{"id":21895,"date":"2014-06-03T08:40:28","date_gmt":"2014-06-03T06:40:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895"},"modified":"2014-06-03T08:40:28","modified_gmt":"2014-06-03T06:40:28","slug":"hinweise-des-tages-2140","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h01\">Machtkampf um Juncker: Er ist der Falsche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h02\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h03\">3,6 Prozent weniger Lohn als 2000<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h04\">Siemens-Umbau bedroht 11 600 Jobs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h05\">Jeder zweite Besch&auml;ftigte arbeitet ohne Branchentarif<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h06\">Riskante Anlagen haben Hochkonjunktur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h07\">Trotz gestiegener Besch&auml;ftigungsquoten &Auml;lterer bleibt Erwerbst&auml;tigkeit bis zum regul&auml;ren Renteneintritt in weiter Ferne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h08\">Leiharbeit und Hartz IV<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h09\">F&uuml;r viele Deutsche reicht ein Job nicht, um &uuml;ber die Runden zu kommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h10\">Atomausstieg &ndash; Wer anderen Kosten aufhalst, muss daf&uuml;r gerade stehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h11\">China &ndash; Was Mainstream ist, bestimmen wir<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h12\">Steinbach wirbt f&uuml;r Koalition der CDU mit der AfD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h13\">100 Tage Gro&szlig;e Koalition: Ein Denkmal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h14\">Privathochschulen: Arme schicke Business School<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h15\">Financial Times gegen Thomas Piketty<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895#h16\">Das Letzte: Middelhoff vermied Stau mit Hubschrauber<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21895&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Machtkampf um Juncker: Er ist der Falsche<\/strong><br>\nDas Bundesverfassungsgericht hat einmal in einem Urteil die Meinung vertreten, das Europ&auml;ische Parlament sei gar kein echtes Parlament, weil es sich nicht wie ein Parlament verhalte. Genau so ist es. Das beweist das Geschacher um Juncker. Denn dass sich ein zersplittertes Parlament zwei Tage nach der Wahl ohne inhaltliche Verhandlungen auf einen Kandidaten festlegt, ist ein Zeichen von Abnormit&auml;t. F&uuml;r den W&auml;hler gilt: Wenn man Union w&auml;hlt, wird es Junker. Wenn man SPD w&auml;hlt, wird es Juncker. Wenn man die Gr&uuml;nen w&auml;hlt, wird es auch Juncker. Ja, was m&uuml;sste man denn eigentlich w&auml;hlen, wenn man Juncker nicht will? Die AfD? Die Linken? Irgendwelche Kom&ouml;dianten und Splittergruppen?<br>\nF&uuml;r Europa ist diese Wahl Junckers nicht gut. Denn Juncker ist das Symbol eines alten Europas. Eines Systems, das seit der Euro-Krise nicht mehr funktioniert. Juncker war ma&szlig;geblich am Maastrichter Vertrag beteiligt, er war einer der Autoren des Stabilit&auml;tspakts. Juncker geh&ouml;rt also zu denen, die die Geburtss&uuml;nden des Euro mit zu verantworten haben. Juncker war au&szlig;erdem einer der Architekten einer Sparpolitik, die eine dauernde Wachstumskrise mit fallenden Inflationsraten verursachte. Die Bilanz seiner Wirtschaftspolitik ist schlecht. Doch davon spricht gerade fast niemand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/jean-claude-juncker-waere-ein-schlechter-kommissionspraesident-a-972837.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wovon Wolfgang M&uuml;nchau leider nicht spricht, was er als Finanzexperte aber sehr wohl wei&szlig;, ist die Rolle Junkers im internationalen Finanzwesen. Schlie&szlig;lich hat Jean-Claude Junker Luxemburg mit seinen 150 internationalen Banken zur bedeutendsten Steueroase nach dem US-Bundesstaat Delaware weit vor der Schweiz ausgebaut. Alle wichtigen Schweizer Banken haben Dependancen in Luxemburg. Mehrer tausend Investmentfonds verwalten Anlageverm&ouml;gen von mehreren Billionen Euro. Konzerne wie Amazon, Google, IKEA und Starbucks nutzen die in Luxemburg entwickelten Steuervermeidungsstrategien. Nicht umsonst wurde der Politiker Junker 2008 zum European Banker of the Year gew&auml;hlt (Laudatio Josef Ackermann). Er ist der einzige Nichtbanker in <a href=\"http:\/\/www.malekigroup.com\/de\/MalekiGroup.html?sub=vereine&amp;verein=117\">einer langen Liste von Bankern<\/a>. Und dieser Mann soll an der Spitze der Europ&auml;ischen Kommission stehen, deren Aufgabe u.a. darin besteht, eine entfesselte Bankenwelt zu b&auml;ndigen?<\/em><br>\n<em>Weiterhin war Junker von 2005 bis 2013 st&auml;ndiger Vorsitzender der &ldquo;Euro-Gruppe&rdquo;. Man kann davon ausgehen, dass er in dieser informellen Gruppe der Finanzminister der Euro-Staaten an der Feinabstimmung der Krisenpolitik der EU wesentlich mitgewirkt hat. Allerdings ist die Macht dieser Gruppe weniger informell als allgemein verbreitet wird. Da im Rat f&uuml;r Wirtschaft und Finanzen (EcoFin) Nicht-Euro-Staaten bei zahlreichen den Euroraum betreffenden Entscheidungen im Rat nicht stimmberechtigt sind, m&uuml;ssen die Minister der Euro-Gruppe ihre zuvor gefassten Beschl&uuml;sse nur nachvollziehen. So d&uuml;rfte Junker bei der Aufgabenzuteilung und Zusammensetzung (EZB, des IWF und der EU-Kommission) der sog. Troika wie auch bei der Beurteilung der Troika-Berichterstattung eine wesentliche Rolle gespielt haben. Wohl hat Juncker das deutsche Lohndumping kritisiert oder sich positiv zur Erh&ouml;hung von Arbeitsrechtsstandards in Europa oder zur Finanztransaktionssteuer und gar zu Eurobonds ge&auml;u&szlig;ert, gemerkt hat man in der praktischen Europapolitik davon wenig.<\/em><br>\n<em>Ein kleiner Nachtrag zu M&uuml;nchau: Formal haben sich Gr&uuml;nen noch nicht f&uuml;r Junker ausgesprochen. Dies soll nach einer Anh&ouml;rung Junkers in der Fraktion geschehen. Die Gr&uuml;nen verlangen: mehr Engagement f&uuml;r den Klimaschutz, Verbot von Genpflanzen, mehr Demokratie in Europa und einen <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2014%2F06%2F02%2Fa0071&amp;cHash=657caf57f2c09068bf10c0dbca04c9fa\">Neustart des transatlantischen Handelsabkommens TTIP<\/a>. Drei Mal d&uuml;rfen Sie raten, was dabei herauskommt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>NSA-Sp&auml;haff&auml;re: Bundesregierung verteidigt heikles Snowden-Gutachten<\/strong><br>\nAnfang Mai befeuerte ein Gutachten amerikanischer Anw&auml;lte den Snowden-Streit. Die Bundesregierung k&auml;mpft seitdem gegen Vorw&uuml;rfe, die Aufkl&auml;rung der Sp&auml;haff&auml;re behindern zu wollen &ndash; jetzt verteidigt sie das umstrittene Gutachten.