{"id":21905,"date":"2014-06-04T08:55:39","date_gmt":"2014-06-04T06:55:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905"},"modified":"2014-06-04T12:46:36","modified_gmt":"2014-06-04T10:46:36","slug":"hinweise-des-tages-2141","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h01\">Die Eskalation im neuen Kalten Krieg geht weiter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h02\">Ukraine: Eine Allianz gegen die Bev&ouml;lkerung &ndash; IWF und Oligarchen und das investitionsfreundliche Klima<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h03\">Amnesty International: Russland geht immer h&auml;rter gegen Proteste vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h04\">Notenbankpolitik in der Zeit nach der Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h05\">EZB und EU vor Richtungsentscheid: Sparen, stimulieren, lockern &ndash; ein krisenpolitischer Eiertanz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h06\">Frankreich und Europa nach der Wahl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h07\">Die Sehnsucht nach mehr Inflation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h08\">Lucas Zeise: &Uuml;ber Fremdbestimmung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h09\">Kleines Land ganz gro&szlig; am Golf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h10\">Weltbericht zur sozialen Sicherung: Warnung vor Sozialabbau in Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h11\">Der Mindestlohn ist auf dem Weg &ndash; zu sp&auml;t und zu niedrig?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h12\">Ostdeutsche Landwirtschaft: Die Saat ist aufgegangen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h13\">IAB: Branchentarifvertr&auml;ge gelten f&uuml;r die H&auml;lfte der Besch&auml;ftigten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h14\">Makler: Mietpreisbremse ausgebremst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h15\">Wie die WM in die W&uuml;ste kam<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h16\">Die Welle 2.0 &ndash; von der Sehnsucht nach Manipulation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h17\">Podemos: Ja, sie k&ouml;nnen es wirklich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h18\">AfD: Talkshow-Boykott ist Kosmetik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905#h19\">Dokumentarfilm im Ersten: Das M&auml;dchen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21905&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die Eskalation im neuen Kalten Krieg geht weiter<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Obama in Polen: Wir stehen zu unseren Verpflichtungen<\/strong><br>\nObama betonte die Bande Amerikas mit Polen und ganz Ostmitteleuropa. &bdquo;Wir stehen zu unseren Verpflichtungen&ldquo;, sagte der Pr&auml;sident.<br>\nGemeinsam mit Komorowski traf Obama noch vor Beginn der politischen Gespr&auml;chen mit polnischen und amerikanischen Piloten von Jagdflugzeugen des Typs F16 zusammen. Die Vereinigten Staaten hatten nach Beginn der Ukraine-Krise mehrere Flugzeuge dieses Typs nach Polen verlegt. Seit gut einem Monat sind dort 150 amerikanische Soldaten stationiert, die an milit&auml;rischen &Uuml;bungen teilnehmen. Komorowski bezeichnete es als &bdquo;enorm wichtig, dass die Vereinigten Staaten mit den F16 ihre Waffenbr&uuml;derschaft mit Polen zeigen&ldquo;&hellip;.<br>\nAuch ein Treffen Obamas mit dem gew&auml;hlten ukrainischen Pr&auml;sidenten Petro Poroschenko ist in Warschau geplant&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/barack-obama-beginnt-europareise-in-polen-12969830.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bilder mit F-16-Kampfbombern als Hintergrund, &bdquo;Waffenbr&uuml;derschaft&ldquo; oder &bdquo;B&uuml;ndnisverpflichtungen&ldquo;, man k&ouml;nnte meinen man sei in Sprache und Bildern 100 Jahre zur&uuml;ckgefallen. Wer Barbara Tuchmanns &bdquo;August 1914&ldquo; gelesen hat, wird viele Parallelen entdecken. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Nato-Treffen: Die Osteurop&auml;er haben Recht behalten<\/strong><br>\nDer Ukraine-Konflikt zwingt die Nato zur Neuausrichtung, Russland ist wieder ein Gegner. Auch wenn das noch nicht alle verstanden haben.<br>\nFitter, schneller und flexibler m&uuml;sse die Nato werden, forderte er. Doch die B&uuml;ndnispartner werden sich nur in Ans&auml;tzen einigen, was aus Rasmussens Worten folgt. Die &ouml;stlichen Mitglieder wie Polen oder die baltischen Staaten wollen eine Stationierung zus&auml;tzlicher Truppen in ihren L&auml;ndern, um Russland von weiteren Annexionen wie auf der Krim oder von Aggressionen wie im Osten der Ukraine abzuschrecken. Deutschland, aber auch Frankreich oder Gro&szlig;britannien geht das zu weit, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sprach vom richtigen Ma&szlig; zwischen Selbstbewusstsein und Besonnenheit&hellip;<br>\nDie USA gehen voran, indem sie kurzfristig ihre Truppen in Osteuropa verst&auml;rken und intensiver mit Nichtmitgliedern wie der Ukraine, Georgien oder Moldau zusammenarbeiten. Deutschland, Polen und D&auml;nemark wollen das Hauptquartier des Multinationalen Korps Nordost im polnischen Stettin aufstocken. Und es soll eine st&auml;rkere Luftraum&uuml;berwachung in den baltischen Staaten und mehr gemeinsame Man&ouml;ver und Lehrg&auml;nge geben&hellip;<br>\nF&uuml;r die &ouml;stlichen L&auml;nder und jene, die seit Langem darauf dr&auml;ngen, die Milit&auml;rbudgets in Europa wieder zu erh&ouml;hen &ndash; wie etwa Rasmussen oder die Amerikaner &ndash;, ist die Richtung klar: R&uuml;ckkehr zu Abschreckung und Verteidigung; mehr Pr&auml;senz, mehr R&uuml;stung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2014-06\/nato-verteidigung-russland-europa%20\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein kriegstreiberischer Artikel in der ach so b&uuml;rgerlich betulichen Zeit.<\/em><br>\n<em>Zur Erinnerung: Die Zeit, vor allem Josef Joffe, bef&uuml;rwortete schon den Irak-Krieg.<\/em><br>\n<em>Siehe auch: <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/idDEKBN0EE0EF20140603\">Nato fordert Mitglieder zu h&ouml;heren Verteidigungsausgaben<\/a>. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutschland l&auml;sst die Nato und Obama abblitzen<\/strong><br>\nObama k&uuml;ndigte unterdessen in Polen an, dass die USA als Reaktion auf die russische Aggression in der Ukraine ihre Truppen in Osteuropa befristet aufstocken wollen. Daf&uuml;r will er 735 Milliarden Euro zus&auml;tzlich bereitstellen. &ldquo;Die Sicherheit unserer B&uuml;ndnispartner ist die Grundlage unserer eigenen Sicherheit&rdquo;, sagte Obama. Von der Leyen war &auml;u&szlig;erst zufrieden mit der neuen Finanzspritze aus Amerika: &ldquo;Ich halte das f&uuml;r ein sehr wichtiges und sehr gutes Zeichen, denn das signalisiert noch einmal das klare Engagement der USA f&uuml;r Europa.