{"id":21939,"date":"2014-06-06T09:03:13","date_gmt":"2014-06-06T07:03:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21939"},"modified":"2019-07-11T13:12:37","modified_gmt":"2019-07-11T11:12:37","slug":"bildung-schuetzt-vor-armut-nicht-und-armut-behindert-bildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21939","title":{"rendered":"Bildung sch\u00fctzt vor Armut nicht und Armut behindert Bildung"},"content":{"rendered":"<p>&Uuml;ber Bildung wird seit jeher viel diskutiert. Mit der in den letzten Jahren und Jahrzehnten zunehmenden sozialen Ungleichheit im Land haben solche Diskussionen weiter zugenommen. Meist wird hierbei der Anschein vermittelt, Bildung bedeute soziale Absicherung. Bildung sch&uuml;tze vor Armut. Bildung f&uuml;r alle &ndash; und schon ginge es allen gut. Dass es sich hierbei vor allem um eines, n&auml;mlich einen kleinb&uuml;rgerlichen Irrglauben, eine Chim&auml;re sozusagen handelt, ist Armuts- und Ungleichheitsforschern jedoch bekannt (<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21939#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>). <strong>Von Jens Wernicke<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nDenn wo sollten sie denn herkommen: Die vielen neuen Arbeitspl&auml;tze, die sicheren Anstellungen und h&ouml;heren L&ouml;hne im Land? Warum sollten in Zeiten, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich immer gr&ouml;&szlig;er wird, pl&ouml;tzlich die Regeln der pyramidenf&ouml;rmigen Gesellschaftsarchitektur erodieren &ndash; und auf einmal Millionen von Menschen in der Spitze der Gesellschaftspyramide Platz, Anstellung und Sicherheit finden? Nur, weil man mit Dornen bespickte Leitern zwischen den Etagen errichtet, viele hiervon auch mehr Hologramme denn Realit&auml;t, ist doch oben l&auml;ngst nicht mehr Platz oder Raum.<\/p><p>Und so gestalten sich die Zusammenh&auml;nge zwischen Armut und Bildung denn auch deutlich schwieriger. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2004 zu den sozialen Determinanten von Gesundheit (<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>) liefert erste Hinweise auf das komplexe Bild:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die kombinierten Erkenntnisse aus Wirtschaftswissenschaft, Soziologie, Psychologie, Neurobiologie und Medizin deuten darauf hin, dass viel vom Verst&auml;ndnis der Wechselwirkungen zwischen materieller Benachteiligung und sozialem Sinn abh&auml;ngt&ldquo;, hei&szlig;t es dort. Und weiter: &bdquo;Nicht einfach materielle Armut ist gesundheitssch&auml;digend. Der soziale Sinn, der Armut, Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung und anderen Stigmatisierungen beigemessen wird, ist ebenfalls wichtig. Als soziale Wesen ben&ouml;tigen wir nicht nur gute materielle Bedingungen, sondern von Kindesbeinen an das Gef&uuml;hl, gesch&auml;tzt und gemocht zu werden. Wir brauchen Freunde, wir brauchen menschliche Gesellschaften, wir m&uuml;ssen uns n&uuml;tzlich f&uuml;hlen und wir m&uuml;ssen ein wesentliches Ma&szlig; an Entscheidungsbefugnissen &uuml;ber eine sinnvolle Arbeit haben. Sonst sind wir deutlich anf&auml;lliger f&uuml;r Depressionen, Drogenkonsum, Angst, Feindseligkeit, Hoffnungslosigkeit etc.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die Autoren der Studie belegen, wie soziale Ungleichheit, Stress, wie fr&uuml;he Entbehrungen und Traumata, wie soziale Ausgrenzung, Arbeitslosigkeit und anderes, alles Dinge, die zuerst und am st&auml;rksten f&uuml;r Menschen in den unteren Gesellschaftsebenen t&auml;gliche Bedrohungen oder Lebenspraxen sind, zu chronischen Krankheiten f&uuml;hren und das Leben massiv erschweren und verk&uuml;rzen. Armut t&ouml;tet also nicht nur &ndash; sie behindert auch die Realisierung von Leistung und Potential. <\/p><p>Aktuelle Ver&ouml;ffentlichungen des Robert-Koch-Instituts (<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>) best&auml;tigen diese Befunde auch f&uuml;r Deutschland: Frauen und M&auml;nner, deren Einkommen unterhalb der Armutsrisikogrenze liegen, haben ein im Verh&auml;ltnis zur h&ouml;chsten Einkommensgruppe um das 2,4- bzw. 2,7-Fache erh&ouml;htes Mortalit&auml;tsrisiko. (Anzahl der Todesf&auml;lle in einem bestimmten Zeitraum bezogen auf 1.000 Individuen einer Population.)