<br>\nDie Bundesregierung wehrt sich gegen Kritik an ihrem Umgang mit der NSA-Sp&auml;haff&auml;re. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Gr&uuml;nen-Fraktion weist sie Vorw&uuml;rfe zur&uuml;ck, den NSA-Untersuchungsausschuss indirekt unter Druck gesetzt zu haben. Man arbeite in der Bewertung der Causa Edward Snowden mit einer US-Kanzlei zusammen, &ldquo;an deren Reputation und Seriosit&auml;t keine Zweifel bestehen&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Papier, das SPIEGEL ONLINE vorliegt.<br>\nKonkret geht es um ein Rechtsgutachten aus den USA, das im Streit um eine m&ouml;gliche Vernehmung Snowdens in Deutschland f&uuml;r Aufruhr gesorgt hatte. Anfang Mai schloss die Bundesregierung aus, den fr&uuml;heren US-Geheimdienstmitarbeiter einreisen zu lassen. Sie begr&uuml;ndete das mit einer m&ouml;glichen Gef&auml;hrdung des Staatswohls.<br>\nAngef&uuml;gt war ein Gutachten einer Washingtoner Anwaltskanzlei. Dieses kommt zu dem Schluss, dass sich der Untersuchungsausschuss nach US-Recht strafbar machen k&ouml;nnte. Im Klartext: Sollte das Gremium Snowden vernehmen, m&uuml;ssten die Abgeordneten bei der n&auml;chsten Reise in die USA mit einer Verhaftung rechnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bundesregierung-verteidigt-umstrittenes-snowden-gutachten-a-972912.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Das politische Gezerre um Snowden &ndash; Zeuge unerw&uuml;nscht<\/strong><br>\nEdward Snowden ist der wichtigste Zeuge f&uuml;r die Aufkl&auml;rung der NSA-&Uuml;berwachungsaff&auml;re. Doch Roderich Kiesewetter, Obmann der CDU\/CSU-Bundestagsfraktion im NSA-Untersuchungsausschuss, m&ouml;chte den Kronzeugen nicht in Berlin sehen: &ldquo;Ich m&ouml;chte glasklar sagen, dass wir kein Interesse daran haben, dass er in Deutschland aussagt, weil ich keine Snowden-Debatte m&ouml;chte, auch keine Auslieferungsdiskussion.&rdquo;<br>\nAuch die Bundesregierung will den NSA-Enth&uuml;ller nicht zur Vernehmung vor dem NSA-Untersuchungsausschuss einreisen lassen, weil ihm hier Verhaftung drohe. Doch Edward Snowden ist in Deutschland nicht zur Fahndung ausgeschrieben. Das erkl&auml;rt Johannes Dimroth, Sprecher des Bundesinnenministeriums, gegen&uuml;ber Frontal21. Ein Eintrag im Polizeifahndungssystem Inpol w&auml;re aber die Voraussetzung f&uuml;r eine Festnahme Snowdens in Deutschland und f&uuml;r eine Auslieferung an die USA.<br>\nHaftbefehl gegen Snowden in den USA<br>\nIn den USA wird der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Snowden per Haftbefehl gesucht, nachdem er geheime Abh&ouml;raktivit&auml;ten der NSA, der amerikanischen Nationalen Sicherheitsbeh&ouml;rde, &ouml;ffentlich gemacht hatte. Snowden h&auml;lt sich derzeit in Moskau auf, nachdem er dort f&uuml;r ein Jahr Asyl erhielt.<br>\nDer Straf- und V&ouml;lkerrechtler Nikolaos Gazeas von der Universit&auml;t K&ouml;ln zeigte sich gegen&uuml;ber Frontal21 verwundert, dass Snowden nicht zur Fahndung ausgeschrieben wurde: &bdquo;Nach dem deutsch-amerikanischen Auslieferungsvertrag besteht grunds&auml;tzlich die Pflicht, bei einem vorl&auml;ufigen Festnahmeersuchen wie dem aus den USA, die erforderlichen Ma&szlig;nahmen zu ergreifen. Und hierzu z&auml;hlt zumindest die Ausschreibung in dem polizeilichen Fahndungssystem.&ldquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/frontal-21\/edward-snowden-in-deutschland-nicht-zur-fahndung-ausgeschrieben-33350680.html\">frontal21<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDF\/zdfportal\/blob\/33376718\/1\/data.pdf\">Frontal21 [PDF &ndash; 51,3 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Eine deutsch-europ&auml;ische NSA<\/strong><br>\nDer Bundesnachrichtendienst (BND) plant eine &ldquo;Strategische Initiative Technik&rdquo; und will k&uuml;nftig soziale Netzwerke im Internet im gro&szlig;en Stil in Echtzeit ausforschen. Dies belegen aktuellen Berichten zufolge interne Geheimdienstdokumente. Demnach soll in den n&auml;chsten sechs Jahren fast eine Drittelmilliarde Euro ausgegeben werden, um den technologischen R&uuml;ckstand der Berliner Auslandsspionage gegen&uuml;ber der US-amerikanischen NSA zu verringern oder aufzuholen. Neben dem Ausforschen von Facebook oder Twitter geht es bei der Initiative auch um biometrische Erkennungsverfahren oder &ldquo;verbesserte Sensorik&rdquo;. Die Ma&szlig;nahmen stehen im Zusammenhang mit Ank&uuml;ndigungen der Bundesregierung, auf dem Gebiet der Internet-Spionage die Abh&auml;ngigkeit von den USA zu durchbrechen und die &ldquo;digitale Souver&auml;nit&auml;t&rdquo; zu erlangen, die dann zum Abh&ouml;ren in nationaler Eigenregie genutzt werden kann. Als Vorbild wird h&auml;ufig die Schaffung des Airbus genannt, mit dem es gelang, die US-amerikanische Dominanz in der Luft- und Raumfahrt zu durchbrechen. &ldquo;Wir k&ouml;nnen nicht dulden, dass eine amerikanische digitale Besatzungsmacht in Deutschland regiert&rdquo;, hat unl&auml;ngst ein CSU-Politiker erkl&auml;rt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/58880\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Muss man sich da wundern, dass von der Bundesregierung faktisch nichts gegen die NSA-&Uuml;berwachung unternommen wird? Man w&uuml;rde ja gerne selber, wenn man nur die technischen M&ouml;glichkeiten der NSA h&auml;tte.<\/em><br>\n<em>Ersch&uuml;tternd ist aber immer wieder, dass diese Problematik von der Mehrheit der Menschen quasi Schulterzuckend hingenommen wird, obwohl es hier um fundamentale Fragen der Demokratie geht.