&rdquo;<br>\nDie Ministerin zeigte sich nach ihren Gespr&auml;chen in Br&uuml;ssel beeindruckt, &ldquo;wie geschlossen dieses B&uuml;ndnis der 28 dasteht&rdquo; und wie &ldquo;ausgesprochen konstruktiv&rdquo; die Gespr&auml;che verliefen. Die Wirklichkeit sieht ein wenig anders aus: Vor allem Polen, aber auch Lettland, Litauen, Estland und Rum&auml;nien fordern die dauerhafte Stationierung von multilateralen Kampftruppen vor ihrer Haust&uuml;r. Deutschland, Frankreich und Gro&szlig;britannien lehnen eine dauerhafte Truppenstationierung im &ouml;stlichen Nato-B&uuml;ndnisgebiet ab. Endg&uuml;ltige Entscheidungen sollen aber erst auf dem Nato-Gipfel im September in Wales fallen&hellip;<br>\nDeutschland ist zumindest bereit, sich zeitweise &ldquo;mit arbeitsf&auml;higen Bodentruppen&rdquo;, wie es ein ranghoher Milit&auml;r nannte, an multinationalen &Uuml;bungen in Osteuropa zu beteiligen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article128698187\/Deutschland-laesst-die-Nato-und-Obama-abblitzen.html\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Welche Position nimmt Deutschland auf der NATO-Tagung im Herbst ein?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ukraine: Eine Allianz gegen die Bev&ouml;lkerung &ndash; IWF und Oligarchen und das investitionsfreundliche Klima<\/strong><br>\nNicht nur gegen Janukowitsch pers&ouml;nlich sind viele Menschen auf den Maidan gegangen. Sie protestierten dort auch gegen die Oligarchenmacht im Allgemeinen und f&uuml;r bessere Lebensbedingungen. Die Freude deutscher Medien &uuml;ber Petro Poroschenkos Wahlsieg [1] ist vor diesem Hintergrund v&ouml;llig unverst&auml;ndlich. Der in der ukrainischen Politik seit langem etablierte Milliard&auml;r stellt das glatte Gegenteil der Maidan-Forderungen dar. Doch es kommt noch schlimmer: L&auml;uft alles wie bisher, werden sich die einheimischen Industriebarone und die kommenden IWF-&ldquo;Reformen&rdquo; noch als &auml;u&szlig;erst ungesunde Kombination f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung erweisen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/41\/41926\/1.html?from-mobi=1\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Amnesty International: Russland geht immer h&auml;rter gegen Proteste vor<\/strong><br>\nDer Bericht &ldquo;A right, not a crime: violations of the right to freedom of assembly in Russia&rdquo; stellt fest, dass allein im Februar und M&auml;rz 2014 die Polizei in Moskau mindestens sieben regierungskritische Proteste gewaltsam aufl&ouml;ste. &Uuml;ber tausend friedlich Protestierende wurden dabei festgenommen, gegen Hunderte Bu&szlig;gelder verh&auml;ngt und &uuml;ber ein Dutzend nach unfairen Verfahren f&uuml;r einige Tage inhaftiert&hellip;<br>\nDie russische Justiz tr&auml;gt die harte Linie gegen Regierungskritiker weitgehend mit. So sind inzwischen auch Menschen, die im Mai 2012 gegen die Amtseinf&uuml;hrung von Pr&auml;sident Putin demonstrierten, aber nicht in die gewaltt&auml;tigen Auseinandersetzungen auf dem Bolotnaja-Platz verwickelt waren, wegen der &ldquo;Beteiligung an Massenunruhen&rdquo; zu mehrj&auml;hrigen Haftstrafen verurteilt worden. Amnesty International fordert, diese &ldquo;gewaltlosen politischen Gefangenen&rdquo; sofort freizulassen.<br>\nDer Amnesty-Bericht dokumentiert zahlreiche Verst&ouml;&szlig;e gegen das sowohl in der russischen Verfassung als auch in der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention garantierte Recht auf Versammlungsfreiheit. &ldquo;Immer h&auml;ufiger werden kritische Demonstrationen nur noch dort zugelassen, wo sie weitgehend unbemerkt bleiben. Jubelumz&uuml;ge, mit denen sich die Regierung feiern l&auml;sst, sind dagegen auch im Herzen Moskaus kein Problem&rdquo;, stellt Franck fest&hellip;<br>\n&ldquo;Die weitere Beschneidung des Versammlungsrechts und das Vorgehen gegen unabh&auml;ngige Nichtregierungsorganisationen und nicht vom Staat kontrollierte Medien zeigen, worum es der russischen F&uuml;hrung geht: um die l&uuml;ckenlose staatliche Kontrolle des &ouml;ffentlichen Raums&rdquo;, bilanziert Franck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.amnesty.de\/2014\/6\/2\/russland-geht-immer-haerter-gegen-proteste-vor?destination=startseite\">Amnesty International<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bei aller Kritik an der ein&auml;ugigen Berichterstattung &uuml;ber die Ukraine und am Anheizen der dortigen Krise, Russland ist leider weit entfernt von einer &bdquo;lupenreinen&ldquo; (Gerhard Schr&ouml;der) Demokratie. Putins Angst vor einer Destabilisierung auch Russlands kann die Verst&ouml;&szlig;e gegen die russische Verfassung nicht legitimieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Notenbankpolitik in der Zeit nach der Krise<\/strong><br>\nDas geldpolitische Treffen in Sintra hat laut Analytikern gezeigt, dass Notenbanken ihr Denken noch zu wenig an die Nachkrisenzeit angepasst haben. Das Forum von Sintra hat noch nicht die gleiche Beachtung erlangt wie das Symposium von Jackson Hole, ist aber auch nicht unbemerkt geblieben. Dieses Treffen scheint vor allem den geringen Fortschritt deutlich gemacht zu haben, den Notenbanken beim Anpassen ihres geldpolitischen Denkens an die durch die Finanz-, Schulden- und Bankenkrisen ver&auml;nderte Finanzstruktur erzielt haben. Dies jedenfalls ist die Ansicht des pr&auml;zis beobachtenden Londoner Marktkommentators Stephen Lewis. Aus seiner Sicht diskutieren Notenbanker zu viel &uuml;ber die Effizienz monet&auml;rer Massnahmen, die &ndash; w&auml;ren sie schon vor 2007 angewendet worden &ndash; die Krisen verhindert h&auml;tten. Sie w&auml;ren aber besser beraten gewesen, mehr Zeit f&uuml;r die Analyse von &Auml;nderungen ihres geldpolitischen Ansatzes einzusetzen, die durch den eingetretenen Strukturwandel notwendig geworden seien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/uebersicht\/finanzportal\/notenbankpolitik-in-der-zeit-nach-der-krise-1.18313736?extcid=Newsletter_02062014_Top-News_am_Morgen\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Entgegen manchen Erwartungen sollte man von der EZB nicht zu viel erwarten. Die EZB ist nun einmal nicht die FED. Was k&uuml;mmert die EZB die skandal&ouml;s hohe Arbeitslosigkeit in S&uuml;deuropa. L&auml;uft doch alles bestens: Kaum noch wird &uuml;ber die Euro-Krise geredet und sogar Griechenland konnte wieder Anleihen an den M&auml;rkten platzieren. Dass nur Mario Draghis Ank&uuml;ndigung, Staatsanleihen im unbegrenzten Umfang aufzukaufen, dem hoch verschuldeten und wirtschaftlich am Boden liegenden Land erm&ouml;glichte, seine Staatspapiere zu Traumzinsen loszuschlagen konnte, scheint den Mainstream nicht zu st&ouml;ren. Hauptsache, keine Bank ist durch den Besitz von Staatsanleihen gef&auml;hrdet. Vor allem aber stellt sich die Frage, ob die diskutierten Ma&szlig;nahmen &uuml;berhaupt greifen. Carl Weinberg von High Frequency Economics kann sich z.B. vorstellen,dass die EZB am Devisenmarkt intervenieren k&ouml;nnte und durch den Aufkauf von Dollar den Euro schw&auml;chen und gleichzeitig Liquidit&auml;t in die M&auml;rkte pumpen w&uuml;rde. Nur was soll die ganze Liquidit&auml;t, wenn sie niemand nutzt, wenn sie keine Auswirkungen auf die Realwirtschaft hat. &ndash; Wer sich f&uuml;r den Zusammenhang von Geldpolitik und Arbeitsmarkt interessiert, sei auf eine Publikation der &ldquo;Initiative Progressive Economy&rdquo; verwiesen: <a href=\"http:\/\/www.progressiveeconomy.eu\/sites\/default\/files\/SD-JournalforaProgressiveEconomy-DE.pdf\">&ldquo;Kann die EZB mehr f&uuml;r Europas Arbeitslose tun?&rdquo; [PDF &ndash; 4.1 MB]<\/a>, lanciert  von der Sozialdemokratischen Fraktion im Europ&auml;ischen Parlament.