{"id":21844,"date":"2014-05-26T16:49:01","date_gmt":"2014-05-26T14:49:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21844"},"modified":"2019-07-05T10:44:04","modified_gmt":"2019-07-05T08:44:04","slug":"analyse-der-europawahlen-in-griechenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21844","title":{"rendered":"Analyse der Europawahlen in Griechenland"},"content":{"rendered":"<p>Das Ergebnis der Europawahlen in Griechenland ist eine Art Vexierbild: Was man sieht, h&auml;ngt v&ouml;llig vom Blickwinkel des Betrachters ab. Die Regierungsparteien sehen etwas anderes als die linke Opposition. Und eine v&ouml;llig andere Optik entwickelt die Neonazi-Partei Chrysi Avgi, die nicht ganz &uuml;berraschend zur drittst&auml;rksten Partei geworden ist. Die Koalition aus ND und Pasok atmet erleichtert auf, weil sie die Gefahr sofortiger Neuwahlen abgewendet sieht. Das Volk habe den &bdquo;Umsturz&ldquo;-Plan der Opposition vereitelt, erkl&auml;rte Regierungschef Samaras. Diejenigen, die die Europawahl zu einem Plebiszit gegen die Regierung machen wollten, seien gescheitert. Damit meint er die st&auml;rkste Oppositionspartei, die linke Syriza. Von <strong>Niels Kadritzke<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nDagegen sieht Oppositionsf&uuml;hrer Tsipras seine Partei erstmals als st&auml;rkste politische Kraft im Lande best&auml;tigt. Entsprechend  interpretiert er den Wahlausgang als &bdquo;Auftrag zur Bildung eines breiten, patriotischen und fortschrittlichen B&uuml;ndnisses, das die n&auml;chsten Wahlen gewinnen wird&ldquo;. Entscheidend an dieser Aussage ist allerdings, dass Tsipras, der  noch am Vorabend der Wahlen den &bdquo;Exit&ldquo; der Regierung f&uuml;r den heutigen Montag angek&uuml;ndigt hat, keinen Fahrplan entwirft, sondern lediglich Parlamentswahlen &bdquo;so fr&uuml;h wie m&ouml;glich&ldquo; fordert.<\/p><p>Wie sehen die Zahlen aus, die den Regierungsparteien und der linken Opposition als Fundament f&uuml;r ihre gegens&auml;tzlichen Interpretationen dienen?<\/p><ol>\n<li>Klarer Sieger bei den Europawahlen ist die Syriza. Mit 26, 6  Prozent der Stimmen betr&auml;gt ihr Vorsprung vor der Nea Dimokratia 3,8 Prozent, was fast genau den Erwartungen der Parteif&uuml;hrung entspricht (dazu mein Vorwahlbericht vom letzten Freitag). Damit hat die Opposition ihr erstes erkl&auml;rtes Hauptziel erreicht. Das zweite erkl&auml;rte Ziel hat die Syriza dagegen verfehlt. Sie wollte mehr Stimmen erzielen als beide Regierungsparteien zusammen und damit die Forderung nach sofortigen Neuwahlen begr&uuml;nden. Dass dieses Ziel nicht erreicht wurde, liegt vor allem am unerwartet guten Abschneiden der Pasok (unter ihrem neuen Namen Elia).\n<p>Zu denken geben muss der Syriza aber vor allem, dass sie ihren Stimmanteil gegen&uuml;ber den nationalen Wahlen vom Juni 2012, der bei 26.8 Prozent lag, nicht mehr steigern konnte (und das, obwohl die Wahlbeteiligung bei den Europawahlen mit 58 Prozent um knapp 5 Prozent niedriger lag als im Juni 2012, was eigentlich der gr&ouml;&szlig;ten Oppositionspartei zugute kommen m&uuml;sste). Es ist zweifellos diese &bdquo;Stagnation&ldquo; im Kampf  um eine &uuml;berzeugende Mehrheit, die