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>3,6 Prozent weniger Lohn als 2000<\/strong><br>\nDie L&ouml;hne steigen wieder, auch preisbereinigt, liest man in den Zeitungen. In der Tat, in den letzten Jahren geht es wieder ein bisschen bergauf. Genug ist es allemal nicht. Schon gar nicht vor dem Hintergrund der Verluste seit dem Jahr 2000. Im Durchschnitt erh&auml;lt die bzw. der Besch&auml;ftigte heute 3,6 Prozent weniger Lohn. Gleichzeitig sind die Gewinn- und Unternehmenseinkommen trotz Finanzkrise seit 2000 um traumhafte 64 Prozent gestiegen, ber&uuml;cksichtigt man die Inflation ist das immer noch ein Plus von nahezu 40 Prozent. Die Entwicklung bei den Tarifl&ouml;hnen ist nicht ganz so dramatisch, allerdings arbeiten auch nur noch rund 50 Prozent der Besch&auml;ftigten unter dem Schutz eines Branchentarifvertrages. Die tariflichen L&ouml;hne stiegen preisbereinigt seit 2000 um rund sieben Prozent. Allerdings konnten auch sie den verteilungsneutralen Spielraum nicht aussch&ouml;pfen; die L&uuml;cke betr&auml;gt rund sechs Prozentpunkte. Es gibt immer mehr Besch&auml;ftigte, die prek&auml;r arbeiten m&uuml;ssen, nachdem Rot-Gr&uuml;n die Schutzz&auml;une niedergerissen hat. Mit Leiharbeit, Werkvertr&auml;gen und Befristungen werden L&ouml;hne gedr&uuml;ckt. Mittelbar wird gleichzeitig der Stammbelegschaft verdeutlicht, dass auch andere, billigere Arbeitskr&auml;fte ihre Arbeit &uuml;bernehmen k&ouml;nnen. Dies f&uuml;hrt zur Disziplinierung und zur Entsolidarisierung. R&uuml;ckwirkend wird so die Wahrnehmung von Interessen erschwert. Disziplinierend wirkt schon immer die Angst vor Arbeitslosigkeit. Diese ist mit der Einf&uuml;hrung von Hartz IV massiv versch&auml;rft worden. Die Drohung, bei Arbeitslosigkeit sp&auml;testens nach einem Jahr tief abzust&uuml;rzen, hat zu Angst und Schrecken bei den Besch&auml;ftigten gef&uuml;hrt. Die mit der Agenda 2010 eingeleiteten Ver&auml;nderungen am Arbeitsmarkt sind zentral f&uuml;r das versch&auml;rfte Lohndumping in den letzten zehn Jahren.<br>\nUnion und SPD wollen den Mindestlohn ab 2015 einf&uuml;hren. F&uuml;r rund f&uuml;nf Millionen Besch&auml;f-tigte, die heute zu Hunger- und Niedrigl&ouml;hnen arbeiten m&uuml;ssen, sind 8,50 Euro ein begr&uuml;&szlig;enswerter sozialpolitischer Fortschritt. Das Lohndumping wird jedoch nur marginal gemildert. Gesamtwirtschaftlich wird die Lohnsumme um weniger als ein Prozent gesteigert. Um die &bdquo;Ordnung am Arbeitsmarkt&ldquo; wieder herzustellen und damit die Durchsetzungsf&auml;higkeit der Gewerkschaften zu verbessern, sind viele weitere Ver&auml;nderungen notwendig: Befristete Arbeitsverh&auml;ltnisse d&uuml;rfen nur in eng begrenzten, sachgrundbezogenen Ausnahmef&auml;llen zul&auml;ssig sein. Leiharbeit ist perspektivisch zu verbieten. Bei Werkvertr&auml;gen m&uuml;ssen die Mitbestimmungsrechte der Betriebsr&auml;te ausgeweitet werden, ohne ihre Genehmigung darf es keine Werkvertr&auml;ge geben. Minijobs m&uuml;ssen von der ersten Stunde an in voll sozialversicherungspflichtige Arbeitspl&auml;tze umgewandelt werden. Das Sanktionsregime von Hartz IV bzw. der Zwang zur Aufnahme jedes noch so mies bezahlten Jobs muss beseitigt werden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.michael-schlecht-mdb.de\/36-prozent-weniger-lohn-als-2000.html#more-4630\">Michael Schlecht<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.michael-schlecht-mdb.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/L%C3%B6hne-abgeh%C3%A4ngt-End.pdf\">Langfassung: L&ouml;hne bleiben abgeh&auml;ngt [PDF &ndash; 806 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Siemens-Umbau bedroht 11 600 Jobs<\/strong><br>\nSiemens bleibt f&uuml;r negative &Uuml;berraschungen auch unter Konzernchef Joe Kaeser gut. Seit drei Wochen r&auml;tseln 360 000 Siemensianer, welche Auswirkungen der Anfang Mai verk&uuml;ndete Radikalumbau des Konzerns f&uuml;r ihre Stellen hat. Gegen&uuml;ber Analysten in New York hat Kaeser nun erstmals eine Zahl genannt, die es in sich hat. Betroffen sind demnach 11 600 Arbeitspl&auml;tze.<br>\nIG Metall und Betriebsrat wurden vorab nicht informiert. &ldquo;Wir sind v&ouml;llig &uuml;berrascht worden, die Zahl kommt aus heiterem Himmel&rdquo;, sagte ein Gewerkschafter in M&uuml;nchen. &ldquo;Mit uns wurde nicht gesprochen&rdquo;, erkl&auml;rte eine Kollegin der Frankfurter IG Metall-Zentrale. &ldquo;Abbau von B&uuml;rokratie &ndash; ja, Stellenabbau &ndash; nein&rdquo;, stellte ein Specher des Siemens-Gesamtbetriebsrats klar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.general-anzeiger-bonn.de\/news\/wirtschaft\/siemens-umbau-bedroht-11-600-jobs-article1362946.html\">General Anzeiger<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Stellenabbau: Wirklich sehr originell. Aber braucht man dazu wirklich exorbitant bezahlte Manager? Wie einer meiner Professoren immer sagte: &bdquo; Das kann ein dressierte Affe auch.&ldquo; Und von wegen Jobwunder und Fachkr&auml;ftemangel in Deutschland. Gerade diejenigen der Betroffenen, die Ende vierzig bzw. &uuml;ber f&uuml;nfzig sind d&uuml;rfen ihre Hoffnungen hier in Deutschland wieder einen ad&auml;quaten Arbeitsplatz zu finden gleich einmal begraben.<\/em><\/p>\n<p><strong>Passend dazu: Ex-Siemens-Sparte halbiert Belegschaft<\/strong><br>\nDer Telefonanlagenhersteller Unify, den Siemens mehrheitlich an den US-Investor Gores verkauft hat, will sich auf Software-L&ouml;sungen konzentrieren. Dem Umbau fallen 3800 Stellen zum Opfer.<br>\nDer M&uuml;nchner Telefonanlagenhersteller Unify streicht 3800 Stellen. Das Unternehmen, das Siemens vor sechs Jahren mehrheitlich an den US-Finanzinvestor Gores verkauft hat, wolle sich st&auml;rker auf Software-Angebote verlegen, teilte Unify am Montag mit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/telefonanlagenhersteller-unify-ex-siemens-sparte-halbiert-belegschaft-1.1983471\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Jeder zweite Besch&auml;ftigte arbeitet ohne Branchentarif<\/strong><br>\nF&uuml;r immer weniger Arbeitnehmer in Deutschland gilt ein Branchentarifvertrag. Im vergangenen Jahr arbeiteten in den westlichen Bundesl&auml;ndern 52 Prozent der Besch&auml;ftigten in Betrieben mit einem solchen Tarifvertrag, 1996 waren es noch 70 Prozent.<br>\nDas teilt das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit, das zur Bundesagentur f&uuml;r Arbeit geh&ouml;rt. In Ostdeutschland sind die Zahlen noch geringer: Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Arbeitnehmer, f&uuml;r die ein Branchentarifvertrag galt, von 56 auf 35 Prozent.<br>\nDazu kommen Firmentarifvertr&auml;ge. Sie werden direkt zwischen Betrieb und Gewerkschaften geschlossen. Ein solcher Vertrag galt f&uuml;r 8 Prozent der Arbeitnehmer im Westen und 12 Prozent im Osten.