<\/em><\/p>\n<p><strong>Siehe dazu auch: Ulrike Herrmann: Die drastische Sitzung<\/strong><br>\nDie Zentralbank muss zu &ldquo;unkonventionellen&rdquo; Mitteln greifen, denn die konventionellen Waffen sind abgefeuert. B&ouml;rsen freuen sich schon. Die Anleger str&ouml;men an die B&ouml;rsen, weil sie damit rechnen, dass die Europ&auml;ische Zentralbank demn&auml;chst zu &ldquo;unkonventionellen Ma&szlig;nahmen&rdquo; greifen wird, um die Zinsen noch weiter nach unten zu dr&uuml;cken. Sobald aber daraufhin die Renditen von Anleihen sinken, werden die Dividenden der Aktiengesellschaften attraktiver. Also will jeder Spekulant dabei sein, wenn die Kurse an den B&ouml;rsen abgehen. Die Inflationsrate im Euroraum betrug zuletzt nur noch 0,7 Prozent, und in den Krisenstaaten sinken viele Preise bereits. In Deutschland lag die Inflation zwar bei 1,3 Prozent. Aber auch dies war viel zu niedrig, denn die EZB steuert eine Inflationsrate von knapp 2 Prozent an. Selbst die inflationsscheue Bundesbank gibt zu, dass ein Preisverfall verhindert werden muss. Etwas umst&auml;ndlich sagte ihr Chef Jens Weidmann in einem Interview: &ldquo;Der EZB-Rat vertritt einstimmig die Absicht, innerhalb seines Mandats auch unkonventionelle Instrumente einzusetzen, um den Risiken einer zu lang anhaltenden Phase niedriger Inflation wirksam entgegenzutreten.&rdquo; Daher macht eine andere Idee Furore: der &ldquo;Negativzins&rdquo;. Banken sollen bestraft werden, wenn sie Guthaben bei der EZB anh&auml;ufen, statt Kredite an die Wirtschaft zu vergeben. Im Gespr&auml;ch ist ein Zins von minus 0,1 Prozent. Momentan liegt der Einlagenzins noch bei null. Um die Inflation anzukurbeln, k&ouml;nnte die EZB als weitere &ldquo;unkonventionelle&rdquo; Ma&szlig;nahme beschlie&szlig;en, Geld ins System zu sp&uuml;len, indem sie Staatsanleihen aufkauft und diese in Euros bezahlt. Dadurch w&uuml;rden nicht nur die Kreditzinsen sinken, sondern auch der Euro. Nach dem Motto: Wenn mehr Euros im Angebot sind, wird der einzelne Euro preiswerter im Vergleich zum Dollar oder zum Pfund. Die Einfuhren w&uuml;rden wieder teurer, und statt einer Deflation w&uuml;rde man die gew&uuml;nschte Geldentwertung importieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2014%2F05%2F31%2Fa0140&amp;cHash=bfceb46d5db5f563e4abb94c0241b60b\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ulrike Herrmann konnte es noch nicht wissen. Die Inflationsrate im Euroraum ist im Mai von 0,7 auf 0,5 Prozent gefallen. Wichtig d&uuml;rfte dabei sein, dass auch die Inflation in Deutschland von 1,3 Prozent im Vormonat &uuml;berraschend deutlich auf 0,9 Prozent fiel. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit eines Eingriffs der EZB. Aber das von Herrmann umschriebene Problem bleibt: &ldquo;Die Firmen werden jedoch nicht investieren, solange ihre Fabriken nicht ausgelastet sind und die Arbeitslosigkeit in fast allen Eurostaaten hoch ist.&rdquo; Dieser unmittelbar plausible Zusammenhang ist auf den NachDenkSeiten schon oft beschrieben worden: Wer t&auml;tigt Investitionen, nur weil der Kredit g&uuml;nstig ist? Die wichtigste Frage ist doch, wird das, was man herstellen m&ouml;chte, auch am Markt nachgefragt. Wie wahrscheinlich ist, dass bei hoher Arbeitslosigkeit in Europa, bei Absinken des Lohnniveaus oder auch nur bei stagnierenden L&ouml;hnen sich die betroffenen Menschen die Produkte des investierenden Unternehmens leisten k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>EZB und EU vor Richtungsentscheid: Sparen, stimulieren, lockern &ndash; ein krisenpolitischer Eiertanz<\/strong><br>\nDer Ausgang der Europawahl hat die Diskussion &uuml;ber den krisenpolitischen Kurs Europas wieder in den Fokus ger&uuml;ckt und es sieht so aus, als w&uuml;rde das Pendel nun wieder in Richtung erh&ouml;hter Staatsausgaben zur Stimulierung der Wirtschaft schwingen, nachdem es seit Beginn der Schuldenkrise in die andere Richtung, n&auml;mlich Reduktion der Staatsausgaben, geschwungen war. &ndash; . Sehr wahrscheinlich wird die EZB deswegen bei der Ratssitzung am Donnerstag neue Ma&szlig;nahmen, das hei&szlig;t eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik beschlie&szlig;en, um so der anhaltendenden Wirtschaftsschw&auml;che und Deflationsgefahren insbesondere in den s&uuml;deurop&auml;ischen Krisenstaaten entgegen zu wirken. Es ist denkbar und keineswegs unwahrscheinlich, dass sich die Strategen bei der EZB etwas ausgedacht haben, damit das Geld dieses Mal auch wirklich verst&auml;rkt in die Wirtschaft flie&szlig;t und nicht wieder nur durch den Finanzsektor schwappt &ndash; zur Freude der Spekulanten.<br>\nOb es dieses Mal funktioniert, ist fraglich. Die Begr&uuml;ndung daf&uuml;r hat beispielsweise jetzt gerade erst wieder die Internationale Arbeitsorganisation der UN (ILO) in ihrem neuen Weltbericht gegeben, der der europ&auml;ischen Politik zur Sanierung der Krisenl&auml;nder ein schlechtes Zeugnis ausstellt:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.querschuesse.de\/ezb-und-eu-vor-richtungsentscheid-sparen-stimulieren-lockern-ein-krisenpolitischer-eiertanz\/\">Querschuesse<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So triste die Situation, so erfreulich, dass Stefan L. Eichner darauf hinweist, dass die aktuell viel zitierte Lehrbuchsaussage zu Deflation, bei fallenden Preisen w&uuml;rden die Konsumenten einen Kauf hinausz&ouml;gern &ldquo;um g&uuml;nstiger einzukaufen&rdquo;, korrigiert. Als ob irgendjemand im siebten Jahr der griechischen Rezession k&uuml;hl abwartet, bis die Preise weiter fallen. Nein, &ldquo;die austerit&auml;tspolitische &lsquo;Sanierung&rsquo; der Staatsfinanzen und der Wirtschaft bedeutet eine massive, den gr&ouml;&szlig;ten Teil der Bev&ouml;lkerung betreffende Reduktion der Kaufkraft, was die Binnennachfrage einbrechen l&auml;sst und kleine und mittelgro&szlig;e Firmen, die &uuml;berwiegend auf heimischen M&auml;rkten operieren, massenhaft in die Insolvenz treibt. Infolgedessen steigt wiederum die Arbeitslosigkeit und die Nachfrage bricht weiter ein. Es ist ein Teufelskreis.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu passend: Unternehmensinsolvenzen in Europa, Jahr 2013\/14<\/strong><br>\nDie Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Westeuropa bleibt f&uuml;nf Jahre nach Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise auf einem hohen Niveau. Im Jahr 2013 wurden in den EU-15-L&auml;ndern zuz&uuml;glich Norwegen und der Schweiz insgesamt 192.340 Insolvenzen registriert. Das ist ein leichter Anstieg um 1,1 Prozent gegen&uuml;ber dem Jahr 2012 (190.161 Insolvenzen). Eine positive Entwicklung gab es in insgesamt acht europ&auml;ischen L&auml;ndern. Besonders markant verringerte sich die Zahl der Insolvenzen in Irland (minus 18,9 Prozent). Noch 1.365 F&auml;lle waren zu verzeichnen &ndash; der niedrigste Stand seit 2009. Mit Deutschland (minus 9,1 Prozent; 26.120 F&auml;lle) und Gro&szlig;britannien (minus 9,9 Prozent; 16.013 F&auml;lle) war das Insolvenzgeschehen auch in zwei gro&szlig;en EU-L&auml;ndern deutlich r&uuml;ckl&auml;ufig. In Frankreich gab es hingegen einen leichten Zuwachs (plus 2,1 Prozent auf 60.787 F&auml;lle). &ndash; Der Anteil der sogenannten GIIPS-Staaten (Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien) an allen Unternehmensinsolvenzen hat sich zwischen 2007 und 2013 von 7,2 auf 17,8 Prozent deutlich ausgeweitet. Unternehmen aus Deutschland machen dagegen nur noch 13,6 Prozent aller Insolvenzen in Westeuropa aus. 2007 betrug der Anteil noch 22,3 Prozent. In den osteurop&auml;ischen L&auml;ndern, zu denen Daten vorliegen, wurden im Jahr 2013 insgesamt 100.984 Unternehmensinsolvenzen