Tsipras dazu zwingt, nach diesem Wahlergebnis ein &bdquo;breites, patriotisches&ldquo; B&uuml;ndnis zu propagieren. Denn das proklamierte Ziel, eine &bdquo;progressive&ldquo; Regierung zu bilden, ist ohne neue B&uuml;ndnispartner offensichtlich nicht zu erreichen. Die Wahl vom 25. Mai bedeutet f&uuml;r die Syriza also vor allem den Auftrag, sich ernsthaft mit der immer wieder aufgeschobenen oder verdr&auml;ngten &bdquo;B&uuml;ndnisfrage&ldquo; zu befassen. Und dies auch innerparteilich, trotz zu bef&uuml;rchtender Kontroversen, auch gr&uuml;ndlich zu diskutieren.<\/p><\/li>\n<li>Die Nea Dimokratia ist mit 22,8 Prozent nicht nur unter ihren Erwartungen geblieben, sondern hat im Vergleich mit 2012 etwa 7 Prozent eingeb&uuml;&szlig;t. Das ist f&uuml;r Samaras ein starkes Warnsignal, das vor allem eines anzeigt: Der von der Regierung verbreitete Optimismus &uuml;ber einen unmittelbar bevorstehenden Wirtschaftsaufschwung wird von den W&auml;hlern nicht geteilt. Die erleben im Gegenteil, wie ihre Einkommen und &ndash; wichtiger noch &ndash; ihre finanziellen Reserven st&auml;ndig schrumpfen, w&auml;hrend von einer Belebung des Arbeitsmarkts weit und breit nichts zu sp&uuml;ren ist, von besser bezahlten Arbeitspl&auml;tzen ganz zu schweigen.\n<p>Deshalb beeilte sich Samaras, das Wahlergebnis auch als &bdquo;Botschaft&ldquo; zu interpretieren, die seine Regierung zu noch mehr &bdquo;Entschlossenheit&ldquo; und &bdquo;Verantwortungsgef&uuml;hl&ldquo; verpflichte. Damit k&uuml;ndigt der Regierungschef indirekt nicht nur eine Regierungsumbildung an (was in Griechenland erstaunlicherweise immer noch als eine Art Wundermittel zur Beschwichtigung oder Ablenkung der frustrierten W&auml;hler gilt), sondern auch st&auml;rkere &bdquo;soziale Akzente&ldquo;, die bislang eher symbolischer Art geblieben sind. Seine Hauptaussage war allerdings, dass Griechenland immer noch &bdquo;aufrecht&ldquo; stehe und den &bdquo;Alptraum&ldquo; abgewendet habe, den ein Sieg der Syriza dem Land gebracht h&auml;tte. D&uuml;rftiger kann man eine Niederlage nicht sch&ouml;nreden, aber dass Samaras diese Interpretation wagen kann, hat mit dem Abschneiden seines Koalitionspartners zu tun.<\/p><\/li>\n<li>Die Pasok ist unter ihrem neuen Namen Eli&aacute; (Olivenbaum) angetreten, der im Oktober von einem &bdquo;Gr&uuml;ndungsparteitag&ldquo; offiziell gemacht werden soll. Mit neuem Etikett erzielte sie bei den Europawahlen 8 Prozent der abgegebenen Stimmen. Das bedeutet gegen&uuml;ber der nationalen Wahl vom Juni 2012 (mit 12,3 Prozent) ein Verlust um mehr als ein Drittel. Geht man von ihrem stolzen Sieg im Oktober 2009 aus (43,9 Prozent), sind der Pasok damit  innerhalb von f&uuml;nf Jahren vier F&uuml;nftel ihrer W&auml;hler abhanden gekommen. Dieses Desaster kann die Parteif&uuml;hrung um Vize-Regierungschef Venizelos nur deshalb als Hoffnungszeichen wahrnehmen, weil sie nach den letzten Umfragen einen noch gr&ouml;&szlig;eren Absturz bef&uuml;rchtet hatte: Intern war bereits ein Resultat &uuml;ber 6 Prozent als relativer &bdquo;Erfolg&ldquo; deklariert worden. Das st&auml;rkere Abschneiden hat zweifellos mit der politischen &bdquo;Hinrichtung&ldquo; der linkssozialdemokratischen