<\/p><p>Noch eindr&uuml;cklicher lesen sich die Befunde, wenn sie auf die mittlere Lebenserwartung bei Geburt bezogen werden, die nach den Periodensterbetafeln f&uuml;r den Zeitraum 1995 bis 2005 f&uuml;r Frauen mit 81,3 Jahren und f&uuml;r M&auml;nner mit 75,3 Jahren beziffert werden kann. Die Differenz zwischen der niedrigsten und h&ouml;chsten Einkommensgruppe betr&auml;gt hier, legt man die zuvor ermittelten Mortalit&auml;tsunterschiede zugrunde, bei Frauen 8,4 Jahre und bei M&auml;nnern 10,8 Jahre. <\/p><p>Betrachtet man dabei nur die gesunde Lebenserwartung, das hei&szlig;t jene Lebensjahre, die in sehr gutem oder gutem allgemeinen Gesundheitszustand verbracht werden, macht der Unterschied zwischen der niedrigsten und h&ouml;chsten Einkommensgruppe sogar 10,2 Lebensjahre bei Frauen und 14,3 Lebensjahre bei M&auml;nnern aus. <\/p><p>Daten der Deutschen Rentenversicherung zeigen dar&uuml;ber hinaus, dass sich die sozialen Unterschiede in Bezug auf die ferne Lebenserwartung im Zeitverlauf sogar noch vergr&ouml;&szlig;ert haben: Zwar ist die Lebenserwartung in allen betrachteten Gruppen gestiegen, die Zugewinne fielen aber in den unteren Einkommens- und Berufsstatusgruppen geringer aus. Infolgedessen haben die Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen zwischen 1995\/6 und 2007\/8 um 1,7 Jahre und jene zwischen den Berufsstatusgruppen um 0,9 Jahre zugenommen. <\/p><p>Die Ergebnisse weiterer Analysen (<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>) belegen zudem, dass Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus in vielen Bereichen geringere Gesundheitschancen haben. Neben dem allgemeinen Gesundheitszustand l&auml;sst sich dieser &bdquo;negative Zusammenhang&ldquo; dabei auch und insbesondere bez&uuml;glich der f&uuml;r Bildungschancen und -teilhabe so ma&szlig;geblichen psychischen und Verhaltensauff&auml;lligkeiten feststellen. Insbesondere bei diesen zeigt sich dabei ein starker Einkommenseffekt, der den Effekt des Bildungsniveaus der Eltern deutlich &uuml;bersteigt. Armut also, nicht Bildungsherkunft bzw. -mangel erschwert und hindert beim konkurrierenden Kampf um die ohnehin zu wenigen &bdquo;Pl&auml;tze an der Sonnenseite des Lebens&ldquo;, die unsere Gesellschaft aktuell zur Verf&uuml;gung stellt &ndash; auch hier. <\/p><p>Vergessen d&uuml;rfen wir in diesem Kontext aber auch nicht den von der Weltgesundheitsorganisation so hervorgehobenen &bdquo;sozialen Sinn&ldquo;. Denn auch unabh&auml;ngig davon, ob die dem Esel vorgehaltene M&ouml;hre namens Bildung diesen nun schneller oder kl&uuml;ger machte oder gar &bdquo;aufsteigen&ldquo; lie&szlig;e: Ist es nicht gerade dieser &bdquo;Sinn&ldquo;, der unserer Gesellschaft und ihren Bildungseinrichtungen mehr und mehr abhanden kommt? Denn wo ist und realisiert er sich denn, insbesondere in Bezug auf das Erleben von Handlungsf&auml;higkeit und eigene Bedeutsamkeit, f&uuml;r all die Haupt- oder F&ouml;rdersch&uuml;ler, deren gesamte Bildungskarriere prim&auml;r aus einem &bdquo;Du wirst eh nie dazugeh&ouml;ren&ldquo; besteht (<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>)? Und wo f&uuml;r all die Bachelorstudierenden, die wie Flie&szlig;bandprodukte immer rascher unter hohem Druck durch unsere Hochschulen