gez&auml;hlt (2012: 97.169 F&auml;lle). Der Anstieg war mit plus 3,9 Prozent etwas st&auml;rker als in Westeuropa. Deutlich mehr Insolvenzen waren in Bulgarien (plus 221,7 Prozent), in Slowenien (plus 58,2 Prozent) sowie in Tschechien (plus 33,7 Prozent) zu verzeichnen. Hohe Arbeitslosigkeit und ein schwacher privater Konsum belasten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.creditreform.de\/aktuelles\/news-list\/details\/news-detail\/unternehmensinsolvenzen-in-europa-jahr-201314.html\">Creditreform<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Bericht hat auch die Hauptwirtschaftsbereiche erfasst. Demnach sind mehr Insolvenzen in Industrie und im Handel zu verzeichnen. Vor allem in den GIIPS-L&auml;ndern ist auch die Stabilit&auml;t der Unternehmen bedroht. In den GIIPS-Staaten ist ein vergleichsweise hoher Anteil der Unternehmen schlecht mit Eigenkapital ausgestattet. Bei fast jedem dritten Unternehmen (30,2 Prozent) liegt die Eigenkapitalquote unter zehn Prozent. Rechnungen werden in den GIIPS-L&auml;ndern Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien im Durchschnitt erst nach 83,0 Tagen beglichen.(Deutschland im Durchschnitt bei 26,5 Tagen). &ndash; Eine Fassung mit tabellarischen &Uuml;bersichten ist <a href=\"http:\/\/www.creditreform.de\/fileadmin\/user_upload\/crefo\/download_de\/news_termine\/wirtschaftsforschung\/insolvenzen-europa\/Analyse_Unternehmensinsolvenzen_in_Europa__Jahr_2013-14.pdf\">hier [PDF &ndash; 1.9 MB]<\/a> einzusehen. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Frankreich und Europa nach der Wahl<\/strong><br>\nAusnahmsweise kann man, auch aus progressiver Sicht, Bundesfinanzminister Sch&auml;uble uneingeschr&auml;nkt Recht geben, als er am 27. Mai in Berlin erkl&auml;rte: &bdquo;Nicht nur unsere franz&ouml;sischen Kollegen, sondern auch wir m&uuml;ssen uns Gedanken machen, welche Fehler wir gemacht haben, wenn ein Viertel der W&auml;hler f&uuml;r eine nicht einfach rechtsgerichtete, sondern f&uuml;r eine faschistische Partei gestimmt hat.&ldquo; Es w&auml;re gewiss noch treffender, wenn er n&auml;her erkl&auml;ren k&ouml;nnte, wie die von Berlin aus mitbetriebene Sparzwangpolitik die verteilungspolitischen Spielr&auml;ume vieler EU-Staaten drastisch eingeengt und dadurch deren Demokratie mit unterminiert hat. Aber in dieser Hinsicht darf man wohl beim offiziellen Auftritt eines Ministers an der Hertie School of Governance nicht zu viel erwarten. Auch die etablierten Parteien in Frankreich tragen nat&uuml;rlich Mitverantwortung f&uuml;r das hohe Abschneiden der Front National bei der Europaparlamentswahl. Ebenso wie viele Medien, unter anderem aufgrund der Faszination f&uuml;r die vermeintlich so beeindruckende und unwiderstehliche Dynamik der rechten &bdquo;Bewegung&ldquo; und ihrer fotogenen Vorsitzenden, welcher sie so oft erlegen sind.<br>\nDer Front National, der sich nun lautstark als &bdquo;st&auml;rkste Partei in Frankreich&ldquo; bezeichnet &ndash; obwohl erst noch bewiesen werden m&uuml;sste, dass er auch bei inl&auml;ndischen Wahlen vergleichbar hoch abschneiden kann &ndash; kann noch eine ganze Weile lang triumphieren. Zumal auch keine glaubw&uuml;rdige linke Alternative in Sicht ist. Die &bdquo;Linksfront&ldquo;, ein Zusammenschluss aus franz&ouml;sischer KP und linken Sozialdemokraten, erhielt am Sonntag nur 6,3 Prozent und damit weniger Stimmen als 2009. Auch die nicht etablierte, au&szlig;erinstitutionelle radikale Linke konnte am Sonntag &uuml;berhaupt nicht punkten. Auf mehrere Listen aufgesplittert, erhielt sie 1,6 Prozent der Stimmen gegen&uuml;ber sechs Prozent bei der Europawahl 2009. Zwar muss man den prozentualen Anteil der Rechtsextremen relativieren. Am Sonntag erhielten sie insgesamt 4,7 Millionen Stimmen, ihre Pr&auml;sidentschaftskandidatin Marine Le Pen dagegen vor zwei Jahren 6,4 Millionen. Aber ihre Perspektiven f&uuml;r die n&auml;here Zukunft scheinen gl&auml;nzend.- Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die rechtsextremen Kr&auml;fte im Europaparlament formieren. Sonderlich viel Fraktionsdisziplin und politische Kontinuit&auml;t ist ihnen zweifellos nicht zu zutrauen. Ihre oft wirren und dennoch brutal-gef&auml;hrlichen Ideen stehen ihnen oft selbst im Weg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++cbd69030-e685-11e3-8c98-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Sehnsucht nach mehr Inflation<\/strong><br>\nEs ist gar nicht lange her, da galt weltweit die Inflation als grosses &Uuml;bel, dass es zu verhindern gilt. Jetzt h&auml;tten alle gerne mehr davon. Die j&uuml;ngste Vergangenheit pr&auml;gt das aktuelle Denken stets besonders stark. Schon allein daher erscheint vielen die Vorstellung geradezu absurd, etwas mehr Inflation k&ouml;nnte etwas W&uuml;nschenswertes sein. Ein Blick in die Geschichte k&ouml;nnte uns immerhin lehren, dass man das auch schon anders gesehen hat &ndash; etwa w&auml;hrend der Weltwirtschaftskrise in den USA. Dennoch bleibt es aus individueller Sicht schwer einsehbar, was gut daran sein k&ouml;nnte, wenn die G&uuml;ter mehr kosten und die eigene Kaufkraft sinkt. Man m&uuml;sste in dieser Sichtweise doch annehmen, das Gegenteil sollte zutreffen. Der Schl&uuml;ssel liegt darin, dass eine tiefe Inflation oder sogar eine Deflation (ein sinkendes Preisniveau) in ihren weiteren Konsequenzen dennoch schwere Nachteile haben kann. Diese Nachteile waren in konkreten Zusammenh&auml;ngen schon oft Thema auf diesem Blog &ndash; heute soll es einmal eine allgemein gehaltene Zusammenfassung der wichtigsten Punkte sein:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.tagesanzeiger.ch\/nevermindthemarkets\/index.php\/34751\/die-sehnsucht-nach-mehr-inflation\/\">Never Mind the Markets<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Lucas Zeise: &Uuml;ber Fremdbestimmung<\/strong><br>\nFormal ist die EU eine Veranstaltung unter Gleichen. Im Europ&auml;ischen Rat der Regierungschefs, dem obersten Beschlu&szlig;organ des Staatenb&uuml;ndnisses, hat Maltas Regierungschef Joseph Muscat dieselben Rechte wie die deutsche Kanzlerin. Es war schon immer so, da&szlig; in derartigen Gremien die Gro&szlig;en bestimmen, was geschieht. Aber fr&uuml;her waren dazu Kompromisse zwischen den Gro&szlig;en und den vielen Kleinen n&ouml;tig &ndash; und auch die Regel. Nach den gro&szlig;en zwei, Deutschland und Frankreich, folgten die n&auml;chsten zwei, Gro&szlig;britannien und Italien, dann Spanien und Polen sowie die zusammen relativ kr&auml;ftigen Beneluxl&auml;nder. Das war weder idyllisch noch ein demokratischer Entscheidungsproze&szlig;, sondern klassisches diplomatisches Gerangel. Nun ist es Diktat einer Seite. Wie kommt das?<br>\nDie Antwort ist offensichtlich. Doch wird sie selten ausgesprochen. Seit Ausbruch der Euro-Staatsschuldenkrise sind zu den &uuml;blichen Beziehungen der EU-Staaten zueinander au&szlig;erdem Gl&auml;ubiger-Schuldner-Verh&auml;ltnisse getreten. Die Diktate der Troika wurden Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Zypern ganz so aufgezwungen, wie die Bank dem Kapitalisten die Bedingungen und die Gesch&auml;ftspolitik diktiert, dem sie den Notkredit gew&auml;hrt. Weil Deutschland als gr&ouml;&szlig;ter und von den Finanzm&auml;rkten als potentester Gl&auml;ubiger eingesch&auml;tzt wird, kommen zun&auml;chst Hilfskredite und dann auch andere Beschl&uuml;sse ohne deutsche Zustimmung nicht zustande. &ndash;  Zwei Fu&szlig;noten seien angemerkt: Erstens, die Europ&auml;ische Zentralbank ist dank ihrer F&auml;higkeit, unbegrenzt Kredit zu spenden, in eine &auml;hnlich machtvolle Position gekommen wie Berlin. Man kann von einem Duumvirat sprechen. Zweitens, in Frankreich und allen &uuml;brigen fremdbestimmten Euro-Nationen beteiligt sich die jeweils heimische Monopolbourgeoisie an der Durchsetzung der Fremddiktate, um die Arbeitskr&auml;fte f&uuml;gsamer und billiger zu machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/05-31\/025.