<br>\nEin zus&auml;tzliches F&uuml;nftel der Arbeitnehmer profitiert indirekt von Tarifvertr&auml;gen: 21 Prozent der westdeutschen und 25 Prozent der ostdeutschen Arbeitnehmer waren laut IAB im vergangenen Jahr in Unternehmen t&auml;tig, die zwar keinem Branchentarifvertrag unterlagen, aber sich daran orientierten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/arbeitsmarkt-jeder-zweite-beschaeftigte-arbeitet-ohne-branchentarif-1.1982192\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Riskante Anlagen haben Hochkonjunktur<\/strong><br>\nEs war eine Altlast aus der Finanzkrise: V&ouml;llig unfreiwillig war die Deutsche Bank 2008 zur Besitzerin eines Kasinos in Las Vegas geworden. Der Investor hatte seine Kredite nicht mehr zahlen k&ouml;nnen. Jahrelang versuchte die Bank, die Immobilie abzusto&szlig;en. Doch f&uuml;ndig wurden die Banker erst vor zwei Wochen: Der Finanzinvestor Blackstone griff zu und zahlte 1,7 Milliarden Dollar f&uuml;r das Objekt.<br>\nAuch an den Finanzm&auml;rkten ist das Kasino augenscheinlich wieder ge&ouml;ffnet.<br>\nWas gestern noch als unverk&auml;ufliche Anlage in den Bad Banks &ndash; den M&uuml;llhalden der Banken f&uuml;r schlechte oder hochriskante Papiere &ndash; ruhte, gilt pl&ouml;tzlich wieder als lukratives Investment. Egal, ob die Commerzbank faule Schiffskredite losschl&auml;gt oder die Unicredit riskante Projektfinanzierungen: &bdquo;Wenn Banken ihre Lasten loswerden wollen, stehen die K&auml;ufer Schlange&ldquo;, sagt Nathan Flanders von der Ratingagentur Fitch. So werden Europas Banken in diesem Jahr Kreditportfolios im Wert von 80 Milliarden Euro verkaufen, sch&auml;tzt die Beratungsfirma PWC. Das ist fast achtmal so viel wie 2010. Zu den K&auml;ufern geh&ouml;ren vor allem Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/finanzmaerkte-riskante-anlagen-haben-hochkonjunktur\/9976220.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Trotz gestiegener Besch&auml;ftigungsquoten &Auml;lterer bleibt Erwerbst&auml;tigkeit bis zum regul&auml;ren Renteneintritt in weiter Ferne<\/strong>\n<ul>\n<li>Die Erwerbsbeteiligung &auml;lterer ArbeitnehmerInnen hat sich in den letzten Jahren merklich erh&ouml;ht. Die (weitgehende) Abschaffung der vorgezogenen Altersgrenzen und die stufenweise Heraufsetzung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre zeigen ihre Wirkung. <\/li>\n<li>Allerdings scheidet die &uuml;berwiegende Mehrzahl der &auml;lteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer noch vor dem 65. Lebensjahr aus  dem Arbeitsleben aus. Nur 32,9 % der 62-J&auml;hrigen, 22,4 % der 63-J&auml;hrigen und 17,3 % der 64-J&auml;hrigen &uuml;ben eine sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung aus. Im Ergebnis finden sich im Alter von 64 Jahren also nur noch 12,1% der Bev&ouml;lkerung in einer versicherungspflichtigen Vollzeitt&auml;tigkeit.<\/li>\n<li>Auch wenn sich seit 2002 die Besch&auml;ftigungsquote der &Auml;lteren deutlich erh&ouml;ht hat so bleibt doch festzuhalten, dass die Voraussetzungen f&uuml;r eine problemfreie Umsetzung der Rente mit 67 nach wie vor ung&uuml;nstig sind: Ein gro&szlig;er Teil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeitet nicht bis zur heraufgesetzten Regelaltersgrenze bzw. kann dies nicht und scheidet vorzeitig aus dem Arbeitsleben aus.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140603_01_small.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140603_01_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Arbeitsmarkt\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbIV105b.pdf\">Sozialpolitik aktuell [PDF &ndash; 116 KB]<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Auf Sozialpolitik aktuell finden Sie wieder eine Vielzahl von im Mai neu eingestellter Dokumente zur Sozialpolitik.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Leiharbeit und Hartz IV<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Institutionalisierte Spaltung<\/strong><br>\nHallo, hier spricht Angela Merkel&laquo;. So beginnt ein Interview mit einem Leiharbeiter in der Februarausgabe der Metallzeitung, dem Mitteilungsblatt der IG Metall (IGM). Der interviewte Kollege Christian Graupner hatte im September 2013 die Kanzlerin mit der Schilderung seiner beruflichen Situation in der &raquo;ARD-Wahlarena&laquo; konfrontiert. Er ist seit zehn Jahren Leiharbeiter bei Thyssen&shy;Krupp Automotive in Leipzig, einer von 500, bei einer Stammbelegschaft von 30 oder 40. Und prompt rief sie ihn an.<br>\nDer Kollege fragte sie, was sie gegen den Mi&szlig;brauch der Leiharbeit tun wolle. Die Kanzlerin darauf: Die Regierung wolle das Problem im ersten Quartal 2014 angehen. Der Kollege, Betriebsrat und Metaller, hakte nach: Im Koalitionsvertrag stehe, da&szlig; durch Tarifvertr&auml;ge und Betriebsvereinbarungen von der Verleihdauer von 18 Monaten abgewichen werden k&ouml;nne. Die Kanzlerin beruhigte ihn: Die 18 Monate seien die H&ouml;chstgrenze. Der Kollege freute sich, da&szlig; durch den Rummel die Aufmerksamkeit der Medien auf die Mi&szlig;st&auml;nde gelenkt worden sei.<br>\nDas Interview verr&auml;t einiges &uuml;ber die Haltung eines aktiven Metallers. Dem Kollegen geht es nicht nur um seine pers&ouml;nliche Lage, er m&ouml;chte, da&szlig; sich generell etwas &auml;ndert. Er meint auch nicht, ein pers&ouml;nliches Gespr&auml;ch mit Frau Merkel w&uuml;rde die Lage der Leiharbeiter verbessern, sondern er zielt auf &ouml;ffentlichen Druck &ndash; allerdings nicht durch die IG Metall, sondern durch die Medien. Und er spricht vom Mi&szlig;brauch der Leiharbeit, das hei&szlig;t, er ist nicht prinzipiell gegen sie eingestellt. Er widerspricht auch nicht der Kanzlerin, als sie ihn einen &raquo;krassen Einzelfall&laquo; nennt. (&hellip;)<br>\nLeiharbeit bedeutet einen Angriff auf die W&uuml;rde der Arbeiter, auf ihr Selbstbewu&szlig;tsein, auf ihre sozialen und demokratischen Rechte und damit auch auf die Gewerkschaften. Zeitarbeiter haben Schwierigkeiten, zu Betriebsversammlungen gehen zu d&uuml;rfen, den Betriebsrat mit zu w&auml;hlen, weil sie oft gar nicht in die W&auml;hlerverzeichnisse aufgenommen werden. Der Tarifvertrag wird ausgehebelt, die Einheit der Kollegen in einem Betrieb zerst&ouml;rt, ihre Organisierung erschwert und die Kampfkraft unterminiert. Die negativen Folgen gehen jedoch noch weiter: Es ist offensichtlich, da&szlig; Leiharbeit dazu dient, auch die L&ouml;hne der Stammbelegschaft zu dr&uuml;cken, da&szlig; Leiharbeit dazu dient, den K&uuml;ndigungsschutz auszuhebeln, die Streikf&auml;higkeit zu untergraben und einen Teil der Belegschaft rechtlos zu halten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/06-02\/014.