Gas flie&szlig;t. Urspr&uuml;nglich sollte das neue Gas 2018 flie&szlig;en. Es kann also noch dauern, bis Russland seine Abh&auml;ngigkeit von der westeurop&auml;ischen Nachfrage teilweise reduzieren kann.<\/em><br>\n<em>Ein Zweites kommt hinzu: Mancher wundert sich, dass sich China in der Ukrainekrise nicht eindeutig auf die Seite Russlands gegen den Westen gestellt hat. (In der Zentralafrikanischen Krise waren sich beide wieder darin einig, den Vorschlag Frankreichs, Expr&auml;sident Fran&ccedil;ois Boziz&eacute; und andere Unterst&uuml;tzer der Anti-Balaka-Milizen mit Sanktionen zu belegen, im UN-Sicherheitsrat abzulehnen.) Abgesehen davon, dass China bisher immer eine Politik der &ldquo;Nichteinmischung in nationalstaatliche Angelegenheiten&rdquo; betrieben hat und um die Virulenz von Minderheitenfragen im eigenen Land (Tibet, Xinjiang) wei&szlig;, vertritt China starke wirtschaftliche Interessen in der Ukraine. Das chinesische Staatsunternehmen Xinjiang Production and Construction Corps hat 100.000 Hektar Agrarland in der N&auml;he von Dnjepropetrowsk gepachtet. Der Vertrag l&auml;uft 50 Jahre. Das ist allerdings nur der erste Schritt. Insgesamt will das Unternehmen der chinesischen Volksbefreiungsarmee drei Millionen Hektar in der Ostukraine bewirtschaften &ndash; <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/riesige-flaechen-china-kauft-ackerland-in-der-ukraine-auf\/8826952.html\">eine Fl&auml;che, die in etwa einem Viertel des gesamten Ackerlandes in Deutschland entspricht<\/a>.<\/em><br>\n<em>Nat&uuml;rlich wird bei Putins Besuch eine gewichtige Erkl&auml;rung abgegeben. Es sollen 43 Abkommen unterzeichnet werden. Geplant sind unter anderem der gemeinsame Bau eines gro&szlig;en Hubschraubers und eines Passagierflugzeugs, auch Kooperationen in der Weltraumtechnik. Man wird sehen, was am Ende herauskommt, aber in den genannten Kooperationen profitiert vor allem China. Selten trifft man auf ein Land mit einer so klar strukturierten Interessenpolitik (Ich meine dies durchaus als Kompliment) &ndash; innenpolitisch mit einem klaren Konzept f&uuml;r eine nachholende Entwicklung und au&szlig;enpolitisch in der Sicherung von M&auml;rkten von Afrika bis in die Ukraine. So geht es z.B. im Rahmen der Shanghai Cooperation Organisation (China, Russland, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan) vor allem darum landgest&uuml;tzte Transportwege f&uuml;r Energie und Rohstoffe zu sichern, um nicht mehr auf die von den USA kontrollierten Seewege von und zum Nahen Osten und nach Afrika angewiesen zu sein. Die chinesisch-russische Freundschaft basiert vor allem in der Gegnerschaft zu den USA. Manche w&uuml;rde auch sagen: der Eind&auml;mmung des US-Imperialismus. &ndash; Nat&uuml;rlich sind die Nationen kalte Monster, aber vergessen wir nicht, sowohl hinter der EU-Osterweiterung, den diversen globalen Handelsabkommen, als auch hinter den neuen Oligarchen in der Ukraine, Russland und Chinas steht nicht die Arbeiterschaft dieser L&auml;nder, sondern es erhebt sich das grausige Haupt eines ungeb&auml;ndigten, vorgestrigen Kapitals.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Mafia-Ausstellung: Eine etwas andere italienische Reise<\/strong><br>\nDie Mannheimer Foto-Ausstellung &bdquo;Tat\/Ort&ldquo; zeigt die Mafia, wie man sie selten sieht: Als Teil des italienischen Alltags, der sich in die Gesellschaft eingeschmuggelt hat. Die Pizzeria &bdquo;Wall Street&ldquo; in Lecco am Comer See, in der ein Boss aus Kalabrien die F&auml;den eines milliardenschweren Drogen- und Waffenhandels zog, bis er 1992 &bdquo;lebensl&auml;nglich&ldquo; bekam; zwei Edelbars in Rom in der Via Giulio Cesare und in der Via del Traforo, die Geldwaschanlagen waren, das aus Fellinis &bdquo;Dolce vita&ldquo; bekannte Caf&eacute; de Paris in der Via Veneto, das 2009 als &rsquo;ndrangheta-Besitz beschlagnahmt und 2011 von der &bdquo;Nationalen Agentur zur Verwaltung und Bestimmung konfiszierter G&uuml;ter&ldquo; wieder er&ouml;ffnet wurde, oder die Via Boito in Giussano, Provinz Monza und Brianza, wo der Clan des Capos Antonio Stagni mehrere Wohnungen besa&szlig;. Endlich die Panorama-Ansicht von Bardonecchia im Piemont, einem Wintersportidyll mit schneebedeckten D&auml;chern, das als erste norditalienische Gemeinde 1995 wegen Mafia-Infiltration unter Zwangsverwaltung gestellt wurde.