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Vielleicht sollten sich die S&uuml;dl&auml;nder einmal darauf besinnen, dass auch die Schuldnerposition eine Position der Macht sein kann. N&auml;mlich dann, wenn der Untergang des Schuldners den Gl&auml;ubiger mit in den Untergang rei&szlig;en kann. Leider haben die Schuldnerstaaten bisher nicht einmal versucht, auf dieser Basis die verqueren und sch&auml;dlichen Diktate der Gl&auml;ubiger infrage zu stellen.(Dabei sollte allerdings nicht vergessen, dass meist die Eliten sowohl der Gl&auml;ubiger- wie auch der Schuldnerstaaten dieselbe Weltanschauung &ndash; zumindest bisher &ndash; teilten) Die Angelegenheit wird nicht erfreulicher, wenn man bedenkt, dass die Gl&auml;ubigerstaaten vor allem die Rettung eines maroden Bankensystems betrieben. Systemische Banken hei&szlig;t es bis heute noch. Staaten sind wohl weniger systemisch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Kleines Land ganz gro&szlig; am Golf<\/strong><br>\nKatar begl&uuml;ckt die Deutsche Bank als Gro&szlig;aktion&auml;r. Katar organisiert den Tausch von Guantanamo-H&auml;ftlingen. Katar k&ouml;nnte bei der Fu&szlig;ball-WM-Vergabe geschmiert haben. Wer zieht die Strippen in dem widerspr&uuml;chlichen Land?<br>\nKatar steigt mit Milliarden bei der Deutschen Bank ein, das Scheichtum &uuml;bernimmt eine Beteiligung von sechs Prozent. Katar &uuml;bersch&uuml;ttet den Fu&szlig;ball-Profiklub PSG Paris mit Geld. Dank der Finanzspritzen der Investorengruppe QSI schie&szlig;t nun ein Star wie Zlatan Ibrahimovic seine Tore in Frankreich. Katar organisiert den Tausch eines von den Taliban festgehaltenen US-Soldaten gegen afghanische H&auml;ftlinge aus Guantanamo. Katar &ndash; der Zwergenstaat am Golf f&uuml;hrt auf den gro&szlig;en Spielfeldern dieser Welt Regie: Wirtschaft, Politik, Sport.<br>\nUmso &auml;rgerlicher ist f&uuml;r Scheichs die Kritik an der Vergabe der Fu&szlig;ball-Weltmeisterschaft, die 2022 im Golfstaat ausgetragen werden soll. Nach Debatten &uuml;ber miese Arbeitsbedingungen f&uuml;r Gastarbeiter und den Sinn, Hochleistungssport in der W&uuml;ste auszutragen, kommen nun noch Korruptionsvorw&uuml;rfe&hellip;<br>\nKatar besitzt in Deutschland unter anderem Anteile am Volkswagen-Konzern und am Bauriesen Hochtief. Bei VW h&auml;lt die Katar Holding 15,6 Prozent. Bei Hochtief hat Katar einen Aktienanteil von 10 Prozent, Hauptaktion&auml;r mit 50,35 Prozent ist das spanische Unternehmen ACS. Nun kommt noch der Deutsche-Bank-Deal hinzu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/katar-kleines-land-ganz-gross-am-golf\/9984000.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es k&ouml;nnte ja noch ganz anderes &bdquo;Schmiergeld&ldquo; bei der Vergabe der Fu&szlig;ball-WM nach Katar eine Rolle gespielt haben, als die paar Millionen f&uuml;r die Bestechung von FIFA-Mitgliedern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Weltbericht zur sozialen Sicherung: Warnung vor Sozialabbau in Europa<\/strong><br>\nSoziale Sicherheit gilt als grundlegendes Menschenrecht. Verwirklicht ist es nicht einmal f&uuml;r ein Drittel der Weltbev&ouml;lkerung. In Europa &ndash; einst leuchtendes Vorbild &ndash; wurden Sozialleistungen gek&uuml;rzt. Die Internationale Arbeitsorganisation ILO warnt vor weiteren K&uuml;rzungen. &ldquo;Zusammen mit anhaltender Arbeitslosigkeit, niedrigen L&ouml;hnen und hohen Steuern haben diese Ma&szlig;nahmen zu mehr Armut und sozialer Ausgrenzung gef&uuml;hrt&rdquo;, kritisiert die UN-Sonderorganisation in ihrem am Dienstag ver&ouml;ffentlichten &ldquo;Weltbericht zur sozialen Sicherung 2014\/2015&rdquo;. Darin beklagt die ILO auch, dass die Verwirklichung des grundlegenden Menschenrechts auf soziale Sicherheit f&uuml;r den gr&ouml;&szlig;ten Teil der Weltbev&ouml;lkerung immer noch kaum mehr als ein Traum ist. In der EU seien von Sozialabbau mittlerweile &laquo;123 Millionen Menschen betroffen, 24 Prozent der Bev&ouml;lkerung, viele von ihnen Kinder, Frauen, &Auml;ltere und Personen mit Behinderungen&raquo;. Die ILO verweist darauf, dass mehrere europ&auml;ische Gerichte Sozialk&uuml;rzungen als nicht verfassungsgem&auml;&szlig; eingestuft h&auml;tten. Kosten der Bew&auml;ltigung der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise h&auml;tten viele Staaten &ldquo;an die Bev&ouml;lkerungen weitergegeben, die seit mehr als f&uuml;nf Jahren weniger Arbeitspl&auml;tze und niedrigere Einkommen verkraften m&uuml;ssen&rdquo;. Die Krise sei damit jedoch nur weiter verl&auml;ngert worden, meinen die ILO-Experten: &ldquo;Niedrige Haushaltseinkommen haben geringeren inl&auml;ndischen Konsum und weniger Nachfrage zur Folge, was die wirtschaftliche Erholung verlangsamt.&rdquo; Zu kurzfristig angelegte Anpassungsreformen als Reaktion auf die Krise h&auml;tten Errungenschaften des europ&auml;ischen Sozialmodells untergraben, das nach dem Zweiten Weltkrieg Armut verringerte und Wohlstand f&ouml;rderte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/weltbericht-zur-sozialen-sicherheit-warnung-vor-sozialabbau-in-europa,1472780,27331636.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> W&auml;hrend die ILO darauf verweist, dass mehrere europ&auml;ische Gerichte Sozialk&uuml;rzungen als nicht verfassungsgem&auml;&szlig; eingestuft h&auml;tten und moniert, dass viele Staaten die Kosten der Bew&auml;ltigung der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise &ldquo;an die Bev&ouml;lkerungen weitergegeben [h&auml;tten], die seit mehr als f&uuml;nf Jahren weniger Arbeitspl&auml;tze und niedrigere Einkommen verkraften m&uuml;ssen&rdquo;, verweigert EU und IWF Portugal <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/rettungspaket-eu-und-iwf-stoppen-letzte-portugal-hilfe-1.1985456\">die letzte Tranche aus dem Rettungspaket<\/a> aufgrund der Entscheidung des Obersten Gerichts, dass Teile des von den Kreditgebern geforderten Sparprogramms als nicht verfassungsgem&auml;&szlig; seien. W&auml;re denn bei uns die Besteuerung des Arbeitslosengeldes verfassungsgem&auml;&szlig;?<\/em><br>\n<em>(Die ILO bietet auch eine deutsche Zusammenfassung: <a href=\"http:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/---dgreports\/---dcomm\/documents\/publication\/wcms_245158.pdf\">&ldquo;Weltbericht zur sozialen Sicherung 2014\/15. Schl&uuml;ssel zu wirtschaftlicher Erholung, inklusiver Entwicklung und sozialer Gerechtigkeit&rdquo; [PDF &ndash; 223 KB]<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/---dgreports\/---dcomm\/documents\/publication\/wcms_245201.pdf\">hier [PDF &ndash; 18.2 MB]<\/a> der ganze Bericht.)