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Ohne einen Cent in der Tasche<\/strong><br>\nAm liebsten w&uuml;rde sie arbeiten, doch Sabine Schulze (Name ge&auml;ndert) ist chronisch krank. Seit 2011 bezieht die gelernte Einzelhandelskauffrau Hartz IV. Ihre Wege zum Jobcenter &raquo;team.arbeit&laquo; Hamburg nennt sie &raquo;Spie&szlig;rutenlauf&laquo;. Sie f&uuml;hlt sich &raquo;geg&auml;ngelt und schikaniert&laquo;. Seit zweieinhalb Jahren k&auml;mpft sie gegen Zwang und Sanktionen. Derzeit steht die 45j&auml;hrige ohne Geld da. Schriftwechsel mit Anwalt und Beh&ouml;rden, die junge Welt einsehen durfte, f&uuml;llen ganze Aktenordner. (&hellip;)<br>\nIm April beorderte das Jobcenter Schulze zum &auml;rztlichen Dienst. Die fr&uuml;here Jobcentermitarbeiterin und Hartz-IV-Kritikerin Inge Hannemann begleitete sie &ndash; und war &raquo;entsetzt&laquo;, wie sie gegen&uuml;ber jW sagte. &raquo;Wir standen unerwartet einer Psychiaterin gegen&uuml;ber.&laquo; Die habe Schulze nach der Schulbildung befragt und wissen wollen, ob sie sich arbeitsf&auml;hig f&uuml;hle. Als die Antwort ausblieb, habe die &Auml;rztin den Termin sofort abgebrochen. &raquo;So geht das nicht, schlie&szlig;lich ging es um eine k&ouml;rperliche Untersuchung&laquo;, so Hannemann. Als Reaktion stellte das Jobcenter erneut die Leistungen ein. Seit 1. Juni bekommt Frau Schulze keinen Cent mehr.<br>\nSie sei zwar zum Termin erschienen, habe aber ihre Mitwirkungspflichten verletzt, schrieb ihr die Beh&ouml;rde. Und: &raquo;Durch Ihre Weigerung, Angaben zur Ausbildung und Arbeitsunf&auml;higkeit zu machen und ihre &Auml;rzte von der Schweigepflicht zu entbinden, konnte der Untersuchungszweck nicht erf&uuml;llt werden.&laquo; Schulze hat Widerspruch eingelegt, doch die Zeit spielt gegen sie. &raquo;Ich habe Angst vor Hunger und Obdachlosigkeit.&laquo;<br>\nAuf Nachfrage von jW wollte Jobcentersprecherin Kirsten Maa&szlig; zum &raquo;Einzelfall&laquo; nichts sagen. Sie r&auml;umte aber ein, da&szlig; Schweigepflichtentbindungen und Frageb&ouml;gen &raquo;grunds&auml;tzlich freiwillig&laquo; seien. &raquo;Angeordnete Untersuchen sind trotzdem Pflicht&laquo;, bekr&auml;ftigte Maa&szlig;. Bei Krankheit reiche gew&ouml;hnlich ein Attest aus. In manchen F&auml;llen m&uuml;&szlig;ten Betroffene jedoch gesondert nachweisen, da&szlig; ihnen das Erscheinen zum Meldetermin unm&ouml;glich sei. Immerhin versprach Maa&szlig;, den Fall noch einmal zu pr&uuml;fen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/06-02\/032.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Es w&uuml;rde nicht wundern, wenn es weitere vergleichbare F&auml;lle g&auml;be: Ob als Einzelperson oder in einer sog. Bedarfsgemeinschaft.<\/em><br>\n<em>Eine Versch&auml;rfung der Sanktionsm&ouml;glichkeiten ist offenbar geplant. Die NachDenkSeiten hatten berichtet; kann u.a. hier nachgelesen werden: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21772#h08\">Am Ende bleibt der Lebensmittelgutschein<\/a> und hier Parit&auml;tischer: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21526#h09\">Hartz-Pl&auml;ne sind &laquo;menschenfern&raquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>In Gedenken an die Opfer der Agenda 2010<\/strong><br>\nDie Agenda 2010 sowie die aus der Hartz-Gesetzgebung resultierende, gewollte Armut und Entrechtung betrifft uns alle, direkt oder indirekt, gestern, heute oder morgen.<br>\nWir fordern die verfassungs- und menschenrechtswidrigen Sanktionen nach &sect; 31 und &sect; 32 SGB II sowie die Zwangsarbeit sofort abzuschaffen.<br>\nDie Agenda 2010, insbesondere die Hartz-Gesetze, treffen nicht nur die ca. 10 Millionen direkt Betroffenen. Durch den dadurch entstandenen Druck auf die Arbeitsverh&auml;ltnisse und L&ouml;hne entfalten die Hartz-Gesetze ihre zerst&ouml;rerische Kraft auf die gesamte Gesellschaft.<br>\nArbeitslose werden durch Androhung der Existenzvernichtung in prek&auml;re Besch&auml;ftigungen oder sinnlose Besch&auml;ftigungsma&szlig;&shy;nahmen gezwungen. Lohndumping und Niedrigl&ouml;hne haben eine Spirale nach unten konkurrierender L&ouml;hne in Gang gesetzt. Unsichere, befristete und schlecht bezahlte Arbeitspl&auml;tze breiten sich epidemisch aus und ersetzen normale Arbeitsverh&auml;ltnisse.<br>\nDie politisch gewollte Ausweitung des Niedriglohnsektors und die zunehmende Verarmung gro&szlig;er Bev&ouml;lkerungsteile werden mittlerweile nach ganz Europa exportiert. Federf&uuml;hrend zwingt Deutschland Staaten wie Griechenland, Portugal und Spanien zu Lohnk&uuml;rzungen. Auch anderen L&auml;ndern wird das Modell Hartz IV empfohlen, Hartz IV als Exportmodell f&uuml;r ganz Europa.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dieopferderagenda2010.wordpress.com\/\">Die-Opfer-der-Agenda-2010<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>F&uuml;r viele Deutsche reicht ein Job nicht, um &uuml;ber die Runden zu kommen<\/strong><br>\nPrek&auml;re Besch&auml;ftigung: Die K&uuml;nstlerin Luise Metz arbeitet rund um die Uhr. Trotzdem reicht das Geld hinten und vorne nicht. Wie sie m&uuml;ssen immer mehr Deutsche dazuverdienen.<br>\nZehn Jahre lang konnte die Absolventin der Kunsthochschule von ihren Bildern leben. Sie gewann Stipendien, stellte ihre Arbeiten in Galerien aus und verkaufte so viel, dass es zum Leben reichte. Dann kam die Finanzkrise, und zwei der drei Galerien, mit denen sie haupts&auml;chlich zusammengearbeitet hat, mussten schlie&szlig;en. Ihre Ums&auml;tze brachen ein. Dabei stellt sie weiterhin aus, ihre Bilder h&auml;ngen in Messen wie der Art Karlsruhe und in verschiedenen Kunstvereinen. Aber die Sammler sind bed&auml;chtig geworden, reservieren mal ein Bild, kaufen am Ende aber dann doch nicht.<br>\nAnfangs hatte die 38-J&auml;hrige noch R&uuml;cklagen, doch als die aufgebraucht waren, befiel sie Panik. &bdquo;Ich sah mich schon f&uuml;r 6,50 Euro in der Stunde am Flie&szlig;band stehen&ldquo;, sagt sie. Dazu kam es zwar nicht. Wie am Flie&szlig;band arbeitet Metz aber trotzdem: Sie hat heute sieben Jobs. Sie malt, betreut Kinder in einer Kita, baut die Hochbeete in Brandenburg, testet und evaluiert f&uuml;r eine Firma Produkte wie B&uuml;geleisen oder W&auml;rmepflaster, f&uuml;hrt Touristen durch die Stadt, erledigt die Buchhaltung f&uuml;r eine weitere Kita und f&uuml;ttert Daten in ein Computerprogramm. All diese Jobs macht sie auf Abruf und auf Honorarbasis. Metz sagt: &bdquo;Ich lebe im Moment als Tagel&ouml;hnerin.