Dimar zu tun, die nur noch 1,2 Prozent der W&auml;hler (gegen&uuml;ber 6,2 im Juni 2012) &uuml;berzeugen konnte. Wirkung k&ouml;nnte aber auch die &bdquo;Drohung&ldquo; von Venizelos gezeigt haben, bei einer deutlichen Pasok-Niederlage aus der Regierung auszusteigen, was Neuwahlen bedeutet h&auml;tte. Wer diese Entwicklung vermeiden wollte (eine klare Mehrheit der Griechen scheut vor Neuwahlen zur&uuml;ck, zumal zu Beginn der Touristensaison), ohne die ND zu w&auml;hlen, stimmte wom&ouml;glich z&auml;hneknirschend f&uuml;r Elia &ndash; statt f&uuml;r die Dimar oder die &bdquo;neue Kraft&ldquo; namens Potami (siehe dazu meine Vorwahl-Analyse vom Freitag).\n<p>Zur echten Errungenschaft wurden die 8 Prozent W&auml;hlerstimmen f&uuml;r Pasok\/Elia aber nur, weil die Syriza als Ziel deklariert hatte, bei den Europawahlen unbedingt besser abzuschneiden als ND und Pasok zusammen. Dieser Fall w&auml;re eingetreten, wenn der kleine Koalitionspartner unter 4 Prozent geblieben w&auml;re. Das hat er durch seinen 8 Prozent-&bdquo;Erfolg&ldquo; abgewendet, obwohl die Regierung akkumuliert gegen&uuml;ber 2012 mehr als 11 Prozent ihres W&auml;hlerr&uuml;ckhalts verloren hat. <\/p>\n<p>Der &uuml;berraschende Beitrag der Pasok zur Rettung der Koalition wird die Stellung der Partei gegen&uuml;ber der ND zweifellos st&auml;rken. Daher d&uuml;rften die anstehenden Verhandlungen um eine Regierungsumbildung etwas komplizierter verlaufen, als sich Samaras das vorgestellt hat. Jedenfalls wird die Pasok k&uuml;nftig darauf achten, nicht wie ein entbehrlicher &bdquo;Mehrheitsbeschaffer&ldquo; f&uuml;r die Samaras-Truppe dazustehen, sondern mehr  eigene Akzente zu setzen. Einige Athener Beobachter gehen sogar so weit, eine nicht nur namentlich erneuerte Elia als potentiellen Partner in dem &bdquo;breiten, patriotischen&ldquo; B&uuml;ndnis der progressiven Kr&auml;fte zu sehen, das Alexis Tsipras seit Neuestem propagiert. Aber solche Spekulationen sind extrem verfr&uuml;ht.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Die Neonazis und die &uuml;brigen Parteien<\/strong><\/p><p>Der Vollst&auml;ndigkeit halber sei hier das Abschneiden der kleineren Parteien erw&auml;hnt, die die 3-Prozent-H&uuml;rde &uuml;berwunden haben: Die neue Formation &bdquo;To Potami&ldquo; des Journalisten Takis Theodorakis schnitt mit 6,6 Prozent der Stimmen schlechter ab als erwartet (vor allem von den Medien, die sie schon zur &bdquo;dritten Kraft&ldquo; hochgeschrieben hatten). Im Rahmen der Erwartungen blieb die KKE, die mit ihren alt-leninistischen Bekundungen immer noch  6, 1 Prozent der W&auml;hler &uuml;berzeugen konnte. Eine negative &Uuml;berraschung erlebte die rechtspopulistische Partei der &bdquo;Unabh&auml;ngigen Hellenen&ldquo; (ANEL), die mit 3,4 Prozent ihren Stimmenanteil gegen&uuml;ber 2012 (7,5 Prozent) mehr als halbiert sah. Ein Teil dieser Stimmenverluste kam zweifellos den Neonazis zugute, deren xenophobe Parolen die ANEL lediglich etwas &bdquo;zivilisierter&ldquo; artikuliert.