<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Noch Fragen, weshalb viel Menschen inzwischen die EU ablehnen? Im Bericht ist vermutlich mit EU die sogenannte EU-Kommission gemeint. Diese glaubt also ein Urteil eines Obersten Verfassungsgerichtes eines Mitgliedslandes mit F&uuml;&szlig;en treten zu k&ouml;nnen? Es geht offenbar um die Durchsetzung der neoliberalen Austerit&auml;tspolitik mit allen Mitteln. Dass in Portugal inzwischen 2,5 Millionen Menschen, ein Viertel der Bev&ouml;lkerung, in Armut oder an der Armutsgrenze lebt, so what, Hauptsache die neoliberale Irrlehre ist ganz im Sinne der herrschenden Eliten wieder einmal durchgesetzt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Der Mindestlohn ist auf dem Weg &ndash; zu sp&auml;t und zu niedrig?<\/strong><br>\nDer Niedriglohn wird von der OECD[2] als ein Lohn unterhalb von zwei Dritteln des Medianverdienstes (mittleren Einkommens) definiert. Nach Untersuchungen des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) auf der Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) lag die Niedriglohngrenze 2011 bei 9,49 Euro und die Niedriglohnquote bei 24 Prozent. 17 Prozent der Besch&auml;ftigten verdienten unter 8,50 Euro, das waren 5,6 Millionen Personen.[3] Im Jahr 2012 verdienten 15 Prozent der Besch&auml;ftigten unter 8,50 Euro, das waren noch 5,2 Millionen Personen. Sie werden vom Mindestlohn profitieren. Im Jahr 2015 werden es deutlich unter f&uuml;nf Millionen Besch&auml;ftigte sein.[4] In Westdeutschland waren es 14 Prozent der Besch&auml;ftigten, in Ostdeutschland 23 Prozent. Beg&uuml;nstigt w&auml;ren 11 Prozent der M&auml;nner, 20 Prozent der Frauen, acht Prozent der Vollzeitbesch&auml;ftigten, 16 Prozent der Teilzeitbesch&auml;ftigten (ohne Mini-Jobs), 58 Prozent der geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten (Mini-Jobs) und 43 Prozent der Sch&uuml;ler, Studenten, Rentner und Arbeitslosen in Nebenbesch&auml;ftigungen. 37 Prozent der Besch&auml;ftigten unter 25 Jahre werden betroffen sein und 13 Prozent der Altersgruppe von 25 bis 60 Jahre und 22 Prozent der Altersgruppe ab 60 Jahren.[5] Je nach Betriebsgr&ouml;&szlig;e wirkt sich der Mindestlohn in H&ouml;he von 8,50 Euro unterschiedlich aus, vor allem in kleinen Betrieben m&uuml;ssen sich die L&ouml;hne erh&ouml;hen: bei 35 Prozent der Besch&auml;ftigten in Betrieben bis vier Arbeitnehmern, bei 31 Prozent der Besch&auml;ftigten in Betrieben von f&uuml;nf bis zehn Arbeitnehmern, bei 24 Prozent der Besch&auml;ftigten in Betrieben von 11 bis 19 Arbeitnehmern. In Betrieben mit mehr als 200 Arbeitnehmern sind dagegen nur neun Prozent der Besch&auml;ftigten betroffen, in Betrieben mit mehr als 2.000 Arbeitnehmern nur acht Prozent.[6]<br>\nBeim Mindestlohn in H&ouml;he von 8,50 Euro m&uuml;ssen die Bruttostundenverdienste der Besch&auml;ftigten, die derzeit weniger verdienen, im Schnitt um 38 Prozent steigen. Noch h&ouml;her sind die Steigerungsquoten bei Personengruppen, die deutlich unter 8,50 Euro verdienen. Hierzu geh&ouml;ren insbesondere die geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten (43 Prozent) und die Nebenjobs von Sch&uuml;ler, Studenten, Rentnern und Arbeitslosen (61 Prozent).[7] Gesamtwirtschaftlich ist gleichwohl kein Kaufkraftschub zu erwarten: die Gesamtbruttolohnsumme w&uuml;rde gerade einmal um drei Prozent steigen.[8]<br>\nRegulierung des Niedriglohnsektors, nicht Abschaffung<br>\nDa die Niedriglohngrenze bei rund 9,50 Euro liegt (nach anderen Untersuchungen noch h&ouml;her) wird der Mindestlohn in H&ouml;he von 8,50 Euro den Niedriglohnsektor nicht abschaffen, sondern regulieren.[10] Mindestl&ouml;hne k&ouml;nnten den Anteil der Niedriglohnbesch&auml;ftigten nur verringern, wenn ihr Niveau nahe an der Niedriglohnschwelle (zwei Drittel des Medianlohns) liegt. Liegen gesetzliche Mindestl&ouml;hne unterhalb der Niedriglohnschwelle, wird (lediglich, aber immerhin) das &bdquo;Ausfransen&ldquo; der niedrigsten L&ouml;hne nach unten begrenzt. St&auml;rker ist allerdings der Einfluss von Mindestl&ouml;hnen auf die Lohnverteilung zwischen M&auml;nnern und Frauen (&bdquo;Gender Pay Gap&ldquo;), weil Frauen st&auml;rker als M&auml;nner von ihm profitieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++97449436-ea4d-11e3-88d0-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Ostdeutsche Landwirtschaft: Die Saat ist aufgegangen<\/strong><br>\nAlte Seilschaften sorgten daf&uuml;r, dass auch im Jahr 25 nach der Wende die Eliten der DDR von den riesigen L&auml;ndereien profitieren: die ehemaligen Chefs der Gro&szlig;bauernh&ouml;fe der DDR, der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, im DDR-Jargon abgek&uuml;rzt als LPG. Den Chefs gelang es nach 1989, sich die wertvollen Ackerfl&auml;chen dauerhaft zu sichern. Zu Preisen, die nicht mal der H&auml;lfte des Marktwerts entsprachen &ndash; eine staatliche Milliardensubvention auf Kosten der Steuerzahler. Die LPG-Vorsitzenden galten als roten Barone der DDR, sie waren m&auml;chtiger als andere Funktion&auml;re. Ihre Betriebe &uuml;berspannten mehrere D&ouml;rfer, sie finanzierten Stra&szlig;en oder errichteten die f&uuml;r das sozialistische Dorf typischen Plattenbauten der Landarbeiter. &ldquo;Die LPG-Chefs waren wichtig, weil sie die Ressourcen verteilten, ihre Bedeutung f&uuml;r die Diktatur kann nicht hoch genug eingesch&auml;tzt werden&rdquo;, sagt Jens Sch&ouml;ne, der Stellvertreter des Berliner Landesbeauftragten f&uuml;r die Unterlagen der Staatssicherheitsdienstes. F&uuml;r ihn ist es ein gravierender Mangel, dass das Thema Landwirtschaft bislang kaum aufgearbeitet wurde. Dabei spielt die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe eine wichtige Rolle. Denn 1990 wird sie nicht etwa aufgel&ouml;st, sondern zu den ostdeutschen Ablegern des bis dahin westdeutschen Deutschen Bauernverbands &ndash; und fungiert als Lobbyorganisation der Ex-LPG-Bosse. &ldquo;Die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe wie die LPGen und l&auml;ndlichen Wirtschaftseinrichtungen waren fest im Griff des Ministeriums f&uuml;r Staatssicherheit&rdquo;, schreibt der Experte Uwe Bastian in einem Gutachten der Enquete-Kommission 5\/1. Laut Bastian vertreten die im Deutschen Bauernverband organisierten Ex-Kader heute &ldquo;eindeutig die Interessen der LPG-Nachfolger.&rdquo; Bis heute pachten und besitzen in der Mehrheit LPG-Nachfolger die verg&uuml;nstigten BVVG-Fl&auml;chen. Michael Beleites, Sachsens ehemaliger Stasi-Unterlagen-Beauftragter, sch&auml;tzt, dass rund zwei Drittel der Fl&auml;chen an die LPG-Nachfolger fielen. Die Anfrage der Gr&uuml;nen aus dem Jahr 2012 best&auml;tigt das.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=hi&amp;dig=2014%2F05%2F31%2Fa0029&amp;cHash=bd7806e37e72fc3963a64a5a6c71fe83\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine spannende und wohl die meisten &uuml;berraschende Recherche von Kai Schlieter, welche nahelegt, dass nicht nur in den deswegen viel geschm&auml;hten osteurop&auml;ischen Transformationsl&auml;ndern sich die alten Eliten Filetst&uuml;cke der jeweiligen Volkswirtschaft unter den Nagel gerissen haben. Nicht der bef&uuml;rchtete Ausverkauf an die Wessis, sondern die alte DDR-Elite dominiert die ostdeutsche Landwirtschaft, die heute ihre Betriebe mit satten Gewinnen Konzernen &uuml;berschreiben kann. &ndash; Interessant auch ein Forschungsergebnis der Politikwissenschaftlerin Constanze Paffrath, zitiert laut taz: &ldquo;Die Forderung seitens der Sowjetunion, das w&auml;hrend ihrer Besatzungszeit konfiszierte Verm&ouml;gen d&uuml;rfe nicht an seine Eigent&uuml;mer zur&uuml;ckgegeben werden, wurde nachweislich an keinem Verhandlungstag und auf keiner Verhandlungsebene erhoben.