&ldquo; Sie hat alle Arbeitsverh&auml;ltnisse angemeldet, f&uuml;hrt Steuern ab. Insgesamt bleiben ihr rund 1000 Euro im Monat. Daf&uuml;r hetzt sie von einem Ort zum anderen und muss jeden Tag aufs Neue mit ihrem Mann aust&uuml;fteln, wer die Kinder aus Kita und Schule abholen kann. Ihr Mann arbeitet als F&uuml;hrer in verschiedenen Berliner Museen, auch seine Arbeitszeiten variieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/sieben-jobs-ein-leben-fuer-viele-deutsche-reicht-ein-job-nicht-um-ueber-die-runden-zu-kommen\/9973602.html\">Der Tagesspiegel<\/a>\n<p><strong>Dazu: Wie die Investmentbanker reich wurden<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/finanzmarkt-wie-die-investmentbanker-reich-wurden-12967345.html\">FAZ<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Die Milliarden-Verdiener<\/strong><br>\nDie absoluten Spitzenverdiener leiten weder Google noch Goldman Sachs, sondern Hedgefonds: Der erfolgreichste Manager erzielte im vergangenen Jahr rund 10 Millionen Dollar &ndash; am Tag.<br>\nWer bisher dachte, dass Investmentbanker oder die Manager gro&szlig;er Internet-Unternehmen die absoluten Spitzenverdiener sind, irrt. Ihre Jahressal&auml;re nehmen sich gegen die Einkommen der erfolgreichsten Hedgefonds-Manager geradezu winzig aus.<br>\nDavid Tepper, der den Hedgefonds Appaloosa Management gr&uuml;ndete und f&uuml;hrt, verdiente im vergangenen Jahr 3,5 Milliarden Dollar und damit mehr als jeder andere aus der Branche, berichtet das Fachmagazin Institutional Investor&rsquo;s Alpha. Steven Cohen (SAC Capital Advisors) kam demnach auf 2,4 Milliarden Dollar, John Paulson folgte mit 2,3 Milliarden Dollar Jahresverdienst auf Rang 3. Insgesamt verdienten die 25 erfolgreichsten Hedgefonds-Manager mehr als 21 Milliarden Dollar &ndash; das seien rund 50 Prozent mehr als die Spitzengruppe in den beiden Vorjahren einheimste.<br>\nZum Vergleich: Google-Verwaltungsrats-Chef Eric Schmidt wurde heftig f&uuml;r sein 100-Millionen-Gehalt aus dem Jahr 2011 kritisiert, und Jamie Dimon, der die amerikanische Gro&szlig;bank JP Morgan leitet, erhielt 2013 rund 20 Millionen Dollar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/menschen-wirtschaft\/david-tepper-und-andere-hedgefonds-manager-verdienen-milliarden-12925471.html\">FAZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Atomausstieg &ndash; Wer anderen Kosten aufhalst, muss daf&uuml;r gerade stehen<\/strong><br>\nZwischen Goldgrube und Geldgrab liegen mitunter nur wenige Jahre, etwa bei diesem Koloss am Rhein, nicht weit von Darmstadt. Ein grauer Stahlzaun trennt hier das Atomkraftwerk Biblis von der Au&szlig;enwelt, doch seit drei Jahren passiert hinter dem Zaun nicht mehr viel. Die letzten Brennelemente k&uuml;hlen im Abklingbecken ab. In der Halle nebenan warten Castorbeh&auml;lter darauf, irgendwann einmal in ein Endlager verfrachtet zu werden. Zwei massive Reaktordruckbeh&auml;lter aus Stahl, radioaktiv kontaminiert, wollen zerlegt und sicher verpackt werden.<br>\nEine &ldquo;gr&uuml;ne Wiese&rdquo; soll irgendwann dort sein, wo der RWE-Konzern vor 45 Jahren das damals gr&ouml;&szlig;te Atomkraftwerk der Welt errichten lie&szlig;. Heute ist es vor allem eins: ein gro&szlig;es Problem.<br>\nGoldgruben, die zu Geldgr&auml;bern werden &ndash; es gibt sie nun zuhauf: In Kr&uuml;mmel und Brunsb&uuml;ttel, Unterweser und Neckarwestheim. 17 ausgediente Reaktoren bis 2022, so will es der Ausstiegsplan der Bundesregierung. Es ist ein einzigartiger Feldversuch, eine Probe auf die Versprechen der Industrie. &Uuml;bernehmen Konzerne Verantwortung auch f&uuml;r Geldgr&auml;ber? R&auml;umen sie weg, was sie selbst angerichtet haben? Oder gehen sie zugrunde an einer Last, die zum Geldverdienen gut war, aber zum Beerdigen schlicht zu teuer? Wer zahlt dann?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/ausstieg-aus-der-atomenergie-wer-anderen-kosten-aufhalst-muss-dafuer-gerade-stehen-1.1979306\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>China &ndash; Was Mainstream ist, bestimmen wir<\/strong><br>\n25 Jahre nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens hat die chinesische F&uuml;hrung subtilere Mittel, um Abweichler mundtot zu machen: Ideen werden neutralisiert.<br>\nWer wissen will, wie China sich selbst und die Geschichte in den 25 Jahren seit der kalkuliert brutalen Niederschlagung der Protestbewegung auf dem Tiananmen-Platz ver&auml;ndert hat, sollte auf ein Wort wie &bdquo;Mainstream&ldquo; achten und auf die Bedeutungsverschiebung, die sich die Propaganda heute mit ihm erlauben kann. Zum Beispiel in dem Artikel, mit dem die Parteizeitung &bdquo;Global Times&ldquo; vergangene Woche wieder einmal die inhaftierten Dissidenten Liu Xiaobo und Xu Zhiyong heruntermachte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/asien\/china-was-mainstream-ist-bestimmen-wir-12968942.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Steinbach wirbt f&uuml;r Koalition der CDU mit der AfD<\/strong><br>\nAls erstes Unionsf&uuml;hrungsmitglied hat sich die hessische Politikerin Erika Steinbach f&uuml;r eine Koalition mit der Alternative f&uuml;r Deutschland ausgesprochen. Parteien auszuschlie&szlig;en sei &ldquo;gef&auml;hrlich&rdquo;.<br>\nErika Steinbach (CDU), Pr&auml;sidentin des Bundes der Vertriebenen, will die T&uuml;r zur AfD &ouml;ffnen<br>\nErika Steinbach, die Pr&auml;sidentin des Bundes der Vertriebenen, will sich einem B&uuml;ndnis mit der Alternative f&uuml;r Deutschland (AfD) nicht verschlie&szlig;en: &ldquo;Die AfD ist nach meinen Beobachtungen eine rechtsstaatliche, demokratische Gruppierung und damit ebenso unser Konkurrent wie unser m&ouml;glicher Partner&rdquo;, sagte sie dem Magazin &ldquo;Der Spiegel&rdquo;. &ldquo;In unserer Demokratie m&uuml;ssen die Parteien dazu bereit sein, mit allen demokratischen Gruppierungen zu koalieren, die nicht radikal oder gewaltbereit sind&rdquo;, so Steinbach. &ldquo;Wenn Parteien anfangen, sich einander zu verweigern, dann wird es sehr gef&auml;hrlich f&uuml;r die Demokratie.&rdquo;<br>\nDie CDU-Spitze hatte dagegen erkl&auml;rt, dass es weder B&uuml;ndnisse noch Kooperationen mit der AfD geben werde. Unionsfraktionschef Volker Kauder k&uuml;ndigte in der &ldquo;Welt&rdquo; an, dass er auch keine Talkshows mehr besuchen werde, falls AfD-Politiker teilnehmen. Dieser Kurs verursacht in der Partei durchaus Unbehagen. &ldquo;Ich pers&ouml;nlich w&uuml;rde mich anders entscheiden&rdquo;, sagte Wolfgang Bosbach (CDU), der Chef des Innenausschusses im Bundestag. Es klinge f&uuml;r ihn &ldquo;nicht besonders plausibel&rdquo;, mit den Linken-Politikern Sahra Wagenknecht oder Gregor Gysi jederzeit zu diskutieren, mit den AfD-Politikern Bernd Lucke oder Hans-Olaf Henkel &ldquo;aber nie und nimmer&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article128601065\/Steinbach-wirbt-fuer-Koalition-der-CDU-mit-der-AfD.