<br>\nDie sachlichen Aufnahmen lassen nicht erkennen oder ahnen, dass die Orte von der organisierten Kriminalit&auml;t besetzt oder unterminiert sind. Die Mafia hat sich der gesellschaftlichen Normalit&auml;t angepasst und in den Wirtschaftskreislauf eingeklinkt. Unsichtbar ist sie pr&auml;sent. Erst die Bildunterschriften nehmen den Bildern die Unschuld, das Heimliche macht sie unheimlich. Die Ausstellung beantwortet Fragen, die fast jeder Italien-Tourist im Gep&auml;ck hat. Wie ist das mit der Mafia, die l&auml;ngst im Norden (auch in Deutschland) angekommen ist? Was muss ich bef&uuml;rchten? Bekomme ich etwas mit? Man erf&auml;hrt: Es reicht nicht, die Augen offen zu halten. Die rund f&uuml;nfzig Bilder sind eine italienische Reise, die, was Luigi Ghirri 1984 mit &bdquo;Viaggio in Italia&ldquo;, einem Manifest der Landschaftsfotografie, vorgelegt hat, kriminalistisch zuspitzt: Ansichten von vergessenen, verschwiegenen, verschwundenen Orten, die von Italiens dunkler Seite erz&auml;hlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/kunst\/mafia-ausstellung-eine-etwas-andere-italienische-reise-12919321.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wahrscheinlich k&ouml;nnte man auch zu Deutschland allm&auml;hlich eine &auml;hnliche Fotoausstellung machen: z.B. mit dem exklusiven Restaurant &ldquo;Pavarotti im Gildehaus&rdquo; am wichtigsten Platz in Erfurt &ndash; wenn man dem Buch &ldquo;Mafia Export&rdquo; des italienischen Mafiaexperten Forgione folgt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Neuseeland &ndash; alles andere als ein Wohlstandsparadies<\/strong><br>\nIn Europa gibt es wieder Forderungen nach einer st&auml;rkeren Liberalisierung der Wirtschaft, z.B. in Form einer Deregulierung der Arbeitsm&auml;rkte oder einer Privatisierung staatlicher Aufgaben. Welche Folgen dies f&uuml;r die Besch&auml;ftigten haben k&ouml;nnte, l&auml;sst sich absch&auml;tzen, wenn man einen Blick auf die Folgen &auml;hnlicher Politiken in Neuseeland wirft. Hierzu z&auml;hlte unter anderem ein in den 1980er Jahren gestartetes umfassendes Programm, das in diesem Jahr seinen H&ouml;hepunkt in der Privatisierung der meisten Stromerzeuger fand. Von der Weltbank wird Neuseeland seit diesen Ma&szlig;nahmen regelm&auml;&szlig;ig als eine der &bdquo;unternehmensfreundlichsten &Ouml;konomien&ldquo; der Welt eingestuft.<br>\nDie Auswirkungen der Arbeitsmarktderegulierung sind ein Teil der &uuml;ber die letzten Jahrzehnte voran schreitenden und umfassenden Liberalisierungspolitik. Andere Beispiele betreffen die Deregulierung der Bauindustrie in den 1990er Jahren. Danach bestanden f&uuml;r die Bauunternehmen nur noch wenige Restriktionen hinsichtlich des f&uuml;r Neubauten verwendeten Baumaterials. Als Resultat dessen m&uuml;ssen nun Tausende H&auml;user aufgrund von Feuchtigkeitssch&auml;den grundsaniert werden. Die Kosten hierf&uuml;r werden auf &uuml;ber 11 Mrd. neuseel&auml;ndische Dollar gesch&auml;tzt (1 &euro; = 1,58 NZD). Von 1994 an wurde die Stromindustrie privatisiert und dereguliert und alleine in den letzten Jahren sind die Strompreise f&uuml;r die Verbraucher um 22 Prozent gestiegen. Grundlegende Versorgungsleistungen, wie das Luftverkehrs- und Eisenbahnwesen, wurden privatisiert und ausgeschlachtet. Schlie&szlig;lich musste der Staat die Unternehmen zur&uuml;ckkaufen und sanieren, um zu retten, was noch zu retten war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++ac85268a-df5d-11e3-82f0-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(OP\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-21788","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21788","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21788"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21788\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21795,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21788\/revisions\/21795"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21788"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21788"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21788"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}