<\/p><p>Das Erstarken der Neonazi-Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenr&ouml;te) zur drittst&auml;rksten Partei in Griechenland ist zwar schockierend, kommt aber nach der ersten Runde der Kommunalwahlen vom 18. Mai nicht &uuml;berraschend. Nachdem ihr Kandidat f&uuml;r das Rathaus von Athen &uuml;ber 16 Prozent der W&auml;hlerstimmen bekommen hatte, reagieren einige Beobachter sogar erleichtert, dass die ChA unter der 10-Prozent-Grenze geblieben ist. Das ist v&ouml;llig unangebracht: Die 9,3 Prozent bedeuten f&uuml;r die Neonazis eine Steigerung ihres Stimmenanteils gegen&uuml;ber den 6,9 Prozent von 2012 um mehr als ein Drittel (bei den Europawahlen 2009 lag ihr Anteil unter 0,5 Prozent).  Dieser Vormarsch der Rechtsextremisten ist umso beunruhigender, als inzwischen allen W&auml;hler viel klarer sein muss, welches Programm die paramilit&auml;risch organisierte Partei verfolgt, und mit welchen Mitteln. <\/p><p>Bemerkenswert bei diesem Ergebnis ist, dass die Hochburgen der ChA sich nicht auf die Innenst&auml;dte (insbesondere von Athen und Thessaloniki) beschr&auml;nken. Auch in der Provinz haben die Neonazis deutlich zugelegt. In traditionell &bdquo;rechten&ldquo; Wahlkreisen auf der Peloponnes und in Nordgriechenland kamen sie auf &uuml;ber 15 Prozent, was die Partei zu einer ernsten Bedrohung f&uuml;r die traditionellen Hochburgen der ND macht. Das d&uuml;rfte die Nea Dimokratie aber nicht besonders wundern, weil die Neonazis gerade in diesen Gegenden auf einem Humus gedeihen, den die lokale ND mit ihrem traditionell reaktion&auml;ren Wirken hinterlassen hat (dazu Genaueres in meiner Analyse der Aff&auml;re Baltakos vom 11. April). <\/p><p><strong>Ein Seitenblick auf die Kommunal- und Regional-Wahlen<\/strong><\/p><p>Samaras hat die Forderung der Syriza nach &bdquo;baldest m&ouml;glichen&ldquo; Neuwahlen auch mit dem Argument zur&uuml;ckgewiesen, dass seine Partei in der griechischen Provinz nach wie vor die dominante Kraft darstelle. Dieses Argument ist nur bedingt richtig und zudem durchaus zwiesp&auml;ltig. Das l&auml;sst sich an den Resultaten zeigen, die der zweite Durchgang der Kommunal- und Regionalwahlen beschert hat. <\/p><p>Es stimmt zwar, dass die Nea Dimokratia in 9 von 13 Regionen den neuen (oder alten) Pr&auml;fekten stellt. Aber in zwei dieser Regionen hat sie den Posten verloren (in der wichtigen Region Zentral-Mazedonien an einen ND-Dissidenten); und umgekehrt hat die Syriza erstmals zwei Pr&auml;fekturen gewonnen: auf den Ionischen Inseln in Westgriechenland und vor allem in Attika, wo &uuml;ber 30 Prozent der griechischen W&auml;hler zu Hause sind. In Attika konnte die Syriza-Kandidaten Rena Dourou in der Stichwahl den &bdquo;Titelverteidiger&ldquo; besiegen, einen aus der Pasok stammenden Veteranen. Dass eine linke Kandidatin in Attika &uuml;ber die H&auml;lfte der W&auml;hler f&uuml;r sich gewinnen konnte, ist der gr&ouml;&szlig;te Erfolg dieses Wahlsonntags &uuml;berhaupt. Dieser Sieg sollte, zusammen mit dem Achtungserfolg (48 Prozent), den der Syriza-Kandidat Sakellaridis f&uuml;r das B&uuml;rgermeisteramt von Athen gegen den Amtsinhaber Kaminis erzielen konnte, den Regierungsparteien eines gezeigt haben: Sie haben in den urbanen Regionen des Landes gegen die Syriza so lange keine Chance, wie die st&auml;dtischen Massen nichts von den &bdquo;Erfolgsgeschichten&ldquo; mitkriegen, die ihnen Samaras und seine Regierung st&auml;ndig als Zukunftsm&auml;rchen vorlesen. <\/p><p>Die erstaunlichen Erfolge von zwei ausgesprochen jungen Syriza-Kandidaten sind aber auch eine kritische Botschaft an die eigene Parteif&uuml;hrung. Die Fixierung auf das &bdquo;Plebiszit&ldquo; der Europawahlen ging mit einer relativen Vernachl&auml;ssigung der kommunalen und regionalen Wahlen einher, deren Bedeutung auch von Tsipras selbst h&auml;ufig heruntergespielt wurde. Das hatte einen doppelten Grund: Man sah auf dieser Ebene gegen viele der unabh&auml;ngigen und lokal verankerten Kandidaten keine gro&szlig;en Chancen, zugleich aber hatte man nicht den Mut, popul&auml;re und progressive Kandidaten wie Yiannis Boutaris, den B&uuml;rgermeister von Thessaloniki zu unterst&uuml;tzen. Mit der Folge, dass der Syriza-Kandidat im ersten Wahlgang sehr blass aussah und die Syriza-W&auml;hler im zweiten Wahlgang dann ohnehin zu Boutaris &uuml;berliefen.<\/p><p>Gerade auf kommunaler Ebene h&auml;tte die Syriza die Chance, jene B&uuml;ndnisse zu kn&uuml;pfen, die aus ihrer relativen Mehrheit &ndash; gegen&uuml;ber der ND &ndash; eine breite, regierungsf&auml;hige Mehrheit machen k&ouml;nnte, ohne die das Griechenland der Krise nicht zu regieren ist. Es ist die eine Sache, von einer &bdquo;breiten progressiven Mehrheit&ldquo; zu reden, wenn man feststellen muss, dass man als linke patriotische Bewegung in einer h&ouml;chst polarisierten Wahl noch immer an der 30-Prozent-Wand abprallt. Und es ist eine andere, sehr viel schwierigere Sache, sich als offener B&uuml;ndnispartner anzubieten, der eine gesellschaftliche Mehrheit organisieren will, die sich gerade auf kommunaler Ebene beweisen muss. <\/p><p>Die gro&szlig;e Chance zu einem entscheidenden Fortschritt in dieser Richtung hat das Oberste Gericht Griechenlands soeben mit einer Entscheidung er&ouml;ffnet, die noch weitreichender sein k&ouml;nnte als das Wahlergebnis vom gestrigen Sonntag. Der Griechische Staatsrat (Symvoulio Epikratias) hat am Samstag in letzter Instanz entschieden, dass der Versuch der Regierung, die Wasserwerke von Athen und Pir&auml;us zu privatisieren, gegen zwei Artikel der Verfassung verst&ouml;&szlig;t. Das wird der politischen Bewegung, die auch in Thessaloniki gegen die Privatisierung der Wasserversorgung k&auml;mpft, gewaltigen Auftrieb geben. Und der Bev&ouml;lkerung Mut machen, sich gegen Ma&szlig;nahmen zu wehren, die ihnen im Namen der &bdquo;Rettung des Staates&ldquo; von oben auferlegt werden. Wenn sich die Syriza mit solchen Bewegungen verb&uuml;ndet, ohne sie bevormunden zu wollen, wird das ihre B&uuml;ndnisf&auml;higkeit auch auf politischer Ebene erheblich verbessern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ergebnis der Europawahlen in Griechenland ist eine Art Vexierbild: Was man sieht, h&auml;ngt v&ouml;llig vom Blickwinkel des Betrachters ab. Die Regierungsparteien sehen etwas anderes als die linke Opposition. Und eine v&ouml;llig andere Optik entwickelt die Neonazi-Partei Chrysi Avgi, die nicht ganz &uuml;berraschend zur drittst&auml;rksten Partei geworden ist. 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