geschleust werden? Und wo f&uuml;r all die G8-Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler, die das, was fr&uuml;her noch Bildung hie&szlig;, inzwischen oftmals selbst nur noch als Bulimielernen beschreiben, das ihre Interessen und Seelen kaum mehr ber&uuml;hrt? <\/p><p>Es ist inzwischen wohl evident: Die Lernenden in den Bildungsanstalten unseres Landes werden mehr und mehr ihrer W&uuml;rde, ihrer Motivation und Begeisterungsf&auml;higkeit beraubt und zunehmend zu Objekten, zu Lernmaschinen und Humankapital-Automaten degradiert. Und all das &ndash; das bringt ihnen am Ende ihrer &bdquo;Bildungskarriere&ldquo; dann mit hoher Wahrscheinlichkeit eben nicht nur <em>nicht<\/em> den erwarteten sozialen Aufstieg ein. Es bedroht zudem ihre Gesundheit sowie den sozialen Zusammenhalt im Land. Und ist &uuml;berdies auch Gift f&uuml;r unsere Volkswirtschaft, die von m&ouml;glichst weitreichender Potentialentwicklung (<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>) m&ouml;glichst vieler ihrer B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger profitiert und lebt. <\/p><p>2004 ver&ouml;ffentlichten die &Ouml;konomen Karla Hoff und Priyanka Pandey hierzu die   Ergebnisse eines ungew&ouml;hnlichen Feldversuchs im Auftrag der Weltbank. Sie legten 642 Jungen aus entlegenen D&ouml;rfern Indiens einen Test vor, in dem es darum ging, den Weg durch ein Labyrinth zu finden. Die H&auml;lfte der 11- bis 13j&auml;hrigen Probanden stammte aus einer hohen, die andere H&auml;lfte aus einer niedrigen Kaste. Im ersten Durchgang mussten die Kinder die Aufgaben l&ouml;sen, ohne zu wissen, wer welcher Kaste angeh&ouml;rte. Unter diesen Bedingungen schnitten die Jungen aus den niedrigen Kasten knapp besser ab als die aus den h&ouml;heren Kasten. Dann wiederholte man das Experiment, aber dieses Mal wurde jeder Junge zuvor aufgerufen, wobei er seinen Namen, sein Dorf, den Namen seines Vaters und Gro&szlig;vaters und seine Kastenzugeh&ouml;rigkeit nannte. Nach dieser &ouml;ffentlichen Bekanntmachung der Kastenzugeh&ouml;rigkeit hatten die Kinder weiter Labyrinth-Aufgaben zu l&ouml;sen. Nun zeigten sich erhebliche Unterschiede: Die Leistung der Kinder aus den niedrigen Kasten war deutlich schlechter (<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>).<\/p><p>Dieses Experiment liefert einen Beleg daf&uuml;r, dass Leistung und Verhalten bei einer schulischen Aufgabe in hohem Ma&szlig;e davon abh&auml;ngen, wie sich die Probanden von anderen gesehen und eingesch&auml;tzt, wie sehr sie sich &bdquo;sicher gebunden&ldquo;, geborgen und wertgesch&auml;tzt f&uuml;hlen. Wer damit rechnen muss, als unterlegen zu gelten, bringt schlechtere Leitungen. Genau diese aber provoziert und produziert unser Bildungssystem aktuell mehr und mehr, indem es immer gr&ouml;&szlig;ere schulische Besch&auml;mungen, immer unsolidarischen Konkurrenzkampf sowie immer subtilere neue Auslese- und Selektionsmechanismen (<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>) f&uuml;r immer breitere Bev&ouml;lkerungsteile organisiert. <\/p><p>Schreitet die aktuelle Entwicklung fort, ist schlie&szlig;lich davon auszugehen, dass die immer gr&ouml;&szlig;eren &bdquo;Bildungsanstrengungen&ldquo; jedes einzelnen vor dem Hintergrund immer gravierender werdender sozialer Disparit&auml;ten prim&auml;r zu immer gr&ouml;&szlig;er werdender sozialer Unsicherheit und Verarmung beitragen beziehungsweise diese legitimieren werden &ndash; und zwar <em>auch<\/em> und gerade &bdquo;unter den h&ouml;her Gebildeten&ldquo;. Es ergibt sich das Bild, dass der Esel, der, f&uuml;r die ihn umgebenden sozialen Realit&auml;ten blind, allein gen &bdquo;Bildungs-M&ouml;hre&ldquo; trabt, um seine individuellen Wettbewerbsbedingungen und Aufstiegschancen