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> N&auml;hert sich hier an, was letztendlich zusammengeh&ouml;rt oder ist dies nur ein weiterer Beleg f&uuml;r die politische Verkommenheit der CDU, die sich f&uuml;r den Machterhalt mit jedem ins Bett legen w&uuml;rde &ndash; auch mit Rechtspopulisten? Man m&ouml;chte allerdings nur allzu gerne wissen, wie Steinbach darauf kommt, dass die AfD einen &bdquo;eine rechtsstaatliche, demokratische Gruppierung&ldquo; sein soll? Steinbach sollte sich einmal mit den illustren Unterst&uuml;tzern und  Mitgliedern der AfD und deren &Auml;u&szlig;erungen n&auml;her auseinandersetzen. <\/em><br>\n<em>Da w&auml;ren etwa Konrad Adam, Mitglied des Vorstand der AfD und Roland Vaubel, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der AfD,  die schon einmal fordern Arbeitslosen und Harz IV Beziehern das Wahlrecht zu entziehen. Eine Idee, die &uuml;brigens von einer Ikone der Neoliberalen, Friedrich August von Hayek, stammt. Oder Peter Oberender &ndash; Gesundheits&ouml;konom, der sich f&uuml;r die Zweiklassenmedizin stark macht und sozial Schwachen gerne gestatten w&uuml;rde, ihre Organe zu verkaufen. Die Liste derer, die sich in der AfD oder deren Umfeld bewegen und aus ihrer Verachtung gegen&uuml;ber den &bdquo;unteren Klassen&ldquo; keine Hehl machen l&auml;sst sich problemlos weiter fortsetzen (siehe auch den Beitrag von Jens Berger weiter unten).<\/em><br>\n<em>Aber offenbar scheinen diese kruden Ideen mit Merkels &bdquo;marktkonformer&ldquo; Demokratie durch aus vereinbar. Mutti laviert sich hier nat&uuml;rlich wie immer sch&ouml;n heraus: &bdquo;Wir ziehen eine Zusammenarbeit nicht in Betracht.&ldquo; Da haben andere CDU-Politiker, wie  Wolfgang Bosbach weniger gro&szlig;e Ber&uuml;hrungs&auml;ngste.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16524\">K&ouml;nnen Marktradikale und Nationalchauvinisten eine &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo; sein?<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>und: <a href=\"http:\/\/andreaskemper.wordpress.com\/2013\/09\/04\/noch-einmal-zur-demokratiefeindlichkeit-der-afd\/\">Noch einmal zur Demokratiefeindlichkeit der AfD<\/a><\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung JB:<\/strong> Auch wenn es unpopul&auml;r klingt &ndash; die Koalitionsgedanken der CDU sind durchaus verst&auml;ndlich. Die CDU ist im Kern schlie&szlig;lich eine konservative Partei, deren Lieblingskoalitionspartner FDP wohl auf absehbare Zeit bei den Wahlen unter &bdquo;Sonstige&ldquo; firmieren wird. Die Gr&uuml;nen w&auml;ren zwar f&uuml;r ein Teil der CDU ein w&uuml;rdiger FDP-Nachfolger. F&uuml;r den konservativen Fl&uuml;gel der CDU sind die Gr&uuml;nen jedoch wegen ihrer liberalen Positionen bei gesellschaftspolitischen Fragen (z.B. Gleichberechtigung und Homo-Ehe) nicht tragbar. Da bietet sich die AfD als erzkonservativer Partner durchaus an. Ansonsten w&auml;re die CDU auf Gedeih und Verderb auf den Koalitionspartner SPD angewiesen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>100 Tage Gro&szlig;e Koalition: Ein Denkmal<\/strong><br>\nViel ist &uuml;ber den Mindestlohn geschrieben worden. Wir haben uns in verschiedenen Beitr&auml;gen ausf&uuml;hrlich damit auseinandergesetzt. Neben konzeptionellen Schw&auml;chen ist ein wesentlicher Kritikpunkt, dass der Mindestlohn von 8,50 Euro, der 2015 mit Ausnahmen eingef&uuml;hrt werden und ab 2017 mit Ausnahmen fl&auml;chendeckend gelten soll, schon heute nicht zum &Uuml;berleben reicht. Das hat j&uuml;ngst auch die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit best&auml;tigt. Auch nach der Einf&uuml;hrung des geplanten Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde w&auml;ren hunderttausende Arbeitnehmer zus&auml;tzlich auf Leistungen nach Hartz IV angewiesen (siehe hier). Das verwundert nicht. Man ben&ouml;tigt dazu nur etwas gesunden Menschenverstand, oder aber man bedient sich des Niedriglohnschwellenwerts des europ&auml;ischen Amts f&uuml;r Statistik, Eurostat. Schreibt man diesen verteilungsneutral fort (Produktivit&auml;tsentwicklung+Inflationsziel der Europ&auml;ischen Zentralbank) und subtrahiert ihn von den geplanten 8,50 Euro Mindestlohn ergibt sich bereits f&uuml;r das laufende Jahr ein dickes Minus, das sich bis 2017 noch erheblich vergr&ouml;&szlig;ert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2014\/03\/100-tage-grose-koalition-ein-denkmal\/\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Privathochschulen: Arme schicke Business School<\/strong><br>\nDie Leipziger Business School HHL m&ouml;chte eine unabh&auml;ngige Privatuni sein, kommt aber seit ihrer Gr&uuml;ndung nicht ohne staatliche Hilfe aus. Der Rechnungshof wirft ihr nun vor, Steuergelder zweckentfremdet zu haben. ..<br>\n&ldquo;Die Zuwendung f&uuml;r das HHL-Forum&rdquo;, schreibt der Rechnungshof auf Anfrage des manager magazins, &ldquo;diente tats&auml;chlich vollst&auml;ndig der Deckung anderer Ausgaben und wurde somit zweckwidrig verwendet&rdquo;. Au&szlig;erdem soll die HHL dabei mit &ldquo;unrichtigen Zahlenangaben&rdquo; gearbeitet haben&hellip;<br>\nDie offiziell als Privatuni firmierende HHL ist auch so eng mit dem Staat verflochten: So residiert die HHL nach Angaben des Rechnungshofes zum Beispiel mietfrei in Geb&auml;uden des Landes. Die Beh&ouml;rde hat ausgerechnet, dass sie allein dadurch rund 343.000 Euro im Jahr spart, nach einer geplanten Erweiterung werden es ab 2017 sogar 620.000 Euro sein.<br>\nDie enge Verflechtung hat eine lange Tradition: Schon 1994 spendierte der Freistaat Sachsen der HHL ein zinsloses Darlehen &uuml;ber 25 Millionen Mark, aus dem sich die Hochschule bei finanziellen N&ouml;ten bedienen konnte. In diesem Jahr sollte die Privatuni den Kredit eigentlich sp&auml;testens zur&uuml;ckgezahlt haben.<br>\nDoch der Schutzschirm f&uuml;r alle F&auml;lle musste l&auml;ngst bis 2020 verl&auml;ngert werden. Von 2006 bis 2012 glich die HHL Defizite in H&ouml;he von insgesamt fast 6 Millionen Euro &uuml;ber das Darlehen aus. Auch das Jahr 2013 endete f&uuml;r die HHL mit einem Verlust&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/handelshochschule-leipzig-hhl-braucht-subventionen-a-972168.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung A.B.:<\/strong> Privat vor Staat gilt hier anscheinend nicht. Der Ex-FDP-Minister aus NRW  und jetzige HHL-Pr&auml;sident Andreas Pinkwart verf&auml;hrt wie alle Neoliberalen: &ldquo;Folget meinen Worten, aber nicht meinen Taten&rdquo;<\/em><br>\n<em>Gern l&auml;sst man sich Sonderkonditionen vom sonst so geschm&auml;hten Staat einr&auml;umen:<\/em><br>\n<em>Sonderzuwendungen, kostenlose Immobiliennutzung und zinsloses Darlehen dessen Tilgung auf den Sanktnimmerleinstag verschoben zu sein scheint.