&rdquo; Exkanzler Helmut Kohl hatte immer wieder vermeintliche Forderung der Russen eingebracht, dass sie der Wiedervereinigung nur zustimmen w&uuml;rden, wenn die Enteignung der Bauern w&auml;hrend der sowjetischen Besatzungszeit nicht r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht w&uuml;rde. Schlieter benennt als zentralen Ursprung der Probleme das &ldquo;Entsch&auml;digungs- und Ausgleichsleistungsgesetz&rdquo;, von 1994. Laut EALG sollten die Opfer der Zwangskollektivierung Ackerfl&auml;chen verg&uuml;nstigt kaufen k&ouml;nnen. Sehr leise wurde allerdings der Kreis der Beg&uuml;nstigten um diejenigen erweitert, die ab dem 3. Oktober 1990 ortsans&auml;ssig waren und Fl&auml;chen l&auml;ngerfristig gepachtet hatten. Daf&uuml;r hatten allerdings die ehemaligen LPG-Chefs durch geschickten Lobbyismus gesorgt. Eine Anfrage der Gr&uuml;nen zeigt: Zwischen 1992 und 2011 gingen in ganz Ostdeutschland verg&uuml;nstigt mehr als 90 Prozent der Fl&auml;che an die P&auml;chter, also die ehemaligen LPG-Chefs.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>IAB: Branchentarifvertr&auml;ge gelten f&uuml;r die H&auml;lfte der Besch&auml;ftigten<\/strong><br>\nIm Jahr 2013 arbeiteten rund 50 Prozent der Besch&auml;ftigten in Betrieben, f&uuml;r die ein Branchentarifvertrag galt. Das zeigen die Daten des IAB-Betriebspanels, einer j&auml;hrlichen Befragung von mehr als 15.000 Betrieben durch das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Seit 1996, als erstmals Daten zur Tarifbindung f&uuml;r Ost- und Westdeutschland vom IAB erhoben wurden, ist die Zahl der tarifgebundenen Betriebe stark zur&uuml;ckgegangen. 1996 arbeiteten in Westdeutschland 70 Prozent der Besch&auml;ftigten in Betrieben, in denen ein Branchentarifvertrag galt. Im Jahr 2013 waren es nur noch 52 Prozent. In Ostdeutschland sank der entsprechende Anteil der Besch&auml;ftigten von 56 auf 35 Prozent. Gegen&uuml;ber 2012 bedeutet das einen R&uuml;ckgang um jeweils einen Prozentpunkt. &bdquo;In der langen Sicht ist die r&uuml;ckl&auml;ufige Tendenz eindeutig, auch wenn die Entwicklung in j&uuml;ngster Zeit langsamer verl&auml;uft&ldquo;, kommentieren die IAB-Arbeitsmarktforscher Susanne Kohaut und Peter Ellguth die Ergebnisse. &ndash; 21 Prozent der westdeutschen und 25 Prozent der ostdeutschen Besch&auml;ftigten arbeiteten 2013 in Betrieben, die zwar keinem Branchentarifvertrag unterlagen, sich aber an einem solchen orientierten. F&uuml;r weitere acht Prozent der Besch&auml;ftigten im Westen und zw&ouml;lf Prozent im Osten galt ein zwischen Betrieb und Gewerkschaft abgeschlossener Firmentarifvertrag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iab.de\/de\/informationsservice\/presse\/presseinformationen\/tb2013.aspx\">IAB<\/a>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140604_01.png\" alt=\"\" title=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/aktuell\/2014\/Tarifbindung_2013.pdf\">IAB [PDF &ndash; 188 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Makler: Mietpreisbremse ausgebremst<\/strong><br>\nUnter den Maklern geht die Angst um. Wenn die Mietpreisbremse so umgesetzt wird, wie im Gesetzesentwurf des Bundesjustizministeriums vorgesehen, drohen deutliche Umsatzeinbr&uuml;che&hellip;Sie f&uuml;rchtet um ihre Existenz. Das geplante Bestellerprinzip, nachdem derjenige den Makler bezahlt, der seine Dienstleistung in Anspruch nehmen m&ouml;chte, k&ouml;nnte ihr Gesch&auml;ftsmodell der Vermietung von m&ouml;blierten Wohnungen eliminieren.<br>\nIn einem Gutachten im Auftrag des Verbandes der auch viele Makler vertritt, erkl&auml;rt der prominente Staatsrechtler Friedhelm Hufen den aktuellen Gesetzesentwurf des Bundesjustizministeriums schlicht f&uuml;r &bdquo;unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig und damit verfassungswidrig&ldquo;&hellip;<br>\nLaut Hufen stellt der Gesetzesentwurf einen &bdquo;schwerwiegenden Eingriff in die Berufsfreiheit dar&ldquo;. Er bezieht sich vor allem auf das neu geregelte, eng gefasste Bestellerprinzip. Nach der Analyse sollen Makler vom Wohnungssuchenden nur dann die Zahlung eines Entgelts verlangen d&uuml;rfen, wenn der Wohnungsvermittler von ihm in Textform einen Suchauftrag erhalten und der Vermittler nur zu diesem Zweck den Auftrag zum Angebot einer Wohnung vom Vermieter eingeholt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/immobilien\/nachrichten\/makler-mietpreisbremse-ausgebremst\/9984730.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nach der abschlagfreien Rente f&uuml;r langj&auml;hrig Versicherte mit 63, dem Mindestlohn wird nun der Abwehrkampf gegen das Bestellerprinzip bei den Maklergeb&uuml;hren aufgenommen. Keiner der wenigen von den Sozialdemokraten erzielten Kompromisse im Koalitionsvertrag bleibt von einer Gegenkampagne m&auml;chtiger Lobbygruppen verschont.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Wie die WM in die W&uuml;ste kam<\/strong><br>\nAls Pr&auml;sident Sepp Blatter das Papier mit der Aufschrift &laquo;Katar&raquo; aus dem Couvert zog, war das Publikum verbl&uuml;fft. Bill Clinton, David Beckham und andere angereiste Prominente versuchten zu begreifen, was an diesem 2. Dezember 2010 in Z&uuml;rich gerade passiert war. Niemand achtete damals auf die erste Reihe des Saals. Dort sass Mohamed bin Hammam, ein eleganter Herr mit Stirnglatze und ergrautem Bart. Der 61-J&auml;hrige war ein Mann mit viel Einfluss. Er amtete als Pr&auml;sident der asiatischen Fussballkonf&ouml;deration AFC; gleichzeitig besass er in Katar einen Baukonzern und pflegte enge Beziehungen zur Familie des Emirs. Vor allem aber war er einer der 22 K&ouml;pfe des Fifa-Exekutivkomitees (Exco), das die Vergabe der WM in einer geheimen Abstimmung festlegte. Heute ist bekannt, dass bin Hammam mehr als eine Stimme von 22 war. W&auml;hrend sich die Emir-Familie der offiziellen WM-Bewerbung widmete, startete bin Hammam eine versteckte Kampagne. Seine Werkzeuge: geschenkte Fl&uuml;ge, Hoteleinladungen und Geldtransfers in Millionenh&ouml;he. Sein Ziel: mindestens die H&auml;lfte der Exco-Stimmen hinter Katar zu scharen. Die verborgenen Geldstr&ouml;me kamen ans Licht, weil ein &laquo;hochrangiger Fifa-Insider&raquo; mit einem Datenarchiv von &laquo;Tausenden Gigabytes&raquo; und &laquo;Hunderten Millionen&raquo; Dateien an die englische Zeitung &laquo;Sunday Times&raquo; herangetreten ist. So umschreiben es die Journalisten, die den Datenberg mit Forensik-Software und Hochleistungsrechnern zehn Wochen lang analysierten. Dabei fanden sie belastendes Material aus dem privaten B&uuml;ro bin Hammams, seinem Baukonzern Kemco, der asiatischen F&ouml;deration und der Fifa selbst. E-Mails, &Uuml;berweisungsauftr&auml;ge, Dankesschreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/sport\/fussball\/Wie-die-WM-in-die-Wueste-kam\/story\/16250251\">Tages-Anzeiger<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Die Welle 2.0 &ndash; von der Sehnsucht nach Manipulation<\/strong><br>\nSind die Deutschen leicht zu manipulieren? In Anbetracht ihrer Geschichte sollte man meinen, dass in Deutschland Manipulierer einen besonders schweren Stand haben. Doch Skepsis und Zur&uuml;ckhaltung werden schnell weggewischt, sobald an den richtigen Schrauben gedreht wird.