hierdurch zu verbessern, jene der sozialen Klasse, der er entstammt, in Breite hierbei massiv unterminiert. <\/p><p>Denn <em>was<\/em> wird wohl geschehen, wenn demn&auml;chst von der Fachkraft f&uuml;r Reinigungsarbeiten ein Abitur oder ein Bachelor-Abschluss erwartet wird &ndash; was geschieht dann mit jenen, die &bdquo;nur&ldquo; einen Haupt- oder Realschulabschluss und damit etwas ihr eigenen nennen, das vor einigen Jahrzehnten noch f&uuml;r beispielsweise den Lehrerberuf und somit eine soziale Position etwa in der Mitte der gesellschaftlichen Pyramide qualifiziert hat? <\/p><p><strong>Literatur:<\/strong><\/p><ul>\n<li>(<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">1<\/a>) <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/doku---debatte\/kinder-bildung-schuetzt-vor-armut-nicht,1472608,2787946.html\">Bildung sch&uuml;tzt vor Armut nicht &ndash; Christoph Butterwegge<\/a><\/li>\n<li>(<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">2<\/a>) <a href=\"http:\/\/www.euro.who.int\/__data\/assets\/pdf_file\/0008\/98441\/e81384g.pdf?ua=1\">Weltgesundheitsorganisation Europa &ndash; Soziale Determinanten von Gesundheit [PDF &ndash; 511 KB]<\/a><\/li>\n<li>(<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">3<\/a>) <a href=\"http:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Gesundheitsmonitoring\/Gesundheitsberichterstattung\/GBEDownloadsK\/2014_2_soziale_unterschiede.pdf?__blob=publicationFile\">Robert Koch-Institut &ndash; Soziale Unterschiede in der Mortalit&auml;t und Lebenserwartung [PDF &ndash; 2.8 MB]<\/a><\/li>\n<li>(<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">4<\/a>) <a href=\"http:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Gesundheitsmonitoring\/Gesundheitsberichterstattung\/GBEDownloadsB\/soz_ungleichheit_kinder.pdf?__blob=publicationFile\">Robert Koch-Institut &ndash; Gesundheitliche Ungleichheit bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland &ndash; Thomas Lampert, Christine Hagen, Boris Heizmann [PDF &ndash; 1.4 MB]<\/a><\/li>\n<li>(<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">5<\/a>) Vgl. hierzu: <a href=\"http:\/\/hessenkongress.files.wordpress.com\/2010\/01\/hochschule-im-historischen-prozess.pdf\">Hochschule im historischen Prozess &ndash; Jens Wernicke [PDF &ndash; 3,9 MB]<\/a>, Seite 78 ff.<\/li>\n<li>(<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">6<\/a>) <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3596188504\/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3596188504&amp;linkCode=as2&amp;tag=x0ff-21\">Was wir sind und was wir sein k&ouml;nnten: Ein neurobiologischer Mutmacher &ndash; Gerald H&uuml;ther<\/a><\/li>\n<li>(<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">7<\/a>) <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3942989387\/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3942989387&amp;linkCode=as2&amp;tag=x0ff-21\">Gleichheit ist Gl&uuml;ck: Warum gerechte Gesellschaften f&uuml;r alle besser sind &ndash; Richard Wilkinson, Kate Pickett, Edgar Peinelt<\/a>; Seite 135 ff.<\/li>\n<li>(<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">8<\/a>) <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21047\">NachDenkSeiten &ndash; Die Illusion vom Bildungsaufstieg &ndash; Jens Wernicke<\/a><\/li>\n\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&Uuml;ber Bildung wird seit jeher viel diskutiert. Mit der in den letzten Jahren und Jahrzehnten zunehmenden sozialen Ungleichheit im Land haben solche Diskussionen weiter zugenommen. Meist wird hierbei der Anschein vermittelt, Bildung bedeute soziale Absicherung. Bildung sch&uuml;tze vor Armut. Bildung f&uuml;r alle &ndash; und schon ginge es allen gut. 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