<\/em><br>\n<em>Der eigene Geldbeutel kommt auch nicht zu kurz:Zitat:&rdquo;2012 lag deren Verdienst laut Rechnungshof &ldquo;deutlich&rdquo; &uuml;ber dem Niveau an staatlichen Universit&auml;ten.&rdquo; Ende des Zitates<\/em><br>\n<em>Versucht der Staat allerdings Einfluss zu nehmen und die oben beschriebenen Zust&auml;nde zu verhindern, hei&szlig;t es: Zitat &ldquo;Das Land will den Hochschulen vorgeben, welche Studieng&auml;nge sie anbieten sollen und sie auch finanziell an die Kandare nehmen.Das hat schon fr&uuml;her zu Fehlsteuerungen gef&uuml;hrt.&rdquo; Zitatende<\/em><br>\n<em>Da erf&auml;hrt der Begriff &rdquo; Fehlsteuerung&rdquo; eine ganz neue Deutung. Siehe <a href=\"http:\/\/www.general-anzeiger-bonn.de\/news\/politik\/land-will-hochschulen-freiheit-nehmen-article1213443.html\">hier<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das ist immer das, was man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: &bdquo;Die Handelshochschule Leipzig  gilt als eine der besten Business Schools in Deutschland &ndash; eine Privatuni mit elit&auml;rem Anspruch, die k&uuml;nftige Top-Manager ausbilden will.&ldquo; Das Steuergeld des verachteten &bdquo;P&ouml;bels&ldquo; nimmt man aber immer wieder gerne. Noch unversch&auml;mter oder schlimmer undemokratisch, ist allerdings das Handeln der verantwortlichen Politiker, die diesen Elitenzirkus  noch dick mit Steuergeldern finanzieren und so Partikularinteressen bedienen, w&auml;hrend an den &ouml;ffentlichen Hochschulen der Verputz von den W&auml;nden bl&auml;ttert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Financial Times gegen Thomas Piketty<\/strong><br>\nDie Financial Times ist in Sachen internationale &Ouml;konomie weltweit vermutlich die einflussreichste private Publikation. Dementsprechend hat ihre &ouml;konomische Abteilung einiges an Ruf zu verlieren, und genau das k&ouml;nnte ihr mit einer Kritik an Thomas Pikettys &ldquo;Capital in the 21st Century&rdquo; gelungen sein, die zwar nicht v&ouml;llig aus der Luft gegriffen ist, in ihrer sch&auml;rfsten Aussage aber doch entweder Unkenntnis oder b&ouml;se Absicht offenbart.<br>\nNun ist ohnehin so gut wie alles, was Piketty auf mehr als 600 Seiten zusammengetragen hat, weitgehend bekannt und wird auch schon seit Jahren intensiv diskutiert. Deshalb k&ouml;nnte man dem FT-Kritiker vielleicht auch noch Neid und Eifersucht als Motiv f&uuml;r seine Kritik unterstellen, weil Piketty ohne besonders originellen eigenen Beitrag unter den &Ouml;konomen zum Rockstar wurde, wie die FAZ feststellt, und sein Buch zum Bestseller.<br>\nAllerdings zeigt Piketty in seinem Buch sehr &uuml;berzeugend, dass die Ungleichheit in den f&uuml;hrenden westlichen Gesellschaften in den letzten drei Jahrzehnten erheblich angestiegen ist und weit &uuml;berdurchschnittliche Niveaus erreicht hat. Er schl&auml;gt daher Reichensteuern und staatliche Umverteilung vor, was ihm auf der Seite der als eher links geltenden sogenannten &ldquo;Saltwater&rdquo;-&Ouml;konomen aus den USA Paul Krugman und Joseph Stiglitz viel Lob und Zuspruch eingebracht hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/41\/41892\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Piketty scheint mit seiner Arbeit die marktradikalen Apologeten bis ins Mark getroffen zu haben. Entlarvt diese die neoliberale Ideologie doch als Ideologie der herrschenden Eliten, die die Rechtfertigung f&uuml;r deren schamlose Bereicherung liefern soll. Allein deswegen ist sie lesenswert. Ebenso ist Pikettys Idee, um die rasant fortschreitende Ungleichheit zu bremsen, eine Einkommensteuer bei Million&auml;ren von bis zu 80 Prozent erheben, &auml;u&szlig;erst charmant.<\/em><br>\n<em>Dass nach der ersten Verbl&uuml;ffung aus der Ecke der Marktradikalen ein Gegenschlag erfolgt &uuml;berrascht also nicht. Nur, was wollen die Neoliberalen anf&uuml;hren? Jede politische Umsetzung ihrer Wahnideen hat bisher ins Desaster gef&uuml;hrt und hatte f&uuml;r die Mehrheit der Menschen eine Verschlechterung ihrer Lebensumst&auml;nde zur Folge. Das reicht von der Banken- und Finanzkrise bis zu den negativen Folgen der Privatisierung von Einrichtungen der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge, wie etwa der Trinkwasserversorgung, als Beispiel sei hier die Wasserversorgung Londons durch Thamse Water genannt. Auch die katastrophalen Zust&auml;nde bei der Deutschen Bahn sind dem neoliberalen Wahn, das Unternehmen unbedingt wie ein privatwirtschaftliches, rein profitorientiertes Unternehmen zu f&uuml;hren, geschuldet. Von den Folgen der aberwitzigen Austerit&auml;tspolitik f&uuml;r Portugal, Spanien und Griechenland gar nicht zu reden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Das Letzte: Middelhoff vermied Stau mit Hubschrauber<\/strong><br>\nDer Ex-Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff (61), hat seine umstrittenen Fl&uuml;ge auf Firmenkosten vom Wohnsitz in Bielefeld zur Firmenzentrale verteidigt.<br>\nIm Untreue-Prozess sagte er vor dem Landgericht, er sei damals am Wochenanfang mehrfach drei bis vier Stunden zu sp&auml;t ins B&uuml;ro gekommen. Er h&auml;tte wegen Bauarbeiten am Kamener Kreuz mit dem Auto im Stau gestanden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/bildlive\/2014\/19-middelhoff-36234422.bild.html\">Bild.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Solche Menschen merken gar nicht mehr wie &bdquo;abgehoben&ldquo; sie sind. Bei jedem\/r Mitarbeiter\/in von Karstadt h&auml;tte der Chef gesagt, er oder sie solle eben rechtzeitig losfahren, um p&uuml;nktlich zur Arbeit zu kommen und wenn das nicht m&ouml;glich ist, dann solle er oder sie eben umziehen. Kein Mitarbeiter und keine Mitarbeiterin w&auml;re auch auf die Idee gekommen auf Firmenkosten zur Arbeit zu fahren.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-21895","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21895","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21895"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21895\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21898,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21895\/revisions\/21898"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21895"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21895"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21895"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}