<br>\nIn dem deutschen Filmdrama &bdquo;Die Welle&ldquo; von Dennis Gansel aus dem Jahr 2008 geht es um ein Experiment, das ein Lehrer mit seiner Klasse durchf&uuml;hrt. Im Rahmen einer Projektwoche mit dem Titel &bdquo;Staatsformen&ldquo; will der ehemalige Hausbesetzer, der sich von seinen Sch&uuml;lern gern duzen l&auml;sst, eigentlich mit seinen Jungs und M&auml;dels &uuml;ber Anarchie sprechen. Zugeteilt von der Schulleitung bekommt er stattdessen das Thema Autokratie. Lehrer und Sch&uuml;lern sind wenig begeistert und f&uuml;rchten, dass nun wieder einmal der Nationalsozialismus aufgerollt wird. Der ist aber lange her und niemand kann ernsthaft die Gefahr erkennen, dass so etwas Grauenvolles wie eine Diktatur in der modernen Welt von heute noch einmal auf fruchtbaren Boden fallen k&ouml;nnte. Die waren bescheuert, die Menschen damals, so der Tenor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/129559\/die-welle-2-0-von-der-sehnsucht-nach-manipulation?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=Feed%3A+DerSpiegelfechter+%28Der+Spiegelfechter%29\">Der Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Podemos: Ja, sie k&ouml;nnen es wirklich<\/strong><br>\nDie Partei Podemos ( &ldquo;Wir k&ouml;nnen&rdquo;) ist die gr&ouml;&szlig;te &Uuml;berraschung der Europawahlen am vergangenen Sonntag in Spanien. Podemos kanalisierte einen Teil der &ldquo;Emp&ouml;rten&rdquo;-Bewegung und holte nur vier Monate nach ihrer Gr&uuml;ndung 1,2 Millionen Stimmen (7,97 Prozent) und damit f&uuml;nf Sitze in Stra&szlig;burg. Podemos liegt damit nur knapp hinter der Vereinigten Linken (IU) rund um Spaniens altehrw&uuml;rdige Kommunistische Partei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2014%2F05%2F31%2Fa0138&amp;cHash=52da65b50b9f0f537b4c01ce6f26f150\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein erstes Portr&auml;t der neuen politischen Kraft, aber auch eine Beschreibung der bevorstehenden Schwierigkeiten, bis zu den Kommunal- und Regionalwahlen im kommenden Fr&uuml;hjahr eine linke Mehrheit in einer Partei zu organisieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>AfD: Talkshow-Boykott ist Kosmetik<\/strong><br>\nWie man die Alternative f&uuml;r Deutschland (AfD) salonf&auml;hig macht, das hat die CSU vorgemacht. Erst tat sie so, als w&auml;re eine angeblich massenhafte &ldquo;Armutseinwanderung&rdquo; aus Rum&auml;nien und Bulgarien das dr&auml;ngendste Problem unserer Tage, dann feuerte sie im Europawahlkampf immer neue Salven gegen Br&uuml;ssel ab. Das Ergebnis: Die W&auml;hler stimmten lieber f&uuml;r das europaskeptische Original, und das nirgendwo &ouml;fter als in Bayern. Jetzt, wo sich die AfD rechts von der Union zu etablieren droht, will sich die Union endlich klar von ihr abgrenzen: Die CDU-Spitze ist gegen jede Zusammenarbeit mit der AfD in den L&auml;ndern und Kommunen, und CDU-Fraktionschef Volker Kauder will sich k&uuml;nftig auch nicht mehr mit AfD-Politikern in Talkshows setzen. Doch mit diesem Abgrenzungskurs wird es nicht klappen. Nicht nur weil es dar&uuml;ber in der Union l&auml;ngst keinen Konsens gibt. Sondern weil die AfD kein Schmuddelverein ist, der sich wie NPD und die Republikaner allein durch einen Cordon sanitaire ausgrenzen l&auml;sst. Dass die Union zugleich mit Berlusconis &ldquo;Forza Italia&rdquo; und der ungarischen Regierungspartei Fidesz, die noch weit problematischer sind als die AfD, im Europaparlament eine gemeinsame Fraktion bildet, l&auml;sst diese Strategie auch wenig &uuml;berzeugend erscheinen. &ndash; Die AfD ist eine nationalistische, wertkonservative Elitenpartei, die nicht offen chauvinistisch oder homophob auftritt, aber Ressentiments bedient, die bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein verbreitet sind. Sich inhaltlich klar von der AfD abzugrenzen ist viel wichtiger als die Frage, wer mit wem in Talkshows geht. Die Union muss ihre Argumente widerlegen, statt sie zu &uuml;bernehmen. Alles andere ist Kosmetik. Oder Verzweiflung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F06%2F02%2Fa0080&amp;cHash=251a25990fc895d26bc09cdd02b53344\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> In der Tat hilft es wenig, immer wieder nach den zweifellos fragw&uuml;rdigen Aussagen einiger Neumitglieder der noch jungen Partei zu jagen oder die Reden Bernd Luckes nach chauvinistischen Spr&uuml;chen abzuklopfen, wenn die zentrale Auseinandersetzung um die deutsche Mitgliedschaft in der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion vernachl&auml;ssigt wird. Es ist nicht zu leugnen, dass ein betr&auml;chtlicher Teil der Bev&ouml;lkerung f&uuml;rchtet, dass Deutschland mit den Hilfspaketen f&uuml;r kriselnde Eurol&auml;nder &uuml;berfordert sei und letztlich auf den gegebenen Garantien sitzen bliebe. Wenn die CDU sich dem nicht stellen m&ouml;chte, stellt sich die Frage, ob sie die Situation nicht &auml;hnlich einsch&auml;tzt wie die AfD.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Dokumentarfilm im Ersten: Das M&auml;dchen<\/strong><br>\nWas geschah mit Elisabeth K.?<br>\nEnde der 60er Jahre l&auml;sst sich die deutsche Studentin Elisabeth K&auml;semann von der Dritte-Welt-Bewegung erfassen.<br>\nArgentinien, 1977. Das Land wird von einer Milit&auml;rdiktatur unterdr&uuml;ckt. Regimekritiker werden zu Tausenden verschleppt, gefoltert, get&ouml;tet. Auch die in der Hauptstadt Buenos Aires lebende deutsche Studentin Elisabeth K&auml;semann verschwindet im M&auml;rz unter mysteri&ouml;sen Umst&auml;nden.<br>\nDie alarmierten Eltern wenden sich vergeblich an das Ausw&auml;rtige Amt. Die westdeutsche Regierung unter Helmut Schmidt sieht, ein Jahr vor der Fu&szlig;ball-WM in Argentinien, beim Ausrichter und wichtigen Wirtschaftspartner von jeglicher Intervention ab. Auch der Deutsche Fu&szlig;ballbund verschenkt die Chance, die junge Frau zu retten. Obwohl der Fall seit April in deutschen Medien bekannt ist, reist die Elf im Mai 1977 nach Argentinien. Da erreicht eine dramatische Nachricht die deutsche Botschaft.<br>\nErstmals &auml;u&szlig;ern sich mit dem Fall Elisabeth K&auml;semann befasste Politiker wie die damaligen Staatsminister Hildegard Hamm-Br&uuml;cher und Klaus von Dohnanyi, Sportler wie Karl-Heinz Rummenigge, Paul Breitner oder Sepp Maier sowie &Uuml;berlebende und Zeitzeugen des Terrorregimes zu den Geschehnissen.<br>\nWarum weist die deutsche Regierung bis heute jede Verantwortung zur&uuml;ck? Und: Wie unpolitisch darf Sport sein? Vor dem Hintergrund der Fu&szlig;ball-WM in Brasilien und den Olympischen Winterspielen in Sotchi stellt der neue Dokumentarfilm des mehrfachen Grimmepreistr&auml;gers Eric Friedler Fragen von beklemmender Brisanz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/reportage-dokumentation\/dokus\/sendung\/ndr\/dokumentarfilm-das-maedchen-100.html\">Das Erste<\/a>\n<p><em>Sendetermin: Das Erste, Donnerstag, 05.06.14 22:45 &ndash; 00:00 (75 Min)<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-21905","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21905","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21905"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21905\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21920,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21905\/revisions\/21920"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21905"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21905"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21905"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}